Samstag, 24. Oktober 2026
Wir sind alles dumme W*****.
Porca miseria!

Also nicht alle. Ich will hier nicht verallgemeinern. Aber fast alle. Und selbst in die Gruppe gibt es nur selten eine Ausnahme, die wiederum nur die Regel bestätigt. Wie es dazu kommt? Das ist schnell gesagt.

An den Wahlurnen in Serbien in Israel und in Kürze auch in den USA werden entscheidende Fragen beantwortet, auf die ich naturgemäß keine Antwort weiß. Serbien wählt morgen.

Das unbereinigte Wahlregister zählt mit 6,45 Millionen fast genauso viele Namen wie das Land Einwohner und gar gut eine Million Wähler mehr als volljährige Bewohner: Manipulationen sind laut Kritikern Tür und Tor geöffnet. Schon bei der Belgrader Kommunalwahl 2023 mutierten busweise aus Bosnien angekarrte Wanderwähler mit fiktiven Meldeadressen in der Hauptstadt zum SNS-Zünglein an der Wahlwaage. Besorgt berichten Oppositionspolitiker über die wundersame Vermehrung der ausgestellten Personalausweise in dem eigentlich von Bevölkerungsschwund geplagten Land: So sei deren Zahl allein zwischen Mai und September um 230.000 gestiegen.

Es mehren sich Berichte von Serben, denen Dutzende Wahlbenachrichtigungen für längst verstorbene oder meist völlig unbekannte Personen in den Briefkasten geflattert sind: Auffällig oft tragen diese russische oder ukrainische Namen. Sein Wahlfeld hat Vučić zwar bestellt. Doch trotz seiner Trickkiste wirkt der gewiefte Stimmenjäger dieses Mal ungewohnt angespannt – und nervös.

Manipulation bei serbischer Wählerregistrierung in Wien Quelle: Auslandswahl.Eine Wiener Bäckerei fungierte als Schattenbotschaft für Wahlregistrierungen. Videos deuten auf eine Nähe zur SNS. Das ist eben die Partei von Aleksandar Vučić, dem Vorsitzenden der Serbischen Fortschrittspartei (SNS). Quelle: Die "Presse"

Brasilien wählt aber auch. Da ist Stichwahl um das Präsidentenamt. Der linke Amtsinhaber Luiz Inácio Lula da Silva gegen den konservativen Herausforderer Flavio Bolsonaro. Auch in einer Bäckerei in Wien? Ja, bespaße ich mich selbst. Alles entscheidet sich in einer Bäckerei in Wien-Favoriten. Das ist ein Running-Gag das Grauen zu verarbeiten.

Natürlich kenne ich die richtige Antwort nicht. Auf welche Frage? Na, auf entscheidende Fragen. Seit wann haben Fragen Entscheidungsgewalt? Stimmt auch wieder, irgendwie. Fragen werfen oft nur andere Fragen auf, wie ich einst die Münze: UNO-Peinlich-Soldat oder all in Französische Fremdenlegion. Ich habe mich für eine weitere Peinlichkeit entschieden. Sagt man heute eigentlich noch Französisch? Selbst wenn einem die Welt nur noch Spanisch vorkommt. Weshalb ich nicht einmal die richtige Antwort auf die Frage kenne.

Ein israelisches Marineschiff schoss auf badende Palästinenser. Wie geht das? Na eine Drohne feuerte eine Rakete, und sie waren weg. Weg waren sie. Das klingt so als ob die bald wiederkommen werden wie der Hape Kerkeling, der auch mal weg war. Trotzdem gibt er im SPIEGEL 43/2026 ein langes Interview. Hape for Präsident.

