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Mittwoch, 20. Mai 2026
Der Frauenhasser 
der imperialist, 13:05h
Die Frage, warum der Mann Frauen hasst, kann ich leider nicht beantworten; ich bin kein Schriftsteller. Er ist jedoch kein plumper Frauenhasser aus der digitalen Manosphere-Bubble, in der Typen wie Andrew Tate, Incels (wenn die sich einen runterholen kommt nur heiße Luft heraus) irgendeinen Scheiß über Frauen erzählen – etwa über Frauen und ‚Kinder, Küche, Kochen, Kirche‘, um ihre intellektuelle Lücke zu füllen, so wie wir unsere demokratische Lücke mit Migranten und Migrantinnen füllen.“
Also Kirche weniger. Schon eher Moschee.
Der Welt gehen die Kinder aus. Was tun?
Demografie. Fast überall rasseln die Geburtenraten in den Keller. Für den Demografen Paul Morland ist das ein „großes Problem der Menschheit“ und die Sorge darüber weder antifeministisch noch rechts. Ökologische Einwände hält er für heuchlerisch.
„Die Presse“: Beginnen wir mit Österreich: Seit 50 Jahren haben Frauen hier im Schnitt weniger als die zwei Kinder, die nötig wären, um die Bevölkerungszahl ohne Migration stabil zu halten. Allein seit 2022 ist die Geburtenrate von 1,5 auf unter 1,3 gesunken. Die Frage, ob Massenmigration die Lücke schließen würde, können wir uns sparen – die Bevölkerung will das nicht. Unter diesen Bedingungen: Wie sehen Sie die Zukunft der Österreicher?
Paul Morland: Sie werden immer weniger – so wie jetzt schon in Japan, dort sind es eine Million pro Jahr weniger. Sie kommen in eine Situation, wo es nicht mehr möglich ist, für die Alten zu sorgen, wo Sie die Gesundheitsleistungen nicht mehr bezahlen können. Dörfer entvölkern sich, für Gemeinden lohnt sich die Anbindung an den öffentlichen Verkehr nicht mehr. Es fehlt an Schwung: Eine alternde, sinkende Erwerbsbevölkerung ist weniger einfallsreich, weniger unternehmerisch, einfach weniger. Für die Regierung wird es immer schwieriger, den Haushalt auszugleichen, sie braucht immer mehr Schulden. Bis der Anleihemarkt nein sagt und der Staat bankrott ist. Alles schrumpft, und der Letzte löscht das Licht aus. Es ist ein ziemlich düsterer Ausblick.
Das ist ein Problem für Europa. Aber doch nicht auf globaler Ebene?
Doch. Es passiert nun fast überall. Nur noch wenige Staaten in Afrika haben viele Kinder. Immer mehr Länder haben Werte unter der Reproduktionsrate von zwei, immer mehr haben mehr Sterbefälle als Geburten. Selbst ärmere Länder wie Thailand oder Jamaika haben jetzt eine so niedrige Rate wie Österreich. In Südkorea liegt sie bei 0,8, das bedeutet: Aus 100 Menschen in einer Generation werden 40 in der nächsten und nur mehr 16 in der übernächsten. Das ist der schlimmste Fall, aber viele Länder gehen in diese Richtung. Es wird ein großes Problem für die Menschheit.
Ich habe dazu keine eigene Meinung. Ich sterbe sowieso aus. Meine Gene sind nicht einmal Gast im Wind. Sprachprogramm: „Dust in the Wind".
Während die digitale Masse in den Echokammern der „Manosphere“ um Bestätigung winselt, betrachtet dein Protagonist das Spektakel mit der Distanz eines Pathologen. Wo andere Andrew Tate zitieren, um ihre Unsicherheit zu übertünchen, schweigt er. Sein Narzissmus braucht keine Likes; er speist sich aus der Gewissheit, dass selbst der Widerstand der anderen nur ein vorprogrammiertes Skript ist.
Die Verachtung der „Optimierung“
Er betreibt keine kapitalistische Selbstoptimierung, um auf dem „Dating-Markt“ zu bestehen – er lehnt den Markt als Ganzes ab. Für ihn sind Incels und Pick-up-Artists nur zwei Seiten derselben wertlosen Medaille: Beide sind Sklaven ihres Verlangens nach Anerkennung durch das Weibliche. Seine Überlegenheit ist nicht körperlich oder finanziell, sie ist existentiell. Er hat die Empathie nicht abgelegt, weil er verletzt wurde, sondern weil er sie als biochemischen Defekt begreift, der den Blick auf das Wesentliche verstellt.
Die TradWife-Connection: Ästhetik als Unterwerfung
Hier trifft sein elitärer Nihilismus auf die neue Welle der TradWives. Er sieht in diesem Trend nicht die Rückkehr zu „christlichen Werten“ oder familiärer Idylle, sondern die ultimative Form der ästhetischen Kapitulation.
Das Weibliche als Requisit: Für ihn ist das TradWife kein Partner, sondern ein kuratiertes Objekt in seinem privaten Museum der Ordnung.
Inszenierte Unterordnung: Er liebt das TradWife-Narrativ nicht aus Sehnsucht nach Liebe, sondern wegen der totalen Unterwerfung unter eine Form. Während die Frau im 50er-Jahre-Kleid Sauerteig knetet, sieht er darin die Bestätigung seiner Theorie: Dass Individualität eine Illusion ist, die man durch die richtige Choreografie ersetzen kann.
Stille Dominanz: Er braucht keinen Lärm, um zu herrschen. Das stille, performative Heimchen am Herd ist das perfekte Echo für seinen stillen, gefährlichen Narzissmus. Es ist eine Symbiose der Künstlichkeit.
„Er rettet niemanden aus der Matrix. Er baut sich lediglich eine eigene, in der die Tapetenmuster der 50er Jahre die Gitterstäbe eines goldenen Käfigs sind, den er mit der Präzision eines Uhrmachers instand hält.“
Er sieht das TradWife als die einzige logische Antwort auf die „Entropie der Moderne“ – nicht aus Liebe zur Tradition, sondern aus Lust an der totalen Kontrolle über eine statische, wehrlose Ästhetik. Quelle: Gemini
Scheiße, fällt mir der Wortmacher in den nächsten Gedanken. Schreibst du überhaupt noch irgendetwas selbst! Dümmer Wixxer.
Unser Frauenhasser geht sehr subtil vor. Der ist gewissermaßen auf den Hund gekommen. Der hat sich einen Hund zugelegt. Eine Hündin. Und da hat er extra nachgeforscht. Welche Hunde leben am längsten? Dazu hat der wissenschaftliche Daten verwendet aus 150 Hunderassen, die ein Team um Datenwissenschaftlerin Kirsten McMillan von der britischen Tierschutzorganisation Dogs Trust, 2024 im Fachmagazin »Scientific Reports« veröffentlicht hat. Die Daten beruhen auf knapp 600.000 Hunden aus dem Vereinigten Königreich. Die Informationen stammten von Tiervermittlungs- und Tierschutzorganisationen, Zuchtverbänden, Tierversicherungen, Tierarztverbänden und veterinärmedizinischen Archiven an Universitäten. Die Auswertung schließt also mehr als 150 Rassen ein. Es ist der bislang umfangreichste wissenschaftliche Vergleich der Lebenserwartung von Hunden.
Am längsten leben laut der Studie kleine Hunde mit langer Schnauze: Dackel zum Beispiel. Sie bleiben ihren Menschen im Schnitt etwas mehr als 13 Jahre lang erhalten, viele auch deutlich darüber hinaus. Einzelne Rassen stechen hervor, weil die Tiere durchschnittlich 14 Jahre und mehr leben, darunter Pudel, Mittelspitz und Shiba Inu.
Mittelgroße Hunde mit verkürztem Schädel hingegen haben ein höheres Risiko, jung zu sterben. Bei der Englischen Bulldogge lag die durchschnittliche Lebensdauer den Daten zufolge bei 9,8 Jahren. Männliche Exemplare wurden im Schnitt sogar nur 9,1 Jahre alt. Die stämmigen Tiere mit ihren Knautschgesichtern sind damit unter den kurzlebigsten Rassehunden in der Studie.
Das passte dem Mann überhaupt nicht, dass selbst bei den Hunden die Männchen früher aufgeben als die Weibchen. Also legte er sich eine englische Bulldogge zu. Er hätte zwar insgeheim lieber einen Dackel gehabt – einen treuen Gefährten und besten Kumpel, den er Franz genannt hätte –, doch nach dreizehn gemeinsamen Jahren wäre ihm der Abschied zu schmerzlich gewesen. So nannte er sie einfach Janis, wie die Joplin.
Im Jahr 1962 kürte eine Fraternity an der University of Texas die unangepasste Janis Joplin im Rahmen einer böswilligen Abstimmung zum „Ugliest Man on Campus“, woraufhin sie die Universität fluchtartig verließ und ihre Karriere in San Francisco startete.
Ende
Also Kirche weniger. Schon eher Moschee.
Der Welt gehen die Kinder aus. Was tun?
Demografie. Fast überall rasseln die Geburtenraten in den Keller. Für den Demografen Paul Morland ist das ein „großes Problem der Menschheit“ und die Sorge darüber weder antifeministisch noch rechts. Ökologische Einwände hält er für heuchlerisch.
„Die Presse“: Beginnen wir mit Österreich: Seit 50 Jahren haben Frauen hier im Schnitt weniger als die zwei Kinder, die nötig wären, um die Bevölkerungszahl ohne Migration stabil zu halten. Allein seit 2022 ist die Geburtenrate von 1,5 auf unter 1,3 gesunken. Die Frage, ob Massenmigration die Lücke schließen würde, können wir uns sparen – die Bevölkerung will das nicht. Unter diesen Bedingungen: Wie sehen Sie die Zukunft der Österreicher?
