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Samstag, 2. Juni 2012
Manche mögen`s heiß
der imperialist, 20:21h
Ich saß in einer Kneipe beim Abendessen. Der Laden ist so etwas wie meine Stammkneipe. Beinahe jeden Sonntag pflege ich dort zu speisen. Besonders schick ist das Restaurant nicht, aber das bin ich auch nicht. Ein paar Tische, einige Stühle und eine Uhr die 10 Minuten vor geht. Pizza oder eine gemischte Grillplatte das war hier die Frage. Obschon ich mir mit meinem Hunger nach Leben, den Magen ziemlich verdorben hatte und bis an mein Lebensende auf Schonkost angewiesen war, machte ich mich über eine gemischte Grillplatte her. Wie immer schmeckte es ganz vorzüglich. Das Fleisch war mürbe und gut gewürzt, der Reis körnig und der Salat hübsch bunt. Genüsslich kaute ich so vor mir hin. Dieser Genuss ist kein einfacher, weil mein schizoider Kopf wenn er sich selbst überlassen wird, einen ziemlichen Scheißdreck zusammen denkt. "Übung macht den Meister" sagt ein Sprichwort. Im Aushalten meiner manchmal etwas fragwürdigen Gedankenwelt, die ich als "Shitstorm" ohne konkreter IP Adresse bezeichnen würde, bin ich ein wahrlicher Meister. Ein in Sachen Schizosprachdurchfall ungeübter, den die Muse des Wahnsinns von Nun auf Jetzt küsst, würde schreiend aus der Kneipe rennen. Ich blieb sitzen. Das Wetter war mir mies. Es war kalt und nass und die Menschen verschwanden hinter dunklen Regenschirmen. Die Tür ging auf, ein Mann und eine Frau betraten das Lokal. Achtlos glitt mein Blick an ihren vorüber. Mein Kopf warf einer Bekannten, die früher einmal einen Stock unter mir wohnte und die ich seit gut zehn Jahren nicht mehr gesehen hatte, ihre fragwürdigen Erziehungsmethoden vor. Und das nur weil ich mit dem Bruder von ihr ein paar Tage zuvor telefoniert hatte. Dieses sinnlose Geschnatter endete abrupt, denn mit den Beiden betrat noch eine dritte Person den Laden. Als diese Person, ihre Jacke ablegte fuhr ich mir mit der Gabel beinahe ins Auge. Ein seltenes Prachtweib stand vor mir mit Kurven wie die Großglockner-Hochalpenstraße. Die Ähnlichkeiten ihrer fleischlichen Hülle mit der unerreichten Marylin Monroe waren unübersehbar. Schon als Dreikäsehoch fand ich die Monroe und deren Rundungen grandios. Ganz aufgeregt rief ich immer nach meinem Vater wenn die Monroe im Fernsehen war. Das die so ihre Zweifel hatte was ihre Innenansicht und Außenwirkung betraf, dafür kann ich nichts. Niemand hatte sie auf die Leinwand gezwungen. Wenn man so eine Show abzieht wie die Monroe muss man die lüsternen Blicke der Männer und deren nicht ganz so jugendfreien Phantasien einfach wegstecken. Wie sagte mal eine große Schauspielerin: "Das Problem mit den Männer ist, sie gehen mit einer Diva ins Bett und wachen neben einer Frau auf". Der Monroe ist es wahrscheinlich auch so ergangen. Aber um die Totenruhe einer traurigen Göttin nicht unnötig zu stören. Die Christina Hendricks aus der Serie Mad Men ist auch so ein Hingucker. So viel Titten und Arsch an einer einzigen Frau gibt es selten. Ich werde nie verstehen was Männer an den eingefallenen Ärschen von Modells finden. Da ist doch nichts dran. Die Wissenschaft behauptet ja, das unterprivilegierte Männer, die etwas kurvigeren Frauen bevorzugen. Die Hendricks müsste dieser Theorie entsprechend, ihren Freund oder Mann dann direkt aus der Gosse aufgelesen haben. Fakt war das meine erotische Erstbesetzung am Nebentisch Platz nahm. Ein seltener Moment, denn im Leben wird man ja zumeist mit der Dritt oder Viertbesetzung abgespeist oder ist selbst nur die Dritt oder Viertbesetzung. So ergeht es den meisten Menschen die nur über bescheidene Mittel verfügen. Mit dieser Tatsache muss man sich anfreunden oder man stellt ganz auf Handbetrieb um und verweigert so der Wirklichkeit den Zutritt. Vielleicht sogar besser als sich Jahr um Jahr immer weiter von seinen eigentlichen Wünschen und Vorlieben zu entfernen. Es soll ja vorkommen das zwei Menschen beim Coitus, ihre Phantasie in die Ferne schweifen lassen, weil die Nähaufnahme nicht ganz den eigenen Bedürfnisse und Vorstellungen entspricht. Doch bevor man sich das eingesteht ließ man lieber im Ratgeber "sexy in nur 10 Minuten". Darüber reden geht auch, aber dann wird es erst recht peinlich. Erwachsen sein und Sex ist wie ein strukturelles Defizit. Kannste machen was du willst es wird nicht kleiner. Deswegen möchte ich lieber nicht so genau wissen wie oft ich bei einer Lady das strukturelle Defizit vergrößert habe. Nur bei diese Frau