Mittwoch, 22. April 2015
Die Ignorantin und ihr Wahnsinniger
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Der Schizophrenist: „Erstens Frau Doktor bin ich nicht schizophren und eine gestörte Persönlichkeit habe ich schon gleich gar nicht. Ich will mit diesen ganzen Irren nicht länger in einen Topf geschmissen werden. Ich will mit dieser ganzen Psychoscheiße nichts mehr zu tun haben. Ich fühle mich da in schlechter Gesellschaft und nicht standesgemäß vertreten. Ich lass keine Flugzeuge in Berge krachen. Und ich köpfe auch keine wildfremden Menschen, um Gott den Weg ins irdische Paradies zu ebnen. Verstehen sie. Mir befiehlt keine Stimme dass der englischen Gentleman, der die Wohnung über mir gekauft hat, schön aufgeschlitzt gehört, weil seine Augen so tot sind wie seine Eier. Dem hau ich erst eine aufs Maul wenn er das Loch in meiner Badezimmerdecke nicht reparieren lässt. Ich bin definitiv nicht schizophren. Und bitte kommen sie mir nicht mehr mit dieser Persönlichkeitsstörung. Von Persönlichkeitsstörungen will ich auch nichts mehr hören. Von Schizophrenie und gestörten Persönlichkeiten habe ich ein für allemal die Schnauze voll. Gestrichen voll sogar. Ich habe beschlossen dass mir nichts mehr fehlt. Ich will endlich im Leben der Normalsterblichen anschreiben“.

Nerventante: „Doch“.

Der Schizophrenist: „Was doch“.

Nerventante: „Sie sind schizophren“.

Der Schizophrenist: „Na ja vielleicht in gewissen Situationen a bisserl unsortiert und paranoid, sagen wir unbegründet überängstlich. Aber eine Persönlichkeitsstörung habe ich auf gar keinen Fall. Ich gehöre nicht zu den Leuten die sich im Internet 25 Persönlichkeiten und irgendwelche Schauermärchen erfinden nur um Punkten zu können. Persönlichkeitsstörung?! Ich. Niemals. Im Kühlfach meines Kühlschranks befindet sich nur Tiefgefrorenes, ausschließlich vom Supermarkt. Da liegen nur tote Tiere herum die man bei uns ungestraft fressen darf. Ich bestelle nichts im tiefen Internet wenn sie verstehen was ich meine. Sogar wenn ich mir einen herunterhole schließe ich vorher die Jalousie und so“.

Nerventante: „Doch sie haben eine Persönlichkeitsstörung“.

Der Schizophrenist: „Nee habe ich nicht. Das lasse ich mir von ihnen nicht mehr einreden. Wer bitte gibt den da die Norm vor und wie bildet die sich denn und woraus? Gibt das Massenuntersuchungen von denen ich nichts weiß. Und woher wollen sie das so genau wissen. Sie kennen meine unterkärntner Heimat ja nur von der Durchfahrt“.

Nerventante: „Schaun`s. Ich erklär ihnen das so. Jedes Kind macht gewisse Phasen in seiner Entwicklung durch. Und ihre Entwicklung wurde durch den Verlust der Mutter…“

Der Schizophrenist: „Ach kommen sie mir bitte nicht mit der Mutter. Die ist mir doch scheißegal. Ich bin ja von der Großmutter erzogen worden. Die habe ich durch die Scheidung verloren. Und nicht die Mutter diese narzisstische Fotze. Der bin ich doch scheißegal. Die lässt sich in einem Provinzblatt das goldene Mutterkreuz umhängen. Alte Schachtel verblödete".

Nerventante: „Trotzdem haben sie einen schweren Verlust erlitten. Und wie sie mir erzählten hat sich der Vater dann in den nächsten Jahren nicht mehr besonders altersgerecht um sie gekümmert. Oder hat er ihnen Märchen vorgelesen?“

Der Schizophrenist: „Nee, nix. Der Goadfather hat mir keine Märchen vorgelesen und die Haushälterin, dieser fette Trampel auch nicht. Die hat nur geraucht. Wenn ich Pech habe ist die der Grund, die Ursache, weshalb heute auf fette Frauenärsche stehe. Aber Witze hat der Goadfather erzählt. Einige waren ziemlich schweinisch. Ist das nichts? Möchstens einen hören. Kommt ein Mann zu seiner Psychiaterin".

