Mittwoch, 6. März 2024
Aus der Schlussrede des verurteilten russischen Menschenrechtlers Oleg Orlow vor Gericht in Moskau
Verboten ist nicht nur öffentliche Kritik, sondern jedes eigenständige Urteil. Man kann für Dinge bestraft werden, die, so sollte man meinen, mit Politik oder Regimekritik nichts zu tun haben. In keinem Bereich der Kunst ist freier Ausdruck noch möglich, es gibt keine freien Geistes- und Sozialwissenschaften mehr, es gibt auch kein Privatleben mehr.

Wir werden der Diskreditierung beschuldigt, ohne dass erklärt wird, was das bedeutet und wie diese sich von erlaubter Kritik unterscheidet. Wir werden beschuldigt, Behauptungen verbreitet zu haben, von denen wir wussten, dass sie falsch sind – ohne dass gezeigt wird, dass sie tatsächlich falsch sind. Genauso ging der sowjetische Staat vor, wenn er jede Kritik als Lüge bezeichnete. Der Versuch, zu beweisen, dass die Aussagen korrekt sind, ist selbst strafbar. Wir werden beschuldigt, ein System von Glaubenssätzen und eine Weltanschauung nicht zu teilen, die von der Führung unseres Landes als wahr bezeichnet werden. Und dies, obwohl Russland keine Staatsideologie haben darf. Wir werden verurteilt, weil wir daran zweifeln, dass der Überfall auf ein Nachbarland dem Ziel der Erhaltung des zwischenstaatlichen Friedens und der Sicherheit dient.

Gegenwärtig werden in den Lagern und Gefängnissen Alexej Gorinow, Alexandra Skotschilenko, Igor Baryschnikow, Wladimir Kara-Mursa und viele andere langsam zu Tode gebracht. Sie werden getötet, weil sie gegen das Blutvergiessen in der Ukraine protestiert haben, weil sie wollen, dass Russland ein demokratisches, blühendes Land wird, das keine Bedrohung für seine Nachbarn darstellt.

Ich kann nicht mit absoluter Sicherheit sagen, ob diejenigen, die heute in Russland widerrechtliche, verfassungswidrige Gesetze ausführen, selbst dafür vor Gericht stehen werden. Aber eine Strafe wird es unausweichlich geben. Ihre Kinder oder Enkel werden sich schämen, davon zu sprechen, wo ihre Väter, Mütter, Grossväter und Grossmütter in Dienst gestanden und was sie getan haben. Das Gleiche geschieht mit denjenigen, die auf Befehl in der Ukraine Verbrechen begehen. Meiner Ansicht nach ist dies die schrecklichste Strafe. Und sie kommt unweigerlich.

Nun, ich werde auch unweigerlich bestraft werden, weil unter den heutigen Bedingungen.

Und jetzt werden wir sehen, wie das Urteil ausfällt. Quelle: "NZZ".

Das Urteil: Zweieinhalb Jahre Lagerhaft.

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Der nächste Aufrichtige der also vom russischen Polarwolf gefressen wird. Selbst bei seinen Dissidenten wendet Russland die Taktik der Fleischangriffe an wie an der Front. Der Mensch wird in Russland solange terrorisiert bis nur noch ein abgenagter Knochen überbleibt, den man dann auch noch den ausgehungerten Hunden zum Fraß vorwirft, die wir wieder von der Leine gelassen haben. Die Bluthunde. Die haben wieder Witterung aufgenommen in der russischen Jagdgesellschaft, die unlängst noch bis nach Deutschland ausfranste. "Wir werden Frau Merkel oder wen auch immer jagen - und wir werden uns unser Land und unser Volk zurückholen." ©️ Alexander Gauland.

Die Fleischangriffe, die Russland auch im Inneren drohen. Auch unter jenen die sich dem Regime unterworfen haben, aus vorauseilenden Gehorsam, aus Opportunismus, oder weil ihnen alle scheiß egal ist.

Ehemalige Häftlinge, die in Russlands Gefängnissen für den Kampf in der Ukraine rekrutiert wurden und ihren Dienst abgeleistet haben, kehrten in ihre russische Heimat zurück. Sie sind begnadigt worden, haben ihre Rechte zurückgewonnen – als Lohn für weitere Untaten, sprich für die Tötung von Ukrainern. Dmitri Peskow, Putins Pressesprecher, gebrauchte dafür nicht zufällig den Begriff «Blutbusse».

Unter den Rückkehrern gibt es kaltblütige Sadisten, Serienmörder und Triebtäter. Sie kehren dahin zurück, wo sie vor kurzem noch verhaftet und verurteilt wurden. Dank ihrer Beteiligung am verbrecherischen Krieg sind sie «rein». Nun leben sie wieder in Nachbarschaft der Angehörigen ihrer Opfer. In Nachbarschaft aller.

Ein Serienmörder, Kannibale oder Zerstückler gilt als universelle Figur des absoluten Bösen, und dieses Urteil teilen sogar jene, die eine andere Nation grundlos zu entmenschlichen, mit einer Invasion zu überziehen und dabei Kriegsverbrechen zu entschuldigen imstande sind. Wenn diesen Monstern eine legale Rückkehr ermöglicht wird, zeigt dies, dass an die Stelle der gesellschaftlichen Moral ein absolutes ethisches Vakuum getreten ist, ein Raum ohne Grenzen, in dem das Böse jederzeit möglich ist.©️ Der Schriftsteller Sergei Lebedew/"NZZ".

Dazu notierte ich:
Würde man in Österreich all jene in ein Straflager stecken, die das hiesige Bundesheer schon mal diskreditiert haben oder selbiges weiterhin machen, in kleinen Nebensätzen, ganz direkt, oder in einen Schmäh verpackt, sagen wir in einem Aufwasch mit dem hiesigen Verfassungsschutz, wären hier nicht einmal mehr die Richer:innen in Freiheit.

Ende.

Sieht nicht danach aus.

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