Sonntag, 22. November 2015
Des Rätsels unspektakuläre Lösung ist nicht in Sicht
Vorhang: Man sagt nicht Adressanten sondern Adressaten. Nur wird mir das Ausbessern schön langsam zu blöd. Ist so wie in der Kindheit wenn die Verwandten zu Besuch kommen und dann zieht man dem Kindelein seine schönsten Sachen an und tut immer so als man eine riesen Freude mit dem Klumpen Fleisch da hat. Das war früher so. Kamen die Verwandten vond er UM2 wurde da kleinstbürgerlich geheuchelt das einem ganz schlecht wurde. Total schräg.

Wie sie ja vielleicht wissen habe ich nicht so viele Außenfenster zur Welt. Ein Geheimfenster habe ich derzeit, aber das ist geheim. A bisserl verblödet wie ich bin habe ich diese Woche ziemlich viel über den Terroranschlag in Paris im Speziellen und über den IS im Allgemeinen gelesen. Die Zeitung kommt ja auch immer von draußen. Liegt vor der Tür. Und irgendwann ist die Zeitung alt und dann schmeißt man sie wieder vor die Tür. Und trotzdem bleibt etwas zurück. Logisch das es im analogen wie im digitalen Blätterwelt nur so vor Terror Leid und IS raschelte. Wie bei jedem Terroranschlag wird den Täter wesentlich breiterer publizistischer Raum eingeräumt, vielleicht um die Totenruhe der Opfer nicht zu stören. Ich weiß es nicht. Manchmal liest sich die mediale Aufarbeitung solch grauenvoller Taten wie eine nachgereichte Festschrift für die Täter. Sogar den irren Norweger haben die Medien wieder aus dem Kerker heraus geschrieben. Wird schon alles seinen Sinn haben. Jetzt fass ich aus meinen Erkenntnisfetzen mal kurz zusammen, wie man das Problem mit dem Terror und dem IS einfach aus der Welt schafft und gleichzeitig bis zeitnah, Menschen die unserer Gesellschaft schwer im Magen liegen wie a Schweinsbraten aus meiner Kindheit, leichter verdaut werden können. Ich sag es ihnen. Da gab es ein Gasthaus in dem der GF und ich immer zu Mittag aßen wenn wir auf der Tanke zu tun hatten. Die Fettaugen in der Schweinsbraten-Sauce hatten die Größe von Walaugen. Unmenschlich. Wenn man die Stufen zum Gastzimmer rauf ging hatte man schon Bammel. Hoffentlich koch nicht die Marica dachte man sich immer. Der UM2 wurde schon schlecht wenn die nur auf den Teller schaute. Manchmal hat man dann in die Küche hinein gebrüllt, Marica diese fette Scheiße kann ja niemand fressen. Und die Marica hat zurück geschrien. Ach du, gib a ruh und friss. Und dann lachten alle. Wo war ich. Lesen sie. Ist ganz einfach.

1. Trinken sie einfach nen hochprozentigen Schnaps oder nehmen sie eine Tablette.
1b. Essen sie Sushi oder einen Kebab mit Alles.
1c. Erfinden sie schnellsten einen Ausweichplaneten. So eine Art Secondhand-Welt für Soziopathen.
