Donnerstag, 7. Mai 2026
Bossing - meine heimliche Leidenschaft
Die Leiden 🐑t.

In dieser hypermodernen und hypersensiblen Welt gibt es Sachen, die man als „alter Sack“ kaum glaubt. Ich bin für die moderne Welt nicht gemacht – was für eine Erkenntnis. Endlich hat eine Aussage von dir mal Substanz, auch wenn sie darauf hinweist, dass dein Leben keine Substanz hat. Du bist lustig. Sagt wer? Na, der Wortmacher. Ach so.

Zurück zum Thema, das du sowieso nicht hast:

Im Weißmann-Fahrwasser (Ex-ORF-Generaldirektor Roland Weißmann, Spitzname „Dickpic“) werden auch die Compliance-Berichte zu Peter Schöber und Robert Ziegler wieder brisant. Sie liegen, wie der Pensionsvertrag von Pius Strobl, seit der Vorwoche den 35 Stiftungsräten zur Einsicht vor. Schöber wurde 2024 von Mitarbeitern Mobbing und Bossing vorgeworfen; Ziegler musste 2023 seinen Posten als Landesdirektor des ORF Niederösterreich nach „Presse“-Recherchen zu systematischen Interventionen in die Berichterstattung räumen.

Ich musste tatsächlich googeln, was konkret mit „Bossing“ gemeint war. Ich kenne nur Posing, Posting und Passing aus dem Tennis. Der soziologisch verwendete Begriff „Passing“ ist mir nicht geläufig. Messing kenne ich noch. Blessing, seit der US-Präsident Trump dem Papst vorwirft, sich theologisch auf Abwegen zu befinden – eine Theorie, die vom Vizepräsidenten JD Vance bestätigt wird, der 2019 zum Katholizismus konvertierte und seitdem eine Instanz in katholischen Glaubensfragen ist. Nur ein Schmäh.

Dass jemand Papst Leo XIV. über Augustinus belehren wollte, ist in der Tat skurril, denn im Gegensatz zu seinem Vorgänger Franziskus ist er tatsächlich ein Augustiner. Bevor er 2025 zum Papst gewählt wurde, war Robert Prevost von 2001 bis 2013 sogar der Generalprior des Augustinerordens weltweit. Er ist also quasi der oberste Experte für die Lehren und die Ordensregel des heiligen Augustinus. Wenn also jemand wie JD Vance versucht, ihm Augustinus zu erklären, ist das in etwa so, als wollte man einem Chefkoch erklären, wie man Wasser kocht – in einem Wasserkocher, der Strom hat.

„Bossing“ ist im Grunde die Chef-Variante von Mobbing. Der Begriff leitet sich vom englischen Wort „Boss“ ab und beschreibt eine Situation, in der der Druck oder die Schikane direkt von der Führungskraft ausgeht.

Ich muss da nicht mal ins Detail gehen. Ich habe im Berufsleben nichts anderes erlebt als Bossing. Was erwartet man vom Militär Ende der 1980er- und zu Beginn der 1990er. Und Lehrjahre waren auch keine Herrenjahre. Ganz im Gegenteil. Bossing haben auch meine Erziehungsbevollmächtigten betrieben. Sogar mit Nachdruck: „Der pariert nicht.“ Die Um2. „Dir zeige ich auch noch, wo Gott wohnt.“ Der gute alte „Goadfather“. Und hast du deswegen heimlich geweint? Ja, ganz leise in mein Schnapsglas.

Bossing. Den Begriff muss ich mir merken. Unbedingt

Scheiß Mobber, hast eine junge Frau auf dem Gewissen. Hast die Schutzbefohlene alleine in der Badewanne zurückgelassen bei einer Horde vom Wölfen. Scheiße. Nicht das schon wieder. Ich habe keine junge Frau auf dem Gewissen. Das stimmt nicht. Was stimmt nicht mit dir? Wer fragt das jetzt?

... comment