Samstag, 28. Februar 2026
Berufsparanoiker - wie Ich
„Das ist der – der/die/das –, den du meinst, wenn du nachfragst: ‚Der? Nee, nicht der, der andere, ach so!‘ Den anderen, den kenne ich nicht. Woraufhin man schon wieder fragen kann, wer derjenige ist, den man zu kennen glaubt, wenn einer ‚Ich‘ sagt.

Berufsparanoiker wie ich, die naturgemäß nichts anderes haben, sind in ihren hellen Momenten – so spärlich gesät wie Sperrholz, das tatsächlich einen Tresor aufsperrt – der Realität mit ihren düsteren Prognosen (‚Die Bomben müssen jetzt fallen. Umgehend!‘) so weit voraus, dass sie als lächerliche Spinner abgetan werden, die sie natürlich auch sind. ‚Der, der du natürlich auch bist‘, weist mich der Wortmacher zurecht.

Endlich gibt es diesen Wichser wieder. Dieser feige Hundling macht sich in der Regel aus dem Staub wenn ich krank bin, wie einst der Kette rauchende Stecher (Lover) der ‚Queen of Suff‘, wenn die wieder einen Aussetzer hatte und auf dem Fensterbankl saß, schwer betrunken, und die Einsatzkräfte sowie ihr Publikum animierte. Eine Maria Callas für ganz Arme. Ich darf ablästern: Der Hobbit-Anwalt und ich haben uns bei den entsprechenden Stellen für die Frau eingesetzt. Sie haben sogar eine neue Wohnung bekommen. In der alten wuchsen Schwammerln von der Decke.

Psychische Erkrankungen: Das unterversorgte Land.

In Österreich hat eine psychisch schwer kranke 14-Jährige eine 64-Jährige Frau auf einem Friedhof erstochen. Eine schwere Ritzerin.

Die Kinder- und Jugendhilfe (MA 11) wies unterdessen erneut auf die Umstände des Falles hin. Die Handlungen der Teenagerin seien für das Personal „nicht vorhersehbar“ gewesen, sagte eine Sprecherin der MA 11. Das Mädchen war seit November fremduntergebracht, aber stationär immer wieder wegen Eigengefährdung im Spital gewesen.

Die MA 11 unterstrich vor dem Hintergrund das grundsätzliche Prozedere der Zusammenarbeit zwischen Kinder- und Jugendpsychiatrie und der WG. „Sobald dort festgestellt wird, dass keine Gefährdung gegeben ist, kommt sie zurück in die WG“, so die Sprecherin. „Die Kinder haben auch Ausgänge, wir können sie nicht einsperren.“ Weshalb die Teenagerin am Montag die Einrichtung, die sich unweit des Friedhofs befindet, verlassen hatte, sei Gegenstand der Ermittlungen. (APA)

Der Suizid eines psychisch kranken Mannes in der Justizanstalt Josefstadt und die Tötung einer 61-jährigen Frau durch ihren an paranoider Schizophrenie erkrankten Ehemann: Sie sind nur zwei von unzähligen Symptomen einer Versorgungskrise in der Psychiatrie, die sehenden Auges entstanden ist und deren weitreichende Folgen zunehmend deutlicher sichtbar werden. Quelle: Die Presse.

Eigentlich hätte ich am Donnerstag einen Termin bei meinem Nervenonkel gehabt. Den musste ich jedoch wegen Krankheit absagen. Er rief stattdessen kurz zurück; er hat sich wohl selbst etwas eingefangen, das – genau wie bei vielen seiner Patienten – wieder schlimmer wird. Da geht wohl gerade wieder etwas um.
Der gute Mann ist ein wenig hypochondrisch und total besessen von meinem Blutbefund und meinem EKG. Das war im letzten Jahr unser einziges Thema: ein aktuelles EKG und ein aktueller Blutbefund. Wäre ich nicht krank geworden, hätten wir letzte Woche wohl auch über das tolle Wetter sprechen können – doch selbst am Telefon sprachen wir stattdessen wieder über das EKG und die Blutwerte.

Immerhin hält er mich nicht für einen notorischen Lügner oder Trickser, der eine Krankheit nur vorgibt, um keine Verantwortung für sein Leben übernehmen zu müssen. Er glaubte mir, dass ich krank bin; er hielt mein Krächzen für echt. Eigentlich hatte er gar keine Zweifel – die Vermutung, dass ich die Krankheit nur vortäuschen könnte, hatte ich ihm erst selbst in den Kopf gesetzt.

Hier ein kurzer Einblick in das hiesige Gesundheitssystem: Obgleich mein Nervenonkel bei meinem neuen Hausarzt (die vorherige Ärztin ist in Rente gegangen) um ein aktuelles EKG und einen Blutbefund gebeten hat – die Initiative also von ihm ausging –, hat er keinen Einblick in meine digitale Krankenakte. Die Daten der letzten Gesundheitsuntersuchung vom Dezember liegen ihm schlichtweg nicht vor. Also konnte ich nicht mal alle Zweifel ausräumen dass ich ein notorischer Krankmacher bin.

Ach ja:
Falls man selbst einen gewaltigen „Sprung in der Schüssel“ hat, der sich fürs Erste nur mit moderner Pharmazie kitten lässt: Krankheitseinsicht ist wichtig. Die schuldet man der Gesellschaft.
Herrschaftliche sollten weiter ihren Eiertanz aufführen, oder sich vor einem wie mir fürchten zu müssen.

Mein Fazit: Wenn man krank ist, kann man sich nicht gut auf Filme, Serien oder Fokus konzentrieren; das ist zu anstrengend. Also lässt man einfach das normale Tagesprogramm im Fernsehen laufen. Das ist pure Folter. Es ist unglaublich, wie viele schlechte Sendungen, Serien und Filme produziert werden. Mir war das bisher gar nicht so bewusst, aber was da an Schrott produziert wird, ist eigentlich unfassbar. So erklären sich auch die Wahlergebnisse. Menschen, die sich diesen Schrott reinziehen, ohne dabei zugrunde zu gehen glauben dir alles irgendwann

Auch über Frauen die ihren eigenen Körper für den total Schrott halten und zehntausende Euros für eine neue Karosserie ausgeben. Die lassen sich auch freiwillig die Nasen brechen. Mehrmals sogar.

Ende

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