Dienstag, 3. Januar 2017
Ein multikultureller Feldversuch
der imperialist, 15:47h


Ein paar Wirklichkeitsfetzen: Im vorigen Jahr verloren in Österreich 13,8 Prozent mehr Akademiker ihren Job als 2015. "In einer vierten Klasse Volksschule im siebenten Bezirk besitzt jedes Kind ein Smartphone“, berichten Vortragende. Nur hundert Meter weiter in Ottakring haben in einer Klasse mit Neunjährigen nur zwei Kinder überhaupt ein Handy – das allerdings nicht internettauglich ist.
Wiens Stadtschulpräsident Jürgen Czernohorszky fordert mehr Geld für "Problemschulen".
Ich will da jetzt nicht groß um den heißen Brei herum reden. Das Internet geht über von Definition, was Migration, Integration und all das Zeug, dass derzeit in aller Mund ist, so zu bedeuten hat. Spricht man von Integration, steht in der öffentlichen Debatte derzeit der „Zuwanderer“ im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit, der dieses oder jenes zu erbringen hat, damit seine Integration in die Aufnahme oder Mehrheitsgesellschaft gelingt oder wenigstens nicht scheitert









Um konkret zu werden. Sagen wir sie haben ein Kind das jetzt in die Volks/Grundschule kommt. Überhaupt haben sie nur ein Kind, dass ihr ein und alles ist. Im Mittelpunkt der Erziehung steht heute das Kindeswohl









Wie es aussieht, leben wir in einem System, dass die von ihrem Kind erbrachte Kulturleistung, nämlich die Anerkennung von Migranten, nicht honoriert. Ganz im Gegenteil. Diese Kulturleistung kann irgendwann sogar zum Makel. Eine Leistungsgesellschaft vergibt keine erweiterten Weltbürgerrechts-Pluspunkte. Ihr geliebtes Kindelein kriegt da bei einer Aufnahmeprüfung nix gut geschrieben. Zwar gibt an österreichischen Med-Unis einen gendergerechte Aufnahmetest. Multikulturell gerechte Aufnahmeverfahren wurde meines Wissenstandes nach noch keine entwickelt




