Sonntag, 26. Juli 2015
Die Idylle geht in Rauch auf

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Und weiter ging unsere Rundreise um uns selbst und unsere besseren und schlechteren charakterlichen Eigenschaften. Diesmal verschlug es uns auf die Halbinsel P......... Mir ging`s auf der Fahrt ans Ende einer Welt, Halbinsel plumsen ja mit einer Arschbacke ins Meer, nicht so besonders. Bei schweiß treibenden A-Temperaturen, körperlich angeschlagen und geistig entmutig, hatte ich schon mehr Spaß und Widerstandwillen. War wieder einer dieser/meiner hundsgemeinen Tage, an denen ich auch den misstrauischten und menschenfeindlichsten Gutachter einer Versicherung, der nur in Ausnahmefällen Freibriefe und Green Cards für die Flucht aus der Trettmühle austelllt, in Grund und Boden gefühlt hätte. Ist zuweilen wirklich eine Zumutung, sich in einer Weltgegend aufzuhalten, das im Warenhaus der Gefühle als wundervolle Sommer-Idylle ausgepreist wird, während man selbst einfach nicht die entsprechenden Emotionen in der Brieftasche stecken hat, um in diesem Laden schön einzukaufen oder wenigstens auf Schnäppchenjadt zu gehen. Schizophrenie und Idylle das geht sich einfach nie ganz aus. Erschreckend wie es da manchmal in einem aussieht. Die Welt erstrahlt im hellsten Glanz und übt sich gekonnt in Gelassenheit, und man selbst sieht abgeschnittene Köpfe herumkullern wie Kohlrabi. Und die Leute um einen herum, machen den idyllischen Vorgaben entsprechend, einen auf verliebt oder glückliche Familie. Was anderes gibt es hier nicht. Nicht das ich denen ihr Glück nicht gönne oder gar neide, ganz im Gegenteil. So ein Glück gehört bis zum letzten halbwegs brauchbaren Gefühl verteidigt. Menschen, einfach wie eine Wiese abgrasen und weiterziehen wie Nomaden, das gehört sich nicht. Ich weiß diese Wortwahl ist semioptimal, aber so als Kaputter mit einer kaputten Biografie und kaputten Aussichten, fühlt man sich bei so viel Harmonie, auch wenn diese vielleicht nur eine Inszenierung sein mag, doch etwas ausgeschlossen, um nicht kastriert zu sagen. Doch da fällt mir eine junge Dame ein, die hatte auch übelste Laune. Die stand einfach nur so herum, flennte, tobte und wollte keinen Meter mehr machen wie so ein störrischer Esel. Trotzphase nennt man das in der Fachsprache. Immer wieder komme ich an den Punkt, an dem ich mich für mich und meine Erkrankung schäme, eine Scham die dann irgendwann in Wut umschlägt, weil man diesen Zustand der Scham nicht länger ertragen will. Fresst ihr mal jedem Abend seit 17 Jahren eine volle Dröhung Seroquel nach den anderen, plus, plus, dann wollen wir mal sehen, wohin euch das Lebensgefühl so verschlägt. Um den Gedanken, für eine Idylle zu verbeult zu sein, mache ich natürlich (noch) einen weiten Bogen. Zu Hause mit dem nötigen Abstand werde ich mich dann um diese Frage die sich um das Thema, Intimität dreht, im Speziellen kümmern. Oder auch nicht. Deswegen lebe die Gefühls-Anarchie wie man sich einer Idylle annähert und gleichzeitig verweigert. Ich habe diese Postkartengefühlseinschleimerei nicht erfunden. Das die Armee der Gefühlsterroristen auf Facebook, in der Angelgenheit Postkartenidylle, noch eine Schippe nachlegt, ist nicht mein Bier. Mir ist schon bewusst, das ich gerade auf hohem Niveau sabbere, aber der soziale Tod lässt sich nicht so leicht ablegen wie eine Führerschein-prüfung, egal wo man sich gerade in der Welt aufhält. Dieses Vakum drängt sich immer zwischen einen und der Welt und wirft logischerweise Fragen auf, die von existenzieller Bedeutung sind. Sogar Leute die einem völlig fremd sind, und denen man rein zufällig irgendwo in K... oder sonst wo auf dr Welt begegnet, stellen Fragen warum man wie ist und ziehen aus den Antworten ihre ganz eigenen Schlüsse. So nachtschlafen oder verwunschen kann dieser Ort gar nichts sein. Diese Fragerei geht ja schon auf den Flüchtlingsbooten los. Das neue Quartier ist auf den ersten Blick beinahe klinisch rein und auch sonst über jede Klage erhaben. Bis auf die Tatsache, das es in der Glotze nur einen deutschprachigen Sender gibt, dafür aber 10 arabisch-persiche. Arabisch-persisches Fernsehen ist total schräg. Andauernd plärren Männer in eigenartigen Gewändern in die Kamera, oder verschleierte Mädchen lesen aus einem digitalen Büchlein vor. Ich schätze mal das des nicht das Dschungelbuch ist. Was ich ihnen noch antragen möchte. Frühstücks-TV von Abalfahdl Alabbas TV aus dem Iran. Da gibt`s zum Breakfast einen aufgemalten Fernseher und in der aufgemalten Glotze thront das Gesicht eines Mullahs (nehme ich mal an das die so heißen) der ohne Unterlass quasselt, predigt, mahnt, fordert, Gschichtl druckt, usw. Hadi TV 4. Ein Mann beim Predigen. Hadi TV 3. Ein Bächlein und die Stimme eines Mannes, der meines Einschätzung nach predigt. Hadi TV 1. Ein Mann der, sie werden es vielleicht ahnen, Anleitungen zum Unglücklichsein verteilt. Frauen gibt`s nicht so viele im Iran-TV zu bestaunen. Wenigstens einen Sender gegen Celllulitis oder gläserene Decken könnten sich das offizielle Iran doch erlauben. Wundern darf man sich nicht das iranische Kids in Untergrundpartys die Birne wegknallen. Können sie sich vieleicht noch an die gescheiterte grüne Revolte im Iran erinnern. "Neda", hieß die junge tote Frau, die in den Medien als Ikone bezeichnet wurde. Auf Hadi TV scheinen sie davon keine Notiz genommen zu haben. Das ist erschreckend. All die Toten des arabischen Frühlings. Manchmal frage ich mich wofür die gestorben sind oder sich die Augen ausstechen ließen. Wir hier machen einfach weiter ungestört auf Idylle. Das ist unser gutes Recht. Aber in den Medien schreiben sie dann heroisch von einer Ikone hier und einer Ikonen dort, so als ob der Tod dieser Frau auf etwas Größeres hinweist. Es gibt nichts Größeres als ein Menschenleben. "Neda", schrie einer, "Neda, bleib hier", und das Loch in ihrer Brust war so groß wie der L-Tunnel. Unterdrückung und Bevormundung macht durstig und hungrig. Und wäre ich ein Israeli, dann hätte ich vor dem iranischen Frühstücksfernsehen, das sich in die ganze Welt ausstrahlen lässt, auch so meine leisen Bedenken. Isolation scheint niemanden gut zu bekommen. Weder einem vereinzelten Menschen noch einem ganzen Land. Der Atom-Deal mit den 5 Ständigen und Deutschland, falls der Vertrag hält, scheint gerade zur rechten Zeit gekommen zu sein. Ausverhandelt in Wien. Können österr. Politiker wieder mal so tun, als ob sie beim zu Stande kommen eines geschichtlich bedeutenden Ereignisses, eine ganz außergewöhnliche Rolle spielten, und nicht nur den Roomservice stellten. Zurück zum Thema das ich nicht habe. Hier kann man ganz wunderbar einen auf Balkonien machen. Das erste Mal haben wir sogar zwei echte Zimmer mit Außentür für ein gewagteres Innenleben. Bis jetzt lag ja immer einer in der Küche auf dem Funktionssofa oder einem Sofa mit reiner Sitzfunktion. Dafür aber vor der Glotze. Warum das so gehandhabt wurde ist nicht für die Öffentlichkeit bestimmt und wird auch weiterhin unter Verschluss gehalten. Eines der Zimmer führt direkt auf den Balkon. Obschon es uns auf die Socken geht, das wir uns andauernd über den Weg laufen, (Jack Lemmon, Walther Matthau) sind wir noch immer um Fairnis bemüht. Kleinkarierte Streitigkeiten wegen jedem Scheißdreck, weil die Wirklichkeit immer auch durchs Bewusstsein konstruiert und umgeleitet wird, werden so gut es eben geht vermieden. Einfach weil ich diese Art der Aufregung nicht mehr bringe. Vor so kleinkarierten Streitigkeiten habe ich die Hose gestrichen voll. In die will ich in diesem Leben einfach nicht mehr verwickelt werden. Eine Münze entschied wer Balkonien gebucht hatte. Der Balkonien-Typ bin jetzt ich. In Wien soll es in den letzten Tagen bis zu 38 Grad heiß gewesen sein.