Nerventante: „Sehen sie in dieser Lebensphase zwischen 4 und 7 haben sie gewisse notwendige Entwicklungsprozesse, die existenziell für eine gesunde Persönlichkeit sind, nicht durchlebt. Ihr Vater hat sie immer auf Distanz gehalten, weil er sich auch die schizophrene Mutter auf Distanz halten musste………..
Der Schizophrenist fällt der Nerventante ins Wort.

Der Schizophrenist: „Das ich allein in einem Zimmer herum saß und nasenbohrte, das haben sie doch von mir. Ich habe dieser Story gewissermaßen erfunden und sie ihnen gesteckt, weil mir nichts anderes einfiel. Und sie stricken sich daraus eine schöne Entwicklungsstörung, die sie dann mir umhängen, weil sie nicht als Allgemeinmedizinerin arbeiten wollten. Ich bin weder gestört noch schizophren“:

Nerventante: „Doch sind sie“

Der Schizophrenist: „Entschuldige bitte, was ist denn mit all den Scheidungswaisen, Kindern aus gleichgeschlechtlichen Beziehungen usw. Sind die auch alle Entwicklungsgestört oder was?“

Nerventante: „Nicht unbedingt. Das kann man auch nicht einfach so verallgemeinern“.

Der Schizophrenist: „Das DSM-Büchlein ist in den letzten 50 Jahren von 8 Seiten auf 600 Seiten oder so angewachsen. (laut Wikipedia von 130 Seiten und 106 Diagnosen 1952, auf 943 Seiten und 297 Diagnosen 2013) In diesem scheiß Büchlein findet sich doch für jeden etwas Passendes. Ist wie bei Zalando. Hier im psychischen Störungen-Abverkauf hätten wir noch ein schönes Angebot. Da kann ja jeder kommen. Im strafrechtlichen Sinne bin ich noch nie auffällig geworden. Mein Leumund ist so unbefleckt wie die Möse von der Maria Mutter Gottes. Da draußen rennen Millionen von Menschen herum, für die das DSM ganz wunderbare Diagnosen im Angebot hätte. Nur denen kommt keiner blöd. Gibt Psychopathen_Innen und Soziopathen_Innen zum Häusel füttern, die im feinsten Zwirn in Vorstandsetagen hocken oder Männer gegen ein Entgeld beschimpfen und in die Klöten treten. Und die werden für ihren Wahnsinn auch noch gefeiert. Das ist unfair. Oder glauben sie Künstler sind alle ganz normal“.

Nerventante: „Ich kann ihre Verärgerung durchaus verstehen und nachvollziehen. Aber es gibt auch genetische Dispositionen die in ihrer Familie leider anzutreffen sind. Ihre Großmutter“.

Der Schizophrenist: „Was wollen sie damit sagen. Wollen sie damit sagen die Erkrankung war unausweichlich, gewissermaßen schicksalshaft. Und was wäre geschehen wenn ich nie gekifft hätte. Ich scheiß auf ihren genetischen Fatalismus. Das ist ja wie mit den Toten im Mittelmeer“.

Nerventante: „Was meinen sie damit“.

Der Schizophrenist: „Da gibt es auch gesellschaftliche Dispositionen“. In Syrien herrscht Krieg. Niger ist überbevölkert. Afrika soll von 1,2 Mrd. Menschen auf über 4 Mrd. Menschen anwachsen. Wenn sich die gesellschaftlichen Bedingungen dort nicht bessern, werden noch Zehntausende im Mittelmeer absaufen. Sie tun ja so als ob die Schizophrenie unausweichlich war. Das nehme ich so nicht mehr hin. Ich will sagen können das ich eine Wahl hatte. Oder leben wir hier im Dritten Reich“.

Nerventante sagt nichts und sieht den Schizophrenisten wie soll man sagen, wie ein kleines, trotziges Kind an.

Der Schizophrenist: „Okay einigen wir uns darauf dass ich eines von beiden hab. Aber beides nehme ich nicht mehr widerstandslos hin. Bei Zalando kann man auch Dinge die einem nicht gefallen wieder zurückschicken. Das mache ich hiermit“.

Nerventante: „Versuchen wir es so. Wie viele längere und stabile Beziehungen hatten sie bis jetzt in ihrem Leben?“

Der Schizophrenist: „Zu Katzen 20 Jahre durchgehend. Zu Huren sagen wir 15 Jahre auch äußerst stabil. In letzter Zeit werde ich da etwas instabil. Und fernsehen tue ich auch noch immer leidenschaftlich gern. Ohne Glotze geht bei mir gar nichts. Was für die alte ägyptischen Pharaonen die Totenmaslen aus Gold waren ist für mich die Glotze. Ich stehe voll auf Frauen aus der Glotze. Machmal verliebe ich mich sogar in die".

