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Sonntag, 30. Dezember 2012
"Zwei sensible Männer"
der imperialist, 19:44h
Zwei Männer sitzen auf einer Parkbank.
Franz: "Hans ich habe mir was überlegt".
Hans: Lacht.
Franz: "Nein Hans im Ernst. Stell dir einmal vor, du hättest gerade geheiratet".
Hans bekommt einen Lachanfall.
Franz: "Gut Hans wenn das für dich undenkbar ist, dann habe ich gerade geheiratet".
Hans:"Sehr viel einfacher machst mit die Sache damit nicht".
Franz: "Na dann nehmen wir der Einfachheit halber irgendeinen ganz normalen Mann, der gerade frisch geheiratet hat. Unsterblich verliebt und über alle Maße glücklich geht es in die Flitterwochen. Sagen wir auf irgendeine entlegene Südseeinsel. Was folgt sind zwei typische Flitterwochentage voller Glück und Verzückung".
Hans: "Zwei Tage nur Glück und Verzückung, Wie geht so etwas?"
Franz: "Wurscht. Das Ganze ist ja nur ein Denkmodell".
Hans: "Ah ein Model was denkt. Einmal ganz was unverhofftes".
Franz : "Wurscht. Am dritten Morgen, nach einer weiteren Nacht voller Zärtlichkeit kommt er nicht aus dem Bett. Deswegen geht seine Frau allein an den Strand. Vorher schreibt sie noch mit dem Lippenstift auf den Spiegel: Für immer, allezeit und ewiglich dein. Da kommt plötzlich ein Bilderbuch-Tsunami, der sie wegspült oder besser gesagt mit sich reißt. Rein physisch kommt er völlig unbeschadet davon. Das Hotelzimmer lag im 4. Stock. Nachdem sich das Meer wieder beruhigt hatte, sucht er natürlich völlig verzweifelt nach seiner Frau. Mit dem Hochzeitsfoto in der Hand irrt er stundenlang über den Strand und durch den völlig verwüsteten Ort. Als es dunkel wird geht er für einen Augenblick zurück in sein Hotel. Er drehte das Licht auf. Auf dem Spiegel steht noch immer, für immer, allezeit und ewiglich nein. Das d war verwischt, das es wie ein N aussah. Niedergeschlagenheit und eine unendliche Leere machte sich in ihn breit. Aber da war noch Hoffnung. Ein Funken Hoffnung, gepaart mit dem Mut der Verzweiflung, ließen ihn nicht ruhen. Er ging wieder hinunter zum Strand".
Hans: "Ja die Hoffnung. Dieses Luder ist einfach nicht umzubringen. Wie damals bei den Juden. Einige hofften sogar noch unter der Dusche, nackt, kahlgeschoren unter aller Menschlichkeit beraubt, das sich alles zum Besseren wenden würde".
Franz: " Ja eben. Mit einer Taschenlampe in der Hand und immer wieder ihren Kosenamen rufend, auf den sie nur natürlich nur dann hörte, wenn er ihn aussprach, sucht er noch einmal den Strand ab. Wie du dir denken kannst war er da nicht der einzige. Hunderte Taschenlampenlichter waren an. So ziemlich jeder der auf den Beinen war hatte ein Foto bei sich und rief auch einen Kosenamen. Manche der Aufnahmen waren schon ziemlich vergilbt. Wie man sich vorstellen kann herrschte das nackte Chaos. Spülte das Meer eine Leiche an Land, stürmten die Leute auf die Leiche zu. Es kam zu richtigen Tumulten. Einige gingen mit den Fäusten aufeinander los oder sie rissen sich die Leichen gegenseitig aus den Händen. Sagen wir 48 Stunden nachdem Hilfsorganisationen ihre koordinierte Arbeit aufgenommen hatten, lagen am Strand ein gut hundert Leichen oder mehr in Plastiksäcken, ordentlich auf und aneinander gereiht. Einige Schaulustige machten ihre Fotos. Nach und nach werden die vermeintlichen Angehörige zu den Leichen vorgelassen. Irgendwann ist auch unser Freund an der Reihe. Am ganzen Körper zitternd geht er durch die Reihe und hebt Plastik um Plastik hoch. Und mit jedem toten Körper, der nichts seine Liebste ist, beginnt in ihn wieder die Hoffnung zu keimen, das sie doch noch am Leben ist.