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Hier in O....auf der Halbinsel/P hat es nur 36 Grad. Der S. und ich haben uns zu ganz brauchbaren Appartment-Crashern hochgedient. Immer wieder werden Appartments auf den Markt geworfen, die eigentlich vermietet sein sollten, die, aus welchen Gründen auch immer, bis zur nächsten sicheren Buchung frei und sinnlos herum stehen wie die arabische Jugend, nach und vor der nächsten Revolte. Tritt dieser Fall ein sind wir zur Stelle weil wir ja vor Ort sind. So quartieren wir uns immer wieder weit unter dem Marktpreis oder über unseren eigentlichen Verhältnissen ein. Im Grunde gehen wir short und setzen auf fallende Kurse. Apropo Kurse. Die ungekrönten Könige unserer Zeit, die Geldalchimisten, die es geschafft haben, aus Papier noch mehr Papier zu machen, schnöder Warenkapitalismus ist old-school, haben jetzt anscheinend ihre Taktik geändert, wie sie hart arbeitende Menschen um ihr Erspartes bringen. Mit dem Wohlfühlkapitalismus wollen die nichts mehr zu tun haben. Vom Wohlfühlkapitalismus haben die sich entgültig verabschiedet. Jetzt heißt es in einer Werbeanzeige: "Kapitalmarkt ist kein Wunschkonzert". Diese Halsabschneider. Die traurige Seilschaft der abgezockten Anleger, die ausgetreten wurden wie ein Tschik auch noch verhöhnen, und ihnen ihre Gutgläubigkeit/Naivität als Makel nachschmeißen wie einen nassen Fetzen oder einen schlechte Nachrede, während mit dem Zentralbankgeld das übergeht wie heiße Milch, schön den nächste Reibach gemacht wird. Ich kann gar nicht zum Ausdruck bringen wie es mir unter den Fingernägel brennt, denen ihre Luxusjachten weg zu nehmen oder ungefragt auszuborgen. Wir sind ja schön im Kajak herum gepaddelt. Eine Stunde für mehr langt es nicht. Donnert eine dieser atemberaubenden EZB-ÖL-Short-Grexit-Luxusjachten an einem vorbei, haut es einem wegen des Wellengangs, beinahe aus dem Polyethylen-Laminat-Verbund-Schinakl. (Ausdruck für kleines Boot) Werte Kleinanleger. Steigen sie nicht mehr ein. Lassen sie sich von diesen Ärschen nicht mit den alten Tricks in neuen Socken um den Finger wickeln wie Sardinen in Öl. Wie es aussieht habe ich in meinem Leben zu oft Sardinen in Öl gegessen. Öffne ich eine Dose, sehe ich wie die Katze aus Dubrovnik, die Sardinen von hinten her auffrisst, während die S. vorne noch noch herum zappeln. Nicht wenige von uns Homo sapiens sind ja zivilisationsmüde. In K...... hatte ich zuweilen die Gelegenheit, die Natur bei ihrem täglichen Treiben zu beobachten. In der Natur kommt es des öfteren vor, das ein Geschöpf dieser Erde vorne noch nach Luft schnappt, während es von hinten her längst aufgefressen wird. Sehr gespenstisch. Gut, man könnte jetzt einwänden, das dadurch ein natürliches Gleichgewicht fressend ausverhandelt wird und die Artenvielfalt erhalten bleibt usw. Aber so im Einzelnen beobachtet und für sich genommen sieht dieses Fressen und Grefressen werden ziemlich gespenstisch und furchteinflößend aus. Dagegen fühlt sich das Betrügen und Betrogen werden wie ein Kindergeburtstag an. Ich schrecke ja schon auf wenn auf der Autobahn ein Insekt gegen die Windschutzscheibe knallt. Die Halbinsel P...... soll ja eine ziemliche feine Sache sein. Wie in den Touristenführen, die ich nicht lese, ausführlichst beschrieben, geht hier kulinarisch einiges. Vor allem der Wein ist eine ziemliche Berühmtheit, was mir aber nicht wirklich weiter hilft. Vielleicht bringe ich dem Goadafther eine Flasche mit. Oder doch lieber ein Glas Honig. Honig ist auch sehr gesund. Klöster und Kirchen gibt`s natürlich auf P...... auch jede Menge. Gibt ja so Leute die ganz vernarrt sind in alte Klöster und noch ältere Kirchen. Baustile, Kargheit des Lebens usw. Mir fehlt dazu irgendwie der Glaube. Ein Kloster-Besuch ohne Glauben ist wie ein Besuch im Puff ohne Geld. Ansonsten lief die Maschine des Massentourismus wie geschmiert bis die Idylle dann in Rauch aufging. Die Sache ist so. Angeblich, nein mit ziemliche Sicherheit, sollen Brandstifter ihr krankes, und nicht kommerzielles Unwesen getrieben haben. Neben P....stand auch die Insel K...... lichterloh in Flammen. Richtig schlimm soll es aber die Halbinsel P.......... erwischt haben, was man nicht sofort bemerkt weil die ja doch gut 70 km lang ist. Das waren wirklich schlimme Brände wie aus dem Katastrophen-Fernsehen. Hier herunten ist das Unterholz ja so trocken wie Unterholz nun einmal trocken ist, wie ein Dürstender, der durch die Wüste irrt und den Schlepper mit gezogener Waffe von der Nutzfläche eines LKW`s warfen, eben weil er Durst hatte. Da sagen sie zu einem der Wasser hat, du ich bin am verdursten, gib mir bitte einen Schluck und anstatt dir freundlich einen Schluck zu reichen, setzt der dich mitten in der Sahara aus. Was wiederum dazu führt das ich den Fisch im Maul der Katze für Kinderkram halte. Hier herunten reicht einfach schon eine Kippe und das Inferno nimmt seinen Lauf. Über 100 Feuerwehrleute, 6 Löschflugzeuge, und was weiß ich noch nicht alles, waren im permanenten Einsatz. Dicke Rauschschwaden lagen über dem Ort O..... wie Smog über einer chinesichen Metropole. Kulturgüter wie alte Rebstöcke, Pinienheine, Häuser usf., sollen dem Feuer zum Opfer gefallen sein. Die Einheimischen, zumindest jene die ich fragte, sprachen geschlossen von einer Katastrophe. Und der Strom war auch beinahe einen ganzen Tag weg. Ohne Strom machen der S. und ich nur bedingt eine gute Figur. Sich mit käuflicher Liebe a bisserl die Zeit zu