Montag, 28. September 2015
Sau lustig- Das typische WF-Syndrom
Die leicht überreizte Tante vom "Sturmfrau-Blog" hat gerade meinen Kommentar gelöscht. Weil ich ja schon beim Schreiben meine Zweifel hatte, wegen der ihrem angegirffenen Nevenkostum, wahrscheinlich aus lauter grauen Karos oder so, habe ich meinen Kommentar gleich einmal bei mir abgespechert, damit einmal die Blogger-Welt mitlesen kann wegen welcher Lappalien ich einfach vor die Tür geschmissen werde wie so ein stinkender Köter.
Es ging um den Geburtstag, Eltern und Gefühle.

Mein Kommentar:
Sind ihre Eltern wohlhabend? Gefühle sind in der Regel bestechlich. Wenn ihnen ihre Eltern die schlechten Gefühle wenigstens abkaufen könnten. Klappt bei mir ganz hervorragend. Geht sogar so weit das ich dankbar bin. Und zwar aufrichtig dankbar. Das ist der eine Teil.

Der andere Teil. Mein Goadfather ist ja auch nicht mehr der Jüngste. Und im Angesicht des Todes oder einen recht einschneidenden Erkrankung stellt sich dann ziemlich schnell heraus wie man wirklich zu seinen Eltern oder einem Menschen steht. Beim Goadfather bestehe ich auf dem seiner Unsterblichkeit. Sitzen wir halt nebeneinander und haben uns nach spätestens 10 Minuten nichts mehr zu sagen. Es muss doch nicht immer alles gelingen. Schon gar nicht zwischen den Generationen. Die Kriegskinder wie der Goadfather, wurden ja nicht gerade in eine freundliche Welt hineingeboren, sondern in die totale Zerstörung.
Und wir sollten auch wieder lernen a bisserl verzeihen zu können oder nachsichtig sein. In manchen Fällen ist es ja auch wirklich so das es die Menschen einfach nicht besser wissen. Und wir sind alle ja über-therapiert, hypersensibel und dermaßen auf unser Gefühlsleid fokussiert, das wir die Hilflosigkeit/Überforderung der anderen gar nicht mehr wahrnehmen.

Die Frage was ich mir zum Geburtstag wünsche hat mir mein Goadfather nie gestellt.

Und dann tut diese Sturmfrau-Tante immer so als ob ihr Herz für Minderheit schlägt. Gut, wirklich ein Herz hat sie ja nur für Homosexuelle, Araber und Jungfrauen. (hahaha)

Hab gelesen das wieder einmal gegen einen öffentliche Person wie z.B. die Frau Dr. Ursula von der Leyen ein Plagiatsvorürf erhoben wurde. Schön langsam kriege ich es wirklich mit der Angst zu tun, das des "Denunzieren im Namen der Moral", sich im Deutschen epigenetisch abgelagert hat.

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Kriegskinder, interessant, dass Sie das Thema auch gerade aufbringen. Ich habe darüber mit meinen Eltern am Wochenende viel gesprochen, gab dabei auch eine lustige Situation, ich fragte, wie sich meine Großeltern eigentlich kennengelernt hatten, meine Mutter sagte darauf, bei den Pfadfindern oder so, halt einer Jugendorganisation, dann herrschte eine Weile sinnierendes Schweigen, wie das damals wohl ablief, und dann sagten wir alle vier (Papa N., Mama N., Schwester N. und ich) zugleich: "Hahaha! Jugendorganisation! Was wird das wohl für eine gewesen sein!!". War natürlich die HJ.

Viele für mich bisher komplett unbekannte Dinge kamen da hoch - Landflucht aus der Eifel, eine Bäckerzeitschrift namens "Weckruf", "Schwellenhauer" als Beruf - total faszinierend, wie eine andere Welt, aber eben auch noch keine 100 Jahre her. Wir werden demnächst mehr darüber erzählen, ich bin schon sehr gespannt.

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Werte Frau N.
Sie machen das auch immer so klug :-). Dafür beneide ich sie direkt ein wenig.

Goadfather Jahrgang 1940. Top-Saison zum Kinderkriegen wenn man keine Glaskugel hatte, oder eine Weltklasse-Intuition, die persönliches gesellschaftlichen und politischen so miteinander verweben konnte, das man wusste. 1944-1948 ein Kind kriegen das wird Knochenarbeit.

Oder sich 1938 unsterblich verlieben. Ging das damals schon unwidersprochen. Fragen wie bitte nach.

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Das ist ja mein Job ;-)

Meine Eltern sind Jahrgang 37 und 42. Also wirklich dieselbe Generation.

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Also die (mentalen) Verletzungen die der Goadfather (Halbwaise-Mama Schizophren) erlitten hat sind offensichtlich. Da tue ich ihm unrecht. Das würde er falsch verstehen. Sie sind wahrnehmbar.

Schwellenhauer. Das waren noch Jobs. Heute geht es bei der Bahn schon um Sekunden. Als Schwellenbauer konnte man sich wenigstens noch unfallfrei unterhalten.(mutmaße ich) Ging auch ganz hervorragend mit Straßenarbeiter, Tunnelwarte, Jäger und Tito-Partisanen aus dieser Generation. Die hab ich als Kind immer zu gequatscht. Der Goadfather hatte dafür keine Zeit. Der musste seine Armut überwinden.

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Schwellenhauer, ja, so haben sich die anderen Großeltern kennengelernt. Opa zog als Schwellenhauer durchs Land und kam in Dörfern entlang der Bahnlinie unter. Aus diesem Ort hier kam er ursprünglich.

Eine schwierige Zeit, um aufzuwachsen, und wenn die Situation nicht nur weltpolitisch, sondern auch noch persönlich/familiär schwierig ist ist sicher ziemlich viel zu leisten, um damit klarzukommen.

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Wenn diese Generation und deren Vorgänger wie der Schwellenbau-Opi so über ihr Seelenleben plaudern könnten wie wir, hätte jeder zweite Therapeut spätestens nach der 3 Sitzung ein Burn Out. (hahaha)

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Sie müssen sich das mit dem Reden bei meiner Familie ungefähr so vorstellen, dass mir die Ohren nach jedem Zusammentreffen ordentlich klingeln, das heißt: ich bin mit Abstand die Ruhigste der Sippe. Hoffen wir jetzt für alle Therapeuten dieser Welt, dass Familie N. nie eine Gesprächstherapie benötigen wird.

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Hahaha.

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