Mittwoch, 18. März 2026
#MeToo mal etwas anders aufgedröselt
der imperialist, 19:28h
Sau lustig. Der Alte hat den Text nicht mal eine Minuten oben stehen lassen. Herrlich. Das Kleinstbürgerliche. Egal wo ich hingehen. Das Monster holt mich überall ein.
Schauplatz: Amtsgericht, Bronx Saal 104
Der Gerichtssaal platzt aus allen Nähten vor Schaulustigen. Der Harndrang war so groß, dass man kurzfristig in den größten Saal ausweichen musst.
Ups. Ein Freudscher. Passt eh. Wir sind ja in Wien - Vienna - wo er so gut wie nichts tat. Außer seinen kleinstbürgerlichen Ruin zu verwalten. Aus allen Nähten bist du auch geplatzt, ruft der Wortmacher. Sozial wie köperverformungsmäßig. Inzwischen bist du so bucklig gelebt, dass du dich nicht einmal mehr flach hinlegen kannst ohne Schmerzen. Na, na. Ich arbeite mich hier an einem wichtigen Thema ab. An dieser Stelle musste ich selbst laut auflachen.
Vorsitzender Richter/in/*: „Das Wort hat der Verteidiger. Sprechen Sie auch zu den Geschworenen.“
Verteidiger (rückt seine Brille zurecht, hält ein Dokument hoch):
„Hohes Gericht, meine Damen und Herren der Staatsanwaltschaft. Werte Geschworene. Scheiß Presse“.
Apropos Pressefreiheit und so:
Der Demokratiebericht 2025 des schwedischen Forschungsprojekts Varieties of Democracy (V‑Dem) an der Universität Göteborg zeigt einen drastischen Einbruch der demokratischen Standards in den USA unter Präsident Donald Trump: Die Vereinigten Staaten gelten demnach nicht mehr als liberale Demokratie, da Trump Macht beim Präsidenten konzentriert, per Dekret regiert, Gerichtsurteile umgeht und Bürgerrechte sowie Medienfreiheit einschränkt, während das Wahlsystem selbst noch als intakt gilt.
Die Geschwindigkeit dieser demokratischen Erosion sei historisch beispiellos und habe in nur einem Jahr Schäden verursacht, für die andere Länder der „dritten Welle der Autokratisierung“ ein Jahrzehnt benötigten. Weltweit ist der Anteil der Demokratien auf das Niveau von 1978 gefallen, 74 % der Weltbevölkerung leben inzwischen in Autokratien, nur 7 % in liberalen Demokratien. Ungarn gilt als das Land mit den stärksten Verschlechterungen seit Orbáns Machtübernahme 2010 und wird seit 2018 als Wahlautokratie eingestuft. V‑Dem definiert liberale Demokratien anhand von Freiheitsrechten, unabhängiger Justiz, Gewaltenteilung, freien Wahlen und einer freien Presse. Quelle: Die "Presse"/Zusammengefasst
Zurück im Gerichtssaal:
Verteidiger (rückt wieder seine Brille zurecht, hält ein Dokument hoch):
„Hohes Gericht, meine Damen und Herren der Staatsanwaltschaft. Geschätzte Geschworene. Scheiß Presse. Der Schizophrenist, dieser Depp kann einfach nicht beim Thema bleiben. Wie lange sollen wir uns das Elend noch anschauen“.
Im Publikum ist ein leises Murren zu hören.
„Ich hab grauen Star!“, ruft plötzlich jemand. „Mir macht das nichts aus!“
Der Saal bricht in Gelächter aus. Der Graue Star lässt sich gut operieren. In der Regel.
Verteidiger:
„Wenn ich bitten darf. Werte Geschworene, wir reden hier seit Stunden über einen angeblichen 'massiven sexuellen Übergriff'. Schauen wir uns doch bitte die nackten Tatsachen an – und ich meine das wörtlich. Ich habe hier ein urologisches Gutachten meines Mandanten, Herrn K. Diagnose: Komplette erektile Dysfunktion. Klinisch tot, wenn Sie so wollen. Mein Mandant ist wie ein Soldat ohne Gewehr, wie ein Radfahrer ohne Kette, wie ein Thermomix ohne Strom. Die Verteidigung behauptet, mein Mandant wollte die Klägerin sexuell nötigen? Mit was denn? Mit einer Absichtserklärung? Mit seiner frauenfeindlichen Rhetorik? Das ist biologisch unmöglich. Meine Damen und Herren Geschworene, wir plädieren auf Freispruch, da der Tatbestand der sexuellen Nötigung ohne das nötige 'Equipment' gar nicht erfüllbar ist.“
Im Saal entsteht leises Gemurmel, jemand unterdrückt ein Kichern. Eine/r ruft: „Wie ein Dual‑Zone Airfryer mit kaputten Stromkabel“. Wieder bricht Gelächter im Publikum aus.
