Samstag, 17. Januar 2026
Die neue Distanziertheit
der imperialist, 14:46h
Die nicht mehr in Klasse macht sondern auf Klasse setzt, die dann ihre Ansprüche durchsetzt. Bis sich Trump Grönland einnäht. Genau.
„Oy vey!“
Ich sag’s Ihnen.
„Ich habe die Probe aufs Exempel gemacht.“
Zu dem Thema hätte ich ganz neues Anschauungsmaterial.
Ich hatte es ja im letzten Text mit der Prater Hauptallee. Dort entblöße ich meinen Geist in der Regel nicht. Selbst körperlich lasse ich mich so gut wie nie blicken. Die Prater Hauptallee gehört schon zum Reichsgebiet Herrschaftlichen, wie die 1er‑Kasse beim Lidl am Friedrich‑Engels‑Platz unzweifelhaft zur Bronx gehört.
In meiner Vorstellungswelt sind Herrschaftliche sehr speziell.
Nur ja nicht anstoßen, sonst wird es schneller, als man(N) begreift, anstößig.
Wie sage Diesige.
Rück denen lieber nicht auf die Pelle.
Kann mir in diesem Leben, genommen wie auch gegeben, wer weiß das schon so genau, nicht mehr passieren.
Ich weiß nicht welcher Gaul mich ritt.
Wer solls schon gewesen sein.
Der Wortmacher wars.
Der dirigierte mich mal in die andere Richtung.
Nur so könnte man das Ende der Welt, wie wir sie kennen, noch verhindern.
Nur so lässt sich verhindern, das die USA unter Trump
Europa auf eine neue Achse des Bösen wuchten.
Und dann von allen Seiten her angreifen.
Mit den Russen zusammen. Genau.
Also ging ich mal die andere Runde zum Einkaufen:
Zum Lidl am Praterstern, dann weiter zur „Villa“.
Der ist gut.
Natürlich zum Billa am Praterstern.
Aber zuvor noch einen kurzen Abstecher zum DM.
Schon sticht ein bekloppter Afghane wieder drei Frauen ab bei mir in der Bronx.
Der Ruf vom Praterstern ist zwar nicht der Beste.
Aber im 2.Bezirk leben schon einige Hipster und Bobos.
Das ist kein gutes Deutsch.
Im 2. Bezirk lebt inzwischen ein gut erkennbares Milieu junger, akademisch geprägter Stadtbewohner:innen.
Die legen auch sehr viel wert auf eine entsprechende Schreibweise,
Der 2. Bezirk weist eine wachsende Dichte an postindustriellen, kulturorientierten Lebensstilen auf.
Die reißen sich keinen Haxen aus, spottet der Wortmacher.
Der ist gut. Reißen sich keinen Haxen aus.
Die Hipster & Die Bobos:
Während der Hipster eine performative Stilfigur ist, die sich durch ästhetische Codes, ironische Distinktion und trendbewussten Konsum vom Mainstream abhebt, beschreibt der Bobo (Bourgeois Bohemian) eine gefestigte soziale Lage. Der Hipster definiert sich darüber, wie er aussieht und was er kulturell weiß (oft in prekären Verhältnissen); der Bobo hingegen repräsentiert eine akademisch-urbane Mittelschicht, die ihren materiellen Wohlstand durch moralisch-ökologische Werte und einen bewussten Lebensstil rechtfertigt. Kurz gesagt: Der Hipster will cool sein, der Bobo will richtig leben.
Genau. Meine Fangfrage lautet: Wer von den beiden Peergroups fährt Lastenrad?
Antwort: Na die Bobos. Hipster Der Hipster bevorzugt ein Vintage-Rennrad. Aber der Übergang ist fließend. Gerät eine Vintage-Person, in Umstände, dass sie als Frau gelesen wird, steigt sie auch mal aufs Lastenrad um.
Und was ist der Unterschied zwischen ‚Babo‘ und ‚Bobo‘?
Und zwischen einen Bonobo und einen Bobo?
Wer fragt das?
