Samstag, 20. Juni 2026
Der alte Horror-Clown
Sachen gibt's. Manchmal spült es die tiefenpsychologische Zerrüttung in einfachen Alltagsszenen an die Oberfläche. Ich stand auf der Donauinsel bei einem Wasserhahn und füllte meine Flaschen auf. Da kam ein Mann auf mich zu – ein älterer Herr mit weißen Haaren, die er zu einem dünnen Zopf geflochten hatte – und fragte mich: „Sind Sie fertig?“ Woraufhin ich im ersten Atemzug, ohne nachzudenken, mit „Ja total“ antwortete und mich erst beim Nachdenken in ein „Nein“ korrigierte.

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Das ist der Text zu diesem Bild, das Sie sich von mir naturgemäß nicht machen müssen. Weil in der Regel machen wir nichts miteinander. Nicht einmal mehr zum Gegeneinander können wir uns aufraffen. Abgesehen vom Opa Vernunft. Der stellt sein Blog wöchentlich 3275 Mal neu ein. Schwer zu sagen, was er damit bezwecken möchte. Dass die etablierten Medien seine Ideen aufgreifen? Dass er im Netz zum unverzichtbaren Influencer aufsteigt, wie möglicherweise Andy Burnham zum nächsten Labour-Regierungschef, der in einer Kampfabstimmung gegen den derzeitigen Amtsinhaber Keir Stärker triumphiert haben könnte, nachdem er bei der Unterhaus-Nachwahl von Makerfield mit 55 % der Stimmen triumphiert hat. Trotz des aktuellen Umfragetiefs der Labour-Regierung gelang es ihm, seinen Stimmenanteil im Vergleich zur letzten Parlamentswahl sogar noch zu steigern, was Politologen als seltene und historische Leistung einstufen. Mit diesem Erfolg positioniert sich Burnham als starker zukünftiger Spitzenkandidat, der Reform UK auch landesweit schlagen und Labour in eine zweite Amtszeit führen könnte – auch wenn offenbleibt, ob er diesen lokalen Schwung im Kampf um das Premierministeramt auf nationaler Ebene wiederholen kann.

Ich weiß es nicht. Aber was ich weiß – ka Scheiß. Relevanz lässt sich nicht erzwingen. Na ja, der Hitler hat das Gegenteil bewiesen. Wer hat das jetzt gesagt? Eine Stimme aus dem FKK-Bereich auf der Insel, amüsiere ich mich. Komme ich der "Vierer-Bande" zuvor, muss man mich als zufriedener Menschen denken.

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¡Dios mío!

Das Museu d’Arqueologia de Catalunya mit Hauptsitz in Barcelona zeigt im Weinviertel seine wertvollen archäologischen Bestände und eröffnet damit einen Zugang zu einer Gesellschaft vor mehr als 2500 Jahren. Sie lag zwar am Rand der Welt, aber dennoch gibt es kaum eine Gegend des antiken Mittelmeerraumes, in der kulturelle Interaktionen und transmediterraner Austausch so genau verfolgt werden können wie hier. Quelle: Nur a Schmäh mit Niveau. Und wo liegt da genau Witz? Na mit der OLGA von der Wolga in einem verrosteten Himmelbett. Nur a Schmäh. Das habe ich mich eben auch gefragt.

Na, dass ich ¡Dios mío! und Mistelbach in einem Aufwasch habe. Noch dazu kulturell unterwandert. Ich kann auch anders. Schon schmeißt sich die „Vierer-Bande“ hier weg vor Lachen. Das ist nicht fair.

Ich könnte den Text auch so beginnen lassen:

¡Dios mío!

Eine einzelne Tomahawk-Marschflugkörper kostet etwa 3,6 Millionen Dollar, ungefähr so ​​viel wie die Finanzierung eines mehrjährigen Forschungsstipendiums eines Wissenschaftlers. Das gesamte Budget der National Science Foundation ist geringer als unsere Ausgaben in der ersten Woche des Krieges gegen den Iran. Quelle: 📰Dr. Jeff Coller leitet das RNA Innovation Center an der Johns Hopkins University.