Nerventante sieht den Schizophrenisten wieder mit diesem ganz speziellen Blick an.

Der Schizophrenist: „Wissen sie was. Ich bin sterblich. Alt werde ich auch schön langsam, immer schnelleren Schrittes. Ich wanke auf die Fünfzig zu. Und wenn ich auf mein Leben zurücksehe, und eine Zwischenbilanz ziehe wie ein Schiedsrichter den weißen Strich, ist alles was ich geschaffen habe, Schizophrenie und eine Persönlichkeitsstörung. Nicht einmal zu einer schönen Konsumentenbiografie habe ich mich hoch gebückt. Viel ist des nicht gerade oder. Im österreichischen Parlament sitzt ein Mann, der kann sich selbstständig nicht einmal den Arsch auswischen. Nicht einmal atmen kann der selbstständig. Und trotzdem hat er es zum Nationalratsabgeordneten und Behindertensprecher seiner Partei gebracht. Ein bewundernswerter Mensch. Vielleicht können sie jetzt verstehen und nachvollziehen das ich ein wenig aufgebracht bin".

Nerventante: „Sie sind nicht nur aufgebracht sondern psychotisch“.

Der Schizophrenist: „Niemals. Ich bin nie psychotisch“.

Nerventante: „Doch sind sie“.

Der Schizophrenist: „Sie haben leicht reden. Wenn ich Pech hab stopft der englische Gentleman das Loch in meiner Badezimmerdecke nicht und dann kann ich mir beim Zähneputzen, die Altherren-Hoden vom englischen Patienten anschauen, die am Duschboden dahin schleifen und quietschen. Bei meinem Glück fallen die gleich ganz durch, so wie ich in der Schule. Dann hängen seine scheiß Eier über meinem Badezimmerspiegel. Wollen sie so ein Leben leben?“

Nerventante versucht nicht zu lachen. Scheitert aber.

Der Schizophrenist: „Verstehen sie jetzt warum ich Angst vorm Sterben habe. Ich habe ja nicht richtig gelebt. Das Leben in all seinen Facetten. Was soll denn diese Scheiße. Ich halte diese Menschen mit ihren gelungenen Facettenleben nicht mehr aus. Ich bin nichts außer schizophren und persönlichkeitsgestört. Was ist denn das für ein Lebensziel oder gar Vermächtnis. Verstehen sie so kann das nicht weiter. Nicht einmal ein Kind habe ich gezeugt. Was ist Frau Doktor, machen wir was zusammen. Gibt eine 65jährige die ist mir Vierlingen angefüllt. Wir haben noch Luft nach oben. Ab diesem Moment jetzt bin ich weder schizophren noch persönlichkeitsgestört. Ich nenne das jetzt das Blechtrommelsyndrom“.

Nerventante (geduldig wie ein Raubtier): „Doch sind sie. Und heute sind sie ziemlich psychotisch. Ist etwas außergewöhnliches vorgefallen?“

Der Schizophrenist: „Nee, nicht wirklich. Todesangst habe ich verstehen sie und die Welt überfordert mich, andauernd sterben Menschen. Ich verstehe das nicht, ich weiß nicht wie man dieses Sterben hinnehmen soll. In der Milchstraße gibt es nur einen bewohnten Planeten und da sterben andauernd alle, kaufen ein oder schauen auf ihren Smartphones anderen beim Ersaufen zu. Die Gleichzeitigkeit bringt mich noch um den Verstand. Während jemand im Mittelmeer zu Fischfutter wird, betreibt die Mafia in Sizilien das größe Auffanglager für Flüchtlinge und irgendwo holt sich ein dementer Mann, dem sein weiches Hirn, alle gesellschaftlichen Konventionen vergessen ließ, am Balkon einer Einrichtung einen herunter. Und der Kopf sagt dauernd, nur das Kronen Öl das Feine gibt den Speisen erst das Reine. Und zum Backen und zum Braten, kann ich Kronen Öl nur raten. Und auf der U-Bahn fahrt hier her war ich mir sicher, dass die scheiß Bahn entgleist oder einer die U-Bahn Garnitur in die Luft jagt".

Nerventante: „Soll ich ihnen zusätzlich was aufschreiben. Ein Praxiten?“

Der Schizophrenist: „Warum mir fehlt doch nichts. Weder bin ich schizophren, noch persönlichkeitsgestört“.

Nerventante: „Doch sind sie“.

Nächster Termin im Mai.

