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Mittwoch, 25. November 2015
Noch immer ein sehr seltsames Paar
der imperialist, 19:28h
Vorhang: Der GF hat noch was gesagt. Gehört in den 2. Akt. Hab ich eingefügt. Falls sie vor Spannung gleich platzen(hahaha) hier vorweggenommen.
Der GF: Die Fahrräder hast noch.
Der SH: Ja die Fahrräder habe ich noch. Im Frühjahr kaufe ich ein Neues.
Der Goadfather, kurz GF, war ja gestern zu Besuch. Weil er auf der Herfahrt nicht wie üblich im Zug saß, sondern die gut 4 Stunden Fahrt mit einem Freund im Auto herunter spulte, der seine Tochter besuchte, wusste ich nicht so genau wann der GF anzukommen gedenkt. Was ich aber noch weiß. Ich hatte ziemlich schlecht geschlafen und einen üblen Tabletten-Kater. Obschon ich an der Dosierung nicht viel verändere fühlt sich dieser Kater nicht jeden Tag gleich an. Ist was Organisches wie beim Saufen. Da gab es auch Nächte da wurde ich einfach nicht besoffen und dann wieder hatte ich Abende da ging nach 30 weiße Mischungen, (Wein mit Mineral), oder 45 Jägermeister nicht mehr viel. Egal. In meinem Kopf war der GF natürlich schon längst tödlich verunglückt. Die goadfatherlichen Überreste lagen irgendwo auf der A2 oder S6 in alle Winde verstreut. Und ich war natürlich an der Sauerei schuld weil er ja auf dem Weg zum Schizophrenisten-Kindelein tödlich verunglückt war. Weil das in meinem Kopf so grauslich war traute ich mich auch nicht auf das GF-Begräbnis. Die UM2 wiederum klagte mich dann auch noch aus meinem Verlies weil ich ihren Lebensmenschen umgebracht hatte. Und falls doch alles gut geht muss ich noch den GF-Kuchen essen, der ja wie immer vergiftet ist. Ist der schon seit Jahren. Natürlich esse ich den GF-Kuchen immer artig auf. Weil ich aber zu meiner Überraschung noch lebe, wird die Wahrscheinlichkeit das der Kuchen einmal vergiften sein muss ja immer größer. An sich nichts Außergewöhnliches. Mein schlecht verdrahtetes Gehirn weiß es einfach nicht besser. Heute habe ich in einem schwachen Moment über diejenigen Polizisten und Rettungsleute nachgedacht, die im „Bataclan“, nach dem üblen Gemetzel aufräumen mussten. Dort aufzuräumen muss ja a ziemliche Hackn sein. Ich fragte mich was ist psychisch schwieriger zu bewältigen. Das Massaker im Bataclan oder doch die Sauerei auf der A 4, als da 71 Menschen in einen Kühlwagen erstickten und unter der Tür des Kühlwagens schon die Verwesungssäfte heraustropften. Komischerweise berichtete man in der Regel immer nur über die Täter und Opfer, aber ganz selten über die Einsatzkräfte. Stellen sie sich vor sie müssen da Erkennungsdienstlich ran oder mit den Särgen herum hantieren. Ich tendierte dann eher zum „Bataclan“. Ich denke wegen dem Gestank in dem Kühlwagen. Als sich die Kühlwagentür öffnete war ja gerade Hochsommer. Wenn sie mich jetzt für pietätlos halten tun sie mir unrecht. Ich habe dieses Schlamassel in dem die Einsatzkräfte feststeckten wie in einem scheiß Krieg nicht angerichtet. Die müssen da durch. Und dann heim zu ihren Familien oder in eine leere Wohnung. Der Freundin oder dem Freund kannst ja auch nichts erzählen. Was sollst denen den erzählen?
1.Akt
Natürlich löste so ein in alle Winde verstreuter GF bei in mir ein gewisses Unwohlsein aus. Von Panik zu sprechen wäre übertrieben. Ich habe es nicht so mit Panik. Deswegen griff ich selbstbewusst verstört zum Telefon und rief den GF auf seinem Handy an.
Der Schizophrenist: Servus GF wo bist du. Liegst es nicht in alle Winde verstreut auf der Autobahn.
Der GF: Ah Servus nein. Wir sind in einem Stück gerade auf der Reichsbrücke. Wie kommen wir von der Reichsbrücke zu dir?
Der SN: Na ja. Das ist nicht schwer. Also da fährt ihr am gescheitesten Richtung, also in Richtung fährt ihr dann am gescheitesten. Na du weißt eh Richtung, in Richtung, na in Richtung, na.
Der GF: Stadteinwärts oder stadtauswärts?
Der SN: Hhm. Richtung Floridsdorf denke ich. Also über die Brücke und dann Richtung Floridsdorf. Am einfachsten ihr fährt über die Brücke zum, na zum und von dort in die, na in die, du weißt schon in die. Scheiße GF mir fehlen jetzt die richtigen Worte nicht ein. So eine Scheiße GF die kommen einfach nicht. Sorry. Ich kann dir nicht weiterhelfen.
Der GF legt lachend auf. Das gibt es doch nicht dachte ich mir. Ich kann dem GF nicht einmal sagen wo ich wohne. Dabei lebe ich schon gut eine gefühlte Ewigkeit hier. Was wird sich denn GF sein Freund denken. Du Inge-Tochter-Schatz wird der sagen, vom GF der Jüngere der ist so verblödet, das er nicht einmal mehr weiß wo der wohnt. Kannst du dir das vorstellen? Wie kann man den nicht wissen wo man wohnt. Das widerspenstige Wort das sich nicht und nicht von mir zähmen ließ war der Praterstern, der gute alte Praterstern, den ich in und auswendig kenne. Weil mir das Wort Praterstern nicht einfiel, fiel mir gleich gar nichts mehr ein.
2. Akt
Der GF ist ja seit ein paar Monaten auf einem Auge ziemlich blind. Da kommt nicht mehr viel. Netzhautablösung. Nachdem der GF abgelegt und ich mich artig für den Kuchen bedankt hatte. Seit der GF 70zig ist frage ich ihn nicht mehr oder der Kuchen eh nicht vergiftet ist. Das frage ich nur noch mich.
Der SH: GF schau die Sache ist so. Ein körperliches Gebrechen ist immer Unterwerfung, da kann man nichts machen. Ein körperliches Gebrechen unterwirft dich. Die zwingt dich ja zum nix mehr sehen. Nur in dieser Position darf man als Mensch nicht verharren, weil dann hält man die Zügel über sein Leben bald einmal nicht in mehr der Hand. Opfer fühlen sich immer ins Knie gefickt. Deswegen muss man sich dieses Gebrechen durch Aneignung überwinden. Irgendwann sagst du dann, ja rechts sehe ich nix mehr. Sobald du aber ich sagst, spricht aus dir auch wieder eine gewisse Selbstbestimmtheit und du bist der Souverän der da nix sieht. Das ist der erste Schritt. Und der zweite ist das du irgendwann nur noch sagst, links sehe ich aber noch ganz ausgezeichnet. Du hast jetzt nun mal diese Einschränkung und Behinderung, aber du bist nicht verhindert. Des darfst einfach nicht zulassen. Du schaffst das schon. Musst einen auf Realpolitik machen.
Der GF: Im Sommer als ich das letzte Mal da war habe ich noch perfekt gesehen. Perfekt.
Der SH: Ja ich weiß deswegen sitzt der Schock nicht nur bei dir tief.
Der GF schaut auf die Uhr: Gehen wir essen. Und was mache ich wenn ich links a nix mehr sehe. Wem unterwerfe ich mich dann?
Der SH: Am gescheitesten einem feschen Blindenhund. Oder der SH führt dich.
Der GF: Wohin bitte willst du mich führen. Du hast ja nicht einmal einen Führerschein.
Der SH: Fahren wir halt Taxi. Und dann gibt es noch bulgarische Krankenschwestern mit Titten und Arsch. Die können uns dann gleich zusammen betreuen. Machen wir schön eine WG auf.
GF lächelt gequält.
Bevor der GF und ich ins Gasthaus aufbrechen tropfe ich ihn noch einmal das kaputte Auge ein.
Auf dem Weg zur Wohungstür.
Der GF: Die Räder hast noch.
Der SH: Ja die Räder habe ich noch. Im Frühjahr kauf ich ein Neues.
3. Akt
Im Gasthaus. Goadfather patzt sich wegen fehlenden Distanzgefühl beim Essen an. Ich überlege kurz ob ich mich nicht auch anpatzen sollte.
Der SH: Jetzt schaust aus wie ich wenn ich voll auf Tabs bin. Ich patze mich dann auch andauernd an. Und ich sabbere, während du noch kraftvoll zubeißt. GF bei dir besteht noch Hoffnung.
GF putzt sich seinen Fleck aus dem Pullover und isst wortlos weiter. Beim Essen hat der GF nie viel gesprochen. Appetit hat er ja noch, da fehlt es an gar nichts. Nur ins Verlies vom SH wollte der GF nach dem Essen nicht mehr zurück. Fragen sie mich nicht warum. Vielleicht hat er Angst dort vollends zu erblinden oder andere Vorbehalte. So schlimm schaut es in der Schizophrenisten-Bude gar nicht mal aus. Steht ja kaum was herum. Schränke, Kommoden und Angelique-Regale, den üblichen Billigstdorfer-Wohungskram gibt es beim Schizophrenisten nicht. Egal. Der GF sitzt da nicht gerne herum. Vielleicht liegt es auch an den Tabletten dir bei mir offen am Tisch herumstehen wie eine Auszeichnung. Was ja auch irgendwie stimmt. Vielmehr habe ich ja nicht anzubieten. Der GF wollte in die Stadt rein. Mit den Öffis kenne ich mich natürlich a bisserl besser aus. Da fehlt es an nichts. In der Kärntner-Straße
Der GF: Ach ja schon schön die Kärntner-Straße. Und doch jede Menge Leute für einen Montag.
Der SH: Ja schon schön.
Der GF: Wann warst du das letzte Mal hier.
Der SH: Na mit dir vor ein paar Jahren.
Beide grinsen.
Der GF: Ach ja, das sind ja doch sehr viele Geschäfte.
Der SH. Ja links und rechts und überall auf der Welt wird derselbe Schmarren verkauft. Zara, H%M, Mc Donalds, Starbucks.
Der GF: Der Kaffee ihm MC Coffee schmeckt ausgezeichnet. Wo kriegt man schon einen großen Espresso um 2,50 Euro.
Der SH: Bei mir gibt es einen schönen Filterkaffee wenn du willst. Für dich natürlich gratis. Du bist ja mein Gast.
Schizophrenist grinst. Sie wissen ja. Ohne GF-Bude kein SH-Klappstuhlleben.
Der GF: In Hamburg gibt es wesentlich mehr U-Bahn Stationen. Wesentlich mehr gibt es da. Alle paar Meter ist da eine U-Bahn Station. Jetzt will ich einen Kaffee.
Der SH: Machen wir.
Dass ich mich andauernd nach Amokläufer, Selbstmordattentäter und herunter stürzenden Dachstühlen umsah liegt in der Natur der Sache. Das hat mit Paris jetzt nichts zu tun. Darüber wird auch nie ein Wort verloren. Niemals. Der GF meinte ja ich machte mit meiner Abspielung über sein Ableben einen Scherz. Zum 50zigsten hatte ich ihm ja auch einen großen Grabstein gekauft. Auf dem stand. Und denke stets daran mit 50zig fängt das Leben erst am. Im Kaffee.
Der SH: Du musst da wirklich zuversichtlich bleiben GF. Lasst dich bitte nicht von deiner Behinderung unterkriegen. Niemals, hörst du. Da musst du mit allen was hast dagegen halten. Nicht das du depressiv wirst und deinen Lebensmut verlierst. Noch kannst ja wenn du gewisse Abstriche akzeptierst fast alles machen.
Der GF: Möchtest eine Mehlspeise.
Der SH: Nein danke. Ich kotze mich ja schon fast von dem Tee an. Das ich auch immer so einen Scheißdreck saufen muss. Das macht ja überhaupt keinen Spaß. Seit bald zwanzig Jahren trinke ich nur noch Fruchtsäfte und Tees. Mir hängen die Fruchtsäfte und Tees unendlich beim Hals heraus. Ich will Schnaps-
GF grinst a bisserl. Mein Klagen wird natürlich strategisch eingesetzt um den GF a bisserl von seinem Leiden abzulenken.