Paul Morland: Sie werden immer weniger – so wie jetzt schon in Japan, dort sind es eine Million pro Jahr weniger. Sie kommen in eine Situation, wo es nicht mehr möglich ist, für die Alten zu sorgen, wo Sie die Gesundheitsleistungen nicht mehr bezahlen können. Dörfer entvölkern sich, für Gemeinden lohnt sich die Anbindung an den öffentlichen Verkehr nicht mehr. Es fehlt an Schwung: Eine alternde, sinkende Erwerbsbevölkerung ist weniger einfallsreich, weniger unternehmerisch, einfach weniger. Für die Regierung wird es immer schwieriger, den Haushalt auszugleichen, sie braucht immer mehr Schulden. Bis der Anleihemarkt nein sagt und der Staat bankrott ist. Alles schrumpft, und der Letzte löscht das Licht aus. Es ist ein ziemlich düsterer Ausblick.
Das ist ein Problem für Europa. Aber doch nicht auf globaler Ebene?
Doch. Es passiert nun fast überall. Nur noch wenige Staaten in Afrika haben viele Kinder. Immer mehr Länder haben Werte unter der Reproduktionsrate von zwei, immer mehr haben mehr Sterbefälle als Geburten. Selbst ärmere Länder wie Thailand oder Jamaika haben jetzt eine so niedrige Rate wie Österreich. In Südkorea liegt sie bei 0,8, das bedeutet: Aus 100 Menschen in einer Generation werden 40 in der nächsten und nur mehr 16 in der übernächsten. Das ist der schlimmste Fall, aber viele Länder gehen in diese Richtung. Es wird ein großes Problem für die Menschheit.
Ich habe dazu keine eigene Meinung. Ich sterbe sowieso aus. Meine Gene sind nicht einmal Gast im Wind. Sprachprogramm: „Dust in the Wind".
Während die digitale Masse in den Echokammern der „Manosphere“ um Bestätigung winselt, betrachtet dein Protagonist das Spektakel mit der Distanz eines Pathologen. Wo andere Andrew Tate zitieren, um ihre Unsicherheit zu übertünchen, schweigt er. Sein Narzissmus braucht keine Likes; er speist sich aus der Gewissheit, dass selbst der Widerstand der anderen nur ein vorprogrammiertes Skript ist.
Die Verachtung der „Optimierung“
Er betreibt keine kapitalistische Selbstoptimierung, um auf dem „Dating-Markt“ zu bestehen – er lehnt den Markt als Ganzes ab. Für ihn sind Incels und Pick-up-Artists nur zwei Seiten derselben wertlosen Medaille: Beide sind Sklaven ihres Verlangens nach Anerkennung durch das Weibliche. Seine Überlegenheit ist nicht körperlich oder finanziell, sie ist existentiell. Er hat die Empathie nicht abgelegt, weil er verletzt wurde, sondern weil er sie als biochemischen Defekt begreift, der den Blick auf das Wesentliche verstellt.
Die TradWife-Connection: Ästhetik als Unterwerfung
Hier trifft sein elitärer Nihilismus auf die neue Welle der TradWives. Er sieht in diesem Trend nicht die Rückkehr zu „christlichen Werten“ oder familiärer Idylle, sondern die ultimative Form der ästhetischen Kapitulation.
Das Weibliche als Requisit: Für ihn ist das TradWife kein Partner, sondern ein kuratiertes Objekt in seinem privaten Museum der Ordnung.
Inszenierte Unterordnung: Er liebt das TradWife-Narrativ nicht aus Sehnsucht nach Liebe, sondern wegen der totalen Unterwerfung unter eine Form. Während die Frau im 50er-Jahre-Kleid Sauerteig knetet, sieht er darin die Bestätigung seiner Theorie: Dass Individualität eine Illusion ist, die man durch die richtige Choreografie ersetzen kann.
Stille Dominanz: Er braucht keinen Lärm, um zu herrschen. Das stille, performative Heimchen am Herd ist das perfekte Echo für seinen stillen, gefährlichen Narzissmus. Es ist eine Symbiose der Künstlichkeit.
„Er rettet niemanden aus der Matrix. Er baut sich lediglich eine eigene, in der die Tapetenmuster der 50er Jahre die Gitterstäbe eines goldenen Käfigs sind, den er mit der Präzision eines Uhrmachers instand hält.“
Er sieht das TradWife als die einzige logische Antwort auf die „Entropie der Moderne“ – nicht aus Liebe zur Tradition, sondern aus Lust an der totalen Kontrolle über eine statische, wehrlose Ästhetik. Quelle: Gemini
Scheiße, fällt mir der Wortmacher in den nächsten Gedanken. Schreibst du überhaupt noch irgendetwas selbst! Dümmer Wixxer.
Unser Frauenhasser geht sehr subtil vor. Der ist gewissermaßen auf den Hund gekommen. Der hat sich einen Hund zugelegt. Eine Hündin. Und da hat er extra nachgeforscht. Welche Hunde leben am längsten? Dazu hat der wissenschaftliche Daten verwendet aus 150 Hunderassen, die ein Team um Datenwissenschaftlerin Kirsten McMillan von der britischen Tierschutzorganisation Dogs Trust, 2024 im Fachmagazin »Scientific Reports« veröffentlicht hat. Die Daten beruhen auf knapp 600.000 Hunden aus dem Vereinigten Königreich. Die Informationen stammten von Tiervermittlungs- und Tierschutzorganisationen, Zuchtverbänden, Tierversicherungen, Tierarztverbänden und veterinärmedizinischen Archiven an Universitäten. Die Auswertung schließt also mehr als 150 Rassen ein. Es ist der bislang umfangreichste wissenschaftliche Vergleich der Lebenserwartung von Hunden.
Am längsten leben laut der Studie kleine Hunde mit langer Schnauze: Dackel zum Beispiel. Sie bleiben ihren Menschen im Schnitt etwas mehr als 13 Jahre lang erhalten, viele auch deutlich darüber hinaus. Einzelne Rassen stechen hervor, weil die Tiere durchschnittlich 14 Jahre und mehr leben, darunter Pudel, Mittelspitz und Shiba Inu.
Mittelgroße Hunde mit verkürztem Schädel hingegen haben ein höheres Risiko, jung zu sterben. Bei der Englischen Bulldogge lag die durchschnittliche Lebensdauer den Daten zufolge bei 9,8 Jahren. Männliche Exemplare wurden im Schnitt sogar nur 9,1 Jahre alt. Die stämmigen Tiere mit ihren Knautschgesichtern sind damit unter den kurzlebigsten Rassehunden in der Studie.
Das passte dem Mann überhaupt nicht, dass selbst bei den Hunden die Männchen früher aufgeben als die Weibchen. Also legte er sich eine englische Bulldogge zu. Er hätte zwar insgeheim lieber einen Dackel gehabt – einen treuen Gefährten und besten Kumpel, den er Franz genannt hätte –, doch nach dreizehn gemeinsamen Jahren wäre ihm der Abschied zu schmerzlich gewesen. So nannte er sie einfach Janis, wie die Joplin.
Im Jahr 1962 kürte eine Fraternity an der University of Texas die unangepasste Janis Joplin im Rahmen einer böswilligen Abstimmung zum „Ugliest Man on Campus“, woraufhin sie die Universität fluchtartig verließ und ihre Karriere in San Francisco startete.
Ende
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Dienstag, 19. Mai 2026
Die Karteileichen - jetzt online.
der imperialist, 13:46h
Ups. Verklickt. Ich will nicht oben auf sein.
10 Millionen oder sind es gar 12 Millionen NSDAP-Mitglieder, deren Mitgliedschaft in der NSDAP jetzt online gestellt wurde? Damit man besser weiß, was der wortkarge Opa und die Oma, die sich noch im hohen Alter alleine in ihrem Garten hochbückte, so getan oder nicht getan hatten in den dunklen Stunden.
Möglicherweise ist auch etwas über den seltsamen Onkel dabei, den man immer aus dem Zimmer führen musste, wenn er einen Rausch hatte – und für den sich die Tante dann immer entschuldigte: „Aber wir hatten ja alle nichts nach dem Krieg. Wir mussten wieder ganz von vorne beginnen.“ ©️Die Tante
10 Millionen oder 12 Millionen ganz kleine Lichter, die im Einzelfall kaum der Rede wert sind. So klein, dass man auch davon absah, groß Licht in die Sache zu bringen.
Täter, Täter, Übeltäter. Der Hitler war’s. Fragt doch den Hitler. Der kennt die Antwort. Der hat uns das eingebrockt. Unsere Kinder leben noch. Nicht alle aber doch einige. Nicht so wie bei den Goebbels.
Schwer zu sagen, wer Opportunist war oder wer Feuer und Flamme für die nationalsozialistische Sache. Na ja, das Eintrittsdatum in die Partei könnte ein brauchbares Indiz sein. Wer schon 1927 in der NSDAP-Bar saß, gehörte zu den „Alten Kämpfern“. Wer jedoch erst 1931 oder 1932 eintrat, verfolgte wohl schon klare Absichten. Und jene, die erst nach der Machtübernahme 1933 massenhaft dazustießen, nannte man spöttisch die „Märzgefallenen“. Gute Frage.
Hier brannte ein kleines Licht und dort brannte ein kleines Licht. Aber zusammengenommen verbrannten sie zuerst die Bücher, danach die Synagogen und danach die Leichen von Millionen Juden, Roma und Sinti, politisch Andersdenkenden, Homosexuellen und „unnützen Essern“. Dabei liefen die Öfen in den Vernichtungslagern auf Anschlag.
Behinderte Menschen – oder Menschen, die man zu Behinderten machte – wurden zuvor in der „Aktion T4“ ermordet. Hier bei uns am Spiegelgrund. Guck mal runter zu dem Grund, zum Abgrund: Er wird dich durch tote Augen ansehen.
Hier ein kleines Licht und dort ein kleines Licht, das für sich genommen nicht der Rede wert ist. Genommen haben sie sich schon so einiges: Das wunderschöne sechsteilige Tellerservice aus Keramik von den Nachbarn. Möglicherweise sogar aus Gmundner Keramik. So etwas wie einen Container für Altkleider wie heute gab es damals ja nicht für eine Teeservice aus Keramik. Und einw leere Suppenschüssel ist eine leere Suppenschüssel. Die hat nicht das Zeug zum Kunstwerk wie ein Urinal. Da muss eine Suppe rein, die 81 Jahre nach Kriegsende schon sehr dünn ist. Die Wahrheit ist verdünnt wie ein Wirkstoff beim Globuli. So bleiben nur die homöopathischen Dosen. Das geht schon.