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Montag, 20. April 2015
Handwerkerblues
An sich bewundere ich ja Handwerker für ihre Fertigkeiten. Ich bespiele ja mit meinem ungehörten Leben eher eine Welt, in der ich zur übergroßen Mehrzahl von Menschen zähle, die zu bloßen Anhängseln eines kapitalgetriebenen technologischen Prozesses wurden. Meine Hände können nichts herstellen und kaum etwas reparieren. Mit meinen Händen kann ich nur wixen. Und das auch nur mit der Linken. Rechts werde ich nicht geil. Der amerikanische Soziologe Richard Sennet behauptet, ohne Kenntnis vom Machen der Dinge sind wir auch als Konsumenten nicht urteilsfähig. Stimmt nicht ganz. Wir sind nur eingeschränkt urteilsfähig. In der Regel werden wir von den handwerklichen Profis abgezogen. Nicht immer und vorwiegend nach Strich und Fragen, doch Handwerker haben einen 6. Sinn für handwerkliche Laien die nichts schnallen. Warum das so ist. Weil es kaum Handwerker gibt die Moralphilosophie studiert haben oder Sonntags in die Messe gehen. Und nicht nur von denen wird man abgezockt. Stichwort „Geplante Obsoleszenz“. Nichts hält ewig, aus einer Miele. War früher zumindest so. Das Brachliegen produktiver Potenzen beschädigt Charaktereigenschaften wie Stolz, Bindungsfähigkeit, Engagement und Loyalität, kurz: der moderne Kapitalismus fragmentiert die Biografien, zerreibt die Kultur und gefährdet die Demokratie. Behauptet zumindest der „Richi“, auf Zeit.de. Gott sei Dank bin ich wenigstens geschickt genug zum Kopieren und Einfügen. Eine der wichtigsten Kulturtechniken des 21.Jahrhunderts. Und einen flinken Daumen sollten sie auch haben wenn sie im 21.Jahrhundert bestehen wollen. Ganz so schlimm wird es wahrscheinlich nicht kommen. Der Richi schreibt halt gerne Bücher. Da wird er als Soziologe von den Büchermarktverhältnissen beinahe dazu gezwungen den ausbleibenden Weltuntergang mitzudenken und vorwegzunehmen. Offen und ehrlich gebe ich zu das ich mich über geschicktere Hände und einen ausgeprägten Sinn für Materialien/Stoffe und so aufrichtig freuen würde. Es muss ja nicht gleich eine Stradivari sein, die durch meiner Hände-Geist arbeitet, zu unvergesslicher Musik heranreift. Vorausgesetzt natürlich sie können spielen. Können ja nur die Wenigstens. Gibt ja so Irre die kaufen sich eine Stradivari einfach nur zum Ansehen oder Herzeigen. Natürlich nur an ausgewählte Personen. Es soll ja Stinkreiche geben die ihre kostbaren Schätze nur noch einlagern. Freeport-Reichtum. Allein im Genfer Freeport sollen sich laut einem Bericht des Schweizer Wirtschaftsmagazins „Bilanz“ nebst französischen Impressionisten und amerikanischen Pop-Art-Künstlern, 1.000 Bilder und Zeichnungen von Pablo Picasso befinden.
Irgendetwas Handwerkliches würde ich schon gerne können. Ich kann ja nicht einmal mein Fahrrad dahingehend sanieren das es mich einmal um die Insel trägt. Die Sozialwohnung über mir, zu deren Untergang ich unzweifelhaft beigetragen habe, indem ich mich für die sozial Benachteiligten in die Bresche warf, hat ja ein englischer Gentleman gekauft. Wien ist zu einem selten teuren Pflaster verkommen. Für das Geld das der englische Gentleman abgerdrückt hat, kriegt man in Sachsen-Anhalt ein Schloss mit einen 18 Loch Golfplatz. Herr Bürgeremeister nicht jeder sitzt auf einem Ticket für eine Gemeindewohung. Hauptsache die MAHÜ ertrahlt im neuen (grünen) Glanz. Verleiht dem Betteln in der MAHÜ eindeutig mehr Würde. (Goadfather was würde ich nur ohne di machen) Müsste ich bei der Stadt Wien um 30m2 betteln. Der englische Gentleman und ich haben uns ein wenig angefreundet. Geht ja ziemlich schnell mit mir. Sie wissen ja angegrauter Skilehrercharme. Dabei habe ich es in meiner Wintersportkarriere nur zum Liftboy gebracht. Egal. Vielleicht liegt es aber auch daran, das des britische Empire eines der Kultur war und keines der Rasse. Der englische Gentleman, steht knapp vor der Pension, ist ziemlich homo und renoviert jetzt. Woher ich weiß dass er schwul ist. Weiß ich natürlich nicht. Allein schon dafür das ich so tu als ob, und dann noch darüber schreibe, spricht dafür das sich der Peter andere Freunde im Haus suchen sollte. Was geht mich die sexuelle Orientierung eines englischen Gentlemans an. Er fragt mich ja auch nicht ob ich schizophren bin. Entweder ist er einsam oder er will mich ficken, oder von beidem a bisserl. Ah good old austrian Verlegenheitsfick so zum Lebensausklang. Zwei einsame Herzen die sich finden und dann aneinander kuscheln. Ich bin aber eine Heteroschlmape. Ich mach es höchstens mit Transen. Gibt ja wirklich fesche. Küssen sich Männer in Filmen mache ich meist die Augen zu bis es vorbei ist. Der englische Gentleman ist sogar so nett und zuvorkommend das er den Handwerker ein Mail zukommen ließ, indem er die aufforderte, erst ab 10 Uhr mit den Bohrarbeiten zu starten, weil ich ja nicht schlafen kann. Kurz und gut. Die Handwerker, die alle Leitungen herausreißen und neu verlegen, machen wirklich jede Menge Krach. Kaum auszuhalten der Lärm. Der englische Gentleman steckt da wirklich jede Menge Kohle in sein spätes Altbauglück hinein. Ratschlag an Sie. Erwerben sie nur dann Eigentum wenn sie das Geld dazu haben. Eigentumstod auf Kredit würde ich ihnen nicht unbedingt empfehlen. Steht einmal die Bank im Grundbuch, schlägt ihr Puls ganz nach den Gesetzten der globalen Ökonomie. Dann sind sie auch Eigentum von der EZB, der FED usw. Heute stand ich im Bad und wusch mir die Haare. Das obere Bad liegt ja genau über meinem. Und während ich so meine Kopfhaut massierte bröselte von Höölenlärm untermalt, plötzlich die Decke auf meinen Kopf. Die werten Herren Installateure/Klempner, das ach so golden glänzt, hatten einfach durch die scheiß Decke gebohrt. So nach dem Prinzip. Wenn schon denn schon. Ich natürlich wie von der Tarantel gestochen rauf zu denen. „Seid ihr wahnsinnig“, fluchte ich weit über Betriebstemperatur, „ihr habt da ein scheiß Loch in meine Badezimmerdecke gebohrt. Geht`s denn noch!" Der Installateur, wie sich herausstellte Firmeninhaber und Meister, schaute mich so an als ob ich mich völlig grundlos im Ton vergriffen hätte. Der tat wirklich so als ob überhaupt nichts geschehen sei, eine Lappalie nicht der Rede wert. Wir runter in meine Bude. „Ach geh“, meinte der Meister während der Inspektion, mit einer seltenen Gelassenheit gesegnet„ des ist doch halb so schlimm. Das Loch spachteln wir einfach wieder zu und malen drüber und man sieht nichts mehr. Kein Grund sich aufzuregen“. Überall im Badezimmer lagen Teile der Decke herum und es staubte. 9/11 für die ganz Armen. „Und jetzt wo das Loch es schon da ist können wir eh weiterbohren oder“. So wie der drauf ist, dachte ich mir der Sprache beraubt, wäre ich auch gerne drauf.

