Dienstag, 24. März 2020
Systemsprenger*innen. Nee Erhalter*innen.
Vorhang. Ich habe den wunderbarsten Satz zur Covid-19-Krise aufgeschnappt. Der lautet: "Noch ist Substanz da".

Des Weiteren halte ich mich für grundsätzlich unglaubwürdig und verlogen. Das hat mit der Schizophrenie zu tun. Deshalb versuch ich dieses Manko mit Indizien zu umgehen die einigermaßen belastbar sind. Hier die Tabs-Liste für den Lungen-Mann von Morgen. Natürlich anonymisiert.

1 Mometason Nasenspray
1 Aprednislon 5 mg
1 Berodual Inhalationslösung
2 Berodual Dosieraerosol
1 Trimbow 87/5/9 mg Aerosol
1 FOSAMAX 70 mg

Trotzdem macht er 24 Stunden hindurch Sauerstoff-Gerät. Und jetzt auch Treppenlift.

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Dios míos. Im Text "Was mit Anschluss", stelle ich die Behauptung auf: "Kausalität ist nicht zwangsläufig eine soziale Kategorie". Ähnliches lässt sich auch in der Wirtschaft beobachten und was das Horten von Häuslpapers betrifft, wo aus einem gefühlten Mangel ratzfatz ein echter Mangel wird oder werden kann. Hat was von Alchemie. Die einen entledigen sich ihrer Ausweispapiere, die eigentlich als kostbar gelten und unverzichtbar, außer sie waren bei der SS, und können neu beginnen und die anderen bunkern das Dreilagige, in der Erwartung so Covid-19 auszutricksen. Ich habe mich aktuell fürs Vierlagige also den Komfort entschieden. Wenngleich man sagen kann. Als Alleinstehender, dann und wann auch mit Viagra, fällt man mit Bunkern überhaupt nicht auf. 15 Klopapier-Rollen habe ich am Start und eine angebrauchte. Einen Ersatzwasserkocher vom Discounter habe ich mir auch zugelegt. Der aktuelle hat schon sehr viel gekocht wie ich dann und wann. Dazu mehr im Text. Und Rasierklingen für eine kleine Ewigkeit. Viel auch nicht auf. Ich rasiere mich sowieso nur einmal in der Woche. Auch in krisenfremden Zeiten. Wobei. Bei mir ist immer Krise. Statt Auslöschung ist jetzt halt Covid-19. Da hat sich nix geändert im Zugang. In der Krise sind es sowieso die kleinen Sinnesfreuden, wie Nähe und Berührungen, die einem Halt geben. Sie merken schon dass ich Schmäh führe. Berührungen kosten in meiner Welt zu meist extra und werden oft nicht gewünscht. Inzwischen bin ich sowieso berüchtigt dafür nur die allerkleinsten Sinneinheiten zu machen, als gemeiner Wegelagerer des Stillstands. Ganz im Gegensatz zum Lungen-Mann. Der geht aktuell von einem big improvement ausgeht was seine Gesundheit betrifft. In Bälde soll die Wirkung seiner Spritzen-Kur voll einsetzen. Das ist zumindest seine Annahme. Seine Horizont ist ein anderer, während ich neben ihn saß, eh sozial distanziert, in mir festgefroren im permanenten Jetzt festgehalten. Selbiges lässt sich auch an anderer Stelle festmachen. Wo in unserem Referenzrahmen gestern noch die "Gefährder" waren, die unsere speziellen Aufmerksamkeit bedürften, sind es heute "die Gefährdeten", hin bis zu vollumfänglich Bedürftigen wie Obdachlose, Hochrisikogruppe bei Covid-19, Obdachlos*innen sagt ja niemand, oder wieder mal Flüchtlinge bzw. Migranten, z.B. in den Lagern auf den griechischen Inseln. Derzeit wird ja so getan als ob Covid-19 nur in den Besseren unter den Herrschaften ausbricht. Die derzeit eventuell die Frage umtreibt, hübsch in Quarantäne gesteckt und deswegen von zu Hause aus arbeitend, oder inzwischen vollumfänglich ausgegliedert aus dem aktuellen Berufsleben, wehe sie denken an die Weltwirtschaftskrise die den Hitler erst möglich machte. Soll es jetzt ein Fernstudium sein oder doch eher Pornhub. Bei mir Kategorie "Big Ass". Trotz Pornhub statt Studium der Ferne, von einem Balkon mit Meerblick bin ich inzwischen abgerückt als Maximalhoffnung, versuche ich dabei den kleinstbürgerlichen Anstand zu wahren, indem ich Abstand zu ihnen halte und mich sozial distanziere. Worin ich wiederum reichlich Erfahrungen gesammelt habe. Fast so emsig wie als kleiner Junge Panini-Sticker zum Einkleben. 