Guck, der Opa in seiner Scheune. Dort hatte er sich jahrelang verkrochen. Guck die Oma: In deren Geschichten wurde von den Russen immer nur die Nachbarin vergewaltigt. Deutsche Wehrmacht Soldaten hingegen machten so etwas nicht. Die waren anständig geblieben.
Aber darüber haben sie in der Regel nicht gesprochen. Sie waren alle kleine Lichter, der moralische Beifang des industriellen Massenmords. Hier brannte ein Licht kaum merklich, und dort war ein Licht so klein, dass es nicht einmal ein Geschichtsbuch erhellte, über das man sich bücken könnte.
Zusammengenommen waren sie aber ein Lichtermeer, ein riesiges Feuer, das den Kontinent in ein Flammenmeer verwandelte – in eine Feuerhöhle, in der sie dann selbst bis zur Unkenntlichkeit verbrannten.
Ein kleines Feuer soll aber unter der Oberfläche weitergelodert haben. Ein kleines Licht das ein großes Feuer entzünden könnte, wie eine Idee deren Zeit gekommen ist. Hast du von diesem verrückten Onkel gehört, der die Blutgruppentätowierung an der Innenseite des linken Oberarms hatte? Sie saß etwa 20 cm oberhalb des Ellenbogens und bestand lediglich aus einem circa 7 bis 10 mm großen Buchstaben (A, B, 0 oder AB) in dunkelblauer oder schwarzer Tinte. ©️ Die Überlebenden von Auschwitz- Birkenau.
Mit einer dunklen Tinte soll auch Paul Celan seine ‚Todesfuge‘ geschrieben haben, bevor er seine Erinnerungen nicht mehr aushielt und in die Seine sprang. Viele Täter haben nach dem Krieg wieder Kapital akkumuliert wie einige Opfer zeitgleich Traumata.
Der bekloppte Onkel genau. Der sagte einmal zu uns bei einer Familienfeier: „Mach die Suppenschüssel ja nicht auf. Die ist voll Asche. Voll menschlicher Asche. Wir haben die alle umgebracht. Einen nach dem anderen. Eine nach der anderen. Und ihre Kinder natürlich auch. Nicht dass die Rache an uns üben können. Stell die Suppenschüssel sofort wieder ins Regal. Oder gleich auf dem Dachboden oder in den Keller. Die Fahrenden kommen ja nicht mehr die sind ja alle tot. Die haben wir auch alle umgebracht". Wir lachten alle über den bekloppten Onkel. Der lief schreiend aus dem Raum. Die Tante hinterher. Wir haben sie nie wieder gesehen.
Nie wieder. Genau.
Ende
10 Millionen oder sind es gar 12 Millionen NSDAP-Mitglieder, deren Mitgliedschaft in der NSDAP jetzt online gestellt wurde? Damit man besser weiß, was der wortkarge Opa und die Oma, die sich noch im hohen Alter alleine in ihrem Garten hochbückte, so getan oder nicht getan hatten in den dunklen Stunden.
Möglicherweise ist auch etwas über den seltsamen Onkel dabei, den man immer aus dem Zimmer führen musste, wenn er einen Rausch hatte – und für den sich die Tante dann immer entschuldigte: „Aber wir hatten ja alle nichts nach dem Krieg. Wir mussten wieder ganz von vorne beginnen.“ ©️Die Tante
10 Millionen oder 12 Millionen ganz kleine Lichter, die im Einzelfall kaum der Rede wert sind. So klein, dass man auch davon absah, groß Licht in die Sache zu bringen.
Täter, Täter, Übeltäter. Der Hitler war’s. Fragt doch den Hitler. Der kennt die Antwort. Der hat uns das eingebrockt. Unsere Kinder leben noch. Nicht alle aber doch einige. Nicht so wie bei den Goebbels.
Schwer zu sagen, wer Opportunist war oder wer Feuer und Flamme für die nationalsozialistische Sache. Na ja, das Eintrittsdatum in die Partei könnte ein brauchbares Indiz sein. Wer schon 1927 in der NSDAP-Bar saß, gehörte zu den „Alten Kämpfern“. Wer jedoch erst 1931 oder 1932 eintrat, verfolgte wohl schon klare Absichten. Und jene, die erst nach der Machtübernahme 1933 massenhaft dazustießen, nannte man spöttisch die „Märzgefallenen“. Gute Frage.
Hier brannte ein kleines Licht und dort brannte ein kleines Licht. Aber zusammengenommen verbrannten sie zuerst die Bücher, danach die Synagogen und danach die Leichen von Millionen Juden, Roma und Sinti, politisch Andersdenkenden, Homosexuellen und „unnützen Essern“. Dabei liefen die Öfen in den Vernichtungslagern auf Anschlag.
Behinderte Menschen – oder Menschen, die man zu Behinderten machte – wurden zuvor in der „Aktion T4“ ermordet. Hier bei uns am Spiegelgrund. Guck mal runter zu dem Grund, zum Abgrund: Er wird dich durch tote Augen ansehen.
Hier ein kleines Licht und dort ein kleines Licht, das für sich genommen nicht der Rede wert ist. Genommen haben sie sich schon so einiges: Das wunderschöne sechsteilige Tellerservice aus Keramik von den Nachbarn. Möglicherweise sogar aus Gmundner Keramik. So etwas wie einen Container für Altkleider wie heute gab es damals ja nicht für eine Teeservice aus Keramik. Und einw leere Suppenschüssel ist eine leere Suppenschüssel. Die hat nicht das Zeug zum Kunstwerk wie ein Urinal. Da muss eine Suppe rein, die 81 Jahre nach Kriegsende schon sehr dünn ist. Die Wahrheit ist verdünnt wie ein Wirkstoff beim Globuli. So bleiben nur die homöopathischen Dosen. Das geht schon.
Guck, der Opa in seiner Scheune. Dort hatte er sich jahrelang verkrochen. Guck die Oma: In deren Geschichten wurde von den Russen immer nur die Nachbarin vergewaltigt. Deutsche Wehrmacht Soldaten hingegen machten so etwas nicht. Die waren anständig geblieben.
Aber darüber haben sie in der Regel nicht gesprochen. Sie waren alle kleine Lichter, der moralische Beifang des industriellen Massenmords. Hier brannte ein Licht kaum merklich, und dort war ein Licht so klein, dass es nicht einmal ein Geschichtsbuch erhellte, über das man sich bücken könnte.
Zusammengenommen waren sie aber ein Lichtermeer, ein riesiges Feuer, das den Kontinent in ein Flammenmeer verwandelte – in eine Feuerhöhle, in der sie dann selbst bis zur Unkenntlichkeit verbrannten.
Ein kleines Feuer soll aber unter der Oberfläche weitergelodert haben. Ein kleines Licht das ein großes Feuer entzünden könnte, wie eine Idee deren Zeit gekommen ist. Hast du von diesem verrückten Onkel gehört, der die Blutgruppentätowierung an der Innenseite des linken Oberarms hatte? Sie saß etwa 20 cm oberhalb des Ellenbogens und bestand lediglich aus einem circa 7 bis 10 mm großen Buchstaben (A, B, 0 oder AB) in dunkelblauer oder schwarzer Tinte. ©️ Die Überlebenden von Auschwitz- Birkenau.
Mit einer dunklen Tinte soll auch Paul Celan seine ‚Todesfuge‘ geschrieben haben, bevor er seine Erinnerungen nicht mehr aushielt und in die Seine sprang. Viele Täter haben nach dem Krieg wieder Kapital akkumuliert wie einige Opfer zeitgleich Traumata.
Der bekloppte Onkel genau. Der sagte einmal zu uns bei einer Familienfeier: „Mach die Suppenschüssel ja nicht auf. Die ist voll Asche. Voll menschlicher Asche. Wir haben die alle umgebracht. Einen nach dem anderen. Eine nach der anderen. Und ihre Kinder natürlich auch. Nicht dass die Rache an uns üben können. Stell die Suppenschüssel sofort wieder ins Regal. Oder gleich auf dem Dachboden oder in den Keller. Die Fahrenden kommen ja nicht mehr die sind ja alle tot. Die haben wir auch alle umgebracht". Wir lachten alle über den bekloppten Onkel. Der lief schreiend aus dem Raum. Die Tante hinterher. Wir haben sie nie wieder gesehen.
Nie wieder. Genau.
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Sonntag, 17. Mai 2026
Eine Bergung aus höchster Not. Ohne ESC.
der imperialist, 10:29h
Der Text ist kein linearer Bericht, sondern eine assoziative Montage. 
„Ah, gracioso.“
Es ist vollbracht. Bulgarien 12 Points. Sängerin Dara erhielt sowohl von den Jurys als auch vom Publikum die Höchstwertung. Zu sexy. Ich sah nur den schwedischen Beitrag. Ebenfalls zu
Für einen alten Sack. Ja. Platz 2 ging wie letztes Jahr an Israel. ©️Sicherlich wieder eine jüdische Weltverschwörung spotte ich. Dem Netanjahu ist alles zuzutrauen. Laut New York Times und weiteren Medien startete die israelische Regierung unter Benjamin Netanjahu eine organisierte Soft‑Power‑Kampagne, um Stimmen zu mobilisieren. Diplomaten kontaktierten europäische Sender, und es wurden Online‑Werbungen in mehreren Sprachen geschaltet, die direkt zum Mehrfachvoten für Israel aufriefen. Zwecks Imagekorrektur und so.
Während der sonst so unbeschwerte Wettbewerb zu einem Stellvertreterkampf über Nahost‑Konflikte und Menschenrechte wurde, kämpfte Eurovision darum, ein zentrales Prinzip zu verteidigen: Politik spielt keine Rolle bei diesem Event. Quelle: Diese Ansage ist gut. Der ESC ist nicht politisch.