Nur bringst das nichts. Überhaupt nichts. Schon gar nicht bei dieser Affenhitze. Diktaturen und Demokratien haben die Bomben griffbereit wie du deine Tabs. Ja. Ich versuche es noch einmal.

¡Dios mío!

Was für die Mistelbacher:innen die Venus von Wilhelmsdorf ist, ist für die Iberia die „Dama de Elche“, zweifellos das berühmteste künstlerische Zeugnis der iberischen Welt. Und ich Depp dachte, das ist die Sagrada Família (offiziell Basílica i Temple Expiatori de la Sagrada Família), entworfen vom genialen katalanischen Architekten Antoni Gaudí. Die Katalanen sehen sich aber nicht als Spanier. Die Katalanen sehen sich als Katalanen. Stimmt auch wieder irgendwie. Ich wollte sowieso nur den Beweis antreten, dass ich auch anders kann. Du Hannibal unter den Sprachlosen, versuchst mit haltlosen Analogien deine Texte zu kaufen im Namen des Herrn – nicht fern – der echte Hannibal. Der kam, und die Folgen sind bekannt. Die Punier wurden besiegt, Karthago zerstört, und das bedeutete auch für die Iberer das Ende ihrer Freiheit. Die römische Kolonialisierung Spaniens löschte die Kultur aus, die Sprache verschwand. Quelle: Die 'Presse'

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„Porca miseria!“

Ich sag’s Ihnen. Hinter der nächsten Ecke meines Mindsets lauert auch schon wieder die arme Frieda. Auf und nieder musste sie einst sich bücken, um den Horror zu ertragen, den ich mir ausdenke. Meinen ganz persönlichen Horror, der sich natürlich nicht verallgemeinern lässt und auf den ich kein Urheberrecht erhebe.

Leicht ist es nicht (das Leben zu nehmen), aber leicht hat es einen (das Leben wieder genommen) in der Ukraine, im Libanon, als politischer Gefangener in einem russischen Gefängnis, im Iran. Und wem alles das Leben so im Sudan genommen wird, weiß keine Sau mehr. Aber das ist alles so schrecklich plakativ. Wer so einen Text beginnt, der will sich nur herausreden oder von sich selbst ablenken. Oder einen ganz bewusst auf die falsche Fährte führen. Du führungslose Bagasch. Das war typisch Wortmacher.

Aber zu russischen Gefangenen hätte ich noch Text.

Sie verteidigte politische Gefangene, bis sie selbst verhaftet wurde: Die russische Anwältin Marija Bonzler aus Kaliningrad schreibt aus dem Gefängnis über Folter – und wie der Geheimdienst sie zu einem Deal nötigen wollte.

Seit gut einem Jahr sitzt die Anwältin Marija Bonzler, 65, im Untersuchungsgefängnis Nummer 1 in Kaliningrad in Haft. In wenigen Wochen soll ihr der Prozess gemacht werden. Der russische Staat wirft ihr Landesverrat« vor.

Zudem liegt ihre Zelle im fünften Stock.
„ich habe das Gefühl, für alle wäre es leichter wenn ich hier sterbe". Genau - du Ballast-Existenz - du Palast der Niedertracht - deine Tracht - auf die nicht zwangsläufig eine Tracht Prügel folgt. In einem russischen Gefängnis.

SPIEGEL: Seit Beginn von Russlands Krieg gegen die Ukraine sind nach Angaben der Menschenrechtsorganisation Memorial mindestens 56 politische Gefangene in russischen Gefängnissen oder kurz nach ihrer Freilassung gestorben. Werden Sie medizinisch behandelt?