2. Die Klappstuhlideologie. Ich bin ja als Mensch kaum in diese Gesellschaft integriert. Mindestens so miserabel wie irgendwelche radikale Salafisten und IS-Sympathisanten, die vielleicht gleich bei mir um die nächste Ecke wohnen. Die gehen ja gemeinsam in die Moschee beten und dann stehen sie vor dem Gebetshaus nur so herum und nirgendwo auch nur ein Weib zu sehen. Wo beten denn die bitte. Ich gehe nirgendwo gemeinsam hin wenn ich Frauen anbete. Auf die Donauinsel gehe ich natürlich auch allein. Vor grauer Vorzeit habe ich ihnen ja von meinen Salafisten im Salafisten bei mir um die Ecke und diesen unvergessenen Moment erzählt, als mit der Chefe vom Kebab-Laden einen Koran auf meinen Kebab-Teller legte. Wahrscheinlich weil der sich dachte, ah kein schlechter Mann, dem könnte ein wenig Glauben ganz gut zu Gesicht stehen, so vereinzelt wie der rüber kommt. Kann aber auch sein, das meine Vereinzelung, einfach nur auf einem Missverständnis beruht, das durch einen Teller ausgelöst dann in die falsche Richtung wirkte. Der Mann stellte mir einmal eine Nachspeise auf einen Teller hin, die ich aber erst zu Hause vor der Glotze verputzen wollte. Kleinstbürgerlich verunstaltet wie ich bin habe ich den Teller am nächsten Tag natürlich wieder zurück gebracht. Mit voller Wampe wollte ich nicht mehr auf die Straße. Da bekam der gute Mann große Augen als ich den Teller wirklich zurück brachte. Was der sich aber wirklich dabei dachte, mich an der Hand einmal um die halbe Welt, nach M. M. zuführen, wo ja heuer beim gemeinsamen Spaziergang um einen schwarzen Stein, der einfach nur so dasteht ohne sich zu rühren, dafür ist der viel zu schwer, in einer Panik, abeblich ausgelöst durch einen Prinzen und seiner Autokolonne, mindestens 2175 Menschen zu Tode getrampelt wurden, weiß ich natürlich nicht. Dem sein Ansinnen, das vielleicht nur gut gemeint war, ist natürlich fürchterlich nach hinten losgegangen. Verblödet wie ich bin habe ich mich gleich mit dem ganzen Laden angelegt. Ich lasse mich nicht bekehren. Vom eingeschlagen Weg komme ich nicht mehr ab. Den gehe ich jetzt zu Ende bis zum letzten Schritt. Ich lasse mich von niemand einfangen. Ich bin ja kein Pony. Niemals. Stimmt nicht ganz. Die Pharmazie macht mit mir was sie will, aber sogar zu der sage ich genau bis hier her und keinen Schritt weiter. Ich bin da sehr vormodern drauf. Das sich neu erfinden ist allenfalls etwas für Spinner, Bobos, Hipster oder Menschen mit Perspektive. Mein Scheitern, das ja existenziell, vielleicht sogar kulturell ist, lässt sich nur noch verwalten. Ob jetzt erfolgreich oder weniger erfolgreich lassen wir mal dahingestellt. Ich bin mit meinem Verwaltungsvorgang recht zufrieden. Seit dem Vorfall im Salafistentreff, als mir der Chefe dann seine Jünger vom Hals hielt, geht mir der Arsch natürlich auf Grundeis. Um den Laden mache ich seitdem einen weiten Bogen. Einfach weil ich nicht weiß für wen ich mutig sein sollte. Ich kann nichts dafür dass ich zu einer recht sinnlosen Freiheit mehr oder minder verdammt wurde. Ich habe die Öfen von Auschwitz nicht angeworfen. Und bei Verdun bin ich auch nicht blind ins Maschinengewehrfeuer gerannt. Da musste man gezwungenermaßen hineinrennen sonst wurde man von den eigenen Leuten erschossen. Überlebte man drei vier so Ausflüge stand man auch schon unter Generalverdacht ein Vaterlandsverräter und ganz übler Geselle zu sein. Und die Eingesessen und Etablierten feiern ihre Bräuche wie das Weihnachtsgutschein-Fest gänzlich ohne mich. Seit mindestens 25 Jahren halten die das so. Was bitte soll ich von denen halten. Die halten mich nicht. Haben sie nie getan. Die