Mittwoch, 23. Juli 2014
„Der Gaucho-Song featured by der Imperialist“
Zuallererst möchte ich mich bei einer gewissen Frau Feuerlibelle entschuldigen. Diese Person war so nett und zuvorkommend, einen durch und durch freundlichen Kommentar in/auf meinen Blog zu hinterlassen, wie ein Maulwurf einen Erdhaufen. (a Scherz) Ich bin ja auf so etwas Abwegiges wie Zuspruch und Sympathie nicht wirklich eingestellt. Ich tu mir leichter wenn mir einer blöd kommt. Wahnsinnig und weltabgewandt wie ich nun einmal bin, dachte ich mir doch glatt, da hat sich meine Nerventante einen gelungenen Scherz erlaubt. In meinem Wahn gefangen denke ich ja noch immer dass der Kommentar in meinem Blog von meiner Nerventante stammt. Sogar ein Mail habe ich an meine Nerventante geschrieben, in dem ich mich für ihren wohlwollenden Kommentar bedankt habe. Die antworte auch und schrieb dass sie auf Urlaub sei. Dann habe ich auch noch eine Ansichtskarte aus Montenegro erhalten. Angeblich von meinem Freund dem Anwalt. Ich denke aber dass diese Karte von der Frau Feuerlibelle ist, die mit meiner Nerventante dort urlaubt. Hoffentlich weiß der Mann von meiner Nerventante von dieser Dreieckskonstellation. Denn wie sagte schon der Rainer Werner Fassbinder, „Der der mehr liebt ist immer der Depp!“ (natürlich auch ein Scherz) Sehr verehrte Frau Feuerlibelle sorry, und danke noch einmal.

Jetzt zum Eigentlichen. Seit ich mir für Politik interessiere, bewegt sich der Nah-Ost Konflikt ja nur auf der Zeitachse. Auf der anderen Achse, wie diese Achse jetzt heißt fällt mir gerade nicht ein, tut sich ja eher wenig. Trotzdem versuche ich jetzt einmal den Istzustand des Nah-Ost Konflikts mit einfachen Worten einzufangen.

In einer jüdischen Siedlung im Westjordanland, die derzeit von 6000 israelischen Soldaten von der eigentlichen Außenwelt abgeschirmt wird. Wenn`s besser läuft sorgen nur 3000 Soldaten für einen reibungslosen Tagesablauf. Ähnliches gibt es auch in einer Talmud-Schule in Ost-Jerusalem zu bestraunen.
Die Siedler/Rabbiner und angehenden Rabbiner Schulter an Schulter tanzend: „So geht die Hamas, die Hamas die geht so. So geht die Hamas, die Hamas die geht so“.

Ortswechsel. In einem schlecht ausgeleuchteten Tunnel unterm Gazastreifen oder in einem Kindergarten kleine Gruppe, wo Spielzeugkisten wie Abschussrampe n für Raketen aussehen.
Mietglieder der Hamas, Schulter an Schulter mit Kämpfer des islamistischen Jihad: „So gehen die Juden, die Juden die gehen so. So gehen die Juden, die Juden gehen so“.

Anhang: Konfliktentwicklungsachse.
Bei mir war das Abfluss-Siphon vom Waschbecken im Bad defekt. Kurz habe ich noch mit dem Gedanken gespielt vielleicht auch noch die Waschbecken-Armatur austauschen zu lassen. Zu meinem und zum Leidwesen der Telefondame vom Installateur habe ich gleich nach dem Aufstehen angerufen. Neuroleptika und Schlaftabletten gehen nach jahrelanger Einnahme fürchterlich aufs Sprachvermögen. Nach dem Aufstehen bin ich kaum in der Lage einen ganzen Satz zu sprechen, der irgendwie Sinn macht. Weder fiel mir das Wort Abfluss-Siphon noch das Wort Armatur ein. Wasserhanhn fiel mir auch nicht ein. Ich beschrieb die Armatur mit den Worten, "da wo das Wasser rauskommt". Und das Siphon erklärte ich so das dort der manchmal der Verschluss von der Zahnpastatube reinfällt. Die Frau am Telefon wusste nicht ganz genau was ich meinte. Was ich hörte war ein ziemliches Gelächter. Am Auftragszettel stand nur Waschbecken ?????