Ein anderer Fall: Palästinenser waren am Strand, es war heiß, sie wollten sich abkühlen. Unser Sektor endete am Meer. Am Strand stand ein Pfosten. Irgendwer hatte ihn vor langer Zeit aufgestellt. Wir hatten beschlossen, dass er die Grenze markiert. Die Menschen gingen ins Wasser und dabei überschritten sie die für sie unsichtbare Grenze. Ein Marineschiff identifizierte sie als Terroristen – und feuerte. Quelle: Drei Jahre Gazakrieg aus Soldatenperspektive. »Die Regel war: Schießt auf jeden, den ihr seht«
Mehr als 70.000 Tote, noch mehr Verletzte, endlose Zerstörung: Hier berichten zehn israelische Soldaten über Rachegefühle, Schießbefehle und »Kollateralschäden«. SPIEGEL 43/2026

Das ist kein anderer Fall. Stimmt auch wieder. Also gehören die Drohnen zu einem anderen Fall. Ja.
Aber wie geht das? Wie geht was?

Na, dass die Sicarios der Misogynie einfach nicht aussterben wollen. Ganz im Gegenteil. In den Medien sind sie eine invasive Art. Derzeit viel diskutiert: der Fall „Jane Doe“. Der wühlt die USA auf. Der Fall hat das Zeug dazu, die Nation schon wieder tief zu spalten. Er hat sich sogar bis zu mir durchgewühlt, in die Bronx, an den Rand der Zivilisation.

»Jane Doe«: So wird jene Studentin genannt, die sieben Kommilitonen der Cornell University in Ithaca im Bundesstaat New York eine Gruppenvergewaltigung unter Drogeneinfluss in der Nacht vom 19. auf den 20. Oktober 2024 vorwirft. Sie hat nun diese Männer, deren Studentenverbindung Chi Phi, die Eliteuniversität sowie weitere Beteiligte zivilrechtlich verklagt.

In der Zivilklage gegen sieben Mitglieder der Studentenverbindung Chi Phi an der Cornell University geht es um den Vorwurf, im Oktober 2024 bei einer Feier, das vermeintliche Opfer betäubt und stundenlang vergewaltigt worden zu sein. Was heißt hier betäubt genau.

Die Klägerin ("Jane Doe") behauptet, dass sie bereits alkoholisiert war, als sie das Verbindungshaus betrat, und dass sie dort zusätzlich zum Konsum von Alkohol zum Konsum von Ketamin gedrängt oder verleitet wurde. In der Klageschrift wird behauptet, sie sei dadurch schließlich "vollständig handlungsunfähig" geworden.

Ein zentraler und besonders skandalöser Bestandteil der Beweisführung ist ein Snapchat-Gruppenchat mit rund 57 Mitgliedern der Verbindung: Darin sollen in der Tatnacht frauenverachtende Nachrichten wie "Laden noch offen?" ("Shop still open?") kursiert haben, um weitere Männer zum Missbrauch der handlungsunfähigen Frau einzuladen.

Keiner der Anwesenden griff ein oder rief die Polizei. Ergänzend wurden spätere Chatverläufe und Textnachrichten veröffentlicht, in denen Beschuldigte die Vorwürfe herunterzuspielen versuchten ("Gerüchte verfliegen bald") oder sich gegenseitig entschuldigten, während sie die Betroffene in den Nachrichten wie ein Objekt behandelten. Quelle: Die Schutzbefohlene in den Stauden

Ich, das allein ist meine Schuld, habe als Ex-Sicario der Misogynie hier des Öfteren einen Fall geschildert, der mich selbst betraf, an dem ich selbst beteiligt war, vor 40 Jahren südlich der D., kein bisschen weise und aus gehabtem Schaden so gut wie nichts gelernt. Eine junge Frau, eine sehr junge Frau von 16 Jahren, landete wegen mir auf einer Party, die man von der Atmosphäre her durchaus mit einer Studentenverbindungsparty von heute vergleichen kann. Toxisch ist toxisch. Gesoffen wird ja in jedem Milieu. Drogen werden natürlich auch genommen. Aber damals wurde nur gesoffen. Und wie damals getschechert wird.