vertreiben, bis das Licht wieder angeht, und ich an meinen Texten herum eiern kann, geht in der Idylle natürlich auch nicht. Huren gibt es in der Idylle nicht. Hier gibt es nur Liebe gegen Bares. Der Maschinenraum der Liebe, indem Menschen schuften, muss ja irgendwie am Laufen gehalten werden. Je mehr man Bares hat umso schöner wird`s. Natürlich nicht für die Leute im Maschinenraum. Wir waren bei einem Wirt hoch oben am Berg mit traumhafter Aussicht, der serviert ganz hervorragenden Fisch. War alles reserviert für die Hochwohlgeborenen der Idylle. Da hat er uns trotzdem was auf den Griller geschmissen, weil wir sehr früh dran waren und so zur Unzeit kamen. Schmeckte ganz vorzüglich und billig war`s natürlich auch nicht. Der Ort ist wie gemacht für Verliebte, die nicht auf`s Geld schauen oder einen Kredit aufnehmen, um sich an der Aussicht zu erfreuen. Die Liebe geht ja nicht umsonst durch den Magen. Für drei Euro oder einen wohlwollenden Kommentar gebe ich euch nur zu gerne die Adresse. Was ging war ein kurzer Abstecher zu unserer Vermieterin, eine gewisse Frau Dr.K., ihrerseits Zahnärztin. Die saß auch nur so herum weil ja ihre Praxis keinen Saft hatte. Die war so frei und kochte mir ein Glas Wasser, mittels Gas, für einen Kaffee auf. Eine sehr freundliche Person, aber nichts aus der Kategorie, Idyllen-Pestizid. Ich verhielt mich auch ziemlich vorbildlich und achtete streng darauf das meine Altherrenhoden nicht unten bei der Short raushingen und gar an Boden schleifen wie die von meinem englischen Gentleman. Am Abend saßen der S. und ich, rücksichtlos auf uns zurückgeworfen, einfach nur so da und starrten uns blöd an. Mit Kumpels ist das ja so. Die kommen zum Fußball und dann schmeißt man sie irgendwann wieder raus. Nur das geht bei uns ja nicht. Genau im dem Moment als ich zum S. aus purer Verzweiflung sagte, "du S. ich gehe jetzt a bisserl spazieren", ging das Licht wieder an und der Spaziergang hatte sich Gott sei Dank erledigt. So kamen wir noch zu einer schönen Party Fernsehtennis auf einem der kroatischen Sender. Im kroatischen Privatfernsehen gibt es unzählige Musiksender. Kroaten scheinen für ihr Leben gerne zu musizieren. Schöne old-school Herz-Schmerz-Lieder, oder Lieder darüber warum das Leben so schwer ist. Musik für die Kids gibt es natürlcih auch. Kids-Musik sieht überall auf der Welt gleich aus. Wie sich dann so nach und nach herausstellte war die Feuerbrunst noch viel fürchterlicher als wir annahmen. Die Feuerwehrleute, an sich big heros, brachten das Feuer einfach nicht unter Kontrolle weil der Wind einen schlimmen Hustenanfall hatte. Aus dem beinahe 24 stündigen Stromausfall wurden 4 Tagen, an denen wir nur sproradisch Saft hatten. War wie im Gazastreifen. Nur leider habe ich für andauernde Stromausfälle derzeit nicht die richtige Einstellung, weil ich ja für den Strom den ich nicht habe extra bezahle. Kochendes Mineralwasser verdirbt einem auf die Dauer die Laune. Anderseits endlich einmal eine Katatsrophe, deren Ursachen man einigermaßen versteht und wo man sich schön nachsichtig und verständnisvoll zeigen kann. Was wir natürlich taten. Was können die Leute dafür, das einer die Idylle in ein Inferno verwandelt. Ich frage mich, was wohl in Menschen vorgehen mag die einfach die Idylle abfackeln. Zu den vier-Elementen, Feuer, Wasser, Erde, Luft, sollte man noch ein Füntes hinzufügen. Strom. Ohne Strom wird`s ziemlich fad im 21. Jahrhundert. Hätte der S. nicht ein Licht auf seinem Smart-Phone wäre ich außer Stande gewesen meine Tabletten regelkonform einzunehmen. Um 22 45 ziehe ich mich ja in meine Gemächer zurück. Ach ja, noch etwas entdeckte ich das die Idylle bedrohte. Auf P.... gibt`s notorische Zocker. In O..... auf P... stehen Wettautomaten. Die stehen überall. Auch schon im Vatikan. Notorische Spieler scheinen sich auf der ganzen Welt sehr ähnlich zu verhalten. Oh, dachte ich mir, sehr schön. Der Typ so um die fünfzig, hagere Gestalt, hatte es nicht so mit der Idylle. Der schlich lieber um die Wettautomaten herum wie ein Tier um eine Beute und der denkt er sei auf dem Sprung. In meinem Text denken auch Tiere. In Wahrheit wurde aus dem Jäger längst ein Gejagter. Im Hadi TV 1-4 wird zu meiner Überraschung gerade gebetet. Die machen offensichtlich keine Gefangenen. Die Gebete gehen gerade in die 13 Stunde. Abalfahdl Alabbas TV lässt sich da natürlich nicht lumpen. Der Typ der gerade am schwätzen ist, offenbarft gerade, wenn wir uns im Leben nicht wirklich auf das berufen das zählt, genau wie eine Rechenmaschine, (keine Ahnung was wirklich zählt) geht diese idyllische Welt irgendwann in Rauch auf.

Der S. und ich sind jetzt auf K..... . Und der Hobbit-Anwalt und sein Vater sind auch zu uns gestoßen. Schon auf P... sind die dazu gestoßen. A unglaubliche Hetz. Weil ich ja die Persönlichkeitsrechte mir bekannter Menschen zu achten versuche, kann ich leider nichts über unsere Zusammenstöße erzählen. Nur so viel kann ich sagen. Die Frau Nachbarin, eine alte Dame mit schlohweißen Haar, hat sich während der Hobbit-Anwalt und sein Vater interagierten, sah sehr nach Routine aus was die beiden da taten, mit beiden Händen lachend, (ganz konnte ich das Lachen der Frau nicht dechiffrieren) an einem Kreuz festgehalten. Die sind jetzt wieder auf dem Heimweg. Hoffentlich kommen sie gut an. Wie sagt man: Wer im Glashaus die Bücherregale abstaubt sollte nicht mit C02 Zertifikaten handeln. Darüber demnächst. Ich tue mal so als ob es ein Draußen gibt.

