Samstag, 2. Mai 2015
„Urlaubsplanung oder die Flucht ins Vertrauliche“
Im Auto auf dem Heimweg von einem Fußballspiel.

Der Schizophrenist: „Mein Syk-Abo über U… ist wirklich schwach. Für Mayweather gegen Pacquiao hätte ich schon 20 Euro abgedrückt. In den USA zahlt man 99 Dollar für den Fight in HD. Hätte ich halt weniger für Nepal gespendet“.
Beide lachen.

H: „Ich natürlich auch“.

Der Schizophrenist: „ Sag H. wenn wir nach Kroatien abhauen so ganz ohne Glotze. Wie soll ich mir das jetzt konkret vorstellen?“

H: „Wie, was, ohne Glotze!? Wie meinst das?“

Der Schizophrenist: „Ja ohne Glotze, nix Fernbedienung, nix Zappen, nix Sport. Wie soll ich das bringen. Das ist völlig unvorstellbar. Das bringe ich nicht“.

H: „Ich versuche mir das gerade vorzustellen“.

Der Schizophrenist: „Und was tut sich. Tut sich überhaupt was?“.

H: „Nee, nicht wirklich“.

Schizophrenist: „Ein Ereignis von dermaßen einer Tragweite ist nicht nur unvorstellbar, sondern auch angsteinflößend oder nicht! Was sollen wir denn da bitte mit uns anfangen? Das überkommt uns ja das Grauen, das nackte Grauen. Andauernd am Balkon sitzen. Gut vielleicht haben wir Meerblick. Aber auch dieser Blick wird irgendwann von der Flut weggeschwemmt und dann ist Ebbe im Karton. Wir können uns ja jeden Abend schön unterhalten oder ich lese dir aus meinem Blog vor. Kochen wir schön und dann unterhalten wir uns. Schön gepflegt. Machen wir auf schön gepflegte Urlaubsunterhaltung mit Niveau. Schizophrenist grinst hinterlistig. H. grinst auch hinterlistig. „Können wir dann schön über das Leben philosophieren und so“.

H: „Sicher machen wir das. Jeden Abend nehmen wir uns ein neues Thema und einen anderen Lebensbereich vor. Wo haben wir Stärken wo Schwächen“.
Beide lachen.

Der Schizophrenist: „Was glaubst wie lange wir das aushalten so ganz ohne Glotze?“

H: „Mindestens ein paar Minuten. Da bin ich ganz zuversichtlich“.
Beiden lachen.

Der Schizophrenist: „Ich kann mich nicht jeden Abend unter das urlaubende Volk mischen und der ihren Urlaubsstimmung abgraben wie Kohle. Was soll ich denn denen erzählen. Das halte ich nicht aus. Ich muss um 23 Uhr, spätestens um 23 30 Uhr, meine Tabletten nehmen, sonst komme ich nicht durch die Nacht. Total zugedröhnt will ich mich nicht unterhalten, nein kann ich mich nicht unterhalten. Das geht nicht. Ich krieg da kein vernünftiges Wort heraus. Ich tue mir so schon verdammt schwer. Und zugedröhnt herum Laufen wie ein Zombie will ich auch nicht. Das ist inakzeptabel, völlig inakzeptabel. Für diese Stunden brauch ich die Glotze, bin ich auf die Glotze angewiesen. Ich kann in so einem Zustand sonst nichts tun außer fernsehen. Was soll ich denn bitte sonst tun. Nichts tue ich lieber als fernsehen. Ich schau für mein Leben gerne in die Glotze. Früher vielleicht fummeln. Aber sogar da lief die Glotze“.

H: „Ich kann schon ab zehn Uhr morgens fernsehen. Hab mich eh schon ein wenig informiert. An sich wäre es kein Problem über kroatisches SAT ist so gut wie alles möglich. Ansonsten benötigen wir einen vernünftigen Internetzugang. Dann können wir meinen kleinen PC aufstellen und über deine IP-Adresse, das kann ich so hinbekommen, können wir dann auch fernsehen. Wie viele Sender hast du auf deinem mobilen Zugang“.

Der Schizophrenist: „So um die 30“.

H: „Berauschend viel ist das nicht. 30 Sender ist ja Steinzeit“.
Beide lachen.

Der Schizophrenist: „Müssen wir die Glotze halt mitnehmen. Ich sitz da unten sicherlich nicht wochenlang auf dem Trockenen und quassle meinen kroatischen Vermieter voll wie schön seine Insel ist und was für ein schönes Leben er hat, in seiner friedlichen Idylle, die an der Nadel des Tourismus hängt wie ein Junkie. Das halt ich nicht aus. Kroatische Männer haben an sich ja eh nur zwei Interessen. Nationalismus und Sport. Da muss sich ja was auftreiben lassen. Ohne Glotze bin ich ja völlig verloen. Gewissermaßen nackt".
Beide lachen.

H: „Oder wir kaufen uns unten eine gebrauchte SAT-Anlage oder einen Pay-TV- Zugang zu den kroatischen Sportprogrammen. Wimbledon ist auch im Juli. Ein Jahr ohne Wimbledon unvorstellbar. Weihnachten fällt ja auch nicht aus nur wiel kein Schnee liegt“.

Der Schizophrenist: „Vielleicht kommen wir schön zum Ficken weißte. Erfinden wir uns ein schöne Urlaubsbiografie und dann legen wir los. Du schön das junge, frivole Gemüse und ich das Eingefrorene, das erst aufgetaut gehört. Sonst ist es nicht genießbar“
.
H: „Auf die Schnelle fällt mir da keine passende Geschichte ein. Das müssen wir generalstabsmäßig planen. Sonst wird das nichts“.

Der Schizophrenist: „Voll auf Tabs kriege ich auch keinen hoch. I am not in the Condition to Fuck“.

H: „Lässt du dich halt ficken“.

Der Schizophrenist: „Ja von einem strammen, aber doch zärtlichen Serben, der unerfüllte, territoriale Träume hat. “.
Beide lachen.

Der Schizophrenist: „Und was machen wir wenn wir scheitern und uns scheiß langweilig wird?“. Der H. schaut ungläubig/staunend.

Der H: „Dann fahren wir einfach wieder heim oder“.
Beiden lachen.

Anhang.
Mail vom Schizophrenisten an H. Österreich schlägt die Schweiz bei der WM in Eishockey 4:3. Big Sensation!!
H. antwortet. 4:3 nach 1:3. Noch was schön zu schauen in den nächsten Tagen.

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