Freitag, 8. Dezember 2017
Weiterhin
Der Abschnitt gehört eigentlichen in den Text. Ich sagte zum Simba im gebrochenen Englisch, wie es sich für eine gebrochene Identiät ziemt, hinter der ein gebrochener Mensch lebt, denkt und erst recht spricht. Simba, sagte ich, wir sind zwei seltsame Gestalten. Du willst unbedingt hier her und weiß nicht wie und ich will unbedingt von hier weg und weiß nur warum. Trotzdem können wir nicht einfach unsere Identitäten tauschen. Hat der Simba herzhaft aufgelacht. Ich natürich auch. Das ist sicherlich guter Stoff für eine/n richtige/n Schrifststeller/rin. Offensichtlich sind Müllberge und versieftes Wasser schlimmer als das hier.
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Frauen haben sich ja den Begriff des Mansplaining erfunden, wenn Männer mal wieder zu gescheit (geschwollen) daherreden. Die Damen reden sich derzeit ein, das Männer das herablassende Sprechen ausnahmslos nur bei Frauen praktizieren. Die sprechen dann sofort von ungustiöser Machtausübung durch Klötenbeauftragte, als Teil der verinnerlichten misogynen Einstellungsmuster hierarchischer Geschlechterordnungen. Habe ich so von Wikipedia abgeschrieben. In der Schattenwelt redet naturgemäß niemand dermaßen geschwollen daher. Jetzt einmal ehrlich. Welche Frau aus der Unterschicht, deren Eltern höchstens einen Pflichtschulabschluss vorweisen können, und die jetzt beim Lesen 1960 Punkte hinter der unentspannten Grippe-Tante liegt, versteht so eine Sprache auf Anhieb? Wenn ich der Christine mit der Machtausübung durch Männer, als Teil der verinnerlichten misogynen Einstellungsmuster hierarchischer Geschlechterordnungen gekommen wäre, durch offensichtlicher Herablassung und krankhafter Besserwisserei, hätte die mich gleich mal gefragt ob ich einen Schnaps brauche oder extremst geil bin, weil ich so einen Schmarren daherrede. Die Christine hätte gesagt, komm Schizophrenist, jetzt fickst du mich mal schön und immer feste drauf auf die Pitschetten (Vagina), Bitch-Stätten wäre auch eine legitime Schreibweise, und deinem Hirn geht`s wieder besser. Nirgendwo in der Schattenwelt wird so geredet. Das Time Magazin hat gerade die Frauen von #Metoo zu Personen des Jahres gekürt. Gibt nix auszusetzen daran. #Metoo ist ganz unzweifelhaft eine wichtige Kampagne. Grauenhaft wie es Abseits der politischen Korrektheit um die Verhältnisse zwischen den Menschen und Geschlechtern tatsächlich bestellt ist. Wir sind ja viel mehr Sodom und Gomorra, Mord und Totschlag, Verderbnis und Untergang, sexuelle Unterwerfung und Erniedrigung als es den Anschein hat, den wir verbreiten wie ein Tiefdruckgebiet dunkle Wolken. Dabei macht sich die ganze Welt auf zu uns. Keine Ahnung was die in uns sehen. Vor lauter Not sind die ziemlich betriebslind. Im Grunde wissen die nix über uns, nicht das Geringste, das nur halbwegs der Realität entspricht. Letzten Samstag habe ich mal wieder mit dem Simba aus Nigeria geplaudert. Vielleicht sollte ich den Simba mal nach seinem richtigen Namen fragen, bevor ihn der neue Heimtatminister Strache von der FPÖ aus dem Land schmeißen wird. Da kommt ein Mensch von weit her, der sogar eine ganz andere Hautfarbe hat und ich mache mir nicht eimal die Mühe ihn nach seinen Namen zu fragen. Halten sie mich jetzt bitte nicht für einen unverbesserlichen Rassisten. Mich hat der Simba auch noch nicht nach meinen Namen gefragt. Dabei hat er meine Telefonnummer falls es mal ganz übel wird. Ich kann den Simba nicht zu sehr vermenschlichen, wo ich ihn in seiner Not sowieso alleine stehen lasse. Der Simba ist ja kein Jude unter den Nazis. Sie verstehen sicherlich was ich sagen möchte. Der steigt einfach in einen Flieger und lebt sein Leben in Nigeria weiter. Nigeria ist nicht das Ende der Welt. Wenigstens spiele ich nicht mit gezinkten Karten. Andauend lachen ihn in die Menschen an, wenn er vorm Hofer den Augustin verkauft. Das die allesamt aus dem linksliberalen Millieu stammen, halten ich nicht für sehr wahrscheinlich. Den Simba artig ins Gesicht lachen und über Bande dann die FPÖ wählen. Eine Petition hat auch noch niemand eingereicht. Ich habe den Simba schon gesagt dass sie ihn wieder ausweisen werden. Darauf soll er sich vorbereiten. Der Simba vertraut in dieser Frage ganz auf seinen Gott das alles gut wird. Scheiße der war schon in Auschwitz auf Urlaub. Warum soll der jetzt auf einmal in die Vollen gehen und über den Simba seine schützende Hand halten. Aus dem Irak hat sich ein richtiger Exodus an Christen ereignet und in Ägypten erschießt man aud Christen wie hier auf Wild oder Tontauben ohne das Gott sich bei der österreichischen Arbieterkammer beschwert. Ich halte mich nur an die Genfer Flüchtlingskonvention und an die europäischen Menschenrechtskovention. Und nach deren Schreibweise hat er kein Recht in Österreich auf Aufenthalt. Asyl gleich gar nicht. Dabei sind die europäischen Menschenrechtskonventionen schon säkularisierte Göttlichkeit. Sagen wir zu 50%. Hab ich den Simba gefragt was ihm gut in diesem Land gefällt, wo er doch schon einige Zeit hier lebt. Ohne lange nachzudenken sagte er das der Müll immer abgeholt wird und dass des Wasser so sauber ist. Das sind ja die eigentlichen Gründe warum die Menschen hier bleiben wollen, die großartige Infrastruktur. Hier holt die Müllabfuhr auch den Müll von armen Menschen regelmäßig und das Wasser in der Leitung kann auch ein unterprivilegierter Mensch saufen. Also extra wegen uns und unsere Herzlichkeit kommen die Menschen nicht hierher. Was ich auch verstehen kann, wo wir doch ziemlich verwahrlost sind, abseits von Müll, sauberen Wasser und der politischen Korrektheit, die wir vor uns her tragen wie die Ministranten den Weihrauch. Dick ist die Schneeauflage des zivilisatorischen Fortschritts nicht, wenn man sich mal die technischen Errungenschaften wegdenkt, wo doch Frauen das Titelblatt des Time Magzin zieren, die alle Schwänze lutschen mussten für ein besseres Leben. Gibt aber Frauen die lutschen viel mehr Schwänze, natürich und nix wird besser. Die bekommen dann keinen Oscar und ganz viel Raum für ihre Traumata. Auf unseren Theaterbühnen wird ja andauend nur Grauenhaftes aufgeführt. Dort wird andauernd wer übervorteilt, ausgeschlossen oder gleich ganz erschlagen. Dabei ist das alles nur geschauspielt. #Metoo ist aber echt. Erschreckend was Macht aus Menschen macht. Gibt niemanden den Macht nicht verunstaltet. Noch erschreckender ist natürlich was Ohnmacht aus Menschen macht. Die gehen gleich noch viel krummer daher als die Mächtigen. TäterInnen geht es ja in der Regel bestens. Die erinnern sich ja zu meist ganz anders als ihre Opfer. In der Erinnerung von TäterInnen stimmt alles wie in einer geschmackvoll eingerichteten Wohnung, während es in den Hirnen von Opfern manchmal aussieht wie in Wohnungen von Messies. Da gibt es oft nur einen schmalen Gang, sonst steht überall Gefühlskrempel herum. Durch das brechen