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Samstag, 18. Juli 2015
Es ist zu heiß ein anderer zu sein
Die Hitze brennt mir gerade den Verstand heraus. Es ist zu heiß und drückend für beinahe alles. Außer natürlich für die Paranoia. Derzeit habe ich es mit Amokläufe. Die Amokläufe laufen in meinem Kopf andauernd Amok. Letztens war unser Vermieter an der Reihe. Hat alles niedergeschossen. Den S. natürlich auch. In Wahrheit war er mit seiner kleinen Tochter da. Weil ich mich für dieses Fiasko gar so schämte, den Mann ein klein wenig falsch eingeschätzt zu haben, rannte zur Strafe der Balkon mit Aussicht Amok. Der killte die Waschmaschine, das Obstfach im Kühlschrank, den Besen und die Ahnengalerie der Teller erledigt er auch. Wenn schon denn schon. Der H. möchte jetzt lieber S. genannt werden. So hat er es natürlich nicht gesagt. Als H. ( eh schon eine Verfremdung) fühlt er sich etwas unwohl. Nicht das einer seiner Bekannten dahinter kommen mit wem er da unterwegs ist. Auf das Argument das ich ziemlich unbekannt bin lies er sich nur bedingt ein. Der H-A hat mir auch untersagt über ihn zu schreiben. Tief drinnen wo die Sonne der Toleranz nicht mehr hineinstrahlt halten sie mich für schlechte Gesellschaft. Nicht schlecht aber doch ein wenig minderwertig bis peinlich. Beweisen kann ich diesen Vorwurf natürlich nicht, nur deuten was eine sehr gewagte Sache ist. Logisch das die alles abstreiten würden. Ich bin jeden Tag viel zu früh auf. Irgendwann wird mein Herz den Dienst quittieren und das war`s dann. Ich möchte mal sanft aus dem Schlaf erwachen, freudig gespannt auf den neuen Tag, und nicht jedes Mal aufschrecken wie ein Soldat der auf Wache eingepennt ist. Das andauernde Quartier suchen, wir müssen ja auf den Preis schauen, geht mir auch schon gehörig auf die Nerven. Falls ich mal wieder verreise mache das anders. Da suche ich mir einen Ort und aus. Das Nivau unserer Unterhaltung haben wir an die klimatischen Bedingungen angepasst. Wir sind beim Plantschen zur Überzeugung gelangt, das Vibrator keine besonders schickliche Bezeichung für ein Gerät mit Intimzwang ist. Vibrator klingt zu mechanisch wie Wankelmotor oder Schranktür. Unser gemeinam heraus gerarbeiteter Vorschlag wäre "Joystik". Ich weiß das des nicht besonders originell ist, weil es ja schon ein Gerät gibt das so heißt. Nur dieses Ding, das hin und wieder auch virbriert, könnte man durchaus unbenennen. Unser Alternativvorschlag zu Joystick lautet "Selfiestick". Des Weiteren bin ich jetzt auch auf whatsapp unterwegs. Ist aber noch old school. Wenn wir übers Zocken reden, eine der wenigen Unterhaltungsinseln, auf die der S. auch aus eigenem Antrieb übersetzt, und ich das Gefühl habe das mein Wort gehört wird, sagen wir dann manchmal "wart`s ab". Wenn sie "wart`s ab, nicht warte es ab, schnell aussprechen, klingt es beinahe wie whatsapp. Und wenn wir Dinge machen die sogar im Reich der Mongos Heiterkeit auslösen, was ja bei uns des öfteren vorkommt, sagen wir immer, "dann bist der Vollsepp im Vollhorstland". Im Ort M... in dem wir noch immer verweilen wird ja gerade ein großes Einkaufszentrum aus dem staubigen Boden gestampft. Und diese Baustelle liegt genau auf den Weg zum Strand. Sich zwischen den Krähnen, Baggern und LKw`s durchzumogeln ist der glattte Irrsinn. Schlimmer als die Südosttangente nach einem Unfall. Warum wir trotzdem immer noch hier sind und lieber herum fluchen als zügig weiter zu fahren lässt sich leicht beantworten. Die Bude ist weltklasse. Mit einer riesen Glotze, einen ganzen Haufen Programme und einem tollen Balke (Balkon). Wir sind ja nicht wirklich im Urlaub. In so einem konkreten Kontext verläuft unser Leben nicht. Ich hoffe sie können mir das nachsehen. Das mit dem Fluchen ist ja eher mein Job. Gestern hörte ich zum Einschlafen Demis Roussos. Und vorher sah ich mir Alexis Sorbas an. Sie wissen ja. "Teach me to dance". Darauf der AS, "come on boy". Und los geht`s mit dem Lebensgefühl das mir wie auf Leib geschneidert sein würde, wenn da nicht diess Monster wäre, das mir die Lust vergällt. Ansonsten tut sich nicht viel. Neben der Wohungskatze füttern wir auch noch 25 -30 weitere Samftpoten, diese gewissenlose Vögelmöder. Eine Katze unter der Mörderbande ist eindeutig a bisserl behindert. Die sieht kaum etwas, ist fürchterlich abgemagert und auch sonst so vom Fell her, in einem wenig erbaulichen Zustand. Die füttern wir natürlich auch. Letztens ist die gegen die Tür geknallt. Eh klar das mich dieses kaputte Ding in ihr Herz geschlossen hat. Die rennt mir nach wie die ganz jungen Dinger dem Justin Bieder. Seit wir im voraus bezahlt haben, hat sich unser Vermieterm, mit dem wir recht eine Hetz hatten, und der recht besorgt um unser Wohlempfinden war, sich auch etwas von uns enfremdet. Anfangs wollte er noch frische Blumen bringen. Jetzt tun es auch die verwelkten in der Vase. Wie es aussieht hat er hinter meine Fassade geblickt. Bergsteigen waren wir auch. Gibt da ein paar so Erhebungen um M... die auf den ersten Blick wie Berge aussehen. Sind wir rauf bis zur kroatisch-bosnischen Grenze. Über diese Grenze könnte man sicher Asylsuchende in die EU einschleußen. Wär sicher keine schlechte Geschäftsidee. Was das Bergwandern betrifft. Radfahren ist wesentlich gelenkschondener. Mein Versuch zu joggen ist mir auch nicht wirklich gut bekommen. Scheiße tun mir die Quanten weh. Gerade schauen wir in der ARD Hamburg Triathlon. Sau laustig. Da schießt einer in die Luft und alle springen ins Wasser, existenzialistisch total verbeult. Einen tieferen Sinn hat das Ganze natürlich nicht. Sich einfach so einen Sinn zu erfinden ist große, nein überragende Menschenkunst. So ein Künstler wäre ich auch gerne. Wart`s ab. Vielleicht morgen wenn`s nicht mehr so heiß ist.

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Montag, 13. Juli 2015
In der Touristenfalle