Hans: "Ansonsten fortgespült in ein anderes Leben".
Franz: "Beinahe. Natürlich wehrte die Hoffnung nicht wirklich lang. In einem der Plastiksäcke erblickte er an einer leblosen Hand seinen Ehering. Der Ring war ein Geschenkt seiner geliebten jüdischen Urgroßmutter, die den Holocaust und das KZ nur deswegen überlebte, weil sie so schön Geige spielen konnte. Weil seine frisch Angetraute schon ziemlich lange, sehr tot im Wasser herum trieb, war sie auch fürchterlich aufgedunsen. Wasserleichen schauen ja nie wirklich gut aus. Aber in diesem Fall kam auch noch die sengende Hitze hinzu, die auf den Strand und das Plastik knallte. Und Eis für so viel Leichen gab es einfach nicht zu genüge. Genaugenommen befand sich die Frau unseres Freundes, in einem Stadium der Verwesung, den man durchaus als fortgeschritten bezeichnen könnte. Oder anders gesagt. Das was noch von ihr übrig war stank fürchterlich. So wurden unseren Freund vom Geruch den seine Liebste versprüht plötzlich speiübel. Mit aller Macht kämpfte er gegen den Würgereflex an. Nur es half nicht. Er musste sich übergeben. Obschon er sich die Hände vor den Mund hält schießt die Kotze nur so durch die Finger hindurch. Wo genau sein Mageninhalt dann niederging kannst du dir ja denken. Mit den bloßen Händen versuchte er die Kotze aus ihrem Haar zu wischen. Weil er seine Frau anders in Erinnerung behalten will zieht er ihr den Ring vom Finger. Das da einiges an wässriger Haut mit abging kann man sich ja denken. Er steckt den Ring in die Tasche seiner Short und geht weg, zurück ins Hotel. Dort fällt er ins Bett und schläft ein. Am nächsten Morgen geht er ins Bad. Auf der Ablage des Waschbecken sieht er eine aufgebrochene Packung, auf der "Schwangerschaftstest" steht. Es sieht den Streifen im Waschbecken liegen. Er nimmt den Streifen. Sie war...
Hans unterbricht den Franz Hans: "Und was ist Franz, wenn die Urgroßmutter von unserem Protagonisten, das KZ einfach nur deswegen überlebt hat, weil sie große Brüste hatte."
Franz: "Hans ich habe mir was überlegt".
Hans: Lacht.
Franz: "Nein Hans im Ernst. Stell dir einmal vor, du hättest gerade geheiratet".
Hans bekommt einen Lachanfall.
Franz: "Gut Hans wenn das für dich undenkbar ist, dann habe ich gerade geheiratet".
Hans:"Sehr viel einfacher machst mit die Sache damit nicht".
Franz: "Na dann nehmen wir der Einfachheit halber irgendeinen ganz normalen Mann, der gerade frisch geheiratet hat. Unsterblich verliebt und über alle Maße glücklich geht es in die Flitterwochen. Sagen wir auf irgendeine entlegene Südseeinsel. Was folgt sind zwei typische Flitterwochentage voller Glück und Verzückung".
Hans: "Zwei Tage nur Glück und Verzückung, Wie geht so etwas?"
Franz: "Wurscht. Das Ganze ist ja nur ein Denkmodell".
Hans: "Ah ein Model was denkt. Einmal ganz was unverhofftes".
