Sonntag, 23. August 2026
Wenn der Mut so tut als hätte er Mut
der imperialist, 12:56h
Jessas!
Was für eine Verschwendung!
Die Rübe rot, der Atem schwer,
da kommt kein kleiner Tod daher.
Daher ist seine Männlichkeit im Schwinden,
heimlich weint er (Wer?)in eine Herrenwindel.
Windel reimt sich auf klingen/des Österreich.
Natürlich kann man diese Ausgangssituation auch anders sehen. Mit einem leichten Touch von Hoffnung.
Die Rübe rot, der Atem schwer,
die Männlichkeit schwindet dahin.
Es kommt kein kleiner Tod mehr her,
und Weinen macht jetzt keinen Sinn.
Doch heimlich fließt so manche Träne
in Windeln für den Mann von Welt,
ganz ohne dass er sich noch schäme,
weil’s ihm die Hose trocken hält. Quelle: 50/50 zwischen Mensch und KI
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Wie auf Spotify.
Haben Sie schon einmal von Sienna Rose gehört? Sie ist eine auf Spotify gefeierte Neo-Soul-Künstlerin, die monatlich eine halbe Million Menschen erreicht – doch sie existiert in der Realität gar nicht. Hinter Namen wie ihr, dem erfolgreichen Country-Sänger Breaking Rust oder der fiktiven Band The Velvet Sundown verbergen sich rein künstlich generierte Musikprojekte, die längst Millionen von Aufrufen und Verkäufen generieren.
Während aufmerksame Nutzer solche Fakes oft durch Bildaussetzer oder kopierte Originalvideos entlarven, strömen die Plattformen zunehmend voll mit künstlichen Inhalten. Eine Studie der University of Chicago von Juni zeigt, dass bereits mehrere hunderttausend Acts auf Spotify zumindest teilweise KI nutzen und rund fünf Prozent des analysierten Katalogs komplett KI-generiert sind.
Regulatorisch hinkt diese Entwicklung hinterher. Der EU AI Act verlangt seit Anfang August zwar maschinenlesbare Kennzeichnungen für synthetische Inhalte und Offenlegungen bei echten Deepfakes, doch fiktive Künstlerpersonae fallen nach Ansicht von Experten oft durch das Raster. Auf Spotify selbst bleibt die Kennzeichnung von KI in den Credits bislang freiwillig – und das Publikum lauscht weiter Künstlern, die nie performt haben.
Die schiere Menge an täglichen Uploads – um die 100.000 – verschärfe den Kampf um Aufmerksamkeit. „Slop“-, also „Müll“-Accounts produzieren oft Dutzende Songs pro Monat, in der Hoffnung, dass einer davon viral geht und Kohle bringt. „Spray and Pray“ nennt man das. „Gute Musik wird nicht verschwinden. Ich mache mir nur Sorgen, dass sie nicht mehr gesehen wird, in diesem Meer an AI-Slop.“ Quelle: Die "Presse"
Uploads Download und noch ein Upload zum Download. Ich habe da längsten Überblick verloren. Weshalb man durchaus sagen kann, ohne sich umgehend zu korrigieren. Feucht ist es in letzter Zeit in den falschen Gebieten. Gestern guckte ich eine Werbung für Scheidentrockenheit. Das auch noch, dachte ich mir. Diese Welt steht wirklich am Scheideweg. Habe ich ihnen schon erzählt dass ich hier irgendwo mal eine ganze Woche gereimt habe. Ich wollte mir wirklich einen Reim aufs Reimen machen. Keine Ahnung wo diese Reim-Orgie hier herumkugelt wie einst noch die Rum-Kokos-Kugeln von Casali im Magen.
KI sag mal. Wie viel von den Kugeln müsste ich in mich hinein stopfen dass ich einen Rausch habe?
Gemini: Realistisch gesehen müsste man(N) der weiterhin nicht kann, etwa 1,5 bis 2 Kilogramm (ca. 300 bis 400 Dragees) der Casali Rum-Kokos-Kugeln essen, um spürbar betrunken zu werden.
Realistisch gesehen bin ich total im Arsch. Derzeit ist die „,Vierer-Bande“, die einzige Bande die du geknüpft hast, sehr anstrengend und nervenaufreibend. Aber das tut doch nichts zur Sache. Genau. So hell er strahlt mein Licht auch wieder nicht. Jedes psychische Leiden ist erst mal nur eine Behauptung. Wie der Klimawandel. Genau. Daher werde ich hier weiterhin gegen meinen Verfall anschreiben und gegen die Auslöschung der Ukraine. Das ist alternativlos. Die tote Zivilbevölkerung in der Ukraine findet man im ORF Teletext nur noch auf Seite 126. Dabei sterben so viele Menschen wie seit Beginn des Krieges nicht mehr. Diese Woche sogar in einem Supermarkt.
Russland hat am Freitag (21.08.2026) als ich den letzten Text einstellte, in der Ukraine einen der blutigsten Luftangriffe der vergangenen Monate verübt. Drohneneinschläge in einem der größten Einkaufszentren der südukrainischen Industrie- und Bergbaustadt Kriwi Rih töteten mindestens 16 Personen und verletzten 130 weitere, unter ihnen 23 Kinder. Viele der Verletzten befinden sich laut den lokalen Behörden in kritischem Zustand. Kriwi Rih in der Provinz Dnipropetrowsk ist die Heimatstadt Selenskis.
Tatsächlich deutet vieles darauf hin, dass Russland eine möglichst hohe Zahl von Opfern verursachen wollte. Der Angriff erfolgte am späten Nachmittag, als das Einkaufszentrum gut besucht war. Die Drohnen flogen den Komplex in zwei Wellen an. Eine halbe Stunde nach dem ersten Einschlag, als bereits Rettungskräfte vor Ort waren, gab es einen zweiten Angriff.