Stern.de schreibt. "So werden sie richtig gut im Bett".
Lektion 1.
Ich hatte mal eine Freundin. Und die war gerade dabei mir die Eier zu lecken. "Du sagte sie, aus deinem Arsch hängt da was raus. Ist das Scheiße". Ich voll geil und dabei an eine andere Frau denkend. "Ah scheiß drauf". Ob es wirklich Scheiße war erfahren sie in Lektion 2.

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Montag, 21. Juli 2014
Wie das in Wahrheit mit den Fight-Club-Jungs ist, wenn jeder ganz allein für sich alt wird.
Im Text der „"Der Letzte aus dem Fight-Club macht die Tür hinter sich zu", habe ich über den „Weißen“ geschrieben, mit dem ich Ende der Zwanziger, also vor gut 16 Jahren, um die Häuser gezogen bin. Der Weiße hat ja tapfer weitergesoffen, während ich mich den Neuroleptika, Schlaftabletten und einer gewissen Selbstkasteiung zuwandte. Während der Fußball-WM rief er bei mir an und wir wärmten kurz alte Zeiten/Geschichten auf. Alte Zeiten aufwärmen ist so eine Art semi-religiöse Heuchelei, die bei genauerer überprüfung wie ein Kartenhaus zusammenfallen würde. So bald einer der Beteiligten den Herd abdreht werden diese Zeiten/Geschichten ungenießbar. Ich lud "den Weißen" dann zum WM-Halbfinale Brasilien gegen Deutschland zu mir ein. Trocken hätte er die Partie auch nicht durchstehen müssen. Überfordern muss man einen Alkoholiker auch nicht. Der Weiße ist ja Alkoholiker. Klingt wie eine Berufsbezeichnung. Ohne Berufsnachweis geht bei uns gar nichts. Ich dachte mir
der Weiße wird das schon einigermaßen so hinbekommen, das er noch nicht ganz im Delirium ist wenn er bei mir auftaucht. (10-13 Bier) Krasse Fehleinschätzung. Der Weiße war, seiner eigenen Einschätzung nach, so fett/dicht/angesoffen das er gleich gar nicht bei mir auftauchte. Ein, zwei Tage später rief er dann bei mir nach Mitternacht an. Ich war schon ziemlich im Tablettentaumel. Irgendwie ging es darum das er total angesoffen war und sich in die Gruben saufen würde. Ganz genau weiß ich auch nicht mehr worum es ging. Sich zu Tode saufen halte ich durchaus für einen ehrbaren Weg diese Welt zu verlassen. Nur leider sind meine Nerven völlig ruiniert und in ein paar Wochen werde ich 46. Am Finaltag läutete das Telefon bei mir Sturm. Ich ließ es läuten weil ich meine Ruhe haben wollte. Mir war nicht nach einem Säufer, der sich unkontrolliert den ewigen Jagdgründen entgegen säuft. Gegen einen kultivierten Trinker hätte nicht gesprochen. Die Abwesenheit von sinnloser Aufregung tut mir gut und das Finale war auch so spannend. Am nächsten Tag rief „der Weiße“ wieder an. Es war so gegen 17 oder 18 Uhr. „Der Weiße“, war seiner fachmännischen Einschätzung nach wieder total dicht. „Weißer“ sagte ich angewidert, „kannst nicht auch einmal anrufen wenn nicht total dicht bist. Ich bin ja nicht deine Mamma. Was soll ich mir denken. Ich kann nichts dafür dass du zu angesoffen warst um bei mir das Halbfinale zu schauen. So schwierig ist das auch wieder nicht oder?" Der Weiße hatte völlig zu Recht keine Lust auf so eine kleinstbürgerliche Unterhaltung und legte auf. Um noch einmal auf die Frage zurückzukommen was von einem Saufkumpel-Freund in Wahrheit übrig bleibt wenn sich die Wege aufsplittern und man nicht im Schlamm alter Erinnerungen versinkt. Beklemmung bis gar nichts!

