Mittwoch, 11. Januar 2012
Schlechte Laune Monolog
Bonuspunkte und Bonusmeilen,
wie Muttermale im Gesicht des Kapitalismus,
Zellen die in Seneszenz gehen und sterben
während man selbst nicht von der Stelle kommt;
Wahnhaftes und Lachhaftes
und verödete Landstriche, angeschimmelte Lebensgeschichten
auf Rollatoren gestützt,
Austauschrelationen die sich Richtung Asien verschieben, unaufhaltsam wie tektonische Platten,
Pol Pot in einem Teller aus Reis und Blut,
und Vergessen, das sich über alles legt und wie die Natur wuchert;
Staatsstreiche, angezettelt von Rating Agenturen und Märkten,
die Griechenland in den monetären Boden stampfen,
doch mir ihren Hochseejachten, schippern diese Zensoren des schnöden Mammons,
nur zu gern der griechischen Lässigkeit entgegen,
diesen neuen Herrschern im alten Gewandt sei eines gesagt,
die Sonne, die unseren Sinn erhellt lässt sich nicht in Gold aufwiegen.
Jetzt war ich aber melodramatisch mein lieber Herr Gesangsverein.
Angst, Tiefkühlgemüse, Apps und Downloads alles in einen Topf gemischt
und kurz aufgekocht, damit die Vitamine nicht verloren gehen;
Gescheiterte Rebellionen,
egal ob Analog oder im superauflösenden HD und ganz gleichgültig wie groß deine Kiste ist, sie werden nicht wirklicher, berühren nicht und lassen einen kalt,
ganz im Gegensatz zu den drei Kilos, die man über Weihnachten zulegte;
Die Welt zerfällt wie saure Milch im Kaffee,
alles bleibt Bruchstückhaft und unbelebt,
Haare die ungestüm aus Ohren und Nasen wachsen
während man mit jeden Atemzug den man tut oder vertut, der Atemlosigkeit, einen Atemzug näher kommt;
Und irgendwann wenn du nur noch gedankenlos da liegst, die Hände vor dem toten Bauch verschränkt,
räumen sie dir wegen deines gültigen Organspendeausweis nicht nur deine Bude leer, in der noch meine Jungend steht
verbrannt in einer Urne die sich Ich nennt;
Weichspüler, kognitive Dissonanz und Entkalkungstabs,
an Einigen ist der Nucleus accumbens Schuld und an anderen deine Herkunft oder falsche Freunde, die immer ehrlich mit dir waren oder unbemannte Drohnen und der Winterschlussverkauf
und ich frage mich ob es so etwas wie einen Winterschlussverkauf für unbemannte Drohnen gibt, oder drei Kalaschnikow für zwei;
Einbetonierte Männer, keine drei Kilometer Luftlinie von hier und aufgeschlitzte Frauen, gleich um die Ecke, in denen noch der Dolch der Leidenschaft steckt,
trotzdem wird die Welt immer friedsamer und behaglicher.
Perverse Richter, sadomasochistische Direktoren
herzlose Weiber und verblödete Kinder,
alle gut gekleidet und wohlgenährt,
und auf Zukunft getrimmt;
Bergen Belsen, Schläge und abgefrorene Extremitäten
einer Frau ist bei lebendigen Leib einfach die Brust abgefallen,
aber so richtig Schiss hatten sie alle, ein Moslem zu werden,
trotzdem war das 20 Jahrhundert nicht das Jahrhundert der Gaskammern
und der Gulags, sondern der Menschenrechte, das soll einmal einer verstehen;
Stars, Sternchen und wirkliche Genies, denen so gut wie jede Verfehlung verziehen wird,
aber wehe du bist ein Versager, dann braten sie dich im Fett ihrer Unbarmherzigkeit.
Aber noch schlimmer wird es wenn du ihnen gleichgültig wirst,
wenn du aus ihren Denken verschwindest,
in der Ökonomie der Aufmerksamkeit gibt es nur eine Währung,
Kleinkariertes, alte Überlieferungen und Traditionen,
völlig sinnentleert,
Charly Parker, Preissauschreiben, verbaute Fluchtwege und neue Terminals
in den Flüsterkneipen des intellektuellen Aufruhrs,
macht nur noch gepantschter Schnaps die Runde,
Pfadabhängigkeiten, Marktnormen die Sozialnormen in den Arsch ficken,
und das ungeschützt,
alte Liebe doch noch völlig verrostet, Enge und keine Hoffnung auf Linderung,
Alltag, Routine, alltägliche Routine und Heimweh nach der Ferne und zwischen Freud und Darwin eingezwängt, die Eigentlichkeit meines Wesens, die ich nicht begreife.