Insgeheim träumt der Hipster von einer begehrten Second‑Hand‑Uhr wie einer gebrauchten Rolex Datejust und einem ikonischen Vintage‑Modeaccessoire für Frauen wie der Chanel‑2.55‑Tasche, die er sich dann erst als ‚Bobo‘ leisten kann.
1955 von Gabrielle Chanel kreiert, definiert die 2.55 die emblematischen Codes von CHANEL: Das Steppmuster und eine Schulterkette mit flachen Metallgliedern. Sie zeichnet sich durch ihr abschließendes Detail aus: Sie ist die einzige Tasche mit einer Mademoiselle Schließe.
Hiermit schließe sich das Thema ab.
Und kaufte stattdessen beim DM Haferkleie und Tee.
Der Preis für Teebeutel ist eigentlich recht stabil.
Mangels anderer Option stellte ich mich in die kurze Kassenschlange und ließ mir wie üblich einen Text vorlesen.
Schon eine gute Sache. Das KI-Vorlesen.
Ich hatte eine Vorleserin im Ohr.
Da sprach mich eine relativ junge Frau an.
Mutter von zwei Kindern.
Und hochschwanger.
Die stand in der Schlange vor mir.
Mit den Augen deute SIE auf die Kasse rechts neben uns.
Die hatte aber nicht geöffnet.
Ich dachte mir nichts dabei.
Ich stand nur so da und ließ mich textlich verstören.
10 000 Franken für einen Leichnam: In Iran müssen Angehörige von getöteten Demonstranten für die Munition aufkommen
Seit einigen Tagen können Iraner im Ausland wieder mit ihren Angehörigen im Land telefonieren. Was sie erzählen, schockiert – und zeigt, mit welchen Mitteln das Regime seine Verbrechen verschleiert. Quelle: "NZZ"
Die Frau wiederholte den Hinweis auf die Kasse noch einmal.
Also machte ich den Text aus.
Vielleicht benötigt sie Hilfe.
Ich bin da sehr schnell zu haben.
Schon sehe ich den Corona-Gastro-Gutschein vor mir liegen, in "Lungen-Mann" seiner Küche.
Nicht einmal den hat er mir vermacht.
Aber das ist eine andere Geschichte, die in die Untiefen das ach so selbstlosen Helfen führt.
In den Sumpf des eigenen Charakters.
Ja.
„Sehen Sie nicht, dass diese Kasse nicht geöffnet hat?“
„Sehe ich“, antworte ich.
„Das lässt sich nicht übersehen.“
„Warum stehen Sie dann so nah hinter mir?“
Einerseits war ich ziemlich perplex, während ich andererseits auch noch auf der Leitung stand.
„Wie? Ich soll zurückweichen, weil ich zu nah hinter Ihnen stehe?“, fragte ich ungläubig.
Und staunend.
Und nix schnallend.
„Ja“. War die knappe Antwort.
Ich stand aber eh einen dreiviertel Meter hinter ihr.
Mindestens.
Ich hatte mich so angestellt wie wir uns in der Bronx seit Jahrzehnen anstellen.
Natürlich scheiden sich an diesem Punkt die Geister.
„Ach, jetzt verstehe ich. Das ist Ihnen zu wenig Abstand?“
„Ja“, antwortete die Frau und zog dabei eine Fresse wie ich als Kind, wenn ich die süße Tomatensoße essen sollte.
Ich wusste wirklich nicht wie mir geschah.
„Innerlich stand ich nicht vor einem Menschen, der allein durch meine Anwesenheit ein Problem mit mir hatte, sondern vor einer Außerirdischen von einem ganz anderen Planeten, auf dem ganz andere Regeln für ein gütiges Miteinander gelten.
Was heißt hier Miteinander.
Nebeneinander her, ohne Berührungspunkte trifft es besser.
Aber zufällig beim DM am Praterstern krachen diesen beiden Welten aufeinander.
Meine oberste Regel lautet:
Niemals mit Herrschaftlichen diskutieren.
