Freitag, 26. Juni 2026
Der Nebenerwerbsapokalyptiker
Es gibt w******. Wie dich?
Auf welcher Grundlage wixxt der noch?
Nicht auf welcher Grundlage, legt der Blablabla noch einen drauf.
Auf was für eine Grundlage.
Die „Vierer-Bande" ist amüsiert.
Woraufhin ich mir denke. Gute Gedankenbrücke.
Ich muss noch Häuslpapier kaufen.
Am 26 Juni in Wien.
Es ist so verflucht heißt dass ich Wetterschicht habe.
Gegen Mittag bin ich wieder zu Hause von der Insel.
Da sitze ich im Sommer in der Wohnung wo es stickig ist.
Ich sollte wieder meine beiden Kumpels denn Sepp und den Franz die Hitze besprechen lassen.
Klimawandel.
Aber Wandel ist doch immer.

Hitzewarnung-Inflation.
In Ozeanien wehrt sich ein Land gegen den Untergang.
Wie die Ukraine. Wie ich.
Ja aber mit dem Unterschied. Du wirst nicht aus deinen Trümmern wieder auferstehen.
Venezuela. Da habe ich noch externen Text.
Mit dem Anstieg des Meeresspiegel wurde Tuvalu, ich und du - du und ich - am Ende - nur du - und nicht ich.
Dabei hätte ich gerne.
Zum Symbol der Erderwärmung. Wer?
Na Tufalu.
Also. Wenn du das sagst.
Damit setzt der S. gerne ein Zeichen.
Der hat mich inzwischen auch aufs Altengleis abgeschoben.
Mit der Taktik sich einfach nicht mehr zu melden.
Bin gespannt ob der Hobbit-Anwalt wenigstens einmal zum Radl fahren kommt.
Scheiße, wir leben nur einmal.
Nur damit kann man Kleinstbürgerliche nicht aus der Reserve locken.
Geh, die treffen sich doch andauernd mit wem.
Nur halt nicht mit dir, stellt der Wortmacher die Dinge richtig.
Stimmt auch wieder.
Goadfather sein hoch angesehener Erstsohn, der das Glück hatte extern aufgewachsen zu sein, ohne dem Einfluss des Um2 / Goadfather-Komplex, geht bei denen doch ein und aus.
Der hat doch eine Ehefrau, und eine Tochter, also eine Enkelin und eine Urenkelin, zum herzeigen.
Und einen Rasentraktor, füge ich an.
Weil der so viel Rasen hat rund um sein Haus.
In ausgezeichneter Lage.
Aus, aus dein Spiel ist aus.
Ja, ja.
Aber wenigstens werde ich nicht positiv diskriminiert, spotte ich zurück.
Nur kann dich der Goadfather nicht aufs Altenteil abschieben, weil der ja noch viel älter ist als du.
Stimmt auch wieder. Sehr lustig.
Denen ist es im Grunde wurscht ob du lebst.
Ja.
Der Stillstand in deinem Leben. Das ist nichts für Herrschaftliche.
Du hast es auf den Punkt gebracht.
Da behalte ich mein inwendiges Grauen ganz bewusst für mich.
Und schwafle nur endlos um den Brei herum.
Natürlich vom Discounter.
Das war jetzt eine Anspielung auf der nächsten Text.
Und wie sieht's in dir zu dieser Frage aus?
In mir? Ich passe mich einfach an die Situation an.
Der hat ja im Leben nichts zu bestellen.
Genau.
Ich nehme was kommt.
Und meistens kommt niemand, amüsiert sich der Wortmacher.

Die Situation auf Tuvalu? Spielen die auch bei der WM?
In dieser Reportage SPIEGEL 26/2026 soll es auf Tuvalu irgendwann keine flutfreien Tage mehr geben.
Tuvalus neun Atolle und Riffe liegen meist nicht mehr als zwei Meter über dem Meeresspiegel. Der steigt – in dieser Region doppelt so schnell wie im globalen Durchschnitt, rund vier Millimeter im Jahr.
In diesem Artikel geht es aber noch um etwas anderes.
Tuvalu kämpft nicht nur gegen den Meeresspiegel, es kämpft auch gegen die Instrumentalisierung der eigenen Not. Hier, im gemessen an der Population kleinsten eigenständigen Land der Welt außer dem Vatikan, findet ein Ringen mit einer Erzählung statt, die Gutes will und den Betroffenen doch schadet: Ein Staat gebe auf.

Es ist ein Kampf gegen eine selbsterfüllende Prophezeiung.
Na, ja.
Ich kenne keine Insel auf dieser Welt die aufgrund einer selbsterfüllenden Prophezeiung untergegangen ist. Unsere Gletscher schmelzen doch auch nicht wegen selbsterfüllenden Prophezeiungen? Oder haben die alle ein Bewusstsein?
Die Natur lässt sich nicht psychologisieren.
Das ist menschliche Hybris.

2021 hielt der tuvaluische Außenminister per Video eine Alarmrede auf der Weltklimakonferenz. In Anzug und Krawatte schilderte er hinter einem Pult die »tödliche Bedrohung« für sein Land: »Wir sinken.« Dann zoomte die Kamera heraus und offenbarte, dass er bereits knietief im Salzwasser stand. Das Video , bewusst schockierend inszeniert, ging viral. Es sollte ein Weckruf an die Industriestaaten sein, ihre Emissionen zu senken. Doch viele meinten einen Abschiedsbrief zu hören. Tuvalus Schicksal? Besiegelt. Bedauerlich.

Und nützlich. Medien in aller Welt berichteten, fast schon erleichtert. Der sonst abstrakte Klimawandel war endlich konkret abbildbar.