Bonzler: Nein, alle Medikamente kauft mein Sohn Slawa und schickt sie mir. Der Sanitäter bringt sie mir morgens in die Zelle. Untersucht werde ich nicht. Wenn ich mich beschwere, sagt der Sanitäter, dass es allen schlecht gehe – wegen des Wetters, des Nebels oder was auch immer. Ich bin Vegetarierin, aber das interessiert niemanden. Sie bringen mir nur noch ein Glas Milch und Stück Butter. Ich muss selbst sehen, wie ich mich versorge. Meine beiden Söhne schicken mir Lebensmittel ins Gefängnis. Aber nicht alle kommen bei mir an.

Der Frau ist es sogar verboten die Tauben zu füttern.

Apropos Tauben füttern:

Das Originallied heißt „Frühlingslied“ (oft einfach „Taubenvergiften im Park“ genannt) von Georg Kreisler und die ursprüngliche Strophe lautet:
Schau, die Sonne ist warm und die Lüfte sind lau,
geh’n ma Tauben vergiften im Park!
Die Bäume sind grün und der Himmel ist blau,
geh’n ma Tauben vergiften im Park!

Schau, die Sonne ist warm und die Lüfte sind lau,
geh’n ma politisch Gefangene vergiften im russischen Bau!
Die Bäume sind grün und der Himmel ist blau,
geh’n ma politisch Gefangene vergiften im russischen Bau!

Variante 2:
Schau, der Wärter ist faul und die Suppe ist lau,
geh’n ma Russerln sekkieren im Bau!
Die Gitter sind eisern, der Himmel ist grau,
geh’n ma Russerln sekkieren im Bau! Quelle: Gemini

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Ich wollte aber eigentlich auf ganz was anderes hinaus, bei 37 Grad im Schatten. Auf spiegel.de kann man sich ausrechnen lassen, ob die Hitze am eigenen Wohnort noch Wetter oder schon Klima ist.

Da gibt es ein interaktives Tool unter dem Namen „SPIEGEL-Hitzemonitor“.

Da gibt es einen Wohnort-Vergleich: Sie können Ihre Postleitzahl oder Ihren Wohnort eingeben, und das Tool sucht die nächstgelegene Wetterstation heraus.
Wetter vs. Klima: Es vergleicht die aktuellen, täglich gemessenen Temperaturen und Hitzetage an diesem Ort mit den historischen, langjährigen Klimadaten (seit 1881).

Die Auswertung: Das Tool zeigt visuell, ob die derzeitige Hitze an Ihrem Wohnort noch im Bereich normaler Wetterschwankungen liegt oder ob die Abweichungen bereits so extrem sind, dass sie statistisch eindeutig auf den Klimawandel zurückzuführen sind.

Angeblich soll es auch schon ein interaktives Tool für Erinnerungen geben, auf einschlägigen Psychologie-Seiten, die bei mir einst noch von der Um2 noch anders aufgezogen wurden wie eine scheiß Spieluhr. Das war die Sprache meiner Kindheit. Eigentlich meines ganzen Erwachsenwerdens. Lehrjahre werden ja nur dann zu Herrenjahren, wenn sich eine positive Entwicklung am Horizont abzeichnet, was deine erlernten beruflichen Fähigkeiten betrifft. Ich war in dieser Sache ein Totalausfall. In der Praxis. In der Theorie passte alles. Und als ich dann einigermaßen erwachsen war, dem Gesetz nach, wurde wieder so mit mir gesprochen beim Militär. Egal. Darauf kommt es heute nicht mehr an. Das stimmt nicht. In diesem Psychologiepool, in dem dein Selbstwertgefühl längst ertrunken ist, wie der inzwischen abgeschlossene Fall Pilnacek …

Das ist total spooky. Da schließt die Staatsanwaltschaft Burgenland die Ermittlungen zum Fall Pilnacek endgültig ab, weil ein umfassendes gerichtsmedizinisches Gutachten ein Fremdverschulden am Tod des Ex-Sektionschefs zweifelsfrei ausgeschlossen hat, während gleichzeitig der parlamentarische Untersuchungsausschuss im Hohen Haus munter weitertagt.