4. Akt
Der GF wollte unbedingt zum neuen Hauptbahnhof. Und das schon gegen 15 30. Der GF hat immer Angst dass er seinen Zug um 18 22 Uhr verpasst. Ist natürlich noch nie vorgekommen. Nicht einmal eng wurde es bis jetzt. Am neuen Bahnhof. Der GF will unbedingt wissen von welchem Gleis sein Zug abfährt.
Der SF: GF von welchem Gleis dein Zug abfährt kann ich dir leider noch nicht sagen. Wir sind ungefähr 2 Stunden zu früh da. Dein Zug ist noch nicht gelistet. Die stehen da nur bis 17 15 Uhr.
Der GF sieht auf seine Uhr dann auf die Anzeigetafel und wieder auf die Uhr. Das geht eine Zeitlang so während ich wieder mal die Gefahrenlage einschätze. Während der GF sein vertrautes Gleis zu finden versucht, fragte ich mich ob ich mich im Ernstfall schützend auf ihn werfe oder das kleine Männchen doch eher am Hosenbund und an der Jacke packe sollte und so mit ihm davon laufe. Der GF sucht noch immer nach seinem Gleis und entfernt sich von mir. Da kennt der GF nichts. Er nimmt mich dann auch nicht mit mehr wahr oder dreht sich nach mir um. Als damals die UM2 anrief weil ein Blitz in die Alarmanlage eingeschlagen hatte ist der GF einfach auf und davon gelaufen ohne sich auch nur einmal umzudrehen. Dass ich ihn den Weg freisperrte das er damals den Zug um 15 30 Uhr noch erwischte, nahm er nicht mehr war. Gegen sein Abfahrtgleis komme ich nicht an. Niemals. Weil wir auf der großen Anzeigetafel erst bei Zügen angekommen waren die um 17 30 abfuhren lies der GF sein Vorhaben erst einmal ruhen.
Der GF: Da sind aber schon auch viele Geschäfte.
Der SH: Ja da sind mindestens so viele Geschäfte wie in der Kärntnerstraße.
Der GF: Schon ein schöner Bahnhof. Das haben sie gut hinbekommen. Schöner Bahnhof.
Der SH: Ja und so riesig und ich denke der ist so angelegt das es hier überhaupt nicht hektisch wirkt. Diese Räume fangen da alles ab.
Der GF: Schau ein Schuhgeschäft. Ich könnte eh neue Stiefeletten brauchen.
Der SH: Ja des ist doch ein schönes Schuhgeschäft.
Der Goadfather schaut sich die Schuhe in der Auslage an und schüttelt den Kopf.
Der SH: Was is?
Der GF: Hier kann man doch keine Schuhe kaufen. Das geht ja nicht.
Der SH: Warum kann man sich hier keine Schuhe kaufen. Die schauen doch ganz brauchbar aus und der Laden geht ja über vor Schuhen.
Der GF: Ich kaufe doch keinen Schuh unter 100 Euro. Mit Schuhen unter 100 Euro kann man ja nicht gehen. Das ist ja nix. Da leiden ja die Quanten.
Der SH: Und ich kaufe prinzipiell keine Schuhe unter 14,90 Euro. Die taugen auch nichts. Mit denen kommst nicht einmal die 300 Meter zum Supermarkt.
Beiden lachen.
Der GF und der SH gehen auf eine Bahnhofstoilette. Eintritt 50 Cent. Auch wenn der Mann nur pieselt.
Der SH deutet mit dem Kopf auf ein Kinderpissoir.
Der SH: GF das haben ich extra für dich bauen lassen.
GF lächelt, SH grinst.
Der GF: Komm wenn wir schon 50 Cent zahlen müssen dann waschen wir uns auch schön lange die Hände.
Der GF und der SH waschen sich schön lange die Hände. Wieder auf der Piste sucht der GF wieder nach seinem Zug.
Der SH: Möchtest jetzt schon nach Hause fahren. Da fährt einer um 16 22 Uhr.
Der GF: Geh auf gar keinem Fall. Ich will nicht jetzt fahren. Ich will mit dem Zug um 18 22Uhr fahren wie immer. Gehen wir noch ein wenig herum.
Der GF: Ach hier sind auch noch Geschäfte. Die sind ja auf mehreren Ebenen.
Der SH: Ja hier sind auch noch Geschäfte.
Der GF: Ich weiß nicht. Dieser junge Mensch bettelt da auf den Knien. Muss das unbedingt sein.
Der SH: Nee muss nicht sein. Ich bettle aufrecht.
Dem GF bleibt das Lachen im Gesicht stecken.
Der GF: So jetzt habe ich aber den ganzen Bahnhof gesehen. Das langt jetzt. Gehen wir noch was trinken. Ich muss viel trinken wegen der Augentropfen. Die gehen ja auf die Nieren und auf die Leber. Auf die Nieren und Leber gehen die.
Der SH: Wie bei mir. Ich habe wahrscheinlich schon eine Leber wie mein alter Kumpel der Weiße der sich zu Tode säuft.
Den Dialog über den Zeitungskauf überspringen wir. Der GF dachte in der Buchhandlung gibt es keine Zeitungen. Gab es dann doch.
Der SH: Nicht zu glauben. Über all diese Bücher könnte ich aus dem Stehgreif eine Inhaltsangabe schreiben. Aber wo ich wohne weiß ich nicht.
GF geht zur Kassa und zahlt.
Der GF: Ich will noch Geld abheben. Da ist eh meine Bank.
GF tippt seinen Geheimcode ein. Funktioniert nicht. Systemfehler. GF versucht es noch ein einmal. Geht wieder nicht. Noch ein Systemfehler wie sein Zweitgeborener.
Der SH: Der gute Apparat scheint hinüber zu sein. Schau dort ist noch eine Bank und ein Bankomat. Heb doch dort ab.
Der GF: Nein dort gehe ich nicht hin. Ich hebe nur bei meiner Bank Geld ab. Ich habe eh noch genug Bargeld.
In einem Bahnhofskaffee.
Der GF: Schauen wir einmal wie das nach der Operation im Jänner sein wird.
Der SH: Ja GF das wird schon. Und wenn alles gut wird und du das Auge nicht mehr andauernd eintropfen musst, dann fährst einmal schön für ein paar Tage nach Hamburg zur Erholung. Gehst schön deine Plätze ab und an der Alster eine Fischsuppe essen. Vielleicht triffst auch auf die Marla wie die gerade mit ihren Depressionen Gassi geht.
Der GF: Wer ist die Marla.
Der SH: Nicht so wichtig.
GF und ich trinken eine Zeitlang schweigend Saft. Der GF Apfelsaft und der SH irgendeinen bläulich-roten.
Der SH: Denkst die schmeißen am Abend die übergebliebenen Mehlspeisen weg?
Der GF: Nein. Die werden eingekühlt.
Der SH: Weißt du wer immer gute Mehlspeisen hatte? Der H…. .
Der GF: Der H….. ist pleite gegangen.
Der SH: Wie denn das? Das ist doch unmöglich. Die Leuete haben denen doch die Tür eingetreten.
Der GF: Die haben expandiert. Das ging angeblich in die Hose. Man kann immer mehr ausgeben als einnehmen.
Der GF und ich trinken aus und zahlen. Kommt der GF zu Besuch zahlt ausnahmslos er. Ansonsten ist er beldeidigt. Ich mach es aber wirklich günstig. Im Schnitt so um die 20 Euro.
Der letzte Akt
Es ist gegen 18 Uhr. Der GF sucht wieder seinen Zug und verfällt in Hektik weil er den Zug auf der Anzeigetafel nicht sofort findet.
Der SH: Schau GF. Da steht dein Zug. Gleis 5 A-C wie immer 18 22 Uhr.
Der GF schaut auf die Anzeigetafel und rennt auch schon los. Der SH hinterher. Am Bahnsteig sucht der GF ein Abteil und vermittelt mir den Eindruck als ob er gerne gleich einstigen möchte. Ich weiß dann nie ob er nur weg will oder einfach nur seinen Zug nicht versäumen. Ist a bisserl was von beiden. Ich will ja auch wieder weg. Entfernen wir uns räumlich, nimmt die Sympathie in der Regel bei uns zu.
Der SH: GF willst schon einstiegen.
Der GF: Ich will dich nicht länger aufhalten. Musst ja nicht hier herumstehen bei dem Wetter.
Der SH: Okay. Bitte GF bleib soweit gesund hörst du. Und lass dich nicht unterkriegen. Des wird schon wieder. Gib dir a bisserl Zeit.
Der GF und ich umarmen uns.
Der GF: Ja und wenn du was brauchst Ruf an.
Das hat der GF noch nie gesagt.
Auf meiner Heimfahrt in der S-Bahn verunglückte der GF natürlich tödlich. Nicht im Zug sondern im Auto als Beifahrer von der UM2. Die überlebte natürlich unverletzt und brachte dann eine Klage gegen mich ein, weil ich ihren Lebensmenschen auf dem Gewissen habe, weswegen ich mich dann auch nicht zu GF-seinem Begräbnis traute. Womit ich dann wiederum meinen Scheißhausdämonen erzürne. Der wenn ich Pech habe gleich einmal wiede prophylaktsich die Sachen vom toten Jungen vom Strand aufträgt. Der Kuchen schmeckt im Übrigen ganz ausgezeichnet.
Der GF: Die Fahrräder hast noch.
Der SH: Ja die Fahrräder habe ich noch. Im Frühjahr kaufe ich ein Neues.
Der Goadfather, kurz GF, war ja gestern zu Besuch. Weil er auf der Herfahrt nicht wie üblich im Zug saß, sondern die gut 4 Stunden Fahrt mit einem Freund im Auto herunter spulte, der seine Tochter besuchte, wusste ich nicht so genau wann der GF anzukommen gedenkt. Was ich aber noch weiß. Ich hatte ziemlich schlecht geschlafen und einen üblen Tabletten-Kater. Obschon ich an der Dosierung nicht viel verändere fühlt sich dieser Kater nicht jeden Tag gleich an. Ist was Organisches wie beim Saufen. Da gab es auch Nächte da wurde ich einfach nicht besoffen und dann wieder hatte ich Abende da ging nach 30 weiße Mischungen, (Wein mit Mineral), oder 45 Jägermeister nicht mehr viel. Egal. In meinem Kopf war der GF natürlich schon längst tödlich verunglückt. Die goadfatherlichen Überreste lagen irgendwo auf der A2 oder S6 in alle Winde verstreut. Und ich war natürlich an der Sauerei schuld weil er ja auf dem Weg zum Schizophrenisten-Kindelein tödlich verunglückt war. Weil das in meinem Kopf so grauslich war traute ich mich auch nicht auf das GF-Begräbnis. Die UM2 wiederum klagte mich dann auch noch aus meinem Verlies weil ich ihren Lebensmenschen umgebracht hatte. Und falls doch alles gut geht muss ich noch den GF-Kuchen essen, der ja wie immer vergiftet ist. Ist der schon seit Jahren. Natürlich esse ich den GF-Kuchen immer artig auf. Weil ich aber zu meiner Überraschung noch lebe, wird die Wahrscheinlichkeit das der Kuchen einmal vergiften sein muss ja immer größer. An sich nichts Außergewöhnliches. Mein schlecht verdrahtetes Gehirn weiß es einfach nicht besser. Heute habe ich in einem schwachen Moment über diejenigen Polizisten und Rettungsleute nachgedacht, die im „Bataclan“, nach dem üblen Gemetzel aufräumen mussten. Dort aufzuräumen muss ja a ziemliche Hackn sein. Ich fragte mich was ist psychisch schwieriger zu bewältigen. Das Massaker im Bataclan oder doch die Sauerei auf der A 4, als da 71 Menschen in einen Kühlwagen erstickten und unter der Tür des Kühlwagens schon die Verwesungssäfte heraustropften. Komischerweise berichtete man in der Regel immer nur über die Täter und Opfer, aber ganz selten über die Einsatzkräfte. Stellen sie sich vor sie müssen da Erkennungsdienstlich ran oder mit den Särgen herum hantieren. Ich tendierte dann eher zum „Bataclan“. Ich denke wegen dem Gestank in dem Kühlwagen. Als sich die Kühlwagentür öffnete war ja gerade Hochsommer. Wenn sie mich jetzt für pietätlos halten tun sie mir unrecht. Ich habe dieses Schlamassel in dem die Einsatzkräfte feststeckten wie in einem scheiß Krieg nicht angerichtet. Die müssen da durch. Und dann heim zu ihren Familien oder in eine leere Wohnung. Der Freundin oder dem Freund kannst ja auch nichts erzählen. Was sollst denen den erzählen?