ihres Schweigens wie einst der Herr Pfarrer den genetischen Leib Anas, hätten diese Frauen in kürzester Zeit eine kulturelle Revolution ausgelöst. Auch das mag stimmen. Nur bezweifle ich stark das von dieser Revolution wirklich viel zu jenen Frauen durchsickert, die derzeit beim Lesen 1960 Punkte hinter der unentspannten Grippe-Tante zurückliegen. Das sind ja gleich mal ein paar Tausend. Es wurden ja nur die zehnjährigen abgefragt. Was glauben sie wie groß dieser Abstand dann erst bei den 14jährigen ist. Weiter oben in der Nahrungskette machen die Damen derzeit Meter um Meter gut. Da geht wirklich was weiter. Was natürlich nur zu begrüßen ist, auch wenn ich als Schattenweltmann davon nicht groß profitiere. Ganz im Gegenteil. Ich habe überhaupt nix davon, wenn ich einer Lichtweltfrau, die Meter um Meter gut macht im Rennen um die besseren Plätze, im öffentlichen Raum nicht einmal mehr mit blöden/anzüglichen Sprüchen oder Blicken kommen darf. Dabei sind blöde Sprüche und Blicke alles was ich habe. Das ist aber nicht einzig meine Schuld, dass mich Lichtweltfrauen am Pannenstreifen des Lebens stehen ausssetzen. Die könnten doch auch dort herumsitzen und den Fahrenden zuwinken, falls sie mal eine Pause einlegen. Machen die aber nicht. Die machen lieber Überholspur ohne mir auch nur eines Blickes zu würdigen. Mit Würde läuft da gar nix. Jetzt gilt Karriere statt Bein. Meine Würde habe ich in deren Augen selbst verspielt. Niemand hat mich gezwungen beim Lesen 1960 Punkte hinter der unentspannten Grippe-Tante. Gut ich bin ein schlechtes Beispiel. Wenn man die Leseleistung 10jährige aufs Leben von Erwachsenen umlegt, dann wird der Abstand zwischen den Frauen die es gefühlt aufs Cover vom Time Magazin schaffen und jenen die sich beim sinnstiftenden Leben ziemlich schwer tun, immer größer und größer. Das liegt in der Natur der Sache. Bildung folgt dem Mooreschen Gesetz. So wie ich die Sachlage einschätze, werden Time Magazin Gesichts-Frauen, namenlose Gesichts-Frauen die nicht so sinnerfüllend leben können, irgendwann zu sich ins Haus einladen, aber nicht um gemeinsam zu feiern, sondern um deren Klomuscheln zu putzen.

Natürlich auch unterm Rand damit den Time-Magazin-Frauen ausreichend Zeit für die Familie, etwaige Hobbys und weitere Leidenschaften bleibt. Stichwort Quality time. Den Begriff haben wir aus dem Mutterland des Raubtierkapitalismus importiert wie einen Rohstoff. Quality Time beschreibt die amerikanische Soziologin Arlie Russell Hochschild folgend: „Dem Konzept der Quality Time liegt die Annahme zugrunde, dass sich die Zeit, die wir Beziehungen widmen, irgendwie von der gewöhnlichen Zeit trennen lässt. Natürlich gehen Beziehungen auch während der Quantity Time weiter, aber dann sind wir nur passiv bei unseren Gefühlsbindungen und betreiben sie nicht aktiv, gezielt und nicht von ganzen Herzen“ (Wikipedia). Wenigstens geht von Time-Magazin-Frauen dann keine Gefahr von sexuellen Übergriffen aus, wenn die gesichtslosen Frauen gerade unterm Rand machen und dabei den Arsch raus strecken. Dass eine Times-Magazin-Frau zu ihrer Putzfrau sagt, so jetzt machen sie mal bitte den Schwanz meines Mannes, aber auch unterm Rand, der braucht auch seine Quality time, halte ich nicht für sehr wahrscheinlich. Das wird dem Arbeitsklima gut bekommen, wenn Time-Magazin-Frauen, die Meter um Meter im Machtausübungsspektakel gut machen, gesichtslosen Frauen dann den Mindestlohn zahlen. Ist ja heute fast überall der Fall oder denken sie die Frau die gerade jetzt mein Stiegenhaus putzt wird besser entlohnt für ihre Tätigkeit. Ich würde mein Schaußhaus niemals von jemand anderen putzen lassen. Das lässt sich mit meiner Vorstellung von Menschenwürde nicht vereinbaren. Entweder ich putzte mein Scheißhaus selber oder ich drück dafür einen Stundenlohn wie in Top-Anwälte verlangen. Abstauben und saugen ist was anderes. Time Magazin Cover-Frauen machen wenigstens nicht wie der Dominique Strauss-Kahn. Vielleicht können sie sich noch dunkel an den Mann erinnern. Der wollte mal franzöischer Präsident werden. Da sollte das Zimmermädchen angeblich auch unterm Rand vom Dominique seinem Stängel machen. Wobei die Schuld des Herrn Strauss-Kahn in dieser Sache niemals bewiesen wurde. Strafrechtlich blieb da nix hängen. Zivilrechtlich einigten sich die beiden Parteien ja mittels Stillschweigen und einer recht ansehnlichen Summe. Nehme ich mal stark an. Vielleicht war der Zeitpunkt 2011 noch nicht passend. Aber mit einem Zimmermädchen aus Guinea erklärten sich die #Metoo-Frauen Hollywoods nicht solidarisch. Dabei gab es Twitter auch schon 2011. Getwittert wird seit 2006. Auch 2011 hätte eine Hollywood-Frau #Metoo machen können. Geschah aber nicht. Vielleicht fühlten sich die Hollywood-Frauen von einer Frau aus Guinea, die in einem Hotel in New York putzte, nur unzureichend repräsentiert oder der Harvey war gerade auf Urlaub. Was weiß man. Was sagt uns das außer das meine Theorie nicht völlig aus der Luft gegriffen ist. Ich will mich jetzt nicht unnötig aufblasen aber Strauss-Kahn 2011 und #Metoo kriegen sie jetzt nur bei mir. Noch dazu völlig gratis. Ehrlich gesagt gehen mir diese ganzen Lichtwelt-Tussen auf den Titelseiten des Lebens schon ziemlich auf den Geist. Die haben ja nicht die blasseste Ahnung von den Leiden und Entbehrungen einer Unterschichtsfrau, wie der Christine, die im Leben 19600 Punkte hinter der Grippe-Tante zurückliegt und zweitweise das Scheißhaus einer Qualitiy-Time Tusse putzte. Der Chefe des Hauses, ein Anwalt, wollte sie bei den Stunden sogar drücken. Konnte die Christine gar nix machen weil sie schwarz putzte. Scheiße was ich auf 180. Bin ich heute noch wenn ich drüber nachdenke. Frauen heiraten mitunter Arschlöcher. Das ist wirklich sagen sagenhaft. Im Sport spricht man dann vom abgeschlagenen Feld. Im Lotto ist wieder Jackpot. Werde ich wieder mitmachen und Deppen-Steuer zahlen. Ich spiele ja Lotto einzig weil ich der Christine einst versprochen habe, wenn ich mal zu Geld komme, dann bekommt sie ein fettes Bündel, so dass sie den ganzen Tag von der Glotze sitzen und Teleshopping machen kann. Wird wohl nix mehr in diesem Leben befürchte ich. Wieder einmal gescheitert. Wenigstens hat sie bei mir niemals unterm Rand gemacht. Na ja. Unterm Stängel schon. Aber das war einzig auf ihrem Mist gewachsen. Ich kann doch auch nix dafür dass ich recht knackig aussah. Ärmel und nur sehr wenig Bauchfett ist ja typisch Unterschichtsmann. Blicke und Sprüche natürlich auch. Hochbegabt ist ja kaum einer von uns. Und wenn dann einer weit über Schnitt ist erfährt die Welt in der Regel nix davon. Die Christine kannte mich über 10 Jahre und wusste auch nach 10 Jahren nicht dass ich schreibe. Die dachte ich spinn a bisserl, zocke und ficke Huren. Was konnte sie sich über Huren aufregen. Sie hat dann immer ihr Aussehen in die Schlacht geworfen. Logisch dass sie diese Schlacht verloren hat.