Richter (sichtlich genervt):
„Ruhe im Saal. Wir sind hier in einer Hauptverhandlung und nicht auf einer Küchenmesse. Ich erteile der Staatsanwältin das Wort.“
Staatsanwältin (steht langsam auf, blickt den Verteidiger mitleidig an und fixiert dann die Geschworenenbank):
„Herr Kollege, ich danke Ihnen für diesen kleinen Exkurs in die Urologie. Aber werte Geschworene, wir sind hier nicht beim TÜV für Geschlechtsorgane, sondern im Strafprozess. Es ist völlig unerheblich, ob der Schlauch Ihres Mandanten keine Luft hält. Entscheidend ist, dass er ihn als Schlagstock benutzt hat. Allein seine Phantasie ist ein toxisches Werkzeug. Das Trauma der Zeugin wird nicht dadurch gelindert, dass der Angeklagte ein biologisches Problem hat. Im Gegenteil: Er hat seinen Frust über seine eigene Unfähigkeit als Waffe gegen eine Frau eingesetzt.“
Die Anwältin der Nebenklage (schaltet sich ein, blickt demonstrativ zum Angeklagten und dann zu den Geschworenen):
„Wenn ich kurz ergänzen darf: Der Verteidiger versucht hier gerade, ein biologisches Versagen als moralischen Freibrief zu verkaufen. Hohes Gericht, meine Damen und Herren Geschworene, meine Mandantin wurde nicht von einem 'kaputten Bauteil' angegriffen, sondern von einem Menschen. Dass die 'Waffe' des Täters Ladehemmungen hatte, ändert nichts an der Wucht des Angriffs. Wer eine Frau in die Enge treibt und sie demütigt, braucht keinen klinischen Befund, sondern einen Haftbefehl. Den Tatbestand an einer biologischen Versteifung festmachen zu wollen, ist so, als würde man einen Bankräuber freisprechen, nur weil seine Fluchtkiste einen Getriebeschaden hatte!“
Verteidiger (reagiert hitzig): „Einspruch. Versteift hat sich nur die Sichtweise meiner werten Kollegin.“
Richter/in: „Der Einspruch wird abgelehnt. Die Vertreterin der Privatbeteiligten nimmt eine rechtliche Würdigung der Tatmittel vor. Fahren Sie fort.“
Würde ich ja gerne. Aber ich hänge in der Bronx fest. Zwar hat mir der Goadfather eine Tür in eine andere Welt geöffnet. Aber das war eher mehr Fake-News. Als ich es konkretisiert habe, hat er auf einmal einen Rückzieher gemacht. Dabei ging die Initiative von ihm aus. Sehr bitter. Ein armer Schlucker zu sein ohne Selbstermächtigung im Portfolio. Es ist zum Davonrennen.
Verteidiger: „Welche Tatmittel, euer Ehren? Geschätzte Geschworene, der hat ja kein Mittel, das den Zweck heiligt“.
Der ganze Saal lacht.
Richter (mit einer Stimme, die vor unterdrücktem Zorn zittert): „Ruhe jetzt! Wir sind hier nicht beim Villacher Fasching. Wenn ich hier noch ein einziges Mal die Heiterkeit einer Faschingssitzung erlebe, während wir über die Würde eines Menschen verhandeln, dann ist der Spaß endgültig vorbei. Ich sage es zum letzten Mal: Entweder herrscht hier augenblicklich absolute Disziplin, oder ich lasse den gesamten Saal räumen! Die Frau Staatsanwältin ist am Wort“.