„Waterloo von ABBA (Eurovision 1974) ist kein Kriegslied, sondern ein Liebeslied mit historischer Metapher. Die Schlacht von Waterloo dient als Bild für das Kapitulieren vor Gefühlen: So wie Napoleon seiner Niederlage nicht entkam, entkommt die Sängerin der Liebe nicht. Sie gesteht, dass sie besiegt wurde – und empfindet gerade darin einen Sieg, weil Hingabe Nähe und Glück bedeutet. Das Paradox „I feel like I win when I lose“ bringt es auf den Punkt: Wer sich der Liebe beugt, gewinnt.“
Der letzte Platz ist es dann doch nicht geworden: Österreichs Vertreter Cosmó landete beim 70. Eurovision Song Contest in der Wiener Stadthalle auf dem 24. Rang und vermied somit, als Schlusslicht diese Ausgabe zu beenden. Direkt nach dem Auftritt zeigte sich der Sänger zufrieden mit der Leistung. "Wir konnten unser Bestes geben." Zum konkreten Abschneiden meinte er: "Es ist nicht der letzte Platz - was auch in Ordnung gewesen wäre." Mit insgesamt sechs Punkten landete Cosmó damit direkt vor Großbritannien, das sich mit einem Punkt begnügen musste.
Die Briten. Der britische Premier Keir Starmer (Labour Party). Ich habe zum Spaß auf seinen Rücktritt gewettet vor zwei Wochen. Privatwette mit dem S. Nur so zum Spaß. Allerdings schon im Juni. Was sehr wahrscheinlich der falsche Zeitpunkt für seinen Rücktritt sein wird. Eher Herbst. Der Starmer ist als Premier so beliebt wie du in diesem Format. So ungefähr, ja. Den hat auch der Epstein‑Fluch erwischt. Sein Botschafter in den USA, Lord Mandelson, bezeichnete den Epstein – nicht alles wieder versteckt sein – als seinen „besten Kumpel“. Die großen Fragen zu Jeffrey Epstein: Was die Times herausgefunden hat. Die New York Times. Mehr als 60 Journalisten der Times haben sich eingehend mit dem Leben des Sexualstraftäters auseinandergesetzt, dessen Geheimnisse eine internationale Auseinandersetzung über Geld, Macht und Mittäterschaft auslösten. Muss ich noch lesen.
Menschenhandel mit Minderjährigen in New York und Florida
Später beschuldigten Bundesanwälte Herrn Epstein, in seinem Stadthaus in Manhattan sowie in Palm Beach von mindestens 2002 bis 2005 Dutzende von Mädchen missbraucht und mit ihnen Handel getrieben zu haben. Einige hatte er angelockt, indem er sich als Talentscout für Victoria's Secret ausgab.
Später verlagerte er seinen Fokus auf junge Frauen und angehende Models.
Nach seiner Haftstrafe in einem Gefängnis in Florida wegen Anstiftung zur Prostitution einer Minderjährigen scheint Epstein seinen Fokus von minderjährigen Opfern auf junge Frauen verlagert zu haben. Er war oft von angehenden Models aus Russland und Osteuropa umgeben, von denen einige später angaben, sich unter seiner Kontrolle gefangen gefühlt zu haben.
Frauen ihren männlichen Freunden und Geschäftspartnern vorstellen
Einige haben mehrere dieser Freunde und Bekannten der Vergewaltigung beschuldigt, die Männer bestreiten dies jedoch.
Hunderte von Frauen meldeten sich nach seinem Tod im Jahr 2019.
Sie haben ihn der Vergewaltigung und des Missbrauchs beschuldigt, auch als sie noch Mädchen waren – Anschuldigungen, die in einigen Fällen bis in die frühen 1990er-Jahre zurückreichen. Mindestens eine dieser Frauen, Virginia Giuffre, hat Suizid begangen .
Wie konnte er damit so lange ungeschoren davonkommen? Quelle: 📰
Gute Frage.
Die Um2, spotte ich, würde den Mann trotzdem einladen. Der ist ein echter Lord. Nur zum Feiern ist Labour nicht zumute. Die haben bei den Kommunal‑ und Regionalwahlen Anfang Mai ein Debakel erlitten. Die Sozialdemokraten verloren in England mehr als tausend Mandate in kommunalen Gremien
Die Rechtspopulisten von Reform UK gehen mit mehr als 1400 Mandaten als klarer Sieger hervor. Die Konservativen haben ebenfalls ein Debakel erlebt. Die Grünen sind der zweite Gewinner der Wahl.
Im Londoner Innenstadtbezirk Hackney fahren die Grünen mit 42 von 57 Mandaten einen Erdrutschsieg ein, Labour schrumpft von bisher 44 auf jetzt 9 – die restlichen sechs Mandate bleiben unverändert bei den Konservativen. „Das Zweiparteiensystem stirbt nicht bloß, es ist tot und unter der Erde“, jubelte Grünen-Parteichef Zack Polanskl danach. „Ob hier, wo Labour verloren hat, oder landesweit, ist es sehr klar, dass die neue Politik Grüne gegen Reform heißt.“
Reform-Chef Nigel Farage bejubelte seinerseits einen „historischen Wandel in der britischen Politik“. Die alte Rechts-links-Spaltung sei tot, denn seine Partei scheffele „schwindelerregende Stimmenanteile in traditionellen alten Labour-Gebieten“. Reform UK sei jetzt auf Kurs für einen Sieg bei den nächsten britischen Parlamentswahlen, ist er sich sicher.
In Wales erringen die Nationalisten der Partei Plaid Cymru (Partei von Wales) einen historischen Sieg: Sie holen 43 der 96 Sitze im Regionalparlament und übernehmen die Regierung. Die Labour-Partei, die Wales bisher ununterbrochen regiert hat, hält nur noch gut 10 Prozent. Quelle: taz.de
Diese Krise in Großbritannien lässt sich nicht nur an den Wahlerfolgen der Reformpartei in den Kommunalparlamenten erkennen, sondern auch am breiteren Kontext dieser Siege : Eine völlig zersplitterte Wahllandschaft, in der niemand, auch die Reformpartei nicht, auch nur annähernd eine beeindruckende Stimmenmehrheit erreichen kann. Eine Radikalisierung junger Progressiver, die die Grünen zur natürlichen Partei der Linken gemacht hat. Der Erfolg nationalistischer Parteien in Wales und Schottland sowie der Aufstieg eines spezifisch englischen Nationalismus als neue Kraft im rechten Spektrum. Der Aufstieg ethnischer und konfessioneller Kandidaten, die die Stimmen muslimischer Einwanderer in britischen Städten gewinnen und ihren Wahlkampf oft mit Gaza-Themen statt mit lokalen Problemen führen. Die zunehmende Gefahr ethnisch-religiöser Konflikte, die sich nicht nur in den Spannungen zwischen Einheimischen und Einwanderern, sondern auch in zunehmendem Antisemitismus und Spannungen zwischen verschiedenen Einwanderergruppen (insbesondere Hindus und Muslimen) manifestiert.
Diese vergiftete Landschaft ist die postliberale Situation. Es handelt sich um eine Krise der etablierten Politik, hervorgerufen durch drei große Kräfte: die rasche Alterung und die niedrigen Geburtenraten der entwickelten Volkswirtschaften, die Hinwendung zur Masseneinwanderung als demografische Lösung, die diverse ethnische und religiöse Spannungen mit sich bringt, und das Internet als Quelle nicht nur der Radikalisierung, sondern auch des Schwarzmalens, der Lähmung und einer sofortigen Desillusionierung gegenüber politischen Führern. (All dies vor dem Hintergrund der noch ungewissen Auswirkungen künstlicher Intelligenz.) Quelle: 📰
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Jetzt geht bei Labor und den Tories naturgemäß die Panik um, wie auf einer anderen Ebene bei mir die Genitalpanik, die mich echt panisch macht. Total panisch. Mich erneut einzunässen. Und das in den besten Jahren, wo das Schiff eigentlich wieder in ruhigen Fahrwasser durch die See gleiten sollte. Jetzt würde was mit Fracht und die Straße von Hormus passen.
Ich habe panische Angst wieder ins Bett zu machen wie als kleiner Junge. Anscheinend hatte ich den Verlust meiner leiblichen Mami nicht so gut verkraftet. Aber inzwischen total schief gelebt. Ich habe es wieder mit dem unteren Kreuz - weg.
Kreuzt die Panik meinen Weg. Nix wie weg, ums Eck. Was sage ich da? Wie rede ich mich heraus. Auf einer anderen Ebene wiederum verspottet von meinem Panikorchester, ausgeliehen von Udo Lindenberg, das hier den Ton angibt auf der Blechtrommel der Unterwerfung, an jedem verfluchten Sonntag. Vor dem habe ich auch Panik. Wegen des Goadfather. Nach einmal Lebenslänglich + fünf Jahre Sicherungsverwahrung in der Verbannung soll ich ihn jetzt wieder zu Hause besuchen. Nach einmal Lebenslänglich + fünf Jahre. Wie soll das gehen? Für mich war schon der Tripp im letzten Herbst mental kaum zu stemmen und da kam ich in Begleitung. Nach 30 Jahren Abwesenheit soll es jetzt anders sein. jetzt auf einmal. Was hat sich geändert? Eigentlich kamen wir ganz gut damit zurecht, dass ich in der Etappe verblieb. Das war unser Gentleman-Agrément. Einen Augenblick lang für die Ewigkeit. Ein kurzes Blinzeln. Einmal eingeatmet. Und schon ist ein Leben wieder Geschichte. Die nicht einmal erzählt wird, wie jene über einen Zahn. Russische Forscher fanden an einem 59.000 Jahre alten Zahn die Spuren eines Bohrgeräts: Es wurde offenbar gegen Schmerzen eingesetzt.
Arge Schmerzen müssen es auch gewesen sein, unter denen ein Neandertaler – oder eine Neandertalerin – vor ca. 59.000 Jahren in Westsibirien litt. Dafür spricht ein in der Tschagyrskaja-Höhle gefundener Backenzahn. Er weist ein tiefes Loch auf, das bis in die Zahnhöhle reicht. Es ist nicht nur das Ergebnis von Karies – unter der Neandertaler litten, obwohl sie sich wahrscheinlich kohlenhydratarm ernährten –, es wurde offenbar gebohrt: mit steinernen Werkzeugen, wie sie auch in dieser Höhle gefunden wurden. Das meinen Forscher um Alisa Zubova (Russische Akademie der Wissenschaften), sie stützen sich auf Experimente, bei denen sie mit solchen Steinstücken gut erhaltene Zähne, allerdings von Homo sapiens, traktierten und solchermaßen die Höhle aufbohrten, wobei wohl der Nerv abstarb.