Ziemlich betrunken und in einem wehrlosen Zustand hatte diese junge Frau dann Sex mit einem meiner Wolfsrudel-Kumpel, der als einziger schon ein Auto hatte und der älteste Wolf auf der Party war. Der war aber nicht der stärkste Wolf. Trotzdem war er in dieser Sache der Rudelführer.

In der Badewanne hatte er der betrunkenen jungen Frau beigeschlafen. Niemand stoppte ihn. Alle jungen Männer aus dem Rudel auf dieser Party griffen nicht ein. Sie standen nur blöde herum, mit verschränkten Armen, bildlich gesprochen. Ungefähr so wie die Um2 in meinem Fall das praktizierte.Zu dem Zeitpunkt, als das passierte, als diese sehr junge Frau von 16 Jahren und ein paar Monaten Sex mit einem erwachsenen Mann hatte, war ich mit einem anderen Freund aus Jugendtagen unterwegs. Eh im Auto des Rudelältesten. Wir hatten viel Spaß da ohne Führerschein herum zu gurken. Ich dachte nicht eine Sekunde an die Schutzbefohlene. Ich lachte mich schlapp über ein schleifendes Getriebe.

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Was jetzt?
Mutmaßlichen Vergewaltiger? Oder handelte es sich um einen weniger schwerwiegenden Fall von sexueller Nötigung? Mutmaßlich natürlich. Ist hier von Vergewaltigung auszugehen oder eher von sexueller Nötigung? Wehe, Wortmacher, du sagst jetzt. In deinem Fall spielt das eh keine Rolle mehr. Du gehst sowieso nie aus. Vor 40 Jahren wurde der Fall einfach unter den Tisch gekehrt südlich der D. Ich habe den Rudelältesten weder zur Rede gestellt noch habe ich ihm eine reingehauen. Nach heutigen Maßstäben habe ich nur feige den Schwanz eingezogen. Und so lebt der noch heute, brüllt der Scheißhausdämon, mit eingezogenen Schwanz. Stimmt auch wieder.
Egal, wie man diesen Fall auch dreht und wendet, selbst 40 Jahre später. Ich hatte mich mitschuldig gemacht, auch in zwei weiteren Fällen was diese junge Frau betraf. Einmal wurde das Haus/Wohnung dieser jungen Frau verwürstet. Nicht von mir. Ich hatte damit nix zu schaffen.

Und diese junge Frau kam noch einmal zu einer Party wegen mir. Auch auf dieser Party war ich kein Gentleman. Ich ließ sie einfach stehen, fuhr lieber mit einem geliehenen Moped durch die Nacht, die ich zum Tag machte, weil ich der Letzte auf dieser Party war, der noch am Saufen war und endlos Scheiße im Hirn hatte, und schwer manisch und überhaut. Hatte ich nicht das Zeug, ihr aus dieser für sie so schrecklichen Situation zu helfen. Da gab kam nichts. Im Gegenteil. Heutige Männer aus der Manosphere würden den Spieß sogar umdrehen und sich zum Opfer stilisieren, die von einer (jungen) Frau getalkt wurden. „Baby Reindeer“ für Arme.

Die Serie Baby Reindeer folgt dem erfolglosen Comedian und Barkeeper Donny Dunn, der einer einsamen Frau namens Martha aus Mitleid einen Tee spendiert. Daraus entwickelt sich eine obsessive Stalking-Beziehung: Martha überschüttet ihn mit Nachrichten, verfolgt ihn und dringt immer weiter in sein Leben ein.

Was in meinem Fall sowieso nicht möglich war. Ich hatte kein Leben. Seit wann hast du eines, fragt der Wortmacher. Na, seit ich einen Relax-Stuhl habe, einen echten Widmann.

Das Schreckliche an der ganzen Sache. Das Wolfsrudel, also wir, ein Rudel junger Männer, die im Rudel vor Frauen Feindlichkeit nur so trieften, gaben der jungen Frau die Schuld an der Eskalationsspirale. Und zwar alle und einstimmig. Ich schwöre bei allem was mir noch irgendwie heilig ist. Sehr hoch ist es bei mir nicht mehr. Hoch komme ich ja nicht mehr heraus oder hinaus.