Staatsanwältin (rückt ihre Robe zurecht und tritt einen Schritt auf die Geschworenen zu):
„Hohes Gericht, meine Damen und Herren Geschworene, wir haben heute viel über Mechanik gehört. Über 'Equipment', 'Rohrleitungen' und 'Stromkabel'. Aber was die Verteidigung hier so süffisant als biologisches Unvermögen verkauft, ist juristisch gesehen eine Farce. Der Angeklagte hat die Zeugin nicht mit einem urologischen Gutachten angegriffen, sondern mit seinem Körper und seinem Aggressionspotenzial.“
Sie macht eine kurze Pause und fixiert den Angeklagten.
Staatsanwältin:
„Es ist für die Qualifikation der Tat völlig unerheblich, ob der biologische Erfolg ausgeblieben ist. Wer eine Frau gewaltsam zu Boden drückt und versucht, sie zu penetrieren, begeht eine sexuelle Nötigung – völlig egal, ob der Körper des Täters am Ende versagt oder nicht. Dass Herr K. hier nun versucht, sein eigenes Unvermögen als Entlastungsgrund zu missbrauchen, fügt dem Opfer eine weitere Demütigung zu. Die Tat liegt im massiven Übergriff auf die sexuelle Selbstbestimmung der Zeugin. Und dieser Übergriff war real, schmerzhaft und traumatisch. Ich beantrage daher eine unbedingte Haftstrafe.“
Verteidiger (springt fast von seinem Sessel auf und wendet sich an die Geschworenenbank):
„Einspruch, Frau Rat! Werte Geschworene, die Staatsanwaltschaft betreibt hier reine Lyrik. Niemand wurde 'gewaltsam zu Boden gedrückt'. Die Zeugenaussage ist hier eindeutig: Mein Mandant stand hinter ihr. Er lag nicht auf ihr, er hat sie nicht niedergerungen. Mein Mandat stand - die Klägerin stand“.
„Wie eine deutsche Eiche“.
Richter: „Wer hat das jetzt gesagt?"
Es rührt sich niemand. Der „Wortmacher“ in der dritten Reihe starrt plötzlich extrem konzentriert auf seine Schuhbänder.
Verteidiger: „Aber meine Damen und Herren Geschworene! Wir reden hier von der Privatbeteiligten, einer Zeugin, die im Kreuzverhör selbst angegeben hat, keine sexuelle Erregung empfinden zu können. Die Frau ist frigide“.
„Wie meine Elfriede“. Der ganze Saal lacht.
Frigide, brüllt der Scheißhausdämon durch die geschlossene Häusltür, ist eine Intrige durch den eigenen Körper. Das Bewusstsein hat die Lust ausgesperrt wie der Schizophrenist letztes Jahr aus der eigenen Wohnung. Die im in Wahrheit nicht gehört.
Dabei lag der Schlüssel in einem Müllcontainer im Innenhof. Unvergessen, wie der Mann vom Schlüsseldienst, ein Schlossermeister, eine Stunde lang behauptete, er bekomme jede Tür auf. Woraufhin ich ziemlich entnervt antwortete: Ja, mit einer Stange Dynamit. Die rettende Idee hatte dann tatsächlich ich. Ich! Eigentlich ein Unding, so rettungslos verloren wie ich bin. Du natürlich auch, Kassandra.
Woraufhin mir der Fachmann 200 Euro in Rechnung stellte – für meine eigene Idee.
Die Staatsanwältin lehnt sich zurück, als hätte sie gerade eine besonders schlechte Kabarettnummer gesehen, und sagt trocken:
„Herr Verteidiger, wir danken für Ihren medizinischen Laienvortrag über Funktionsstörungen aller Art. Aber lassen Sie uns kurz zur Sache zurückkehren. Wenn zwei Menschen Schwierigkeiten mit der eigenen Lustverwaltung haben, ist das bedauerlich, aber kein Freibrief für Chaos im zwischenmenschlichen Verkehr. Wer seine eigene Tür nicht aufbekommt, darf nicht beim Nachbarn einbrechen und behaupten, das Schloss habe ihn provoziert. Und schon gar nicht darf er dann behaupten, das sei alles nur eine ‚rüde Rangelei‘ gewesen. Das hier ist kein Handwerkerdrama, sondern ein Strafverfahren.“
Verteidiger: „Apropos Funktionsstörungen. Mein Mandant hat auch eine schwache Blase. Und eine Prostata wie ein Hundertjähriger. Der hat sich bei dem Vorfall tatsächlich eingenässt. Zum Glück in seine Herrenwindel Level 2“.
Level 3 brüllt der Wortmacher dazwischen.