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Freitag, 17. April 2015
Zeitungssplitter frei interpretiert und ein versöhnliches Ende
Die Weltbank soll nach Recherchen des Internationalen Konsortiums für Investigative Journalisten (ICHJ), Mindestens 3,4 Millionen Menschen in den vergangenen Jahren nachweislich zu Opfern von Weltbank Projekten gemacht haben. Zehntausende wurden aus ihren Häusern oder ihrem Land vertrieben. Mord und Totschlag soll auch im Weltbank-Angebot gestanden haben. Ausgewertet wurden 972 Projekte der Institution seit 2004. Vielleicht können sie sich noch an den stellvertretenden US-Außenminister Paul Wolfowitz erinnern. Der war der Co-Architekt des Irak-Krieges. Die Pläne für die Invasion hatte der Mann schon vor dem 11. September 2001 fertig ausformuliert in der Schublade liegen. 2005 wurde er dann von seinem Mentor „Georg W. Mission Accomplished Bush“, auf den Chefsessels des Weltbankpräsidenten hin und weggelobt. Das macht man in der Weltpolitik so mit honorigen Herrschaften. 2007 musste der Paul von diesem Sessel dann wieder Abstand nehmen. (Freundin-Kohle) Vielleicht ist es ja so, dachte ich mir, dass einige Menschen einfach nur aus einem Zweck geboren werden. Sie sollen das Unglück in die Welt bringen. Einen Attentatversuch auf Leib und Leben, im Raschid-Hotel Bagdad, überlebte der Mann so gut wie unversehrt. Ein anderer Hotelbewohner hingen starb, weitere wurden verletzt. Wie es aussieht scheint auch das Glück, beratend für die Weltbank tätig zu sein.