Schon gar nicht, wenn sie sich absolut im Recht wähnen/fühlen.
Weil die immer mehr als du fühlen.
Genau.
Die haben riesige Egos.
Viele scheitern ja an ihren guten Neujahrsvorsätzen. Du hingegen scheiterst daran, konsequent bei deinen schlechten Angewohnheiten zu bleiben.
Wortmacher. Was hat das mit dem Text zu tun?
In der Regel wird alles nur noch schlimmer, wenn man sich auf Herrschaftliche einlässt und endlos Argumente wälzt.
So wie es ein Hell & Dunkeldeutschland gibt, gibt es auch eine Licht & Schattenwelt.
Aber die aus der Schattenwelt werfen keinen eigenen Schatten.
Die werfen nur ihr Leben weg.
Und dann stehen sie übrige Zeit nur im Schatten Herrschaftlichen?
Genau.
Also ist Flucht die einzige Möglichkeit sich aus dieser misslichen Lage zu befreien.
Was natürlich nicht gelingt. ©️Das Lindwurm-Paradoxon.
Ein falsches Wort von mir, und die junge Mutter hätte total am Rad gedreht.
Eine dumme Bemerkung.
Und schon bin ich ihr beim DM im grellen Licht, in einer kurzen Schlange stehend, so nahe auf die Pelle gerückt, dass eine sexuelle Belästigung nicht mehr ausgeschlossen werden kann.
Und ihren kleinen Jungen habe ich auch so seltsam angeguckt.
So gucken nur Männer die keine guten Absichten verflogen.
Mit ihren Blicken. Genau.
Da kann nichts ausgeschlossen werden.
Heutzutage.
Der kleine Junge war Übrigen auch noch farbig.
Gemini. Sagt man(N) das so als Weißbrot?
Nein, im heutigen Sprachgebrauch gilt die Bezeichnung „farbig“ als veraltet und wird von vielen Betroffenen als diskriminierend abgelehnt.
Hier ist die Einordnung, warum das so ist und welche Alternativen es gibt:
Warum nicht „farbig“?
Koloniale Wurzeln: Der Begriff stammt aus der Kolonialzeit und wurde genutzt, um Menschen von einer „weißen Norm“ abzugrenzen. Er wertet Menschen aufgrund ihrer Hautfarbe ab, indem er sie als „anders“ markiert.
Fremdbezeichnung: Das Wort wurde den Menschen von außen gegeben. Viele empfinden es als beschönigend oder herablassend (ähnlich wie „bemalt“).
Unpräzise: Es fasst sehr unterschiedliche Menschengruppen unter einem vagen Begriff zusammen, der eigentlich nur „nicht-weiß“ meint.
Was sagt man stattdessen?
Heute werden Begriffe verwendet, die entweder die politische Identität betonen oder von den Gruppen selbst gewählt wurden:
Schwarz (mit großem „S“): Das „S“ wird großgeschrieben, um zu verdeutlichen, dass es nicht um die Farbe der Haut geht, sondern um eine politische und soziale Identität in einer Gesellschaft.
Beispiel: „Der kleine Junge ist Schwarz.“
Person of Color (Plural: People of Color / PoC): Dies ist ein international gebräuchlicher Selbstbegriff für Menschen, die Rassismuserfahrungen machen.
Beispiel: „Er ist ein Kind of Color.“
Bi_PoC: Eine Erweiterung (Black, Indigenous, People of Color), um die spezifischen Erfahrungen von Schwarzen und indigenen Menschen hervorzuheben.
Und diese ganze Erbauungsliteratur haust du jetzt raus, nur weil ich „farbiger Junge“ geschrieben habe?
Das ist völlig bekloppt. Wir haben hier keine Baumwollfelder-Verbrechen.
Wir haben hier den Holocaust.
Weil ich aus Erfahrungen gelernt hatte.
Hast du dich den Gefühlen der Frau umgehend unterworfen.
Nicht das die auch noch die Um2 anruft.
Exakt.