Verteidiger: „Level 2. Werte Geschworene, falls sie Bedarf haben. Beim BIPA sind die Herrenwindel derzeit im Angebot“.
Der Saal kichert, der Richter hebt warnend die Hand, aber man sieht ihm an, dass er sich das Lachen verkneifen muss.
Verteidiger: „Bringen wir es auf den Punkt. (Der ist gut) Das war nix Sexuelles. Mein Mandant hat mitnichten den Weißmann gemacht. Lassen sie sich das nur nicht von der Staatsanwältin weiß machen, werte Geschworene. Das war nur das Aufeinandertreffen zweier... nun ja, funktionsunfähiger Individuen! Wo ist denn da der sexuelle Gehalt? Das ist maximal eine etwas rüde Rangelei, eine Beleidigung vielleicht, aber doch kein Sexualverbrechen!“
Anwältin der Nebenklage (eiskalt):
„Dass meine Mandantin während eines Angriffs keine 'Erregung' empfindet, nennt man Todesangst, Herr Kollege. Dass Sie das als 'Gleichstand der Unfähigen' bezeichnen, ist die Gipfelleistung dieser satirischen Vorstellung und eine Beleidigung für jedes Opfer von Gewalt.“
Verteidiger ruft dazwischen: „Todesangst. Wer hat die nicht euer Ehren, werte Geschworene. Nicht jeder kann auf ein erfülltes Leben blicken, wie eine Maus auf eine Schlange, die sich eigentlich nur noch vegan ernährt, aber einen Rückfall hat in schlechte Gewohnheiten. Und wenn wir schon von Todesangst sprechen: Schauen Sie hinaus in die Welt. Menschen in der Ukraine, im Iran, in Israel, im Libanon – überall fürchten Menschen täglich um ihr Leben. Todesangst ist kein exklusives Gut, das man nur im Gerichtssaal verteilt. Sie ist ein globaler Dauerzustand geworden“.
Staatsanwältin (beugt sich vor):
„Sie und ihre Abschweifungen. Genau so ist es werte Kollegin. Wenn ich jemanden mit einer ungeladenen Waffe schlage, ist es trotzdem gefährliche Körperverletzung. Und wenn Ihr Mandant sein Opfer demütigt, indem er sie zu sexuellen Handlungen zwingt, die er selbst gar nicht genießen kann, dann ist das die reinste Form von Machtmissbrauch. Die Impotenz Ihres Mandanten ist kein Alibi – sie ist sein Motiv. Wir fordern zwei Jahre auf Bewährung.“
Vorsitzender Richter (klopft mit dem Hammer):
„Ruhe im Saal! Da das Gericht zur abschließenden Klärung der Schuldkraft eines 'kaputten Schlauchs' im rechtlichen Sinne ein ergänzendes Sachverständigengutachten zur Frage der mechanischen Einwirkung bei totaler Dysfunktion einholen muss, wird die heutige Sitzung unterbrochen.
Werte Geschworene, wir werden uns zur Beratung zurückziehen, ob die Verteidigung hier gerade versucht hat, Biologie-Unterricht mit Rechtsprechung zu verwechseln. Die Verhandlung wird hiermit vertagt!“
Ende
----_------_--------___----------______-------______------______-
Ich: BING. Du müsstest den Text an gewissen Stelle entschärfen?
BING: Ja, an ein paar Stellen müsste ich den Text leicht entschärfen, nicht aus moralischen Gründen oder um eine Partei zu verteidigen, sondern weil ich sexuelle Gewalt nicht direkt darstellen, Personen nicht abwerten und explizite sexuelle Körperfunktionen nicht wörtlich neu formulieren darf; stattdessen kann ich die Ambivalenz verstärken, das toxische Klima herausarbeiten, die Unklarheit betonen sowie die Szene satirisch zuspitzen, solange ich dabei keine expliziten sexuellen Details neu erfinde. Ich zensiere oder moralisiere nicht und entscheide nicht, wer das Opfer ist, sondern schreibe im Rahmen meiner Vorgaben über das Thema „Aussage gegen Aussage in einem toxischen gesellschaftlichen Klima“, indem ich die Dialoge auf die gesellschaftliche Überhitzung lenke, den Verteidiger als überdrehten Showman und den Richter im Chaos darstelle, wobei bestehende Formulierungen wie Impotenz oder das Einnässen stehen bleiben dürfen, solange daraus keine neuen sexuellen Handlungen oder abwertenden Zuschreibungen konstruiert werden.