Auf der Überfahrt nach Europa soll eine Gruppe muslimischer Flüchtlinge zwölf christliche Passagiere über Bord geworfen und ertrinken lassen haben. Alarmiert durch schockierende Zeugenaussagen nahm die Polizei von Palermo am Donnerstag 15 Verdächtige fest. Einst war Moses und die Israeliten ja auf der Flucht vor den Ägyptern. Am Ufer des Roten Meeres hatten die Streitkräfte des Pharao sie fast eingeholt. Da eilte Gott seinem Volk durch ein Wunder zu Hilfe: Die Wasser des Meeres teilte sich, die Israeliten gelangten trockenen Fußes ans andere Ufer. Das ägyptische Heer ertrank in den Fluten. Und in der Bibel steht (Matthäus 14, 22-33) ich kopiere: „Das Boot aber war schon mitten auf dem See und litt Not von den Wellen, denn der Wind war ihnen entgegen. Aber in der vierten Nachtwache kam er zu ihnen, indem er auf dem See einherging. Und als die Jünger ihn auf dem See einhergehen sahen, wurden sie bestürzt und sprachen: Es ist ein Gespenst! Und sie schrien vor Furcht. Sogleich aber redete Jesus zu ihnen und sprach: Seid guten Mutes! Ich bin es. Fürchtet euch nicht! Petrus aber antwortete ihm und sprach: Herr, wenn du es bist, so befiehl mir, auf dem Wasser zu dir zu kommen! Er aber sprach: Komm! Und Petrus stieg aus dem Boot und ging auf dem Wasser und kam auf Jesus zu. Als er aber den starken Wind sah, fürchtete er sich; und als er anfing zu sinken, schrie er und sprach: Herr, rette mich! Sogleich aber streckte Jesus die Hand aus, ergriff ihn und spricht zu ihm: Kleingläubiger, warum zweifeltest du? Und als sie in das Boot gestiegen waren, legte sich der Wind. Die aber in dem Boot waren, warfen sich vor ihm nieder und sprachen: Wahrhaftig, du bist Gottes Sohn! Ja so haben sich die Zeiten geändert.

Zur Aufmunterung. Gisel Bündchen ist zurückgetreten. 2014 soll die Frau 47 Millionen Dollar verdient haben. „Mein Körper hat mich gebeten aufzuhören“, sagte sie einer Zeitung. Mein Körper, da vor allem der Kopf, schlägt mir dann und wann auch ähnliches vor.

