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Donnerstag, 19. April 2012
Für Digger, Romantiker und ein leer stehendes Kellerabteil
der imperialist, 20:04h
Der Musiker Jan Delay, sagte in einem Streitgespräch mit Christopher Lauer von den Piraten, im aktuellen Spiegel: "Digger, ich bin HipHopper. Wir malen nachts Züge an! Wir klauen Musik und machen daraus neue Musik! Das ist unsere Kunst!"
Zu meinem Leidwesen muss ich eingestehen kein ausgesprochener HipHopper zu sein. Weder male ich Züge an, einmal habe ich auf einen fahrenden Zug gepinkelt, aber diesen Akt würde ich nicht unbedingt als Kunst bezeichne, noch klaue ich Musik um daraus andere Musik zu machen. Eigentlich habe ich nicht den leisesten Schimmer worin meine Kunst besteht. Außer dass einer wie ich noch immer unter den Lebenden verweilt. Aber um in der Angelegenheit Kunst nicht völlig leer auszugehen, war ich so frei und habe einfach einen Songtext, des großen und von mir hochgeschätzten Meisters Herbert Grönemeyer, ein wenig umgetextet. Ich hoffe der Digger "Gröni" nimmt mit diese Selbstermächtigung und Selbstüberschreitung nicht wirklich übel und verklagt mich wegen Hausfriedensbruch oder Vergewaltigung.
Das Original des Meisters trägt den Titel Morgenrot.
Meine Interpretation "Morgenspott"
Ich bau dir ein Bett aus Dosen
die Wände aus Scheißpapier
das Zimmer hat einen zugemüllten Boden
und meine stinkenden Hoden enden genau hier
alle Fenster gehen nach Norden
mit Blicken hat man`s da schwer
du fickst täglich den Boten
und ich renn den Huren hinterher
tausche die Stütze gegen Drogen
werde high sein und lachen über dich
hab immer eine Nadel im Ärmel die sticht
ich werde dir das Leben vermiesen
bis dir die Schulden zum Halse stehen
werde in zerrütteten Zeiten
dir mein wahres Ich ausbreiten
und vor der Tür warten bis der Exekutor wieder geht
ich lüg dir das Graue vom Himmel
rede dich keine Sekunde schön
verjage deine scheiß Kinder ein für alle mal
Freunde kommt vors Tribunal
pass auf, das das die Zeiten schlecht für dich stehn.
nicht ein Wunsch geht in Erfüllung
auch schon früher, wenn du willst
stehe weder Tag noch Nacht zur Verfügung
plaudere alles aus und halte nie still
das Alltagsgrau sammle ich in der Abwasch
Vertrautheit erstick ich im Keim
für dich soll es tote Frösche regnen
und ich werd weiterhin fressen wie ein Schwein
lass die Luft nicht filtern für dich
bau dir ein Vorhangschloss ins Morgenrot
böse Geistern werden aufgetischt
ich werde dir das Leben vermiesen
bis dir die Schulden zum Halse stehen
werde in zerrütteten Zeiten
dir mein wahres Ich ausbreiten
und vor der Tür warten bis der Exekutor wieder geht
zugelassen werden nur meine schlechten Launen
die guten werden sofort bekehrt
Schönheit verfüttere ich an die Friedenstauben
Geschlechtskrankheiten unter den fliegenden Teppich gekehrt
ich werde dir das Leben vermiesen
bis dir die Schulden zum Halse stehen
werde in zerrütteten Zeiten
dir mein wahres Ich ausbreiten
und vor der Tür warten bis der Exekutor wieder geht
ich lüg dir das Graue vom Himmel
rede dich keine Sekunde schön
verjage deine scheiß Kinder ein für alle mal
Freunde kommen vors Tribunal
pass auf, das das die Zeiten schlecht für dich stehn.