Im Mutterland des Rauptierkapitalismus gibt es offensichtlich Menschen, die entsprechend viel Qualität für Quality time haben, und jene denen es eindeutig an Qualität mangelt. Die haben dann auch keine Zeit. Frauen ohne groß Qualität, machen dann 2 bis 3 Jobs am Tag, wohnen mit ihren Kindern in Motels, Trailerparks, Wohnmobilen, Zelten oder Autos und machen bei Frauen mit ganz viel Qualität auch unterm Rand der Zeit. Hoffentlich nicht von ganzen Herzen. Machen die mit zu wenig Qualität einmal unterm Rand und von ganzen Herzen, ist natürlich Hopfen und Malz verloren. An eine Revolution ist dann nicht mehr zu denken. Nicht von unten. Höchstens noch an eine von oben, durch Qualitäts-Frauen vom Cover des Time-Magazins. Die kaufen sich dann aus Mitleid mit den Klofrauen nur noch Putz-Roboter, die dann an deren statt unterm Rand der Zeit machen. Was keine einfache Sache wird. Versuch einem Roboter mal beizubringen dass er auch unterm Rand machen muss. Bevor der unterm Rand kann, schön mit der Bürste und dann auch a bisserl nachpolieren und Dufsteine, wie ich am Sonntag, löst der Blechtrottel 3.0 eher das Rätsel der schwarzen Löcher oder ein paar extremst komplizierte Rechenaufgaben, damit ein Mensch mit richtig viel Qualität einen weiteren Bitcoin generieren kann, der dann schon 2,5 Mrd. Euro wert sein wird. Geld ist nun mal Zeit. Mit Geld kann man sich viel Zeit kaufen die auch Qualität hat. Die Anzahl der Bitcoins ist ja begrenzt. Hinten hinaus werden die ja ziemlich schwer zum Generieren sein. Als qualitativ minderwertiger Mensch, wie auch ich einer bin, der schon beim Lesen mit 1960 Punkte gegenüber der unentspannten Grippeimpfung-Tante im Hintertreffen liegt, Grippe-Tante klingt ja so als ob die ansteckend ist, dabei war die überhaupt nicht ansteckend, kannste dann mit deinen rudimentären Mathematikkenntnissen höchstens noch unterm Rand vom Rechner machen und a bisserl den Staub aus der Halle raus wischen, in der die Rechner stehen, die dann über dein Leben bestimmen, wenn sie mal nicht Bitcoin sondern Big-Data miteinander verknüpfen. Hauptsache ein B steht vorne. Brutal. So eine Hochleistungsrechenmaschinen-Anlage, die auch noch bei den allerletzen Bitcoins mitrechnet, benötigt dann sehr viel Strom. Die frisst dann so viel Strom, dass jene die ganz arm an Bitcoins sind, nur noch 3 Stunden Strom am Tag haben werden, wie derzeit im Gazastreifen. Da steppt eh wieder der Bär. Auf die in Nahen Osten ist immer Verlass. Die bestärken einen immer im Glauben dass wir Menschen extrem gut im Untergang sind. Kaum etwas können wir besser. Nach denen kannst du deinen Uhr stellen. Jetzt habe ich aber mal wieder entschieden das Thema verfehlt dass ich nicht habe. Eigentlich bin ich auf den Weg vom DM zum Hofer. Bin ich wieder einmal unvermittelt stehen geblieben. Als Gratis-Blogger muss man ja alle Lesererwartungen gezielt unterwandern. Nur so kann man einigermaßen unbeschadet weiterschreiben. Ka Spaß. Sobald jemand in den Kommentarblog schreibt dass er gespannt ist wie es im Text weitergeht, muss man seinen eigenen Text auch schon sturmreif ballern. Gefallen geht als Gratis-Blogger gar nicht. In diese Falle darf man als Gratis-Blogger niemals gehen. Besser man beschimpft hin und wieder seine treuesten Leser, die wirklich was von einen halten, bevor man versucht zu gefallen. Gefallen ist der Untergang des Gratis-Bloggens. Texte mit durchgehend viel Lärm um ein einziges Thema, wohl strukturiert, grammatikalisch extremst hochpreisig und inhaltlich formidabel ausformuliert, gibt es nur gegen Bezahlung. Mit Bloggen bin ich meinem Traum von einem Balkon mit Meerblick ja noch keinen Schritt näher gekommen. Nicht einen einzigen. Die Diagnose „schizoaffektive Psychose“ war da viel effektiver. Diese Diagnose hat mich wenigstens in den Zustand versetzt, dass ich in Ruhe am Fenster stehend an einen Balkon mit Meerblick denken kann. Das muss man sich einmal vorstellen dass mich das jahrelange bloggen nicht einen Millimeter näher an den Balkon mit Meerblick herangeführt hat. Dabei haben wir hier in Österreich ganz viel Erfahrungen mit Führung. Mir fällt dazu nur ein Wort ein. GRAUENHAFT. Vertikal wie horizontal. Da stellt sich natürlich die Sinnfrage. Nur wirft mein Leben nach gesellschaftlichen Kriterien abseits vom Bloggen gleich noch viel weniger Ertrag ab. Von Quality time keine Spur. Familie, Hobbys oder andere Interessen habe ich nicht. Außer vielleicht . Da kann man sich bloggend schon einige Ausfälle zumuten. Was die gesellschaftlichen Erwartungen betrifft liege ich derzeit mit gut 19600 Punkten im Hintertreffen. Woher ich das weiß. Gestern war ich in der Apotheke eine elastische Binde kaufen. Hatte ich mit der Frau Apothekerin recht eine nette Konversation, weil meine Bestellung so simpel war. Die fragte 3-Mal nach ob ich wirklich nur eine stink normale elastische Binde kaufen wollte, völlig ohne Schnickschnack. So aufgeblasen wie wir in unserem Gehabe sind, ist ganz simpel nicht mehr der naheliegendste Gedanke. Am Naheliegendsten ist bei uns kompliziert und extravagant. Undenkbar das wir genau so einen Spaß hätten, wenn ich an der Schizo-Tabs-Front voll zulange. In 20 Jahren hatte ich da noch nie ein nettes Gespräch. Wenn ich nur so komme doch sehr oft. Menschen von hier geht es ja nicht mehr darum dass der Müll pünktlich abgeholt wird oder dass man Wasser aus der Leitung einfach so saufen kann. Die nehmen diese Form des Gelingens kaum noch wahr. Die wollen viel höher hinaus. Denen geht es nur noch ums private Lebensglück. Die wollen glücklich sein. Erfolgreich natürlich auch, aber fast noch lieber glücklich. Gesund ist auch wichtig. Aber am liebsten glücklich. Glück hat oberste Priorität. Glück und Selbstverwirklichung. Keine Ahnung was das genau ist. Das Selbst ist ja nur so ganz wirkich wie ein Klappstuhl.
Letztens habe ich einen Text über das Glück und das Gelingen im Leben gelesen. Da fiel mir auf das wir nicht ganz genau sagen können wann ein Leben tatsächlich gelungen ist. Das Gelingen hat viele Ausprägungen. Sogar im Gelingen bleiben Leerstellen. Jedoch weiß jeder sofort wann ein Leben misslingt. Das geht razz fazz, schon wissen das die Leute. Mit Glück im Leben habe ich nix am Hut. Dabei hatte ich im Leben jede Menge Schwein. Es kommt einem Wunder gleich dass ich die Zwanziger überlebt habe. So jetzt gleite ich aber völlig ab, trage zu dick auf und mache aus meinen Scheitern eine Heldengeschichte. Zurück zum DM und zum Mansplaining. Zumindest auf halben Wege.