Franz : "Wurscht. Am dritten Morgen, nach einer weiteren Nacht voller Zärtlichkeit kommt er nicht aus dem Bett. Deswegen geht seine Frau allein an den Strand. Vorher schreibt sie noch mit dem Lippenstift auf den Spiegel: Für immer, allezeit und ewiglich dein. Da kommt plötzlich ein Bilderbuch-Tsunami, der sie wegspült oder besser gesagt mit sich reißt. Rein physisch kommt er völlig unbeschadet davon. Das Hotelzimmer lag im 4. Stock. Nachdem sich das Meer wieder beruhigt hatte, sucht er natürlich völlig verzweifelt nach seiner Frau. Mit dem Hochzeitsfoto in der Hand irrt er stundenlang über den Strand und durch den völlig verwüsteten Ort. Als es dunkel wird geht er für einen Augenblick zurück in sein Hotel. Er drehte das Licht auf. Auf dem Spiegel steht noch immer, für immer, allezeit und ewiglich nein. Das d war verwischt, das es wie ein N aussah. Niedergeschlagenheit und eine unendliche Leere machte sich in ihn breit. Aber da war noch Hoffnung. Ein Funken Hoffnung, gepaart mit dem Mut der Verzweiflung, ließen ihn nicht ruhen. Er ging wieder hinunter zum Strand".
Hans: "Ja die Hoffnung. Dieses Luder ist einfach nicht umzubringen. Wie damals bei den Juden. Einige hofften sogar noch unter der Dusche, nackt, kahlgeschoren unter aller Menschlichkeit beraubt, das sich alles zum Besseren wenden würde".
Franz: " Ja eben. Mit einer Taschenlampe in der Hand und immer wieder ihren Kosenamen rufend, auf den sie nur natürlich nur dann hörte, wenn er ihn aussprach, sucht er noch einmal den Strand ab. Wie du dir denken kannst war er da nicht der einzige. Hunderte Taschenlampenlichter waren an. So ziemlich jeder der auf den Beinen war hatte ein Foto bei sich und rief auch einen Kosenamen. Manche der Aufnahmen waren schon ziemlich vergilbt. Wie man sich vorstellen kann herrschte das nackte Chaos. Spülte das Meer eine Leiche an Land, stürmten die Leute auf die Leiche zu. Es kam zu richtigen Tumulten. Einige gingen mit den Fäusten aufeinander los oder sie rissen sich die Leichen gegenseitig aus den Händen. Sagen wir 48 Stunden nachdem Hilfsorganisationen ihre koordinierte Arbeit aufgenommen hatten, lagen am Strand ein gut hundert Leichen oder mehr in Plastiksäcken, ordentlich auf und aneinander gereiht. Einige Schaulustige machten ihre Fotos. Nach und nach werden die vermeintlichen Angehörige zu den Leichen vorgelassen. Irgendwann ist auch unser Freund an der Reihe. Am ganzen Körper zitternd geht er durch die Reihe und hebt Plastik um Plastik hoch. Und mit jedem toten Körper, der nichts seine Liebste ist, beginnt in ihn wieder die Hoffnung zu keimen, das sie doch noch am Leben ist.
Hans: "Ansonsten fortgespült in ein anderes Leben".
