Dienstag, 14. April 2020
Nettes Telefon-Gespräch
mit meiner Nerventante.

Die macht jetzt Home-Office-Therapie mittels einer sicheren Ärztesoftware. Sitzt man dann als Patient vor dem Bildschirm zu Hause oder in der U-Bahn und eine Kamera erledigt das Übrige an Mimik und Ausdruck. Nix für mich. Therapie im klassischen Sinn mache ich schon lange nicht mehr. Hatte ich mal. Als ich dachte mir explodiert der Schädel. Genaugenommen wurde ich gedacht. Mein Ich trug ich in einem Plastiksackerl in Form von Zeitungsschnipsel zu ihr. Wurde hinten hinaus besser. Zwar nicht auf klassischen Lichtwelt-Niveau. Aber immerhin. Aktuell das am höchsten gehandelte Zeitungschnipsel bei mir betrifft Südkorea. "Neuinfektionen oder Rückfälle". Südkorea meldet positive Tests die schon an Covid-19 erkrankt waren. Hoffentlich nur fehlerhafte Test oder zu wenig Antikörper im Blut. Ansonsten ist das Virus mutiert. In Windeseile. Dann gute Nacht. Trotz Ich-Infusion bin ich nicht wirklich im Stande über die Verrichtung alltäglicher Tätigkeiten zu sprechen. Außer ich scheitere. Obschon Einkaufen gehen derzeit ein big Abenteuer ist. Jede Person die dir entgegenkommt könnte dein Untergang sein. Atmen stellt derzeit unser Grundverständnis von Erfahrung in Frage. Deswegen. Ein Königreich für schlechte Atem. Meine Nerventante begleitet mich seit vielen Jahren. Einmal im Monat gehe ich zu ihr in ihre Praxis. Dazu gehört auch dass ich mich tatsächlich auf den Weg zu ihr mache und ihr dann tatsächlich gegenübersitze. Nee ist nix Sexuelles. Das ist mindestens so wichtig wie das übrige Blablabla. Siehe ziemlich echte soziale Interaktion. So eine Nerventante-Situation ist ja keine Firmen-Konferenz. Das Körperliche gehört dazu. Siehe Körpersprache.
Stoff zum Therapieren gibt es schon lange nix mehr. Mit dem Goadfather habe ich in echt längst Frieden geschlossen. Der hält wie der Westfälische. Letztens hatte ich kurz einen schäbigen 25 Euro-Moment. Aber das kommt in den besten Psychen vor. Und die Um2 ist mein liebstes Perpetuum mobile. Als Textbaustein unverzichtbar und zuverlässig wie Schizophrenie. Die hat auch endlos Leberwurstbrote gestrichen. Noch dazu so grob dass es für drei Leben nicht reicht. Ihr Schweigen sind meine Worte, die ich meiner Schreibe in den Mund lege. Da kann ich nix für. Ich habe mich nicht aus freien Stücken in ihr Leben gedrängt. Die Um2 wurde mir aufgezwungen. Schizophrenie lässt sich mit Gesprächen auch nicht therapieren. Das ist aussichtslos. Was das eigentliche Problem ist. Schizophrenie ist andauernd Krise, der permanente Ausnahmezustand. Schizophrenie ist auf meiner persönlichen Mikroebene was derzeit Covid-19 auf der Makroebene für die ganze Welt ist. In beiden Fällen kommt es zu Verhaltensänderungen bzw. Anpassungen. Die werden einen aufgezwungen. Da hält das Prinzip "radikale Akzeptanz" Einzug in ein Leben. Das bedeutet zu verstehen was einen widerfahren ist und es hinzunehmen. Eventuell sogar anzunehmen. Sich dagegen auflehnen ist zwecklos. Mir ist völlig bewusst psychisch niemals wieder vollumfänglich zu gesunden. Nach gut 25 Jahren kann ich so eine Aussage tätigen. Letztendlich lebe ich dieser Erkrankung hinterher. Das halten alle Chronischen so. Gestern habe ich zu dem Thema notiert. "Angst frisst Seele auf. Aber nicht das Virus". Nur sagt das gar nix über dein soziales Umfeld. Die Herrschaften machen sich keinen Kopf was "eine schizoaffektive Psychose" tatsächlich bedeutet. Da gibt es keinen Rollstuhl, keine offensichtlichen Barrieren. Das wäre wohl auch zu viel verlangt. Deswegen tun sich da immer größere Gräben auf zwischen mir und der Welt. Der Toleranzbegriff erschöpft sich in Windeseile.