Schauplatz: Amtsgericht, Bronx Saal 104
Der Gerichtssaal platzt aus allen Nähten vor Schaulustigen. Der Harndrang war so groß, dass man kurzfristig in den größten Saal ausweichen musst.
Ups. Ein Freudscher. Passt eh. Wir sind ja in Wien - Vienna - wo er so gut wie nichts tat. Außer seinen kleinstbürgerlichen Ruin zu verwalten. Aus allen Nähten bist du auch geplatzt, ruft der Wortmacher. Sozial wie köperverformungsmäßig. Inzwischen bist du so bucklig gelebt, dass du dich nicht einmal mehr flach hinlegen kannst ohne Schmerzen. Na, na. Ich arbeite mich hier an einem wichtigen Thema ab. An dieser Stelle musste ich selbst laut auflachen.
Vorsitzender Richter/in/*: „Das Wort hat der Verteidiger. Sprechen Sie auch zu den Geschworenen.“
Verteidiger (rückt seine Brille zurecht, hält ein Dokument hoch):
„Hohes Gericht, meine Damen und Herren der Staatsanwaltschaft. Werte Geschworene. Scheiß Presse“.
Apropos Pressefreiheit und so:
Der Demokratiebericht 2025 des schwedischen Forschungsprojekts Varieties of Democracy (V‑Dem) an der Universität Göteborg zeigt einen drastischen Einbruch der demokratischen Standards in den USA unter Präsident Donald Trump: Die Vereinigten Staaten gelten demnach nicht mehr als liberale Demokratie, da Trump Macht beim Präsidenten konzentriert, per Dekret regiert, Gerichtsurteile umgeht und Bürgerrechte sowie Medienfreiheit einschränkt, während das Wahlsystem selbst noch als intakt gilt.
Die Geschwindigkeit dieser demokratischen Erosion sei historisch beispiellos und habe in nur einem Jahr Schäden verursacht, für die andere Länder der „dritten Welle der Autokratisierung“ ein Jahrzehnt benötigten. Weltweit ist der Anteil der Demokratien auf das Niveau von 1978 gefallen, 74 % der Weltbevölkerung leben inzwischen in Autokratien, nur 7 % in liberalen Demokratien. Ungarn gilt als das Land mit den stärksten Verschlechterungen seit Orbáns Machtübernahme 2010 und wird seit 2018 als Wahlautokratie eingestuft. V‑Dem definiert liberale Demokratien anhand von Freiheitsrechten, unabhängiger Justiz, Gewaltenteilung, freien Wahlen und einer freien Presse. Quelle: Die "Presse"/Zusammengefasst
Zurück im Gerichtssaal:
Verteidiger (rückt wieder seine Brille zurecht, hält ein Dokument hoch):
„Hohes Gericht, meine Damen und Herren der Staatsanwaltschaft. Geschätzte Geschworene. Scheiß Presse. Der Schizophrenist, dieser Depp kann einfach nicht beim Thema bleiben. Wie lange sollen wir uns das Elend noch anschauen“.
Im Publikum ist ein leises Murren zu hören.
„Ich hab grauen Star!“, ruft plötzlich jemand. „Mir macht das nichts aus!“
Der Saal bricht in Gelächter aus. Der Graue Star lässt sich gut operieren. In der Regel.
Verteidiger:
„Wenn ich bitten darf. Werte Geschworene, wir reden hier seit Stunden über einen angeblichen 'massiven sexuellen Übergriff'. Schauen wir uns doch bitte die nackten Tatsachen an – und ich meine das wörtlich. Ich habe hier ein urologisches Gutachten meines Mandanten, Herrn K. Diagnose: Komplette erektile Dysfunktion. Klinisch tot, wenn Sie so wollen. Mein Mandant ist wie ein Soldat ohne Gewehr, wie ein Radfahrer ohne Kette, wie ein Thermomix ohne Strom. Die Verteidigung behauptet, mein Mandant wollte die Klägerin sexuell nötigen? Mit was denn? Mit einer Absichtserklärung? Mit seiner frauenfeindlichen Rhetorik? Das ist biologisch unmöglich. Meine Damen und Herren Geschworene, wir plädieren auf Freispruch, da der Tatbestand der sexuellen Nötigung ohne das nötige 'Equipment' gar nicht erfüllbar ist.“
Im Saal entsteht leises Gemurmel, jemand unterdrückt ein Kichern. Eine/r ruft: „Wie ein Dual‑Zone Airfryer mit kaputten Stromkabel“. Wieder bricht Gelächter im Publikum aus.