Zu meinem Leidwesen muss ich eingestehen kein ausgesprochener HipHopper zu sein. Weder male ich Züge an, einmal habe ich auf einen fahrenden Zug gepinkelt, aber diesen Akt würde ich nicht unbedingt als Kunst bezeichne, noch klaue ich Musik um daraus andere Musik zu machen. Eigentlich habe ich nicht den leisesten Schimmer worin meine Kunst besteht. Außer dass einer wie ich noch immer unter den Lebenden verweilt. Aber um in der Angelegenheit Kunst nicht völlig leer auszugehen, war ich so frei und habe einfach einen Songtext, des großen und von mir hochgeschätzten Meisters Herbert Grönemeyer, ein wenig umgetextet. Ich hoffe der Digger "Gröni" nimmt mit diese Selbstermächtigung und Selbstüberschreitung nicht wirklich übel und verklagt mich wegen Hausfriedensbruch oder Vergewaltigung.
Das Original des Meisters trägt den Titel Morgenrot.
Meine Interpretation "Morgenspott"
Ich bau dir ein Bett aus Dosen
die Wände aus Scheißpapier
das Zimmer hat einen zugemüllten Boden
und meine stinkenden Hoden enden genau hier
alle Fenster gehen nach Norden
mit Blicken hat man`s da schwer
du fickst täglich den Boten
und ich renn den Huren hinterher
tausche die Stütze gegen Drogen
werde high sein und lachen über dich
hab immer eine Nadel im Ärmel die sticht
ich werde dir das Leben vermiesen
bis dir die Schulden zum Halse stehen
werde in zerrütteten Zeiten
dir mein wahres Ich ausbreiten
und vor der Tür warten bis der Exekutor wieder geht
ich lüg dir das Graue vom Himmel
rede dich keine Sekunde schön
verjage deine scheiß Kinder ein für alle mal
Freunde kommt vors Tribunal
pass auf, das das die Zeiten schlecht für dich stehn.
nicht ein Wunsch geht in Erfüllung
auch schon früher, wenn du willst
stehe weder Tag noch Nacht zur Verfügung
plaudere alles aus und halte nie still
das Alltagsgrau sammle ich in der Abwasch
Vertrautheit erstick ich im Keim
für dich soll es tote Frösche regnen
und ich werd weiterhin fressen wie ein Schwein
lass die Luft nicht filtern für dich
bau dir ein Vorhangschloss ins Morgenrot
böse Geistern werden aufgetischt
ich werde dir das Leben vermiesen
bis dir die Schulden zum Halse stehen
werde in zerrütteten Zeiten
dir mein wahres Ich ausbreiten
und vor der Tür warten bis der Exekutor wieder geht
zugelassen werden nur meine schlechten Launen
die guten werden sofort bekehrt
Schönheit verfüttere ich an die Friedenstauben
Geschlechtskrankheiten unter den fliegenden Teppich gekehrt
ich werde dir das Leben vermiesen
bis dir die Schulden zum Halse stehen
werde in zerrütteten Zeiten
dir mein wahres Ich ausbreiten
und vor der Tür warten bis der Exekutor wieder geht
ich lüg dir das Graue vom Himmel
rede dich keine Sekunde schön
verjage deine scheiß Kinder ein für alle mal
Freunde kommen vors Tribunal
pass auf, das das die Zeiten schlecht für dich stehn.
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Dienstag, 17. April 2012
Living Next Door To Alice
der imperialist, 20:25h
Ich bin mein eigener Wolf
der das Lamm in mir mit einem Biss verschluckt
und dann entsetzt wieder ausspuckt.
Arten sterben, Sprachen sterben, zwischen 16 30 und 17 15 verschwindet wahrscheinlich die nächste Sprache und gleich darauf eine weitere Art
und die Art wie du Gesprochen hast wenn ich dir mit den Finger über die Wangen strich ist auch ausgestorben.
In meinem Traum lag heute ein Brief von dir in meinem Briefkasten, nur als ich den Kasten aufschloss, lag da nur ein einsamer geknickter Zettel der verspricht alle nur erdenklichen Türen zu öffnen.
Doch die Tür zu dieser Welt bekommt dieser Zettel natürlich nicht auf und wo deine steht habe ich längst vergessen, oder es steht ein anderer Name drauf.
Aber mach dir keine Sorgen
hinter meiner liegt noch immer der alte Mist.