1.Akt
Natürlich löste so ein in alle Winde verstreuter GF bei in mir ein gewisses Unwohlsein aus. Von Panik zu sprechen wäre übertrieben. Ich habe es nicht so mit Panik. Deswegen griff ich selbstbewusst verstört zum Telefon und rief den GF auf seinem Handy an.
Der Schizophrenist: Servus GF wo bist du. Liegst es nicht in alle Winde verstreut auf der Autobahn.
Der GF: Ah Servus nein. Wir sind in einem Stück gerade auf der Reichsbrücke. Wie kommen wir von der Reichsbrücke zu dir?
Der SN: Na ja. Das ist nicht schwer. Also da fährt ihr am gescheitesten Richtung, also in Richtung fährt ihr dann am gescheitesten. Na du weißt eh Richtung, in Richtung, na in Richtung, na.
Der GF: Stadteinwärts oder stadtauswärts?
Der SN: Hhm. Richtung Floridsdorf denke ich. Also über die Brücke und dann Richtung Floridsdorf. Am einfachsten ihr fährt über die Brücke zum, na zum und von dort in die, na in die, du weißt schon in die. Scheiße GF mir fehlen jetzt die richtigen Worte nicht ein. So eine Scheiße GF die kommen einfach nicht. Sorry. Ich kann dir nicht weiterhelfen.
Der GF legt lachend auf. Das gibt es doch nicht dachte ich mir. Ich kann dem GF nicht einmal sagen wo ich wohne. Dabei lebe ich schon gut eine gefühlte Ewigkeit hier. Was wird sich denn GF sein Freund denken. Du Inge-Tochter-Schatz wird der sagen, vom GF der Jüngere der ist so verblödet, das er nicht einmal mehr weiß wo der wohnt. Kannst du dir das vorstellen? Wie kann man den nicht wissen wo man wohnt. Das widerspenstige Wort das sich nicht und nicht von mir zähmen ließ war der Praterstern, der gute alte Praterstern, den ich in und auswendig kenne. Weil mir das Wort Praterstern nicht einfiel, fiel mir gleich gar nichts mehr ein.
2. Akt
Der GF ist ja seit ein paar Monaten auf einem Auge ziemlich blind. Da kommt nicht mehr viel. Netzhautablösung. Nachdem der GF abgelegt und ich mich artig für den Kuchen bedankt hatte. Seit der GF 70zig ist frage ich ihn nicht mehr oder der Kuchen eh nicht vergiftet ist. Das frage ich nur noch mich.
Der SH: GF schau die Sache ist so. Ein körperliches Gebrechen ist immer Unterwerfung, da kann man nichts machen. Ein körperliches Gebrechen unterwirft dich. Die zwingt dich ja zum nix mehr sehen. Nur in dieser Position darf man als Mensch nicht verharren, weil dann hält man die Zügel über sein Leben bald einmal nicht in mehr der Hand. Opfer fühlen sich immer ins Knie gefickt. Deswegen muss man sich dieses Gebrechen durch Aneignung überwinden. Irgendwann sagst du dann, ja rechts sehe ich nix mehr. Sobald du aber ich sagst, spricht aus dir auch wieder eine gewisse Selbstbestimmtheit und du bist der Souverän der da nix sieht. Das ist der erste Schritt. Und der zweite ist das du irgendwann nur noch sagst, links sehe ich aber noch ganz ausgezeichnet. Du hast jetzt nun mal diese Einschränkung und Behinderung, aber du bist nicht verhindert. Des darfst einfach nicht zulassen. Du schaffst das schon. Musst einen auf Realpolitik machen.
Der GF: Im Sommer als ich das letzte Mal da war habe ich noch perfekt gesehen. Perfekt.
Der SH: Ja ich weiß deswegen sitzt der Schock nicht nur bei dir tief.
Der GF schaut auf die Uhr: Gehen wir essen. Und was mache ich wenn ich links a nix mehr sehe. Wem unterwerfe ich mich dann?
Der SH: Am gescheitesten einem feschen Blindenhund. Oder der SH führt dich.
Der GF: Wohin bitte willst du mich führen. Du hast ja nicht einmal einen Führerschein.
Der SH: Fahren wir halt Taxi. Und dann gibt es noch bulgarische Krankenschwestern mit Titten und Arsch. Die können uns dann gleich zusammen betreuen. Machen wir schön eine WG auf.
GF lächelt gequält.
Bevor der GF und ich ins Gasthaus aufbrechen tropfe ich ihn noch einmal das kaputte Auge ein.
Auf dem Weg zur Wohungstür.
Der GF: Die Räder hast noch.
Der SH: Ja die Räder habe ich noch. Im Frühjahr kauf ich ein Neues.
3. Akt
Im Gasthaus. Goadfather patzt sich wegen fehlenden Distanzgefühl beim Essen an. Ich überlege kurz ob ich mich nicht auch anpatzen sollte.
Der SH: Jetzt schaust aus wie ich wenn ich voll auf Tabs bin. Ich patze mich dann auch andauernd an. Und ich sabbere, während du noch kraftvoll zubeißt. GF bei dir besteht noch Hoffnung.
GF putzt sich seinen Fleck aus dem Pullover und isst wortlos weiter. Beim Essen hat der GF nie viel gesprochen. Appetit hat er ja noch, da fehlt es an gar nichts. Nur ins Verlies vom SH wollte der GF nach dem Essen nicht mehr zurück. Fragen sie mich nicht warum. Vielleicht hat er Angst dort vollends zu erblinden oder andere Vorbehalte. So schlimm schaut es in der Schizophrenisten-Bude gar nicht mal aus. Steht ja kaum was herum. Schränke, Kommoden und Angelique-Regale, den üblichen Billigstdorfer-Wohungskram gibt es beim Schizophrenisten nicht. Egal. Der GF sitzt da nicht gerne herum. Vielleicht liegt es auch an den Tabletten dir bei mir offen am Tisch herumstehen wie eine Auszeichnung. Was ja auch irgendwie stimmt. Vielmehr habe ich ja nicht anzubieten. Der GF wollte in die Stadt rein. Mit den Öffis kenne ich mich natürlich a bisserl besser aus. Da fehlt es an nichts. In der Kärntner-Straße
Der GF: Ach ja schon schön die Kärntner-Straße. Und doch jede Menge Leute für einen Montag.
Der SH: Ja schon schön.
Der GF: Wann warst du das letzte Mal hier.
Der SH: Na mit dir vor ein paar Jahren.
Beide grinsen.
Der GF: Ach ja, das sind ja doch sehr viele Geschäfte.
Der SH. Ja links und rechts und überall auf der Welt wird derselbe Schmarren verkauft. Zara, H%M, Mc Donalds, Starbucks.
Der GF: Der Kaffee ihm MC Coffee schmeckt ausgezeichnet. Wo kriegt man schon einen großen Espresso um 2,50 Euro.
Der SH: Bei mir gibt es einen schönen Filterkaffee wenn du willst. Für dich natürlich gratis. Du bist ja mein Gast.
Schizophrenist grinst. Sie wissen ja. Ohne GF-Bude kein SH-Klappstuhlleben.
Der GF: In Hamburg gibt es wesentlich mehr U-Bahn Stationen. Wesentlich mehr gibt es da. Alle paar Meter ist da eine U-Bahn Station. Jetzt will ich einen Kaffee.
Der SH: Machen wir.
Dass ich mich andauernd nach Amokläufer, Selbstmordattentäter und herunter stürzenden Dachstühlen umsah liegt in der Natur der Sache. Das hat mit Paris jetzt nichts zu tun. Darüber wird auch nie ein Wort verloren. Niemals. Der GF meinte ja ich machte mit meiner Abspielung über sein Ableben einen Scherz. Zum 50zigsten hatte ich ihm ja auch einen großen Grabstein gekauft. Auf dem stand. Und denke stets daran mit 50zig fängt das Leben erst am. Im Kaffee.
Der SH: Du musst da wirklich zuversichtlich bleiben GF. Lasst dich bitte nicht von deiner Behinderung unterkriegen. Niemals, hörst du. Da musst du mit allen was hast dagegen halten. Nicht das du depressiv wirst und deinen Lebensmut verlierst. Noch kannst ja wenn du gewisse Abstriche akzeptierst fast alles machen.
Der GF: Möchtest eine Mehlspeise.
Der SH: Nein danke. Ich kotze mich ja schon fast von dem Tee an. Das ich auch immer so einen Scheißdreck saufen muss. Das macht ja überhaupt keinen Spaß. Seit bald zwanzig Jahren trinke ich nur noch Fruchtsäfte und Tees. Mir hängen die Fruchtsäfte und Tees unendlich beim Hals heraus. Ich will Schnaps-
GF grinst a bisserl. Mein Klagen wird natürlich strategisch eingesetzt um den GF a bisserl von seinem Leiden abzulenken.
4. Akt
Der GF wollte unbedingt zum neuen Hauptbahnhof. Und das schon gegen 15 30. Der GF hat immer Angst dass er seinen Zug um 18 22 Uhr verpasst. Ist natürlich noch nie vorgekommen. Nicht einmal eng wurde es bis jetzt. Am neuen Bahnhof. Der GF will unbedingt wissen von welchem Gleis sein Zug abfährt.
Der SF: GF von welchem Gleis dein Zug abfährt kann ich dir leider noch nicht sagen. Wir sind ungefähr 2 Stunden zu früh da. Dein Zug ist noch nicht gelistet. Die stehen da nur bis 17 15 Uhr.
Der GF sieht auf seine Uhr dann auf die Anzeigetafel und wieder auf die Uhr. Das geht eine Zeitlang so während ich wieder mal die Gefahrenlage einschätze. Während der GF sein vertrautes Gleis zu finden versucht, fragte ich mich ob ich mich im Ernstfall schützend auf ihn werfe oder das kleine Männchen doch eher am Hosenbund und an der Jacke packe sollte und so mit ihm davon laufe. Der GF sucht noch immer nach seinem Gleis und entfernt sich von mir. Da kennt der GF nichts. Er nimmt mich dann auch nicht mit mehr wahr oder dreht sich nach mir um. Als damals die UM2 anrief weil ein Blitz in die Alarmanlage eingeschlagen hatte ist der GF einfach auf und davon gelaufen ohne sich auch nur einmal umzudrehen. Dass ich ihn den Weg freisperrte das er damals den Zug um 15 30 Uhr noch erwischte, nahm er nicht mehr war. Gegen sein Abfahrtgleis komme ich nicht an. Niemals. Weil wir auf der großen Anzeigetafel erst bei Zügen angekommen waren die um 17 30 abfuhren lies der GF sein Vorhaben erst einmal ruhen.
Der GF: Da sind aber schon auch viele Geschäfte.
Der SH: Ja da sind mindestens so viele Geschäfte wie in der Kärntnerstraße.
Der GF: Schon ein schöner Bahnhof. Das haben sie gut hinbekommen. Schöner Bahnhof.
Der SH: Ja und so riesig und ich denke der ist so angelegt das es hier überhaupt nicht hektisch wirkt. Diese Räume fangen da alles ab.
Der GF: Schau ein Schuhgeschäft. Ich könnte eh neue Stiefeletten brauchen.
Der SH: Ja des ist doch ein schönes Schuhgeschäft.
Der Goadfather schaut sich die Schuhe in der Auslage an und schüttelt den Kopf.
Der SH: Was is?
Der GF: Hier kann man doch keine Schuhe kaufen. Das geht ja nicht.
Der SH: Warum kann man sich hier keine Schuhe kaufen. Die schauen doch ganz brauchbar aus und der Laden geht ja über vor Schuhen.
Der GF: Ich kaufe doch keinen Schuh unter 100 Euro. Mit Schuhen unter 100 Euro kann man ja nicht gehen. Das ist ja nix. Da leiden ja die Quanten.
Der SH: Und ich kaufe prinzipiell keine Schuhe unter 14,90 Euro. Die taugen auch nichts. Mit denen kommst nicht einmal die 300 Meter zum Supermarkt.