Die bisher älteste nachgewiesene Zahnbehandlung bei einem Homo sapiens ist deutlich jünger: Sie betraf einen 14.000 Jahre alten Backenzahn, der 1988 in der Felshöhle von Riparo Villabruna in Norditalien gefunden wurde Quelle: Die "Presse"
In Beziehungssachen bist du auch eine Neandertaler. Genau. Der hat doch noch einen Erstsohn mit Dauerkarte. Soll der ihn und die Um2 halt einmal öfters besuchen. Dann hätte es sich wieder ausgeglichen. Und das findest du lustig? Ein wenig schon, ja. Ich werde ihn mal fragen was die Um2 tatsächlich davon hält.
Die Um2 ist heute eine alte Frau. Vielleicht hat sie Angst vor mir, wie ich einst vor ihr die Hosen voll hatte. Möglich dass der Goadfather auf seinen alten Tagen einfach nur sein kleinstbürgerliches Programm abspult.
Die Frage, warum er auf meinen Besuch 30 Jahre lang keinen wert legte muss er sich schon gefallen lassen. Eventuell verfährt er nach der Devise: „Krise, Krise – nix als Miese. Wer das Geld hat, der genieße.“ Wer? Die Um2 und der Goadfather deine Gegenwart? Willst du mich veraschen. Wer die Kohle hat der schafft an. So gesehen gehst du heute noch anschaffen. Du Leibeigener, bespaßt mich der Wortmacher. Also diesen Leib als mein eigen bezeichnen wäre ein gewagtes Stück.
Das sie im Radio spielen. "Helden von heute". ©️Falco (1982)
Das richtige Weltbild. Du Bild von einem Mann.©️ Die Bildmacherin. Die jetzt den Liebermann, dahingehend neu interpretiert, das ihr letztes Werk "Lieber Mann" heißt. Da malte sie mich so, dass es wirkte, als wäre ich mit Klomuschel und Klobrille verwachsen. Was für ein Alptraum. Aus dem ich hochschreckte. Vor der 1ser-Kasse beim Lidl an einem Samstag. Die Hosen voll vor Sonntag. Dabei haben wir nix anderes. Der Goadfather ist nicht in der Lage, sich zu fragen, wie ein Besuch nach 30 Jahren für mich wäre. Wie sich das für mich anfühlt. Wir haben es nicht so mit den Gefühlen. Sobald der eine oder andere was fühlt, das einen verunsichern könnte, wechseln wir in der Regel das Thema und reden übers Wetter. Ausführlichst. Diese Woche habe ich ihn eine WhatsApp-Nachricht geschickt. In der stand: Regnet es endlich bei dir? Er antworte: 25 Liter.
Fragen zu meinem Befinden konnte er sich nie stellen – und kann es bis heute nicht. Zu seinem Rasenmäher hat er ein innigeres Verhältnis. Und zu seinem Rasen im Garten, den er in den letzten Wochen wegen der Trockenheit stundenlang gießen musste. Für mich hatte er diese Zeit nicht übrig. Da musste alles ratzfatz gehen: Bis zum Mittagessen sollte mein berufliches Scheitern unter Dach und Fach gebracht sein. Hauptsache, er machte aus meiner Zukunft – die ich in Wahrheit nie hatte, ich bin ein Gegenwarts‑Junkie auf Entzug, Nägel mit Köpfen. Wie im Video zu Pink Floyd „Another Brick in the Wall“. Auch mir wurde eine Maske aufgesetzt. Die ich heute für mein Leben halte. Ein anderes Gesicht habe ich nicht mehr. Jedenfalls nicht in Gesellschaft. Das ist auch der Grund, warum ich ein Alleiniger bin, wie gehabt, „born to run“ – der kleinstbürgerliche Alptraum. Mit dem Häusl eins. Sehr lustig. Findet sogar der Deichgraf.
Für mich ist und bleibt das „normale“ Leben in den Fängen der kleinstbürgerlichen Matrix ein unüberwindbarer Berg, nicht zu erklimmen. Du Zwerg, schaffst es nicht einmal auf den niedrigsten Gipfel der Dutch Mountains, spottet der Wortmacher, ohne in Bergnot zu geraten. Jetzt würde wieder etwas mit dem Tod am Großglockner passen. Die ganze Welt berichtete darüber, weil ein Mann eine entkräftete Frau knapp unter dem Gipfel zurückließ. Schutzlos, entkräftet, unterkühlt und desorientiert hat er sie zurückgelassen. Die Angst dieser Frau muss grenzenlos gewesen sein – allein, entkräftet, in der Dunkelheit, im Sturm, der durch den Mann repräsentiert wurde. Dieser Fall steht wiederum repräsentativ für das Verhältnis der Geschlechter. Möglicherweise.
----_------_--------___----------______-------______------______-
Aber meine Angst (Lebensangst) lässt sich auch nicht exportieren.
VALIE EXPORT ist tot. Im 86 Lebensjahr verstorben.
Weder ‚Die Presse‘ noch ‚Der Standard‘ hatten diese Meldung an prominenter Stelle auf der Startseite Tags darauf. Auf der Startseite der "Presse" musste man(N) sehr lange nach unten scrollen. Beim Standard sah es so aus:

Im Falter wiederum macht Armin Thurnher, der 1977 den Falter mit anderen gegründet hatte und vierzig Jahre lang Chefredakteur, Herausgeber und Miteigentümer dieser Zeitung war, einen auf besten Kumpel dieser Weltkünstlerin.
Quelle: https://www.falter.at/seuchenkolumne/20260515/elegie-auf-valie-export
VALIE EXPORT hat ihren Erfolg gegen ein System erkämpft, das Frauen systematisch die Existenzberechtigung als autonome Subjekte absprach. In einem Österreich, das Frauen bis 1975 gesetzlich zur häuslichen Unterordnung zwang, war ihre Kunst keine bloße Ästhetik, sondern ein frontaler Angriff auf das bleierne Patriarchat. Dass sie aus dieser Enge der Unmündigkeit heraus zur Weltruhm gelangte, ist das Ergebnis einer beispiellosen Radikalität, mit der sie die Mauern aus Sexismus und rechtlicher Abhängigkeit buchstäblich sprengte.
Einer der größten Popstars unserer Zeit trägt ihre Inschrift am Körper: Bei der gerade zu Ende gegangenen Europa-Tournee der spanischen Sängerin Rosalía sah man das berühmte Tattoo des Strumpfbandhalters immer wieder auf ihrem Oberschenkel aufblitzen. 1970 ließ Valie Export sich das Original in Frankfurt auf offener Bühne in die Haut stechen, diesen Fetisch männlicher Sexfantasien. Durch Valie Exports Aktion bemächtigte sie sich seiner, wandelte es um zur Erinnerung, zum „Zeichen einer vergangenen Versklavung“, wie sie schrieb. Das Foto, auf dem sie vor uns kniet, den Rock hochzieht, und das Tattoo entblößt, ist, hier passt es wie selten sonst, ikonisch geworden. Quelle: Die 'Presse'.
Unglaublich was für Künstlerinnen Österreich, born im 20. Jahrhundert hervorgebracht hat. Wie geht das? Wie ging das? Wie haben das diese Frauen hinbekommen?
VALIE EXPORT
Maria Lassnig
Kiki Kogelnik
Martha Jungwirth
Elfriede Jelinek
Friederike Mayröcker
Birgit Jürgenssen
Renate Bertlmann
Brigitte Kowanz
Kurdwin Ayub
Ruth Beckermann
Ingeborg Bachmann
Marlene Haushofer
Xenia Hausner
Ilse Aichinger
Marlene Streeruwitz
Olga Neuwirth
Marie Kreutzer
Florentina Holzinger (rockt derzeit die Biennale)
Die Liste erhebt naturgemäß keinen Anspruch auf Vollständigkeit und zeigt nur eine Auswahl.
Die FPÖ würde da sofort von einen linken Kulturschickeria sprechen. Dazu hätte ich noch Text:
Das ist elende Propaganda: Rosenkranz lässt vor Hitlers Lieblingsmaler posieren.
In seinem Büro im Parlament ließ FP-Nationalratspräsident Walter Rosenkranz ein lang verhülltes Bild von NS-Künstler Rudolf Eisenmenger nicht nur wieder freilegen. Er präsentiert sich auch bevorzugt davor. Es wundert einen nicht.
„This is propaganda“, hallt es durch die Museumssäle. Überraschend für die Besucher gesummt von den sonst so stummen Museumswärtern. Es ist eine der eindringlichsten Inszenierungen des deutschen Künstlers Tino Sehgal. Man vergisst sie nie wieder. Kunst kann Propaganda sein, Kunst kann vor allem als solche dienen. Politiker schmückten sich gerne mit ihr, um sich modern und offen zu zeigen. Etwa wenn ein Heinz Fischer sich als Nationalratspräsident ein Schüttbild von Hermann Nitsch aufhängte. Oder Wolfgang Sobotka ein abstraktes Bild von Hubert Scheibl.
Und Walter Rosenkranz, seinerseits die Nr. 1 unter den drei Nationalratspäsidenten? Er legte, wie das Magazin „Tag eins“ bemerkte, frei, was sich hinter diesem gesellschaftspolitischen Konsens der vergangenen Jahrzehnte befand: ein Wandgemälde des NS-Malers Rudolf Eisenmenger. Man kennt ihn. Er schuf auch den Eisernen Vorhang der Wiener Staatsoper, der seit fast 30 Jahren im Zuge einer spektakulären Kunstaktion jedes Jahr aufs Neue verhüllt wird.