1978 fehlte mir genau ein Bildchen. Ka Spaß. Ein Ersatzspieler aus Iran. Der Mann war südlich der Drau nicht aufzutreiben. Eventuell fiel der im kommenden Irak-Iran Krieg. Was weiß man. Im Nachhinein ein ernsthafter Hinweis für die kommende Revolte im Iran 1979. Eben weil Kausalität nicht zwangsläufig eine soziale Kategorie ist. Dissonanzreduktion, gerne eingedickt wie eine Sauce, und der Wunsch in Übereinstimmung mit anderen zu denken, fühlen und eventuell auch zu handeln, sonst kann man sich das denken eh sparen, ist nix Randständiges, wenn sozial ums Prestige gefeilscht wird, bis der Jesus die Händler aus dem Tempel (der Solidarität) pfefferte, die sowas wie die Vorboten von Amazon waren, sondern unerlässliches. Eine soziale Praktik die ich a bissl plemplem nicht so gut beherrsche. Apropos plemplem. Im ORF lief Sonntag der Film "Der Boden unter den Füßen". Brutal guter Film. Regie Marie Kreutzer. Hauptrollen. Durchwegs Frauen, die sich in ihrer sexuellen Ausrichtung auch noch der Heterosexualität verweigern. Auf den ersten Blick nix für einen old-school-Hetero-Kerl wie mich von südlich der Drau, im Empfinden fast so randständig geklickt wie sonst bloggend. Der allerdings vom zweiten Blick hinweggefegt wird. Gute Filme nehmen auf solche Befindlichkeiten und Gewohnheiten, die sich als Identität konstituieren keine Rücksicht. Was eine richtige Wohltat ist. Ehrlich. Die große Schwester der Hauptdarstellerin, die als Unternehmensberaterin wie bekloppt hackelt und eine Hang zum Perfektionismus hat, der nicht so gesund rüber kommt, leidet unter "paranoider Schizophrenie". In der Kritik heißt es der Film kann den Spannungsbogen nicht halten. Was auch schwierig ist. Die große Schwestern bringt sich doch um. Und was heißt bei Schizophrenie schon Spannungsbogen. Ist doch andauernd die selbe Sauce. Lesen sie bei mir nach. Wo sie sich gemütlich verschwippschwagern stürze ich ins Leere. Irgendwann. Und immer wieder aufs Neue. Es liegt nicht an meiner Schreibe dass hier eher selten kommentiert wird. Es liegt an mir. Ka Spaß. Dabei gebe ich mir unendlich Mühe. Falls sie Zugang haben und den Film auf legalen Weg streamen können, spreche ich gerne eine Empfehlung aus. Damit die Kassen klingeln. Das Drehbuch stammt auch von der Regisseurin. Klingelt die Kasse kann sich die Frau Marie Kreutzer nachhaltig als Regisseurin etablieren. Nicht auszudenken, wenn die Werbung machen müsste um über die Runden zu kommen. Künster*innen haben es aktuell besonders schwer. Kunst schreibt nur über Quarantäne und wird nicht in Selbige gesteckt. Männer können ohne weiters reine Frauen-Filme gucken. Siehe Lee Israel. Außer es wird zu ökonomisch im Skript und stereotypisch wie sehr oft in amerikanischen Produktionen. Obschon Männer im Film derzeit eher Schweine sind die nur mit ihrem Schwanz denken. Männer sind in Frauenfilmen oft nur Deko und sehr Eindimensional gezeichnet. Und der eine Kerl im Film der recht freundlich tut ist Patient in der Klapse. Scheint was Tiefenpsychologsiches zu sein. Da werden alte Rechnungen beglichen.

