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Montag, 11. Januar 2016
"Blackstar"
der imperialist, 11:57h
9:59 min. Die Nerds von iTunes haben Blackstar zusammengestrichen weil sie keine Singles akzeptieren die länger als 10 Minuten (an)dauern. Das haben die jetzt davon.
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Samstag, 9. Januar 2016
Im Blindflug
der imperialist, 21:09h
Ich muss wieder a bisserl Werbung für Multikulti machen. So frei nach Karl Popper, und vom Ernstl Strasser, einem österreichischen Philosophen abgeschrieben. Die Wünschbarkeit des anderen, die ja ein grundlegender Zug der Kontur des Westens ist, (klingt a bisserl gestelzt) weil dessen Menschenbild die Wirksamkeit kultureller Vielfalt nicht bloß akzeptiert, sondern als ein notwendiges Merkmal der Suche nach Humanität betrachtet. Wer die Wünschbarkeit des anderen bezweifelt, und einen weiten Umweg um das Schizophrenisten-Blog macht, obwohl da ziemlich lustige Sachen über seinen Scheißhausdämonen stehen, der im Übrigen seit 1. Jänner keine Kohlehydrate mehr zum Menschenfleisch frisst, stellt zugleich die offene Gesellschaft in Frage. Ich mache das natürlich nicht. Bin heute gut 300 Meter hinter einer Kopftuchfrau hergegangen. Eh nicht vor Lust schwer schnaufend. War der völlig gleichgültig. Wird sich schon noch ändern. Spätestens wenn sie Twitter für sich reklamiert. Zurzeit ist nix mit Lust. Schwere Bindehautentzündung. I sehe nix. Das habe ich jetzt davon dass ich einen auf harten Hund machte, weil mir dieses unsägliche Verhalten schon als Kleinkind einegetrichtert wurde. Hörte der Goadfather Kinderkrankheit lief der auch schon Amok. Die UM2 natürlich auch. Da ging nix mit Schmerzgeschichten. Nur die Harten kommen in den Garten und von denen auch nur 5%. Als ich von GF seiner Blindheit erfuhr, dachte ich mir im ersten Moment, scheiß dich nicht an. Natürlich habe ich die Kurve noch gekriegt. So kaputt bin ich nun auch wieder nicht.
Weil ich es nicht besser weiß wollte ich die Bindehautentzündung einfach aussitzen. Nach 72 Stunden des Zuwartens habe ich ausgesehen wie der Rocky im 1 Teil. „Adrian, Adrian“. Wissen sie wieder nicht um was es geht was? War eine Zeitlang unser Running Gag wenn wir an der Theke standen und Mädels an uns vorbei zu ihren Freunden stöckelten, die natürlich nicht soffen als ob es kein Morgen geben würde. Für mich gab es aber kein Morgen. Bin ich heute halb blind im türkischen Supermarkt herumgestiege wie der Al Pacino im Duft der Frauen. Gab es nicht viel zu beschnuppern. Türkisch-stämmige Hausfrauen, die a bisserl wie Pinguine aussehen, setzen Duftwässerchen sehr dezent ein. Ich gehe da ja oft hin. Manchmal allein wegen der entspannten Atmosphäre. In den multinationalen Supermarktketten sind ja alle total durchgeknallt. Die beim Hofer/Aldi sind an der Kasse so schnell das man mit dem Einsackeln seiner Einkäufe niemals nachkommen kann. Und beim Merkur, Rewe Konzern sie wissen eh, schaut alles immer nur schön aus. Das Obst eigentlich ungenießbar und das Brot 3 Minuten nach dem Aufpacken so hart wie ein Kuhfladen, der schon etwas länger in der Botanik verweilt, nur doppelt so teuer wie das Steingebäck vom Hofer. Und wie die immer dahinter sind das die Regale schön aufgefüllt sind. Weil das Auge ja mit einkauft. Und der ganze Markt ist Tiefenpsychologisch aufs Genaueste durchdacht. So ein Blödsinn. Das mit den vollen Regalen macht mich völlig fertig, weil es einem das Gefühl suggeriert, das die Reihen immer dicht geschlossen gehören. Der Kunde muss immer dieses Gefühl haben und jenes Gefühl und Bonuspunkte und standardisierte Geburtstagswünsche und noch eine Rabattaktion. Nicht so im türkischen Supermarkt bei mir in der Straßen. Da fehlt andauernd was. Nicht einmal die Preise stimmen. Heute stand da getrocknete Aprikosen, 1,79 Euro. Haben dann doch 4,99 Euro gekostet. Der halbe Supermarkt ist falsch ausgezeichnet und leergekauft. Das ist doch sympathisch oder nicht. Heute hat mir eine vertraute Stimme erzählt, die kennt einen Marktstand da stehen überhaupt keine Preise ausgezeichnet. Die werden individuell oder spontan festgesetzt. A riesen Hetz. So einen Laden hätte ich auch gerne. Nach zwei Tagen der freien Preisfindung hast schon 123 Klagen am Hals.