Denn Eisenmenger war kein Mitläufer oder nur Opportunist, wie es sie in Schreckensregimen immer gab und gibt. Er war ein „glühender“ Nationalsozialist früher Stunde, schon 1933 NSDAP-Mitglied und auf Wunsch „von Berlin“ dann 1939 bis 1945 Künstlerhaus-Präsident. Eisenmenger gehörte zur NS-Kunstelite, stand als einer der Lieblingsmaler Hitlers auf der „Gottbegnadeten“-Liste. Seine im Nachkriegsösterreich fortgesetzte Karriere mit großen Staatsaufträgen für Staatsoper oder eben auch das Parlament gilt in der heutigen Forschung als „Paradebeispiel dafür, wie marginal die Auswirkungen der Entnazifizierung“ (Bernadette Reinhold, Angewandte) in Österreich waren. Quelle: Die "Presse"
Das ist ganz typisch für Österreich. Was? Dass ein Mann (Armin Thurnher) im FALTER den er mitgegründet hatte, selbst in einem Nachruf eine Frau (VALIE EXPORT ✝️) für sich vereinnahmt? Das auch. Ja. Und dass man(n) per Du ist – damit man(N) dem Weltruhm sehr nahe kommt als lokale Bekanntheit. Genau. Diese Lust an der Anbiederung ist ganz typisch für Österreicher:innen mit Stammbauch, der zurückreicht bis in die Zeit der Reichskristallnacht.
In jener Zeit, als Künstler auf der ‚Gottbegnadeten‑Liste‘ von Joseph Goebbels standen, wie Hermann Eisenmenger, der als Lieblingsmaler Adolf Hitlers galt. Es waren dunkle Zeiten. Ja, weil hinten hinaus kaum ein Haus noch Strom hatte. Oder ein intaktes Dach über dem Kopf.
Interaktives Recherche-Tool zur Nazivergangenheit
Finden Sie hier heraus, was Ihre Familie unter Hitler getan hat. Der SPIEGEL hat Millionen Mitgliedskarten der NSDAP für Sie aufbereitet. Hier können Sie die Kartei durchsuchen – und sich ein persönliches Dossier erstellen. Was ist jetzt mit dem Opa? Der war doch ein anständiger Kerl. Mit Sicherheit. Und die Oma? Kämpft sie noch immer am kleinen Balkon mit einer dampfenden Kartoffel auf der Gabel gegen die alliierte Übermacht? Schwer zu sagen. Ich fühle mich selbst wie aufgespießt auf Goadfathers Gabel. Gibt’s ja nicht – der fühlt etwas. Und das findest du lustig? Ja.
Es ist ja so. Die einen kommen dem Weltruhm sehr nahe und die anderen dem Rum. Dem Stroh-Rum 80% - der macht dich dumm wie Stroh. Der Stroh-Rum. ©️Der Wortmacher. Der wird auch als „Inländer‑Rum“ bezeichnet. Ka Spaß. Mittlerweile ist durch die EU-Verordnung 110/2008, Annex III, geregelt, dass „Inländer‑Rum“ (macht dich dumm) zu 100 % in Österreich produziert werden muss. Inländer-Rum ist damit eine geschützte österreichische Spezialität. Der „Inländer‑Rum“ gehört natürlich in den hiesigen Jagatee. Dann bist du ein Original.
Das begann natürlich ganz anders, bevor mich die Angst packte, wieder einmal nichts richtig machen zu können in familiären Angelegenheiten. Einmal lebenslänglich plus fünf Jahre Sicherungsverwahrung. In kleinstbürgerlichen Fragen total verwahrlost. Scheiße, bist du im Arsch. Worüber redet man dann – auf der Terrasse sitzend oder in der Küche? Und wie? Und worüber? Das Haus sieht aus wie vor dreißig Jahren. Alt sind wir geworden. Das kannst du auch nicht sagen. Wahnsinn, wie schnell die Zeit vergeht. Und wie sie an einem vergeht. Nee, das geht nicht. Im Herbst hatte ich den S. dabei. Das machte die Sache einfacher. Aber so, völlig nackt. Ich schaffe das nicht mehr. Es ist zu viel Zeit vergangen. Ich will ihnen nicht einmal mehr Vorwürfe machen. Für mich ist das inzwischen völlig okay. Ein Ausgeschlossener zu sein. Ja. Ich bin ein Alleiniger. Für einen Herdenauftrieb an gemütlicher Keinstbürgerlichkeit komme ich nicht mehr in Frage. Ich muss alleine auf einer Terrasse sitzen. Eine weitere Wahrheit die du nicht leisten kannst. Scheiße, bist du im Arsch. Ja, bis auf Anschlag.
Es ist also unmöglich, seiner Herkunft zu entkommen. Familiär bleibt man für immer gebunden. In eine andere Familie kann man nicht auswandern, nicht neu beginnen wie Migranten, die im neuen Land dann erst recht wieder von ihrer alten Heimat träumen.
„Ah, gracioso.“
Es ist vollbracht. Bulgarien 12 Points. Sängerin Dara erhielt sowohl von den Jurys als auch vom Publikum die Höchstwertung. Zu sexy. Ich sah nur den schwedischen Beitrag. Ebenfalls zu
Während der sonst so unbeschwerte Wettbewerb zu einem Stellvertreterkampf über Nahost‑Konflikte und Menschenrechte wurde, kämpfte Eurovision darum, ein zentrales Prinzip zu verteidigen: Politik spielt keine Rolle bei diesem Event. Quelle: Diese Ansage ist gut. Der ESC ist nicht politisch.
„Waterloo von ABBA (Eurovision 1974) ist kein Kriegslied, sondern ein Liebeslied mit historischer Metapher. Die Schlacht von Waterloo dient als Bild für das Kapitulieren vor Gefühlen: So wie Napoleon seiner Niederlage nicht entkam, entkommt die Sängerin der Liebe nicht. Sie gesteht, dass sie besiegt wurde – und empfindet gerade darin einen Sieg, weil Hingabe Nähe und Glück bedeutet. Das Paradox „I feel like I win when I lose“ bringt es auf den Punkt: Wer sich der Liebe beugt, gewinnt.“
Der letzte Platz ist es dann doch nicht geworden: Österreichs Vertreter Cosmó landete beim 70. Eurovision Song Contest in der Wiener Stadthalle auf dem 24. Rang und vermied somit, als Schlusslicht diese Ausgabe zu beenden. Direkt nach dem Auftritt zeigte sich der Sänger zufrieden mit der Leistung. "Wir konnten unser Bestes geben." Zum konkreten Abschneiden meinte er: "Es ist nicht der letzte Platz - was auch in Ordnung gewesen wäre." Mit insgesamt sechs Punkten landete Cosmó damit direkt vor Großbritannien, das sich mit einem Punkt begnügen musste.
Die Briten. Der britische Premier Keir Starmer (Labour Party). Ich habe zum Spaß auf seinen Rücktritt gewettet vor zwei Wochen. Privatwette mit dem S. Nur so zum Spaß. Allerdings schon im Juni. Was sehr wahrscheinlich der falsche Zeitpunkt für seinen Rücktritt sein wird. Eher Herbst. Der Starmer ist als Premier so beliebt wie du in diesem Format. So ungefähr, ja. Den hat auch der Epstein‑Fluch erwischt. Sein Botschafter in den USA, Lord Mandelson, bezeichnete den Epstein – nicht alles wieder versteckt sein – als seinen „besten Kumpel“. Die großen Fragen zu Jeffrey Epstein: Was die Times herausgefunden hat. Die New York Times. Mehr als 60 Journalisten der Times haben sich eingehend mit dem Leben des Sexualstraftäters auseinandergesetzt, dessen Geheimnisse eine internationale Auseinandersetzung über Geld, Macht und Mittäterschaft auslösten. Muss ich noch lesen.
Menschenhandel mit Minderjährigen in New York und Florida
Später beschuldigten Bundesanwälte Herrn Epstein, in seinem Stadthaus in Manhattan sowie in Palm Beach von mindestens 2002 bis 2005 Dutzende von Mädchen missbraucht und mit ihnen Handel getrieben zu haben. Einige hatte er angelockt, indem er sich als Talentscout für Victoria's Secret ausgab.
Später verlagerte er seinen Fokus auf junge Frauen und angehende Models.
Nach seiner Haftstrafe in einem Gefängnis in Florida wegen Anstiftung zur Prostitution einer Minderjährigen scheint Epstein seinen Fokus von minderjährigen Opfern auf junge Frauen verlagert zu haben. Er war oft von angehenden Models aus Russland und Osteuropa umgeben, von denen einige später angaben, sich unter seiner Kontrolle gefangen gefühlt zu haben.
Frauen ihren männlichen Freunden und Geschäftspartnern vorstellen
Einige haben mehrere dieser Freunde und Bekannten der Vergewaltigung beschuldigt, die Männer bestreiten dies jedoch.
Hunderte von Frauen meldeten sich nach seinem Tod im Jahr 2019.
Sie haben ihn der Vergewaltigung und des Missbrauchs beschuldigt, auch als sie noch Mädchen waren – Anschuldigungen, die in einigen Fällen bis in die frühen 1990er-Jahre zurückreichen. Mindestens eine dieser Frauen, Virginia Giuffre, hat Suizid begangen .
Wie konnte er damit so lange ungeschoren davonkommen? Quelle: 📰
Gute Frage.
Die Um2, spotte ich, würde den Mann trotzdem einladen. Der ist ein echter Lord. Nur zum Feiern ist Labour nicht zumute. Die haben bei den Kommunal‑ und Regionalwahlen Anfang Mai ein Debakel erlitten. Die Sozialdemokraten verloren in England mehr als tausend Mandate in kommunalen Gremien
Die Rechtspopulisten von Reform UK gehen mit mehr als 1400 Mandaten als klarer Sieger hervor. Die Konservativen haben ebenfalls ein Debakel erlebt. Die Grünen sind der zweite Gewinner der Wahl.
