Freitag, 16. Juli 2021
Eine Naturkatastrophe in Worten. Und dann noch eine.
Die Häuser sind umspült und ein weiterer Damm könnte brechen. Am Handy ist es 14:57. Auf der alten Uhr ohne Uhrband ist 14:56. Nie weiß man wie spät es ist, was es geschlagen hat. Die Wassermassen, Sturzbäche des Grauen, in Bild-Wort-Ton geflutet, die Toten, die Weggespülten wie einst ausgebombt, denen es an allem mangelt im Schlamm kniehoch in der Idylle, auf die Dächer geflüchtet. Neue Unwetter kommen aus einem leergeräumten Himmel, verstärkt von Schauerlinien durch Gärten gezeichnet und von Gewittern begleitet wie apokalyptische Reiter die ihre Traumata jagen. Der Mensch ganz auf sich selbst zurück, geworfen wie ermächtigt, die Schöpfung, ganz anders wie im Oratorium von Joseph Haydn. Senken binnen Minuten unter Wasser, Talsperren von denen man nicht weiß wie sich sich verhalten werden, eine gerissene Gasleitung, Autos hängen in Bäumen wie überreife Früchte der Erkenntnis, in den Fluten die Stimmen, wohl ins abnehmende Licht hinein. "Flutwelle" - "Vierte Welle", Hand in Hand wie eine big Verschwörung, in einer auf Sicherheit getrimmten Welt. Die Todesflut, ganze Ortschaften unterspült, Straßen weggespülte wie ein Schuh in einem Bach, Brücken geknickt wie Zahnstocher, Häuser zerschmettert von einer wütenden Faust, Autos zerdrückt wie geknackte Nüssen, Teile einer gesperrten Autobahn stürzen in den Fluss, kreisende Hubschrauber, die Fraktion der Gummistiefel-Träger und *Innen, einem gehört ein Lachen zur Unzeit, ob man noch auf ihn hören wird schwer zu sagen von der Wiener Bronx aus, wo die Neue Donau Hochwasser führt nach dem Unwettern vom Wochenende, als der Himmel zum fürchten war so vollgestopft mit Unwetter, das Elend anderer Leute mit Volksfestcharakter, obschon letztendlich alles eine Charakterfrage ist, vor allem dann wenn der Mensch am verletzlichsten ist, gestellt wie eine Bande Einbrecher auf frischer Tat, Helfende viel mehr Helfende als Gaffende, mit Schaufel, Spaten, das Herz am rechten Fleck, Pizzas auf gut Glück herangekarrt, nicht hipp genug für eine Schlagzeile, da schon eher der Fluch von Heinsberg mit Video, jetzt auch noch am Alpenrand auf Bild.de, die Schäden der Zivilisation, versiegelt in der Zeit, ?Conspirituality?, kopiert und eingefügt. Nur müsste ich da meinen Adbocker deaktivieren. Im Fernsehen "The Open" als Kontrast, und ein toter Mann im Iran, der bei Protesten gegen den Wassermangel ums Leben kam, während bei Kläranlagen-Abwasseranalysen in der Kläranlage Wörthersee West Spuren der kolumbianischen Coronavirus-Variante B.1.621 nachgewiesen wurde. Das Spike-Protein, in der Furin-Spalte hockt das Neuropilin-1 und macht sein Ding wie der Schlamm in den Häusern und die Feuchtigkeit in den Wänden.

Weiterhin kein Ende in Sicht.

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