Ich habe mich gebessert in den späteren Jahren, als ich nicht mehr zu diesem Wolfsrudel gehörte. Geh, du dummer Wixxer, schreit mich der Wortmacher an. Du hattest Sex mit Sexarbeiterinnen in Wien - Vienna, wo du wie gehabt im Modus des Versagens lebst. Aber das mit dem Versagen ist eine andere Geschichte. Wahr hingegen ist. Ich bin Ex-Sicario der Misogynie. Und das allein ist meine Schuld. So kam ich auch zur Schutzbefohlenen in den Stauden auf der Insel. Hätte ich die Möglichkeiten würden ich mich selbst heute noch bei der Frau entschuldigen. Aufrichtig entschuldigen. Ich würde sogar um Verzeihung bitten. Hätte ich die Möglichkeit, würde ich ihr heute noch sagen, wie leid mir mein Verhalten tut. Selbst heute noch.

Was noch schrecklicher ist.
Es scheint, als hätte sich in den letzten 40 Jahren in dieser Angelegenheit überhaupt nichts Positives getan. Also nicht in den Medien. Ganz im Gegenteil. Heute gibt es eigene Vergewaltigungs-Chat Gruppen. Und Berichte über diese Gruppen lesen sich so, dass die Scham mitnichten die Seite gewechselt hat. ©️Gisèle Pelicot.

Die geriet nicht in eine direkte Auseinandersetzung mit Svenja Flaßpöhler, eine sehr bekannten deutschen Philosophin, sondern diente ihr in Interviews, die ich gelesen habe, als Fallbeispiel für ihre Thesen zur weiblichen Selbstermächtigung und Eigenverantwortung. Flaßpöhler merkte dabei an, dass es über die Jahre hinweg erste Indizien gab, dass der Ehemann Pelicot kein guter war.

Wie sagt man.
Rückblickend gab es Anzeichen und Indizien für eine patriarchale Struktur sowie Frauenfeindlichkeit des Ehemanns. Flaßpöhler hinterfragte aus feministisch-philosophischer Sicht, warum sich das Opfer, also Madame Pelicot, nicht aus der Beziehung gelöst habe. Während Flaßpöhler dies als Plädoyer für mehr Wachsamkeit und aktiven Widerstand von Frauen verstand, sahen Kritiker darin den Versuch, einer jahrelang heimlich betäubten und wehrlos gemachten Frau fälschlicherweise eine Mitschuld zuzuschreiben.

SPIEGEL: Inwiefern?

Flaßpöhler: Je länger eine Beziehung dauert, desto schwieriger wird es, sich aus ihr zu lösen, selbst wenn sie schädlich und gefährlich ist. Weil die Dauer dazu verführt, sich in Bequemlichkeit und Gewohnheit einzurichten oder gar in eine handfeste Lebenslüge hineinzugleiten. Irgendwann scheint der Preis zu hoch, eine Beziehung noch infrage zu stellen. Ein Gedanke ist deswegen zentral für mich: Nur wer gehen kann, kann aus Freiheit bleiben. Eine Frau sollte dazu im Zweifelsfall immer in der Lage sein, finanziell wie emotional. Ein Mann natürlich auch. Beide sollten sich selbst noch ohne den anderen denken können. Mir scheint übrigens, dass das für Gisèle Pelicot ein Problem war.

SPIEGEL: Wie kommen Sie denn darauf?