am Nebentisch war alles anders. Sie war ein Wunder, der Höhepunkt der Evolution, ein Geschenk der Schöpfung an mich. Allein durch ihre Anwesenheit verstand ich dem Adam sein Problem mit seiner Eva etwas besser. Wenn die nur entfernte Ähnlichkeit mit diesem Mörderweib hatte und er von ähnliche Gefühle heimgesucht wurde wie ich gerade, dann sind so kleine Katastrophe wie die Vertreibung aus dem Paradies vorprogrammiert. Denn was sich da unter ihrer Bluse abzeichnete, war gelinde gesagt ein kleines Verbrechen. Diese Teufelsweib hatte nicht nur eine weltklasse Arsch sondern auch noch einen Busen wie ein kleines Erdbeben. Die philosophische Zunft behauptet ja, das der freie Wille eines Menschen, andauernd zwischen der Vernunft und dem Begehren hin und her rast. In meinem Fall hatte sich der freie Wille gerade eindeutig gegen die Vernunft entschieden. Ich steckte in Dilemma fest. Einerseits hätte ich schnell auf die Toilette spurten können um dem Begehren Einhalt zu gebieten, nur dann wäre das Fleisch kalt geworden. Andererseits hätte ich auch die Vernunft walten lassen und einfach weiter essen können. Aber versuch du einmal dein Essen zu genießen wenn der Stuhl auf dem man sitzt immer unbequemer wird. Des Weiteren musste ich andauernd gegen meinen Drang ankämpfen sie nicht wie ein Affe anzustarren. Erschwerend kam noch die Sitzordnung hinzu. Irgendwie musste sie mein Leiden bemerkt haben, denn sie schenkte mir einen mitleidsvollen Blick. Mann oh Mann konnte diese Frau schauen. Wie ein Klippenspringer sprang ich ihren Blick hinterher. Dabei gab ich mir alle Mühe wie ein Mann dreinzusehen, der gerade eine passende Tapete für das Kinderzimmer aussucht. Das die Bilder in meinem Kopf nicht ganz zur Farbe der Tapete passten kann man mir nicht wirklich verübeln. Am Tisch vor mir stand so ein scharfes Zeug. Ich nahm gleich einen ganzen Löffel. "Zahlen und bitte einpacken", rief ich. Einen anderen Notausgang fand ich nicht, denn dieser Laden war eindeutig der falsche Ort für erotische Schwärmereien. Ich saß nämlich beim Türken, umgeben von Männern mit Bärten wie Gesetzte und meine, wie soll man das ausdrücken ohne despektierlich zu klingen, Türsteherin zum Ständerland, trug einen Kopfbedeckung, die sie auch beim Essen nicht abnahm.
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Freitag, 25. Mai 2012
Das Pyramidenspiel der Herzen
der imperialist, 20:08h
Für Angelika F. Jetzt Angelika K.
Sie hatte mir ihr Herz geschenkt. Das sage ich jetzt nicht einfach so dahin und prahlen will ich damit auch nicht. Aber sie hatte mir ihr Herz geschenkt und das definitiv und unwiderruflich. Es hat eine kleine Ewigkeit gedauert bis ich das schnallte. Wir waren beide keine 20zig als diese Herzensangelegenheit ihren Anfang nahm. Dass sie mich mochte war mir schon klar. Nur Herzen werden, wenn sie verschenkt werden nicht in Papier eingewickelt und mit einer Schleife versehen. Außerdem hatte ich selbst ein Herz in meiner Brust das ziemlich viel Lärm machte. Da kann so ein geschenktes Herz schnell mal untergehen. Natürlich hätte sie mir als kleinen Hinweis auch ein Herz aus Lebkuchen um den Hals hängen können. Nur für so einen Schmarren war und bin ich nicht der Richtige. Lachend hätte ich dieses Ding in die nächste Mülltonne getreten. Drauf pinkeln wäre natürlich auch eine Option. Ja ich hätte drauf gepinkelt und sie hätte darüber gelacht. Ich weiß auch nicht ob man ein Frauenherz unbedingt erobern muss, damit sie es dir aushändigen. Wahrscheinlich ist das ein Prozess der leise und schleichend vor sich geht und irgendwann ist es dann so weit. Vieles spricht dafür, denn die Brust hatte sie mir nie aufgerissen um es reinzustecken und an eine Not-OP kann ich mich auch nicht entsinnen. Im Kino und im Radio werden andauernd Herzen verschenkt, wieder zurück gefordert oder gebrochen. Sie hat nie etwas zurück verlangt und zerbrochen ist sie auch nicht. Viel konnte ich ihr nie bieten. Um die Sorgen der alltägliche Welt und ihre Redewendungen machte ich schon damals einen weiten Bogen. Vorgeworfen hat sie mir meine Art zu Leben nie. Wenn sie da war und ich über das Kuckucksnest flog, flog sie einfach mit. Die Angst nach dem Abstürzten auf die Fresse zu fallen war wie verflogen wenn sie in meiner Nähe war. Dieses Gefühl der Sicherheit das sie mir gab hab ich völlig unterschätzt und für nichts besonderes gehalten. Wirklich romantisch war es wahrscheinlich nie. Doch war es, denn sie hatte mir ja ihr Herz geschenkt. Warum ich das