Na ja.
Ein Rest Zweifel ist geblieben, weil die Polizei ein wenig schlampig gearbeitet hat. Der zentrale Vorwurf lautet, dass die am Fundort eingesetzten Beamten kein einziges funktionstüchtiges Thermometer dabei hatten, wodurch die für die Forensik essenzielle Messung der Leichenkerntemperatur komplett unterlassen wurde. Ohne diesen nicht wiederholbaren Messwert vor Ort war es der Gerichtsmedizin im Nachhinein unmöglich, den exakten Todeszeitpunkt wissenschaftlich präzise einzugrenzen. Kritiker im parlamentarischen Untersuchungsausschuss sehen in diesem eklatanten handwerklichen Fehler den Beweis für eine schlampige Tatortarbeit, die eine lückenlose Rekonstruktion der Todesnacht massiv erschwert hat.

Ich will mich dazu einfach nicht mehr äußern. Zu was genau? Der Untersuchungsausschuss tagt also noch? In der politischen Aufarbeitung gibt es kein Taktgefühl. Der ist gut. Das kostet doch jede Menge Geld, oder nicht? Nee, für gewählte Mitglieder des österreichischen Nationalrats ist so gut wie alles for free. Ende nie.

Und ich stelle mir gerade ein altes Wirtshaus vor, wo es noch ziemlich österreichisch zugeht, so von der Art her und kulinarisch. Und nach dem zweiten Bier sagt einer: „Geh, den Pilnazek haben sie aus dem Weg geräumt. Der wusste zu viel." Und niemand am Stammtisch widerspricht.

Die Erinnerung hat ein eigenes Gedächtnis und lebt einfach weiter, über den Moment hinaus, als ich dieses oder jenes zutrug. Damit das auch in geordneten Bahnen läuft, gibt man einfach seine Erinnerungen ein, und das Tool rechnet dann selbstständig aus: Ist das, was man erlebte, schon traumatisch oder einfach nur eine stinknormale Episode im Leben, die man künstlich aufbauscht zu einer Tragödie, weil man sonst nichts hat, das wirklich beunruhigend für ein Bewusstsein ist? Weshalb dann die Lebensangst die Möglichkeiten auffrisst wie einst noch die Seele. So ein Tool ist eine tolle Sache. Was sagt die künstliche Intelligenz dazu?

KI-Gemini. Ich bleibe schon bei der Aussprache hängen.
Und die verdrängt dann meine „KI-Scham“. Aber wenn es so weit sein wird, bin ich natürlich allzeit dazu bereit, alle KI-Rechenzentren dieser Welt zu stürmen, die uns im wahrsten Sinne des Wortes das Wasser abgraben wie unlängst noch die Avocado-Bauern in Spanien. „Unglaublich, wie viel Energie diese Nervenzentren der Gesellschaft in Zukunft verschwenden werden, wenn das so weitergeht mit der KI-Hausse an den Börsen. Weil so Fertige wie du, die längst fertig haben und trotzdem stur und unbelehrbar weitermachen, so als sei überhaupt nichts vorgefallen, wie wir alle nach dem Ende der Corona-Pandemie, KI-Systeme mit ihren bekloppten Anfragen bombardieren“, brüllt der Scheißhausdämon von der anderen Inselseite herüber.

So ausführlich redet der natürlich nicht. Der wiederholt einfach dreimal Fertig, fertig - deine drei Fertiggerichte. Ich versuche dann daraus etwas zu machen. Das über mein kleines Handicap hinausführt. Der ist gut.

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Zum Scheißhausdämon sage ich eigentlich nie „dummer W******“. Aus Angst, zur Strafe wieder ins Bett zu machen. Quelle: Das ist jetzt nicht dein voller Ernst? Doch. Und wer hat das jetzt gefragt? Egal. Das macht das Kraut auch nicht mehr fett.