»Die traurige Wahrheit ist, dass eine Umsiedlung, einst undenkbar, nicht mehr nur Theorie ist«, erklärte vergangenes Jahr Tuvalus Premierminister. Dazu machte eine Nachricht Schlagzeilen, die sofort als Klima-Exodus gedeutet wurde. Australien hatte ein spezielles Visum für Tuvaluer eingeführt, das jährlich 280 Bürgern ein unbefristetes Aufenthaltsrecht gewährt. Im ersten Jahr bewarben sich mehr als 8750 – weit mehr als die Hälfte der Gesamtbevölkerung.

Also rüber nach Australien.
Ins Land der coolen Gruben.
Nicht cool. Kohlengruben.
Zuerst verlieren die Palmen den Halt und dann die Menschen.
Auf Tuvalu.
Auf die Insel müssen ja so gut wie alle Lebensmittel importiert werden.
Auf dem versalzenen Böden Tuvalus wächst nichts.
Ich muss sie vorwarnen.
Jetzt wird's irgendwie lustig.
Und das eigentlich ungewollt.

Die australische Klimaforscherin Carol Farbotko hat dafür den Begriff »wishful sinking« geprägt. Nicht »wishful thinking«, also Wunschdenken, sondern Wunschsinken. Vermeintlich wohlwollende Kosmopoliten würden »mit einer Mischung aus Horror und perverser Ungeduld darauf warten, dass die ersten Inseln verschwinden«. Tuvalu solle zum absoluten Beweis werden, dass die Menschheit anders leben muss, um sich zu retten.

In dieser verordneten Untergangserzählung, schreibt Farbotko, gehe es nicht um die realen Nöte der Tuvaluer, sondern nur um ihre Brauchbarkeit als »Kanarienvogel in der Kohlemine«.

Wishful sinking« und »wishful thinking«.
Das fand ich sehr lustig.
Die Sprache kann schon ein Luder sein. Oder ein Lude.
Schon lud mich niemand ein.
Zum Ende hin des Artikels gibt es aber Hoffnung.
Nur halt nicht für dich und mich Kassandra.
Du Kassenbon der Vorsehung der im Mistkübel landet.
Mit Schiffen saugt Tuvalu Sand vom Grund der Lagune hoch und schüttet Gelände auf. Es liegt nicht zwei Meter über dem Meeresspiegel, sondern bis zu sechs. Genug, um die Flutprognosen für 26100 zu überstehen. Vier solcher Areale gibt es bereits auf Fongafale. Sie allein werden nicht reichen. Doch sie könnten der Anfang vom Ende von Tuvalus Ende sein.

Fasst schon am Abend radelte ich doch noch über die Insel. Die Tage sind lang, selbst wenn es sich anders anfühlt.
Ich musste meine Trinkflasche am Rad auffüllen.
Aus einiger Entfernung guckte ich einen Mann dabei zu, wie der das Wasser in Fontänen vor dem Hydranten herabregenden ließ wie eine biblische Plage.
Ich war ungefähr 15 bis 20 Sekunden noch unterwegs bis zum Hydranten, bis zum Wassergott.
Ein Mann in seinen mittleren Jahren.
Mit Wampe.
Männer mit Wampe wählen zu 84%, die FPÖ.
Spottet selbst der Deichgraf. Die Stimme der Vernunft und Menschlichkeit.
Ich mache direkt neben dem Mann halt, der noch immer das Wasser laufen.
Und laufen und laufen.
Wenn der so weitermacht dachte ich mir, wird sich gleich einmal meine Blase melden.
Hochnervös wie die ist werde ich gleich Schiffen müssen.
Allerdings nicht in einer weiten Fontäne, spottet der Wortmacher. Durch meine Anwesenheit fühlte sich der Mann irgendwann doch noch darin bestärkt seine Wasserflasche aufzufüllen.
Das war aber keine 1,5 Liter Bottle.
Das war eine winzig kleine Wasserflasche.
"Und für dieses mickrige Ding, hast du jetzt 50 Liter Wasser verschwendet. Du bist ein selten dummer w******."
Kam es mir auf einmal aus. In der Regel halte ich mich bewusst zurück. Nur noch schreibend trage ich mein Innerstes auf den Lippen.
Das kann man immer behaupten.
Es wird wohl an der Hitze gelegen haben dass ich die Fassung verlor.
Der Mann sagte nichts.
Der ging einfach weg mit einer 0,25 Wasserflasche in der Hand.
Aufgefüllt.
Woraufhin ich mir dachte als ich meine Wasserflasche auffüllte.
In vorbildlicher Manier.
Was heißt hier vorbildlich.
Hebel runtergedrückt, Wasser Marsch, und passt schon.
Warum soll man da ewig zu warten.
So schwierig ist das nicht.
Das Wasser war ziemlich kalt. Eben weil der Typ 50 Liter rausgepresst hatte.
Anscheinend hat der Mann Ansprüche ans Wasser.
Das ist ja völlig umsonst gibt auf der Insel. Also gratis.
Die Welt wird nicht mit einem großen Knall untergehen, dachte ich mir.
Die Welt wird nicht mit einem großen Knall untergehen.
Sie wird nicht in einem großen Feuerball verglühen,
auch nicht in 135 atomaren Erstschlägen.
Es werden nicht U-Boote sein, die ihre Fracht aufs Land übersetzen, in einem Zweitschlag.
Braunschlag. Nicht jetzt.
Es werden Milliarden von solchen Alltagsszenen sein, jede einzelne eigentlich nicht der Rede wert.
An denen werden wir zugrunde gehen.
Und das zum 100 Geburtstag der Ingeborg Bachmann.

Ende

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