Ich machte einen Schritt zurück und stand nun so weit hinter ihr, dass die Frau hinter mir tatsächlich fragte, ob ich mich überhaupt noch anstelle.
Das fand ich ziemlich lustig.
Also musste ich lachen.
Natürlich war das kein völlig jugendfreies Lachen.
„Die Gute ist ja völlig bekloppt“, dachte ich mir.
So etwas habe ich noch nie erlebt beim DM.
„Ja, weil du immer nur zum DM in der Bronx gehst“, schaltete sich der Deichgraf ein.
Zu meiner Verteidigung kann ich nur noch einmal wiederholen.
Ich hatte mich einfach so angestellt wie man sich in der Bronx anstellt.
Geschlechteridentitäten übergreifend.
Ich hatte auch kein Handy in der Hand wegen Upskirting und so.
Mein Hosentürl war auch nicht offen.
Ich trug eine Trainingshose .
Ich hatte überhaupt nichts gemacht.
Ich war einfach nur hinter ihr gestanden.
Trotzdem fühlte sich die Frau von mir atmosphärisch belästigt.
Was soll man(N) machen.
Na, nicht am Praterstern einkaufen.
Was sonst.
Stimmt auch wieder.
Hin und wieder erfasst der Wortmacher die Dinge sehr schnell.
Auf dem Weg zurück in die Bronx dachte ich mir:
Wenn die Dame schon bei solchen Dingen so originell drauf ist.
Wie schaut es dann erst intellektuell aus?
Und danach dachte ich mir:
Die MAGA‑Bewegung kommt ja nicht von ungefähr.
Trump ist kein Zufall.
Seine Wiederwahl ist auch eine Reaktion auf gewisse gesellschaftliche Entwicklungen wie eben beim DM.
Wenn Kerle wie ich, sich nicht einmal mehr schweigend hinter einer Frau anstellen dürfen, ohne abgekanzelt zu werden, muss das irgendwann Folgen haben.
„To just be grossly generalistic, you could put half of Trump’s supporters into what I call the basket of deplorables. Right? The racist, sexist, homophobic, xenophobic, Islamophobic — you name it.“
© Hillary Clinton.
Ende
„Oy vey!“
Ich sag’s Ihnen.
„Ich habe die Probe aufs Exempel gemacht.“
Zu dem Thema hätte ich ganz neues Anschauungsmaterial.
Ich hatte es ja im letzten Text mit der Prater Hauptallee. Dort entblöße ich meinen Geist in der Regel nicht. Selbst körperlich lasse ich mich so gut wie nie blicken. Die Prater Hauptallee gehört schon zum Reichsgebiet Herrschaftlichen, wie die 1er‑Kasse beim Lidl am Friedrich‑Engels‑Platz unzweifelhaft zur Bronx gehört.
In meiner Vorstellungswelt sind Herrschaftliche sehr speziell.
Nur ja nicht anstoßen, sonst wird es schneller, als man(N) begreift, anstößig.
Wie sage Diesige.
Rück denen lieber nicht auf die Pelle.
Kann mir in diesem Leben, genommen wie auch gegeben, wer weiß das schon so genau, nicht mehr passieren.
Ich weiß nicht welcher Gaul mich ritt.
Wer solls schon gewesen sein.
Der Wortmacher wars.
Der dirigierte mich mal in die andere Richtung.
Nur so könnte man das Ende der Welt, wie wir sie kennen, noch verhindern.
Nur so lässt sich verhindern, das die USA unter Trump
Europa auf eine neue Achse des Bösen wuchten.
Und dann von allen Seiten her angreifen.
Mit den Russen zusammen. Genau.
Also ging ich mal die andere Runde zum Einkaufen:
Zum Lidl am Praterstern, dann weiter zur „Villa“.
Der ist gut.
Natürlich zum Billa am Praterstern.
Aber zuvor noch einen kurzen Abstecher zum DM.
Schon sticht ein bekloppter Afghane wieder drei Frauen ab bei mir in der Bronx.
Der Ruf vom Praterstern ist zwar nicht der Beste.