Wieder der Ernstl Strasser. Das Einwanderer die Sprache eines Landes in dem sie leben möchten, lernen sollten, ist eine geradezu triviale Forderung, ebenso wie jene, dass sie wissen sollten, unter welchem Verfassungsdach sie leben und in welcher Weise die wichtigen Institutionen des Landes, bis hin zu jenen des bürgerlichen Rechts geregelt sind. Weitere Integrationsforderungen sind in Wahrheit ein Angriff auf die Würde und den Selbstbehauptungswunsch der „Fremden“. Also doch nix mit Titten und Arsch bei den Kopftauchfrauen. Dabei ein paar von denen sehen in ihrer Uniform echt heiß aus.
Weil ich es nicht besser weiß wollte ich die Bindehautentzündung einfach aussitzen. Nach 72 Stunden des Zuwartens habe ich ausgesehen wie der Rocky im 1 Teil. „Adrian, Adrian“. Wissen sie wieder nicht um was es geht was? War eine Zeitlang unser Running Gag wenn wir an der Theke standen und Mädels an uns vorbei zu ihren Freunden stöckelten, die natürlich nicht soffen als ob es kein Morgen geben würde. Für mich gab es aber kein Morgen. Bin ich heute halb blind im türkischen Supermarkt herumgestiege wie der Al Pacino im Duft der Frauen. Gab es nicht viel zu beschnuppern. Türkisch-stämmige Hausfrauen, die a bisserl wie Pinguine aussehen, setzen Duftwässerchen sehr dezent ein. Ich gehe da ja oft hin. Manchmal allein wegen der entspannten Atmosphäre. In den multinationalen Supermarktketten sind ja alle total durchgeknallt. Die beim Hofer/Aldi sind an der Kasse so schnell das man mit dem Einsackeln seiner Einkäufe niemals nachkommen kann. Und beim Merkur, Rewe Konzern sie wissen eh, schaut alles immer nur schön aus. Das Obst eigentlich ungenießbar und das Brot 3 Minuten nach dem Aufpacken so hart wie ein Kuhfladen, der schon etwas länger in der Botanik verweilt, nur doppelt so teuer wie das Steingebäck vom Hofer. Und wie die immer dahinter sind das die Regale schön aufgefüllt sind. Weil das Auge ja mit einkauft. Und der ganze Markt ist Tiefenpsychologisch aufs Genaueste durchdacht. So ein Blödsinn. Das mit den vollen Regalen macht mich völlig fertig, weil es einem das Gefühl suggeriert, das die Reihen immer dicht geschlossen gehören. Der Kunde muss immer dieses Gefühl haben und jenes Gefühl und Bonuspunkte und standardisierte Geburtstagswünsche und noch eine Rabattaktion. Nicht so im türkischen Supermarkt bei mir in der Straßen. Da fehlt andauernd was. Nicht einmal die Preise stimmen. Heute stand da getrocknete Aprikosen, 1,79 Euro. Haben dann doch 4,99 Euro gekostet. Der halbe Supermarkt ist falsch ausgezeichnet und leergekauft. Das ist doch sympathisch oder nicht. Heute hat mir eine vertraute Stimme erzählt, die kennt einen Marktstand da stehen überhaupt keine Preise ausgezeichnet. Die werden individuell oder spontan festgesetzt. A riesen Hetz. So einen Laden hätte ich auch gerne. Nach zwei Tagen der freien Preisfindung hast schon 123 Klagen am Hals.