Dieses besonders perfide Vorgehen, das als «double tap» oder Doppelschlag bezeichnet wird, ist aus dem Luftkrieg in Syrien bekannt. Die russische Luftwaffe war berüchtigt dafür, bei ihren Angriffen zur Unterstützung des Diktators Bashar al-Asad nach einem ersten Treffer nochmals zuzuschlagen. Vermehrt wendet Russland diese auf eine Maximierung der Opferzahl abzielende Taktik nun auch in der Ukraine an. Quelle: "NZZ"
KI-generiert:
Iskander-Raketen treffen ein ukrainisches Umspannwerk, das Krankenhaus verliert mitten in der Nacht den Strom, auf dem OP-Tisch stirbt ein Kind im Dunkeln, immer zum Ruhme der russischen Welt.
Shahed-Drohnen steuern auf die Entbindungsstation,
Beton und Schutt begraben schwangere Frauen,
Rettungskräfte bergen Tote aus den Trümmern,
immer zum Ruhme der russischen Welt.
Gleitbomben töten die Alten in ihren Betten,
Cluster-Munition trifft Spielplätze, Parks und Wohnstraßen,
Artillerie zerstört ganze Stadtviertel, oft ohne jedes militärische Ziel,
Hyperschallraketen legen Museen, Universitäten und Theater in Schutt,
Raketen schlagen in Märkte und Versorgungszentren ein,
wo Menschen nach dem Nötigen für den Alltag suchen,
Angriffe auf Getreidelager und Häfen vernichten die Lebensmittelversorgung,
FPV-Drohnen jagen Zivilisten auf den Straßen,
immer zum Ruhme der russischen Welt.
Kamikaze-Drohnen treffen Rettungsfahrzeuge im „double tap“ beim erneuten Einsatz,
Raketen auf Eisenbahnknoten und Bahnhöfe töten Menschen, die fliehen wollen,
S-400 und S-300 schlagen in Bushaltestellen, Schulen und Busdepots ein,
Marschflugkörper zerstören Wasser, Wärme und Licht,
Angriffe auf Heizwerke und Wasserwerke lassen Städte im Winter erfrieren und verdursten,
Angriffe auf Mobilfunkmasten und Internetknoten isolieren ganze Regionen,
ganze Wohnblocks werden im Schlaf ausgelöscht,
Angriffe auf Verwaltungsgebäude, Postämter und Banken treffen Menschen, die arbeiten oder Schutz suchen,
Kirchen, Synagogen und historische Gotteshäuser stürzen ein,
Stadien und Sporthallen brennen als getroffene humanitäre Zentren,
S-300-Raketen zerreißen die Stille der Nacht, Straßen, Gehwege und färben Gehwege blutrot, immer zum Ruhme der russischen Welt.
In der Ukraine sterben Kinder aber auch bei Tag. Typische KI-Scheiße. Und es sind nicht nur Gleitbomben sondern auch Drohnen die alte Menschen in der Ukraine töten.
Oder vielleicht handelte es sich gar um ein KI-gestütztes System. Der Algorithmus erkennt Bewegungen auf der Strasse; der Bediener gibt den Befehl frei; die Drohne führt ihn aus. Der Bediener sieht vielleicht gar nicht, wen er getötet hat. Nicht dass dies wirklich eine Rolle spielt – für die «russische Welt» ist jede ukrainische Leiche ein Sieg. Ich übertreibe nicht. In Nikopol beispielsweise brachte eine FPV-Drohne eine 87-jährige Frau im Rollstuhl um.
Nehmen wir zum Beispiel Cherson. Am 16. Juni traf eine Drohne einen Stadtbus, wobei ein Fahrgast getötet und zwei weitere verletzt wurden, unter ihnen der Chauffeur. Am 19. Juni wurden bei einem weiteren Angriff vier weitere Menschen verletzt. Am 1. Juli griff der Feind einen Personenkleinbus mit einer Drohne an, wobei zwei Menschen getötet und sieben verletzt wurden; eines der Opfer erlag später im Krankenhaus seinen Verletzungen. Am Morgen des 8. Juli kam ein weiterer Kleinbus an die Reihe, wobei eine Frau aus der Gegend umkam und sechs weitere Personen verletzt wurden. Quelle: "NZZ" /Sergei Gerasimow / Jemand muss beschlossen haben, die alte Ljubow Fedosowa zu töten – wie die Russen mit Drohnen auf die Jagd nach Zivilisten gehen
Folgende Waffensysteme, die Russland in der Ukraine einsetzt, fehlen in diesem Text:
Kalibr, Ch‑101, Ch‑555, Oniks, Grad (BM‑21), Uragan (BM‑27), Smerch/Tornado, TOS‑1A, Kinschal, Su‑34, Su‑35, MiG‑31K, Ka‑52, Mi‑28, T‑72, T‑80, T‑90, BMP‑2, BMP‑3, BMD‑4, Orlan‑10, ZALA, Supercam. Quelle: Wieder KI / Ich habe keine Ahnung
Was fehlt in dieser Aufzählung ist das atomare Vernichtungszubehör. Das auch auf einen Waffen und Rüstungsmessen ausgestellt wird. Buchmesse / Automesse / Erotikmesse / Reisemesse / Jobmesse / Computermesse / Spielemesse / Modemesse / Kunstmesse
Rüstungsmesse: die uns derzeit so häufig gelesen wird von den Hohenpriestern der militärischen Abschreckung.
Nukleare Arsenale: Strategische Interkontinental- und U-Boot-gestützte Trägersysteme für den globalen Erst- oder Zweitschlag sowie taktische Atomwaffen für den begrenzten regionalen Einsatz.
Strategischen Atomwaffen, mit denen sich ganze Teile Europas in eine atomare Wüste verwandeln ließen, und die taktischen Varianten, die für den begrenzten Einsatz vorgesehen sind in der Ukraine. Natürlich habe ich keine Ahnung was in diesem Fall der unterschied zwischen strategisch und taktisch ist. Ich kenne Taktik nur aus dem Sport entlehnt.