Beiden lachen.
Der GF und der SH gehen auf eine Bahnhofstoilette. Eintritt 50 Cent. Auch wenn der Mann nur pieselt.
Der SH deutet mit dem Kopf auf ein Kinderpissoir.
Der SH: GF das haben ich extra für dich bauen lassen.
GF lächelt, SH grinst.
Der GF: Komm wenn wir schon 50 Cent zahlen müssen dann waschen wir uns auch schön lange die Hände.
Der GF und der SH waschen sich schön lange die Hände. Wieder auf der Piste sucht der GF wieder nach seinem Zug.
Der SH: Möchtest jetzt schon nach Hause fahren. Da fährt einer um 16 22 Uhr.
Der GF: Geh auf gar keinem Fall. Ich will nicht jetzt fahren. Ich will mit dem Zug um 18 22Uhr fahren wie immer. Gehen wir noch ein wenig herum.
Der GF: Ach hier sind auch noch Geschäfte. Die sind ja auf mehreren Ebenen.
Der SH: Ja hier sind auch noch Geschäfte.
Der GF: Ich weiß nicht. Dieser junge Mensch bettelt da auf den Knien. Muss das unbedingt sein.
Der SH: Nee muss nicht sein. Ich bettle aufrecht.
Dem GF bleibt das Lachen im Gesicht stecken.
Der GF: So jetzt habe ich aber den ganzen Bahnhof gesehen. Das langt jetzt. Gehen wir noch was trinken. Ich muss viel trinken wegen der Augentropfen. Die gehen ja auf die Nieren und auf die Leber. Auf die Nieren und Leber gehen die.
Der SH: Wie bei mir. Ich habe wahrscheinlich schon eine Leber wie mein alter Kumpel der Weiße der sich zu Tode säuft.
Den Dialog über den Zeitungskauf überspringen wir. Der GF dachte in der Buchhandlung gibt es keine Zeitungen. Gab es dann doch.
Der SH: Nicht zu glauben. Über all diese Bücher könnte ich aus dem Stehgreif eine Inhaltsangabe schreiben. Aber wo ich wohne weiß ich nicht.
GF geht zur Kassa und zahlt.
Der GF: Ich will noch Geld abheben. Da ist eh meine Bank.
GF tippt seinen Geheimcode ein. Funktioniert nicht. Systemfehler. GF versucht es noch ein einmal. Geht wieder nicht. Noch ein Systemfehler wie sein Zweitgeborener.
Der SH: Der gute Apparat scheint hinüber zu sein. Schau dort ist noch eine Bank und ein Bankomat. Heb doch dort ab.
Der GF: Nein dort gehe ich nicht hin. Ich hebe nur bei meiner Bank Geld ab. Ich habe eh noch genug Bargeld.
In einem Bahnhofskaffee.
Der GF: Schauen wir einmal wie das nach der Operation im Jänner sein wird.
Der SH: Ja GF das wird schon. Und wenn alles gut wird und du das Auge nicht mehr andauernd eintropfen musst, dann fährst einmal schön für ein paar Tage nach Hamburg zur Erholung. Gehst schön deine Plätze ab und an der Alster eine Fischsuppe essen. Vielleicht triffst auch auf die Marla wie die gerade mit ihren Depressionen Gassi geht.
Der GF: Wer ist die Marla.
Der SH: Nicht so wichtig.
GF und ich trinken eine Zeitlang schweigend Saft. Der GF Apfelsaft und der SH irgendeinen bläulich-roten.
Der SH: Denkst die schmeißen am Abend die übergebliebenen Mehlspeisen weg?
Der GF: Nein. Die werden eingekühlt.
Der SH: Weißt du wer immer gute Mehlspeisen hatte? Der H…. .
Der GF: Der H….. ist pleite gegangen.
Der SH: Wie denn das? Das ist doch unmöglich. Die Leuete haben denen doch die Tür eingetreten.
Der GF: Die haben expandiert. Das ging angeblich in die Hose. Man kann immer mehr ausgeben als einnehmen.
Der GF und ich trinken aus und zahlen. Kommt der GF zu Besuch zahlt ausnahmslos er. Ansonsten ist er beldeidigt. Ich mach es aber wirklich günstig. Im Schnitt so um die 20 Euro.
Der letzte Akt
Es ist gegen 18 Uhr. Der GF sucht wieder seinen Zug und verfällt in Hektik weil er den Zug auf der Anzeigetafel nicht sofort findet.
Der SH: Schau GF. Da steht dein Zug. Gleis 5 A-C wie immer 18 22 Uhr.
Der GF schaut auf die Anzeigetafel und rennt auch schon los. Der SH hinterher. Am Bahnsteig sucht der GF ein Abteil und vermittelt mir den Eindruck als ob er gerne gleich einstigen möchte. Ich weiß dann nie ob er nur weg will oder einfach nur seinen Zug nicht versäumen. Ist a bisserl was von beiden. Ich will ja auch wieder weg. Entfernen wir uns räumlich, nimmt die Sympathie in der Regel bei uns zu.
Der SH: GF willst schon einstiegen.
Der GF: Ich will dich nicht länger aufhalten. Musst ja nicht hier herumstehen bei dem Wetter.
Der SH: Okay. Bitte GF bleib soweit gesund hörst du. Und lass dich nicht unterkriegen. Des wird schon wieder. Gib dir a bisserl Zeit.
Der GF und ich umarmen uns.
Der GF: Ja und wenn du was brauchst Ruf an.
Das hat der GF noch nie gesagt.
Auf meiner Heimfahrt in der S-Bahn verunglückte der GF natürlich tödlich. Nicht im Zug sondern im Auto als Beifahrer von der UM2. Die überlebte natürlich unverletzt und brachte dann eine Klage gegen mich ein, weil ich ihren Lebensmenschen auf dem Gewissen habe, weswegen ich mich dann auch nicht zu GF-seinem Begräbnis traute. Womit ich dann wiederum meinen Scheißhausdämonen erzürne. Der wenn ich Pech habe gleich einmal wiede prophylaktsich die Sachen vom toten Jungen vom Strand aufträgt. Der Kuchen schmeckt im Übrigen ganz ausgezeichnet.
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Sonntag, 22. November 2015
Des Rätsels unspektakuläre Lösung ist nicht in Sicht
der imperialist, 20:22h
Vorhang: Man sagt nicht Adressanten sondern Adressaten. Nur wird mir das Ausbessern schön langsam zu blöd. Ist so wie in der Kindheit wenn die Verwandten zu Besuch kommen und dann zieht man dem Kindelein seine schönsten Sachen an und tut immer so als man eine riesen Freude mit dem Klumpen Fleisch da hat. Das war früher so. Kamen die Verwandten vond er UM2 wurde da kleinstbürgerlich geheuchelt das einem ganz schlecht wurde. Total schräg.
Wie sie ja vielleicht wissen habe ich nicht so viele Außenfenster zur Welt. Ein Geheimfenster habe ich derzeit, aber das ist geheim. A bisserl verblödet wie ich bin habe ich diese Woche ziemlich viel über den Terroranschlag in Paris im Speziellen und über den IS im Allgemeinen gelesen. Die Zeitung kommt ja auch immer von draußen. Liegt vor der Tür. Und irgendwann ist die Zeitung alt und dann schmeißt man sie wieder vor die Tür. Und trotzdem bleibt etwas zurück. Logisch das es im analogen wie im digitalen Blätterwelt nur so vor Terror Leid und IS raschelte. Wie bei jedem Terroranschlag wird den Täter wesentlich breiterer publizistischer Raum eingeräumt, vielleicht um die Totenruhe der Opfer nicht zu stören. Ich weiß es nicht. Manchmal liest sich die mediale Aufarbeitung solch grauenvoller Taten wie eine nachgereichte Festschrift für die Täter. Sogar den irren Norweger haben die Medien wieder aus dem Kerker heraus geschrieben. Wird schon alles seinen Sinn haben. Jetzt fass ich aus meinen Erkenntnisfetzen mal kurz zusammen, wie man das Problem mit dem Terror und dem IS einfach aus der Welt schafft und gleichzeitig bis zeitnah, Menschen die unserer Gesellschaft schwer im Magen liegen wie a Schweinsbraten aus meiner Kindheit, leichter verdaut werden können. Ich sag es ihnen. Da gab es ein Gasthaus in dem der GF und ich immer zu Mittag aßen wenn wir auf der Tanke zu tun hatten. Die Fettaugen in der Schweinsbraten-Sauce hatten die Größe von Walaugen. Unmenschlich. Wenn man die Stufen zum Gastzimmer rauf ging hatte man schon Bammel. Hoffentlich koch nicht die Marica dachte man sich immer. Der UM2 wurde schon schlecht wenn die nur auf den Teller schaute. Manchmal hat man dann in die Küche hinein gebrüllt, Marica diese fette Scheiße kann ja niemand fressen. Und die Marica hat zurück geschrien. Ach du, gib a ruh und friss. Und dann lachten alle. Wo war ich. Lesen sie. Ist ganz einfach.
1. Trinken sie einfach nen hochprozentigen Schnaps oder nehmen sie eine Tablette.
1b. Essen sie Sushi oder einen Kebab mit Alles.
1c. Erfinden sie schnellsten einen Ausweichplaneten. So eine Art Secondhand-Welt für Soziopathen.