Darüber habe ich eh schon ziemlich oft geschrieben. Wie auch über die Tatsache, dass sich die Würde des Menschen nicht in Produktionsfortschritten messen lässt, wie jene in der Industrie. Was auch der Grund ist warum Pfleger*innen so dürftig entlohnt werden. Der Arsch einer bedürftigen Person ohne Druckekzeme ist kein Gegenstand. Ist ein big Skandal. Wie folgender Vorgang. Im ORF war in der Sendung "Thema" gestern natürlich sehr viel Covid-19, wie Corona - Leben mit Einschränkung | Helden der Krise | Verlierer der Coronakrise | Rückzug statt Scheinwerferlicht: Promis in Isolation. Und bitte drehen sie mir keinen Strick. Wäre die Hauptdarstellende ein Kerl hätte ich mich genau so geärgert, wie ich über jenen Kerl verwundert war, der ein ganz wunderbares Verhältnis zu seinen Eltern haben soll. Der Mann heißt Emmanuel Tjeknavorian (24), ist einerseits von Beruf Geiger und anderseits auch noch Dirigent. Wohl der Extraklasse. Sonst würde über den Mann nicht in der Zeitung geschrieben. Toller Beruf, wenn halt nicht gerade Covid-19-Krise am Spielplan steht. Auf seiner Geige macht er im Home-Office derzeit eher Vertiefung von Werken. Vertiefung statt was Neues einüben, verschafft ihm derzeit mehr Befriedigung. Und mit Selbstisolation kennt er sich auch aus. Sicherlich. Natürlich wollte ich in Erfahrung bringen warum der Herr Geiger/Dirigent mit seinen Eltern so eng ist und von einer nahezu idealen Beziehung spricht. Der Grund. Sein Vater ist Dirigent und Komponist und seine Mutter Pianistin. Natürlich, brach ich sofort in schallendes Gelächter aus, mein Vater ist hauptberuflich der Goadfather, knochenhart, der jeden weiteren Kontakt verweigert sobald ich Gefühle entwickle wie ein normaler Mensch aus den inneren Distrikten der Idylle. Auf einer persönlichen Ebene macht der weiterhin Flink wie Windhund und hart wie einst der Stahl von Krupo. Gefühle hält der für unangebracht, so diese von seinem Zweitgeborenen in Anspruch genommen werden. Auch weil er über sich sagt keine Psyche zu haben. Was mich zur Einsicht zwingt. Zweiter Weltkrieg. Du unnötiges Hurenkind!! Verleidetes Balg eines angesoffenen Freiers!! Der Blitz soll euch beim Scheißen treffen und wenn`s geht auch Covid-19. Alles in einem Aufwasch. Ach ja die Frau Dr. Schurian schrieb heute in ihrer Kolumne in "Der Presse" wortwörtlich "Survival ot the Fittest". Ich hatte diese Zuschreibung schon Freitag am Start. Allerdings nicht in den Qualitätsmedien, sondern in einem Gratis-Blog, was dann Richtung "Tourette" ausfranste. Eben weil es auch an Qualitätsleser*innen mangelt. Wie auch immer. Meine Mutter ist nicht Pianistin. Die ist ganz sie selbst, weshalb sie mich in sich auslöschte, als ich noch ein kleiner Junge war. Lässt mich beim GF zurück. Da hätte sie mich ja gleich ertränken können. Mehr muss man nicht wissen.