Das muss man sich einmal vorstellen: Eine Rakete schlägt beim Lidl in der Bronx ein, während wir uns vor der Eins‑Kassa die Beine in den Bauch stehen. Genau in dem Moment, in dem jemand – von Ungeduld gepackt wie andere ihre Koffer – „zweite Kassa!“ ruft, im gebrochenen Deutsch. Das lernst du in Wien, wo er so gut wie nichts tat, als Erstes. „Zweite Kasse". Das ist eigentlich unvorstellbar. Aber in der Ukraine ist es Alltag.
Bis ich dann folgenden Artikel las: Wegen des Iran‑Krieges, der militärischen Eskalation, von den USA und Israel angeleiert, gibt es in einem bekannten Restaurant in Dubai ein Zwei‑Gänge‑Menü schon umgerechnet um 23 Euro. Eine Forelle mit Sättigungsbeilage kostet auf der Donauinsel in einer der Buschenschenken 24,90 Euro. Letztes Jahr gab es diese Forelle noch um 19,90 Euro. Dubai ist aktuell billiger als hier in Wien ein Zimmer ohne Aussicht.
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So was hätten wir da noch:
Eine seltsame Gleichschaltung/Gleichklang von Reportagen in der "NZZ" und im SPIEGEL über den Sudan und das Leben und Sterben in den Nuba-Bergen 34/2026. Obschon alle nur über das Cover des SPIEGEL reden. "Der gefährlichste Mann Deutschlands". Ulrich Sigmund - AfD-Spitzenkandidat in Sachsen-Anhalt. Angeblich werden auf Ebay persönlich von Siegmund signierte Ausgaben um 500 Euro angeboten.
Die Front ist jetzt überall. Damit sind nicht die Sozialen Medien gemeint. Wo selbst am Arsch der Welt mit harten Badagen gekämpft wird. Selbst die Herrenwindel-Fraktion ist hier kaum zu bändigen. Siehe der Stellungskrieg hier. Das Gerangel um einen Platz an der Blog-Sonne. Da kennt „Der Alte“ nix. Der handelt ganz nach dem Motto: Und wenn es das Letzte ist, was ich in diesem Leben tue. Dem Schizophrenisten zeigen, wie schnell der Bartl den Most der Relevanz austrinken kann.
Der Krieg ist im Sudan jetzt überall im SPIEGEL in einer Reportage 34/2026.
Zeit mehr als drei Jahren wird im Sudan gekämpft, gemordet und gerungert, es ist ein alles verzehrender Krieg. Die Nuba-Berge im Süden des Landes geiten aus einer der letzten Zufluchtsorte. Doch nun kreist noch hier die Drohnen.
Das Mädchen atmet schwer. Ihr kleiner Körper hebt und senkt sich unter dem Laken, als würde sie all die Atemzüge eines Lebens auf einmal nehmen wollen. Sie wird heute Nacht sterben, da sind sich alle sicher. Die Ärzte, die manchmal stehen bleiben, um den Sauerstoffschlauch in ihrer Nase zurechtzurücken. Der Krankenpfleger, vor dem diese Woche bereits ein Baby verhungert ist. Die Mutter, deren andere Kinder im Flüchtlingslager von Verwandten betreut werden. Ihr Blick wandert über den Boden, die Sauerstoffmaschine gurgelt rhythmisch. »Wir geben sie jetzt in Gottes Hände«, sagt der Pfleger.
Ihr Name ist Saida. In sechs Tagen soll sie ein Jahr alt werden. Aber nicht in dieser Reportage.
Saida im Nachbarzimmer hat die Nacht überlebt. Ihr kleiner Mund zieht sich bei jedem Atemzug zu einem erstaunten O. Kussmaulatmung, sagen die Ärzte. Ihre Mutter starrt auf den Fußboden, während um sie herum die Ärzte versuchen, das Leben derer zu retten, die noch zu retten sind. Sie streichelt ihre Tochter und sagt nichts. In wenigen Stunden wird Atmen zu schwer für Saida werden. Sie wird ein letztes Mal Luft holen. Quelle: SPIEGEL 34/2026
Im Juni hatte ich eine Reportage in der "NZZ" ebenfalls über den Krieg im Sudan, der auch dort bis in die Nuba-Berge ausfranzte.
200 Meter von Dr. Josephs geliebten Blumen wartet der Horror – ein Chirurg trotzt im Sudan dem Krieg.
Fast alle Spitäler im Sudan sind zerstört. Doch in den Nuba-Bergen weigern sich ein Arzt und sein Team aufzugeben. Sie ringen um das Leben der angeschossenen Kämpfer, der hungernden Kinder und der Drohnenopfer.
Man könnte den Horror beinahe vergessen, wenn man sich bei Dr. Joseph Yacoub zum Kaffee setzt in seinem Haus auf dem Hügel, ganz im Süden des Sudans. Der Doktor züchtet Pflanzen, Buntwurz, Immergrün, Christusdorn, liebevoll arrangiert in Beeten, die sich an die Wände schmiegen. Über dem Innenhof spenden Bougainvilleen Schatten, lila Blütenblätter rieseln auf den Boden. Der Arzt hat sich ein kleines Paradies geschaffen. Yacoub sagt: «Ich weiß nicht einmal, wie all diese Blumen heißen. Ich weiß nur, wie ich mich fühle, wenn ich sie betrachte.»
Dann, sagt Joseph Yacoub, spüre er einen inneren Frieden.
Doch nur zweihundert Meter entfernt wartet der Krieg. Im Spital.
Da liegt das unterernährte Mädchen auf der Notfallstation, noch kein Jahr alt. Sie atmet in Stößen, kämpft um ihr Leben.