Wiens Bürgermeister Michael Häupl SPÖ hat ja diese Wochen den medialen Vogel gewissermaßen abgeschossen und österreichs Lehrer/Innen, geschlossen gegen sich aufgebracht. Die Hände lässig in den Hosentaschen gewickelt, stichelte/raunzte er in Richtung der Lehrer(Gewerkschaft): „Wenn ich 22 Stunden in der Woche arbeite, bin ich Dienstag fertig“. Im Feuilleton meiner Qualitätszeitung wurde das Pferd Arbeit dann von der anderen Seite her aufgesattelt, indem das jährliche Salär vom Bürgermeister-Michl 240 000 Euro ohne Zulagen, (Berliner Bürgermeister kassiert 90 000 Euro weniger) umgerechnet gut 8583 Junglehrer-Einheiten wert sei. Der Bürgermeister-Michl ist dermaßen produktiv das er von Montag bis Freitag täglich 38 Stunden arbeitet, inklusive Gangaufsicht für den überambitionierten Koalitionspartner, und Nachsitzbegleitungen beim Wirtn. Wie sie diesem Beispiel entnehmen können ist in Österreich eine Sache heilig und zwar die Arbeitsleistung. Arbeit ist in Österreich die einzige gültige Eintrittskarte in die Gesellschaft. Auch wenn diese Arbeitsleistung chronisch unproduktiv ist. Hauptsache sie machen etwas das nach viel Arbeit aussieht. Nur zu erfolgreich sollten sie in ihrer Arbeits-Bereitschaft auch nicht sein. Millionen dürfens damit nicht verdienen. Das wird hier gar nicht gerne gesehen. Die österreichische Identität verträgt das nicht. Ideal ist es wenn sie dieses Land zuerst politisch und danach auch wirtschaftlich durch ihren Arbeitseifer zu Grunde richten und Mrd. an Steuergeldern in undurchschaubar-föderalen Strukturen versickern lassen. Und des was an Kohle über bleibt schicken sie dann auf nimmer wiedersehen in einem undurchdringlichen österreischischen Förderdschungel. Aus diesem Dschungel ist noch nie eine Förderung lebend zurückgekehrt. Hauptsache sie machen etwas das nach viel Arbeit riecht. Unterstehen sie sich in Österreich einzugestehen das sie nicht so viel arbeiten. Arbeitslosengeld kassieren und schwarz hackeln geht auch. Es langt schon völlig, wenn sie wie ein ehemaliger österreichischer Innenminister, ihren Größenwahn, in Form von mangelndem Unrechtsbewusstsein, einmal täglich pünktlich zum Hofgang ausführen. Dann wird in der Zeitung über sie geschrieben dass sie ein ganz vorbildlicher Häftling sind. Das Tagwerk eines vorbildlichen Häftlings, der einst das Amt des Innenministers bekleidete, interpretiert der gelernte Österreicher schon als herzeigbare Leistung. Sogar eine Leistung, von der, der Leistungsverursacher, nicht einmal wusste woraus diese Leistung konkret bestand, wird schon als Leistung anerkannt und muss nicht einmal versteuert werden. Noch gescheiter ist es natürlich wenn sie wie der ehemalige Landeshauptmann von Kärnten, der im Vollrausch tödlich verunglückte, ein ganzes Bundesland, ja beinahe den ganzen Staat, mit Hilfe von allen nur erdenklichen politischen Zuträgern und moralischen Drückebergern, in den Abgrund reißen. Dann baut man ihnen sogar einen Schrein. Nur eines dürfen sie in diesem Land auf gar keinen Fall. In den Verdacht geraten das sie nichts tun das auf den ersten Blick nach harter Arbeit aussieht. Und Österreich ist Arbeit nicht nur Leistung gegen sich selbst, sondern auch gegen alle anderen. Falls sie mal nach Österreich kommen wollen, und sie jemand nach ihrer Lebensleistung fragt, lügen sie wie gedruckt. Erzählen sie irgendeinen Scheiß. Früher behauptete ich immer ich sei Staatsanwalt. Unterstehen sie sich die Wahrheit zu sagen, oder das was sie für ihre Wahrheit halten. Die Wahrheit verzeiht ihnen hier niemand. Nicht einmal die eigenen Eltern.