Franz: "Beinahe. Natürlich wehrte die Hoffnung nicht wirklich lang. In einem der Plastiksäcke erblickte er an einer leblosen Hand seinen Ehering. Der Ring war ein Geschenkt seiner geliebten jüdischen Urgroßmutter, die den Holocaust und das KZ nur deswegen überlebte, weil sie so schön Geige spielen konnte. Weil seine frisch Angetraute schon ziemlich lange, sehr tot im Wasser herum trieb, war sie auch fürchterlich aufgedunsen. Wasserleichen schauen ja nie wirklich gut aus. Aber in diesem Fall kam auch noch die sengende Hitze hinzu, die auf den Strand und das Plastik knallte. Und Eis für so viel Leichen gab es einfach nicht zu genüge. Genaugenommen befand sich die Frau unseres Freundes, in einem Stadium der Verwesung, den man durchaus als fortgeschritten bezeichnen könnte. Oder anders gesagt. Das was noch von ihr übrig war stank fürchterlich. So wurden unseren Freund vom Geruch den seine Liebste versprüht plötzlich speiübel. Mit aller Macht kämpfte er gegen den Würgereflex an. Nur es half nicht. Er musste sich übergeben. Obschon er sich die Hände vor den Mund hält schießt die Kotze nur so durch die Finger hindurch. Wo genau sein Mageninhalt dann niederging kannst du dir ja denken. Mit den bloßen Händen versuchte er die Kotze aus ihrem Haar zu wischen. Weil er seine Frau anders in Erinnerung behalten will zieht er ihr den Ring vom Finger. Das da einiges an wässriger Haut mit abging kann man sich ja denken. Er steckt den Ring in die Tasche seiner Short und geht weg, zurück ins Hotel. Dort fällt er ins Bett und schläft ein. Am nächsten Morgen geht er ins Bad. Auf der Ablage des Waschbecken sieht er eine aufgebrochene Packung, auf der "Schwangerschaftstest" steht. Es sieht den Streifen im Waschbecken liegen. Er nimmt den Streifen. Sie war...
Hans unterbricht den Franz Hans: "Und was ist Franz, wenn die Urgroßmutter von unserem Protagonisten, das KZ einfach nur deswegen überlebt hat, weil sie große Brüste hatte."
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Donnerstag, 27. Dezember 2012
Gute Laune Monolog mit (m)einer Katze
der imperialist, 19:59h
Jetzt mach doch mal was
du machst nie was, weil die nie was tust.
Tu doch mal was, tust du aber nicht
weil du nie was machst.
Jetzt mach doch mal was, irgendwas
machst du aber nicht, weil du nie irgendwas tust.
Jetzt tu doch einmal was, irgendetwas
tust du aber nicht weil du nie irgendetwas machst
und gerade weil du nie was machst, tust du auch nichts.
Nie tust du etwas, nicht einmal irgendwas tust du
und weil du nie irgendwas machst, machst du irgendetwas schon gar nicht.
Weder irgendwas noch irgendetwas machst du oder tust du.
Wie sollst du den auch etwas tun wenn du doch nie was machst.
Jetzt mach doch einmal einfach irgendwas.
Da muss es doch irgendetwas geben was das du tun könntest.
Wenigstens irgendwas könntest du doch machen.
Jetzt tu doch mal was.
Meistens dreht er sich dann kurz um damit ich aufhöre.
du machst nie was, weil die nie was tust.
Tu doch mal was, tust du aber nicht
weil du nie was machst.
Jetzt mach doch mal was, irgendwas
machst du aber nicht, weil du nie irgendwas tust.
Jetzt tu doch einmal was, irgendetwas
tust du aber nicht weil du nie irgendetwas machst
und gerade weil du nie was machst, tust du auch nichts.
Nie tust du etwas, nicht einmal irgendwas tust du
und weil du nie irgendwas machst, machst du irgendetwas schon gar nicht.
Weder irgendwas noch irgendetwas machst du oder tust du.
Wie sollst du den auch etwas tun wenn du doch nie was machst.
Jetzt mach doch einmal einfach irgendwas.
Da muss es doch irgendetwas geben was das du tun könntest.
Wenigstens irgendwas könntest du doch machen.
Jetzt tu doch mal was.
Meistens dreht er sich dann kurz um damit ich aufhöre.