Flaßpöhler: Ich bewundere sie für ihre mutige Entscheidung, den Prozess gegen ihre Vergewaltiger öffentlich stattfinden zu lassen. Doch das macht sie für mich noch nicht zur Heldin. Gerade als Feministin sehe ich mich in der Pflicht, auch kritische Punkte zu benennen. Es gab viele Alarmsignale im Lauf ihrer Ehe, über die sie selbst in ihrem Buch »Eine Hymne an das Leben« schreibt: Er filmte sie gegen ihren Willen nackt, reagierte rüde, wenn sie sich seinen sexuellen Wünschen widersetzte, hatte krasse autoritäre Anwandlungen. Sie hätte ihren Mann viel entschiedener konfrontieren können. Aber sie hätte es nicht ertragen, dass ihr Lebenstraum zerplatzt. Wer ihr Buch liest, kann nachvollziehen, wie verführerisch es ist, sich Illusionen über den eigenen Mann zu machen. Beim Lesen dachte ich immer wieder: Warum ist sie nicht schon da gegangen?

SPIEGEL: Sie betreiben gerade Täter-Opfer-Umkehr.

Flaßpöhler: Nein, das tue ich nicht. Wenn ich auf die Versäumnisse und Illusionen von Gisèle Pelicot hinweise, über die sie ja selber schreibt, nimmt das Dominique Pelicot und den anderen Männern nichts von ihrer gigantischen Schuld. Wer mit dem Argument der Täter-Opfer-Umkehr jede normative Forderung an Frauen zurückweist, der verhindert es, Frauen zu ermächtigen. Wir müssen einander zur Autonomie ermutigen und befähigen. Das ist für mich die Kernaufgabe des Feminismus.

SPIEGEL: Was ist Ihre normative Forderung an Frauen?

Flaßpöhler: Tappt nicht in die Falle psychischer oder materieller Abhängigkeit. Behaltet eine Ahnung davon, wer ihr ohne den anderen sein könnt. Und verschließt nicht die Augen. Gisèle Pelicot hat die Ambivalenzen in ihrer Beziehung von Anfang an ausgeblendet. Sie hat nur die Liebe gesehen, nicht den Hass, nur das Schöne, nicht das Dunkle. Natürlich hat sie von den Vergewaltigungen nichts mitbekommen, weil sie betäubt wurde. Natürlich war und ist sie eindeutig ein Opfer. Und natürlich waren die Täter eindeutig die Männer. Aber deshalb darf und kann man nicht darüber hinwegsehen, wie und warum sie sich in eine Illusion verstrickt hat. Auch hier zeigt sich übrigens Ambivalenzfähigkeit. Ein Mensch kann ein Opfer sein und trotzdem Fehler machen. Quelle: SPIEGEL 38/2026

Ich will mich da auch nicht abputzen, mittels „Whataboutism“, wie in einem ganz anderen Kontext der noch Ministerpräsident von Israel Benjamin Netanjahu. Dem seine Generäle am 7.10.2023 nicht den Wecker gestellt haben. Rechtzeitig.

Weniger überraschend für Benjamin Netanyahu kam eine Wahlempfehlung aus Washington. Donald Trump sprach sich für die Wahl eines „großen Kriegers“ aus. Netanyahu sei „stark, mutig und brillant“, schrieb der US-Präsident auf seiner Plattform Truth Social. Er richtete sich direkt an die israelischen Wähler: „Bibi wird euch nie im Stich lassen.“ Er beschwor die Israelis, nicht einen „falschen Führer“ zu wählen. Schließlich müsse man den „Job“ im Iran noch zu Ende bringen. Quelle: Also ich habe da andere Informationen.

Auch zum Themenschwerpunkt: Männer sind im Rudel immer eine Bedrohung für Frauen. Das Rudel bringt immer das Schlechteste in Männern hervor. Noch ein Tor. Halt die Fresse. Eine junge Frau liegt jetzt mal nicht betrunken in einer Badewanne. Der ganze Testosteronüberschuss, der dann sozial kanalisiert wird. Ich halte ja schon die Biologie in dieser Sache für eine ziemliche Zumutung. Sex ist eine Form von Gewalt. Ein Mann dringt in eine Frau ein. Selbst wenn sie ganz laut „Ja“ sagt. In der Tierwelt schaut dass auch nie sehr zärtlich aus. Und der Mensch ist auch nur ein Tier unter Tieren. Oder ein Mann steckt einen anderer Mann einen Besenstiel in den Arsch wie im letzten Text. Massenvergewaltigungen von Frauen werden systematisch als Instrument der Kriegsführung als Herrschaftsinstrument eingesetzt.