Der EU, steht in meiner Qualitätszeitung, kommen die Kinder abhanden. Fragen sie mich nicht warum. Deutschland belegt im Ranking der Unter-15-Jährigen mit 13,1 Prozent (20014) den letzten Platz. Vielleicht liegt es auch am gewaltigen deutschen Exportüberschuss von 256 Mrd. Euro. Bei so viel überschießender Produktivität bleibt ja kaum Zeit für ein schönes Techtelmechtel mit Spätfolgen. Wir sind mit 14,3% Unter-15-Jähriger viertvorletzter. Schwanger sind in Wien in der Regel nur noch Frauen mit aktuellem Migrationshintergrund. Wie z.B. die Frau vom Palästina-Österreicher Zahnarzt, der die Existenz Israles nicht anerkennt. Guter Kumpel vom H. Dem seine Frau, die Ehe wurde ja noch nach guter muslimischer Tradition arrangiert, wurde schon nach kürzester Zeit schwanger. Kind und Frau sind im Übrigen wohlauf. Ob Kinder spezeill für den Dschihad in die Welt gesetzt werden, entzieht sich meiner Kenntnis. Und natürlich diese komische Frau aus dem Supermarkt. Die hat eine ganze Kindergartengruppe aus sich heraus gepresst. Unglaublich wie freizügig die ihre Fruchtbarkeit interpretiert. Mir ist diese Frau a bisserl unheimlich, weil sie bei mir den Eindruck hinterlässt, dass jedes einzelne der Kinder gewollt ist. Einordnen würde ich sie als Öko-Tante mit straff gebundenen Tuch und so, wenn ich sie einordnen müsste. Fleisch frisst sie auch keins. Die ernährt sich nur vom Blut ihrer Nachkommen. Niger ist ja das Land mit dem schnellsten Zuwachs an Menschen weltweit. Seit 1990 ist die Zahl jener die unter extremer Armut leiden um 700 000 Menschen angewachsen. Die Weltbank würde wahrscheinlich „Einheiten“ zählen. Frauen bekommen in Niger im Schnitt 7 Kinder und mehr. 1964 schlug Kenneth Boulding zur Kontrolle der Überbevölkerung ein System handelsbarer Fortpflanzungslizenzen vor. Dabei sollte jeder Frau eine (oder je nach Regeln auch eine zweite, dritte, usw.) Bescheinigung ausgestellt werden, die ihr das Recht auf ein Kind einräumte. Von dieser Lizenz könnte sie dann gebrauch machen oder sie zum aktuellen Preis verkaufen. Niger und Deutschland wären die idealen Kandidaten/Innen für so einen Lizenzhandeln. Wenn die Deutschen schon aus freien Stücken oder weiteren, ähnlich gerahmten Überzeugungen, an ihrer Aussterbebereitschaft festhalten wollen, was bei so viel leidvoller Geschichte durchaus verständlich ist, dann könnten die Preußen und weitere deutschen Kulturvölker aus Süd und Ost, doch dazu beitragen, das sich Niger nicht zu einem zweiten Ruanda entwickelt. Gibt ja Leute die behaupten dass der Genozid in Ruanda eng mit der ruandischen Überbevölkerung korrelierte. Afrika soll ja im 21. Jahrhundert eine wahre Bevölkerungsexplosion von 1,1 Mrd. auf gut 4,2 Mrd. Menschen erwarten. Nicht wenige von denen werden ihren Lebensanker am Grund des Mittelmeeres setzen, oder ihnen den faltigen Arsch auswischen, wenn sie jetzt schon entsprechend finanziell für ihren Verfall vorsorgen. Die Deutschen wären die idealen Kandidaten um Frauen in Niger, den Weg in die Emanzipation von den bestehenden Verhältnissen zu erleichtern, wenn nicht sogar zu ebnen. Oder denken sie dass die Kinder in Niger alle aus purer Leidenschaft gezeugt werden und alles Wunschkinder sind. Die Deutschen kaufen Niger mittels gutem Gewissen und noch mehr guter Kohle gewissermaßen aus der ökonomischen Rückständigkeit heraus, und legen sich die Nicht-Geborenen-Zertifikate dann glücklich und stolz ins nationale Nachtkästchen. Mir ist schon bewusst dass dieser Handel mit Nichtgeborenen-Niger-Kinder Deutschland nur bedingt vorm Aussterben bewahren wird. Aber in einem Bewerbungsschreiben mit vier Nichtgeborenen-Lizenzen aufwarten können, oder Sonntag beim Brunchen und Chillen, vielleicht auch in einem Blog. Das würde doch gut kommen. Oder nicht.

Oleg Kalaschnikow von der prorussischen Partei der Regionen des 2014 gestürzten Präsidenten Viktor Janukowitsch wurde in Kiew erschossen. Unbestätigten Informationen nach eindeutig mit einer Glock-Pistole oder einem anderen Erzeugnis aus Natobeständen.

Jeder vierte der in Israel wohnenden Holocaust-Überlebenden fristet sein Dasein unterhalb der Armutsgrenze. Laut FBHV-Erhebung haben 45.000 der insgesamt noch 189.000 Überlebenden in Israel monatlich weniger als die 3000 Schekel (712 Euro) zur Verfügung, die als Armutsgrenze definiert wurden. Laut einer anderen Studie neigen die Kinder von Holocaust-Überlebenden dazu, stärker als ihre Altersgenossen grundsätzliche Existenzängste zu entwickeln. Israels Premier Benjamin Netanjahu warnte zum Auftakt der Feierlichkeiten, Holocaust-Tag, 70 Jahr Gedenken an die Opfer der Naziverfolgung, Auschwitz-Befreiung, vor einer iranischen Atommacht. Der sich abzeichnende Kompromiss mit Teheran sei Beweis dafür, dass die Welt die Lektion der Shoah nicht gelernt habe. Verstehe Herr Regierungschef. Verstehe.

Im Supermarkt sah ich heute ein niedliches, kleines Mädchen mit lustigen Zöpfen durch die Gänge hüpfen. Und die sang: „Oh Tannenbaum, oh Tannenbaum“. Andauernd oh Tannenbaum, oh Tannenbaum. Nur das stand natürlich nicht in der Zeitung.

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