2. Die Klappstuhlideologie. Ich bin ja als Mensch kaum in diese Gesellschaft integriert. Mindestens so miserabel wie irgendwelche radikale Salafisten und IS-Sympathisanten, die vielleicht gleich bei mir um die nächste Ecke wohnen. Die gehen ja gemeinsam in die Moschee beten und dann stehen sie vor dem Gebetshaus nur so herum und nirgendwo auch nur ein Weib zu sehen. Wo beten denn die bitte. Ich gehe nirgendwo gemeinsam hin wenn ich Frauen anbete. Auf die Donauinsel gehe ich natürlich auch allein. Vor grauer Vorzeit habe ich ihnen ja von meinen Salafisten im Salafisten bei mir um die Ecke und diesen unvergessenen Moment erzählt, als mit der Chefe vom Kebab-Laden einen Koran auf meinen Kebab-Teller legte. Wahrscheinlich weil der sich dachte, ah kein schlechter Mann, dem könnte ein wenig Glauben ganz gut zu Gesicht stehen, so vereinzelt wie der rüber kommt. Kann aber auch sein, das meine Vereinzelung, einfach nur auf einem Missverständnis beruht, das durch einen Teller ausgelöst dann in die falsche Richtung wirkte. Der Mann stellte mir einmal eine Nachspeise auf einen Teller hin, die ich aber erst zu Hause vor der Glotze verputzen wollte. Kleinstbürgerlich verunstaltet wie ich bin habe ich den Teller am nächsten Tag natürlich wieder zurück gebracht. Mit voller Wampe wollte ich nicht mehr auf die Straße. Da bekam der gute Mann große Augen als ich den Teller wirklich zurück brachte. Was der sich aber wirklich dabei dachte, mich an der Hand einmal um die halbe Welt, nach M. M. zuführen, wo ja heuer beim gemeinsamen Spaziergang um einen schwarzen Stein, der einfach nur so dasteht ohne sich zu rühren, dafür ist der viel zu schwer, in einer Panik, abeblich ausgelöst durch einen Prinzen und seiner Autokolonne, mindestens 2175 Menschen zu Tode getrampelt wurden, weiß ich natürlich nicht. Dem sein Ansinnen, das vielleicht nur gut gemeint war, ist natürlich fürchterlich nach hinten losgegangen. Verblödet wie ich bin habe ich mich gleich mit dem ganzen Laden angelegt. Ich lasse mich nicht bekehren. Vom eingeschlagen Weg komme ich nicht mehr ab. Den gehe ich jetzt zu Ende bis zum letzten Schritt. Ich lasse mich von niemand einfangen. Ich bin ja kein Pony. Niemals. Stimmt nicht ganz. Die Pharmazie macht mit mir was sie will, aber sogar zu der sage ich genau bis hier her und keinen Schritt weiter. Ich bin da sehr vormodern drauf. Das sich neu erfinden ist allenfalls etwas für Spinner, Bobos, Hipster oder Menschen mit Perspektive. Mein Scheitern, das ja existenziell, vielleicht sogar kulturell ist, lässt sich nur noch verwalten. Ob jetzt erfolgreich oder weniger erfolgreich lassen wir mal dahingestellt. Ich bin mit meinem Verwaltungsvorgang recht zufrieden. Seit dem Vorfall im Salafistentreff, als mir der Chefe dann seine Jünger vom Hals hielt, geht mir der Arsch natürlich auf Grundeis. Um den Laden mache ich seitdem einen weiten Bogen. Einfach weil ich nicht weiß für wen ich mutig sein sollte. Ich kann nichts dafür dass ich zu einer recht sinnlosen Freiheit mehr oder minder verdammt wurde. Ich habe die Öfen von Auschwitz nicht angeworfen. Und bei Verdun bin ich auch nicht blind ins Maschinengewehrfeuer gerannt. Da musste man gezwungenermaßen hineinrennen sonst wurde man von den eigenen Leuten erschossen. Überlebte man drei vier so Ausflüge stand man auch schon unter Generalverdacht ein Vaterlandsverräter und ganz übler Geselle zu sein. Und die Eingesessen und Etablierten feiern ihre Bräuche wie das Weihnachtsgutschein-Fest gänzlich ohne mich. Seit mindestens 25 Jahren halten die das so. Was bitte soll ich von denen halten. Die halten mich nicht. Haben sie nie getan. Die haben mich immer nur fallen gelassen. Bis auf den Goadfather. Und der kommt eh morgen. Das ist keine vernünftige Basis um miteinander ins Geschäft zu kommen. Gleichgültigkeit, die ja eng mit Ablehnung verbandelt ist, und gar nicht immer gegen jemanden konkret gerichtet sein muss, kommt bei den Adressanten ganz anders an, als vom Absender angedacht. Das ist ein sich verstärkendes System. Aus Ausgrenzung wird im Handumdrehen Selbstausgrenzung. Und aus dieser Selbstausgrenzung entsteht dann Identität. Und man sieht ja wozu so eine auf Gleichgültigkeit beruhende Identität verführt. Das Problem der Ausgrenzung durch Gleichgültigkeit ist, das die Trageweite dieses Prozesses nicht sofort sichtbar wird. Kann durchaus sein das die Ausgrenzer mit den Ausgegrenzten noch immer in derselben Stadt leben. Mitunter tragen die sogar ähnliche Bärte oder Handtaschen. Und was ist jetzt bitte die Klappstuhlideologie fragen sie sich. Wenn sich die Leute schon einbilden, sie müssen anderen mit Gleichgültigkeit gegenübertreten, von Begegnen kann da nicht die Rede sein, dann müssen sie das so handhaben, das die Ausgegrenzten kaum noch etwas wollen/sollen. Schon gar nicht eine Parallelkultur eröffnen wie eine neue Einkaufsmeile. Verstehen sie. Wenn die Ausgegrenzten nur noch angepisst in einem Klappstuhl sitzen, weil die alles andere überfordert, dann ist alles gut. Das heißt sie müssen die Ausgegrenzten viel radikaler ausgrenzen. Und am gescheitesten von klein auf. Und das gefälligst unbarmherzig. Wenn sie dran bleiben komm dann von den Ausgegrenzten ab einen gewissen Punkt nicht mehr viel. Irgendwann machen die von ihrer Freiheit keinen Gebrauch mehr. Doch mit dieser nicht ganz Fisch nicht ganz Fleisch-Strategie, die ja eigentlich gar keine bewusste Strategie ist (bilde ich mir ein), Gleichgültigkeit gibt es auch ganz ohne Ideologie, stacheln sie die Wut der Ausgegrenzten nur noch weiter an, weil die sich neue ideologische/religiöse Freiräume schaffen. So ist das halt in einer Welt in der man zur Freiheit verdammt ist. So kommt es auch das sich die Selbstausgrenzer (wird irgenwann zu einer aktiven Tätigkeit) denken, wartet nur euch Arschlöcher werden wir es noch zeigen. Wartet nur ihr Wixer, Idioten, Kaffer, euch schenken wir schon noch einmal anständig ein. Und wenn es blöd läuft machen die es nicht so wie der der Weiße, mein Kumpel aus der Fabrik. Der schenkt sich ja nur noch den Wein ein, damit seine Freiheit auch nach etwas schmeckt. Aber sogar der Weiße betreibt aktive Selbstausgrenzung. Der Weiße befindet sich irgendwie im Widerstand gegen die Mehrheitsgesellschaft und ich weiß heute noch nicht so genau warum. Redet er über seien Bruder sagt er immer der Herr Magister. Immer verstehen sie. Der Bruder vom Weißen hat keinen Vornamen. Scheiße ich weiß auch nicht wie der Weiße mit Vornamen heißt.
3. Vereinnahmung durch Bildung. Natürlich von kleinst auf und das Radikal. Heute habe ich gelesen das allein das Massachusetts Institute of Technology (MIT) weit über 4000 Unternehmen mit mindestens 1,1 Millionen Arbeitsplätzen gründete, die insgesamt einen Umsatz von über 232 Mrd. Dollar erzielten. Offensichtlich langt es schon das man sich nur so a bisserl in einem Lernsytem wie den amerikanischen Spitzenunis herumtreibt. Steve Jobs, Bill Gates, Mark Zuckerberg. Nicht einer von denen hat sein Studium abgeschlossen und schauen sie was aus denen geworden ist. Die haben sich auch in die Schlacht geworfen, doch mit recht friedlichen Mitteln. Die führen nur noch ökonomische Kriege. So ein IPhone ist ist in seiner Verfügungsgealt mindestens so wirksam wie eine Kalaschnikow. Oder nicht.
4. Laden sie die Ausgegrenzten zu sich nach Hause ein. Einfach so. Vielleicht zum Fußballschauen oder Basteln. Und ertragen sie es wenn diese Leute einmal eine Zeitlang nur blöd lachen. Sie müssen in dieser hinsicht etwas offener und nachsichtiger werden und nicht so vekappt militärisch. Leute wie sie bemerken gar nicht mehr wie zackig sie in ihrer antrainierten Lässigkeit drauf sind. Sie sehen in der Regel ihre Uniformirtheit nicht mehr. Wie auch. Wie tragen alle Uniformen. Ich in Form eines Klappstuhls.
5. Wenn ich das richtig verstanden habe gibt es ja in Syrien, dem Irak und Libyen nicht einen Krieg wo A gegen kämpft B sondern einen Krieg im Krieg. Wie nennt man diese russischen Figuren die man aufmacht und dann ist das noch eine Figur drin und dann noch eine. Matrjoschkas. Das Netz weil alles. Irgendwoher muss das Wissen der Salafisten aus dem Salafistentreff ja kommen. Und der Mensch glaubt ja zuerst an Dinge und Sachverhalte an die er glauben will. Trotzdem kämpfen dort im Bermudadreieck des rechten Glaubens, bis auf die Kurden, in der Regel immer Sunniten gegen Schiiten streng voneinander getrennt. Der IS besteht ja ziemlich ausnahmslos aus Sunniten und Konvertiten, die sich einbilden Sunniten sein zu wollen. Können sie ja googeln worin sich diese beiden Glaubensgruppen jetzt genau voneinander unterscheiden. Ist a bisserl so wie zwischen Katholiken und Protestanten. Im Grunde Kinderkram. Deswegen muss man die Sunniten in Syrien, im Irak und im Libyen dazu bringen, ich wollt schon schreiben zwingen, dass sie gegen ihre eigenen Glaubensbrüder vom IS in die Schlacht ziehen. Solange sich Schiiten gegen Sunniten entlang der Glaubensfront bekriegen und wir zur Unterhaltung Bomben schmeißen, tut sich da nichts. Da erfinden sich die vom IS immer wieder einen neuen Grund warum wir hier zwischen die Fronten dieses Krieges geraten sollen. Wie das jetzt in der Praxis genau funktionieren soll weiß ich natürlich nicht. Das steht ja in keiner Zeitung. Ich bin ja weder beim Geheimdienste angestellt noch Stratege im Offiziersrang, der sich den ganzen Tag nur mit solch kniffligen Fragen und Schweinereien beschäftigt. Will ich auch gar nicht. Weil da vergeht einem ja alles.
Wie sie ja vielleicht wissen habe ich nicht so viele Außenfenster zur Welt. Ein Geheimfenster habe ich derzeit, aber das ist geheim. A bisserl verblödet wie ich bin habe ich diese Woche ziemlich viel über den Terroranschlag in Paris im Speziellen und über den IS im Allgemeinen gelesen. Die Zeitung kommt ja auch immer von draußen. Liegt vor der Tür. Und irgendwann ist die Zeitung alt und dann schmeißt man sie wieder vor die Tür. Und trotzdem bleibt etwas zurück. Logisch das es im analogen wie im digitalen Blätterwelt nur so vor Terror Leid und IS raschelte. Wie bei jedem Terroranschlag wird den Täter wesentlich breiterer publizistischer Raum eingeräumt, vielleicht um die Totenruhe der Opfer nicht zu stören. Ich weiß es nicht. Manchmal liest sich die mediale Aufarbeitung solch grauenvoller Taten wie eine nachgereichte Festschrift für die Täter. Sogar den irren Norweger haben die Medien wieder aus dem Kerker heraus geschrieben. Wird schon alles seinen Sinn haben. Jetzt fass ich aus meinen Erkenntnisfetzen mal kurz zusammen, wie man das Problem mit dem Terror und dem IS einfach aus der Welt schafft und gleichzeitig bis zeitnah, Menschen die unserer Gesellschaft schwer im Magen liegen wie a Schweinsbraten aus meiner Kindheit, leichter verdaut werden können. Ich sag es ihnen. Da gab es ein Gasthaus in dem der GF und ich immer zu Mittag aßen wenn wir auf der Tanke zu tun hatten. Die Fettaugen in der Schweinsbraten-Sauce hatten die Größe von Walaugen. Unmenschlich. Wenn man die Stufen zum Gastzimmer rauf ging hatte man schon Bammel. Hoffentlich koch nicht die Marica dachte man sich immer. Der UM2 wurde schon schlecht wenn die nur auf den Teller schaute. Manchmal hat man dann in die Küche hinein gebrüllt, Marica diese fette Scheiße kann ja niemand fressen. Und die Marica hat zurück geschrien. Ach du, gib a ruh und friss. Und dann lachten alle. Wo war ich. Lesen sie. Ist ganz einfach.
1. Trinken sie einfach nen hochprozentigen Schnaps oder nehmen sie eine Tablette.
1b. Essen sie Sushi oder einen Kebab mit Alles.
1c. Erfinden sie schnellsten einen Ausweichplaneten. So eine Art Secondhand-Welt für Soziopathen.