Wenn Dr. Joseph Yacoub beim Kaffee im Hof seines Hauses seine Geschichte erzählt, verbirgt er seine Erschöpfung nicht. Er sagt: «Ich brauche eine Pause. Ich wäre gerne frei, anderes zu machen. Verwandte sehen, den Garten pflegen. Gemüse und Früchte anpflanzen. Tomaten und Zwiebeln, Mangos, Guaven.»
Aber dafür ist keine Zeit, Yacoub muss weitermachen. Der Krieg geht weiter, und seine Opfer warten. Menschen wie die kleine Saida, die auf der Notfallstation liegt. In dem Bett für die besonders schweren Fälle, getrennt von den anderen Patienten. Saida wiegt 4 Kilo, ihre Augen wirken zu gross für den kleinen Körper. Ein grüner Schlauch in ihrer Nase führt ihr Sauerstoff zu. Seit einer Woche liegt sie hier, niemand weiß, ob sie überleben wird. Die Pfleger befürchten, dass die Nieren des unterernährten Mädchens bereits versagen. In ein paar Tagen ist ihr erster Geburtstag. Quelle: "NZZ"
Auch in der "NZZ" wird das Mädchen immer schwäche. Allerdings schon im Juni und nicht Ende August. Da kam ein Pfleger im Juni und misst Saidas Fieber. 38,7 Grad. Die Temperatur sinkt nicht so, wie sie sollte. Saidas kleiner Brustkorb hebt und senkt sich in schnellen, hektischen Stössen. Ihre Haut ist nass vom Schweiss, ihre Augen halb geöffnet. Um 14 Uhr beträgt ihre Temperatur 36,8 Grad. Doch dann, eine Stunde später: 38 Grad.
Sie trinkt jetzt nicht mehr von der Brust. Und mit der Magensonde Flüssigkeit zuzuführen, könnte ihr schwaches Herz überfordern.
Die Ärzte glauben, dass Saida nicht überleben wird. Das haben sie der Mutter vor ein paar Stunden gesagt.
Der Sauerstoffkonzentrator neben dem Bett summt. Saidas Mutter rückt den Plastikschlauch in Saidas Nase zurecht. Sie tupft ihr den Mund trocken.
«Hat sie gepinkelt?», fragt ein Pfleger. Die Mutter prüft das Tuch, auf dem Saida liegt. Sie tut das alle paar Minuten. Es ist trocken. Sie verneint. «Sie wird es nicht bis morgen schaffen», sagt der Pfleger, nicht zur Mutter, sondern zur Seite. «Sie wird einfach aufhören zu atmen.»
Aber noch kämpft Saida. Noch kämpfte sie, als ich mit ihren Kampf ums Überleben über die Insel radelte. An das kann ich mich noch erinnern. Das habe ich hier sogar schriftlich festgehalten.
Um neun Uhr abends legt Yacoub an diesem Donnerstag die Instrumente nieder. Verlässt den Operationssaal, geht die paar Meter zu seinem Haus, dem Garten, wo der Tod weit weg zu sein scheint.
Saida lag den ganzen Tag in seiner Nähe, hinter einer offenen Tür, im Zimmer neben dem Notfall. Sie atmete schwächer, niemand nahm sie zur Kenntnis. Nur ihre Mutter tupfte ihr den Mund trocken, hob ihre Augenlider, um zu prüfen, ob sie noch lebt.
Dann, irgendwann, in der Hektik des Tages, zwischen all dem Piepen und Stöhnen, den Kommandos der Ärzte im Nebenraum, ist sie gestorben. Sie hörte einfach auf zu atmen. Ein Pfleger versuchte noch zu reanimieren. Ein Arzt sagte, es habe keinen Sinn. Sie stoppten. So erzählte es der Pfleger danach. Sie malten ein schwarzes Kreuz in Saidas Blatt mit den Patientendaten und legten es in die Kiste mit den Todesfällen. In fünf Tagen wäre Saida ein Jahr alt geworden. Quelle: "NZZ"
Ich will den Journalisten nix unterstellen. Zufälle gibt es. Gut möglich, dass die Reporter der "NZZ" und des SPIEGEL zur selben Zeit vor Ort waren und sich beide gleichzeitig über das sterbende Kleinstkind beugten, um Licht in die Sache zu bringen. Nicht dass wir im Dunklen belassen werden über das Unglück in dieser Welt. Von Menschenhand angeleiert. Das kann nicht ausgeschlossen werden. Nur hätte sie sehen wollen wie ich guckte, als ich mit den Artikel im SPIEGEL vorlesen ließ. Ich dachte mir dann tatsächlich. Möglicherweise ist der alte Russe von Nebenan gar nicht tot. Vielleicht lebt der noch ein paar Monate länger und er stirbt dann nicht mehr so jämmerlich. Ganz alleine. In einem fremden Lans in dem er nie ankam. Komm Opa. Auch noch einen raus zum 13:49 Uhr. Nicht einen. Dich. Ja eh.
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Ich sollte wieder das Thema wechseln. Mir ist das mit dem kleinen Mädchen das gleich in zwei Reportagen (was für eine Gedränge) aufhört zu atmen zu gespenstisch.
Besser ich schreibe wieder über den heterosexuell Mann, Ü-50zig, der nicht mehr wie auf Knopfdruck kann. Der steht in der Opferhierarchie hier ganz unten. Na, ja. Ganz unten steht der kaputte heterosexuelle weiße Mann. Einer wie du, dem eine Diagnose das Leben gerettet hat. Tiefer geht's nicht mehr.
Stimmt beinahe. Ganz unten sind psychisch Kranke heterosexuelle weiße Männer die noch dazu aus dem EU-Ausland stammen und hier wie Gespenster durch die Straßen schlurfen. Und wie ist der Zufall so anstrebt, hat eben auf der Insel ein Junkie im Gras sitzend bei einem anderen Junkie eine brauchbare Vene gesucht. Das ist das Ende....