Richter (sichtlich genervt):
„Ruhe im Saal. Wir sind hier in einer Hauptverhandlung und nicht auf einer Küchenmesse. Ich erteile der Staatsanwältin das Wort.“
Staatsanwältin (steht langsam auf, blickt den Verteidiger mitleidig an und fixiert dann die Geschworenenbank):
„Herr Kollege, ich danke Ihnen für diesen kleinen Exkurs in die Urologie. Aber werte Geschworene, wir sind hier nicht beim TÜV für Geschlechtsorgane, sondern im Strafprozess. Es ist völlig unerheblich, ob der Schlauch Ihres Mandanten keine Luft hält. Entscheidend ist, dass er ihn als Schlagstock benutzt hat. Allein seine Phantasie ist ein toxisches Werkzeug. Das Trauma der Zeugin wird nicht dadurch gelindert, dass der Angeklagte ein biologisches Problem hat. Im Gegenteil: Er hat seinen Frust über seine eigene Unfähigkeit als Waffe gegen eine Frau eingesetzt.“
Die Anwältin der Nebenklage (schaltet sich ein, blickt demonstrativ zum Angeklagten und dann zu den Geschworenen):
„Wenn ich kurz ergänzen darf: Der Verteidiger versucht hier gerade, ein biologisches Versagen als moralischen Freibrief zu verkaufen. Hohes Gericht, meine Damen und Herren Geschworene, meine Mandantin wurde nicht von einem 'kaputten Bauteil' angegriffen, sondern von einem Menschen. Dass die 'Waffe' des Täters Ladehemmungen hatte, ändert nichts an der Wucht des Angriffs. Wer eine Frau in die Enge treibt und sie demütigt, braucht keinen klinischen Befund, sondern einen Haftbefehl. Den Tatbestand an einer biologischen Versteifung festmachen zu wollen, ist so, als würde man einen Bankräuber freisprechen, nur weil seine Fluchtkiste einen Getriebeschaden hatte!“
Verteidiger (reagiert hitzig): „Einspruch. Versteift hat sich nur die Sichtweise meiner werten Kollegin.“
Richter/in: „Der Einspruch wird abgelehnt. Die Vertreterin der Privatbeteiligten nimmt eine rechtliche Würdigung der Tatmittel vor. Fahren Sie fort.“
Würde ich ja gerne. Aber ich hänge in der Bronx fest. Zwar hat mir der Goadfather eine Tür in eine andere Welt geöffnet. Aber das war eher mehr Fake-News. Als ich es konkretisiert habe, hat er auf einmal einen Rückzieher gemacht. Dabei ging die Initiative von ihm aus. Sehr bitter. Ein armer Schlucker zu sein ohne Selbstermächtigung im Portfolio. Es ist zum Davonrennen.
Verteidiger: „Welche Tatmittel, euer Ehren? Geschätzte Geschworene, der hat ja kein Mittel, das den Zweck heiligt“.
Der ganze Saal lacht.
Richter (mit einer Stimme, die vor unterdrücktem Zorn zittert): „Ruhe jetzt! Wir sind hier nicht beim Villacher Fasching. Wenn ich hier noch ein einziges Mal die Heiterkeit einer Faschingssitzung erlebe, während wir über die Würde eines Menschen verhandeln, dann ist der Spaß endgültig vorbei. Ich sage es zum letzten Mal: Entweder herrscht hier augenblicklich absolute Disziplin, oder ich lasse den gesamten Saal räumen! Die Frau Staatsanwältin ist am Wort“.
Staatsanwältin (rückt ihre Robe zurecht und tritt einen Schritt auf die Geschworenen zu):
„Hohes Gericht, meine Damen und Herren Geschworene, wir haben heute viel über Mechanik gehört. Über 'Equipment', 'Rohrleitungen' und 'Stromkabel'. Aber was die Verteidigung hier so süffisant als biologisches Unvermögen verkauft, ist juristisch gesehen eine Farce. Der Angeklagte hat die Zeugin nicht mit einem urologischen Gutachten angegriffen, sondern mit seinem Körper und seinem Aggressionspotenzial.“
Sie macht eine kurze Pause und fixiert den Angeklagten.