Ich hätte dort nicht hin dürfen. Nie, niemals, auf gar keinen Fall. Zumindest nicht jetzt in der Hochsaison. Egal wie schön die Perle Kroatiens derzeit auch zu glänzen vermag. Die Schönheit kommt selten ohne den Betrachter aus. Weltkulturerbe hin und Weltkulturerbe her. Die Sache ist ja so. Ich habe es nicht so mit weltbekannten Touristenattraktionen, die auch noch den Titel "Weltkulturerbe" im Benimmzeugnis stehen haben wie eine 1. Nicht das ich mich für einen besseren Menschen halte, weil ich Orte/Landschaften, die den Beweis erbringen, wie großartig die menschliche Zivilisation mitunter sein kann, nicht die Ehre erweise. Ganz im Gegenteil. Nur leider bin ich für größere Menschenansammlungen nicht mehr geeignet. Seit ich dem Wahn verfallen bin, werde ich bei größeren Menschenansammlungen a bisserl unruhig um es salopp auszudrücken wie eine Zitrone. Sehe ich 25 Menschen im Gleichschritt der Sehenswürdigkeiten auf mich zukommen, wie eine Flut die mich nicht fortträgt in ein anderes, großes Leben, lößt sich mein fragiles inneres Gleichgewicht schneller auf als Zucker im heißen Kaffee. Deswegen mache ich notgedrungen um größere Menschenansammlungen einen weiten, sehr weiten Bogen. Ich gehe dermaßen weitläufig an die Sache heran, das ein Unkundiger niemals dahinter kommt, was mein eigentliches Anligen ist. Auch in höchster Not kann es nicht schaden seine ramponierte Würde zu bewahren. Anders geht es nicht mehr. Als Kaputter muss man seine Grenzen kennen und tunlichts nicht darüber hinaustreten wie der Roadrunner über einen Felsvorsprung. Bei größeren Menschenansammlungen erstellt mein Hirn unaufgefordert Gefahrenprofile, von jedem der Teilnehmer, auch von Babys. Mein Hirn macht auf Rasterfahndung wie ein Rechtsstaat der sich in seinem Wesen angegriffen fühlt und übers Ziel im wahrsten Sinne des Wortes hinausschießt. Wer ist gefährlich, wo lauert die nächste, tödliche Gefahr, wo geht die nächste Bombe hoch, wer von den Leuten ist ein Amokläufer oder nicht zurechnungsfähig, wenn muss man prophylaktisch auf Elba verschiffen oder nach Guantanamo oder am gescheitesten gleich eliminieren, aus 5000 Meter Höhe, und 15 000 KM Distanz, mit einem Joystick, was ich natürlich nicht mache. Ich bin ein vernünftiger Irrer. Fühle ich mich psychisch überfordert mutiere ich zum Halb-Intelktuellen. Kraft meiner intellektuellen Fähigkeiten ist nicht mehr drinn. Ich erfinde mir dann meine Gründe, die weniger irrationalen dastehen, warum ich nicht dort hin soll, wo auch alle anderen hin wollen, um im Spiel zu bleiben. Die Akropolis, das Kolosseum, der Eilfelturm, das Schloß Schönbrunn, gleich um die Ecke usw. habe ich alles verweigert wie ein wehrhafter Pazifist den Dienst an der Waffe. Ich finde das man ja nicht der Waffe dient sondern seinem Land. Werte Jugend. Ihr müsst euch wieder ein wenig für die Landesverteidigung begeistern. Nicht das ich mich einmal als alter Mann mit einem Karabiner in der Hand in den Supermarkt schleppen muss. Bei der Perle des Südens, dachte ich mir, könnte ich ja mal eine Ausnahme machen. Und dem S. war es ein Anliegen nach D...... zu fahren. Vor zwei Jahren war er schon mal ein paar Tag dort. Hat ihm anscheinend ganz gut gefallen. Mit dem Bus rein und mit dem Bus wieder raus. Eingeplante Zeit gut 5 Stunden. Des wird schon redete ich mir ein. Ich muss doch nicht immer den Bauern geben der nicht frisst was er nicht kennt. Der S. bemerkte so ganz beiläufig, ach ja, sind schon recht viele Leute in D......., die da gemächlich durch die Altstadt schlendern. Anstatt genauer nachzufragen, von wievielen Leuten er da bitte ausgeht, kümmerte ich mich nicht groß um den Inhalt der Info. Ich bin ja im Urlaub. Nicht wirklich im Urlaub. Eher auf der Flucht vor meinen abgestandenen Wien-Gefühlen. Mir tut die Großstadt nicht gut. (ehrlich) Trotzdem könnten doch die Schizo-Seuche mal die Beine hochlagern und die Aussicht vom Balkon meiner Wahrnehmung aus genießen. An der Busstation sang ich andauernd, "Frust kommt auf den der Bus kommt nicht". Der Bus kam recht pünktlich. Höchstens 10-15 Minuten hinter dem Fahrplan. Ich war ja den ganzen Tag am Strand in der Hitze, während der H. einen auf Living Room machte. Die Aussicht aus dem Bus war ziemlich beeindruckend. Sonne, Meer, in Blau und Grün, und kleine Örtchen die sich ziemlich geschmeidig an die Hänge duckten. Im Hafen von D..... standen 3 Kreuzfahrtschiffe, die wie schwimmende Hochhäuser aussahen. Ein Viertes war gerade am Auslaufen. Die Kreuzfahrtschiffe in echt, noch dazu aus geringer Entfernung betrachtet, sehen ziemlich furchteinflößend aus, wenn man mich nicht fragt. Unglaublich wie hoch diese Dinger sind. Im Katalog sind diese Kreuzfahrtschiffe keine 5 cm hoch und sehen recht niedlich aus. Das die nicht so einfach umkippen. Natürlich bin ich auch in K..... ziemlich mit Neurolpetika usw. angefüllt. Davor kann ich nicht mehr flüchten. Die Folge ist wie immer ein wabberndes Nichts. Wo sich die Urlaubenden aus den schwimmenden Kleinstädten gerade herumtrieben, stellte ich mir nicht. Solche Fragen sind unter meinem Niveau. Nachdem uns der Bus ausgeworfen hatte wie ein Getränkeautomat ging`s schön zu Fuß weiter. Der S. war ja die Strecke vom Hafen zur Altstadt schon einmal mit dem Rad abgefahren. Ist machbar für uns sagte er. Gegen dieses wabbernde Nichts angehen ist keine so schlechte Strategie. Ging ziemlich steil bergauf. Natürlich in der brütenden Hitze. Wie sich viel später heraustellte waren wir einen ziemlichen Umweg gegangen. Eine knappe Stunde dauerte die Anreise zum eigentlichen Weltkulturerbe. Um nicht jeden Moment und jede Gefühlsregung des Ausflugs beschreiben zu müssen. Im Durchmesser soll die Stradun-Promenade der Altstadt nicht viel mehr als 350 Meter betragen. Wissenschaftler haben berechnet das dieses Weltkulturerbe 7000 Touristen ohne mit der Wimper zu zucken hinnehmen kann. Bei 8000 Personen würde die Promenade schon etwas ins keuchen kommen, 10 000 Ich-AGler würde der Pflaster auch noch irgendwie wegstecken, wie z.B. der FC Bayern den Wechsel vom Schweinsteiger zu "Manu". Der Pep hält halt nicht viel von verwelkenden Lorbeeren. Schätzungen, die jetzt schon etwas überaltert sein sollen, gehen in der Hochsaison Juli, August, von gut 25 000 Personen pro Einheit/Tag aus. Liegt vor allem daran das die Hafenkapazitäten auf 15 000 erweitert wurden. Erinnert an Venedig. Nach Venedig will ich auch nicht. Das Venedig den Massentourismus noch nicht völlig überdrüssig ist wundert mich wirklich. Wäre ich Venedig würde ich einfach absaufen und basta. 20 Millionen Touristen sollen jährlich nach Venedig strömen. Macht allein in den letzten 15 Jahren hochgerechnet 300 000 Millionen Menschen. Erschreckend, entsetzlich, grauenhaft. Ich würde das nicht aushalten.