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Dienstag, 25. Dezember 2012
"Mein Weihnachten wie immer"(so gut wie jugendfrei)
der imperialist, 19:00h
Mit nur einem Plastiksack voll Weihnachten, stand ich am späten Vormittags des Heiligen Abend, im Supermarkt, in der Warteschlange vor der Kassa. In meinem MP3 Player lief gerade "mein Teil" von Rammstein. Um mich herum und vor allem in den Einkaufswägen der Leute sah es nach wesentlich mehr Weihnachten aus. Dabei bin ich Gottes Sohn gar nicht mal so unähnlich. Kinderlos, unbeweibt, von den Spießern mit kleingeistigen Ansichten gekreuzigt und auf einen schmachvollen und schmerzlichen Trip geschickt . Auf dem Heimweg dachte ich mir das ich ein Fertiggerichte-Mensch bin, fertig und gerichtet, voll der Hoffnung das sich der Tod an mir verschluckt. "Ich sang laut "Junge", von den Ärzten. Trotzdem blickte ich mich angespannt um, weil ich mir sicher war, das mich jemand abstechen wollte. Nachmittags schepperte mein klobiges Festnetztelefon. Mein werter Herr Vater. Die Zeiten als wir uns die vermeintliche Wahrheit und Verletzungen gegenseitig um die Ohren hauten sind seit langem Geschichte. Irgendwann muss auch genug damit sein. Außerdem ist er über Siebzig und steht jetzt unter Naturschutz. Wie sagt ein Sprichwort, "sag die Sachen die du zu sagen hast früh genug in der Zeit und nicht erst wenn der Adressat deiner Klage am Totenbett vor sich hin darbt". Trotzdem hat er noch immer eine Heidenangst, wenn ich mein Leben, mit meiner familiären Herkunft und den damaligen Zuständen, in Verbindung bringe. Heute sehe ich das fast schon als Sport. Deine Mutter war ja auch ein "Schizo". Dann warte ich immer, mit einem Grinsen in der Fresse, wie lange er braucht um das Thema zu wechseln. So Typen wie mich gibt es ja gar nicht mehr, sagte ich zu ihm. Die sind normal alle tot oder die Gesellschaft, die ja auch wie eine Besserungsanstalt oder ein Katalysator wirkt, hat sie während der Jahre wieder auf Kurs gebracht. Der Rest ist hinüber, verstehste. Scheintote Typen wie mich, in den mittleren Jahren, die ihren Christbaum mit leeren Tablettenpackungen schmücken und das witzig finden, die kannst an den Fingern einer Hand abzählen. Bis auf 17 Grad, antwortete mein Vater, soll das Thermometer in den nächsten Tagen steigen. So ein abgekauter Stehsatz der Psychologie für den Eigengebrauch sagt, das man an seinen Niederlage wächst. Das stimmt natürlich hinten und vorne nicht. Man kann mit etwas, das einen fürchterlich in die Eingeweide fuhr, irgendwann einigermaßen klarkommen oder man zerbricht daran. Nur wachsen tut da gar nichts. Wir redeten über Unverfängliches, Belangloses, wie den Früchtgehalt von Maremelade, aber wie redeten. Ich bedankte mich dann noch für sein Weihnachtspakerl. Selbstgemachte Marmelade, eine Salami vom Bauernmarkt und eine Schatulle Weihnachtskekse, die ich aber höchstwahrscheinlich erst dann esse, wenn mein Kumpel H.K. sie vorgekostet hat, weil ich Schiss habe das sie vergiftet sind, da sie höchstwahrscheinlich von meiner Stiefmutter gebacken wurden. Ich wünschte ihm ein gesundes 2013 und das vom ganzen Herzen. Die übrigen Zutaten zu einem angenehmen Lebensabend hat er in Griffweite. Zu weitere Rührseligkeit sind wir nicht in der Lage. Nüchtern zumindest nicht. Lasst mich in Ruhe!. In der aktuellen Ausgabe des