Der Goadfather und ich saßen da mit zwei Herren in den mittleren Jahren am Tisch. Einer der beiden ging mir schon nach ein paar Minuten schwer auf die Nerven.

Korrektur und weiters ein anderes Mal.

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Mittwoch, 6. Dezember 2017
Noch immer
Morgen ist ja Maria-Empfängnis. Heute so beim Lesen dachte ich mir. Schade das es diese Form von Empfängnis nicht bei modernen Frauen gibt, die sich im Hochleistungssegment welcher Art auch immer, ihre Brötchen teuer verdienen und vor lauter Schiss an der Gebärfront völlig unbedacht zu bleiben, aus welchen Gründen auch immer, ihre Eier in weiser Voraussicht einfrieren lassen. Hinten hinaus schrumpeln die ja a bisserl. Am 8. 12 empfangen, durch welches Verfahren auch immer, und am 24. des selben Monats gebären, da würde beim Gebären wirklich was weitergehen, wenn diese Frauen allein mit Überstundenabbau ein Kind in die Welt setzen könnten. Weihnachten wäre dann tatsächlich ein Fest der Freude. Statt Gutscheinmünzen liegen dann richtige Babys unterm Christbaum. Das wäre auch was für Kurzentschlossene. Noch heutigen Gesichtspunkten betrachtet, ich sehe da drei Punkte, sind 9 Monate fast a bisserl frauenfeindlich. Von 8-24 hingegen wäre ideal. Sie können meinen Vorschlag ruhig kommentieren.

So richtig bibelfest bin ich ja nicht. Wurde die Maria eigentlich gefragt was sie davon hält jetzt vom 8. bis zum 24. oder doch vom Heiligen Geist, der ja im Grunde nur aus Vater und Sohn bestehen kann. Nicht dass die jetzt im Himmel auch noch #Metoo machen muss. Da kommste als Mann oben an und das erste was du zu sehen bekommst ist ein #Metoo-Plakat. Eigentlich besteht da grober Inzuchtverdacht, wenn nicht sogar Schlimmeres. Genaugenommen bringt da ein Mann sich selbst zur Welt. Das schaut schon sehr nach männlicher Allmachtsphantasie aus. Auf so etwas musst als Schreiber ja einmal kommen.
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So weiter geschrieben. Aber erwarten sie nicht zu viel. Ich bin in friedlicher Stimmung.

In meinem Tagesablauf erinnere ich zuweilen an alte Menschen, deren Tageshighlight neben dem Lieblingsfernsehprogramm der Einkauf im Supermarkt ist. Falls die noch so halbwegs hatschen können. A bisserl unterscheide ich mich von den richtig alten Menschen schon noch. Mein tägliches Highlight ist eindeutig die Glotze und nicht der Einkauf. Klicks und Kommentare sind natürlich auch schön. Nur schreiben ist Widerstand, gegen innere Unzulänglichkeiten und äußere Bedingtheiten, auf die ich so ungefähr so viel Einfluss habe, wie als Kind auf das Tun und Wirken der Um2. Wie sie vielleicht wissen bin ich ein Meister der Ohnmacht. Weil ich gerade beim Kind bin. Österreich ist für bildungsferne Menschen mit Kinder einfach nicht gedacht. Für bildungsferne Menschen mit Kinder ist Österreich der Untergang. Bildungsferne Eltern sollten Österreich unbedingt meiden und in ein anderes Land ziehen. Vertrauen sie dem Schizophrenisten und ziehen sie woanders hin, falls ihnen das Wohl ihrer Kinder wirklich am Herzen liegt und sie nur einen Pflichtschulabschluss haben. Die Ergebnisse vom Pirls-Lesetest wurden veröffentlicht. Österreichs 10jährige Kinder landeten beim Test an 25. Stelle, einen Platz vor Deutschland. Immerhin haben wir das Niveau von 2006 gehalten. Ganz vorne Russland, Singapur und Hongkong. Geht es ums Lernen sind Asiaten immer ganz vorne zu finden. Extremst leistungsbewusst diese Asiaten. In den USA werden asiatisch-stämmige Eltern in Filmen schon heftig durch den Kakao gezogen, weil die gar so leistungsbesessen sind. Vielleicht wollten die so mangelndes Aussehen ausgleichen. Die haben da was Tiefenpsychologisches am laufen. Jetzt mal ehrlich. So ein Durchschnitt-Hardcore-Asiate sieht ja nicht gerade chick aus. Egal wie gescheit und gebildet Asiaten auch sein mögen und wie ausgeprägt ihr Wille auc sein mag nach der Weltherrschaft zu streben wie China. Bei mir in der Bronx eröffnen die trotzdem nix als Fressbuden und ein Puff. Die Bildung der Eltern spielt in Österreich noch immer eine zentrale Rolle. Den größten Bildungsunterschied macht in Österreich der Bildungshintergrund der Eltern aus. Zwischen den Leseleistungen von Akademikerkindern und Kinder deren Eltern höchstens einen Pflichtschulabschluss haben, liegen in Österreich 96 Punkte Unterschied. Schon bei Volksschülern sind das drei bis vier Lernjahre. Ka Spaß. Ein Lernjahr wird ungefähr mit 25 bis 30 Punkten beziffert. Unterprivilegierte Eltern die nur einen Pflichtschulabschluss haben sollten Österreich tunlichst meiden und es woanders versuchen. Außer die wollen sowieso nur Mindestsicherung machen und sonst noch a bisserl über Bande. Gibt Länder da ist der Unterschied zwischen diesen beiden Milieus nicht ganz so exorbitant. Schauderhaft ist das. Vor zehn Jahren lag der Unterschied zwischen den beiden Milieus noch bei 79 Punkten. Das erklärt auch zum Teil die Kluft zwischen der Tante bei der Grippeimpfung und mir. Ich hielt die für total überspannt, selbstbesoffen und extrem aufgeblasen. Dabei ist die mir beim Lesen nur um mindestens 96 Punkte voraus. Die Dame unterrichte ja an einem Gymnasium und ihr elfjähriger Sohn ging im achten Bezirk zur Schule, obschon sie im zweiten Bezirk wohnt. Deswegen war das überhaupt keine Polemik als ich schreibend festhielt, dass ihr Sohn niemals mit den Mongo-Kindern in der Bronx die Schulbank drücken wird. Der lebt in ganz anderen Weltzusammenhängen mit seinen 96 Punkten Vorsprung, so wie ich mit meinen 96 Punkten Rückstand auf seine Mami, in ganz anderen Weltzusammenhängen lebe. Österreich ist für gewisse Menschen einfach der falsche Ort zum Leben. Ich weiß wovon ich spreche. Wer hier aus einer bildungsfernen Schicht kommt wird schon als Kind zum Unglück gezwungen, wenn schon 10jährige Kinder hier, den besser Gestellten in ihrer Lesekompetenz drei bis vier Jahre hinterherhinken. Überlegen sie mal. Drei bis vier Jahre liegen die in der Lesekompetenz zurück. In Zahlen sind das ungefähr 4000 Kinder. 4000 Kinder aus der Unterschicht sind mit Zehn auf dem Level von 6-7järhigen Akademikerkinder. Zusammen haben die einen Rückstand von eine 3000-4000 Jahren. Zusammen leben die in der Zeit vom Ötzi. Da fragt man sich wie weit die dann erst nach dem Ende der Pflichtschulzeit zurückliegen. Im Grunde ist da Hopfen und Malz verloren. Die Wahrscheinlichkeit dass diese Kinder, die in einer Welt Fern der Bildung aufwachsen, in Mathematik wesentlich näher an Akademiker-Kinder dran sind, halte ich nicht für sehr wahrscheinlich. Wobei beim Abziehen und Dealen muss man schon rechnen können. Mit zehn Jahren, also in einem Alter wo das menschliche Hirn erst an seinen Anfängen steht, sind diese Kindern schon am Ende ihrer geistigen Möglichkeiten angekommen. Ich kenne das. Irgenwann stellt das Hirn dann seinen Betrieb ein. 4000 Kinder, die im Wettrennen um die besseren Plätze in der Gesellschaft schon so weit zurück liegen, dass sie wie in einem Radrennen vom Besenwagen eingesammelt werden. Um später gegebenfalls a bisserl näher ans bildungsaffinen Milieu heran zu rücken müssten diese Kinder schon ziemlich viel graue Masse haben. Ich weiß wovon ich spreche. In der Schattenwelt gehöre ich zu den Hochintelligenten. Bitte verwechseln sie das jetzt nicht mit Lichtwelt-Intelligenz. Bei mir sind das nur die Gene, das der Abstand im Lesen zur unentspannten Lichtwelttante bei der Grippeimpfung, nicht von 96 Punkten auf 960 Punkten angewachsen ist. Durchaus denkbar das ich genetisch klüger bin als die. Nur machen die Gene beim Denken höchstens 50% aus. Bei den anderen 50% wie soziales Umfeld etc., die genaugenommen viel wichtger sind, hat mich die unentspannte Grippe-Tante locker um ein paar Hundert Punkte abgehängt. So bin ich höchstens auf dem Stand vom Sokrates. So wie der Sokrates wusste das er nix wusste, weiß ich ganz genau dass ich nix kann. Muss ich jetzt extra dazu schreiben das ich Schmäh führe und sie und mich natürlich auch a bisserl veralbere oder geht`s auch so?