Erinnerungen an leere Bierflaschen hell wie eine Sonne
in der die dunkelsten Nächte wie Gold glänzten.
Eine Krone trug ich auch,
besetzt mit Diamanten aus Schall und Rauch
und wenn die hereinbrechende Dämmerung
die Fußabtreter der großen Vorsitzenden ausspuckte
wie eine vollautomatische Maschine Bierstöpsel,
und die Eule der Minerva sich schlafen legte,
zerbrach das letzte Glück wie Glas, aber bei der "Elsie" gab es immerhin noch eine Gulaschsuppe und Jahre später hatten die werten Herrschaften am hohen Markt, in ihren feschen Sachen, genau so müde Augen.
Zottige Anekdoten über Eier, Testosteron und Unverwundbarkeit, heraus gebraten im Formalin der Verklärung, ungenießbar aber sehr heroisch.
Kumpels im Überschwang heilloser Sinnlosigkeit verbrannt, heute sitzen sie stramm im Anzug in klimatisierten Großraumbüros, ihre Brandnarben tapfer unter einer dicken Haut versteckt,
und nur noch am Faschingsdienstag machen sie sich zum Narren, aber ich bin der Letzte der ihnen das verübelt.
Küsse die nach Erdbeeren rochen aber wie ein Leberwurstbrot schmeckten,
unvollendete Gemälde von unverhüllten Frauen in Eile gemahlen, nur zu meist war ich es, der aus dem Rahmen fiel oder den Pinsel fallen ließ.
Ein verlassenes und vergessenes Kind
an das sich die Eltern nur erinnerten wenn sie es vergessen wollten.
Altgewordene Kinder des 1000 jährigen Krieges,
innerlich völlig verwüstet wie Dresden oder Wiener Neustadt, ganz im Genuss ihres wohlverdienten Ruhestand aufgegangen.
Dass einige emotional über die Kammhuber-Linie nie hinaus kamen, mein Gott im Marshall Plan stand davon nichts. Mit der gleichen Inbrunst mit der sie heute übers Wetter reden, sprachen sie früher über persönlichen Aussichten und die waren leicht bewölkt
bis heiter und der Sturm der Inflation war meistens nur ein laues Lüftchen. Die Tür zu ihren Herzen nie größer als ein Schlüsselloch, und schwer zu finden wie eine mausetote Katze und andauernd fuchtelten sie mit den Händen herum und verteilten Besen an die anderen.
Ein kaputtes Hirn wie eine gnädige Zufluchtsstädte,
wie ein Joker wenn die Ausreden ausgehen.
Der Kühlschrank fällt mir noch ein, immer mit einem "Nein" versperrt, ein ganz raffiniertes Schloss kaum zu knacken.
Ich bin mein eigener Wolf
der das Lamm in mir mit einem Biss verschluckt,
meine Muttersprache, einem Vaterland geopfert,
das sich im Verleugnen und Vergessen übte.
Heute ist mein nicht zur Sprache kommen Literatur,
von richtigen Dichter/innen zu Papier gebracht und die zweisprachigen Ortstafeln kommen viel zu spät für mich.
Auf meiner steht "wrong turn", während John Wayne im Silicon Valley als Programmierer von digitalen Pinnwänden arbeitet.
Zu Ansehen sollte man trotzdem kommen oder wenigsten zu Geld, um sich eine Kaffemaschine kaufen zu können, mit 13-stufigen Flüster-Kegelmahlwerkdas so leise mahlt, das du dem Kalk zuhören kannst wie er in dein Hirn rieselt.
Ich bin ein Lamm im Wolfspelz, am Ende, Ein, Aus.
der das Lamm in mir mit einem Biss verschluckt
und dann entsetzt wieder ausspuckt.
Arten sterben, Sprachen sterben, zwischen 16 30 und 17 15 verschwindet wahrscheinlich die nächste Sprache und gleich darauf eine weitere Art
und die Art wie du Gesprochen hast wenn ich dir mit den Finger über die Wangen strich ist auch ausgestorben.