Anhang: Amazon schlägt vor das ich mir die DVD "Fight-Club" kaufen soll. "Weißer" tu mir einen Gefallen und spreng den Laden!"

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Sonntag, 20. Juli 2014
In der Großstadt-Geisterbahn
„Könnten sie bitte eine weitere Kassa aufmachen“, rief eine Frau mittleren Alters mit Migrationshintergrund (das Erwähnen des Niederkunft-Ortes geht mir schon seit Langem fürchterlich auf die Nerven) beim Hofa/Aldi. „Kassa 1 macht gleich auf“, rief die Kassiererin von der Kassa 3 zurück. Schon ging das Gerenne und Geschubse los. „Ich bin der Erste, ich bin der Erste, ich hab nach einer zusätzlichen Kasse gerufen, deswegen bin ich der Erste", fauchte Lady M., eine andere Frau an, die ihr den Platz an der Sonne streitig machen wollte. „Ja, ja ist ja schon gut. Nicht das noch einen Herzinfarkt bekommen“, meckerte die Kontrahentin, eine ältere Dame, zurück. Die Siegerin an der Kasse 1 zahlte und ging in der Gewissheit die Welt einen kurzen Augenblick ganz nach ihren Vorstellungen gestaltet zu haben von der Bühne ab. Die Verliererin zu ihrer Begleiterin. „Ersticken soll die blöde Gans an ihrem Fleisch. So fett wie die ist wäre es eh gescheiter wenn sie weniger fressen würde. Blöde Türkenfotze“. Der Gaza-Streifen, dachte ich mir an Kasse 1. wartend, ist wesentlich länger als man annimmt.

Auf der Donauinsel. Ich war mit dem Rad unterwegs und blieb bei einem Hydranten stehen. Eine Joggerin Anfang-Mitte Dreißig, angsteinflößend weiße Haut, rotes, zu einem Zopf gebundenes Haar, hatte gerade den Kopf unter den Hydranten gebeugt und trank. Ich: „Eine gute Wahl die sie da getroffen haben, denn des/das ist der Hydrant mit der kältesten Wasser von der ganzen Insel. Die Frau nachdem sie mit dem Saufen fertig war, ohne mich auch nur eines Blickes zu würdigen. „Ein Spezialist“. Ich: „Jahrelange Erfahrung. Hab so gut wie alle schon durchprobiert. Dieser Hydrant ist nicht zu übertreffen“. Ohne mich nur eines Blickes gewürdigt zu haben, drehte sich die Frau weg und ging wortlos von der Bühne ab. Für einen kurzen Augenblick war ich mir nicht mehr ganz sicher ob ich überhaupt noch existierte. Es war nicht gekränkte, männliche Eitelkeit die da aus mir Sprache. Die Sachlage war eher so, dass ich den ganzen Tag noch kein einzige Wort, das eindeutig an eine andere Person gerichtet war, ausgesprochen hatte. Es war gegen 18 20 Uhr. Für diesen Tag war das so ziemlich meine letzte Chance anzuschreiben. Und als ehemaliger Zocker bin ich im Ausrechnen von Chancen ziemlich fix. Der Mensch ist nun einmal ein erster Satz-Fetischist. Dagegen kommt man nicht an. Ich auch nicht. Das erste Wort des eigenen Kindes, oder des ersten Menschen auf dem Mond usw. hat eine ganz besondere Bedeutung, Es macht uns zu Menschen. Der erste Satz ist wie der Einstig in eine Klettertour. Der muss sitzen. Ich bekam es mit der Angst zu tun. Vielleicht gibt es diesen Hydranten überhaupt nicht. Vielleicht bin ich schon längst tot und das hier ist das postmoderne Inferno Dantes. Ich stieg wieder aufs Rad. Das rechte, einbandagierte Knie schmerzte wie immer. Schmerzen waren ein gutes Zeichen dafür dass ich noch lebte. Während ich dahin radelte fragte ich mich ob sich Gefühle wie Verlorenheit oder Verzweiflung auch mal abnützen und fahl undgeschmacklos werden. Würde die Sache doch wesentlich einfacher machen. Tun sie aber nicht. Die fühlen sich immer so verdammt frisch an. Mit der Paranoia ist es genau so.