Wo war ich. Ach ja beim unentspannten Einkaufen. Einkaufen ist Schizo-Land. Einkaufen ist eindeutig Wortmacher und Bildmacherin-Territorium. Da gehe nicht so gerne hin. Ich hoffe sie sind einverstanden, wenn ich in dieser Angelegenheit nicht immer genau ins Detail gehe. Grob über den Daumen kann ich festhalten. Seit dem Jungen, den ich im Sommer auf der Donauinsel den halben Kopf weggeschossen habe, ist an Wort und Bildwelten nix Grauslicheres mehr nachgekommen. Darüber bin ich heute noch entsetzt. Die Donauinsel ist an sich mein Revier. Dort entscheide an sich ich was gedacht und gefühlt wird. Reihenweise sind mir seitdem die Leute weggestorben. Ich mir natürlich auch. Jedoch am akut Grauslichen hatte ich seit dem Jungen nix mehr zuzusetzen. Heute habe ich beim Einkaufen den Goadfather auf die Gleise gestoßen. Zu meiner Verteidigung möchte ich aber anmerken, dass ich den Goadfather am Sonntag wieder wohlbehalten am Bahnhof abgeliefert habe. Jetzt ist Mittwoch. Da kann man schon mal oder nicht. Diese Woche haben wir ja Themenschwerpunkt das Grauen in allen nur erdenklichen Ausprägungen und Schattierungen, wie 96 Punkte Rückstand beim Lesen oder unentspannte Grippe-Tanten, der ich niemals den Kopf wegschießen würde. Ich würde lieber ihr Konto plündern. Dazu komme ich noch. In Mathematik liege ich gleich noch viel weiter hinter der unentspannten Tanten von der Grippeimpfung zurück. Die veranstaltete ja einen ziemlichen Tamtam da ihr Sohn nicht pünktlich zum Impfen erschien. Das nicht anwesende Akademiker-Kind nahm extrem viel Raum ein. Alle um sie herum, ich natürlich auch, machten dann nur ihren abwesenden Jungen, der zu spät zum Impfen kam. Typisches Wohlstandstussen-Gehabe. Aufgeblasen wie ein Ballon. Ganz im Gegensatz zum elfjährigen afghanischen Jungen, der sich auf österreichischen Grund und Boden das Leben genommen hatte. Der nahm keinen Raum ein beim Impfen. Weder in Wort noch in Bild. Sie können getrost davon ausgehen dass der Selbstmord des Jungen über Bande mit den 96 Punkten Rückstand beim Lesen korreliert. Dabei wurden außerordentliche Schüler, die nicht ausreichend Deutsch sprechen, gar nicht erst getestet. Nicht dass sie mir jetzt in unerträglicher Düsternis versinken. Hin und wieder hat das Grauen auch seine guten Seiten. Vor über einem Jahr ist dem Goadfather auf einem Auge die Netzhaut geplatzt. Da sieht es nur noch Umrisse, extremst grobschlächtig und die auch nur grau verschleiert. Am anderen Auge, auf dem er noch recht gut sieht, ist er ein Hochrisiko-Patient. Haben wir uns wieder mal darüber unterhalten wie es ihm damit geht und wie er mit der Angst klar kommt. Seit die eine Netzhaut weg ist schreibe ich jede Woche ein Mail. Theme: Die guten Geister am Leben halten. Daran können sie sehen. Ich bin kein destruktiver Mensch. Das Grauen kommt einfach so über mich so wie über andere die Erleuchtung. Der Goadfather pflegt dann zu sagen. „Ich habe schon mehr gelacht“. Um ihn nicht ganz allein mit dem Scheiß, Alter, Krankheit und Verfall sitzen zu lassen, habe ich ihm so zum Aufheitern ein paar Schizo-Interna gesteckt. Auch meinen Running-Gang mit dem kleinen Jungen. Bitte verwechseln sie den Jungen mit dem halben Kopf nicht mit dem Scheißhausdämon, der ja noch immer die Sachen vom toten Jungen vom Strand aufträgt. Natürlich habe ich den Scheißhausdämon vom elfjährigen Jungen erzählt, in der Hoffnung das der dann auch aus dem Fenster springt und ich ihn endlich los bin. Hat der mich natürlich sofort durchschaut, und gleich mal der zerschossenen Leiche die er vor sich her kickt die Hüfte ausgekugelt. Hüfte auskuglen ist ganz neu. In der Nacht ist er dann wieder mal im Pinguinstyle vor meinem Bett gestanden und hat mir seine aufgemalten Titten gezeigt. Heiraten dürfte ich denn in Österreich jetzt auch. Der VfGH hat in Österreich die Ehe für Homosexuelle geöffnet . In dieser Welt ist alles besser als heterosexuell-unterpriviligiert und männlich. Alles ziehen an mir vorbei. Halber Kopf bzw. Sachen vom toten Jungen müssen sie bitte getrennt oder gesondert betrachten. Der Junge mit dem halben Kopf kam gut an beim Goadfather. Hat der Goadfather kurz aufgesehen, so wie er bei Kaffee und Tee kurz aufsah, als ich ihm von der Dialyse des Herrn M. erzählte. 3-mal in der Woche zur Dialyse, drohende Blindheit, ein kleiner Junge dem der halbe Kopf fehlt. Im Grauen hatten wir eindeutig unsere intimsten und besten Momente. Im Grauen kamen wir uns näher. Erst seit der Goadfather selber schwer angeschlagen ist, lässt er mich nicht mehr ganz allein mit meiner Schizo-Sache sitzen. Gut beim Scheitern macht er weiterhin keine Abstriche, aber bei der Schizo-Sache ist er wesentlich altersmilder und zugänglicher geworden. Wenn jetzt die Um2 behaupten würde, geh der spielt das doch nur vor, würde er schon Einspruch erheben. Erst seit er selber schwer auf der Kippe steht kann er bei mir hinzuhören. Ist ein weltweites Phänomen dass Menschen erst in der Katastrophe zu einander finden. Danach fragen kann er natürlich nicht. Den Jungen musste ich ihm ehrlich gesagt schon mehr aufdrängen. Wobei ich den eher gezielt einsetzte um ihn nicht allein in seiner Not zurück zu lassen. Abseits vom Grauen können wir uns nicht so gut annähern. Das passt einfach nicht. Da liegt zu viel Zeit und Familiengeschichte zwischen uns. Mir ist der Goadfather auch eine Spur zu deutsch. Ich sage das nicht gerne. Der Goadfather versteht nicht dass ich zu 50% zur Minderheit der Kärntner Slowenen gehöre. Meine leibliche Mutter und deren Vorfahren sind Windische, Angehörige einer anerkannten Sprachminderheit. Der Goadfather hingegen ist ein typischer Deutsch-Kärntner. Ich nicht. Ich bin unzweifelhaft ein halber Windischer. Leider ohne Muttersprache. Mich hat man als Kind mit Zwang eingedeutscht. Nur dort wo es keine Muttersprache gibt, gibt es auch kein Heimatland. Menschen wie ich machen dann irgenwann mit 960 Punkte im Minus die Bronx und wollen nur noch weg.