Ist Hüben wie Drüben sicherlich nix Strukturelles feixte ich, warum der eine aufgeigt und dirigiert, während der andere auf der Müllkippe der Meinungsfreiheit abgeladen wurde, irgendwo in den zerfransten Rändern der Idylle. Im Thema kam dann ein Bericht über die Geschäftsführerin einer Werbeagentur. Werbeagenturen scheinen nur was für die besseren Zeiten zu sein. Die haben in der Krise keine Funktion. Also nicht in der Breite. Den Slogan "Anstand wahren - durch Abstand wahren" bringe sogar ich zusammen. Die Frau hockt aktuell in ihrer Bude, mit ihrem Ehemann, der ein sehr rundes Gesicht hat, einem kleinen Kind und zwei Katzen. Scheint aktuell dem Ideal sehr nahe zu kommen, wenn sich Kleinstbürgerliche ihr Leben derzeit ausmalen. Natürlich in den buntesten Farben, wie die der Wonnemonat Mai verspricht. Was mir naturgemäß ein Schmunzeln entlockte. Obschon diese Herrschaften, aus dem gehobenen Milieu, derzeit fast geschlossen in eine veritable Krise stürzen. Warum? Na weil sie ihr Klo auf einmal wieder selber putzen müssen. Die Info dazu habe ich aus dem aktuellen Spiegel. Und diese Werbe-Dame bloggt jetzt. Die hat jetzt ein schönes Quarantäne-Blog, wunderbar in Tagen gegliedert, extremst ansehnlich vom Layout, in wunderbaren Bildern gehalten, wie meines von fehlender Grammatik, extremst oft angeklickt und kommentiert. Ein Blog über eine Vorzeigequarantäne-Idylle zum Widerspiegeln. Natürlich stellte es mir da sofort die Zehennägel auf. Ich blogge auch und mache genauso Quarantäne. Sogar mit Layout. Grosso modo seit ich ein kleiner Junge war. Konkreter seit ich plemplem bin. Wo zuvor gelebtt wurde, schon auch recht intensiv, scheibe ich jetzt über ein Leben voller Leerstellen, vom kleinst bürgerlichen abgewickelt zack zack zack. Muss der ORF das Blog dieser blöden Vorzeige-Quarantäne-Kuh, entschuldigen sie bitte diese Entgleisung, jetzt auch noch extra bewerben. Noch dazu unentgeltlich und zur besten Sendezeit. Das ist ein big Skandal und wohl was Strukturelles echauffierte ich mich. Der Blitz soll deren Milieu sie wissen schon. Innerlich war ich knapp davor zum Flammenwerfer zu greifen. Auch weil Kausalität nicht zwangsläufig eine soziale Kategorie ist, muss dort wo viel Licht ist auch im Umkehrschluss entsprechend viel Schatten sein. Siehe Themenschwerpunkt Schattenwelt. Das ist eine üble Verschwörung brach es aus mir heraus. Ein einziger Skandal. Der Teufel scheißt tatsächlich auf den größten Haufen. Wer bitte soll ein Blog wie meines anklicken. Ich putz seit gut 40 Jahren Scheißhäuser. Zeitweilig sogar beruflich. Sogar in der größten Krise der Nachkriegszeit machen die Besseren unter den Herrschaften die Sache unter sich aus. Wie auch in echt, wo die sogenannten "Sytemerhalter*innen" mit Aufwandentschädigungen abgespeist werden die einem die Schuhe ausziehen. In der Sendung kam auch eine Lagerarbeiterin zu Wort. Die macht derzeit Doppelschichten und legt dabei bis zu 27 Kilometer zurück. "TÄGLIICH". Wenn es also den Tatsachen entspricht das Spitalsärzte, alle auch als *innen gedacht, Pfleger, Supermarktangestellte, Lagerarbeiter, Müllabfuhrbedienstete, Reinigungskräfte, Krankenschwestern, Bauern, Kraftwerksarbeiter, Paketboten, Erntehelfer, Polizisten, Lkw-Fahrer und 24-Stunden-Pflegerinnen, in einer schweren Krise nicht zu ersetzen sind, weswegen sie als "Systemrelevant" gelten, frage ich mich warum man denen in guten Zeiten nicht einen "Aufschlag zahlt, statt die zu beklatschen. Einzig Pilot*innen scheinen da fein raus zu sein.

Ende.

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