In meinem Traum lag heute ein Brief von dir in meinem Briefkasten, nur als ich den Kasten aufschloss, lag da nur ein einsamer geknickter Zettel der verspricht alle nur erdenklichen Türen zu öffnen.
Doch die Tür zu dieser Welt bekommt dieser Zettel natürlich nicht auf und wo deine steht habe ich längst vergessen, oder es steht ein anderer Name drauf.
Aber mach dir keine Sorgen
hinter meiner liegt noch immer der alte Mist.
Erinnerungen an leere Bierflaschen hell wie eine Sonne
in der die dunkelsten Nächte wie Gold glänzten.
Eine Krone trug ich auch,
besetzt mit Diamanten aus Schall und Rauch
und wenn die hereinbrechende Dämmerung
die Fußabtreter der großen Vorsitzenden ausspuckte
wie eine vollautomatische Maschine Bierstöpsel,
und die Eule der Minerva sich schlafen legte,
zerbrach das letzte Glück wie Glas, aber bei der "Elsie" gab es immerhin noch eine Gulaschsuppe und Jahre später hatten die werten Herrschaften am hohen Markt, in ihren feschen Sachen, genau so müde Augen.
Zottige Anekdoten über Eier, Testosteron und Unverwundbarkeit, heraus gebraten im Formalin der Verklärung, ungenießbar aber sehr heroisch.
Kumpels im Überschwang heilloser Sinnlosigkeit verbrannt, heute sitzen sie stramm im Anzug in klimatisierten Großraumbüros, ihre Brandnarben tapfer unter einer dicken Haut versteckt,
und nur noch am Faschingsdienstag machen sie sich zum Narren, aber ich bin der Letzte der ihnen das verübelt.
Küsse die nach Erdbeeren rochen aber wie ein Leberwurstbrot schmeckten,
unvollendete Gemälde von unverhüllten Frauen in Eile gemahlen, nur zu meist war ich es, der aus dem Rahmen fiel oder den Pinsel fallen ließ.
Ein verlassenes und vergessenes Kind
an das sich die Eltern nur erinnerten wenn sie es vergessen wollten.
Altgewordene Kinder des 1000 jährigen Krieges,
innerlich völlig verwüstet wie Dresden oder Wiener Neustadt, ganz im Genuss ihres wohlverdienten Ruhestand aufgegangen.
Dass einige emotional über die Kammhuber-Linie nie hinaus kamen, mein Gott im Marshall Plan stand davon nichts. Mit der gleichen Inbrunst mit der sie heute übers Wetter reden, sprachen sie früher über persönlichen Aussichten und die waren leicht bewölkt
bis heiter und der Sturm der Inflation war meistens nur ein laues Lüftchen. Die Tür zu ihren Herzen nie größer als ein Schlüsselloch, und schwer zu finden wie eine mausetote Katze und andauernd fuchtelten sie mit den Händen herum und verteilten Besen an die anderen.
Ein kaputtes Hirn wie eine gnädige Zufluchtsstädte,
wie ein Joker wenn die Ausreden ausgehen.
Der Kühlschrank fällt mir noch ein, immer mit einem "Nein" versperrt, ein ganz raffiniertes Schloss kaum zu knacken.
Ich bin mein eigener Wolf
der das Lamm in mir mit einem Biss verschluckt,
meine Muttersprache, einem Vaterland geopfert,
das sich im Verleugnen und Vergessen übte.
Heute ist mein nicht zur Sprache kommen Literatur,
von richtigen Dichter/innen zu Papier gebracht und die zweisprachigen Ortstafeln kommen viel zu spät für mich.
Auf meiner steht "wrong turn", während John Wayne im Silicon Valley als Programmierer von digitalen Pinnwänden arbeitet.
Zu Ansehen sollte man trotzdem kommen oder wenigsten zu Geld, um sich eine Kaffemaschine kaufen zu können, mit 13-stufigen Flüster-Kegelmahlwerkdas so leise mahlt, das du dem Kalk zuhören kannst wie er in dein Hirn rieselt.
Ich bin ein Lamm im Wolfspelz, am Ende, Ein, Aus.