Um es kurz zu halten. Ich dachte mich trifft der Schlag bei der Menschenmenge. Auf der Straße zur Altstadt und vor dem geschmiedeten Eingang stehen die Klingenputzer für dieses und jenes Urlaubsvergnügen. Einige machen auf Boote, Autos, Mopeds. Andere wiederum auf Games of Thrones, Boote und Mopeds usw. Es gibt ja eine eigene Games of Thrones Führung. Da führen sie dich dann durch die Illusions-Kulisse. Die Festung Lovrijenac gleich vor den Toren der Altstadt mag ja für Hardcore-Fans der Serie ein tolles Abenteuer sein. Nur für mich ist das nichts. Ich fahre ja auch nicht an jene Drehorte an denen Lawrence von Arabien gedreht wurde. Mir hat die irakische Wüste vollends gereicht. Das war noch ein richtiges Abenteuer aus der Not geboren und nicht so eine vorgekautes Fertig-Vergnügungsgerichts-Scheiße. Warum soll ich bei Filmen oder Fernsehserien hinter die Kulissen blicken wollen. Das ist doch absurd. Mich interssiert da nur das fertige Produkt. Unbedingt muss ich nicht wissen wie Schauspieler am Set oder privat so drauf sind. Und reden Schauspieler über den gerade abgedrehten Film kann man nicht hinhören, weil so gut wie jeder schwärmt, das die Zusammenarbeit mit dem Regisseur_in eine ganz außergewöhnliche Erfahrung war. Kann nicht einmal einer sagen das der Dreh a ziemlicher Schmarren war. Außer es gibt große Brüste im Angebot. Große Brüste entschädigen für einiges. Bei großen Brüsten höre ich immer nur die Hälfte. Und das auch nur unter großer körperlicher Anstrengung. Und die Glotze schraube ich auch nicht auf und schau nach wo die bewegten Bilder herkommen. Wobei ich zugebe das war jetzt ein schlechtes Beispiel. Das kann man schon wissen wollen. Doch, einmal habe ich mich bei einem Blick hinter die Kulissen der Filmkunst köstlich amüsiert. Werner Herzog und Klaus Kinski in "Mein liebster Feind", beim dreh zu Fitzgeraldo. Hatte der Klausi einen Schatten. Und der Werner hält da gnadenlos mit der Kamera drauf um sein Ding zu drehen. Die Ureinwohner wollten den Klausi schon killen.(hahaha) Mein lieber Herr Gesangsverein. Die waren ein kongeniales Paar. Wie schafft man es nur so narzisstisch drauf zu sein oder wenigstens glaubwürdig so zu tun als ob wie der Klausi. Dafür beneide ich ihn fast ein wenig. Segway, der S. sagt das Ding nennt man so, ist auch auch im Angebot in good old D........ Die auf dem Segway stehen, tragen eine hell leuchtende Behindertenweste. Sicher ist sicher. Nicht das sie glauben die Stadt und deren erstere Bürger reagieren irgendwie auf den Anstum der M-Massen, weil sie Angst haben ihr Erbe könnte früher oder später kollabieren. Nee die lassen alle mitmachen. Und so weit ich es beurteilen kann ist beinahe wirklich die ganze Welt gekommen um sich das alte Weltkultur-Städchen touristisch einzuverleiben, damit sie es in ihrer "musste unbedingt sein Einkaufsliste", abhacken wie die Milch oder ein Leib Brot. Wer hat den eigentlich diesen ausgemachten Blödsinn in die Welt gesetzt wie eine Religion, das man unbedingt dieses oder jenes abhacken muss, ansonsten hat man nicht echt und wahrhaftig gelebt, weil man sich selbst (eher seinem gsell.Über-Ich) nicht gerecht wurde oder so. Man sollte auch ein recht unerfülltes und unspektakuläres Leben führen dürfen und sich trotzdem als vollwertiger Mensch fühlen. Und vieles was die Leute unbedingt machen wollen ist einfach nur eine Frage des Geldes. Gibt so Spinner die lassen sich von Scherpas, (Scherpas sind Einheimische die gezwungenermaßen auf Tourismus machen) auf den Mount Everest schleppen wie ein Auto mit einer Reifenschaden, weil sie das unbedingt bringen müssen. Am Mount Everest soll es ja auch schon so ähnlich zugehen wie in Venedig. Die stehen auf 8000 Meter Schlange. So blöd muss man einmal sein. Asiaten, Amis, Außerirdische, Europäer, Unterirdische, Australier. Alle sind sie da und in D..... herzlich willkommen. Was man weniger zu sehen bekommt sind Inder aus den Slums von Mumbai, Indigene aus dem bolivischen Hochland, Tibeter, denen die Chinesen die kulturelle Rückständigkeit austreiben, wie die Bayern den Österreichern *, dunklehäutige Afrikaner, Syrer, Iraker usw. Die A,S,I kommen auch. Nur nicht nach D..... Die werden zumeist an anderer Stelle und in einem anderen Kontext stehend an unsere Gestaden gespült. Der vorderer Orient ist überhaupt ziemlich unterrepräsentiert und vom Gazastreifen waren meiner Einschätzung nach auch nicht viele unter den Besuchern. Altersmäßig ist auch alles vertreten. Von 0 bis 80 und darüber hinaus ist alles dabei. Für einen Nulljährigen kann ein wenig Kultur und so ja nie schaden. Siehste eh was los ist wenn die Wissenfenster ungeöffnet an einem vorbeiziehen wie bei mir. Wegen jeden Scheiß muss ich beim H. nachfragen. Ich bin nur gut in Dingen die man sich einfach aus öffentlichen Bibliotheken holen kann wie ein einen Gutschein für einen Gratis-Drink. Wie sie sich sicherlich vortstellen können war das Eintreten durch das Stadttor a ziemliches Gedränge. Instinktiv stellte mein Hirn sofort auf den Überlebensmodus um. Dagegen komme ich nicht an. Genießen kann ich dann nichts mehr. Mein Kopf wollte da nur noch heil wieder herauskommen. Zu meinem Glück verliefen sich die Leute dann recht zügig in dem weitläufigen Terrain. (ein Scherz) Die Altstadt von D...... ist wirklich eine Augenweide und wahrlich einen Besuch wert. Daran gibt es nichts zu rütteln. Auch wenn D......... sich genötigt sieht ein Hotel nach dem anderen aus dem Boden zu stampfen, weswegen man sich ängstlich fragt ob des wirlich noch sein muss. Sie kennen sicher das Gefühl wenn man eigentlich satt ist und trotzdem weiter frisst. So ist das auch mit D........... Unter den verschäften Bedingungen wie jetzt in der Hochsaison kann ich jeden Wahnsinnigen nur raten um D....... einen weiten Bogen zu machen. Frühjahr und Herbst geht`s leichter. Die Frau H. war so nett mir mitzuteilen, diese Zeitspanne nennt man Vor oder Nachsaison. Das beschreiben von Eindrücken gehört nicht unbedingt zu meiner großen Stärken. Mir fehlt es da an Buchstaben. Deswegen fasse ich das Innenleben der Altstadt kurz zusammen. Die Promenade ist eher und ganzheitlich auf Souvernir getrimmt und die Seitengasserl mehr auf Saufen und Fressen ausgerichtet. Jeder Mililmeter der Altstadt wird zum Verkauf feilgeboten. Das vergoldete Kalb Massentousimus muss unter allen Umständen geschlachtet werden. Nichts soll von diesem Kalb über bleiben. Mir wurde bei all den Souvernir und Ramsch gleich einmal ziemlich schwindlig. Der S. hatte da die rettende Idee. Der kannte ein Irish-Pub. Dort konnte man schön Tennis schauen. Damen-Halbfinale Wimbledon und dazu ein Wasser. Natürlich dürstete mein Verlangen eher nach Schnaps. Leider neigte sich die Tennisübertragung bald einmal dem Ende zu. Deswegen hieß es auf und wieder raus auf die Promenade zu den anderen und dem emotional hochaufgeladenen Ramsch. Wie sang einst der Bill Ramsey: SOUVENIRS SOUVENIRS, KAUFT SIE LEUTE KAUFT SIE EIN, DENN SIE SOLLEN WIE DAS SALZ IN DER LEBENSSUPPE SEIN. *(Schizophrenist erhebt sich in K.... mit dem Rücken zu S..... wegen der Lage der Wohung und schmettert: Zu Mantua in Banden, Der treue Hofer war, In Mantua zum Tode, Führt ihn der Feinde Schar. Es blutete der Brüder Herz, Ganz Deutschland, ach, in Schmach und Schmerz. Die Hände auf dem Rücken, Der Sandwirt Hofer ging, Mit ruhig festen Schritten, Ihm schien der Tod gering.)