In dieser Frage trennen den Goadfather und mich Welten. Macht aber nix. Uns bleibt ja noch immer das Grauen wo wir dann für Momente zueinander finden. Im Grauen finden wir für Augenblicke zueinander. Da gehen wir emotional d'ac¬cord. Am Bahnsteig beim Verabschieden sagte der Goadfather zu mir, sichtlich besorgt, ich soll schauen dass ich was Gescheiteres träume. Ganz hatte er damit den Nagel nicht auf den Kopf getroffen. Aber wenigstens ist irgendetwas in seinen Emotionen und Gefühlen hängen geblieben. Da besucht der Goadfather, ein gestandener Kleinstbürger vom Scheitel bis zu Sohle, seinen Zweitgeborenen und fährt mit einem Jungen dem der halbe Schädel fehlt wieder nach Hause. Ach ja da fällt mir ein. Wir haben noch etwas gemeinsam. Wir sind nicht verweichlicht. Behauptet zumindst der Goadfather. Beim Verweichlicht sein sprach er sogar vom wir. Über das Schreiben kann ich ja nicht mit ihm sprechen. Das versteht er nicht. Schreiben macht für den Goadfather erst Sinn wenn es Geld einbringt. Bis dahin ist das eine Tätigkeit für die „Winterhilfe“. Unrecht hat er natürlich nicht. Tätigkeiten die nicht bezahlt werden haben einen furchtbar schlechten Ruf. Da kommen wir nicht drum herum, dass solche Tätigkeiten kaum Niederschlag in der nach oben offenen Anerkennungstabelle finden. Ich habe mir dieses System nicht einfallen lassen. Möglicherweise wird das irgendwann anders, wenn Maschinen Menschen in Massen aus der Erwerbsarbeit drängen, und viele von einem bedingungslosen Grundeinkommen leben werden. Was aber wiederum von der Demografie abhängig ist. Ohne Zuwanderung sterben wir ja aus. Wenn man alle anderen Vergünstigungen streicht lässt sich das bedingungslose Einkommen durchaus finanzieren. Hat ein schweizer Ökonom ausgerechnet. Ich kann ja nicht so gut rechnen, nur extremst gut schätzen.
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Zuerst führte mich mein Einkauf zum DM. In Drogeriemärkte gehe ich gerne. Richtig gerne gehe ich dort hin. Drogeriemärkte sind richtig super zum Einkaufen und Flanieren. Drogeriemärkte sind eindeutig Woman-Land. Sobald ich Woman-Land betrete nimmt die Paranoia spürbar ab. Ka Spaß. Beim DM riecht es gut nach Parfüm, bewusster Lebensführung und Östrogen. Sobald ich Woman-Land betreten habe, lassen der Wortmacher und die Bildmacherin auch merklich von mir ab, wie ein gut trainierter Wachhund, wenn der Hundehalter ein Zeichen gibt. Einen Terroranschlag im Drogeriemarkt hält der Wortmacher für nicht sehr wahrscheinlich. Frauen machen ja eher in Gift wenn sie morden. Hin und wieder greift eine zum Hammer oder rammt den Ehemann ein Messer in den Rücken. Aber Hammer und Messer sind eher Notwehr. In Österreich gab es eine die hat ihre Männer im Keller eingemauert. Aber die kam usprünglich aus Spanien. Im Drogeriemarkt bin ich richtig gerne. Ganz im Gegensatz zu U-Bahn oder einem Bahnhof. In U-Bahnen und Bahnhöfen siegt immer das Grauen. In Drogeriemärkten so gut wie nie. Manchmal stehe ich im Drogeriemarkt auch nur so herum und genieße die Stille in meinem Kopf. DM ist Schattenwelt-Yoga. Extrem gut ist die Laune bei Lippenstiften. Nee ist nix akut Sexuelles. Über Bande natürlich schon. Frauen interessieren sich auch sehr für Inhaltsstoffe und so. Ich könnte denen stundenlang zusehen wenn die Produkt-Management betreiben. Gibt kaum mal eine Frau die durch einen Drogeriemarkt rennt und auf Zick-Zack-Zyliss Basis einkauft. In der Regel lassen sich Frauen viel Zeit wenn sie in Drogeriemärkten einkaufen. Nur zu esoterisch darf es auch nicht werden. Der Tee und Gewürzeladen im M-Tower ist auch Women-Land. Nur verkaufen die dort Teepackerl auf denen steht das alles gut wird. Eine Packung Alles wird gut Tee um 4,40 Euro mute ich mir noch nicht zu. Das könnte übel nach hinten losgehen, wenn ich am Heiligen Abend auf der Bettkante hocke und einen alles wird gut Tee trinke. Da schon lieber Bio-Tee vom Discounter, die Packung um 1,49 Euro. Da gehe ich mit dem SPD Schulz. Der versucht auch klare Kante zu zeigen. In einem Spiegel-Interview sprach er von Führung und was da dazu gehört wenn man führt. Mein Tipp. Wer wirklich führt muss nicht darüber sprechen was da dazu gehört. Der macht einfach. Sobald man erklärt was zum Führen gehört entsteht da schon eine Glaubwürdigkeitslücke. Gekauft habe ich natürlich auch was. Nur zum Chillen gehe ich noch nicht in den Drogeriemarkt. Vielleicht sollte ich den Damen meine Problemzone mal genauer schildern. Eventuell könnte ich da meinen Klappstuhl in eine Ecke stellen und eine halbe Stunde mal schön sitzen. Weniger beim Waschmittel. Lieber einen Platz Richtung Anti-Falten-Creme. Was habe ich gekauft. Das war mal DM-Zahnseide so zum Probieren, normal mache ich die von Oral-B, dann zwei Packungen DM-Karottensaft für die Augen, immerhin habe ich Goadfather seine Augen-Gene und eine Packung DM-Haferkleie. Hafer vertrage ich ganz ausgezeichnet und die DM-Haferkleie ist recht preiswert. Auf den Produkten die ich gekauft hatte klebte ziemlich groß und nicht zu übersehen das DM-Logo. Klebte klingt jetzt so uninspiriert. Nur fällt mir derzeit keine bessere Beschreibung ein. Beim Beschreiben von Dingen oder Abläufen tu ich mir entsetzlich schwer. Sehr anstrengend Dinge oder Abläufe ganz genau und einigermaßen literaturaffin zu beschreiben. Ich gehe aber trotzdem davon aus dass sie sich schon vorstellen können was ich meine wenn da was klebt. Die Einkäufe verstaute ich in einer hellgrünen Einkaufstasche vom Hofer/Aldi. Gezahlt habe ich natürlich auch. So ging ich weiter zum Hofer. Sonst hatte ich noch nix gekauft. Vor dem Bronx-Hofer, der Hofer ist härteste Bronx, stand ein großgewachsener Sercrurity-Mann der sich angeregt mit einer Frau unterhielt. Dem Mann traue ich mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit arabische-stämmige Wurzeln zu. Arabisch-stämmige Männer haben in der Masse eine recht auffällige Eigenschaft. Die haben immer recht. Das ein arabisch-stämmiger Mann mal a bisserl danebenliegt kommt so gut wie nie vor. Davon können sie getrost ausgehen. Nicht einmal in den besten Familien haben die mal Unrecht. Siehe Saudi-Arabien. Den Jemen in Grund und Asche legen um das Hegemoniestreben vom Iran einzudämmen. Ich weiß nicht so recht. Das arabisch-stämmige Männer gerne recht haben weiß ich aus persönlichen Erfahrungen wie meinen neuen Nervenonkel oder dem Kumpel vom S. mit palästinensischen Wurzeln. Der arabisch-stämmige Kumpel vom S. hält es ja für bewiesen das