Selbst Hollywood ist mit seinen Komödien daran beteiligt.

Eine junge Frau liegt bewusstlos auf einem Bett, und der junge Mann, mit dem sie auf sein Zimmer gegangen ist, muss eine schwierige Entscheidung treffen. Zum Glück erscheinen ein Engel und ein Teufel, die ihm bei der Gewissenserforschung behilflich sein sollen. Nach einigem inneren Ringen entscheidet sich der junge Mann für die anständige Variante, verzichtet auf die Vergewaltigung – und chauffiert seine Begleiterin stattdessen wie eine beschädigte Ware in einem Einkaufswagen nach Hause.

Diese Szene stammt aus dem Film »Ich glaub’, mich tritt ein Pferd« (»National Lampoon’s Animal House«), dem 1978 erschienenen Urtext der amerikanischen Fraternity-Komödie, und ist ein bemerkenswertes Beispiel dafür, wie man aus der sexuellen Selbstbestimmung einer Frau eine Frage männlicher Charakterbildung machen kann. Dass der Student die Bewusstlosigkeit seiner Begleiterin nicht ausnutzt, gilt in der vorgezeichneten Lesart als moralische Leistung, nicht als absolute Selbstverständlichkeit. Später erfährt er, dass sie erst 13 Jahre alt ist. Auch das ist als Pointe gedacht.

Das klassische Fraternity-Haus, wie man es aus Collegekomödien kennt, ist auch deshalb eine so ergiebige Filmkulisse, weil es die schiefliegenden Verhältnisse zwischen den Geschlechtern in Architektur übersetzt. Unten die Party, das Bier, die Verbindungsbrüder. Oben die Schlafzimmer, in denen sich das gemeinschaftliche Vergnügen in vermeintlich privatere Angelegenheiten wandeln soll. Dazwischen die Treppe, deren Überwindung für Männer und Frauen sehr unterschiedliche gesellschaftliche Bedeutungen besitzt. Für den Mann kann der Weg nach oben, begleitet von den Blicken der anderen, einen Statusgewinn versprechen. Für die Frau kann derselbe Weg im Nachhinein als vermeintlicher Beleg für ihr Einverständnis betrachtet werden, schließlich müsse sie doch gewusst haben, was sie erwartete, als sie freiwillig mit ihm nach oben ging.

In der Komödie »Bad Neighbors 2« von 2016 geraten drei Studentinnen auf eine Fraternity-Party, bei der leuchtende Neon-Phalli den Weg in die oberen Stockwerke weisen, während ein Banner mit der Aufschrift »No Means Yes« über die Vorstellungen der Gastgeber von sexueller Einwilligung informiert.Quelle: SPIEGEL 43/2026

Falls Sie sich fragen wie ein echter Sicario der Misogynie auf so einen Vorwurf reagieren würde, dass oben im ersten Stock auf betrunkene Frauen das sexuelle Grauen lauert, in einer an sich völlig unverfänglichen Umgebung. Was ja das Wesen der Idylle ist. Vorderhorstig sieht alles so schön schick aus.
Das stimmt im Detail nicht mit dem ersten Stock. Die Badewanne stand nicht im ersten Stock. Die 🛁
stand im Erdgeschoss also in Parterre. Vor 40-Jahren. Wahrscheinlich steht die heute noch dort.

Was wiederum ganz wunderbar zu Österreich passt.
Missbrauch.Angele Tremsal wuchs am Friedrichshof auf. Sie erzählt von langen Folgen einer Kindheit in Otto Mühls Kommune, die nun international Thema wird.

Die Presse: Otto Mühls Werke werden wieder in Wien ausgestellt. Was stört Sie daran?