Eigentlich wollte ich darüber erzählen, wie das Grauen in meiner Welt das Übergewicht erlangt hat. Das kam so. Viele Momente im Leben sind einfach nur flüchtig. Die verflüchtigen sich in der Welt, vor der selbst die Welt flüchtet, weshalb einige Regionen auf diesem Planeten zusehends unbewohnbar werden. Ganze Lebensräume verschwinden wegen dem Klima-Ding. Woraufhin sich viele Menschen jetzt besorgt fragen, wohin diese Menschen verschwinden werden, wenn sie in ihren angestammten Lebensräumen nicht bleiben können. Die werden sich ja nicht in Luft auflösen. Angestammte Lebensräume? Gibt es so etwas überhaupt noch? Gute Frage. Wir sollten da mal beim Professor Martin Sellner nachfragen. Seinerseits Demograf mit dem Schwerpunkt Migrationsforschung. Das ist nicht lustig.

Wie jetzt mit dem alten Horror-Clown? Willst du mich noch länger auf die Folter spannen. Sag ja nicht Spanner. Mein Reich spannt sich nicht einmal bis zu Zehenspitzen. Bücke ich mich runter fährt es mir immer ins Kreuz ein. Also lasse ich es lieber mit dem Runterbücken. Ich komme dann nicht mehr hoch - hinaus - nicht du - der Klaus.

Oder heißt der Ulf Poschardt:

Warum ist Bundeskanzler Friedrich Merz für Sie ein Bückbürger?

Wir sitzen hier vor einem Bild von Konrad Adenauer mit einer Ausgabe der «Neuen Zürcher Zeitung» in der Hand. Das passt ganz gut zu meinem Buch «Bückbürgertum». Darin erzähle ich die Kulturgeschichte der verlorenen Kulturkämpfe der Bürgerlichen.

Ich habe das Buch geschrieben, nachdem ich mit «Shitbürgertum» eher aus Versehen einen Bestseller gelandet hatte. Dort ging es um die kulturelle Dominanz eines linken Milieus, die seit der Gruppe 47 aufgebaut wurde und irgendwann so stark geworden war, dass sie praktisch unangreifbar erschien.

Nach dem Erfolg des Buches kamen viele Menschen zu mir und sagten: «Endlich spricht es mal jemand aus.» Und ich habe mich gefragt: Was habt ihr eigentlich die ganze Zeit gemacht? Die Antworten waren oft nachvollziehbar: Man hat ein Unternehmen gegründet, Kinder grossgezogen oder Karriere gemacht. Alles legitim. Aber mir wurde klar, dass das Problem nicht nur das Shitbürgertum war. Das Bürgertum selbst hat sich oft gefügt. Quelle: "NZZ"

Auf der Donauinsel gibt es eine Radfahrerin. Die fährt auch in den weniger freundlichen Jahreszeiten. Eine Frau in ihren 30ern, des Weiteren Mutter von einem kleinen Kind, das noch zu klein für den Kindergarten ist. Möglicherweise. Ich habe noch kein Gespräch mit ihr angeleiert, wenn ich an ihr vorbeiradle. Schon gar nicht in der kalten Jahreszeit. Möglicherweise fühlt sie sich dann allein durch meine Anwesenheit bedroht. Liest man ja andauernd. Dass ich Frauen allein durch die Anwesenheit von Männer bedroht fühlen. Ja. Was kann man dagegen machen? Na uns alle einsperren oder auslöschen.

Die fährt noch langsamer als der Radl-Hermann, den ich nur noch von der Weiten grüße. Aus purer Angst, der würde wieder über seinen drogenkranken Sohn herziehen. Ich kann das nicht mehr hören. Wie wunderbar Radl-Hermann sein Leben ist. Ich kann dan einfach nicht mit. Ich bekomme das mit seinem Sohn und wie wunderbar sein Leben ist irgendwie nicht richtig zusammen. Und ich kann auch nicht zu ihm sagen: „Radl-Hermann", bitte jammere endlich einmal. Du bist doch ein echter Wiener. Also fang endlich an über die Welt zu jammern. Das ist entlastend. Das befreit einen von der kleinstbürgerlichen Ursünde, ein Tachinierer zu sein.