Offensichtliche nicht sah oder nicht sehen wollte. Hier geht es nicht um mich. Erschwerend kam noch hinzu, dass sie diese tolle Figur mit einen sagenhaften Arsch hinten dran mit sich herum trug. Ich war aber nicht der einzige der sich da verguckte.Meine Kumpels, das halbe Strandbad, die vorbeiziehende Wolken und die Karawanken waren ähnlicher Meinung. Ein paar Jahre ging das mit ihr und mir. Nicht das wir fest zusammen waren und einen auf, "ach was sind wir nicht für ein glückliches Pärchen", machten". Mit mir konnte man nicht richtig zusammen sein. Deswegen hatte sie auch immer einen festen Freund und weitere Beziehungen und was weiß ich nicht sonst alles. Nur ihr Herz hatte ich. Irgendwann ging ich damit weg und beinahe vor die Hunde. Nur so schnell stirbt man nicht wenn dir eine Frau ihr Herz mit auf den Weg gibt. Während ich mich am verrückt sein abarbeitete, war sie mal verheiratet und wieder geschieden und jetzt ist sie wieder verheiratet. Trotzdem ist sie immer mal wieder der Spur ihres Herzens gefolgt und dann lag ein Brief von ihr in meinem Kasten oder ich hatte ein Mail im Eingang. Irgendwie schaffte sie es immer wieder mich aufzustöbern oder ausfindig zu machen. Gut zwanzig Jahre ging das so. Ich schrieb dann natürlich zurück und wortreich versprach ich ihr, ein Edelweiß für sie zu pflücken. Da kann die scheiß Wand noch so vereist sein, prahlte ich, für dich werde ich trotzdem einsteigen und wenn es das Letzte ist was ich auf diesem verfickten Planeten anstelle. Denn kein Geringerer als die Vorsehung, hat diese eine Edelweiß für dich in Auftrag gegeben und ich bin nur ein willfähriger Handlanger. Passiert ist dann natürlich nichts. Deswegen schickte sie mir einfach ein Edelweiß aus Plastik, das im Übrigen heute noch neben dem PC, an einem Lautsprecher lehnt. Wenn es umfällt stelle ich es immer wieder auf. Einmal sind wir uns in den letzten Jahren sogar auf leibliche Art wieder begegnet. In einem Wiener Cafe saßen wir uns für eine halbe Stunde gegenüber. Mehr Zeit hatte sie nicht. Ihr damaliger Lebensabschnittspartner wartete im Hotel gegenüber und der hatte natürlich auch seine Bedürfnisse Nur wenn interessieren solche unbedeutenden Nebensächlichkeiten wenn dir eine Frau ihr Herz schenkte. Das Meines irgendwann kaputt gegangen war, wie ein platter Reifen der sich von der Felge löste, lag in der Natur der Sache. Wer fliegen will und auf das Landen genau so wenig Wert legt, wie die Selbstmordattentäter vom 11.Septmeber, muss mit so etwas rechnen. Nur ich bin, Gegensatz zu diesen Spinnern nicht wirklich tot, denn ich habe ja ein Herz,das schlägt und schlägt und schlägt und schlägt.
Danke Angie!
Sie hatte mir ihr Herz geschenkt. Das sage ich jetzt nicht einfach so dahin und prahlen will ich damit auch nicht. Aber sie hatte mir ihr Herz geschenkt und das definitiv und unwiderruflich. Es hat eine kleine Ewigkeit gedauert bis ich das schnallte. Wir waren beide keine 20zig als diese Herzensangelegenheit ihren Anfang nahm. Dass sie mich mochte war mir schon klar. Nur Herzen werden, wenn sie verschenkt werden nicht in Papier eingewickelt und mit einer Schleife versehen. Außerdem hatte ich selbst ein Herz in meiner Brust das ziemlich viel Lärm machte. Da kann so ein geschenktes Herz schnell mal untergehen. Natürlich hätte sie mir als kleinen Hinweis auch ein Herz aus Lebkuchen um den Hals hängen können. Nur für so einen Schmarren war und bin ich nicht der Richtige. Lachend hätte ich dieses Ding in die nächste Mülltonne getreten. Drauf pinkeln wäre natürlich auch eine Option. Ja ich hätte drauf gepinkelt und sie hätte darüber gelacht. Ich weiß auch nicht ob man ein Frauenherz unbedingt erobern muss, damit sie es dir aushändigen. Wahrscheinlich ist das ein Prozess der leise und schleichend vor sich geht und irgendwann ist es dann so weit. Vieles spricht dafür, denn die Brust hatte sie mir nie aufgerissen um es reinzustecken und an eine Not-OP kann ich mich auch nicht entsinnen. Im Kino und im Radio werden andauernd Herzen verschenkt, wieder zurück gefordert oder gebrochen. Sie hat nie etwas zurück verlangt und zerbrochen ist sie auch nicht. Viel konnte ich ihr nie bieten. Um die Sorgen der alltägliche Welt und ihre Redewendungen machte ich schon damals einen weiten Bogen. Vorgeworfen hat sie mir meine Art zu Leben nie. Wenn sie da war und ich über das Kuckucksnest flog, flog sie einfach mit. Die Angst nach dem Abstürzten auf die Fresse zu fallen war wie verflogen wenn sie in meiner Nähe war. Dieses Gefühl