Aber im 2.Bezirk leben schon einige Hipster und Bobos.
Das ist kein gutes Deutsch.
Im 2. Bezirk lebt inzwischen ein gut erkennbares Milieu junger, akademisch geprägter Stadtbewohner:innen.
Die legen auch sehr viel wert auf eine entsprechende Schreibweise,
Der 2. Bezirk weist eine wachsende Dichte an postindustriellen, kulturorientierten Lebensstilen auf.
Die reißen sich keinen Haxen aus, spottet der Wortmacher.
Der ist gut. Reißen sich keinen Haxen aus.
Die Hipster & Die Bobos:
Während der Hipster eine performative Stilfigur ist, die sich durch ästhetische Codes, ironische Distinktion und trendbewussten Konsum vom Mainstream abhebt, beschreibt der Bobo (Bourgeois Bohemian) eine gefestigte soziale Lage. Der Hipster definiert sich darüber, wie er aussieht und was er kulturell weiß (oft in prekären Verhältnissen); der Bobo hingegen repräsentiert eine akademisch-urbane Mittelschicht, die ihren materiellen Wohlstand durch moralisch-ökologische Werte und einen bewussten Lebensstil rechtfertigt. Kurz gesagt: Der Hipster will cool sein, der Bobo will richtig leben.
Genau. Meine Fangfrage lautet: Wer von den beiden Peergroups fährt Lastenrad?
Antwort: Na die Bobos. Hipster Der Hipster bevorzugt ein Vintage-Rennrad. Aber der Übergang ist fließend. Gerät eine Vintage-Person, in Umstände, dass sie als Frau gelesen wird, steigt sie auch mal aufs Lastenrad um.
Und was ist der Unterschied zwischen ‚Babo‘ und ‚Bobo‘?
Und zwischen einen Bonobo und einen Bobo?
Wer fragt das?
Insgeheim träumt der Hipster von einer begehrten Second‑Hand‑Uhr wie einer gebrauchten Rolex Datejust und einem ikonischen Vintage‑Modeaccessoire für Frauen wie der Chanel‑2.55‑Tasche, die er sich dann erst als ‚Bobo‘ leisten kann.
1955 von Gabrielle Chanel kreiert, definiert die 2.55 die emblematischen Codes von CHANEL: Das Steppmuster und eine Schulterkette mit flachen Metallgliedern. Sie zeichnet sich durch ihr abschließendes Detail aus: Sie ist die einzige Tasche mit einer Mademoiselle Schließe.
Hiermit schließe sich das Thema ab.
Und kaufte stattdessen beim DM Haferkleie und Tee.
Der Preis für Teebeutel ist eigentlich recht stabil.
Mangels anderer Option stellte ich mich in die kurze Kassenschlange und ließ mir wie üblich einen Text vorlesen.
Schon eine gute Sache. Das KI-Vorlesen.
Ich hatte eine Vorleserin im Ohr.
Da sprach mich eine relativ junge Frau an.
Mutter von zwei Kindern.
Und hochschwanger.
Die stand in der Schlange vor mir.
Mit den Augen deute SIE auf die Kasse rechts neben uns.
Die hatte aber nicht geöffnet.
Ich dachte mir nichts dabei.
Ich stand nur so da und ließ mich textlich verstören.
10 000 Franken für einen Leichnam: In Iran müssen Angehörige von getöteten Demonstranten für die Munition aufkommen
Seit einigen Tagen können Iraner im Ausland wieder mit ihren Angehörigen im Land telefonieren. Was sie erzählen, schockiert – und zeigt, mit welchen Mitteln das Regime seine Verbrechen verschleiert. Quelle: "NZZ"
Die Frau wiederholte den Hinweis auf die Kasse noch einmal.
Also machte ich den Text aus.
Vielleicht benötigt sie Hilfe.
Ich bin da sehr schnell zu haben.
Schon sehe ich den Corona-Gastro-Gutschein vor mir liegen, in "Lungen-Mann" seiner Küche.