haben mich immer nur fallen gelassen. Bis auf den Goadfather. Und der kommt eh morgen. Das ist keine vernünftige Basis um miteinander ins Geschäft zu kommen. Gleichgültigkeit, die ja eng mit Ablehnung verbandelt ist, und gar nicht immer gegen jemanden konkret gerichtet sein muss, kommt bei den Adressanten ganz anders an, als vom Absender angedacht. Das ist ein sich verstärkendes System. Aus Ausgrenzung wird im Handumdrehen Selbstausgrenzung. Und aus dieser Selbstausgrenzung entsteht dann Identität. Und man sieht ja wozu so eine auf Gleichgültigkeit beruhende Identität verführt. Das Problem der Ausgrenzung durch Gleichgültigkeit ist, das die Trageweite dieses Prozesses nicht sofort sichtbar wird. Kann durchaus sein das die Ausgrenzer mit den Ausgegrenzten noch immer in derselben Stadt leben. Mitunter tragen die sogar ähnliche Bärte oder Handtaschen. Und was ist jetzt bitte die Klappstuhlideologie fragen sie sich. Wenn sich die Leute schon einbilden, sie müssen anderen mit Gleichgültigkeit gegenübertreten, von Begegnen kann da nicht die Rede sein, dann müssen sie das so handhaben, das die Ausgegrenzten kaum noch etwas wollen/sollen. Schon gar nicht eine Parallelkultur eröffnen wie eine neue Einkaufsmeile. Verstehen sie. Wenn die Ausgegrenzten nur noch angepisst in einem Klappstuhl sitzen, weil die alles andere überfordert, dann ist alles gut. Das heißt sie müssen die Ausgegrenzten viel radikaler ausgrenzen. Und am gescheitesten von klein auf. Und das gefälligst unbarmherzig. Wenn sie dran bleiben komm dann von den Ausgegrenzten ab einen gewissen Punkt nicht mehr viel. Irgendwann machen die von ihrer Freiheit keinen Gebrauch mehr. Doch mit dieser nicht ganz Fisch nicht ganz Fleisch-Strategie, die ja eigentlich gar keine bewusste Strategie ist (bilde ich mir ein), Gleichgültigkeit gibt es auch ganz ohne Ideologie, stacheln sie die Wut der Ausgegrenzten nur noch weiter an, weil die sich neue ideologische/religiöse Freiräume schaffen. So ist das halt in einer Welt in der man zur Freiheit verdammt ist. So kommt es auch das sich die Selbstausgrenzer (wird irgenwann zu einer aktiven Tätigkeit) denken, wartet nur euch Arschlöcher werden wir es noch zeigen. Wartet nur ihr Wixer, Idioten, Kaffer, euch schenken wir schon noch einmal anständig ein. Und wenn es blöd läuft machen die es nicht so wie der der Weiße, mein Kumpel aus der Fabrik. Der schenkt sich ja nur noch den Wein ein, damit seine Freiheit auch nach etwas schmeckt. Aber sogar der Weiße betreibt aktive Selbstausgrenzung. Der Weiße befindet sich irgendwie im Widerstand gegen die Mehrheitsgesellschaft und ich weiß heute noch nicht so genau warum. Redet er über seien Bruder sagt er immer der Herr Magister. Immer verstehen sie. Der Bruder vom Weißen hat keinen Vornamen. Scheiße ich weiß auch nicht wie der Weiße mit Vornamen heißt.
3. Vereinnahmung durch Bildung. Natürlich von kleinst auf und das Radikal. Heute habe ich gelesen das allein das Massachusetts Institute of Technology (MIT) weit über 4000 Unternehmen mit mindestens 1,1 Millionen Arbeitsplätzen gründete, die insgesamt einen Umsatz von über 232 Mrd. Dollar erzielten. Offensichtlich langt es schon das man sich nur so a bisserl in einem Lernsytem wie den amerikanischen Spitzenunis herumtreibt. Steve Jobs, Bill Gates, Mark Zuckerberg. Nicht einer von denen hat sein Studium abgeschlossen und schauen sie was aus denen geworden ist. Die haben sich auch in die Schlacht geworfen, doch mit recht friedlichen Mitteln. Die führen nur noch ökonomische Kriege. So ein IPhone ist ist in seiner Verfügungsgealt mindestens so wirksam wie eine Kalaschnikow. Oder nicht.