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Freitag, 13. April 2012
Männersache
der imperialist, 19:48h
12 Jahre hatte meine beste Freundin, die Christine, ihren Stiefvater weder gesehen noch getroffen. Jetzt stand er am Parkplatz vor ihrem Wohnsilo und steckte sich eine Zigarette nach der anderen an. Ihre Mutter war zu Besuch und hatte ihren Stiefvater mit den sie schon seit Jahren nicht mehr zusammen unter einem Dach lebt einfach mitgenommen, weil der mit seinen 75 Jahren, allein nirgendwohin mehr kommt. Möglicher Beginn diese kurze Geschichte.
Variante zwei:
Der Stiefvater, meiner besten Freundin der Christine, muss ein jämmerlicher Landschaftspfleger gewesen sein. Das Feuchtgebiet zwischen den Beinen ihrer Mutter war dermaßen ausgetrocknet, das die Frauenärztin Probleme hatte einen Abstrich zu nehmen. Beweisen lässt sich diese Anschuldigung natürlich nur schwer. Immerhin leben die beiden schon seit Jahren getrennt und ich kenne die beiden nur aus Erzählungen. Scheiden lassen wollte er sich auf gar keinen Fall. Der Stiefvater, soll laut den Erzählungen von der Christine, ein selten geiziger Mensch sein, der auf seiner Kohle hockt wie eine Glücke über ihrem Ei. In der Zeit, in der er noch die Funktion eines Stiefvaters bekleidete , soll er nicht einen müden Groschen für seine Stiefkinder herausgerückt haben. Wenn die, stolze vier an der Zahl, Kleidung, Schulsachen oder sonst etwas benötigten, das sich mit Geld leicht herbei schaffen ließe, musste immer die Mutter ihre schmale Brieftasche öffnen. Sogar seine Lebensmittel hatte er wie ein leibhafter König mit einem Siegel versehen. Und wehe da fehlte auch nur ein Krümel Brot oder ein Stück von der fetten Dauerwurst. Dann gab es die Hucke voll. 12 Jahre hatte die Christine, ihren Stiefvater weder gesehen noch getroffen oder war ihn sonst ganz zufällig über den Weg gelaufen. Jetzt stand dieser krankhaft geizige und herzlose Mann plötzlich unter ihren Fenster am Parkplatz und rauchte einen nach der anderen. Ihre Mutter war kurz zu Besuch und hatte ihn mitgenommen. Als die Christine ihren Stiefvater rauchend am Parkplatz stehen sah, fragte sie ihre Mutter ziemlich eingeschüchtert ob sie ihn herauf bitten sollte. "Nein, auf gar keinen Fall", antwortete die Mutter beinahe schon erbost, "der stinkt von oben bis unten nach Pisse. Diesen Gestank bekommst nur noch schwer aus den Möbeln heraus". Bei einer schnellen Tasse Kaffee begann die Mutter kurz zu erzählen. Bis zu 16 verschieden Tabletten muss er jetzt täglich nehmen. Seine Wohnung sei völlig versieft, die Toilette von oben bis unten zugeschissen. Waschen tut er sich auch nicht mehr regelmäßig und die Wäsche wechselt er auch nur noch alle heiligen Zeiten einmal. Den ganzen Tag sitzt er nur noch da raucht wie ein Schlot und starrt in die Glotze. Überall in der Wohnung sollen ausgedrückte Zigarettenstummel herum liegen und das Bettlacken hat die Farben eine Butterblume. Früher, hat mir die Christine einmal erzählt, soll ihr Stiefvater immer einen auf strammer Heinrich gemacht haben. Im Wirtshaus hat er immer über alle gelacht und gelästert, die am Monatsende weniger als er am Lohnzettel stehen hatten. Im Lager war er so eine Art Vorarbeiter und Lokale wo schon das Ambiente, auf ein Publikum mit anderen Lohnvorstellungen hinweist, besuchte er nicht. Er ging immer nur in seine zwei, drei Stammkneipen. Dort spottete er über Leute die nichts Rechtes auf die Reihe kriegten. Die bezeichnete er vornehmlich nur als elendiges