der Sicherheit das sie mir gab hab ich völlig unterschätzt und für nichts besonderes gehalten. Wirklich romantisch war es wahrscheinlich nie. Doch war es, denn sie hatte mir ja ihr Herz geschenkt. Warum ich das Offensichtliche nicht sah oder nicht sehen wollte. Hier geht es nicht um mich. Erschwerend kam noch hinzu, dass sie diese tolle Figur mit einen sagenhaften Arsch hinten dran mit sich herum trug. Ich war aber nicht der einzige der sich da verguckte.Meine Kumpels, das halbe Strandbad, die vorbeiziehende Wolken und die Karawanken waren ähnlicher Meinung. Ein paar Jahre ging das mit ihr und mir. Nicht das wir fest zusammen waren und einen auf, "ach was sind wir nicht für ein glückliches Pärchen", machten". Mit mir konnte man nicht richtig zusammen sein. Deswegen hatte sie auch immer einen festen Freund und weitere Beziehungen und was weiß ich nicht sonst alles. Nur ihr Herz hatte ich. Irgendwann ging ich damit weg und beinahe vor die Hunde. Nur so schnell stirbt man nicht wenn dir eine Frau ihr Herz mit auf den Weg gibt. Während ich mich am verrückt sein abarbeitete, war sie mal verheiratet und wieder geschieden und jetzt ist sie wieder verheiratet. Trotzdem ist sie immer mal wieder der Spur ihres Herzens gefolgt und dann lag ein Brief von ihr in meinem Kasten oder ich hatte ein Mail im Eingang. Irgendwie schaffte sie es immer wieder mich aufzustöbern oder ausfindig zu machen. Gut zwanzig Jahre ging das so. Ich schrieb dann natürlich zurück und wortreich versprach ich ihr, ein Edelweiß für sie zu pflücken. Da kann die scheiß Wand noch so vereist sein, prahlte ich, für dich werde ich trotzdem einsteigen und wenn es das Letzte ist was ich auf diesem verfickten Planeten anstelle. Denn kein Geringerer als die Vorsehung, hat diese eine Edelweiß für dich in Auftrag gegeben und ich bin nur ein willfähriger Handlanger. Passiert ist dann natürlich nichts. Deswegen schickte sie mir einfach ein Edelweiß aus Plastik, das im Übrigen heute noch neben dem PC, an einem Lautsprecher lehnt. Wenn es umfällt stelle ich es immer wieder auf. Einmal sind wir uns in den letzten Jahren sogar auf leibliche Art wieder begegnet. In einem Wiener Cafe saßen wir uns für eine halbe Stunde gegenüber. Mehr Zeit hatte sie nicht. Ihr damaliger Lebensabschnittspartner wartete im Hotel gegenüber und der hatte natürlich auch seine Bedürfnisse Nur wenn interessieren solche unbedeutenden Nebensächlichkeiten wenn dir eine Frau ihr Herz schenkte. Das Meines irgendwann kaputt gegangen war, wie ein platter Reifen der sich von der Felge löste, lag in der Natur der Sache. Wer fliegen will und auf das Landen genau so wenig Wert legt, wie die Selbstmordattentäter vom 11.Septmeber, muss mit so etwas rechnen. Nur ich bin, Gegensatz zu diesen Spinnern nicht wirklich tot, denn ich habe ja ein Herz,das schlägt und schlägt und schlägt und schlägt.
Danke Angie!
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Sonntag, 20. Mai 2012
Teil 2
der imperialist, 20:38h
Mein Landsmann Eichmann
Über die "Banalität des Bösen", ist im Laufe der Zeit schon sehr viel Kluges und Intelligentes gesagt worden. Vor allem die großartige Hanna Arendt, (hoffentlich gibt es einen Himmel einen Balkon wo sie andauernd rauchen darf und ihr heißgeliebter Martin nicht ganz so ein Arsch ist) hat sich mit diesem Stoff ja aufs eindringlichste beschäftigt. Auf Grund meiner Beschränktheit sehe ich mich natürlich außer Stande, bei dieser hochinteressanten Thematik, für neue Einblicke zu sorgen oder gar neue Erkenntnisse beizusteuern. Aber im Film "der Spezialist" sind mir, neben vielen anderen, zwei recht gespenstische Szenen in Erinnerung geblieben, auf die ich näher eingehen möchte.
In der Ersten fragt der beisitzende Richter Yitzhak Raveh, Eichmann: "Jetzt Wannsee. Ah Wannseekonferenz. Gibt es hier im Protokoll einen Passus da steht geschrieben: Abschließend wurden die verschiedenen Arten der Lösungsmöglichkeiten besprochen. Entsinnen sie sich daran oder wollen sie das sehen?!
" Eichmann: "Ich entsinne mich daran, dass es drinn steht jawohl".
Richter Yitzhak Raveh:"Entsinnen sie sich was man da gesprochen hat?".
Eichmann: "Da sind die verschiedenen Tötungsmöglichkeiten besprochen worden".
Richter Yitzhak Raveh: "Die verschiedenen Tötungsmöglichkeiten. Kurze Pause.
Richter Yitzhak Raveh: "Jetzt müssen sie mir mal erklären, warum nach der Konferenz, ausgerechnet die drei Männer, Heydrich, Müller und Eichmann zusammen geblieben und gefeiert haben". Eichmann: "No gefeiert.