4. Laden sie die Ausgegrenzten zu sich nach Hause ein. Einfach so. Vielleicht zum Fußballschauen oder Basteln. Und ertragen sie es wenn diese Leute einmal eine Zeitlang nur blöd lachen. Sie müssen in dieser hinsicht etwas offener und nachsichtiger werden und nicht so vekappt militärisch. Leute wie sie bemerken gar nicht mehr wie zackig sie in ihrer antrainierten Lässigkeit drauf sind. Sie sehen in der Regel ihre Uniformirtheit nicht mehr. Wie auch. Wie tragen alle Uniformen. Ich in Form eines Klappstuhls.
5. Wenn ich das richtig verstanden habe gibt es ja in Syrien, dem Irak und Libyen nicht einen Krieg wo A gegen kämpft B sondern einen Krieg im Krieg. Wie nennt man diese russischen Figuren die man aufmacht und dann ist das noch eine Figur drin und dann noch eine. Matrjoschkas. Das Netz weil alles. Irgendwoher muss das Wissen der Salafisten aus dem Salafistentreff ja kommen. Und der Mensch glaubt ja zuerst an Dinge und Sachverhalte an die er glauben will. Trotzdem kämpfen dort im Bermudadreieck des rechten Glaubens, bis auf die Kurden, in der Regel immer Sunniten gegen Schiiten streng voneinander getrennt. Der IS besteht ja ziemlich ausnahmslos aus Sunniten und Konvertiten, die sich einbilden Sunniten sein zu wollen. Können sie ja googeln worin sich diese beiden Glaubensgruppen jetzt genau voneinander unterscheiden. Ist a bisserl so wie zwischen Katholiken und Protestanten. Im Grunde Kinderkram. Deswegen muss man die Sunniten in Syrien, im Irak und im Libyen dazu bringen, ich wollt schon schreiben zwingen, dass sie gegen ihre eigenen Glaubensbrüder vom IS in die Schlacht ziehen. Solange sich Schiiten gegen Sunniten entlang der Glaubensfront bekriegen und wir zur Unterhaltung Bomben schmeißen, tut sich da nichts. Da erfinden sich die vom IS immer wieder einen neuen Grund warum wir hier zwischen die Fronten dieses Krieges geraten sollen. Wie das jetzt in der Praxis genau funktionieren soll weiß ich natürlich nicht. Das steht ja in keiner Zeitung. Ich bin ja weder beim Geheimdienste angestellt noch Stratege im Offiziersrang, der sich den ganzen Tag nur mit solch kniffligen Fragen und Schweinereien beschäftigt. Will ich auch gar nicht. Weil da vergeht einem ja alles.

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Freitag, 20. November 2015
Ich schreib noch immer an einer politischen Anlayse und über den Scheißhausdämon.
Ich bin nur mit dem Goadfather verbandelt was man ja schön am Fischgrät-Parkett sehen kann. In der Dunkelkammer meines Verstandes, habe ich eh schon einen leichten Fischgrät-Parkett-Wahn entwickelt, wie die Leute früher ihre Filme. Sie wissen eh Urlaub am Strand, am Berg, Mỹ Lai, Kodak. Seit neuestem sage ich immer zu allem Fischgrät. Sehe ich etwas das mit Spaß macht oder gefällt, sage ich Fischgrät dazu oder 1125. 1125, weil man sich für den Festpreis von 1125 Euro auf Amazon so ein Dingsda kaufen kann, auf das man seine alte Pommes drauflegt und dann werden im Handumdrehen frische Chips daraus. Zumindest in der Theorie. Letztens in der Nacht als ich pieseln musste, weil ich offensichtlich eine Prostata habe wie der Robert Mugabe bei seiner letzten Wiederwahl, war mein erster Gedanke auf dem Weg ins Klo, Fischgrät 1125, und der nächste auch. Genaugenommen dachte ich an nichts anderes, wenn da nicht mein verhaltensauffälliger Scheißhausdämon wäre, der mich kurz zu anderen Gedankenwelten hinführte wie ein Stück Nutzvieh zur