Was für eine Verschwendung!
Die Rübe rot, der Atem schwer,
da kommt kein kleiner Tod daher.
Daher ist seine Männlichkeit im Schwinden,
heimlich weint er (Wer?)in eine Herrenwindel.
Windel reimt sich auf klingen/des Österreich.
Natürlich kann man diese Ausgangssituation auch anders sehen. Mit einem leichten Touch von Hoffnung.
Die Rübe rot, der Atem schwer,
die Männlichkeit schwindet dahin.
Es kommt kein kleiner Tod mehr her,
und Weinen macht jetzt keinen Sinn.
Doch heimlich fließt so manche Träne
in Windeln für den Mann von Welt,
ganz ohne dass er sich noch schäme,
weil’s ihm die Hose trocken hält. Quelle: 50/50 zwischen Mensch und KI
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Wie auf Spotify.
Haben Sie schon einmal von Sienna Rose gehört? Sie ist eine auf Spotify gefeierte Neo-Soul-Künstlerin, die monatlich eine halbe Million Menschen erreicht – doch sie existiert in der Realität gar nicht. Hinter Namen wie ihr, dem erfolgreichen Country-Sänger Breaking Rust oder der fiktiven Band The Velvet Sundown verbergen sich rein künstlich generierte Musikprojekte, die längst Millionen von Aufrufen und Verkäufen generieren.
Während aufmerksame Nutzer solche Fakes oft durch Bildaussetzer oder kopierte Originalvideos entlarven, strömen die Plattformen zunehmend voll mit künstlichen Inhalten. Eine Studie der University of Chicago von Juni zeigt, dass bereits mehrere hunderttausend Acts auf Spotify zumindest teilweise KI nutzen und rund fünf Prozent des analysierten Katalogs komplett KI-generiert sind.
Regulatorisch hinkt diese Entwicklung hinterher. Der EU AI Act verlangt seit Anfang August zwar maschinenlesbare Kennzeichnungen für synthetische Inhalte und Offenlegungen bei echten Deepfakes, doch fiktive Künstlerpersonae fallen nach Ansicht von Experten oft durch das Raster. Auf Spotify selbst bleibt die Kennzeichnung von KI in den Credits bislang freiwillig – und das Publikum lauscht weiter Künstlern, die nie performt haben.
Die schiere Menge an täglichen Uploads – um die 100.000 – verschärfe den Kampf um Aufmerksamkeit. „Slop“-, also „Müll“-Accounts produzieren oft Dutzende Songs pro Monat, in der Hoffnung, dass einer davon viral geht und Kohle bringt. „Spray and Pray“ nennt man das. „Gute Musik wird nicht verschwinden. Ich mache mir nur Sorgen, dass sie nicht mehr gesehen wird, in diesem Meer an AI-Slop.“ Quelle: Die "Presse"
Uploads Download und noch ein Upload zum Download. Ich habe da längsten Überblick verloren. Weshalb man durchaus sagen kann, ohne sich umgehend zu korrigieren. Feucht ist es in letzter Zeit in den falschen Gebieten. Gestern guckte ich eine Werbung für Scheidentrockenheit. Das auch noch, dachte ich mir. Diese Welt steht wirklich am Scheideweg. Habe ich ihnen schon erzählt dass ich hier irgendwo mal eine ganze Woche gereimt habe. Ich wollte mir wirklich einen Reim aufs Reimen machen. Keine Ahnung wo diese Reim-Orgie hier herumkugelt wie einst noch die Rum-Kokos-Kugeln von Casali im Magen.
KI sag mal. Wie viel von den Kugeln müsste ich in mich hinein stopfen dass ich einen Rausch habe?
Gemini: Realistisch gesehen müsste man(N) der weiterhin nicht kann, etwa 1,5 bis 2 Kilogramm (ca. 300 bis 400 Dragees) der Casali Rum-Kokos-Kugeln essen, um spürbar betrunken zu werden.
Realistisch gesehen bin ich total im Arsch. Derzeit ist die „,Vierer-Bande“, die einzige Bande die du geknüpft hast, sehr anstrengend und nervenaufreibend. Aber das tut doch nichts zur Sache. Genau. So hell er strahlt mein Licht auch wieder nicht. Jedes psychische Leiden ist erst mal nur eine Behauptung. Wie der Klimawandel. Genau. Daher werde ich hier weiterhin gegen meinen Verfall anschreiben und gegen die Auslöschung der Ukraine. Das ist alternativlos. Die tote Zivilbevölkerung in der Ukraine findet man im ORF Teletext nur noch auf Seite 126. Dabei sterben so viele Menschen wie seit Beginn des Krieges nicht mehr. Diese Woche sogar in einem Supermarkt.
Russland hat am Freitag (21.08.2026) als ich den letzten Text einstellte, in der Ukraine einen der blutigsten Luftangriffe der vergangenen Monate verübt. Drohneneinschläge in einem der größten Einkaufszentren der südukrainischen Industrie- und Bergbaustadt Kriwi Rih töteten mindestens 16 Personen und verletzten 130 weitere, unter ihnen 23 Kinder. Viele der Verletzten befinden sich laut den lokalen Behörden in kritischem Zustand. Kriwi Rih in der Provinz Dnipropetrowsk ist die Heimatstadt Selenskis.
Tatsächlich deutet vieles darauf hin, dass Russland eine möglichst hohe Zahl von Opfern verursachen wollte. Der Angriff erfolgte am späten Nachmittag, als das Einkaufszentrum gut besucht war. Die Drohnen flogen den Komplex in zwei Wellen an. Eine halbe Stunde nach dem ersten Einschlag, als bereits Rettungskräfte vor Ort waren, gab es einen zweiten Angriff.