Richter Yitzhak Raveh fällt Eichmann ins Wort. "Heydrich und Müller verstehe ich. Warum Eichmann. Warum auch Eichmann?"
Eichmann: "Da sind wir drei alleine gewesen und es war niemand mehr da, da gab Heydrich bekannt wie er das Protokoll aufgefasst zu wüss.. zu wissen wünscht. Nachdem er diese Punkte bekanntgegeben hatte, dann wurde von diesen Angelegenheiten nichts mehr gesprochen, sondern ich wurde gebeten ein Glas Cognac zu trinken, oder auch zwei oder drei. So kam das". Danach befragte der Vorsitzende Richter Mosche Landau Eichmann zur Wannseekonferenz. Eichmann war wie ja jeder weiß der Protokollant der Wannseekonferenz.
Richter Yitzhak Raveh zu Eichmann: "Ich hab immer verstanden, dass das Hände waschen von Pontius Pilatus sich auf einen inneren Vorgang bezieht".
Eichmann: " Da wollte ich gerade drauf kommen Herr Richter. Da sage ich mir ich habe getan was ich konnte, ich bin ein Werkzeug stärkerer Kräfte gewesen, ich möcht`s jetzt mal vulgär sagen, ich muss meine Hände für mich, für mein Inneres in Unschuld waschen. So möchte ich das verstehen. Das dreht sich bei mir nicht so sehr um den äußeren Paragraphen sondern um meine Selbstbetrachtung". Richter Yitzhak Raveh: "Nun was das Hände waschen des Jahres 1942 anlangt, das war eine Art Mentalreservation".
Eichmann fragt nach: "42?".
Richter Yitzhak Raveh: "Wannsee, bei der Wannseekonferenz".
Eichmann ungläubig: "Ach Wannseekonferenz".
Wieder Richter Yitzhak Raveh: "Das war eine Art Mentalreservation".
Eichmann zog die Augenbrauen hoch und schaute Richter Yitzhak Raveh mit leicht zu Seite geneigten Haupt fragend an, weil er den Begriff Mentalreservation nicht richtig zuordnen konnte. Das war eine der wenigen Momente wo Eichmann so etwas wie Emotionen zeigte und ihm seine Gesichtszüge entglitten. Diese Reaktion zeigte er aber nicht weil er sich fürchterlich schuldig fühlte sondern weil er als Idiot da stand. Die Banaltät und Bestialität des Bösen, könnte auch darin liegen, das jemand, aus welchen Bewegründen auch immer, einfach nicht als Idiot dastehen möchte. Das diese Angst vorm Versagen mit Leistung und Anbiederung überkompensioniert wird. Eichmann hätte ja auch sagen können, ja Herr Richter genau so war es. Spätestens nach der dritten Flasche Cognac mit den Herren Heydrich und Müller wurden meine Vorbehalte, in der Sache Judenfrage so groß, dass ich innerlich nicht nur in Mentalreservation gegangen, sondern gleich nach Judäa emigriert bin. Und wie sie und die Menschen im Gerichtssaal sehen können bin ich heute noch immer da. Natürlich könnte die Sache auch so sein, das Eichmann sein Unwissen, was den Begriff der Mentalreservation betraf, nur vorgeschoben und er sich aus verhandlungsstategischen Gründen blöder stellte als er in Wirklichkeit war. Nur der kann doch wirklich nicht im Ernst gedacht haben, das ihn dieses Gericht, im Name des israelischen Volkes und der sechs Millionen gerade abwesenden Juden, für dieses abscheuliche Verbrechen, zu zwei Jahren auf Bewährung verurteilen würde und damit wäre die Sache dann aus der Welt geschafft.
Die zweite Szene.
Der Generalstaatsanwalt Hausner zu Eichmann: "Das störte sie nicht der große Spediteur des Todes zu sein?"
Eichmann: "das störte mich wohl sehr und das störte mich mehr als eh überhaupt ein Mensch ahnen kann. Umsonst habe ich nicht viel viele Male meinen Vorgesetzten vorgetragen und ihn gebeten er möge mir eine andere Dienstverwendung ah überantworten.
Ich habe...Hausner fällt ins Wort: "Aber nie schriftlich!?"
Eichmann: "Schriftlich war so etwas nicht üblich.(ich musste laut lachen, weil so etwas wie einen Schriftverkehr gab es unter der Herrschaft der Nazis ja nur in Ausnahmefällen) Man hat sich.... Hausner ganz laut "Ahh" und dreht sich weg. Eichmann: "Jawohl" und setzt sich.
Zum Schluss sagte Eichmann noch: "Ich habe nie einen Verweise bekommen, das ich meine Pflicht nicht erfüllt hätte". Aber diesen Satz kennt wahrscheinlich eh ein jeder.
Mein neues Wundermittel zum Einschlafen oder warum der postmoderne Sisyphos keinen Stein braucht
man nehme
eine hohe Dosis Neuroleptika
etwas Neurotop
eine Prise Schlaftabletten
hochdosierte B-Vitamine am gescheidsten gleich eine ganz Hand voll
dazu etwas Baldrian gefolgt von einem kleinen ungezwungenen Gebet
und ich schlafe 3 Stunden am Stück.
Danach lässt die Wirkung des Gebetes leider rapide nach und ich beginne mit meiner ritualen Waschung wieder von vorne.