Juden Blut aus kleinen Kindern trinken. Na nicht im Tetrapack oder hübsch in Flaschen abgefüllt zum Widerverwenden oder mit Pfand, sondern frisch aus den Adern. Erste Presssung sozusagen. Nicht dass sie jetzt denken der Mann ist jetzt tiefste Unterschicht und vom aktuellen Stand der Buch-Wissenschaft abgehängt, wie eine ausrangierte Lok vom Schienennetz. Nee der ist praktizierender Zahnarzt. Kieferchirurgie macht der auch. Sau lustig wenn ich den mit „direkt aus den Adern“ aufgezogen habe. Der amerikanische Präsident Trump hat Jerusalem gerade als Hauptstadt Israels anerkannt. So zum Jahresausklang braucht der Donald noch ein paar Highlights. Sein Eröffnungsjahr als Präsident lief ja a bisserl holprig. Gut möglich dass jetzt palästinensische Jungs wieder mit Messer durch die Gassen rennen werden und dead man walking spielen bevor sie von Israelis erschossen werden wie tollwütige Hunde. Gerade jetzt wo die Hamas und die Fatah sich wieder versöhnen wollten, weil die Lage im Gazastreifen gar so grauenhaft ist. Werden wieder die Scharfmacher den Ton angeben und mit ihren Märtyreren prahlen. Schauderhaft ist dieser Kreislauf. Das nackte Grauen. Dass arabisch-stämmige Männer gerne mal recht haben wird noch eine Rolle spielen. Woran das liegt? Na an den Frauen. Die machen arabisches #Meetoo und sagen alle nix. Die Eltern vom Zahnarzt waren zu Besuch. Eingeflogen aus Ostjerusalem. Und wie es der Zufall so wollte sah ich den F. + Frau und Eltern auf der Donauinsel spazieren. Vorne weg Vater und Sohn und schön mit a bisserl Respektabstand seine Frau + Mutter. Der S. erzählte mir mal dass die Frau vom F. auch den Raum verlässt, damit die Männer unter sich sind. Wenigstens das Kopftuch trägt sie in der Bude nicht. Was soll man sich da groß von den Männern erwarten, die nicht gelernt haben mit Widerspruch zu leben. Wobei. Recht haben wir natürlich alle gerne. Ich natürlich auch. Das ist nix arabisches. Nur weiß ich dermaßen wenig, dass ich mir beim Rechthaben nicht groß Mühe gebe. Fürs beeindruckende Rechthaben bin ich vom akademischen Buchwissen zu weit abgehängt. Nee das tut nicht weh. Übers Zocken könnte ich einen Vortrag halten. Aber Zocken ist ja das glatte Gegenteil vom halbwegs gesicherten Buch-Wissen. Beim Zocken geht es eigentlich nur darum dass man sich jemanden (er)findet, der noch weniger weiß und das nicht wahrhaben will. Ganz ähnlich funktioniert der Hype um Bitcoin. Bitte verwechseln sie Bitcoin nicht mit der dahinterliegenden Blockchain. Bitcoin sind im Grunde digitale Tulpen. Ein Bitcoin kann theoretisch auch mal eine 1 Million Euro wert sein oder noch mehr. Grenzen gibt es da nicht. Grenzen gibt es nur bei der Gesamtmenge an Bitcoins. Auf dem Papier geht das schnell das ein Bitcoin eine Million Euro bringt. Schwieriger wird es jemanden zu finden, der ihnen dann tatsächlich für einen Bitcoin eine Million + einen Euro überweist. Noch ist die Lage so dass sie einen Einkauf wie meinen beim DM getätigten nicht in Bitcoins bezahlen können. Die gibt ihnen die Kassiererin nicht 12 000 Euro in bar zurück. In Japan läuft a bisserl was. Die Banken wollen jetzt auch groß einsteigen. Natürlich nicht mit echten Geld. Dass sollen sie dann einbringen wenn sie Futures und so ein Zeugs auf ihre Papier-Bitcoins kaufen. Kann ich ihnen nicht empfehlen. Sind wir also schon wieder beim Zocken. Die hohe Kunst des Zockens besteht also nicht darin gegen andere Großzocker bestehen zu können, sondern die Gabe in Windeseile zu schnallen wer rech ein Depp ist, sich aber für extremst Qualifiziert hält. Das ist die allergrößte Kunst beim Zocken. Egal ob Börse, Poker, Backgammon oder Sportwetten. Bei Sportwetten muss man sich als Einzelner ja gegen die Meute der Buchmacher beweisen. Was keine einfache Sache ist. Wobei es bei den Buchmachern einen Herdentrieb gibt. Die schreiben die Kurse von einander ab. Erstens schreiben die voneinander ab und VII bezahlen die Konzerne ihre Buchmacher nicht besonders gut. Ich weiß das aus erster Hand. Der S. arbeitet derzeit als Buchmacher bei einem großen Wettanbieter. Da gibt es schon noch hin und wieder die Chance für einen Profi. Nee wir tüfteln derzeit nicht an einem illegalen Ding. Ich zocke ja nicht mehr. Nur noch 1 Euro-Wetten zur Unterhaltung.

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Montag, 4. Dezember 2017
Themenschwerpunkt diese Woche: Das Grauen
Ich komme ja nicht mehr so viel unter die Leute. Meine Wege sind kurz und in ihrer Konsistenz bescheiden. Außer natürlich von Mai bis September, wenn die Donauinsel wieder geöffnet hat. Dann wage ich mich weit über mich hinaus. Auf der Donauinsel gibt es ja hin und wieder Himmel ganz ohne Großstadt. Zumindest vom Klappstuhl aus. Extra aufstehen und mich nach der Großstadt strecken muss ich nicht unbedingt haben. Nach der Bronx gleich ga nicht. Und was Frauen nachgucken betrifft, bin ich in einem Alter wo man nicht Fisch und nicht Fleisch. Da ist zwischen sexueller Belästigung, unverschämt, und a bisserl Leichtigkeit des Seins alles drin. Gestern war der Goadfather zu Besuch. Sind wir nach dem Essen im Gasthaus K. wo es ganz viel Essen für wenig Geld gibt, auf einen Kaffee in den Milleniumstower gegangen. Im Gasthaus K. ist die hauseigene Schlachthausplatte mit Beilagen gut 35 cm hoch. Ich schwer Histamin/Gluten geschädigt kann beim großen Fressen nicht mehr mitmachen. Im Gasthaus K. wird ganz viel paniert. Bei mir gab es Kalbsbraten mit Reis. Bestellen sie im Gasthaus K. bitte keinen Kalbsbraten mit Reis. Sie werden es nicht für Möglich halten, aber ich bin hungrig aufgestanden, was im Gasthaus K. an sich ein Unding ist. Dort steht niemand hungrig auf der etwas auf sich hält. Kalbfleisch ist teuer. Beim Kalbsfleisch geht die Portion schon mehr in Richtung Nouvelle Cuisine. Der Goadfather hatte Spanferkel. Normal macht der immer gebackene Leber. Leber bekommt der sonst nie. Gebackene Leber oder Spanferkel ist die wesentlich gescheitere Wahl wenn man hungrig ist und im Gasthaus K. speist. Egal was sie vom Schwein im Gasthaus K. bestellen. Beim Schwein wird im Gasthaus K. geklotzt und nicht gekleckert. Entprechend sehen auch viele aus. Mir imponieren diese Menschen. Bis auf den fetten Sack und seinem Kumpel mit denen wir den Tisch teilten. Scheiße war der Typ anstrengend. Abdauernd redete er nur darüber wie man die Finanz austricksen kann und unter 30 000 Euro im Jahr bleibt. Unter 30 000 Euro läuft in Österreich angeblich vereinfachte Buchführung.