Dieses besonders perfide Vorgehen, das als «double tap» oder Doppelschlag bezeichnet wird, ist aus dem Luftkrieg in Syrien bekannt. Die russische Luftwaffe war berüchtigt dafür, bei ihren Angriffen zur Unterstützung des Diktators Bashar al-Asad nach einem ersten Treffer nochmals zuzuschlagen. Vermehrt wendet Russland diese auf eine Maximierung der Opferzahl abzielende Taktik nun auch in der Ukraine an. Quelle: "NZZ"
KI-generiert:
Iskander-Raketen treffen ein ukrainisches Umspannwerk, das Krankenhaus verliert mitten in der Nacht den Strom, auf dem OP-Tisch stirbt ein Kind im Dunkeln, immer zum Ruhme der russischen Welt.
Shahed-Drohnen steuern auf die Entbindungsstation,
Beton und Schutt begraben schwangere Frauen,
Rettungskräfte bergen Tote aus den Trümmern,
immer zum Ruhme der russischen Welt.
Gleitbomben töten die Alten in ihren Betten,
Cluster-Munition trifft Spielplätze, Parks und Wohnstraßen,
Artillerie zerstört ganze Stadtviertel, oft ohne jedes militärische Ziel,
Hyperschallraketen legen Museen, Universitäten und Theater in Schutt,
Raketen schlagen in Märkte und Versorgungszentren ein,
wo Menschen nach dem Nötigen für den Alltag suchen,
Angriffe auf Getreidelager und Häfen vernichten die Lebensmittelversorgung,
FPV-Drohnen jagen Zivilisten auf den Straßen,
immer zum Ruhme der russischen Welt.
Kamikaze-Drohnen treffen Rettungsfahrzeuge im „double tap“ beim erneuten Einsatz,
Raketen auf Eisenbahnknoten und Bahnhöfe töten Menschen, die fliehen wollen,
S-400 und S-300 schlagen in Bushaltestellen, Schulen und Busdepots ein,
Marschflugkörper zerstören Wasser, Wärme und Licht,
Angriffe auf Heizwerke und Wasserwerke lassen Städte im Winter erfrieren und verdursten,
Angriffe auf Mobilfunkmasten und Internetknoten isolieren ganze Regionen,
ganze Wohnblocks werden im Schlaf ausgelöscht,
Angriffe auf Verwaltungsgebäude, Postämter und Banken treffen Menschen, die arbeiten oder Schutz suchen,
Kirchen, Synagogen und historische Gotteshäuser stürzen ein,
Stadien und Sporthallen brennen als getroffene humanitäre Zentren,
S-300-Raketen zerreißen die Stille der Nacht, Straßen, Gehwege und färben Gehwege blutrot, immer zum Ruhme der russischen Welt.
In der Ukraine sterben Kinder aber auch bei Tag. Typische KI-Scheiße. Und es sind nicht nur Gleitbomben sondern auch Drohnen die alte Menschen in der Ukraine töten.
Oder vielleicht handelte es sich gar um ein KI-gestütztes System. Der Algorithmus erkennt Bewegungen auf der Strasse; der Bediener gibt den Befehl frei; die Drohne führt ihn aus. Der Bediener sieht vielleicht gar nicht, wen er getötet hat. Nicht dass dies wirklich eine Rolle spielt – für die «russische Welt» ist jede ukrainische Leiche ein Sieg. Ich übertreibe nicht. In Nikopol beispielsweise brachte eine FPV-Drohne eine 87-jährige Frau im Rollstuhl um.
Nehmen wir zum Beispiel Cherson. Am 16. Juni traf eine Drohne einen Stadtbus, wobei ein Fahrgast getötet und zwei weitere verletzt wurden, unter ihnen der Chauffeur. Am 19. Juni wurden bei einem weiteren Angriff vier weitere Menschen verletzt. Am 1. Juli griff der Feind einen Personenkleinbus mit einer Drohne an, wobei zwei Menschen getötet und sieben verletzt wurden; eines der Opfer erlag später im Krankenhaus seinen Verletzungen. Am Morgen des 8. Juli kam ein weiterer Kleinbus an die Reihe, wobei eine Frau aus der Gegend umkam und sechs weitere Personen verletzt wurden. Quelle: "NZZ" /Sergei Gerasimow / Jemand muss beschlossen haben, die alte Ljubow Fedosowa zu töten – wie die Russen mit Drohnen auf die Jagd nach Zivilisten gehen
Folgende Waffensysteme, die Russland in der Ukraine einsetzt, fehlen in diesem Text:
Kalibr, Ch‑101, Ch‑555, Oniks, Grad (BM‑21), Uragan (BM‑27), Smerch/Tornado, TOS‑1A, Kinschal, Su‑34, Su‑35, MiG‑31K, Ka‑52, Mi‑28, T‑72, T‑80, T‑90, BMP‑2, BMP‑3, BMD‑4, Orlan‑10, ZALA, Supercam. Quelle: Wieder KI / Ich habe keine Ahnung
Was fehlt in dieser Aufzählung ist das atomare Vernichtungszubehör. Das auch auf einen Waffen und Rüstungsmessen ausgestellt wird. Buchmesse / Automesse / Erotikmesse / Reisemesse / Jobmesse / Computermesse / Spielemesse / Modemesse / Kunstmesse
Rüstungsmesse: die uns derzeit so häufig gelesen wird von den Hohenpriestern der militärischen Abschreckung.
Nukleare Arsenale: Strategische Interkontinental- und U-Boot-gestützte Trägersysteme für den globalen Erst- oder Zweitschlag sowie taktische Atomwaffen für den begrenzten regionalen Einsatz.
Strategischen Atomwaffen, mit denen sich ganze Teile Europas in eine atomare Wüste verwandeln ließen, und die taktischen Varianten, die für den begrenzten Einsatz vorgesehen sind in der Ukraine. Natürlich habe ich keine Ahnung was in diesem Fall der unterschied zwischen strategisch und taktisch ist. Ich kenne Taktik nur aus dem Sport entlehnt.