Der Dalia Lama
Der Landeshauptmannstellvertreter von Kärnten Uwe Scheuch, seinerseits auch Schulreferent, schlug im wahrsten Sinne des Worten, "a klane Tetschn" (leichte Ohrfeige) als Stilmittel vor, um Kinder dazu zu bewegen, sich den Wünschen der Erziehungsberechtigten, zwanglos anzuschließen. Da der humanistische geschulte und dem kärntner Idiom nicht wirklich mächtige Bürger-Weltbürger, bei dem Ausdruck "aner klanen Tetschn", sofort einen Rückfall in die Barbarei der schwarzen Pädagogik befürchtet, hier eine kurze, natürlich unvollständige Auflistung der verschiedensten Erziehungsmittel, um die "klane Tetschn" richtig einordnen zu können.
In meinen Kinder und Jugendtagen, Ende der 70ziger Anfang der 80ziger, gab es außer einer "klanen Tetschn", natürlich noch weitere, mit der Führungshand ausgeführte Zuneigungsbekundungen Auf die schon kurz angesprochene "klane Tetschn" folgte die normale "Tetschn". Die wurde wiederum von einer "Tachtel" abgelöst, auf die dann zumeist die "einfache Watschn" folgte. Die ging zuweilen nahtlos in die "gesunde Watschn" über, die sich wiederum von der "anständigen Watschn" nur in Nuancen unterschied. Die "Fotzn", wiederum hatte ein sehr hohes Drohpotential. Die wurde vor allem dann ausgesprochen, wenn man auf die Androhung der einfachen Watschn nicht entsprechend reagierte. Die Androhung, "I hau dir gleich links und rechts ane oba", war natürlich die logische Schlussfolgerung, wenn man auf die "Fotzn" nicht die entsprechendes Reaktion zeigte. Ganz vergessen habe ich jetzt auf die "Watschn die sich gwoschen hat". Auf Deutsch, einfach eine saubere Ohrfeige. Die Fotzn wiederum würde ich mit einer Schelle übersetzen. "Ane gschmiert", konnte man natürlich auch noch bekommen. Seit ich die Letzte geschmiert bekam, (wegducken oder die Hände schützend vors Gesicht halten zählte nicht, man wollte ja nicht zu einem angehenden Warmduscher heran reifen, der sich in späteren Jahren, aus freien Stücken lieber den "Liven Ball" statt des Champions League Finale ansieht), sind dermaßen viele Sommer und Winter ins Land gezogen, das meine zusehends verblassenden Erinnerung, diese Form der Sympathiebekundung, nicht mehr recht zuzuordnen vermag. Wirklich heikel für das kindliche Gemüt wurde es aber erst wenn Schläge auf dem Speiseplan standen. Die taten wirklich weg. Wir Jungs sprachen dann ab und zu noch über den "Hommer" (Hammer). Es ist besser wenn du von dem oder dem Vater keinen "Hommer" kassierst, weil dann spieln deine Zähne am Arsch Klavier". Mein Vater griff in seiner Karriere als Erziehungsberechtigter nie zum "Homma". Der schlug die paar Mal, wenn er mit der rechten Hand seine Gnade verteilte recht gesittet zu. Wirklich in Erinnerung blieb mir weniger die Sprache der flachen Hand, als das mit hochroten Kopf und lauter Stimme, mehr schon fluchend als sprechend ausgestoßene, "dir zag i a noch wo Gott huckt". (dir zeige ich auch noch wo Gott wohnt).Dieser Aufforderung sich Gott nicht zu verschließen, ging zu meist das völlig entnervte "der pariert einfach nicht" meiner Stiefmutter voraus. Diese unfreiwillige Hinführung zum Wohnort einer überirdischen Instanz hatte zur Folge, dass ich annahm, Gott sei eindeutig eine Frau, die im ersten Stock unseren Hauses, gleich rechts im Bett neben meinem Vater wohnte. Dieser durchaus traumatischen Erfahrung die Schuld zu geben, warum ich heute mit Frauen nur stündlich zusammen lebe, halte ich doch für etwas zu weit hergeholt, denn wer bitte entscheidet sich schon freiwillig für die Hölle, wenn er dem Himmel so nah kam. Der derzeit in Kärnten verweilende Dalia Lama, hatte sich zur Frage der "klanen Tetschn" und weiblicher Göttern, die nach dem anzünden nicht verbrennen, ganz im Gegensatz zu seinen Tibetern, explizit nicht geäußert.
Über die "Banalität des Bösen", ist im Laufe der Zeit schon sehr viel Kluges und Intelligentes gesagt worden. Vor allem die großartige Hanna Arendt, (hoffentlich gibt es einen Himmel einen Balkon wo sie andauernd rauchen darf und ihr heißgeliebter Martin nicht ganz so ein Arsch ist) hat sich mit diesem Stoff ja aufs eindringlichste beschäftigt. Auf Grund meiner Beschränktheit sehe ich mich natürlich außer Stande, bei dieser hochinteressanten Thematik, für neue Einblicke zu sorgen oder gar neue Erkenntnisse beizusteuern. Aber im Film "der Spezialist" sind mir, neben vielen anderen, zwei recht gespenstische Szenen in Erinnerung geblieben, auf die ich näher eingehen möchte.