2. Die Klappstuhlideologie. Ich bin ja als Mensch kaum in diese Gesellschaft integriert. Mindestens so miserabel wie irgendwelche radikale Salafisten und IS-Sympathisanten, die vielleicht gleich bei mir um die nächste Ecke wohnen. Die gehen ja gemeinsam in die Moschee beten und dann stehen sie vor dem Gebetshaus nur so herum und nirgendwo auch nur ein Weib zu sehen. Wo beten denn die bitte. Ich gehe nirgendwo gemeinsam hin wenn ich Frauen anbete. Auf die Donauinsel gehe ich natürlich auch allein. Vor grauer Vorzeit habe ich ihnen ja von meinen Salafisten im Salafisten bei mir um die Ecke und diesen unvergessenen Moment erzählt, als mit der Chefe vom Kebab-Laden einen Koran auf meinen Kebab-Teller legte. Wahrscheinlich weil der sich dachte, ah kein schlechter Mann, dem könnte ein wenig Glauben ganz gut zu Gesicht stehen, so vereinzelt wie der rüber kommt. Kann aber auch sein, das meine Vereinzelung, einfach nur auf einem Missverständnis beruht, das durch einen Teller ausgelöst dann in die falsche Richtung wirkte. Der Mann stellte mir einmal eine Nachspeise auf einen Teller hin, die ich aber erst zu Hause vor der Glotze verputzen wollte. Kleinstbürgerlich verunstaltet wie ich bin habe ich den Teller am nächsten Tag natürlich wieder zurück gebracht. Mit voller Wampe wollte ich nicht mehr auf die Straße. Da bekam der gute Mann große Augen als ich den Teller wirklich zurück brachte. Was der sich aber wirklich dabei dachte, mich an der Hand einmal um die halbe Welt, nach M. M. zuführen, wo ja heuer beim gemeinsamen Spaziergang um einen schwarzen Stein, der einfach nur so dasteht ohne sich zu rühren, dafür ist der viel zu schwer, in einer Panik, abeblich ausgelöst durch einen Prinzen und seiner Autokolonne, mindestens 2175 Menschen zu Tode getrampelt wurden, weiß ich natürlich nicht. Dem sein Ansinnen, das vielleicht nur gut gemeint war, ist natürlich fürchterlich nach hinten losgegangen. Verblödet wie ich bin habe ich mich gleich mit dem ganzen Laden angelegt. Ich lasse mich nicht bekehren. Vom eingeschlagen Weg komme ich nicht mehr ab. Den gehe ich jetzt zu Ende bis zum letzten Schritt. Ich lasse mich von niemand einfangen. Ich bin ja kein Pony. Niemals. Stimmt nicht ganz. Die Pharmazie macht mit mir was sie will, aber sogar zu der sage ich genau bis hier her und keinen Schritt weiter. Ich bin da sehr vormodern drauf. Das sich neu erfinden ist allenfalls etwas für Spinner, Bobos, Hipster oder Menschen mit Perspektive. Mein Scheitern, das ja existenziell, vielleicht sogar kulturell ist, lässt sich nur noch verwalten. Ob jetzt erfolgreich oder weniger erfolgreich lassen wir mal dahingestellt. Ich bin mit meinem Verwaltungsvorgang recht zufrieden. Seit dem Vorfall im Salafistentreff, als mir der Chefe dann seine Jünger vom Hals hielt, geht mir der Arsch natürlich auf Grundeis. Um den Laden mache ich seitdem einen weiten Bogen. Einfach weil ich nicht weiß für wen ich mutig sein sollte. Ich kann nichts dafür dass ich zu einer recht sinnlosen Freiheit mehr oder minder verdammt wurde. Ich habe die Öfen von Auschwitz nicht angeworfen. Und bei Verdun bin ich auch nicht blind ins Maschinengewehrfeuer gerannt. Da musste man gezwungenermaßen hineinrennen sonst wurde man von den eigenen Leuten erschossen. Überlebte man drei vier so Ausflüge stand man auch schon unter Generalverdacht ein Vaterlandsverräter und ganz übler Geselle zu sein. Und die Eingesessen und Etablierten feiern ihre Bräuche wie das Weihnachtsgutschein-Fest gänzlich ohne mich. Seit mindestens 25 Jahren halten die das so. Was bitte soll ich von denen halten. Die halten mich nicht. Haben sie nie getan. Die haben mich immer nur fallen gelassen. Bis auf den Goadfather. Und der kommt eh morgen. Das ist keine vernünftige Basis um miteinander ins Geschäft zu kommen. Gleichgültigkeit, die ja eng mit Ablehnung verbandelt ist, und gar nicht immer gegen jemanden konkret gerichtet sein muss, kommt bei den Adressanten ganz anders an, als vom Absender angedacht. Das ist ein sich verstärkendes System. Aus Ausgrenzung wird im Handumdrehen Selbstausgrenzung. Und aus dieser Selbstausgrenzung entsteht dann Identität. Und man sieht ja wozu so eine auf Gleichgültigkeit beruhende Identität verführt. Das Problem der Ausgrenzung durch Gleichgültigkeit ist, das die Trageweite dieses Prozesses nicht sofort sichtbar wird. Kann durchaus sein das die Ausgrenzer mit den Ausgegrenzten noch immer in derselben Stadt leben. Mitunter tragen die sogar ähnliche Bärte oder Handtaschen. Und was ist jetzt bitte die Klappstuhlideologie fragen sie sich. Wenn sich die Leute schon einbilden, sie müssen anderen mit Gleichgültigkeit gegenübertreten, von Begegnen kann da nicht die Rede sein, dann müssen sie das so handhaben, das die Ausgegrenzten kaum noch etwas wollen/sollen. Schon gar nicht eine Parallelkultur eröffnen wie eine neue Einkaufsmeile. Verstehen sie. Wenn die Ausgegrenzten nur noch angepisst in einem Klappstuhl sitzen, weil die alles andere überfordert, dann ist alles gut. Das heißt sie müssen die Ausgegrenzten viel radikaler ausgrenzen. Und am gescheitesten von klein auf. Und das gefälligst unbarmherzig. Wenn sie dran bleiben komm dann von den Ausgegrenzten ab einen gewissen Punkt nicht mehr viel. Irgendwann machen die von ihrer Freiheit keinen Gebrauch mehr. Doch mit dieser nicht ganz Fisch nicht ganz Fleisch-Strategie, die ja eigentlich gar keine bewusste Strategie ist (bilde ich mir ein), Gleichgültigkeit gibt es auch ganz ohne Ideologie, stacheln sie die Wut der Ausgegrenzten nur noch weiter an, weil die sich neue ideologische/religiöse Freiräume schaffen. So ist das halt in einer Welt in der man zur Freiheit verdammt ist. So kommt es auch das sich die Selbstausgrenzer (wird irgenwann zu einer aktiven Tätigkeit) denken, wartet nur euch Arschlöcher werden wir es noch zeigen. Wartet nur ihr Wixer, Idioten, Kaffer, euch schenken wir schon noch einmal anständig ein. Und wenn es blöd läuft machen die es nicht so wie der der Weiße, mein Kumpel aus der Fabrik. Der schenkt sich ja nur noch den Wein ein, damit seine Freiheit auch nach etwas schmeckt. Aber sogar der Weiße betreibt aktive Selbstausgrenzung. Der Weiße befindet sich irgendwie im Widerstand gegen die Mehrheitsgesellschaft und ich weiß heute noch nicht so genau warum. Redet er über seien Bruder sagt er immer der Herr Magister. Immer verstehen sie. Der Bruder vom Weißen hat keinen Vornamen. Scheiße ich weiß auch nicht wie der Weiße mit Vornamen heißt.
3. Vereinnahmung durch Bildung. Natürlich von kleinst auf und das Radikal. Heute habe ich gelesen das allein das Massachusetts Institute of Technology (MIT) weit über 4000 Unternehmen mit mindestens 1,1 Millionen Arbeitsplätzen gründete, die insgesamt einen Umsatz von über 232 Mrd. Dollar erzielten. Offensichtlich langt es schon das man sich nur so a bisserl in einem Lernsytem wie den amerikanischen Spitzenunis herumtreibt. Steve Jobs, Bill Gates, Mark Zuckerberg. Nicht einer von denen hat sein Studium abgeschlossen und schauen sie was aus denen geworden ist. Die haben sich auch in die Schlacht geworfen, doch mit recht friedlichen Mitteln. Die führen nur noch ökonomische Kriege. So ein IPhone ist ist in seiner Verfügungsgealt mindestens so wirksam wie eine Kalaschnikow. Oder nicht.
4. Laden sie die Ausgegrenzten zu sich nach Hause ein. Einfach so. Vielleicht zum Fußballschauen oder Basteln. Und ertragen sie es wenn diese Leute einmal eine Zeitlang nur blöd lachen. Sie müssen in dieser hinsicht etwas offener und nachsichtiger werden und nicht so vekappt militärisch. Leute wie sie bemerken gar nicht mehr wie zackig sie in ihrer antrainierten Lässigkeit drauf sind. Sie sehen in der Regel ihre Uniformirtheit nicht mehr. Wie auch. Wie tragen alle Uniformen. Ich in Form eines Klappstuhls.
5. Wenn ich das richtig verstanden habe gibt es ja in Syrien, dem Irak und Libyen nicht einen Krieg wo A gegen kämpft B sondern einen Krieg im Krieg. Wie nennt man diese russischen Figuren die man aufmacht und dann ist das noch eine Figur drin und dann noch eine. Matrjoschkas. Das Netz weil alles. Irgendwoher muss das Wissen der Salafisten aus dem Salafistentreff ja kommen. Und der Mensch glaubt ja zuerst an Dinge und Sachverhalte an die er glauben will. Trotzdem kämpfen dort im Bermudadreieck des rechten Glaubens, bis auf die Kurden, in der Regel immer Sunniten gegen Schiiten streng voneinander getrennt. Der IS besteht ja ziemlich ausnahmslos aus Sunniten und Konvertiten, die sich einbilden Sunniten sein zu wollen. Können sie ja googeln worin sich diese beiden Glaubensgruppen jetzt genau voneinander unterscheiden. Ist a bisserl so wie zwischen Katholiken und Protestanten. Im Grunde Kinderkram. Deswegen muss man die Sunniten in Syrien, im Irak und im Libyen dazu bringen, ich wollt schon schreiben zwingen, dass sie gegen ihre eigenen Glaubensbrüder vom IS in die Schlacht ziehen. Solange sich Schiiten gegen Sunniten entlang der Glaubensfront bekriegen und wir zur Unterhaltung Bomben schmeißen, tut sich da nichts. Da erfinden sich die vom IS immer wieder einen neuen Grund warum wir hier zwischen die Fronten dieses Krieges geraten sollen. Wie das jetzt in der Praxis genau funktionieren soll weiß ich natürlich nicht. Das steht ja in keiner Zeitung. Ich bin ja weder beim Geheimdienste angestellt noch Stratege im Offiziersrang, der sich den ganzen Tag nur mit solch kniffligen Fragen und Schweinereien beschäftigt. Will ich auch gar nicht. Weil da vergeht einem ja alles.
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Freitag, 20. November 2015
Ich schreib noch immer an einer politischen Anlayse und über den Scheißhausdämon.
der imperialist, 20:38h
Ich bin nur mit dem Goadfather verbandelt was man ja schön am Fischgrät-Parkett sehen kann. In der Dunkelkammer meines Verstandes, habe ich eh schon einen leichten Fischgrät-Parkett-Wahn entwickelt, wie die Leute früher ihre Filme. Sie wissen eh Urlaub am Strand, am Berg, Mỹ Lai, Kodak. Seit neuestem sage ich immer zu allem Fischgrät. Sehe ich etwas das mit Spaß macht oder gefällt, sage ich Fischgrät dazu oder 1125. 1125, weil man sich für den Festpreis von 1125 Euro auf Amazon so ein Dingsda kaufen kann, auf das man seine alte Pommes drauflegt und dann werden im Handumdrehen frische Chips daraus. Zumindest in der Theorie. Letztens in der Nacht als ich pieseln musste, weil ich offensichtlich eine Prostata habe wie der Robert Mugabe bei seiner letzten Wiederwahl, war mein erster Gedanke auf dem Weg ins Klo, Fischgrät 1125, und der nächste auch. Genaugenommen dachte ich an nichts anderes, wenn da nicht mein verhaltensauffälliger Scheißhausdämon wäre, der mich kurz zu anderen Gedankenwelten hinführte wie ein Stück Nutzvieh zur Schlachtbank. Mein Scheißhausdämon nennt sich jetzt „Ludo“. Fragen sie mich bitte nicht wie der auf diesen Namen kam. Ich kenne keinen Ludo. Früher kannte ich mal diese oder jene Frau zu der sagte ich ab und zu du unartiges Luder, du unartiges. Hatten wir das mit dem Luder abgehackt, fragte ich natürlich wie immer an, ob ich mir ein Handtuch nehmen dürfte. So ein Luder-Spiel setzt schon ein wenig Vertrauen voraus. Verstehen sie. Das spielt man in unserer Generation nicht schon in der ersten Nacht. In der ersten Nacht ist so etwas peinlich, wenn nicht sogar unangebracht. Man spielt das Luder-Spiel auch nur mit ausgesuchten Personen, ansonsten verkommt das ja zu einer billigen Masche. Was soll sich den eine erwachsene Frau denken, mit der man gerade erfolgreich das Luder-Spiel absolvierte, wenn man danach fragt ob man sich eine Handtuch nehmen dürfte, oder was aus dem Kühlschrank, das man vielleicht auch noch selbst hineingelegt hat. Von meinem Kühlschrank-Trauma habe ich ihnen eh noch nie erzählt;-). Niemals. Ich frage nach allem und immer wie eine bewusstlose Maschine.