Das muss man sich einmal vorstellen: Eine Rakete schlägt beim Lidl in der Bronx ein, während wir uns vor der Eins‑Kassa die Beine in den Bauch stehen. Genau in dem Moment, in dem jemand – von Ungeduld gepackt wie andere ihre Koffer – „zweite Kassa!“ ruft, im gebrochenen Deutsch. Das lernst du in Wien, wo er so gut wie nichts tat, als Erstes. „Zweite Kasse". Das ist eigentlich unvorstellbar. Aber in der Ukraine ist es Alltag.
Bis ich dann folgenden Artikel las: Wegen des Iran‑Krieges, der militärischen Eskalation, von den USA und Israel angeleiert, gibt es in einem bekannten Restaurant in Dubai ein Zwei‑Gänge‑Menü schon umgerechnet um 23 Euro. Eine Forelle mit Sättigungsbeilage kostet auf der Donauinsel in einer der Buschenschenken 24,90 Euro. Letztes Jahr gab es diese Forelle noch um 19,90 Euro. Dubai ist aktuell billiger als hier in Wien ein Zimmer ohne Aussicht.
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So was hätten wir da noch:
Eine seltsame Gleichschaltung/Gleichklang von Reportagen in der "NZZ" und im SPIEGEL über den Sudan und das Leben und Sterben in den Nuba-Bergen 34/2026. Obschon alle nur über das Cover des SPIEGEL reden. "Der gefährlichste Mann Deutschlands". Ulrich Sigmund - AfD-Spitzenkandidat in Sachsen-Anhalt. Angeblich werden auf Ebay persönlich von Siegmund signierte Ausgaben um 500 Euro angeboten.
Die Front ist jetzt überall. Damit sind nicht die Sozialen Medien gemeint. Wo selbst am Arsch der Welt mit harten Badagen gekämpft wird. Selbst die Herrenwindel-Fraktion ist hier kaum zu bändigen. Siehe der Stellungskrieg hier. Das Gerangel um einen Platz an der Blog-Sonne. Da kennt „Der Alte“ nix. Der handelt ganz nach dem Motto: Und wenn es das Letzte ist, was ich in diesem Leben tue. Dem Schizophrenisten zeigen, wie schnell der Bartl den Most der Relevanz austrinken kann.
Der Krieg ist im Sudan jetzt überall im SPIEGEL in einer Reportage 34/2026.
Zeit mehr als drei Jahren wird im Sudan gekämpft, gemordet und gerungert, es ist ein alles verzehrender Krieg. Die Nuba-Berge im Süden des Landes geiten aus einer der letzten Zufluchtsorte. Doch nun kreist noch hier die Drohnen.
Das Mädchen atmet schwer. Ihr kleiner Körper hebt und senkt sich unter dem Laken, als würde sie all die Atemzüge eines Lebens auf einmal nehmen wollen. Sie wird heute Nacht sterben, da sind sich alle sicher. Die Ärzte, die manchmal stehen bleiben, um den Sauerstoffschlauch in ihrer Nase zurechtzurücken. Der Krankenpfleger, vor dem diese Woche bereits ein Baby verhungert ist. Die Mutter, deren andere Kinder im Flüchtlingslager von Verwandten betreut werden. Ihr Blick wandert über den Boden, die Sauerstoffmaschine gurgelt rhythmisch. »Wir geben sie jetzt in Gottes Hände«, sagt der Pfleger.
Ihr Name ist Saida. In sechs Tagen soll sie ein Jahr alt werden. Aber nicht in dieser Reportage.
Saida im Nachbarzimmer hat die Nacht überlebt. Ihr kleiner Mund zieht sich bei jedem Atemzug zu einem erstaunten O. Kussmaulatmung, sagen die Ärzte. Ihre Mutter starrt auf den Fußboden, während um sie herum die Ärzte versuchen, das Leben derer zu retten, die noch zu retten sind. Sie streichelt ihre Tochter und sagt nichts. In wenigen Stunden wird Atmen zu schwer für Saida werden. Sie wird ein letztes Mal Luft holen. Quelle: SPIEGEL 34/2026
Im Juni hatte ich eine Reportage in der "NZZ" ebenfalls über den Krieg im Sudan, der auch dort bis in die Nuba-Berge ausfranzte.
200 Meter von Dr. Josephs geliebten Blumen wartet der Horror – ein Chirurg trotzt im Sudan dem Krieg.
Fast alle Spitäler im Sudan sind zerstört. Doch in den Nuba-Bergen weigern sich ein Arzt und sein Team aufzugeben. Sie ringen um das Leben der angeschossenen Kämpfer, der hungernden Kinder und der Drohnenopfer.
Man könnte den Horror beinahe vergessen, wenn man sich bei Dr. Joseph Yacoub zum Kaffee setzt in seinem Haus auf dem Hügel, ganz im Süden des Sudans. Der Doktor züchtet Pflanzen, Buntwurz, Immergrün, Christusdorn, liebevoll arrangiert in Beeten, die sich an die Wände schmiegen. Über dem Innenhof spenden Bougainvilleen Schatten, lila Blütenblätter rieseln auf den Boden. Der Arzt hat sich ein kleines Paradies geschaffen. Yacoub sagt: «Ich weiß nicht einmal, wie all diese Blumen heißen. Ich weiß nur, wie ich mich fühle, wenn ich sie betrachte.»
Dann, sagt Joseph Yacoub, spüre er einen inneren Frieden.
Doch nur zweihundert Meter entfernt wartet der Krieg. Im Spital.
Da liegt das unterernährte Mädchen auf der Notfallstation, noch kein Jahr alt. Sie atmet in Stößen, kämpft um ihr Leben.