Spiegels, schrieb eine gewisse Susanne Amann über berufstätige Mütter und das sie das schon in Ordnung findet, wenn Mütter keine Zeit haben, Mini-Muffins für die Kleinen zu backen. Wie man sich denken kann, ging es in diesem Kommentar um Kindererziehung und warum der Begriff Rabenmutter ein deutscher Wort ist und dem Verlangen nach mütterlicher Perfektion und der ständigen Angst, dem Kind nicht gerecht zu werden und die Sorge, sich nicht ausreichend zu kümmern usw. Während ich den Kommentar las, schoss mit der Gedanke ein, dass ich diesen 24. Dezember nicht überleben werde und weil mich der Krebs von innen heraus auffrisst und das ich dieses Gefühl der Ohnmacht und Furcht nur dann loswerde, wenn ich meine Tablettendosis erhöhe, was ich natürlich nicht tat. Fick dich du scheiß Psychoschädel. Ich schrie es laut gegen meine Stirn, die immer höher wird. Gute Susanne dachte ich mir. Ich z.B. hatte zwei Mütter, von Ende der 60ziger bis in die frühen 80ziger. Eine Echte und eine Flasche. Die arbeiteten Vollzeit, Teilzeit und hin und wieder waren sie Wochen oder Monate auch nur Hausfrauen. Und beide kümmerten sich im Grunde einen Scheiß um mich. Die Echte glänzte durch permanente Abwesenheit und ließ mich nach der Scheidung einfach zurück, was aber jetzt nicht heißt das sie sich nicht aufopfernd um ihre beiden anderen Kinder kümmerte. Und die Falsche spottet jeder Beschreibung. Oder anders gesagt. Industrielle gefertigte Kekse aus der Verpackung esse ich auch ohne zu zögern. Egal ob du den ganzen Tag, den halben Tag oder nur zu Hause arbeitest. Mütter waren mitunter schon vor 30 Jahren scheiße und haben durchaus das Recht, auch noch in 30 Jahren scheiße sein zu dürfen. Natürlich ist es von Vorteil wenn Mütter dieses Recht nicht überstrapazieren. Des weiteren sind Kinder kein Werkstück oder kleines Kunstwerk an dem man ewig herum feilt, bis es ganz dem eigenen Geschmack entspricht, dem einem die anderen mit ihren Wertvorstellungen oder Vorurteilen diktieren. Gebt den Kindern neben ein wenig Richtung, einfach nur das Gefühl, das sie ein zu Hause zu haben, wo sie sich in Sicherheit wiegen können. Und nicht so wie bei mir. Für mich war das zu Hause immer der Ort der größten Unsicherheit, ein Ort an dem mir das Gefühl vermittelt wurde, das man mich höchstens duldete . Und das auch nur so lange ich einigermaßen funktionierte. Im letzten Satz dieses Artikels stand dann, das der Vater des Kleinen die Mini-Muffins für die Kita gebacken hatte. Mein Vater hatte damals keine Zeit zu backen. Zu Weihnachten surfe ich nur im eingeschränkten Modus. Man stelle sich nur die heiligen drei Könige vor, wie die sich auf ihren Smartphones einen Gangbang reinziehen, weil der kleine Jesus gerade pennt. Auf News stolperte ich dann doch noch über das Nacktmodell Micaela Schäfer, die vor dem Brandenburger Tor mit einem Mopps posierte. Über so Frauen zerreißen sich die Leute ja gerne und nur zu leicht das Maul. Aber diese Frau Schäfer hat eine Arbeitsmoral, die ich wirklich für bewundernswert halte. Neulich sah ich ein Video von ihr, wie sie bei so einem Schneemobilrennen für Promis, Kategorie Unterdeck, in Saalbach/ Hinterglemm, bei 3 Grad unter Null und Schneetreiben, vom selbsternannten König von "Malle", um den Kurs kutschiert wurde. Natürlich in ihrer Arbeitskleidung einem Body. Auf die Frage ob ihr denn