Wo war ich. Ach ja beim Ludo und irgendwie bei einem Zeitungsartikel aus dem ich mir dann eine Autokraten-Legende zusammen leimte. Ein Ludo ist mir an sich nicht bekannt, dafür ein Weißer, den kenne ich. Der hat gestern mal wieder angerufen. Im Laufe des Gesprächs wünschten wir uns beide von einander unabhängig, oder hat das eine nur das andere ergeben, sehnlichst die Neunziger zurück. In den Neunziger war noch alles gut. Da ging gefühlt noch was weiter bei uns und das ist ja das entscheidende oder nicht. Nüchtern betrachtet war dem natürlich nicht so. Mit jedem Promiille hoben wir die Grube, die jetzt metaphorisch für unser Leben steht, nur noch ein wenig tiefer aus, bis wir dann irgendwann im Vollrausch da rein plumpsten. Dort drin hocken wir jetzt und reden andauernd vom Früher, wie Achtzigjährige, die in der Nacht dauernd pieseln müssen weil die eine Prostata haben, die ungefähr so groß wie die vom Schizophrenisten wenn der an den Robert Mugabe denkt. Der Weiße säuft sich ja zu Tode. Logisch das ich dem Weißen immer mal wieder davon abhalten will. Nur das Leben vom Weißen ist ja kein Kindergeburtstag, wie die Homestory vom Blog Alkohol 77, die mit 38 Jahren angeblich 6 Entzüge und 40 Entgiftungen durchgestanden hat, natürlich erfolglos, sonst wäre der Blog ja nur halb so lustig. Nicht schlecht das deutsche Gesundheitssystem. Ehrlich. 6 Entzüge und 40 Entgiftungen. Was denkt sich in so einem Fall denn das medizinische Fachpersonal, sagen wir nach der 26 Entgiftung. Da verliert man ja irgendwie jedes Zutrauen in die eigenen Fähigkeiten. Ist wie Kriegsreporter die andauernd zu neuen Krisenherden aufbrechen. Ich musste vor Jahren ganz Wien abklappern um an eine brauchbare Nerventante zu kommen, die mir a bisserl dabei weiterhalf, die Gedanken des Dingsda in meinen Kopf so zu sortieren, das ich die Dingsda-Gedanken etwas besser von den nichts Dingsda-Gedanken zu unterscheiden lernte. Der Ludo ist ja ein Dingsda-Geschöpf während die Sache mit meiner Prostata und dem Robert Mugabe eher mir zuzuschreiben ist, während die Stimmung in der ich mich befinde, sich wiederum aus beiden Teilen zusammensetzt. Sehr schwierig. Auch für mich. Am gescheitesten nicht mehr darüber nachzudenken. Ich will nicht das die beiden Welten ineinanderfallen. Dann kann ich den Laden zudrehen und auf den 1.12016 hoffen.
Die Tanten und Onkels aus dem Nerven-Gewerbe fragen ja bei den Einstellungsgesprächen zum Patienten immer a bisserl nach einigen Eckpunkten aus deinem Leben. Stinkt es in diesem Ecken zu sehr nach Urin, Niederlage und Hoffnungslosigkeit schicken sie dich auch wieder weg wie die Bandmitglieder der Gruppe Nazareth wenn sich der Herrn Gabriel bei denen als Erzengel vorstellt. A riesen Hetz wenn dir jemanden aus dem Nervengewerbe zu verstehen gibt, das so eine Behandlung bei Schattenwelt-Menschen keinen Sinn mehr macht, weil sie durch ihre jahrelange Berufserfahrung, ganz weit hinein in deine zukünftige Zukunft schauen wie die TarockkartenlegerInnen aus dem Mittagsfernsehen. Sie wissen ja. Rien ne va plus. Dabei rollt die blöde Kugel doch noch, sonst würde man sich ja nicht bei unzähligen Nerventanten und Onkels vorsprechen. Da lob ich mir deutsche Entzugsspezialisten. Die scheinen da etwas anders an die Sache heran zu gehen. Hier würde ein Absatz ganz gut passen. Der Ludo, mindestens 1,93 Meter groß wenn er sich klein macht und noch immer die Sachen vom toten Jungen vom Strand auftragend, was noch immer ziemlich grotesk aussieht, obschon ich mich a bisserl an seinen Anblick gewöhnt habe, schmeißt sich jetzt andauernd mit Anlauf auf die blutüberströmte Leiche, die er tags zu vor noch hirnlos durch die Enge des Klos geschleift hat. Schleifte könnte ich auch scheiben, aber ich hab es nicht so mit den Zeiten. Von Zeiten habe ich keine Ahnung. Sie wissen ja eh. Bam-bam-bam macht es andauernd. Und jetzt schreit der Ludo andauernd „Marsha P. ich bins dein Johnson“. Nee das funktioniert nicht. Das ist Scheiße, gequirlte Scheiße. Der „Ludo“, Ludovic Boumbas ist ja ein Held von Paris. Sie wissen ja letzter Freitag. Der Ludo stammt aus Brazzaville, der Hauptstadt der Republik Kongo. Der saß mit einer Freundin im La Belle in der Rue de Charonne als des große Morden losging. Und dieser Mensch, denn alle nur Ludo nannten, hat sich während des Kugelhagels, einfach so schützend über eine ihm ziemlich unbekannte Frau geschmissen. Die Frau überlebte und der Ludo ist jetzt tot. Heldenhaft gestorben. So ist des halt, wenn man einerseits unglaublich mutig ist und andererseits a bisserl in einem Rollenklischee drin hängt wie in einer Gletscherspalte. Komisch das sich aus der Chefredaktion der Emma und so, noch niemand über diesen rückständigen Trottel aufgeregt hat. Schmeißt sich einfach ungebeten so auf eine Frau. Müssten die sich doch eigentlich aufregen oder nicht. Egal. Und die Marsha P. Johnson wiederum war eine amerikanische Drag-Queen aus dem Stonewall, Christopher Street, sie wissen eh 1969 unter Nixon. Ich wusste schon was sich einst im Stonewall so zugetragen hat, was mir ziemlich imponierte, aber wer die Marsha war, weiß ich erst aus der Zeitung. Die Marsha war ähnlich mutig wie der Ludo.
Und jetzt wollte ich das so hin konstruieren, das mein Scheißhausdämon der nur noch Ludo genannt werden möchte, sich schützend auf die Marsha schmeißt, um nicht nur der fremden Frau das Leben zu retten, sondern mit seiner heldenhaften Tat gleich die Werte unserer ganzen Kultur. Verstehen sie. Nur funktioniert das nicht, weil die Marsha nicht vom Ludo gerettet werden muss. Die hat sich ja selbst gerettet. Gescheiter wäre es wenn sich die Marsha schützend auf den Ludo wirft, derweil sich der Ludo wiederum auf diese ihm fremde Frau schmeißt. Nur erinnert das dann irgendwann an ein Fußballspiel, wenn mit der letzten Aktion doch noch der Siegestreffer gelingt. Da kugeln dann auch alle durcheinander. Mir ist das jetzt zu blöd da irgendwie eine vernünftige und künstlerisch anspruchsvolle Lösung zu finden. Es lebe der Ludo und die Marsha, hoch hinaus in den Himmeln soll sie leben, und immer weiterleben in unseren Gedanken, Trinksprüchen und Gebeten. Und in 25 Jahren heben die Menschen noch immer das Glas auf den Ludo oder die Marsha und die Musik spielt auf, viel weniger kriegerisch wie die Marseillaise, aber nicht weniger bewegend und alle halten für einen Augenblick inne. Aber so wie ich die Leute einschätze wird da nichts draus.
Jetzt habe ich da einen Running-Gag mit dem Scheißhausdämon, der konsequent die Sachen vom toten Jungen vom Strand aufträgt und dann überstrapazier ich das total. Der Vater vom toten Jungen, der ja seine beiden Kinder und die Frau im schönen Mittelmeer verloren hat, lebt ja derzeit in einer Ruine in Kobane. Wenigstens begraben hat er seine Menschen können. Hoffentlich schmeißt keine der sich bekriegenden Parteien versehentlich oder bewusst eine Bombe auf das Grab. Ich kann sie nur bitten das diesen Menschen nicht anzutun. Weil mir nichts einfällt reite ich andauernd auf dem Scheißhausdämon herum wie auf einer Zuchtmaus. Schreiben sie einmal auf Seroquel-Neurotop-Basis. Da kommt nicht mehr viel herum. Ehrlich. Die Wahrheit ist, diese Woche hatte ich genau einen Ludo-Moment, vielelicht weil ich mir stundenlang das Video auf der Homepage der Daily Mail anschaute. Sie wissen ja, wo einer der Attentäter ins Kaffee ballert und eine Frau vor der Kneipe umbringen/auslöschen/erschießen/exekutieren will und dann Ladehemmung hat. Der Attentäter hatte natürlich keine Hemmung sondern seine Puffen. Schauderlich oder. Ich konnte nicht genug kriegen von diesem Gemetzel. Viel hat nicht gefehlt und ich hätte mir beim Ansehen auch noch einen herunter geholt. Das der Ladehemmung oder vergessen hatte nachzuladen viel mir gar nicht auf. Ich schaute andauernd nur auf eine Frau in einem Mantel die sich ihre verletzte Hand hielt. Die lief durch das Kaffee und ging hinter der Theke in Deckung. Dort war schon eine Barfrau in Deckung gegangen. Und die schien körperlich ziemlich unverletzt zu sein. Ich bildete mir ein die Frau mit der verletzten Hand hatte auch einen Loch im Rücken. Aber dem war nicht so, ich kann sie beruhigen. Die Barfrau legte dann ihre Hände im die verletzte Frau wie eine Mutter um ihr Kind. Die verletzte Frau machte sich auch ganz klein und rollte sich in ihrem Schock in der anderen Frau zusammen. Obschon die Barfrau selbst schwer unter Schock stand, nehme ich mal an, kümmerte die sich um die verletzte Frau, so gut es halt ging. Herzlich sogar. Und das im Moment höchster Not. Wie sagte Hölderlin. Wo aber Gefahr ist wächst auch das Rettende. (na ja ich war mal anderer Meinung) Die Sache ist ja so. Da draußen gibt es so viele gute Menschen. Egal woher die kommen oder wohin sie gehen und wie grantig die aus der Wäsche schauen. Und manchmal scheint es so, als ob all das Gute das es da draußen in den Menschen, nicht weiß wie es ich gegen das Böse wappnen oder behaupten soll, außer dass sie auch noch in höchster Not ihre Hände schützend über anderen Menschen legen oder ihr Leben hergeben. Verstehen sie. Die geben ihr Leben ohne großer ideologischer Schauerkulisse. Die sind nicht indoktiniert und seelich völlig verküpelt. Irgendetwas scheint in unserer Kommunikation und Weltwahrnehmung nicht mehr ganz zu stimmen. In den Medien wurde über die Barfrau nicht geschrieben. Nicht ein Wort stand dort über diese tolle Person weil alle nur gebannt auf das Böse starren. Ich weiß nicht woran es liegt das wir das Gute und Rettende in der Welt nicht mehr sehen können. Ich finde es braucht eine Revolution, ja eine Weltrevolution, das wir endlich wieder lernen das Rettende in uns und in der Welt zu sehen. Sozusagen eine positive Utopie, die mal keine Gift und Galle spuckt und sich von jenen, die sich andauernd heimlich den Untergang herbeisehnen, nicht mehr einschüchtern und aus der Spur drängen lässt. Im Fußball sagt man die Schneid abkaufen. Und die Erzheilige dieser Utopie ist diese Barfrau vor der ich ehrsüchtig meinen Hut ziehe. Und was mache ich. Ich sitze da und bettle um eine beschissene Träne. Aber da kommt nichts. Die Tränendrüse ist böse mit mir. Schon seit langem. Außer sie sind eine Schizophrenisten-Katze und sterben. Ich weiß nicht mehr wie das mit den Weinen und Bedauern funktioniert, wenn sie nicht gerade eine Schizophrenisten-Katze sind. Da habe ich wirklich was gefühlt. Sehe ich sie dreht es mir oft den Magen um, obschon sie mit höher Wahrscheinlichkeit einer von den Guten sind. Das ist schauderlich. Wie es ausschaut habe ich mir über die Jahre hinweg die Schneid abkaufen lassen. Vielleicht ist das der Grund warum mein Scheißhausdämon jetzt den Mantel dieser Frau trägt. Ehrsüchtig finde ich besser als ehrfürchtig. Das lasse ich so stehen.