Ein paar Tage später, erklärete mir der jetztige Vermieter in M...., dieser Ort ist einer der letzten kroatischen Außenposten im Dreiländereck, K....., B......, S......., am Abend soll es in D......., a bisserl einfacher sein sich als Freier unter Freien zu bewegen weil die Kreuzfahrtschiffe wieder duch die Welttouristenmeere pflügen. Am Abend soll es auch mehr Hochkultur zum Verspachteln bereit gestellt werden. Nur da kann ich nicht mit, weil ich mich ja jeden Abend gegen 23 Uhr mit Seroquel abschieße. Ungeachtet der Tatsache das ich in K........ verweile, weiche ich nicht von meinem Programm ab. Nicht das sie denken das sei eine liebegwonne Marotte. Einen drauf zu machen wäre grob fahrlässig. Die Schizophrenie ist ein Luder glauben sie mir. Selbstverständlich wird Hochkultur größtenteils auch nur verkonsumiert. Da kann sich der Belgier Jan Fabre noch so ins Zeug des legen und Tabus brechen wie morsche Knochen und die müden Gesichter der Zivilisation mit süßen Tränen der Katharis verzaubern. Irgendwann wird eine/r kommen, sich hinstellen/sitzen wie in eine Peepshow, einmal kräftig gähnen, abspritzen und wieder heim marschieren zu den sozialen Medien und Werbeinblendungen, die wie Blitze in jeder Seele einschlagen. Der Kapitalsmus herrscht totalitär, weltumnfassend oder gar nicht. Findet er den Weg nicht sofort durch Arkadien, Lakonien und das myrtoische Meer, weil die alten Wege so schmal und verwildert sind, wird mit schwerem Gerät eine neue Schneise geschlagen, die breit genug ist, das blinde Ungetüm Ka.... mit all seinen Versprechungen, Heilserwartungen und Segnungen da durchzudrücken. Totzdem was besseres als der Ka... ist uns noch nicht eingefallen. Mir gleich gar nicht. Da fällt mir ein. An einem wirklich schlechten Tag, ist schon einige Zeit her, habe ich mich mal in einer Peepshowkabine verbarrikadiert. Bin da gut 2 drei Stunden drinn gehockt, der Arsch ging mir auf Grundeis, ohne nur einmal die Eier rauszuholen und sie klacken zu lassen wie Billiardkugeln die aufeinander prallen. Mein Scheißhaus hielt ich damals nicht mehr für sicher. Zu einem Souvernir-D.... sagte ich auf dem Weg, der kein leichter sein würde, so zum Spaß, "I am not a tourist". Hatten wir schön was zu lachen. Wie ich an anderer Stelle schon einige Male zu erklären versuchte, prallen meine seelischen und psychischen Verwerfungen und Nöte, immerzu gegen die Wände meines Charakters. Nach außen hin, der Welt zugewandt, tut sich bei mir in der Regel nicht viel. Das bringe ich einfach nicht. Mir sehen sie meine Verzweiflung und Irritation nicht an. Deswegen schreibe ich darüber. Anders weiß ich mir nicht zu helfen. Würden sie mich als Mensch kennen wäre ich in Sachen offensichtlichen Irrsinn eine einzige Enttschäuschung. Ein äußeres Zeichen meiner inneren Unruhe derzeit. Andauernd putze ich hinterm H. her wie eine Helikopter-Mami weil ich nicht ruhig sitzen und mich konzentrieren kann. Der ist schon ganz verwirrt. Liegt auch daran das er nie beim Militär war. Bitte liebe Eltern, ein Mindestmaß an Ordnung sollten sie ihre Liebsten schon beibringe, sonst wird das nichts mit der Anarchie. Später am Abend mache ich dann Liegestütze/push ups. Auf den ersten Blick scheinen Menschenmassen den Normalos nicht viel auszumachen. Das juckt das nicht. Die haben offensichtlich einen Filter und tun so als ob alles ganz wunderbar sei. Gut gelaunt schwenkten die ihre Selfiesticks wie Schwerter einer postmodernen Armee und fechteten sich den Weg frei für a bisserl Unsterblichkeit. Normalos besitzen ja die beneidenswerte Gabe so zu tun als wären sie ganz allein auf dem Planeten. Die blenden alles andere aus oder nehmen es nicht wahr. Sie dafür zu verurteilen wäre dumm. Was können die dafür das ich einen an der Waffel habe. Die verstehen es einfach ganz wunderbar, sich in den Mittelpunkt des Geschehen zu drängen, das sie selbst miterfinden. Das sind alles kleine Wirklichkeitsmacher und Meister_innen der Selbst-Inszinierung. Ich inszeniere mich ja auch gerade. Zu meinem Leidwesen ist das ziemlich harte Arbeit und weniger Vergnügen. Ich der Gratis-Literatur-Vollsepp, der vom Schreiben nicht die geringste Ahung hat, quäle mir da einen herunter, damit ich der Welt beweise, das ich auch dann ein strebsamer Mensch bin, wenn in K.... verweilend in einem Klappstuhl hockend, manchmal den S. beschämt frage, wo jetzt genau hinten und vorne ist. Natürlich schiele auch ich nach einem Funken Unsterblichkeit. Dieser Gedanke bricht jetzt einfach so durch wie ein Blinddarm. Kleinstbürgerlich verwüstet wie ich bin, habe ich mich natürlich auch beim Goadfather versichert, ob das eh in Ordnung geht das ich dann mal weg bin. Dieses Gefühl nachfragen zu müssen hat was zu tiefst Katholisches. Mich schickt die Schuld andauernd unaufgefordert Nacktfotos. Oder mit der UM2 gesprochen: "Wer einmal lügt dem glaubt man nicht, auch wenn der dann die Wahrheit spricht". Dabei verheize ich hier ja ausnahmslos meine Kohle. Ungaublich wie lockier der reagiert hat, das seine Wohnung mal ein paar Tage leersteht. Der ist im Alter wirklich ein anderer Mensch geworden. Sehr freundlich und verständnisvoll. Ich bin jedesmal aufs Neue richtiggehend gerührt. Wir sind das ideale Fernbeziehungspaar. Je weiter weg der andere ist umso leichter tun wir uns. Natürlich kann man das auch als Makel verstehen. Trotzdem besser als gar nichts oder? Mein D......... Abstecher/Ausflug wurde ja weder in Ton noch in Bild festgehalten. Ich bin sozusagen der Klaus Kinski für die ganz Armen. Außer natürlich einer der 25 000 Smart-Phones Gladiatoren hat mich einfach so ohne nachzufragen abgelichtet oder gar gefilmt wie ich von einem unguten Gegühl zum Nächsten stolperte. Weil wir schon einmal da waren, stampften wir dann noch bis zum Hafen der Altstadt rauf. Sehr idyllisch, der Weg dorthin und der Hafen wenn man in der Lage ist sich gut 20 000 Personen wegzudenken. Touristenboote ackerten im Akkord, Italiener machten irgendwelche Aufnahmen für einen Film, ein Modemagazin, oder ähnliches. Die Dame in Rot sah unwerfend aus, auch ohne viel Busen. Ein Mann mittleren Altes tat nichts davon und fischte. Der verhielt sich wie ein Einheimischer. Einheimische lassen sich auch daran erkennen das sie sich von der Kulisse nicht mehr beeindrucken lassen und einfach ihrem Alltag und so nachgehen. An einer privaten Games of Thrones Führung, unter 65 Euro schleppt sie keiner der lizensierten Guide herum, nehmen die eher nicht teil. Diese E....... sollen ja angeblich eine aussterbende Spezies sein. Was nur zu verständlich ist. Wer will schon an einem Ort leben an dem täglich 25000 Personen durch dein Vorzimmer trampeln und dich in der Regel nicht einmal grüßen und total schräg drauf sind. Während wir so da standen und den Fischer betrachteten wie ein Gemälde, kam eine Katze angetrippelt und setzte sich neben den Mann. Sah so aus als ob sich die beiden nicht ganz unbekannt waren. Lange musste sich die Katze nicht gedulden. Schon holte der Mann einen ziemlich mickrigen, eher nicht zum Verkauf geeigenten, dafür wild vor sich hin zappelnden Fisch aus dem Nass und warf diesen der Katze vor die Beine. Danach wurde es etwas gespenstisch. Denn während der Fisch vorne noch nach Luft rang, frass ihn die Katze hinten auf. Scheiße, dachte ich mir, das ist kein gutes Omen. Ich hatte das Gefühl das Leben, die Stadt, mein Kopf, usw. würden mit mir ähnlich verfahren wenn ich nicht sofort abhaue. Sie wissen ja. Nur weil einer paranoid ist heißt das noch lange nicht das niemand hinter ihm her ist. D....... stand ja einst unter schweren, s....... Beschuss. Aber das ist an sich eine andere Geschichte, die von ganz anderen Menschen erzählt werden sollte, muss, wurde/wird. Unser jetziger Vermieter in M....., der im zarten Alter von 15 oder 16 auf k....Seite im jugoslawischen Sezessionskrieg kämpfte, hat vom Krieg die Schnauze gestrichen voll. Erstens musste er die Highschool abbrechen und zweitens fragen ihn die Touristen andauernd nach dem Krieg. Ich natürlich auch. Gott sei Dank, meinte er, hat er keine posttraumatisches B-Syndrom, mit in den Frieden genommen.