In der Ersten fragt der beisitzende Richter Yitzhak Raveh, Eichmann: "Jetzt Wannsee. Ah Wannseekonferenz. Gibt es hier im Protokoll einen Passus da steht geschrieben: Abschließend wurden die verschiedenen Arten der Lösungsmöglichkeiten besprochen. Entsinnen sie sich daran oder wollen sie das sehen?!
" Eichmann: "Ich entsinne mich daran, dass es drinn steht jawohl".
Richter Yitzhak Raveh:"Entsinnen sie sich was man da gesprochen hat?".
Eichmann: "Da sind die verschiedenen Tötungsmöglichkeiten besprochen worden".
Richter Yitzhak Raveh: "Die verschiedenen Tötungsmöglichkeiten. Kurze Pause.
Richter Yitzhak Raveh: "Jetzt müssen sie mir mal erklären, warum nach der Konferenz, ausgerechnet die drei Männer, Heydrich, Müller und Eichmann zusammen geblieben und gefeiert haben". Eichmann: "No gefeiert.
Richter Yitzhak Raveh fällt Eichmann ins Wort. "Heydrich und Müller verstehe ich. Warum Eichmann. Warum auch Eichmann?"
Eichmann: "Da sind wir drei alleine gewesen und es war niemand mehr da, da gab Heydrich bekannt wie er das Protokoll aufgefasst zu wüss.. zu wissen wünscht. Nachdem er diese Punkte bekanntgegeben hatte, dann wurde von diesen Angelegenheiten nichts mehr gesprochen, sondern ich wurde gebeten ein Glas Cognac zu trinken, oder auch zwei oder drei. So kam das". Danach befragte der Vorsitzende Richter Mosche Landau Eichmann zur Wannseekonferenz. Eichmann war wie ja jeder weiß der Protokollant der Wannseekonferenz.
Richter Yitzhak Raveh zu Eichmann: "Ich hab immer verstanden, dass das Hände waschen von Pontius Pilatus sich auf einen inneren Vorgang bezieht".
Eichmann: " Da wollte ich gerade drauf kommen Herr Richter. Da sage ich mir ich habe getan was ich konnte, ich bin ein Werkzeug stärkerer Kräfte gewesen, ich möcht`s jetzt mal vulgär sagen, ich muss meine Hände für mich, für mein Inneres in Unschuld waschen. So möchte ich das verstehen. Das dreht sich bei mir nicht so sehr um den äußeren Paragraphen sondern um meine Selbstbetrachtung". Richter Yitzhak Raveh: "Nun was das Hände waschen des Jahres 1942 anlangt, das war eine Art Mentalreservation".
Eichmann fragt nach: "42?".
Richter Yitzhak Raveh: "Wannsee, bei der Wannseekonferenz".
Eichmann ungläubig: "Ach Wannseekonferenz".
Wieder Richter Yitzhak Raveh: "Das war eine Art Mentalreservation".
Eichmann zog die Augenbrauen hoch und schaute Richter Yitzhak Raveh mit leicht zu Seite geneigten Haupt fragend an, weil er den Begriff Mentalreservation nicht richtig zuordnen konnte. Das war eine der wenigen Momente wo Eichmann so etwas wie Emotionen zeigte und ihm seine Gesichtszüge entglitten. Diese Reaktion zeigte er aber nicht weil er sich fürchterlich schuldig fühlte sondern weil er als Idiot da stand. Die Banaltät und Bestialität des Bösen, könnte auch darin liegen, das jemand, aus welchen Bewegründen auch immer, einfach nicht als Idiot dastehen möchte. Das diese Angst vorm Versagen mit Leistung und Anbiederung überkompensioniert wird. Eichmann hätte ja auch sagen können, ja Herr Richter genau so war es. Spätestens nach der dritten Flasche Cognac mit den Herren Heydrich und Müller wurden meine Vorbehalte, in der Sache Judenfrage so groß, dass ich innerlich nicht nur in Mentalreservation gegangen, sondern gleich nach Judäa emigriert bin. Und wie sie und die Menschen im Gerichtssaal sehen können bin ich heute noch immer da. Natürlich könnte die Sache auch so sein, das Eichmann sein Unwissen, was den Begriff der Mentalreservation betraf, nur vorgeschoben und er sich aus verhandlungsstategischen Gründen blöder stellte als er in Wirklichkeit war. Nur der kann doch wirklich nicht im Ernst gedacht haben, das ihn dieses Gericht, im Name des israelischen Volkes und der sechs Millionen gerade abwesenden Juden, für dieses abscheuliche Verbrechen, zu zwei Jahren auf Bewährung verurteilen würde und damit wäre die Sache dann aus der Welt geschafft.
Die zweite Szene.
Der Generalstaatsanwalt Hausner zu Eichmann: "Das störte sie nicht der große Spediteur des Todes zu sein?"
Eichmann: "das störte mich wohl sehr und das störte mich mehr als eh überhaupt ein Mensch ahnen kann. Umsonst habe ich nicht viel viele Male meinen Vorgesetzten vorgetragen und ihn gebeten er möge mir eine andere Dienstverwendung ah überantworten.
Ich habe...Hausner fällt ins Wort: "Aber nie schriftlich!?"
Eichmann: "Schriftlich war so etwas nicht üblich.(ich musste laut lachen, weil so etwas wie einen Schriftverkehr gab es unter der Herrschaft der Nazis ja nur in Ausnahmefällen) Man hat sich.... Hausner ganz laut "Ahh" und dreht sich weg. Eichmann: "Jawohl" und setzt sich.