Wieder der Ernstl Strasser. Das Einwanderer die Sprache eines Landes in dem sie leben möchten, lernen sollten, ist eine geradezu triviale Forderung, ebenso wie jene, dass sie wissen sollten, unter welchem Verfassungsdach sie leben und in welcher Weise die wichtigen Institutionen des Landes, bis hin zu jenen des bürgerlichen Rechts geregelt sind. Weitere Integrationsforderungen sind in Wahrheit ein Angriff auf die Würde und den Selbstbehauptungswunsch der „Fremden“. Also doch nix mit Titten und Arsch bei den Kopftauchfrauen. Dabei ein paar von denen sehen in ihrer Uniform echt heiß aus.
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Freitag, 8. Januar 2016
Etwas über die Linie Madaya-Köln
der imperialist, 20:20h
Wir leben im Europa der Mitgliedstaaten zur EU in einer postheroischen Phase/Zeitalter, was an sich keine schlechte Idee ist. Auf europäischen Boden ist schon genug Blut geflossen. Europa ist aus dem Rückspiegel betrachtet eine ziemlich große Blutlache. Anstatt heiß laufender Gewehrläufe wechseln postheroische Männer in Europa nur noch Windeln. Das ist eine Utopie mit Charme. Ehrlich. Da unterschreiben wir doch alle gerne und sind mit Hingabe dabei. Im postheroischen Zeitalter versuchen europäische Regierungen, Konflikte, auch kriegerische, die um die EU herum toben und die Stabilität Europas gefährden, ausnahmslos mit friedlichen Mittel zu lösen. Im postheroischen Zeitalter scheint es keine Option mehr zu sein, SoldatenInnen das tun zu lassen wofür man die eigentlich jahrelang ausbildet. Fragt man sich für welchen Ernstfall diese SoldatenInnen eigentlich geschult werden, wenn sie in kriegerische Konflikte, die die Stabilität Europas gefährden, nicht mehr eingreifen sollen. Dem Postheroismus fest versprochen dürfen nicht einmal die Außengrenzen der EU entsprechend durch Sicherheitskräfte gesichert werden. Dabei ist das Sichern der europäischen Außengrenzen kein kriegerischer Akt. Man kann nicht gleichzeit alle und wir sagen. Das geht nicht. Die Reisefreiheit von Schengen hat nur in der EU seine Gültigkeit.
Logisch das ich auf Syrien zu sprechen komme. Der Konflikt in Syrien destabilisiert Europa. Und das nachweislich. Die EU/Nato müsste ja nicht gleich Krieg spielen und sich an dem sinnlosen Gemetzel in Syrien beteiligen. Aber Schutzzonen für die syrische Bevölkerung, die vor ihrer physischen wie psychischen Vernichtung auf der Flucht ist, hätten die allemal einrichten können. Ich weiß das des möglich gewesen wäre. Ich habe das in Kuwait selbst gesehen zu welchen logistischen Großtaten die Nato im Stande ist. Sichere Zonen für die syrische Bevölkerung auf syrischen Grund zu unterhalten, die durch Bodentruppen der EU/Nato gesichert werden, trauten sich europäische Regierungsverantwortliche einfach zu keinem Zeitpunkt zu. So ein Vorgehen scheint das Vorstellungsvermögen europäischer Politiker völlig zu übersteigern. Schutzzonen für die flüchtende syrische Bevölkerung heißt es immer, sind und waren keine Option. Bodentruppen, um sicher Zonen für syrische Flüchtlinge auf syrischen Grund zu ermöglichen, dürfen nicht gedacht werden. Zu militant, zu sehr 20. Jahrhundert, zu gefährlich, die Folgen nicht kalkulierbar. Das postheroische Europa hat sein Zutrauen in seine militärische Handlungsfähigkeit aufgegeben wie einen sinnlosen Außenposten. Wie es sich für eine wirtschaftliche Großmacht gehört die im Postheroismus erstarrt ist, stiehlt sich Europa aus seiner politischen Verantwortung und zahlt stattdessen Mrd. Euros an Schweigegeld an den Nato-Partner Türkei, ein Land das Krieg gegen die eigene kurdische Minderheit führt. Eine ethnische Minderheit, die aus Sicht der türkische Staatsspitze, alles pathologische Terrorristen sind, unfähig sich in dieses moderne Türkei zu integrieren, und die mit Hilfe der PKK den Umsturz der Türkei betreiben. Stillschweigend nahm dieses postheroische Europa jahrelang hin, dass diese Türkei einer Terrororganisation wie dem IS recht wohlwollend gegenüberstand. Jene türkischen Journalisten, die entsprechende Verbindungen des türkischen Geheimdienstes mit dem IS aufdeckten, kann man ja nicht mehr fragen. Die sitzen alle im Häfen, persönlich eingekerkert vom türkischen Präsidenten Erdoğan. Gibt es auch schönes Video und Fernsehaufnahmen indem der türkische Präsident sein Vorgehen wortreich ankündigte. Der macht alles öffentlich.