Staatsanwältin:
„Es ist für die Qualifikation der Tat völlig unerheblich, ob der biologische Erfolg ausgeblieben ist. Wer eine Frau gewaltsam zu Boden drückt und versucht, sie zu penetrieren, begeht eine sexuelle Nötigung – völlig egal, ob der Körper des Täters am Ende versagt oder nicht. Dass Herr K. hier nun versucht, sein eigenes Unvermögen als Entlastungsgrund zu missbrauchen, fügt dem Opfer eine weitere Demütigung zu. Die Tat liegt im massiven Übergriff auf die sexuelle Selbstbestimmung der Zeugin. Und dieser Übergriff war real, schmerzhaft und traumatisch. Ich beantrage daher eine unbedingte Haftstrafe.“
Verteidiger (springt fast von seinem Sessel auf und wendet sich an die Geschworenenbank):
„Einspruch, Frau Rat! Werte Geschworene, die Staatsanwaltschaft betreibt hier reine Lyrik. Niemand wurde 'gewaltsam zu Boden gedrückt'. Die Zeugenaussage ist hier eindeutig: Mein Mandant stand hinter ihr. Er lag nicht auf ihr, er hat sie nicht niedergerungen. Mein Mandat stand - die Klägerin stand“.
„Wie eine deutsche Eiche“.
Richter: „Wer hat das jetzt gesagt?"
Es rührt sich niemand. Der „Wortmacher“ in der dritten Reihe starrt plötzlich extrem konzentriert auf seine Schuhbänder.
Verteidiger: „Aber meine Damen und Herren Geschworene! Wir reden hier von der Privatbeteiligten, einer Zeugin, die im Kreuzverhör selbst angegeben hat, keine sexuelle Erregung empfinden zu können. Die Frau ist frigide“.
„Wie meine Elfriede“. Der ganze Saal lacht.
Frigide, brüllt der Scheißhausdämon durch die geschlossene Häusltür, ist eine Intrige durch den eigenen Körper. Das Bewusstsein hat die Lust ausgesperrt wie der Schizophrenist letztes Jahr aus der eigenen Wohnung. Die im in Wahrheit nicht gehört.
Dabei lag der Schlüssel in einem Müllcontainer im Innenhof. Unvergessen, wie der Mann vom Schlüsseldienst, ein Schlossermeister, eine Stunde lang behauptete, er bekomme jede Tür auf. Woraufhin ich ziemlich entnervt antwortete: Ja, mit einer Stange Dynamit. Die rettende Idee hatte dann tatsächlich ich. Ich! Eigentlich ein Unding, so rettungslos verloren wie ich bin. Du natürlich auch, Kassandra.
Woraufhin mir der Fachmann 200 Euro in Rechnung stellte – für meine eigene Idee.
Die Staatsanwältin lehnt sich zurück, als hätte sie gerade eine besonders schlechte Kabarettnummer gesehen, und sagt trocken:
„Herr Verteidiger, wir danken für Ihren medizinischen Laienvortrag über Funktionsstörungen aller Art. Aber lassen Sie uns kurz zur Sache zurückkehren. Wenn zwei Menschen Schwierigkeiten mit der eigenen Lustverwaltung haben, ist das bedauerlich, aber kein Freibrief für Chaos im zwischenmenschlichen Verkehr. Wer seine eigene Tür nicht aufbekommt, darf nicht beim Nachbarn einbrechen und behaupten, das Schloss habe ihn provoziert. Und schon gar nicht darf er dann behaupten, das sei alles nur eine ‚rüde Rangelei‘ gewesen. Das hier ist kein Handwerkerdrama, sondern ein Strafverfahren.“
Verteidiger: „Apropos Funktionsstörungen. Mein Mandant hat auch eine schwache Blase. Und eine Prostata wie ein Hundertjähriger. Der hat sich bei dem Vorfall tatsächlich eingenässt. Zum Glück in seine Herrenwindel Level 2“.
Level 3 brüllt der Wortmacher dazwischen.
Verteidiger: „Level 2. Werte Geschworene, falls sie Bedarf haben. Beim BIPA sind die Herrenwindel derzeit im Angebot“.