Schlachtbank. Mein Scheißhausdämon nennt sich jetzt „Ludo“. Fragen sie mich bitte nicht wie der auf diesen Namen kam. Ich kenne keinen Ludo. Früher kannte ich mal diese oder jene Frau zu der sagte ich ab und zu du unartiges Luder, du unartiges. Hatten wir das mit dem Luder abgehackt, fragte ich natürlich wie immer an, ob ich mir ein Handtuch nehmen dürfte. So ein Luder-Spiel setzt schon ein wenig Vertrauen voraus. Verstehen sie. Das spielt man in unserer Generation nicht schon in der ersten Nacht. In der ersten Nacht ist so etwas peinlich, wenn nicht sogar unangebracht. Man spielt das Luder-Spiel auch nur mit ausgesuchten Personen, ansonsten verkommt das ja zu einer billigen Masche. Was soll sich den eine erwachsene Frau denken, mit der man gerade erfolgreich das Luder-Spiel absolvierte, wenn man danach fragt ob man sich eine Handtuch nehmen dürfte, oder was aus dem Kühlschrank, das man vielleicht auch noch selbst hineingelegt hat. Von meinem Kühlschrank-Trauma habe ich ihnen eh noch nie erzählt;-). Niemals. Ich frage nach allem und immer wie eine bewusstlose Maschine.

Wo war ich. Ach ja beim Ludo und irgendwie bei einem Zeitungsartikel aus dem ich mir dann eine Autokraten-Legende zusammen leimte. Ein Ludo ist mir an sich nicht bekannt, dafür ein Weißer, den kenne ich. Der hat gestern mal wieder angerufen. Im Laufe des Gesprächs wünschten wir uns beide von einander unabhängig, oder hat das eine nur das andere ergeben, sehnlichst die Neunziger zurück. In den Neunziger war noch alles gut. Da ging gefühlt noch was weiter bei uns und das ist ja das entscheidende oder nicht. Nüchtern betrachtet war dem natürlich nicht so. Mit jedem Promiille hoben wir die Grube, die jetzt metaphorisch für unser Leben steht, nur noch ein wenig tiefer aus, bis wir dann irgendwann im Vollrausch da rein plumpsten. Dort drin hocken wir jetzt und reden andauernd vom Früher, wie Achtzigjährige, die in der Nacht dauernd pieseln müssen weil die eine Prostata haben, die ungefähr so groß wie die vom Schizophrenisten wenn der an den Robert Mugabe denkt. Der Weiße säuft sich ja zu Tode. Logisch das ich dem Weißen immer mal wieder davon abhalten will. Nur das Leben vom Weißen ist ja kein Kindergeburtstag, wie die Homestory vom Blog Alkohol 77, die mit 38 Jahren angeblich 6 Entzüge und 40 Entgiftungen durchgestanden hat, natürlich erfolglos, sonst wäre der Blog ja nur halb so lustig. Nicht schlecht das deutsche Gesundheitssystem. Ehrlich. 6 Entzüge und 40 Entgiftungen. Was denkt sich in so einem Fall denn das medizinische Fachpersonal, sagen wir nach der 26 Entgiftung. Da verliert man ja irgendwie jedes Zutrauen in die eigenen Fähigkeiten. Ist wie Kriegsreporter die andauernd zu neuen Krisenherden aufbrechen. Ich musste vor Jahren ganz Wien abklappern um an eine brauchbare Nerventante zu kommen, die mir a bisserl dabei weiterhalf, die Gedanken des Dingsda in meinen Kopf so zu sortieren, das ich die Dingsda-Gedanken etwas besser von den nichts Dingsda-Gedanken zu unterscheiden lernte. Der Ludo ist ja ein Dingsda-Geschöpf während die Sache mit meiner Prostata und dem Robert Mugabe eher mir zuzuschreiben ist, während die Stimmung in der ich mich befinde, sich wiederum aus beiden Teilen zusammensetzt. Sehr schwierig. Auch für mich. Am gescheitesten nicht mehr darüber nachzudenken. Ich will nicht das die beiden Welten ineinanderfallen. Dann kann ich den Laden zudrehen und auf den 1.12016 hoffen.