Gesindel oder widerwärtiges Geschmeiß. Ständig hetzte er gegen Ausländer und Juden. Unterm Hitler, hätte es seiner fachkundigen Einschätzung nach, so etwas wie heute nicht gegeben. Ein nettes oder wenigstens halbwegs freundliches Wort kam ihm nie über die Lippen. Zu seinen eigenen Kindern hatte er keinen Kontakt, weil die alle ja nur an sein Geld wollten. Diesen Mann, der auf dem Papier ja noch ihr Ehemann war, nahm die Mutter von der Christine einmal zum Schwammerl klauben mit, weil er allein sonst nirgendwo mehr hin kommt. Im Wald wollte er dann nicht mehr mitgehen. Rauchend und wie angewurzelt soll er dagestanden sein. Gut zureden wolle ihn niemand. Deshalb ließen sie ihn einfach beim Auto zurück. Dort stand er dann und auf einmal machte es rums und er hatte sich von oben bis unten angeschissen. Die Unterhose entsorgte er im Wald. Trotz herunter gelassenen Seitenscheiben stank es auf der Heimfahrt im Wagen fürchterlich. Alle hielten sich die Nase oder schimpften," du alter Trottel das ist ja kaum auszuhalten, du stinkst ja wie eine offene Jauchengrube, was bist den du für eine Sau". Vor seiner Haustür luden sie ihn ab. Ein paar Tage später, erzählte die Mutter, hatte er noch immer die selbe Hose an. Der Gestank in der Wohung war dementsprechend. Die Christine wollte das nicht glauben. Dieser Kerl da unten am Parkplatz, der in ihrer Erinnerung überlebensgroß erschien und vor dem sie jahrelang die Hosen voll hatte, soll heute nur noch ein alter Tattergreis sein, denn schon ein leiser Windhauch umhaut? Ihre Erinnerung spielte ihr einen Streich. Vielleicht waren es Rachegelüste oder einfach nur Neugierde um sich dieses weltweit bekannte Phänomen des Verfalls, aus nähester Nähe anzusehen . Zügigen Schritts lief sie hinunter auf den Parkplatz. Am Telefon erzählte sie mir mit hörbarer Genugtuung , das ihre Mutter völlig recht hatte. "So wie der beieinander ist", erzählte die Christine, "verpestet der dir die ganze Wohung, Denn kannst du nirgends mehr rein lassen".
Variante zwei:
Der Stiefvater, meiner besten Freundin der Christine, muss ein jämmerlicher Landschaftspfleger gewesen sein. Das Feuchtgebiet zwischen den Beinen ihrer Mutter war dermaßen ausgetrocknet, das die Frauenärztin Probleme hatte einen Abstrich zu nehmen. Beweisen lässt sich diese Anschuldigung natürlich nur schwer. Immerhin leben die beiden schon seit Jahren getrennt und ich kenne die beiden nur aus Erzählungen. Scheiden lassen wollte er sich auf gar keinen Fall. Der Stiefvater, soll laut den Erzählungen von der Christine, ein selten geiziger Mensch sein, der auf seiner Kohle hockt wie eine Glücke über ihrem Ei. In der Zeit, in der er noch die Funktion eines Stiefvaters bekleidete , soll er nicht einen müden Groschen für seine Stiefkinder herausgerückt haben. Wenn die, stolze vier an der Zahl, Kleidung, Schulsachen oder sonst etwas benötigten, das sich mit Geld leicht herbei schaffen ließe, musste immer die Mutter ihre schmale Brieftasche öffnen. Sogar seine Lebensmittel hatte er wie ein leibhafter König mit einem Siegel versehen. Und wehe da fehlte auch nur ein Krümel Brot oder ein Stück von der fetten Dauerwurst. Dann gab es die Hucke voll. 12 Jahre hatte die Christine, ihren Stiefvater weder gesehen noch getroffen oder war ihn sonst ganz zufällig über den Weg gelaufen. Jetzt stand dieser krankhaft geizige und herzlose Mann plötzlich unter ihren Fenster am Parkplatz und rauchte einen nach der anderen. Ihre Mutter war kurz zu Besuch und hatte ihn