Die Radfahrerin fährt ein schönes Damenrad, immer vorbildlich mit Fahrradhelm, und im Kindersitz sitzt das Kind. Wo sollte es auch sonst sitzen. Natürlich auch mit Fahrradhelm. Ich gehöre in dieser Sache zu den Unbelehrbaren. Und sehr oft, wenn ich vorbeiradle, schläft das Kind hinten im Kindersitz auf dem Damenfahrrad. Eigentlich habe ich das Kind noch nie nicht schlafend gesehen, wenn ich vorbeiradle. Das hat sich noch nie bewegt oder niedliche Kinderlaute von sich gegeben. Nicht mal Schreie. Woraufhin mir auf einmal der Gedanke einschoss – und das im wahrsten Sinne des Wortes –, natürlich von der „Vierer-Bande“ angeleiert: Das ist gar kein echtes Kind. Das ist nur eine Kinderpuppe. Womöglich ist das Kind schon seit Monaten tot, und die Mutter hat das Kind in ihrer grenzenlosen Trauer ausgestopft und präpariert wie die Russen ihren Lenin. Oder als Ersatz für diesen ungeheuerlichen Verlust, den sie nicht verkraftet hat fährt sie jetzt mit einer Puppe spazieren. Ich möchte jetzt nicht näher darauf eingehen, wer von den Vieren – du auf allen vieren down under – mir was genau ins Bewusstsein schleuderte, wie Bauern eine weitere Fuhre Jauche vor das Landwirtschaftsministerium. Mit dem Bauernstand ist nicht zu spaßen.

Fakt ist, dass mir tatsächlich erste Zweifel kamen . Vielleicht ist an dieser Theorie ein Körnchen Wahrheit dran. Also überholte ich das letzte Mal viel langsamer als sonst. Und genau in dem Moment, als ich hinblicken wollte, was jetzt genau Sache ist, warum ich meinen Blick nicht trauen kann, kam mir doch tatsächlich der Radl-Hermann entgegen. Weswegen ich total erschrocken vergaß hinzugucken. Wie das Kaninchen auf die Schlange guckte ich auf den Radl-Hermann. Der Mann hat ja die Härte weg. Schon meine Routine ist bleiern und für Unkundige angsteinflößend. Aber die ist nichts gegen das, was der Radl-Hermann herunterreißt, tagtäglich und bei jedem Wetter. Der wird nächste Woche wahrscheinlich bei 40 Grad auch noch sein Programm herunterspulen.

Deswegen wurde nichts aus der Gelegenheit mal ganz genau zugucken was Sache ist. Unsere Idylle ist ja oft eine trügerische. Da trügt manchmal der schöne Schein. Aber doch nicht in diesem Fall. An der Frau Radl ja an einem Wochenende hunderte von Leuten vorbei. Na und?

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Auf Apple TV gibt es zu diesem Thema sogar eine Serie zu diesem Thema. Sie heißt „Servant“ und erzählt die Geschichte des Ehepaars Dorothy und Sean Turner, die ihr drei Monate altes Baby verlieren. Um die traumatisierte Dorothy aus ihrer schweren Psychose zu holen, wird eine täuschend echte Reborn-Puppe als Therapie eingesetzt, die sie wie ein echtes Kind umsorgt. Die Situation spitzt sich zu, als das Paar die mysteriöse Nanny Leanne einstellt: Kurz nach ihrer Ankunft erwacht die leblose Puppe plötzlich wie durch ein Wunder zum Leben.

Und das guckst du?
Nee, das ist doch völlig absurd.

Ende

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