Nicht einmal den hat er mir vermacht.
Aber das ist eine andere Geschichte, die in die Untiefen das ach so selbstlosen Helfen führt.
In den Sumpf des eigenen Charakters.
Ja.
„Sehen Sie nicht, dass diese Kasse nicht geöffnet hat?“
„Sehe ich“, antworte ich.
„Das lässt sich nicht übersehen.“
„Warum stehen Sie dann so nah hinter mir?“
Einerseits war ich ziemlich perplex, während ich andererseits auch noch auf der Leitung stand.
„Wie? Ich soll zurückweichen, weil ich zu nah hinter Ihnen stehe?“, fragte ich ungläubig.
Und staunend.
Und nix schnallend.
„Ja“. War die knappe Antwort.
Ich stand aber eh einen dreiviertel Meter hinter ihr.
Mindestens.
Ich hatte mich so angestellt wie wir uns in der Bronx seit Jahrzehnen anstellen.
Natürlich scheiden sich an diesem Punkt die Geister.
„Ach, jetzt verstehe ich. Das ist Ihnen zu wenig Abstand?“
„Ja“, antwortete die Frau und zog dabei eine Fresse wie ich als Kind, wenn ich die süße Tomatensoße essen sollte.
Ich wusste wirklich nicht wie mir geschah.
„Innerlich stand ich nicht vor einem Menschen, der allein durch meine Anwesenheit ein Problem mit mir hatte, sondern vor einer Außerirdischen von einem ganz anderen Planeten, auf dem ganz andere Regeln für ein gütiges Miteinander gelten.
Was heißt hier Miteinander.
Nebeneinander her, ohne Berührungspunkte trifft es besser.
Aber zufällig beim DM am Praterstern krachen diesen beiden Welten aufeinander.
Meine oberste Regel lautet:
Niemals mit Herrschaftlichen diskutieren.
Schon gar nicht, wenn sie sich absolut im Recht wähnen/fühlen.
Weil die immer mehr als du fühlen.
Genau.
Die haben riesige Egos.
Viele scheitern ja an ihren guten Neujahrsvorsätzen. Du hingegen scheiterst daran, konsequent bei deinen schlechten Angewohnheiten zu bleiben.
Wortmacher. Was hat das mit dem Text zu tun?
In der Regel wird alles nur noch schlimmer, wenn man sich auf Herrschaftliche einlässt und endlos Argumente wälzt.
So wie es ein Hell & Dunkeldeutschland gibt, gibt es auch eine Licht & Schattenwelt.
Aber die aus der Schattenwelt werfen keinen eigenen Schatten.
Die werfen nur ihr Leben weg.
Und dann stehen sie übrige Zeit nur im Schatten Herrschaftlichen?
Genau.
Also ist Flucht die einzige Möglichkeit sich aus dieser misslichen Lage zu befreien.
Was natürlich nicht gelingt. ©️Das Lindwurm-Paradoxon.
Ein falsches Wort von mir, und die junge Mutter hätte total am Rad gedreht.
Eine dumme Bemerkung.
Und schon bin ich ihr beim DM im grellen Licht, in einer kurzen Schlange stehend, so nahe auf die Pelle gerückt, dass eine sexuelle Belästigung nicht mehr ausgeschlossen werden kann.
Und ihren kleinen Jungen habe ich auch so seltsam angeguckt.
So gucken nur Männer die keine guten Absichten verflogen.
Mit ihren Blicken. Genau.
Da kann nichts ausgeschlossen werden.
Heutzutage.
Der kleine Junge war Übrigen auch noch farbig.
Gemini. Sagt man(N) das so als Weißbrot?
Nein, im heutigen Sprachgebrauch gilt die Bezeichnung „farbig“ als veraltet und wird von vielen Betroffenen als diskriminierend abgelehnt.
Hier ist die Einordnung, warum das so ist und welche Alternativen es gibt:
Warum nicht „farbig“?