Im Londoner Innenstadtbezirk Hackney fahren die Grünen mit 42 von 57 Mandaten einen Erdrutschsieg ein, Labour schrumpft von bisher 44 auf jetzt 9 – die restlichen sechs Mandate bleiben unverändert bei den Konservativen. „Das Zweiparteiensystem stirbt nicht bloß, es ist tot und unter der Erde“, jubelte Grünen-Parteichef Zack Polanskl danach. „Ob hier, wo Labour verloren hat, oder landesweit, ist es sehr klar, dass die neue Politik Grüne gegen Reform heißt.“
Reform-Chef Nigel Farage bejubelte seinerseits einen „historischen Wandel in der britischen Politik“. Die alte Rechts-links-Spaltung sei tot, denn seine Partei scheffele „schwindelerregende Stimmenanteile in traditionellen alten Labour-Gebieten“. Reform UK sei jetzt auf Kurs für einen Sieg bei den nächsten britischen Parlamentswahlen, ist er sich sicher.
In Wales erringen die Nationalisten der Partei Plaid Cymru (Partei von Wales) einen historischen Sieg: Sie holen 43 der 96 Sitze im Regionalparlament und übernehmen die Regierung. Die Labour-Partei, die Wales bisher ununterbrochen regiert hat, hält nur noch gut 10 Prozent. Quelle: taz.de
Diese Krise in Großbritannien lässt sich nicht nur an den Wahlerfolgen der Reformpartei in den Kommunalparlamenten erkennen, sondern auch am breiteren Kontext dieser Siege : Eine völlig zersplitterte Wahllandschaft, in der niemand, auch die Reformpartei nicht, auch nur annähernd eine beeindruckende Stimmenmehrheit erreichen kann. Eine Radikalisierung junger Progressiver, die die Grünen zur natürlichen Partei der Linken gemacht hat. Der Erfolg nationalistischer Parteien in Wales und Schottland sowie der Aufstieg eines spezifisch englischen Nationalismus als neue Kraft im rechten Spektrum. Der Aufstieg ethnischer und konfessioneller Kandidaten, die die Stimmen muslimischer Einwanderer in britischen Städten gewinnen und ihren Wahlkampf oft mit Gaza-Themen statt mit lokalen Problemen führen. Die zunehmende Gefahr ethnisch-religiöser Konflikte, die sich nicht nur in den Spannungen zwischen Einheimischen und Einwanderern, sondern auch in zunehmendem Antisemitismus und Spannungen zwischen verschiedenen Einwanderergruppen (insbesondere Hindus und Muslimen) manifestiert.
Diese vergiftete Landschaft ist die postliberale Situation. Es handelt sich um eine Krise der etablierten Politik, hervorgerufen durch drei große Kräfte: die rasche Alterung und die niedrigen Geburtenraten der entwickelten Volkswirtschaften, die Hinwendung zur Masseneinwanderung als demografische Lösung, die diverse ethnische und religiöse Spannungen mit sich bringt, und das Internet als Quelle nicht nur der Radikalisierung, sondern auch des Schwarzmalens, der Lähmung und einer sofortigen Desillusionierung gegenüber politischen Führern. (All dies vor dem Hintergrund der noch ungewissen Auswirkungen künstlicher Intelligenz.) Quelle: 📰
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Jetzt geht bei Labor und den Tories naturgemäß die Panik um, wie auf einer anderen Ebene bei mir die Genitalpanik, die mich echt panisch macht. Total panisch. Mich erneut einzunässen. Und das in den besten Jahren, wo das Schiff eigentlich wieder in ruhigen Fahrwasser durch die See gleiten sollte. Jetzt würde was mit Fracht und die Straße von Hormus passen.
Ich habe panische Angst wieder ins Bett zu machen wie als kleiner Junge. Anscheinend hatte ich den Verlust meiner leiblichen Mami nicht so gut verkraftet. Aber inzwischen total schief gelebt. Ich habe es wieder mit dem unteren Kreuz - weg.
Kreuzt die Panik meinen Weg. Nix wie weg, ums Eck. Was sage ich da? Wie rede ich mich heraus. Auf einer anderen Ebene wiederum verspottet von meinem Panikorchester, ausgeliehen von Udo Lindenberg, das hier den Ton angibt auf der Blechtrommel der Unterwerfung, an jedem verfluchten Sonntag. Vor dem habe ich auch Panik. Wegen des Goadfather. Nach einmal Lebenslänglich + fünf Jahre Sicherungsverwahrung in der Verbannung soll ich ihn jetzt wieder zu Hause besuchen. Nach einmal Lebenslänglich + fünf Jahre. Wie soll das gehen? Für mich war schon der Tripp im letzten Herbst mental kaum zu stemmen und da kam ich in Begleitung. Nach 30 Jahren Abwesenheit soll es jetzt anders sein. jetzt auf einmal. Was hat sich geändert? Eigentlich kamen wir ganz gut damit zurecht, dass ich in der Etappe verblieb. Das war unser Gentleman-Agrément. Einen Augenblick lang für die Ewigkeit. Ein kurzes Blinzeln. Einmal eingeatmet. Und schon ist ein Leben wieder Geschichte. Die nicht einmal erzählt wird, wie jene über einen Zahn. Russische Forscher fanden an einem 59.000 Jahre alten Zahn die Spuren eines Bohrgeräts: Es wurde offenbar gegen Schmerzen eingesetzt.
Arge Schmerzen müssen es auch gewesen sein, unter denen ein Neandertaler – oder eine Neandertalerin – vor ca. 59.000 Jahren in Westsibirien litt. Dafür spricht ein in der Tschagyrskaja-Höhle gefundener Backenzahn. Er weist ein tiefes Loch auf, das bis in die Zahnhöhle reicht. Es ist nicht nur das Ergebnis von Karies – unter der Neandertaler litten, obwohl sie sich wahrscheinlich kohlenhydratarm ernährten –, es wurde offenbar gebohrt: mit steinernen Werkzeugen, wie sie auch in dieser Höhle gefunden wurden. Das meinen Forscher um Alisa Zubova (Russische Akademie der Wissenschaften), sie stützen sich auf Experimente, bei denen sie mit solchen Steinstücken gut erhaltene Zähne, allerdings von Homo sapiens, traktierten und solchermaßen die Höhle aufbohrten, wobei wohl der Nerv abstarb.
Die bisher älteste nachgewiesene Zahnbehandlung bei einem Homo sapiens ist deutlich jünger: Sie betraf einen 14.000 Jahre alten Backenzahn, der 1988 in der Felshöhle von Riparo Villabruna in Norditalien gefunden wurde Quelle: Die "Presse"
In Beziehungssachen bist du auch eine Neandertaler. Genau. Der hat doch noch einen Erstsohn mit Dauerkarte. Soll der ihn und die Um2 halt einmal öfters besuchen. Dann hätte es sich wieder ausgeglichen. Und das findest du lustig? Ein wenig schon, ja. Ich werde ihn mal fragen was die Um2 tatsächlich davon hält.
Die Um2 ist heute eine alte Frau. Vielleicht hat sie Angst vor mir, wie ich einst vor ihr die Hosen voll hatte. Möglich dass der Goadfather auf seinen alten Tagen einfach nur sein kleinstbürgerliches Programm abspult.
Die Frage, warum er auf meinen Besuch 30 Jahre lang keinen wert legte muss er sich schon gefallen lassen. Eventuell verfährt er nach der Devise: „Krise, Krise – nix als Miese. Wer das Geld hat, der genieße.“ Wer? Die Um2 und der Goadfather deine Gegenwart? Willst du mich veraschen. Wer die Kohle hat der schafft an. So gesehen gehst du heute noch anschaffen. Du Leibeigener, bespaßt mich der Wortmacher. Also diesen Leib als mein eigen bezeichnen wäre ein gewagtes Stück.
Das sie im Radio spielen. "Helden von heute". ©️Falco (1982)
Das richtige Weltbild. Du Bild von einem Mann.©️ Die Bildmacherin. Die jetzt den Liebermann, dahingehend neu interpretiert, das ihr letztes Werk "Lieber Mann" heißt. Da malte sie mich so, dass es wirkte, als wäre ich mit Klomuschel und Klobrille verwachsen. Was für ein Alptraum. Aus dem ich hochschreckte. Vor der 1ser-Kasse beim Lidl an einem Samstag. Die Hosen voll vor Sonntag. Dabei haben wir nix anderes. Der Goadfather ist nicht in der Lage, sich zu fragen, wie ein Besuch nach 30 Jahren für mich wäre. Wie sich das für mich anfühlt. Wir haben es nicht so mit den Gefühlen. Sobald der eine oder andere was fühlt, das einen verunsichern könnte, wechseln wir in der Regel das Thema und reden übers Wetter. Ausführlichst. Diese Woche habe ich ihn eine WhatsApp-Nachricht geschickt. In der stand: Regnet es endlich bei dir? Er antworte: 25 Liter.
Fragen zu meinem Befinden konnte er sich nie stellen – und kann es bis heute nicht. Zu seinem Rasenmäher hat er ein innigeres Verhältnis. Und zu seinem Rasen im Garten, den er in den letzten Wochen wegen der Trockenheit stundenlang gießen musste. Für mich hatte er diese Zeit nicht übrig. Da musste alles ratzfatz gehen: Bis zum Mittagessen sollte mein berufliches Scheitern unter Dach und Fach gebracht sein. Hauptsache, er machte aus meiner Zukunft – die ich in Wahrheit nie hatte, ich bin ein Gegenwarts‑Junkie auf Entzug, Nägel mit Köpfen. Wie im Video zu Pink Floyd „Another Brick in the Wall“. Auch mir wurde eine Maske aufgesetzt. Die ich heute für mein Leben halte. Ein anderes Gesicht habe ich nicht mehr. Jedenfalls nicht in Gesellschaft. Das ist auch der Grund, warum ich ein Alleiniger bin, wie gehabt, „born to run“ – der kleinstbürgerliche Alptraum. Mit dem Häusl eins. Sehr lustig. Findet sogar der Deichgraf.
Für mich ist und bleibt das „normale“ Leben in den Fängen der kleinstbürgerlichen Matrix ein unüberwindbarer Berg, nicht zu erklimmen. Du Zwerg, schaffst es nicht einmal auf den niedrigsten Gipfel der Dutch Mountains, spottet der Wortmacher, ohne in Bergnot zu geraten. Jetzt würde wieder etwas mit dem Tod am Großglockner passen. Die ganze Welt berichtete darüber, weil ein Mann eine entkräftete Frau knapp unter dem Gipfel zurückließ. Schutzlos, entkräftet, unterkühlt und desorientiert hat er sie zurückgelassen. Die Angst dieser Frau muss grenzenlos gewesen sein – allein, entkräftet, in der Dunkelheit, im Sturm, der durch den Mann repräsentiert wurde. Dieser Fall steht wiederum repräsentativ für das Verhältnis der Geschlechter. Möglicherweise.