mitgenommen. Als die Christine ihren Stiefvater rauchend am Parkplatz stehen sah, fragte sie ihre Mutter ziemlich eingeschüchtert ob sie ihn herauf bitten sollte. "Nein, auf gar keinen Fall", antwortete die Mutter beinahe schon erbost, "der stinkt von oben bis unten nach Pisse. Diesen Gestank bekommst nur noch schwer aus den Möbeln heraus". Bei einer schnellen Tasse Kaffee begann die Mutter kurz zu erzählen. Bis zu 16 verschieden Tabletten muss er jetzt täglich nehmen. Seine Wohnung sei völlig versieft, die Toilette von oben bis unten zugeschissen. Waschen tut er sich auch nicht mehr regelmäßig und die Wäsche wechselt er auch nur noch alle heiligen Zeiten einmal. Den ganzen Tag sitzt er nur noch da raucht wie ein Schlot und starrt in die Glotze. Überall in der Wohnung sollen ausgedrückte Zigarettenstummel herum liegen und das Bettlacken hat die Farben eine Butterblume. Früher, hat mir die Christine einmal erzählt, soll ihr Stiefvater immer einen auf strammer Heinrich gemacht haben. Im Wirtshaus hat er immer über alle gelacht und gelästert, die am Monatsende weniger als er am Lohnzettel stehen hatten. Im Lager war er so eine Art Vorarbeiter und Lokale wo schon das Ambiente, auf ein Publikum mit anderen Lohnvorstellungen hinweist, besuchte er nicht. Er ging immer nur in seine zwei, drei Stammkneipen. Dort spottete er über Leute die nichts Rechtes auf die Reihe kriegten. Die bezeichnete er vornehmlich nur als elendiges Gesindel oder widerwärtiges Geschmeiß. Ständig hetzte er gegen Ausländer und Juden. Unterm Hitler, hätte es seiner fachkundigen Einschätzung nach, so etwas wie heute nicht gegeben. Ein nettes oder wenigstens halbwegs freundliches Wort kam ihm nie über die Lippen. Zu seinen eigenen Kindern hatte er keinen Kontakt, weil die alle ja nur an sein Geld wollten. Diesen Mann, der auf dem Papier ja noch ihr Ehemann war, nahm die Mutter von der Christine einmal zum Schwammerl klauben mit, weil er allein sonst nirgendwo mehr hin kommt. Im Wald wollte er dann nicht mehr mitgehen. Rauchend und wie angewurzelt soll er dagestanden sein. Gut zureden wolle ihn niemand. Deshalb ließen sie ihn einfach beim Auto zurück. Dort stand er dann und auf einmal machte es rums und er hatte sich von oben bis unten angeschissen. Die Unterhose entsorgte er im Wald. Trotz herunter gelassenen Seitenscheiben stank es auf der Heimfahrt im Wagen fürchterlich. Alle hielten sich die Nase oder schimpften," du alter Trottel das ist ja kaum auszuhalten, du stinkst ja wie eine offene Jauchengrube, was bist den du für eine Sau". Vor seiner Haustür luden sie ihn ab. Ein paar Tage später, erzählte die Mutter, hatte er noch immer die selbe Hose an. Der Gestank in der Wohung war dementsprechend. Die Christine wollte das nicht glauben. Dieser Kerl da unten am Parkplatz, der in ihrer Erinnerung überlebensgroß erschien und vor dem sie jahrelang die Hosen voll hatte, soll heute nur noch ein alter Tattergreis sein, denn schon ein leiser Windhauch umhaut? Ihre Erinnerung spielte ihr einen Streich. Vielleicht waren es Rachegelüste oder einfach nur Neugierde um sich dieses weltweit bekannte Phänomen des Verfalls, aus nähester Nähe anzusehen . Zügigen Schritts lief sie hinunter auf den Parkplatz. Am Telefon erzählte sie mir mit hörbarer Genugtuung , das ihre Mutter völlig recht hatte. "So wie der beieinander ist", erzählte die Christine, "verpestet der dir die ganze Wohung, Denn kannst du nirgends mehr rein lassen".
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