Die Tanten und Onkels aus dem Nerven-Gewerbe fragen ja bei den Einstellungsgesprächen zum Patienten immer a bisserl nach einigen Eckpunkten aus deinem Leben. Stinkt es in diesem Ecken zu sehr nach Urin, Niederlage und Hoffnungslosigkeit schicken sie dich auch wieder weg wie die Bandmitglieder der Gruppe Nazareth wenn sich der Herrn Gabriel bei denen als Erzengel vorstellt. A riesen Hetz wenn dir jemanden aus dem Nervengewerbe zu verstehen gibt, das so eine Behandlung bei Schattenwelt-Menschen keinen Sinn mehr macht, weil sie durch ihre jahrelange Berufserfahrung, ganz weit hinein in deine zukünftige Zukunft schauen wie die TarockkartenlegerInnen aus dem Mittagsfernsehen. Sie wissen ja. Rien ne va plus. Dabei rollt die blöde Kugel doch noch, sonst würde man sich ja nicht bei unzähligen Nerventanten und Onkels vorsprechen. Da lob ich mir deutsche Entzugsspezialisten. Die scheinen da etwas anders an die Sache heran zu gehen. Hier würde ein Absatz ganz gut passen. Der Ludo, mindestens 1,93 Meter groß wenn er sich klein macht und noch immer die Sachen vom toten Jungen vom Strand auftragend, was noch immer ziemlich grotesk aussieht, obschon ich mich a bisserl an seinen Anblick gewöhnt habe, schmeißt sich jetzt andauernd mit Anlauf auf die blutüberströmte Leiche, die er tags zu vor noch hirnlos durch die Enge des Klos geschleift hat. Schleifte könnte ich auch scheiben, aber ich hab es nicht so mit den Zeiten. Von Zeiten habe ich keine Ahnung. Sie wissen ja eh. Bam-bam-bam macht es andauernd. Und jetzt schreit der Ludo andauernd „Marsha P. ich bins dein Johnson“. Nee das funktioniert nicht. Das ist Scheiße, gequirlte Scheiße. Der „Ludo“, Ludovic Boumbas ist ja ein Held von Paris. Sie wissen ja letzter Freitag. Der Ludo stammt aus Brazzaville, der Hauptstadt der Republik Kongo. Der saß mit einer Freundin im La Belle in der Rue de Charonne als des große Morden losging. Und dieser Mensch, denn alle nur Ludo nannten, hat sich während des Kugelhagels, einfach so schützend über eine ihm ziemlich unbekannte Frau geschmissen. Die Frau überlebte und der Ludo ist jetzt tot. Heldenhaft gestorben. So ist des halt, wenn man einerseits unglaublich mutig ist und andererseits a bisserl in einem Rollenklischee drin hängt wie in einer Gletscherspalte. Komisch das sich aus der Chefredaktion der Emma und so, noch niemand über diesen rückständigen Trottel aufgeregt hat. Schmeißt sich einfach ungebeten so auf eine Frau. Müssten die sich doch eigentlich aufregen oder nicht. Egal. Und die Marsha P. Johnson wiederum war eine amerikanische Drag-Queen aus dem Stonewall, Christopher Street, sie wissen eh 1969 unter Nixon. Ich wusste schon was sich einst im Stonewall so zugetragen hat, was mir ziemlich imponierte, aber wer die Marsha war, weiß ich erst aus der Zeitung. Die Marsha war ähnlich mutig wie der Ludo.