----_------_--------___----------______-------______------______-
Aber meine Angst (Lebensangst) lässt sich auch nicht exportieren.
VALIE EXPORT ist tot. Im 86 Lebensjahr verstorben.
Weder ‚Die Presse‘ noch ‚Der Standard‘ hatten diese Meldung an prominenter Stelle auf der Startseite Tags darauf. Auf der Startseite der "Presse" musste man(N) sehr lange nach unten scrollen. Beim Standard sah es so aus:

Im Falter wiederum macht Armin Thurnher, der 1977 den Falter mit anderen gegründet hatte und vierzig Jahre lang Chefredakteur, Herausgeber und Miteigentümer dieser Zeitung war, einen auf besten Kumpel dieser Weltkünstlerin.
Quelle: https://www.falter.at/seuchenkolumne/20260515/elegie-auf-valie-export
VALIE EXPORT hat ihren Erfolg gegen ein System erkämpft, das Frauen systematisch die Existenzberechtigung als autonome Subjekte absprach. In einem Österreich, das Frauen bis 1975 gesetzlich zur häuslichen Unterordnung zwang, war ihre Kunst keine bloße Ästhetik, sondern ein frontaler Angriff auf das bleierne Patriarchat. Dass sie aus dieser Enge der Unmündigkeit heraus zur Weltruhm gelangte, ist das Ergebnis einer beispiellosen Radikalität, mit der sie die Mauern aus Sexismus und rechtlicher Abhängigkeit buchstäblich sprengte.
Einer der größten Popstars unserer Zeit trägt ihre Inschrift am Körper: Bei der gerade zu Ende gegangenen Europa-Tournee der spanischen Sängerin Rosalía sah man das berühmte Tattoo des Strumpfbandhalters immer wieder auf ihrem Oberschenkel aufblitzen. 1970 ließ Valie Export sich das Original in Frankfurt auf offener Bühne in die Haut stechen, diesen Fetisch männlicher Sexfantasien. Durch Valie Exports Aktion bemächtigte sie sich seiner, wandelte es um zur Erinnerung, zum „Zeichen einer vergangenen Versklavung“, wie sie schrieb. Das Foto, auf dem sie vor uns kniet, den Rock hochzieht, und das Tattoo entblößt, ist, hier passt es wie selten sonst, ikonisch geworden. Quelle: Die 'Presse'.
Unglaublich was für Künstlerinnen Österreich, born im 20. Jahrhundert hervorgebracht hat. Wie geht das? Wie ging das? Wie haben das diese Frauen hinbekommen?
VALIE EXPORT
Maria Lassnig
Kiki Kogelnik
Martha Jungwirth
Elfriede Jelinek
Friederike Mayröcker
Birgit Jürgenssen
Renate Bertlmann
Brigitte Kowanz
Kurdwin Ayub
Ruth Beckermann
Ingeborg Bachmann
Marlene Haushofer
Xenia Hausner
Ilse Aichinger
Marlene Streeruwitz
Olga Neuwirth
Marie Kreutzer
Florentina Holzinger (rockt derzeit die Biennale)
Die Liste erhebt naturgemäß keinen Anspruch auf Vollständigkeit und zeigt nur eine Auswahl.
Die FPÖ würde da sofort von einen linken Kulturschickeria sprechen. Dazu hätte ich noch Text:
Das ist elende Propaganda: Rosenkranz lässt vor Hitlers Lieblingsmaler posieren.
In seinem Büro im Parlament ließ FP-Nationalratspräsident Walter Rosenkranz ein lang verhülltes Bild von NS-Künstler Rudolf Eisenmenger nicht nur wieder freilegen. Er präsentiert sich auch bevorzugt davor. Es wundert einen nicht.
„This is propaganda“, hallt es durch die Museumssäle. Überraschend für die Besucher gesummt von den sonst so stummen Museumswärtern. Es ist eine der eindringlichsten Inszenierungen des deutschen Künstlers Tino Sehgal. Man vergisst sie nie wieder. Kunst kann Propaganda sein, Kunst kann vor allem als solche dienen. Politiker schmückten sich gerne mit ihr, um sich modern und offen zu zeigen. Etwa wenn ein Heinz Fischer sich als Nationalratspräsident ein Schüttbild von Hermann Nitsch aufhängte. Oder Wolfgang Sobotka ein abstraktes Bild von Hubert Scheibl.
Und Walter Rosenkranz, seinerseits die Nr. 1 unter den drei Nationalratspäsidenten? Er legte, wie das Magazin „Tag eins“ bemerkte, frei, was sich hinter diesem gesellschaftspolitischen Konsens der vergangenen Jahrzehnte befand: ein Wandgemälde des NS-Malers Rudolf Eisenmenger. Man kennt ihn. Er schuf auch den Eisernen Vorhang der Wiener Staatsoper, der seit fast 30 Jahren im Zuge einer spektakulären Kunstaktion jedes Jahr aufs Neue verhüllt wird.
Denn Eisenmenger war kein Mitläufer oder nur Opportunist, wie es sie in Schreckensregimen immer gab und gibt. Er war ein „glühender“ Nationalsozialist früher Stunde, schon 1933 NSDAP-Mitglied und auf Wunsch „von Berlin“ dann 1939 bis 1945 Künstlerhaus-Präsident. Eisenmenger gehörte zur NS-Kunstelite, stand als einer der Lieblingsmaler Hitlers auf der „Gottbegnadeten“-Liste. Seine im Nachkriegsösterreich fortgesetzte Karriere mit großen Staatsaufträgen für Staatsoper oder eben auch das Parlament gilt in der heutigen Forschung als „Paradebeispiel dafür, wie marginal die Auswirkungen der Entnazifizierung“ (Bernadette Reinhold, Angewandte) in Österreich waren. Quelle: Die "Presse"
Das ist ganz typisch für Österreich. Was? Dass ein Mann (Armin Thurnher) im FALTER den er mitgegründet hatte, selbst in einem Nachruf eine Frau (VALIE EXPORT ✝️) für sich vereinnahmt? Das auch. Ja. Und dass man(n) per Du ist – damit man(N) dem Weltruhm sehr nahe kommt als lokale Bekanntheit. Genau. Diese Lust an der Anbiederung ist ganz typisch für Österreicher:innen mit Stammbauch, der zurückreicht bis in die Zeit der Reichskristallnacht.
In jener Zeit, als Künstler auf der ‚Gottbegnadeten‑Liste‘ von Joseph Goebbels standen, wie Hermann Eisenmenger, der als Lieblingsmaler Adolf Hitlers galt. Es waren dunkle Zeiten. Ja, weil hinten hinaus kaum ein Haus noch Strom hatte. Oder ein intaktes Dach über dem Kopf.
Interaktives Recherche-Tool zur Nazivergangenheit
Finden Sie hier heraus, was Ihre Familie unter Hitler getan hat. Der SPIEGEL hat Millionen Mitgliedskarten der NSDAP für Sie aufbereitet. Hier können Sie die Kartei durchsuchen – und sich ein persönliches Dossier erstellen. Was ist jetzt mit dem Opa? Der war doch ein anständiger Kerl. Mit Sicherheit. Und die Oma? Kämpft sie noch immer am kleinen Balkon mit einer dampfenden Kartoffel auf der Gabel gegen die alliierte Übermacht? Schwer zu sagen. Ich fühle mich selbst wie aufgespießt auf Goadfathers Gabel. Gibt’s ja nicht – der fühlt etwas. Und das findest du lustig? Ja.
Es ist ja so. Die einen kommen dem Weltruhm sehr nahe und die anderen dem Rum. Dem Stroh-Rum 80% - der macht dich dumm wie Stroh. Der Stroh-Rum. ©️Der Wortmacher. Der wird auch als „Inländer‑Rum“ bezeichnet. Ka Spaß. Mittlerweile ist durch die EU-Verordnung 110/2008, Annex III, geregelt, dass „Inländer‑Rum“ (macht dich dumm) zu 100 % in Österreich produziert werden muss. Inländer-Rum ist damit eine geschützte österreichische Spezialität. Der „Inländer‑Rum“ gehört natürlich in den hiesigen Jagatee. Dann bist du ein Original.
Das begann natürlich ganz anders, bevor mich die Angst packte, wieder einmal nichts richtig machen zu können in familiären Angelegenheiten. Einmal lebenslänglich plus fünf Jahre Sicherungsverwahrung. In kleinstbürgerlichen Fragen total verwahrlost. Scheiße, bist du im Arsch. Worüber redet man dann – auf der Terrasse sitzend oder in der Küche? Und wie? Und worüber? Das Haus sieht aus wie vor dreißig Jahren. Alt sind wir geworden. Das kannst du auch nicht sagen. Wahnsinn, wie schnell die Zeit vergeht. Und wie sie an einem vergeht. Nee, das geht nicht. Im Herbst hatte ich den S. dabei. Das machte die Sache einfacher. Aber so, völlig nackt. Ich schaffe das nicht mehr. Es ist zu viel Zeit vergangen. Ich will ihnen nicht einmal mehr Vorwürfe machen. Für mich ist das inzwischen völlig okay. Ein Ausgeschlossener zu sein. Ja. Ich bin ein Alleiniger. Für einen Herdenauftrieb an gemütlicher Keinstbürgerlichkeit komme ich nicht mehr in Frage. Ich muss alleine auf einer Terrasse sitzen. Eine weitere Wahrheit die du nicht leisten kannst. Scheiße, bist du im Arsch. Ja, bis auf Anschlag.
Es ist also unmöglich, seiner Herkunft zu entkommen. Familiär bleibt man für immer gebunden. In eine andere Familie kann man nicht auswandern, nicht neu beginnen wie Migranten, die im neuen Land dann erst recht wieder von ihrer alten Heimat träumen.
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