Fragte man sich wofür wir in Europa überhaupt noch Bodentruppen unterhalten. Wenn Bodentruppen keine Option mehr sind, und Stabilität in den Krisenregionen um Europa herum, nur noch durch diplomatisches Geschick, also durch soft power zu erreichen ist, könnten wir ja jenes Geld das für Bodentruppen ausgegeben wird, gleich anders budgetieren und in Forschung und Entwicklung stecken oder in den Ausbau von Ganztagskindergärten, Breitbandinternet und in grüne Energie. Bomben aus 10 000 Meter und Waffellieferungen sind hingegen eine opportune Lösung. Bomben aus 10 000 Meter und Waffen zum in den Tod schießen, stürzen Europas Politiker in kein moralisches Dilemma. Bomben aus 10 000 Meter und Waffen aus europäischen Schmieden sind postheroisch. Bomben aus 10 000 Meter und Waffen die töten sind soft power. Europa führt nur noch postheroische Luftkriege und verteilt Waffen wie Hilfsorganisationen Vitaminkekse. Über den Verhältnissen schwebend, sterben nur noch die anders schuldig Unschuldigen. So ein Vorgehen lässt sich politisch verantworten. So ein Vorgehen wirft keinen Schatten auf eine mögliche Wiederwahl. Eine politische Partei muss zuweilen auch an sich und den eigenen Machterhalt denken. Das Hemd ist einen nun mal näher als der Rock.
Vor toten Soldaten in Blechkisten, die im toten Winkel der Öffentlichkeit aus Frachtflugzeugen gewuchtet werden, haben europäische Politiker in Regierungsverantwortung eine Heidenangst. Mit toten SoldatenInnen lässt sich im postheroischen Europa keine Wahl gewinnen. Einst wurde unsere Freiheit auch am Hindukusch verteidigt, was keiner so recht verstand, warum dort Soldaten sterben mussten. Aber in Syrien darf nicht durch Bodentruppe interveniert und gestorben werden. Ist das gar die Merkel-Faymann Doktrin? Polemisch gesagt. Bevor europäische Politiker einen toten Soldaten auf fremden Boden zu verantworten haben, nehmen die liebe die Vergewaltigung wehrloser Frauen auf eigenen Boden in Kauf. Sind Frauen also die neuen/alten Kollateralschäden. Madaya-Köln.
Madaya ist eine Stadt in Syrien an der Grenze zum Libanon. Weil in dieser Stadt seit drei Monaten keine Hilfslieferungen mehr ankommen, sollen bereits 31 Menschen verhungert sein. 40 000 Syrer sind akut vom Hungertod bedroht. Vielleicht mehr, vielleicht weniger. Und wie viele Syrer an anderen Orten schon verhungert sind weiß ich nicht. Ein untragbarer, nicht hinnehmbarer Zustand, das Europa das täglich Millionen Tonnen von Lebensmittel wegschmeißt, sich außer stand sieht den Hungertod dieser Menschen durch Schutzzonen zu unterbinden. Wenigstens versuchen hätten sie es können. Postheroisch auf absolute Handlungsunfähigkeit gedrillt nehmen wir einerseits in Syrien den Hungertod von Menschen in Kauf und andererseits in Köln einen versuchten Massenvergewaltigungsversuch von Frauen hin. Unter den Täter in Köln befinden sich auch syrische Männer. Die Polizei in Köln schlecht ausgerüstet und unterbesetzt war nicht in der Lage diesen Massenvergewaltigungsversuch zu unterbinden. Die Opfer waren mehr oder minder sich selber überlassen. Der Staat nicht mehr handlungswillig.