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Dienstag, 10. Januar 2012
Pisa für Fortgeschrittene
1.
Alle sechs Sekunden stirbt ein Mensch an den Folgen des Rauchens.
Alle fünf Sekunden stirbt ein Kind an den Folgen von Unterernährung.
Frage:
Wie lange hat dann ein Kind zu leben das Unterernährt ist und Raucht?

2.
In einem Quartal verkauft Apple 20,6 Millionen Smartphones
In Ruanda wurden während des Völkermordes, der sagen wir 85 Tage andauerte, 4 Menschen in der Minute umgebracht, die vornehmlich Angehörige der Volksgruppe der Tutsi waren.
Frage:
Wie lange hatte dann damals ein ruandisches Kind zu leben, wenn es
a. dem Volksstamm der Tutsi zugerechnet wurde, obschon die Mutter eine Hutu war
b. auf Grund der Umstände an Unterernährung litt
c. kein Smartphone besaß und
d. gerade erst mit dem Rauchen begonnen hatte.

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Montag, 2. Januar 2012
Steinhaufenpredigt
146 000 mg Seroquel
109 500 mg Neurotop
und um die 400 Schlaftabletten- pro Kalenderjahr
ich habe meine Freiheit verwirkt,
ihr das Herz herausgerissen,
sie bei lebendigen Leib verbrannt,
ihr die Augen blind geschossen,
sie nieder genknüppelt und gedemütigt,
sie gefoltert bis sie alles gestand,
und dann hab ich einen Schlächter geschickt, um einen anderen Schlächter zu bescheinigen
dass es mit meiner Freiheit eh zum Besten steht,
denn nur ein Verrückter würde auf sich oder seine eigenen Leute schießen
und das stimmt,
aus allen Rohren habe ich auf mich geschossen,
die Liebe im Kugelhagel zerfetzt,
Träume wie ein billiger Puff,
und Sehnsüchte, süchtig wie die sind, kennen kein Sehnen.
Ich bin ein Natural Born Killer, auf dem Weg zum alten Mann
in dem seiner Speisekammer des Lebens,
nur die eigenen Cojones hängen, die immer kleiner werden.
Wer den Wind sät, sagten sie einhellig zu mir wird den Sturm ernten
und recht sollten sie behalten, die Ernte ist fett ausgefallen.
In den letzten 10 Jahren waren das
1,46 kg Seroquel
1, 095 Kilo Neurotop
und um die 4000 Schlaftabletten.
Ich hab meine Freiheit verwirkt,
ich weiß weder wie sie riecht noch wie sie schmeckt oder sich anfühlt
ohne fremde Hilfe kann ich nicht einmal mehr Schlafen,
mein Körper weiß nicht mehr wie das geht, der hat alles vergessen,
auf der Straße nach Damaskus liegt meine Hoffnung reglos im Staub,
mein manisches Bewusstsein musste immer ganz weit raus, wo alles zu sein schien,
in einem Augenblick wo alles gerinnt, wo wir uns zu Königen krönen,
nur da war nichts, außer die aufgesetzte Coolness einer knochigen Fata Morgana der Popkultur,
die lyrischen Schwachsinn pisste.
Nur den Schwanz einziehen und klein beigeben
das ging nicht,
ich bin immer weiter gestürmt,
und mit jeden Schritt weiter, immer ein bißchen weniger Mench, immer ein bißchen weniger Ich,
sogar in der irakischen Wüste zwischen brennender Ölfelder, Minen und Tod wollte ich noch mehr Leben, leben.
Ich habe meine Freiheit verwirkt,
im scheinbaren Gefängnis der Anderen war ich immer nur mein eigener Gefangener,
ein König der Ausbrecher und Kopfgeldjäger alles in einer Person,
raus und wieder rein und wieder raus,
aber auch das war mit zu wenig;
Stück für Stück hab ich alles zertrümmert,
im Abrissgewerbe bin ich eine große Nummer,
unter dem Schutt der ich bin,
liegt nichts als sinnlose Aufregung und dumme Euphorie vergraben,
nur räumst du den Schutt weg,
oder bringst mich nach Lourdes um mich wieder gehend zu machen,
oder verkaufst gar dem Teufel meine Seele,
und ich hätte mein Freiheit zurück, wenn auch nur geliehen,
noch einmal ließe ich mich nicht einzufangen.
Niemals.

Anmerkung: bei den Neurotop habe ich mich verrechnet. Richtiger Wert, 1,26 kg.

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