Während er das sagte, rang er schwer nach Luft und trippelte wie ein kleiner Junge von einem Bein auf das Andere und der Schweiß stand im auf der Stirn schmierig wie Motoröl . Spontan dachte ich an meine Nerventante. Die könnte da sicher was machen. Das Örtchen M..... stand einst unter s...... Besatzung. Am ku..... Beach wollte ich mit eine Bardame über die Hotelruinen reden die den Strand umstellten wie Totenwächter. Die riss nur die Augen weit auf und wollte auch nicht so recht reden. Wie es aussieht hat der Krieg den Menschen hier einen ziemlichen Haufen Scheiße auf den Seelen hinterlassen. Ich sollte mal von Tür zu Tür gehen und fragen welche der k...... Frau da jetzt vergewaltigt wurde, ob sie abgetrieben haben und wie das so ist mit einem Kind aus einer Vergewaltigung usw. Viellelicht verstehen die EU-Skeptiker jetzt etwas besser wozu die EU noch gut ist. Der ganze Balkan gehört so nach und nach in dieses Europa integriert. In einer Reportage las ich das deutsche Polizisten, Rumänen, auch nach den Aids-Handschuhen im Verbandskasten fragen. Ich finde es muss auch ein Europa geben, das sich mit Heftpflaster zufrieden gibt. Die Serben natürlich auch. Die müssen auch in die EU. Die wollen doch auch ans Meer und ihr Leben leben und nicht andauend an der Vergangenheit gemessen werden, für die viele nichts können. Ich sag mal so. Einer wie der werte Herr Orban hätte ohne die EU in Rumänien schon längst gezündelt. Gibt ja ganz eindrucksvolle, geschichtliche Beispiele wie man da vorzugehen hat. (Sudentenland, Braunau-Strategie) Ich gab mir wirklich jede erdenklich Mühe, mich dem Weltkulturerbe würdig zu erweisen. Den kleinkarierten Spinner wollte ich auf gar keinen Fall geben, der voreilig aus der Rolle fällt. So etwas mache ich in der Regel nicht. Wird mein Leben zu viel, hau ich normal einfach ab, knall die Wohungstür hinter mir zu und verziehe mich aufs Scheißhaus, bis sich der Gefühlsnebel wieder etwas lichtet. Nur war dieses Scheißhaus weit weg und hinter der Stadtmauer von D...... konnte ich mich auch nicht verkriechen. Erstens kostet es gut 14 Euro diese zu betreten und zweitens war die so gut wie ausgebucht. Weg wollte ich trotzdem. Erschwerdend kam noch hinzu, das mich ein Nuller-Baby aus dem Baby-Transporter, etwas schief angeblickt hatte. Wer weiß was das kleine Scheißerchen im Schilde führt. Nicht jetzt sondern in der Zukunft wenn ich noch älter und total verknittert bin. Wieder draußen vor der Toren warteten wir, natürlich wieder im Rudel, auf den Bus. Sonne, Hitze, die 19 Minuten runter zum Strand, und 21 M. wieder hoch, noch einmal hinunter zum Bus, dann eine Stunde zu Fuß rauf zur Altstadt, Altstadt-Rundgang, die innere Unruhe die sich aufschaukelte, rein in den Bus, wieder hinunter zum Hafen, ohne zu wissen von wo der nächst Bur abfährt usw. Es zerrte, vor allem an mir. Dem S. gings prächtig. Der durfte zur Beruhigung der Nerven auch Bier saufen. *Der Schizoprenist steht kurz auf, diesmal mit dem Rücken zu K.... und dem Gesicht S.... zugewandt, die rechte Hand an der linken Brust seine Stimme erhebend wie etwas das man ganz selten aufhebt um unten einmal durch zu wischen. Als Unkundiger in D.... den richtigen Überlandbus zu erfragen ist nicht gerade ein Spaziergang wenn sie mich noch immer nicht fragen. Nee fesche, furchtbar freundliche, und ziemlich unverbrauchte, ja beinah schüchterne Gold- An und Verkauf-Dame half uns dann weiter. Vor zwanzig Jahren hätte ich mich sofort in sie verliebt. Jetzt ist es für Liebe zu spät. Ich muss ja jeden Abend mein Programm durchziehen. Um 21 30 wollten wir wieder zurück. Noch genügend Zeit um schön zu spachteln. Calamari. Hoffentlich aus der Gegend. Die sind günstig 9-10 Euro und da kann man kaum etwas falsch machen. (ein Insider) Ich freute mich schon auf eine Dusche und ein wenig Frieden, Freude und Eierkuchen am Balkon. Balkonien in K....... fern ab der Straße tut mir wirklich gut. Für Balkonien am Meer in K.... bin ich wie geschaffen. Überpünktlich wie es sich für Nordlänger gehört standen wir an der Bushaltestelle. Weil wir noch Zeit haben bis der Bus kommt, will ich ihnen gestehen das ich mich auf die Historie D........... nicht wirlich vorbereitet hatte. Ich wusste nichts über den Dubrovniker Dichter Ivan Gundulić, der 14.... die Freiheit seines Stadtstaates D... nicht für alles Gold in dieser Welt verkaufen wollte. Soll er so zu den Osamnen gesagt haben die vor den Stadttoren standen. Wo diese Osamnen schon überall herumgestanden sind. Schutzpatron der Stadt soll ja der heilie Balsius sein. Der Überlieferung zufolge soll der Dubrovnik bei einem Angriff der Republik Venedig gerettet haben. Wie, das weiß ich nicht so genau. Seit dem Jahr 1317 befindet sich im Franziskanerkloster der Stadt eine der ältesten Apotheken Europas. 14... schaffte die Republik Ragusa als erster Stadtstaat Europas die Sklaverei ab. Dann war D.. auch noch weltweit der erste Staat, der die Unabhängigkeit der Vereinigten Staaten von Amerika im Jahr 1776 international anerkannte. (steht so im Internet) Und warum unsere Vermieter Z..., das ist sein Vornamne, wir haben recht eine Hetz miteinander, lieber osmanischen Kaffee trinkt, hat natürlich auch seinen Grund. Im Jahr 1806 besetzten französische Soldaten unter Napoleon Bonaparte die Stadt, und 1808 proklamierte Marschall Marmont die Aufhebung der Republik. Die 14 Euro Stadtmauern von Dubrovnik sind 1940 Meter lang und das besterhaltene Fortifikationssystem in Europa. Sie umfassen einen perfekt erhaltenen Komplex öffentlicher und privater, sakraler und säkularer Bauwerke aus allen Perioden der Stadtgeschichte, beginnend mit seiner Gründung im 7. Jahrhundert, sowie den Stadthafen von Dubrovnik. Im jugoslawischen Sezessionskrieg kamen 114 d... Zivilisten ums Leben. Aber das wissen sie eh alles. Hätte ich mich in D..... wohler gefühlt wenn ich das alles gewusst hätte. Eher nicht. Mir gefällt D....... Nur nicht zu dieser Jahres und Tageszeit. 21 30. Frust kam auf den der Bus kam nicht. Stand auch so im Fahrplan nur leider kann ich nur ein paar Brocken Kroatisch. *"Wo Mannesmut und Frauentreu' die Heimat sich erstritt aufs neu', wo man mit Blut die Grenze schrieb und frei in Not und Tod verblieb; hell jubelnd klingt's zur Bergeswand: Das ist mein herrlich Heimatland". Das Rufzeichen habe ich weggelassen. Das war mir dann doch etwas zu mar­ti­a­lisch.


Ende des Textes. Nicht der Reise.

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