Das ist also Europas postheroische Antwort auf seine aktuellen Probleme. Hungertod und Vergewaltigung von Madaya bis Köln. Und zwischen diesen beiden Orten, die auch sinnbildlich für diese Tragödie der postheroischen Handlungsunfähigkeit stehen, eingeklemmt eine moralisch völlig überforderte Bevölkerung, die wie im „Trolley-Problem“ entscheiden soll, wer jetzt den dicken Mann zu spielen hat, denn wir auf die Schienen stoßen um andere zu retten. Das ist an sich nicht unsere Aufgabe. Dafür haben wir in freien Wahlen Volksvertreter gewählt, die sich darüber den Kopf zerbrechen und gesetzlich legitimierte Handlungen setzen soll. Dafür haben wir denen die Macht eines Staatswesen für einen ganz bestimmten Zeitraum überantwortet. Nur machen diese Politiker keinen Gebrauch von dieser Macht. Handlungsunwillig und postheroisch sehen die lieber zu wie sich eine Gesellschaft von den Ereignissen völlig überfordert, zusehends ent-solidarisiert und sich immer weiter aufspaltet. Möglicherweise in zwei sich völlig unversöhnlich gegenüberstehende Lager. Für so einen Ausnahmezustand ist eine Demokratie weder gedacht noch gemacht. So jetzt schreib ich nicht mehr weiter. Das macht keinen schlanken Fuß. Ich habe lieber a Hetz. Ehrlich. Ich habe die Verbindung Madaya-Köln nicht eingeweiht.
Logisch das ich auf Syrien zu sprechen komme. Der Konflikt in Syrien destabilisiert Europa. Und das nachweislich. Die EU/Nato müsste ja nicht gleich Krieg spielen und sich an dem sinnlosen Gemetzel in Syrien beteiligen. Aber Schutzzonen für die syrische Bevölkerung, die vor ihrer physischen wie psychischen Vernichtung auf der Flucht ist, hätten die allemal einrichten können. Ich weiß das des möglich gewesen wäre. Ich habe das in Kuwait selbst gesehen zu welchen logistischen Großtaten die Nato im Stande ist. Sichere Zonen für die syrische Bevölkerung auf syrischen Grund zu unterhalten, die durch Bodentruppen der EU/Nato gesichert werden, trauten sich europäische Regierungsverantwortliche einfach zu keinem Zeitpunkt zu. So ein Vorgehen scheint das Vorstellungsvermögen europäischer Politiker völlig zu übersteigern. Schutzzonen für die flüchtende syrische Bevölkerung heißt es immer, sind und waren keine Option. Bodentruppen, um sicher Zonen für syrische Flüchtlinge auf syrischen Grund zu ermöglichen, dürfen nicht gedacht werden. Zu militant, zu sehr 20. Jahrhundert, zu gefährlich, die Folgen nicht kalkulierbar. Das postheroische Europa hat sein Zutrauen in seine militärische Handlungsfähigkeit aufgegeben wie einen sinnlosen Außenposten. Wie es sich für eine wirtschaftliche Großmacht gehört die im Postheroismus erstarrt ist, stiehlt sich Europa aus seiner politischen Verantwortung und zahlt stattdessen Mrd. Euros an Schweigegeld an den Nato-Partner Türkei, ein Land das Krieg gegen die eigene kurdische Minderheit führt. Eine ethnische Minderheit, die aus Sicht der türkische Staatsspitze, alles pathologische Terrorristen sind, unfähig sich in dieses moderne Türkei zu integrieren, und die mit Hilfe der PKK den Umsturz der Türkei betreiben. Stillschweigend nahm dieses postheroische Europa jahrelang hin, dass diese Türkei einer Terrororganisation wie dem IS recht wohlwollend gegenüberstand. Jene türkischen Journalisten, die entsprechende Verbindungen des türkischen Geheimdienstes mit dem IS aufdeckten, kann man ja nicht mehr fragen. Die sitzen alle im Häfen, persönlich eingekerkert vom türkischen Präsidenten Erdoğan. Gibt es auch schönes Video und Fernsehaufnahmen indem der türkische Präsident sein Vorgehen wortreich ankündigte. Der macht alles öffentlich.
Fragte man sich wofür wir in Europa überhaupt noch Bodentruppen unterhalten. Wenn Bodentruppen keine Option mehr sind, und Stabilität in den Krisenregionen um Europa herum, nur noch durch diplomatisches Geschick, also durch soft power zu erreichen ist, könnten wir ja jenes Geld das für Bodentruppen ausgegeben wird, gleich anders budgetieren und in Forschung und Entwicklung stecken oder in den Ausbau von Ganztagskindergärten, Breitbandinternet und in grüne Energie. Bomben aus 10 000 Meter und Waffellieferungen sind hingegen eine opportune Lösung. Bomben aus 10 000 Meter und Waffen zum in den Tod schießen, stürzen Europas Politiker in kein moralisches Dilemma. Bomben aus 10 000 Meter und Waffen aus europäischen Schmieden sind postheroisch. Bomben aus 10 000 Meter und Waffen die töten sind soft power. Europa führt nur noch postheroische Luftkriege und verteilt Waffen wie Hilfsorganisationen Vitaminkekse. Über den Verhältnissen schwebend, sterben nur noch die anders schuldig Unschuldigen. So ein Vorgehen lässt sich politisch verantworten. So ein Vorgehen wirft keinen Schatten auf eine mögliche Wiederwahl. Eine politische Partei muss zuweilen auch an sich und den eigenen Machterhalt denken. Das Hemd ist einen nun mal näher als der Rock.