Sind wir nach dem Essen rüber in den M-Tower auf einen Kaffee/Tee. Der M-Tower ist ein Shopping und Entertainmentcenter. Jetzt mal abgesehen vom Kino, kann man im M-Tower nix machen, außer einkaufen, sitzen, fressen und saufen. Der ganze Laden ist so konzipiert, das was anderes kaum möglich, ja gar nicht angedacht ist. Fitness für die große Brieftasche gibt es noch wenn man mit dem Lift weiter rauf fährt und eine Disco. Ich mache aber zu Hause Fitness für die ganz kleine Brieftasche und für Disco müsste ich mich der ganzen Peinlichkeit des Lebens hingeben. Kulturell gibt es im M-Tower nix zu entdecken. Der M-Tower ist eine kulturelle Wüste, so wie ganz viele Einkaufscenter und Einkaufsstraßen im Grunde kulturelle Wüsten sind, wie unsere Äcker, die größtenteils auch nur noch monokulturelle Wüsten sind, wo statt richtiger Saatordnung und abwechslungsreichen Fruchtfolgen, lieber weiter 5 Jahre Glyphosat gespritzt wird. Wegen dem Ertrag oder was weiß ich. Beides ein weltweites Phänomen. Wobei bei uns ja schon das Einkaufen + Fressen und Saufen als kulturelle Aktivität verbucht wird. Einkaufen, Saufen und Fressen ist Kultur. Erst recht wenn man international isst. Im M-Tower ein Curry ist schon verdammt viel Kultur. Wer jetzt aber einer andere Art von Kultur erwartet, muss sich schon an einen anderen Ort begeben, an dem dann nur noch Kultur angeboten wird. Mit alles ist im Aussterben begriffen. Im M-Tower saßen überall Leute an Tischen, die entweder etwas aßen, tranken oder beides machten und dabei hin und wieder auf ihre Handys blickten. Das liegt gerne mal griffbereit. Ich habe niemanden gesehen der sein Handy erst umständlich aus der Jacke holen musste weil es bimmelte oder sonst jemand über Instagram, Simmering, Facebook und SMS anklopfte. Da es Sonntag war konnte mal nix eingekauft werden. Gut möglich und durchaus denkbar dass es Leute gibt, die sonntags in einem Einkaufscenter sitzen und von dort aus online was einkaufen. Online kann man ja gleich noch viel mehr einkaufen als anlog. Online ist wie M-Tower + Einkaufstraße + Wühltische wie beim Discounter im weltöffnungszeiten-XXXXXXXL-Format. In Netz haben die Geschäfte am Tag 72 Stunden geöffnet.
Der Goadfather und ich saßen natürlich auch nur so im M-Tower herum und tranken Kaffee und Tee. Was auch daran liegt dass ich nicht in der Lage bin den Goadfather auf die Schnelle an einen schönen Ort zu bringen. Mir fällt da nix ein. Mein Kopf, der Scheißkerl, weigert sich schöne Gedanken zu haben. Lasse ich den machen putschen sich auch schon der Wortmacher und die Bildmacherin an die Macht. Und dann wird es übel.
Eine Tasse Tee kostete 3,30 Euro. Brutal diese Abzocke. A bisserl heißes Wasser und ein Teebeutel 3,30 Euro. Da bekomme ich beim Discounter um die 40 Teebeutel. Eine Tasse Tee im M-Tower um 3,30 Euro ist nix für mich. Nicht weil ich extrem knausrig und preisbewusst bin. Aber 3,30 Euro für einen Teebeutel, um anderen beim Fressen und Saufen zuzusehen, ist schon ziemlich happig. Bei den Preisen und der Aussicht wird man fast gezwungen sich gut zu unterhalten. Alleine setze ich mich da nicht hin. Niemals. So viel Leben steckt in meinem Handy auch wieder nicht, dass ich mich mittels Daumen aus dieser Situation stehlen könnte. Der M-Tower ist nun mal keine verträumten Gassen auf einer griechischen Insel, wo man stundenlang vor einem Kaffee sitzt, und nur guckt wie die alten Griechen, sondern ein Klotz aus Glas und Beton. An sich eine Tätigkeit die ich ganz wunderbar beherrsche. Im M-Tower zahlt man 3,30 Euro für einen Teebeutel und alles was man zusehen bekommt sind Menschen die sich Essen reinstopfen und zwischendurch auf ihr Handy gucken. Eine andere Aussicht gibt es nicht. Andauernd ging jemand mit einem vollen Teller an uns vorbei und meistens ohne Teller wieder zurück. Zu sehen gab es dann noch Tische mit leeren Tellern und Teller mit Essensresten. Da drückt man 3,30 Euro für eine Tasse Tee ab und guckt dann Schluck für Schluck auf fremde Menschen, die gerade essen oder starrt auf leere Teller und Teller mit Essensresten, die noch nicht abgeräumt wurden. Essen abgeräumt wird ja ausnahmslos nur von Menschen mit Migrationshintergrund. Auch ein weltweites Phänomen. Es ist wie vom Friedrich versprochen versprochen. Wenn du lange in einen Abgrund blickst, blickt der Abgrund auch in dich hinein. Der Ausblick war das Grauen, das nackte Grauen, einer halbwegs empfindsamen Seele eigentlich nicht zumutbar. Die M-Tower ist ein Ort an dem man sich allein, wenn man nicht gerade am Essen ist, entsetzlich einsam und verloren fühlt. Wer sich alleine und guter Stimmung im M-Tower mit einer Tasse Tee hinsetzt, den Beutel um 3,30 Euro, geht schwer depressiv wieder hinaus. Ein psychisch angeschlagener Mensch sollte diesen Ort unbedingt meiden. Richtig vertikal und horizontal wurde das Grauen aber erst als ich rüber zum Chinesen blickte. Beim Chinesen läuft „All you can eat“. Aber nicht am Buffet wie üblich, sondern mittels Förderband wie in einer Fabrik, wo am Fließband gearbeitet wird. Nur kam hier statt einem Getriebe oder einem Schweinwerfer halt Chop Suey und Süß Sauer. So wie in einer Fabrik am Fließband gearbeitet wird, wurde hier am Fließband gefressen. Die Leute saßen an den Tischen neben dem Förderband und schaufelten sich Unmengen von diesem Zeug rein. So viel sie halt konnten. Für Nachschub wurde ja immer gesorgt. Ich hatte den Eindruck die konnten viel länger fressen als sie eigentlich wollten. Hin und wieder schauten die Essenden kurz von ihren Teller auf, blickten rauf zum Förderband und luden sich wieder was anderes auf die Teller. Also wenn da hin und wieder gebackene Schrauben statt gebackener Garnelen übers Förderband laufen würden, der/die ein/e oder ander/e, hätten da sehr wahrscheinlich zugegriffen, die gebackenen Schrauben in eine der Saucen am Tisch getunkt und die ohne groß zu kauen runtergeschluckt.

Anders gesagt:
Ein Bahnhof ist auch keine Idylle. Außer sie üben sich im Manspreading.

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