Wo war ich. Ach ja beim Ludo und irgendwie bei einem Zeitungsartikel aus dem ich mir dann eine Autokraten-Legende zusammen leimte. Ein Ludo ist mir an sich nicht bekannt, dafür ein Weißer, den kenne ich. Der hat gestern mal wieder angerufen. Im Laufe des Gesprächs wünschten wir uns beide von einander unabhängig, oder hat das eine nur das andere ergeben, sehnlichst die Neunziger zurück. In den Neunziger war noch alles gut. Da ging gefühlt noch was weiter bei uns und das ist ja das entscheidende oder nicht. Nüchtern betrachtet war dem natürlich nicht so. Mit jedem Promiille hoben wir die Grube, die jetzt metaphorisch für unser Leben steht, nur noch ein wenig tiefer aus, bis wir dann irgendwann im Vollrausch da rein plumpsten. Dort drin hocken wir jetzt und reden andauernd vom Früher, wie Achtzigjährige, die in der Nacht dauernd pieseln müssen weil die eine Prostata haben, die ungefähr so groß wie die vom Schizophrenisten wenn der an den Robert Mugabe denkt. Der Weiße säuft sich ja zu Tode. Logisch das ich dem Weißen immer mal wieder davon abhalten will. Nur das Leben vom Weißen ist ja kein Kindergeburtstag, wie die Homestory vom Blog Alkohol 77, die mit 38 Jahren angeblich 6 Entzüge und 40 Entgiftungen durchgestanden hat, natürlich erfolglos, sonst wäre der Blog ja nur halb so lustig. Nicht schlecht das deutsche Gesundheitssystem. Ehrlich. 6 Entzüge und 40 Entgiftungen. Was denkt sich in so einem Fall denn das medizinische Fachpersonal, sagen wir nach der 26 Entgiftung. Da verliert man ja irgendwie jedes Zutrauen in die eigenen Fähigkeiten. Ist wie Kriegsreporter die andauernd zu neuen Krisenherden aufbrechen. Ich musste vor Jahren ganz Wien abklappern um an eine brauchbare Nerventante zu kommen, die mir a bisserl dabei weiterhalf, die Gedanken des Dingsda in meinen Kopf so zu sortieren, das ich die Dingsda-Gedanken etwas besser von den nichts Dingsda-Gedanken zu unterscheiden lernte. Der Ludo ist ja ein Dingsda-Geschöpf während die Sache mit meiner Prostata und dem Robert Mugabe eher mir zuzuschreiben ist, während die Stimmung in der ich mich befinde, sich wiederum aus beiden Teilen zusammensetzt. Sehr schwierig. Auch für mich. Am gescheitesten nicht mehr darüber nachzudenken. Ich will nicht das die beiden Welten ineinanderfallen. Dann kann ich den Laden zudrehen und auf den 1.12016 hoffen.
Die Tanten und Onkels aus dem Nerven-Gewerbe fragen ja bei den Einstellungsgesprächen zum Patienten immer a bisserl nach einigen Eckpunkten aus deinem Leben. Stinkt es in diesem Ecken zu sehr nach Urin, Niederlage und Hoffnungslosigkeit schicken sie dich auch wieder weg wie die Bandmitglieder der Gruppe Nazareth wenn sich der Herrn Gabriel bei denen als Erzengel vorstellt. A riesen Hetz wenn dir jemanden aus dem Nervengewerbe zu verstehen gibt, das so eine Behandlung bei Schattenwelt-Menschen keinen Sinn mehr macht, weil sie durch ihre jahrelange Berufserfahrung, ganz weit hinein in deine zukünftige Zukunft schauen wie die TarockkartenlegerInnen aus dem Mittagsfernsehen. Sie wissen ja. Rien ne va plus. Dabei rollt die blöde Kugel doch noch, sonst würde man sich ja nicht bei unzähligen Nerventanten und Onkels vorsprechen. Da lob ich mir deutsche Entzugsspezialisten. Die scheinen da etwas anders an die Sache heran zu gehen. Hier würde ein Absatz ganz gut passen. Der Ludo, mindestens 1,93 Meter groß wenn er sich klein macht und noch immer die Sachen vom toten Jungen vom Strand auftragend, was noch immer ziemlich grotesk aussieht, obschon ich mich a bisserl an seinen Anblick gewöhnt habe, schmeißt sich jetzt andauernd mit Anlauf auf die blutüberströmte Leiche, die er tags zu vor noch hirnlos durch die Enge des Klos geschleift hat. Schleifte könnte ich auch scheiben, aber ich hab es nicht so mit den Zeiten. Von Zeiten habe ich keine Ahnung. Sie wissen ja eh. Bam-bam-bam macht es andauernd. Und jetzt schreit der Ludo andauernd „Marsha P. ich bins dein Johnson“. Nee das funktioniert nicht. Das ist Scheiße, gequirlte Scheiße. Der „Ludo“, Ludovic Boumbas ist ja ein Held von Paris. Sie wissen ja letzter Freitag. Der Ludo stammt aus Brazzaville, der Hauptstadt der Republik Kongo. Der saß mit einer Freundin im La Belle in der Rue de Charonne als des große Morden losging. Und dieser Mensch, denn alle nur Ludo nannten, hat sich während des Kugelhagels, einfach so schützend über eine ihm ziemlich unbekannte Frau geschmissen. Die Frau überlebte und der Ludo ist jetzt tot. Heldenhaft gestorben. So ist des halt, wenn man einerseits unglaublich mutig ist und andererseits a bisserl in einem Rollenklischee drin hängt wie in einer Gletscherspalte. Komisch das sich aus der Chefredaktion der Emma und so, noch niemand über diesen rückständigen Trottel aufgeregt hat. Schmeißt sich einfach ungebeten so auf eine Frau. Müssten die sich doch eigentlich aufregen oder nicht. Egal. Und die Marsha P. Johnson wiederum war eine amerikanische Drag-Queen aus dem Stonewall, Christopher Street, sie wissen eh 1969 unter Nixon. Ich wusste schon was sich einst im Stonewall so zugetragen hat, was mir ziemlich imponierte, aber wer die Marsha war, weiß ich erst aus der Zeitung. Die Marsha war ähnlich mutig wie der Ludo.
Und jetzt wollte ich das so hin konstruieren, das mein Scheißhausdämon der nur noch Ludo genannt werden möchte, sich schützend auf die Marsha schmeißt, um nicht nur der fremden Frau das Leben zu retten, sondern mit seiner heldenhaften Tat gleich die Werte unserer ganzen Kultur. Verstehen sie. Nur funktioniert das nicht, weil die Marsha nicht vom Ludo gerettet werden muss. Die hat sich ja selbst gerettet. Gescheiter wäre es wenn sich die Marsha schützend auf den Ludo wirft, derweil sich der Ludo wiederum auf diese ihm fremde Frau schmeißt. Nur erinnert das dann irgendwann an ein Fußballspiel, wenn mit der letzten Aktion doch noch der Siegestreffer gelingt. Da kugeln dann auch alle durcheinander. Mir ist das jetzt zu blöd da irgendwie eine vernünftige und künstlerisch anspruchsvolle Lösung zu finden. Es lebe der Ludo und die Marsha, hoch hinaus in den Himmeln soll sie leben, und immer weiterleben in unseren Gedanken, Trinksprüchen und Gebeten. Und in 25 Jahren heben die Menschen noch immer das Glas auf den Ludo oder die Marsha und die Musik spielt auf, viel weniger kriegerisch wie die Marseillaise, aber nicht weniger bewegend und alle halten für einen Augenblick inne. Aber so wie ich die Leute einschätze wird da nichts draus.
Jetzt habe ich da einen Running-Gag mit dem Scheißhausdämon, der konsequent die Sachen vom toten Jungen vom Strand aufträgt und dann überstrapazier ich das total. Der Vater vom toten Jungen, der ja seine beiden Kinder und die Frau im schönen Mittelmeer verloren hat, lebt ja derzeit in einer Ruine in Kobane. Wenigstens begraben hat er seine Menschen können. Hoffentlich schmeißt keine der sich bekriegenden Parteien versehentlich oder bewusst eine Bombe auf das Grab. Ich kann sie nur bitten das diesen Menschen nicht anzutun. Weil mir nichts einfällt reite ich andauernd auf dem Scheißhausdämon herum wie auf einer Zuchtmaus. Schreiben sie einmal auf Seroquel-Neurotop-Basis. Da kommt nicht mehr viel herum. Ehrlich. Die Wahrheit ist, diese Woche hatte ich genau einen Ludo-Moment, vielelicht weil ich mir stundenlang das Video auf der Homepage der Daily Mail anschaute. Sie wissen ja, wo einer der Attentäter ins Kaffee ballert und eine Frau vor der Kneipe umbringen/auslöschen/erschießen/exekutieren will und dann Ladehemmung hat. Der Attentäter hatte natürlich keine Hemmung sondern seine Puffen. Schauderlich oder. Ich konnte nicht genug kriegen von diesem Gemetzel. Viel hat nicht gefehlt und ich hätte mir beim Ansehen auch noch einen herunter geholt. Das der Ladehemmung oder vergessen hatte nachzuladen viel mir gar nicht auf. Ich schaute andauernd nur auf eine Frau in einem Mantel die sich ihre verletzte Hand hielt. Die lief durch das Kaffee und ging hinter der Theke in Deckung. Dort war schon eine Barfrau in Deckung gegangen. Und die schien körperlich ziemlich unverletzt zu sein. Ich bildete mir ein die Frau mit der verletzten Hand hatte auch einen Loch im Rücken. Aber dem war nicht so, ich kann sie beruhigen. Die Barfrau legte dann ihre Hände im die verletzte Frau wie eine Mutter um ihr Kind. Die verletzte Frau machte sich auch ganz klein und rollte sich in ihrem Schock in der anderen Frau zusammen. Obschon die Barfrau selbst schwer unter Schock stand, nehme ich mal an, kümmerte die sich um die verletzte Frau, so gut es halt ging. Herzlich sogar. Und das im Moment höchster Not. Wie sagte Hölderlin. Wo aber Gefahr ist wächst auch das Rettende. (na ja ich war mal anderer Meinung) Die Sache ist ja so. Da draußen gibt es so viele gute Menschen. Egal woher die kommen oder wohin sie gehen und wie grantig die aus der Wäsche schauen. Und manchmal scheint es so, als ob all das Gute das es da draußen in den Menschen, nicht weiß wie es ich gegen das Böse wappnen oder behaupten soll, außer dass sie auch noch in höchster Not ihre Hände schützend über anderen Menschen legen oder ihr Leben hergeben. Verstehen sie. Die geben ihr Leben ohne großer ideologischer Schauerkulisse. Die sind nicht indoktiniert und seelich völlig verküpelt. Irgendetwas scheint in unserer Kommunikation und Weltwahrnehmung nicht mehr ganz zu stimmen. In den Medien wurde über die Barfrau nicht geschrieben. Nicht ein Wort stand dort über diese tolle Person weil alle nur gebannt auf das Böse starren. Ich weiß nicht woran es liegt das wir das Gute und Rettende in der Welt nicht mehr sehen können. Ich finde es braucht eine Revolution, ja eine Weltrevolution, das wir endlich wieder lernen das Rettende in uns und in der Welt zu sehen. Sozusagen eine positive Utopie, die mal keine Gift und Galle spuckt und sich von jenen, die sich andauernd heimlich den Untergang herbeisehnen, nicht mehr einschüchtern und aus der Spur drängen lässt. Im Fußball sagt man die Schneid abkaufen. Und die Erzheilige dieser Utopie ist diese Barfrau vor der ich ehrsüchtig meinen Hut ziehe. Und was mache ich. Ich sitze da und bettle um eine beschissene Träne. Aber da kommt nichts. Die Tränendrüse ist böse mit mir. Schon seit langem. Außer sie sind eine Schizophrenisten-Katze und sterben. Ich weiß nicht mehr wie das mit den Weinen und Bedauern funktioniert, wenn sie nicht gerade eine Schizophrenisten-Katze sind. Da habe ich wirklich was gefühlt. Sehe ich sie dreht es mir oft den Magen um, obschon sie mit höher Wahrscheinlichkeit einer von den Guten sind. Das ist schauderlich. Wie es ausschaut habe ich mir über die Jahre hinweg die Schneid abkaufen lassen. Vielleicht ist das der Grund warum mein Scheißhausdämon jetzt den Mantel dieser Frau trägt. Ehrsüchtig finde ich besser als ehrfürchtig. Das lasse ich so stehen.
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