Zum Schluss sagte Eichmann noch: "Ich habe nie einen Verweise bekommen, das ich meine Pflicht nicht erfüllt hätte". Aber diesen Satz kennt wahrscheinlich eh ein jeder.
Mein neues Wundermittel zum Einschlafen oder warum der postmoderne Sisyphos keinen Stein braucht
man nehme
eine hohe Dosis Neuroleptika
etwas Neurotop
eine Prise Schlaftabletten
hochdosierte B-Vitamine am gescheidsten gleich eine ganz Hand voll
dazu etwas Baldrian gefolgt von einem kleinen ungezwungenen Gebet
und ich schlafe 3 Stunden am Stück.
Danach lässt die Wirkung des Gebetes leider rapide nach und ich beginne mit meiner ritualen Waschung wieder von vorne.
Der Dalia Lama
Der Landeshauptmannstellvertreter von Kärnten Uwe Scheuch, seinerseits auch Schulreferent, schlug im wahrsten Sinne des Worten, "a klane Tetschn" (leichte Ohrfeige) als Stilmittel vor, um Kinder dazu zu bewegen, sich den Wünschen der Erziehungsberechtigten, zwanglos anzuschließen. Da der humanistische geschulte und dem kärntner Idiom nicht wirklich mächtige Bürger-Weltbürger, bei dem Ausdruck "aner klanen Tetschn", sofort einen Rückfall in die Barbarei der schwarzen Pädagogik befürchtet, hier eine kurze, natürlich unvollständige Auflistung der verschiedensten Erziehungsmittel, um die "klane Tetschn" richtig einordnen zu können.
In meinen Kinder und Jugendtagen, Ende der 70ziger Anfang der 80ziger, gab es außer einer "klanen Tetschn", natürlich noch weitere, mit der Führungshand ausgeführte Zuneigungsbekundungen Auf die schon kurz angesprochene "klane Tetschn" folgte die normale "Tetschn". Die wurde wiederum von einer "Tachtel" abgelöst, auf die dann zumeist die "einfache Watschn" folgte. Die ging zuweilen nahtlos in die "gesunde Watschn" über, die sich wiederum von der "anständigen Watschn" nur in Nuancen unterschied. Die "Fotzn", wiederum hatte ein sehr hohes Drohpotential. Die wurde vor allem dann ausgesprochen, wenn man auf die Androhung der einfachen Watschn nicht entsprechend reagierte. Die Androhung, "I hau dir gleich links und rechts ane oba", war natürlich die logische Schlussfolgerung, wenn man auf die "Fotzn" nicht die entsprechendes Reaktion zeigte. Ganz vergessen habe ich jetzt auf die "Watschn die sich gwoschen hat". Auf Deutsch, einfach eine saubere Ohrfeige. Die Fotzn wiederum würde ich mit einer Schelle übersetzen. "Ane gschmiert", konnte man natürlich auch noch bekommen. Seit ich die Letzte geschmiert bekam, (wegducken oder die Hände schützend vors Gesicht halten zählte nicht, man wollte ja nicht zu einem angehenden Warmduscher heran reifen, der sich in späteren Jahren, aus freien Stücken lieber den "Liven Ball" statt des Champions League Finale ansieht), sind dermaßen viele Sommer und Winter ins Land gezogen, das meine zusehends verblassenden Erinnerung, diese Form der Sympathiebekundung, nicht mehr recht zuzuordnen vermag. Wirklich heikel für das kindliche Gemüt wurde es aber erst wenn Schläge auf dem Speiseplan standen. Die taten wirklich weg. Wir Jungs sprachen dann ab und zu noch über den "Hommer" (Hammer). Es ist besser wenn du von dem oder dem Vater keinen "Hommer" kassierst, weil dann spieln deine Zähne am Arsch Klavier". Mein Vater griff in seiner Karriere als Erziehungsberechtigter nie zum "Homma". Der schlug die paar Mal, wenn er mit der rechten Hand seine Gnade verteilte recht gesittet zu. Wirklich in Erinnerung blieb mir weniger die Sprache der flachen Hand, als das mit hochroten Kopf und lauter Stimme, mehr schon fluchend als sprechend ausgestoßene, "dir zag i a noch wo Gott huckt". (dir zeige ich auch noch wo Gott wohnt).Dieser Aufforderung sich Gott nicht zu verschließen, ging zu meist das völlig entnervte "der pariert einfach nicht" meiner Stiefmutter voraus. Diese unfreiwillige Hinführung zum Wohnort einer überirdischen Instanz hatte zur Folge, dass ich annahm, Gott sei eindeutig eine Frau, die im ersten Stock unseren Hauses, gleich rechts im Bett neben meinem Vater wohnte. Dieser durchaus traumatischen Erfahrung die Schuld zu geben, warum ich heute mit Frauen nur stündlich zusammen lebe, halte ich doch für etwas zu weit hergeholt, denn wer bitte entscheidet sich schon freiwillig für die Hölle, wenn er dem Himmel so nah kam. Der derzeit in Kärnten verweilende Dalia Lama, hatte sich zur Frage der "klanen Tetschn" und weiblicher Göttern, die nach dem anzünden nicht verbrennen, ganz im Gegensatz zu seinen Tibetern, explizit nicht geäußert.
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