Der Saal kichert, der Richter hebt warnend die Hand, aber man sieht ihm an, dass er sich das Lachen verkneifen muss.
Verteidiger: „Bringen wir es auf den Punkt. (Der ist gut) Das war nix Sexuelles. Mein Mandant hat mitnichten den Weißmann gemacht. Lassen sie sich das nur nicht von der Staatsanwältin weiß machen, werte Geschworene. Das war nur das Aufeinandertreffen zweier... nun ja, funktionsunfähiger Individuen! Wo ist denn da der sexuelle Gehalt? Das ist maximal eine etwas rüde Rangelei, eine Beleidigung vielleicht, aber doch kein Sexualverbrechen!“
Anwältin der Nebenklage (eiskalt):
„Dass meine Mandantin während eines Angriffs keine 'Erregung' empfindet, nennt man Todesangst, Herr Kollege. Dass Sie das als 'Gleichstand der Unfähigen' bezeichnen, ist die Gipfelleistung dieser satirischen Vorstellung und eine Beleidigung für jedes Opfer von Gewalt.“
Verteidiger ruft dazwischen: „Todesangst. Wer hat die nicht euer Ehren, werte Geschworene. Nicht jeder kann auf ein erfülltes Leben blicken, wie eine Maus auf eine Schlange, die sich eigentlich nur noch vegan ernährt, aber einen Rückfall hat in schlechte Gewohnheiten. Und wenn wir schon von Todesangst sprechen: Schauen Sie hinaus in die Welt. Menschen in der Ukraine, im Iran, in Israel, im Libanon – überall fürchten Menschen täglich um ihr Leben. Todesangst ist kein exklusives Gut, das man nur im Gerichtssaal verteilt. Sie ist ein globaler Dauerzustand geworden“.
Staatsanwältin (beugt sich vor):
„Sie und ihre Abschweifungen. Genau so ist es werte Kollegin. Wenn ich jemanden mit einer ungeladenen Waffe schlage, ist es trotzdem gefährliche Körperverletzung. Und wenn Ihr Mandant sein Opfer demütigt, indem er sie zu sexuellen Handlungen zwingt, die er selbst gar nicht genießen kann, dann ist das die reinste Form von Machtmissbrauch. Die Impotenz Ihres Mandanten ist kein Alibi – sie ist sein Motiv. Wir fordern zwei Jahre auf Bewährung.“
Vorsitzender Richter (klopft mit dem Hammer):
„Ruhe im Saal! Da das Gericht zur abschließenden Klärung der Schuldkraft eines 'kaputten Schlauchs' im rechtlichen Sinne ein ergänzendes Sachverständigengutachten zur Frage der mechanischen Einwirkung bei totaler Dysfunktion einholen muss, wird die heutige Sitzung unterbrochen.
Werte Geschworene, wir werden uns zur Beratung zurückziehen, ob die Verteidigung hier gerade versucht hat, Biologie-Unterricht mit Rechtsprechung zu verwechseln. Die Verhandlung wird hiermit vertagt!“
Ende
----_------_--------___----------______-------______------______-
Ich: BING. Du müsstest den Text an gewissen Stelle entschärfen?
BING: Ja, an ein paar Stellen müsste ich den Text leicht entschärfen, nicht aus moralischen Gründen oder um eine Partei zu verteidigen, sondern weil ich sexuelle Gewalt nicht direkt darstellen, Personen nicht abwerten und explizite sexuelle Körperfunktionen nicht wörtlich neu formulieren darf; stattdessen kann ich die Ambivalenz verstärken, das toxische Klima herausarbeiten, die Unklarheit betonen sowie die Szene satirisch zuspitzen, solange ich dabei keine expliziten sexuellen Details neu erfinde. Ich zensiere oder moralisiere nicht und entscheide nicht, wer das Opfer ist, sondern schreibe im Rahmen meiner Vorgaben über das Thema „Aussage gegen Aussage in einem toxischen gesellschaftlichen Klima“, indem ich die Dialoge auf die gesellschaftliche Überhitzung lenke, den Verteidiger als überdrehten Showman und den Richter im Chaos darstelle, wobei bestehende Formulierungen wie Impotenz oder das Einnässen stehen bleiben dürfen, solange daraus keine neuen sexuellen Handlungen oder abwertenden Zuschreibungen konstruiert werden.
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