Wenn Dr. Joseph Yacoub beim Kaffee im Hof seines Hauses seine Geschichte erzählt, verbirgt er seine Erschöpfung nicht. Er sagt: «Ich brauche eine Pause. Ich wäre gerne frei, anderes zu machen. Verwandte sehen, den Garten pflegen. Gemüse und Früchte anpflanzen. Tomaten und Zwiebeln, Mangos, Guaven.»
Aber dafür ist keine Zeit, Yacoub muss weitermachen. Der Krieg geht weiter, und seine Opfer warten. Menschen wie die kleine Saida, die auf der Notfallstation liegt. In dem Bett für die besonders schweren Fälle, getrennt von den anderen Patienten. Saida wiegt 4 Kilo, ihre Augen wirken zu gross für den kleinen Körper. Ein grüner Schlauch in ihrer Nase führt ihr Sauerstoff zu. Seit einer Woche liegt sie hier, niemand weiß, ob sie überleben wird. Die Pfleger befürchten, dass die Nieren des unterernährten Mädchens bereits versagen. In ein paar Tagen ist ihr erster Geburtstag. Quelle: "NZZ"
Auch in der "NZZ" wird das Mädchen immer schwäche. Allerdings schon im Juni und nicht Ende August. Da kam ein Pfleger im Juni und misst Saidas Fieber. 38,7 Grad. Die Temperatur sinkt nicht so, wie sie sollte. Saidas kleiner Brustkorb hebt und senkt sich in schnellen, hektischen Stössen. Ihre Haut ist nass vom Schweiss, ihre Augen halb geöffnet. Um 14 Uhr beträgt ihre Temperatur 36,8 Grad. Doch dann, eine Stunde später: 38 Grad.
Sie trinkt jetzt nicht mehr von der Brust. Und mit der Magensonde Flüssigkeit zuzuführen, könnte ihr schwaches Herz überfordern.
Die Ärzte glauben, dass Saida nicht überleben wird. Das haben sie der Mutter vor ein paar Stunden gesagt.
Der Sauerstoffkonzentrator neben dem Bett summt. Saidas Mutter rückt den Plastikschlauch in Saidas Nase zurecht. Sie tupft ihr den Mund trocken.
«Hat sie gepinkelt?», fragt ein Pfleger. Die Mutter prüft das Tuch, auf dem Saida liegt. Sie tut das alle paar Minuten. Es ist trocken. Sie verneint. «Sie wird es nicht bis morgen schaffen», sagt der Pfleger, nicht zur Mutter, sondern zur Seite. «Sie wird einfach aufhören zu atmen.»
Aber noch kämpft Saida. Noch kämpfte sie, als ich mit ihren Kampf ums Überleben über die Insel radelte. An das kann ich mich noch erinnern. Das habe ich hier sogar schriftlich festgehalten.
Um neun Uhr abends legt Yacoub an diesem Donnerstag die Instrumente nieder. Verlässt den Operationssaal, geht die paar Meter zu seinem Haus, dem Garten, wo der Tod weit weg zu sein scheint.
Saida lag den ganzen Tag in seiner Nähe, hinter einer offenen Tür, im Zimmer neben dem Notfall. Sie atmete schwächer, niemand nahm sie zur Kenntnis. Nur ihre Mutter tupfte ihr den Mund trocken, hob ihre Augenlider, um zu prüfen, ob sie noch lebt.
Dann, irgendwann, in der Hektik des Tages, zwischen all dem Piepen und Stöhnen, den Kommandos der Ärzte im Nebenraum, ist sie gestorben. Sie hörte einfach auf zu atmen. Ein Pfleger versuchte noch zu reanimieren. Ein Arzt sagte, es habe keinen Sinn. Sie stoppten. So erzählte es der Pfleger danach. Sie malten ein schwarzes Kreuz in Saidas Blatt mit den Patientendaten und legten es in die Kiste mit den Todesfällen. In fünf Tagen wäre Saida ein Jahr alt geworden. Quelle: "NZZ"
Ich will den Journalisten nix unterstellen. Zufälle gibt es. Gut möglich, dass die Reporter der "NZZ" und des SPIEGEL zur selben Zeit vor Ort waren und sich beide gleichzeitig über das sterbende Kleinstkind beugten, um Licht in die Sache zu bringen. Nicht dass wir im Dunklen belassen werden über das Unglück in dieser Welt. Von Menschenhand angeleiert. Das kann nicht ausgeschlossen werden. Nur hätte sie sehen wollen wie ich guckte, als ich mit den Artikel im SPIEGEL vorlesen ließ. Ich dachte mir dann tatsächlich. Möglicherweise ist der alte Russe von Nebenan gar nicht tot. Vielleicht lebt der noch ein paar Monate länger und er stirbt dann nicht mehr so jämmerlich. Ganz alleine. In einem fremden Lans in dem er nie ankam. Komm Opa. Auch noch einen raus zum 13:49 Uhr. Nicht einen. Dich. Ja eh.
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Ich sollte wieder das Thema wechseln. Mir ist das mit dem kleinen Mädchen das gleich in zwei Reportagen (was für eine Gedränge) aufhört zu atmen zu gespenstisch.
Besser ich schreibe wieder über den heterosexuell Mann, Ü-50zig, der nicht mehr wie auf Knopfdruck kann. Der steht in der Opferhierarchie hier ganz unten. Na, ja. Ganz unten steht der kaputte heterosexuelle weiße Mann. Einer wie du, dem eine Diagnose das Leben gerettet hat. Tiefer geht's nicht mehr.
Stimmt beinahe. Ganz unten sind psychisch Kranke heterosexuelle weiße Männer die noch dazu aus dem EU-Ausland stammen und hier wie Gespenster durch die Straßen schlurfen. Und wie ist der Zufall so anstrebt, hat eben auf der Insel ein Junkie im Gras sitzend bei einem anderen Junkie eine brauchbare Vene gesucht. Das ist das Ende....
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