Neben einem oft stressigen Alltag, der sie fast so sehr vereinnahmt wie ihr Egos, haben psychische intakte Menschen auch einen Drang zur Idylle und zur Normalisierung von Beziehungsstrukturen. Deren mentale Filter funktionieren. Meiner nicht. In meinen Kopf ist alles Auslöschung ist alles ein übles Gemetzel. Natürlich nicht durchgehend. Trotzdem kann darüber nicht gesprochen werden. Die Leute wollen sich diesen Schwachsinn nicht anhören. Wenn sie mir nicht glauben lesen sie beim Blogger "Abu De". Eine intakte Psyche zieht es immer zu einer optimistischen Verzerrung der Wirklichkeit. Natürlich habe ich mir diese Zuschreibung angelesen. Mit Idylle kann ich nicht dienen. Alles was ich machen kann ist eine Anpassungsleistung zu erbringen an Intakte, die ich inzwischen ziemlich satt habe. Schizophrenie zwingt dich in die "Alleinigkeit". Das gehört zum Krankheitsbild dazu. Wer so eine Diagnose hat und nicht irgendwie allein zurückbleibt tut nur so als ob. Das Leben kommt zum Stillstand wie in echt eine ganze Gesellschaft bei einem Lockdown, der Richtung Shutdown ausfranst. In diesem Stillstand kann man sich dann einrichten. So gut es eben geht. Besser man hat wie ich einen Fischgrät-Goadfather im Background. Dann kann man in der Wohnung auch schön auf und ab gehen. Ideal ist es in der Natur zu leben. Na nicht im Hochgebirge, um sich in seiner Freizeit anführen zu lassen wie der Virile mit dem Expander. Natur ging sich bei meiner Lebensleistung nicht ganz aus. Aber immerhin gibt es in der warmen Jahreszeit die Donauinsel. Dort gibt es auch andere Gespenster. Menschen, für die sich in einer Hochleistungsgesellschaft keine Anwendung mehr findet, die nicht mehr gebraucht werden. Und geschätzt? Im Pfandl der Wertschätzung eher niedrig. Die machen dann außen herum, in einer anderen Umlaufbahn lebend und ziemlich entschleunigt. Deswegen gibt es aus der Etappe auch nix mehr zu therapieren. Der Hobbit-Anwalt wollte mir einen kurzen Text schreiben. Was Juristisches für DAZN. Dieser Text befindet sich wohl noch im Stadion, nee Stadium, des Wollens. Der S. und mir ist die Gesprächsbasis weggebrochen seit es keinen Live- Sport mehr gibt. Seit zwei Jahren WhatsApp(t) der irgendwelche Probleme zu haben. Und aus. Ein Telefonat mit meinem Online-Kumpel benötigte eine Anlaufzeit von zwei Wochen. Und dann wurde am Telefon erst mal gestolpert. Nee gefallen. Dabei hatte ich zuvor noch nie angerufen. Wenn ich eines nicht bin dann aufdringlich. In allen Fällen bin ich auf die anderen zugegangen. Deswegen gehe ich viel lieber auf die Insel. Sozialer Austausch ist fürchterlich anstrengend.
Auch weil der soziale Status einer Person immer mitschwingt. Egal was eine anderer Person behauptet. Gehe ich rauf zum Lungen-Mann kriege ich schon die Krise. Nie einen Glückstreffer. Grauenhaft was der sich so zusammenreimt. Der Urknall dieser Welt, der alles zusammenhält, egal ob evolutionär entwickelt wie ein Dia oder aus von einem Schöpfer aus einem Bottich geschöpft ist die Verschwörung. Die hiesige Richterschaft z.B. sind alles Kommunisten. SARS-CoV2 ist eine biologische Waffe, das Produkt einer gezielten Manipulation, aus einem kanadischen Labor ausgebüchst. Und dann erst die Sache mit der Elisabeth Sabaditsch-Wolff. es ist das Grauen, das nackte Grauen. Und online ist nicht besonders repräsentativ. Online, von einigen sozialen Hemmnissen befreit, geht das weltumspannenden Kleinstbürgertum in die Vollen. So sind die in echt nicht. Soziale Medien sind eine Stehgreifbühne. Nicht mehr. Dort kann man sich präsentieren. Mache ich auch. Online ist wie offline der Gehsteig-Nazi, wenn der einen sitzen hatte. Dann zeigte der mir wo der Bartl den Most her holt. Als er mal andeute, ich sollte nicht sein Zeug klauen das im Eingangsbereich stand, redete ich mit dem Mann mal Klartext. Seitdem ist alles gut. Und seit ihm sein kaputter Bewegungsapparat schwer zusetzt und sein kaputtes Herz, sind wir fast schon so was wie Kumpels. Ohne meiner Nerventante gegenüber zu sitzen gibt es auch nicht zu besprechen. Sie versteht das. Wegen Virus, überlegt sie sowieso ihre Praxis nicht mehr aufzusperren. Wer möchte schon mit einer Atemschutzmaske im Gesicht Therapie machen. Da kann man gleich mit einer Herdplatte sprechen. Am Hungertuch nagt sie auch nicht. Die hatte mal Terrasse größer als meine Wohnung. Trotzdem kann ich sie anrufen falls die Not schlagend wird. Nicht dass ich mal wegen dem Scheißhausdämon, der weiterhin und nicht immer, die Corona-Hotline anwähle. Tolle Person. Bevor ich bei ihr unterkam wurde ich von einigen aus der Therapeut*innen-Zunft abgewiesen. Zu viel Slang auf den Lippen und zu wenig Reflexionsvermögen in der Hinterhand. Ach ja. Heute habe ich das Sommerbettzeug gewaschen. Na ich nicht. Schon die Waschmaschine. Die beiden Decken hängen jetzt am Wäschestände nur so herum. Sieht aber trotzdem vielversprechend aus.

Ende.

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