Donnerstag, 14. Juni 2012
In der Halbzeit
Alles war in Wasser geschrieben
im Verschwinden begriffen
und in die Luft erzählt
über den grünen Hügeln bei den Auen
selbst in den Blüten der Bäume stand es unabänderlich
ein Leben das nur einen Sommer blüht
bleibt nur eine Handvoll Sätze zum Erzählen
bevor die Nacht ihren Tribut fordert
doch dir Fanny Brown blieb mehr als nur ein Ring
am Finger der Konventionen
du hast seidene Tränen in seine hustende Seele gestickt
in deinen Armen war er immer bei den Seinen
Liebe die nichts zurück hält die keinen schont
überdauert alles und jeden Beziehungsratgeber
ich hab es gesehen in der Bildsprache der Heutigen
die Wasser aus Plastik und Flaschen trinken
in Zeitlupe im Zeitraffer und wieder zurück gespult
in alle Ewigkeit und auf HD
aber vorher saß ich vor dem richtigen Leben
vor den Laufwegen des Schicksal
die durch das bedrohte Homs und den blutenden Euphrat direkt nach Charkiw führten
wo Schweinsteiger den "Oranjes" die freien Räume stahl wie die Revolution ihre Kinder und Gomez
im Strafraum unwiderstehlich
in Wasser geschrieben und in die Luft erzählt.

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Dienstag, 12. Juni 2012
Euro 2012 die ersten Eindrücke
Robben scheitert weiterhin und wie gehabt, nur hat sein Scheitern ein gewisses Niveau erreicht, das es nicht mehr so auffällt. Die Deutschen haben zu viel verwundete Bayern Seelen in ihrer Elf und einen Podolski der jahrelang bei Köln zu den Besten gehörte. Wer "Arm und Reich" von Jared Diamond nicht gelesen oder es doch gelesen hat, aber seiner Theorie der Kontinental-Achsen, um die sich das Schicksal der Weltgeschichte entschied, nicht die entsprechende Aufmerksamkeit schenkte, weil er geil oder anderswertig abgelenkt war. Am Balotelli-Di Natale Axiom lässt sich sehr schön verdeutlichen, warum der afrikanische Kontinent, Europa aus ökonomischer Sicht noch etwas hinterher hinkt. Mein Herz schlägt eindeutig für die Ukraine. Bei den ukrainischen Fans habe ich so ein Gefühl, das sie es ihrer Mannschaft nicht im Geringsten übel nehmen , wenn die sich zur Vorbereitung oder Einstimmung auf das nächste Spiel, ein paar Gläser Wodka genehmigen würden. Wie bei jeder Sport-Großveranstaltung, werden von den Fernsehkameras immer wieder Menschen eingefangen, zumeist sind es Kinder oder Männer die schon während der ersten Halbzeit ein oder gleich ganz durch schlafen. Der österreichische Kommentator war wegen dieses Unverschämtheit ganz außer sich. Beim Herren-Finale der French Open, sah ich einen Jungen, der saß auf einen der ganz vorzüglichen Plätze und der spielte ganz beseelt mit seiner Plastikfigur. Für das Spiel hatte er keinen Blick. Diese Franzosen dachte ich mir, wenn der ihre Kinder alle in Österreich groß würden, dann wäre der Marie Antoinette einiger Kummer erspart geblieben. Die Nachspielzeit dauert im Übrigen immer 3 Minuten. Eine der besten Ideen der UEFA in den letzten Jahren.

Scheiß Schreiben. Erstes Tor der Tschechen versäumt. Vom Zweiten sah ich nur die Wiederholung.

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Samstag, 9. Juni 2012
Die Wahrheit ist immer eine Lüge wert
Wir hatten den Bizeps dick aufgepumpt,
auf ein paar alten Dichter kauten wir herum wie Billy the Kid auf Tabak,
wir hatten manische Eier und Schwänze die sich auf alles stützten, das bei drei nicht auf den Bäumen war
und wir machten richtig fiese Witze über Frauen von der Insel und ihren imperialen Muschis.
Schwer verkatert lagen wir zwischen brennenden Ölfelder und UN-Resolution gleich um die Ecke zu Saudi Arabien.
Auf unseren Schultern trugen wie Bomben und abgeschossene Granaten von A nach B und wieder zurück wir bekamen Dünnschiss und pissten auf Saddam seine Ich bin der Chefe-Bilder, die überall im Sand herum lagen wie Leichen.
Der Michel, der machte drei Wochen Urlaub in einem Puff, Samuel Beckett nannte diese Vergnügen Kaffee ohne Cognac.
Völlig abgebrannt und auf allen Vieren kam er zurückgekrochen auf unseren Stützpunkt,
während sich der Mille, auf dem Aussichtsturm mit Blick auf die verfeindeten Parteien, von einer äußerst adretten Schwedin einen blasen lies und die verließ ihn bis er wieder kam.
Mein Gott ist das lange her,
als die Knochen noch nicht morsch waren
und der Rock n Roll die flinken Füße anfeuerte,
die nicht wirklich vom Fleck kam und andauernd nur im Kreis herum gingen.
Aber da war diese Beat, dieser unwiderstehliche Beat
und deine Kontaktlinsen wie ein Regenbogen in meinem Himmel.
Das Herz, das war am rechten Fleck
und die Augen weit aufgerissen und ungeduldig strahlten vor Begeisterung,
wir waren für jeden Blödsinn zu haben,
wenn jemand kurz anmerkte, ich soll doch den Tabak aus einer Dachrinne schnupfen, war ich auch schon oben, so schnell konnte der gar nicht schauen,
während der Schmäh lief wie Kenias Bekele die 10000 Meter.
Wir waren unverwundbar, uns konnte nichts anhaben,
wir waren die Löwen des Augenblicks,
geschützt von der Jugend die so eine Art Panzer ist
nur die Zeit die sich in der Uhr versteckt ist die
Archillesferse.
Jeder Kummer und jeder Schmerz ließ sich einfach weg lachen und weg trinken, deswegen sah
ich auch die Gespenster einfach nicht, die sich so nach und nach in meine Träume schlichen
oder mir von der anderen Straßenseite her zuwinkten.
Doch irgendwann kam der Mann mit dem Hammer
und die Kumpels verschwanden wie heute die Gletscher, um zu leben wie ein Rockstar muss man ein Rockstar sein, die können beruhigt mit Glanz und Gloria untergehen oder nur so tun als ob und werden dafür gepriesen, aber einem wie mir bleib nach all dem Rock n Roll und russischen Roulette
nur ein paar vergriffene Erinnerungen, die vergilben oder beim Wiedergeben nur lächerlich klingen. (liegt aber vielleicht auch ein wenig am Publikum)
Die Easy Rider sind alt oder tot und der Geist Hunter S. Thompson ausgehaucht, bei mir raucht es nicht zwischen den Zeilen, ich verkörpere nicht meine Generation, die ist weiter gezogen wie eine Herde Büffel nachdem sie alles abgrasten und mich haben sie zurück gelassen wie ein krankes Tier,
doch ich war on the road Jack ich war on the road und habe mir da draußen die Seele wund gelaufen und alles Glück das ich den Schutzengel verdanke
die mir den Weg frei schossen, habe in der Toilette versenkt und manchmal wenn ich wehmütig die Spülung drücke höre ich in meiner Verzweiflung die Brandung.
Ach ja und glaubt Sartre nicht wenn er sagt die Hölle gibt es nicht
glaubt mir die Hölle gibt es.

Wien 2006. Sicher bin ich mir nicht.

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