Vor toten Soldaten in Blechkisten, die im toten Winkel der Öffentlichkeit aus Frachtflugzeugen gewuchtet werden, haben europäische Politiker in Regierungsverantwortung eine Heidenangst. Mit toten SoldatenInnen lässt sich im postheroischen Europa keine Wahl gewinnen. Einst wurde unsere Freiheit auch am Hindukusch verteidigt, was keiner so recht verstand, warum dort Soldaten sterben mussten. Aber in Syrien darf nicht durch Bodentruppe interveniert und gestorben werden. Ist das gar die Merkel-Faymann Doktrin? Polemisch gesagt. Bevor europäische Politiker einen toten Soldaten auf fremden Boden zu verantworten haben, nehmen die liebe die Vergewaltigung wehrloser Frauen auf eigenen Boden in Kauf. Sind Frauen also die neuen/alten Kollateralschäden. Madaya-Köln.
Madaya ist eine Stadt in Syrien an der Grenze zum Libanon. Weil in dieser Stadt seit drei Monaten keine Hilfslieferungen mehr ankommen, sollen bereits 31 Menschen verhungert sein. 40 000 Syrer sind akut vom Hungertod bedroht. Vielleicht mehr, vielleicht weniger. Und wie viele Syrer an anderen Orten schon verhungert sind weiß ich nicht. Ein untragbarer, nicht hinnehmbarer Zustand, das Europa das täglich Millionen Tonnen von Lebensmittel wegschmeißt, sich außer stand sieht den Hungertod dieser Menschen durch Schutzzonen zu unterbinden. Wenigstens versuchen hätten sie es können. Postheroisch auf absolute Handlungsunfähigkeit gedrillt nehmen wir einerseits in Syrien den Hungertod von Menschen in Kauf und andererseits in Köln einen versuchten Massenvergewaltigungsversuch von Frauen hin. Unter den Täter in Köln befinden sich auch syrische Männer. Die Polizei in Köln schlecht ausgerüstet und unterbesetzt war nicht in der Lage diesen Massenvergewaltigungsversuch zu unterbinden. Die Opfer waren mehr oder minder sich selber überlassen. Der Staat nicht mehr handlungswillig.
Das ist also Europas postheroische Antwort auf seine aktuellen Probleme. Hungertod und Vergewaltigung von Madaya bis Köln. Und zwischen diesen beiden Orten, die auch sinnbildlich für diese Tragödie der postheroischen Handlungsunfähigkeit stehen, eingeklemmt eine moralisch völlig überforderte Bevölkerung, die wie im „Trolley-Problem“ entscheiden soll, wer jetzt den dicken Mann zu spielen hat, denn wir auf die Schienen stoßen um andere zu retten. Das ist an sich nicht unsere Aufgabe. Dafür haben wir in freien Wahlen Volksvertreter gewählt, die sich darüber den Kopf zerbrechen und gesetzlich legitimierte Handlungen setzen soll. Dafür haben wir denen die Macht eines Staatswesen für einen ganz bestimmten Zeitraum überantwortet. Nur machen diese Politiker keinen Gebrauch von dieser Macht. Handlungsunwillig und postheroisch sehen die lieber zu wie sich eine Gesellschaft von den Ereignissen völlig überfordert, zusehends ent-solidarisiert und sich immer weiter aufspaltet. Möglicherweise in zwei sich völlig unversöhnlich gegenüberstehende Lager. Für so einen Ausnahmezustand ist eine Demokratie weder gedacht noch gemacht. So jetzt schreib ich nicht mehr weiter. Das macht keinen schlanken Fuß. Ich habe lieber a Hetz. Ehrlich. Ich habe die Verbindung Madaya-Köln nicht eingeweiht.
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