Wenn sie geburtentechnisch weit über Durchschnitt machen, Referenzgröße 3-5 Kinder, können sie da ja wesentlich entspannter herangehen und in der Not auch noch ein Kindchen für den IS abstellen. Falls das Kindelein diesen Wunsch äußert.
Fazit: Wir leben in einem System das eigentlich Wasser predigt und in letzter Konsequenz nur den besten Wein trinkt.
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c. fabry,
Dienstag, 3. Januar 2017, 16:51
Da haben Sie leider Recht.
Was in der Grundschule (oder Volksschule? heißt das in Österreich echt noch so?) hervorragend klappt, sollte europaweit in regionalen Gesamtschulen fortgesetzt werden. Wir haben unser Kind auch auf das "Elite"-Gymnasium geschickt (eigentlich ganz normal, aber ein bisschen privat und die suchen sich ihre Schüler aus), weil auf die örtliche Gesamtschule nur die Mitschüler aus der Grundschulklasse gingen, mit denen es überhaupt nicht harmonierte. Scheiße irgenwie, aber wir wollten unser Kind auch nicht unserer ideologischen Verbohrtheit opfern. Wenn es nicht die Wahl zwischen Elite- und Restschule gäbe, würde sich das Problem gar nicht erst stellen.
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der imperialist,
Dienstag, 3. Januar 2017, 20:26
Ja noch Volkschule. Ich sag ja dass ist eine äußerst schwierige Angelegenheit. Wenn sich schon dass Schulsystem so schwer tut die Anerkennung des Fremden mit Leben zu füllen, wie wird das erst mit einen erwachsenen Afghanen in der Paxis aussehen, der jetzt gerade seinen ersten Deutschkurs besucht. Also mal Abseits von politsichen Festschriftreden. Die stellten heuer in Östererich die größe Gruppe von Asysuchenden/Anträgen.
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mark793,
Dienstag, 3. Januar 2017, 21:15
Das Problem fängt nicht erst an der Eliteuni an, den Malus der Multikultischule kann man gleich beim Übertritt in ein normales (oder besser gesagt ethnisch eher homogenes) Gymnasium abholen, wenn man feststellt, oha, die Kids aus der katholischen Elitegrundschule und die aus der städtischen im besseren Viertel haben schon weitraus mehr drauf, weil weniger Zeit und Energie darauf verwendet wurde, einen hohen Prozentsatz von Inkusionsfällen und Förderbedarfsblagen irgendwie mitzuschleifen. Ich sage nicht, dass die auf der Multikultischule erworbenen Sozialkompetenzen völlig nutzlos wären, aber einen Bedarf, das noch auf einer weiterführenden Multikultischule zu vertiefen, sehe ich für unser Töchterlein nun wirklich nicht.
Eher wäre zu überlegen, ob ich sie zu einem Krav Maga-Kurs anmelde für den Fall, dass sie später mal Silvester in der Stadt feiern will. ;-)
Eher wäre zu überlegen, ob ich sie zu einem Krav Maga-Kurs anmelde für den Fall, dass sie später mal Silvester in der Stadt feiern will. ;-)
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der imperialist,
Dienstag, 3. Januar 2017, 23:10
Sie werden das als besorgter Vater eh viel genauer beobachten und entsprechend im Sinne des Kindeswohl entscheiden müssen.
Wenn jetzt Wiens Stadtschulpräsident mehr Geld für Problemschulen fordert und ich bin ein Elternteil, dann frage ich ja, um das Wohl meines Kindes bedacht, zwangsläufig nach wo sich diese Problemschule/n befinden. Der Gedanke das in einer Problemschule Kinder unterrichtet werden, die aus einem Problemviertel kommen, ist dann ja recht naheliegend. Und von einer Problemschule, über Problemviertel zu Menschen mit einem problematischen sozialen Hintergrund zu gelangen, ist es dann nicht mehr weit. Weit ist es dann auch nicht mehr nachzufragen wie hoch der Migrationsanteil in dieser Problemschule ist. Also macht man dann um so eine Schule in letzter Konsequenz sehr wahrscheinlich einen weiten Boden. Und wieder mal ist Integration nur was für jene die es sich nicht anders richten können. Irgendwie klafft da ein großes Loch zwischen Anspruch und Wirklichkeit.
So jetzt muss ich aber schnell zurück in die Schattenwelt. Im Bayrischen Fernsehen läuft Monaco Franze.
Wenn jetzt Wiens Stadtschulpräsident mehr Geld für Problemschulen fordert und ich bin ein Elternteil, dann frage ich ja, um das Wohl meines Kindes bedacht, zwangsläufig nach wo sich diese Problemschule/n befinden. Der Gedanke das in einer Problemschule Kinder unterrichtet werden, die aus einem Problemviertel kommen, ist dann ja recht naheliegend. Und von einer Problemschule, über Problemviertel zu Menschen mit einem problematischen sozialen Hintergrund zu gelangen, ist es dann nicht mehr weit. Weit ist es dann auch nicht mehr nachzufragen wie hoch der Migrationsanteil in dieser Problemschule ist. Also macht man dann um so eine Schule in letzter Konsequenz sehr wahrscheinlich einen weiten Boden. Und wieder mal ist Integration nur was für jene die es sich nicht anders richten können. Irgendwie klafft da ein großes Loch zwischen Anspruch und Wirklichkeit.
So jetzt muss ich aber schnell zurück in die Schattenwelt. Im Bayrischen Fernsehen läuft Monaco Franze.
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mark793,
Dienstag, 3. Januar 2017, 23:46
Ja, wir haben damals schon rumüberlegt wegen der Schulwahl, aber letztlich hat dann doch auch ein Stück weit die Bequemlichkeit gesiegt, die Multikultischule ist keine 400 Meter Luftlinie entfernt von hier. Allerdings muss man auch sagen, dass sie gemessen an Standards von Mannheim-Neckarstadt-West oder Berlin-Neukölln eine Luxusproblemschule ist. Wir haben uns vom vergleichsweise hohen Prozentsatz von Migrationshintergrund-Kids (es war die Rede von um die 40 Prozent) nicht abschrecken lassen, weil von Japanern über Türken und Ex-Jugos bis hin zu Spaniern und ich weiß nicht was sonst noch alles dabei war, das versprach eine recht bunte Mischung.
Viel Spaß mit dem Stenz im Fernseh!
Viel Spaß mit dem Stenz im Fernseh!
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