An der Straßenecke zu meiner Wohnung. Ich fuhr mit dem Rad über den Zebrastreifen auf den gegenüberliegenden Gehweg. Die 30 Meter bis zu Haustür fahr ich immer den Gehweg entlang. Im Gastgarten, der nahtlos in den Gehweg übergeht, saß das Ehepaar aus dem 4. Stock. Die kenne ich. Natürlich kenne ich sie nicht wirklich. Aber man grüßt sich seit gut 15 jahren. Die Frau erwiderte den Gruß. Meistens bin ich derjenige der zuerst grüßt. Liegt daran das ich vom Land komme. Am Land, oder wie man sagt in der tiefsten Provinz, macht man das so. Der Mann aus dem 4. grußlos und leicht angertunken: „Ist des der neue Radfahrweg!!“ Der ist auch einer von den ganz schlimmen Spießer, dachte ich leicht angesäuert. Fraktion Hosenscheißer, die nüchtern nie ihre Fresse aufbekommen. Männer die sich immer wegducken und alles schlucken, weil sie ganz genau wissen, nur so kommen sie halbwegs unbeschadet durch die Zeit. Aber wehe sie sitzen in einer Runde und haben etwas getankt und wähnen sich im Recht, dann sind sie Staatsanwalt, Richter und Geschworene in einer Person. Dann machen sie einen auf großen Diktator. Vor allem sind sie deshalb so lächerlich weil ihre Diktatur keine Untertanen hat. Wegen so einem Clown ändere ich meine Gewohnheiten natürlich nicht. Das nächste Mal grüsst er wieder recht freundlich.
Vermöbeln kann man ihn auch nicht. Er ist klein, Anfang bis Mitte Fünfzig, untersetzt, mit Brille, die alt und eklig ist. Und seit er den schweren Unfall hatte humpelt er. Ich kann es nicht mit Gewissheit sagen, aber wenn ich mich nicht völlig falsch liege lebte er einige Zeit von seiner Frau getrennt. In dieser Zeit erschien er mir noch kleiner. Richtig leid tat er mir.

Im Stiegenaufgang kam mir noch der Schizo-Sohn vom fetten Polen entgegen. Als er mich saß riss er angstvoll die Augen auf und lief wie ein gehetztes Tier an mir vorbei. Wie immer verzichtete er auf ein Deo. Der Kerl stinkt fürchterlich. Der hat eine Ausdünstung die mich jedes Mal fast aus den Schuhen haut. Viel hat nicht gefehlt und ich hätte mich angekotzt.

Zu Hause schaltete ich den PC ein. 80 Kinder, stand auf Spiegel online, sollen auch an Bord der Fluges MH17 gewesen sein, der über der Ostukraine vom Himmel gefallen war. Genauer gesagt wurde das Flugzeug abgeschossen. Die westlichen Medien schreiben es waren die Separatisten. Die Russen/Seperatisten die Grenze ist schwer zu ziehen, sagen es waren die Ukrainer. Während ich weiterlas, über eine Frau die schon Angehörige im Flug MH370 verloren hatte und jetzt wieder zum Handkuss kam, und einen holländischen Radrennfahrer, der wiederum, beide Flüge überlebte, MH17 war im zu teuer, usw. hatte der Virenscanner ein Objekt, das meinen PC bedrohte gleich 57-mal gelöscht.

Später in der ZIB 2 berichtete der Russland-Ukraine-Korrespondent des ORF aus Donezk, dass er Information von der Absturzstelle hätte, dass schon die Hunde an den Leichen und Leichenteilen dran sind.

Gegen Mitternacht stand ich auf und machte mir noch ein paar Notizen. Ich stellte mir den Raum und die Zeit als Menschen vor die sich gegenübersitzen und einfach nichts zu sagen haben.

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