Koloniale Wurzeln: Der Begriff stammt aus der Kolonialzeit und wurde genutzt, um Menschen von einer „weißen Norm“ abzugrenzen. Er wertet Menschen aufgrund ihrer Hautfarbe ab, indem er sie als „anders“ markiert.
Fremdbezeichnung: Das Wort wurde den Menschen von außen gegeben. Viele empfinden es als beschönigend oder herablassend (ähnlich wie „bemalt“).
Unpräzise: Es fasst sehr unterschiedliche Menschengruppen unter einem vagen Begriff zusammen, der eigentlich nur „nicht-weiß“ meint.
Was sagt man stattdessen?
Heute werden Begriffe verwendet, die entweder die politische Identität betonen oder von den Gruppen selbst gewählt wurden:
Schwarz (mit großem „S“): Das „S“ wird großgeschrieben, um zu verdeutlichen, dass es nicht um die Farbe der Haut geht, sondern um eine politische und soziale Identität in einer Gesellschaft.
Beispiel: „Der kleine Junge ist Schwarz.“
Person of Color (Plural: People of Color / PoC): Dies ist ein international gebräuchlicher Selbstbegriff für Menschen, die Rassismuserfahrungen machen.
Beispiel: „Er ist ein Kind of Color.“
Bi_PoC: Eine Erweiterung (Black, Indigenous, People of Color), um die spezifischen Erfahrungen von Schwarzen und indigenen Menschen hervorzuheben.
Und diese ganze Erbauungsliteratur haust du jetzt raus, nur weil ich „farbiger Junge“ geschrieben habe?
Das ist völlig bekloppt. Wir haben hier keine Baumwollfelder-Verbrechen.
Wir haben hier den Holocaust.
Weil ich aus Erfahrungen gelernt hatte.
Hast du dich den Gefühlen der Frau umgehend unterworfen.
Nicht das die auch noch die Um2 anruft.
Exakt.
Ich machte einen Schritt zurück und stand nun so weit hinter ihr, dass die Frau hinter mir tatsächlich fragte, ob ich mich überhaupt noch anstelle.
Das fand ich ziemlich lustig.
Also musste ich lachen.
Natürlich war das kein völlig jugendfreies Lachen.
„Die Gute ist ja völlig bekloppt“, dachte ich mir.
So etwas habe ich noch nie erlebt beim DM.
„Ja, weil du immer nur zum DM in der Bronx gehst“, schaltete sich der Deichgraf ein.
Zu meiner Verteidigung kann ich nur noch einmal wiederholen.
Ich hatte mich einfach so angestellt wie man sich in der Bronx anstellt.
Geschlechteridentitäten übergreifend.
Ich hatte auch kein Handy in der Hand wegen Upskirting und so.
Mein Hosentürl war auch nicht offen.
Ich trug eine Trainingshose .
Ich hatte überhaupt nichts gemacht.
Ich war einfach nur hinter ihr gestanden.
Trotzdem fühlte sich die Frau von mir atmosphärisch belästigt.
Was soll man(N) machen.
Na, nicht am Praterstern einkaufen.
Was sonst.
Stimmt auch wieder.
Hin und wieder erfasst der Wortmacher die Dinge sehr schnell.
Auf dem Weg zurück in die Bronx dachte ich mir:
Wenn die Dame schon bei solchen Dingen so originell drauf ist.
Wie schaut es dann erst intellektuell aus?
Und danach dachte ich mir:
Die MAGA‑Bewegung kommt ja nicht von ungefähr.
Trump ist kein Zufall.
Seine Wiederwahl ist auch eine Reaktion auf gewisse gesellschaftliche Entwicklungen wie eben beim DM.
Wenn Kerle wie ich, sich nicht einmal mehr schweigend hinter einer Frau anstellen dürfen, ohne abgekanzelt zu werden, muss das irgendwann Folgen haben.
„To just be grossly generalistic, you could put half of Trump’s supporters into what I call the basket of deplorables. Right? The racist, sexist, homophobic, xenophobic, Islamophobic — you name it.“
© Hillary Clinton.
Ende
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