Angele Tremsal: Die fehlende Rücksichtnahme. Vor allem auf jene Betroffenen, die in Wien leben und plötzlich damit konfrontiert sind. Den Namen Otto Mühl zu sehen, das ist jedes Mal ein Schock. Das Nervensystem ist sofort wieder im Alarmmodus. Wir würden uns wünschen, dass sein Gesicht und sein Name nicht ständig zu sehen sind.

Was bedeutet es für Sie, dass seine Werke heute in Museen gezeigt werden?

Das ist eine zusätzliche Verletzung. Wir, die dort aufgewachsen sind und miterlebt haben, wie diese Kunst entstanden ist, haben keinen neutralen Blick darauf. Zum Teil waren wir selbst Teil davon. Ich sehe das Wertvolle daran nicht. Ich kann nicht sagen: Aber für die Kunstgeschichte ist das wichtig.

Kann man Kunst und Künstler voneinander trennen?

Nicht immer. Und in diesem Fall sollte man es nicht. Seine Kunst sollte, wenn überhaupt, in einem soziologischen und historischen Kontext gezeigt werden.

Das Interview ist wesentlich länger. Und der Artikel darunter ist von seinem Wesen her auch nicht viel anders gelagert.

Haftstrafe für Günther Paal rechtskräftig: Wie es nun weitergeht.
Analyse. Der Kabarettist Günther Paal hat wegen Kindesmissbrauchs drei Jahre Haft bekommen. Diese Strafe ist bereits rechtskräftig. Wie lange muss Paal mindestens hinter Gittern verbringen? Ab wann kann er eine Fußfessel bekommen? Die Antworten sind gar nicht so eindeutig.

Wegen sexuellen Missbrauchs eines dreijährigen Mädchens und wegen des Besitzes und der Weitergabe von sexualbezogenem Kindesmissbrauchsmaterial (Paal hatte einschlägige Videos auf seinem Laptop) erhielt der Kabarettist Günther Paal, besser bekannt als Gunkl, am Donnerstag drei Jahre Gefängnis. Bereits am Freitag gab die Staatsanwaltschaft Wien bekannt, dass sie darauf verzichtet, Rechtsmittel einzubringen. Damit ist die Strafe rechtskräftig. Somit können auch die „Berechnungen“ beginnen, ab wann mit einer bedingten Entlassung aus dem Gefängnis zu rechnen ist.

Man möchte meinen, dass es darauf auf Anhieb eine klare Antwort gibt. Doch die Gesetzeslage stellt sich nach wiederholten Verschärfungen des Sexualstrafrechts nicht ganz eindeutig dar – zumindest bestehen in Juristenkreisen Auffassungsunterschiede. Grundsätzlich gilt, dass ein verurteilter Häftling den Antrag stellen kann, nach der Hälfte der Strafe (Halbstrafe) bedingt entlassen zu werden. Bei Paal wäre das nach eineinhalb Jahren der Fall. Für den Kabarettisten gilt zudem laut Strafvollzugsgesetz: „Vor jeder Entscheidung über die bedingte Entlassung eines wegen einer strafbaren Handlung gegen die sexuelle Integrität und Selbstbestimmung Verurteilten ist eine Äußerung der Begutachtungs- und Evaluationsstelle für Gewalt- und Sexualstraftäter einzuholen.“ Quelle: Die "Presse"

Eines möchte ich noch angemerkt wissen. So schrecklich ist die Welt nun auch wieder nicht. Der ist gut. Der ist wirklich gut, befindet selbst der Wortmacher. Woraufhin ich mir denke, schon ziemlich angewidert, auch über mich selbst.

Scheiße. Das ist doch alles Scheiße. Wir sind alles dumme WIXXER. Ich, du, wir, unsereins. Und Der natürlich auch. Vor allem DER, der heute einen auf Frauenversteher macht.

Ende

Fazit: Spannend finde ich die Frage, ob ich heute darüber sprechen würde, wenn ich als herrschaftlicher Mann einen Ruf zu verlieren hätte.

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