nicht kalt sei, antwortete die gute Frau: "Ob kalt oder warm mir ist das egal. Mein Körper kann sich hervorragend an Temperaturen anpassen". Natürlich kann man da schnell einmal ablästern, nur sei einmal angemerkt, dass der Job der Kanzlerin schon adäquat besetzt ist und ob sie als Chefredakteurin der Emma reüssieren könnte?. Ich hab da so meine berechtigten Zweifel. Danach versuchte ich noch eine Runde Online-Backgammon zu spielen. Nur für Normalsterbliche bin ich viel zu gut. Ich will aber nicht mehr um Kohle zocken. Also spielte ich Dame. Da wiederum bin ich für Normalsterbliche viel zu schlecht. Am frühen Abend hockte ich mich auf den Heimtrainer. 50 Minuten. Während ich so kurbelte kam mir eine ganz brauchbare Idee. Ein Foto von meinem Wohnzimmertisch, der voll mit Medikamenten ist, die ich auch regelmäßig einnehme. Darüber steht: "Liebe ist ein Luxus den sich nicht jede Gesellschaft leisten kann". Danach ein gediegenes Abendessen, auf der Bettkante naturgemäß vor der Glotze. Die Hälfte vom Huhn fraß mein Kater. Der hat einen an der Waffel. Ein frühkindliches Traum. "Wie wäre es denn mit kauen Arschloch". Macht er aber nicht. Obwohl ihn das hinunterschlingen gar nicht gut bekommt. Während ich da so kaute, mit fettigen Fingern, hinter herunter gelassenen Jalousie und bei 24 Grad Zimmertemperatur, dachte ich an all die Menschen die wirklich gar nichts haben, nicht einmal ein Dach über dem Kopf, oder sogar in ihrer Totenruhe gestört werden. Syrische Kinder, deren sterbliche Überreste räudige Straßenköter ausgraben. Ich hab das im Irak gesehen 1991. Dieser eine Junge kam mit wieder in den Sinn, der damals in unserer Sandsackstellung schlief. Geschosse mit Uran angereichert lagen auch überall herum. Heute soll in diesen Gegenden der Krebs wüten. Ich fragte mich ob ich darüber auch nachdenken würde wenn ich ein normales Leben, leben würde. Eher nicht. Ich gehöre eher zu jener Kategorie von Menschen, die sich zur Nachdenklichkeit zwingen müssen. Prada-Taschen mit faulen Mundgeruch. Kein schlechter Beginn für ein Gedicht. Aber anstatt zu schreiben, weil das Schreiben für mich eine einzige Qual ist, sah ich mir lieber zwei Folgen von "Greys Anatomie" an. Drittvorletzte Folge der letzen Staffel. Wie die kleine Greys, ich steh voll auf sie, dem schönen Doktor, doch noch ihre Liebe gestand. Was für ein Schmarrn. Ich hab noch mal zurück gespult und mir die Szene noch einmal angesehen. Später am Abend lief dann Gott sei Dank "Mann unter Feuer". Ein ganz ausgezeichneter Film über Schuld und Sühne und Kindererziehung. Den Papst bekam ich dann auch noch zu Gesicht. Dieser kleine, alte, zerfurchte Mann, mit dem ganzen Pomp auf dem Schädel und dem vielen Gold, das da an ihm herunterhing. Immer an der Grenze zum Lächerlichen und manchmal auch darüber. Aber eines muss man diesen Päpsten lassen dachte ich mir. Sie kämpfen. Die Last der Welt auf den eigenen Schultern. Es war Zeit für die Tabletten. Ich wurde müde, bekam Herzrasen und Angstzustände. Schlafen konnte ich trotzdem nicht. Wieder auf, eine Schlaftablette. In der Nacht träumte ich, das die Mutter Gottes bei der Wahl zur Miss World den zweiten Platz belegte. Und noch während des Traums dachte ich mir wie toll sie das doch hinkriegt, wo sie doch gerade erst entbunden hatte.
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