Und jetzt wollte ich das so hin konstruieren, das mein Scheißhausdämon der nur noch Ludo genannt werden möchte, sich schützend auf die Marsha schmeißt, um nicht nur der fremden Frau das Leben zu retten, sondern mit seiner heldenhaften Tat gleich die Werte unserer ganzen Kultur. Verstehen sie. Nur funktioniert das nicht, weil die Marsha nicht vom Ludo gerettet werden muss. Die hat sich ja selbst gerettet. Gescheiter wäre es wenn sich die Marsha schützend auf den Ludo wirft, derweil sich der Ludo wiederum auf diese ihm fremde Frau schmeißt. Nur erinnert das dann irgendwann an ein Fußballspiel, wenn mit der letzten Aktion doch noch der Siegestreffer gelingt. Da kugeln dann auch alle durcheinander. Mir ist das jetzt zu blöd da irgendwie eine vernünftige und künstlerisch anspruchsvolle Lösung zu finden. Es lebe der Ludo und die Marsha, hoch hinaus in den Himmeln soll sie leben, und immer weiterleben in unseren Gedanken, Trinksprüchen und Gebeten. Und in 25 Jahren heben die Menschen noch immer das Glas auf den Ludo oder die Marsha und die Musik spielt auf, viel weniger kriegerisch wie die Marseillaise, aber nicht weniger bewegend und alle halten für einen Augenblick inne. Aber so wie ich die Leute einschätze wird da nichts draus.

Jetzt habe ich da einen Running-Gag mit dem Scheißhausdämon, der konsequent die Sachen vom toten Jungen vom Strand aufträgt und dann überstrapazier ich das total. Der Vater vom toten Jungen, der ja seine beiden Kinder und die Frau im schönen Mittelmeer verloren hat, lebt ja derzeit in einer Ruine in Kobane. Wenigstens begraben hat er seine Menschen können. Hoffentlich schmeißt keine der sich bekriegenden Parteien versehentlich oder bewusst eine Bombe auf das Grab. Ich kann sie nur bitten das diesen Menschen nicht anzutun. Weil mir nichts einfällt reite ich andauernd auf dem Scheißhausdämon herum wie auf einer Zuchtmaus. Schreiben sie einmal auf Seroquel-Neurotop-Basis. Da kommt nicht mehr viel herum. Ehrlich. Die Wahrheit ist, diese Woche hatte ich genau einen Ludo-Moment, vielelicht weil ich mir stundenlang das Video auf der Homepage der Daily Mail anschaute. Sie wissen ja, wo einer der Attentäter ins Kaffee ballert und eine Frau vor der Kneipe umbringen/auslöschen/erschießen/exekutieren will und dann Ladehemmung hat. Der Attentäter hatte natürlich keine Hemmung sondern seine Puffen. Schauderlich oder. Ich konnte nicht genug kriegen von diesem Gemetzel. Viel hat nicht gefehlt und ich hätte mir beim Ansehen auch noch einen herunter geholt. Das der Ladehemmung oder vergessen hatte nachzuladen viel mir gar nicht auf. Ich schaute andauernd nur auf eine Frau in einem Mantel die sich ihre verletzte Hand hielt. Die lief durch das Kaffee und ging hinter der Theke in Deckung. Dort war schon eine Barfrau in Deckung gegangen. Und die schien körperlich ziemlich unverletzt zu sein. Ich bildete mir ein die Frau mit der verletzten Hand hatte auch einen Loch im Rücken. Aber dem war nicht so, ich kann sie beruhigen. Die Barfrau legte dann ihre Hände im die verletzte Frau wie eine Mutter um ihr Kind. Die verletzte Frau machte sich auch ganz klein und rollte sich in ihrem Schock in der anderen Frau zusammen. Obschon die Barfrau selbst schwer unter Schock stand, nehme ich mal an, kümmerte die sich um die verletzte Frau, so gut es halt ging. Herzlich sogar. Und das im Moment höchster Not. Wie sagte Hölderlin. Wo aber Gefahr ist wächst auch das Rettende. (na ja ich war mal anderer Meinung) Die Sache ist ja so. Da draußen gibt es so viele gute Menschen. Egal woher die kommen oder wohin sie gehen und wie grantig die aus der Wäsche schauen. Und manchmal scheint es so, als ob all das Gute das es da draußen in den Menschen, nicht weiß wie es ich gegen das Böse wappnen oder behaupten soll, außer dass sie auch noch in höchster Not ihre Hände schützend über anderen Menschen legen oder ihr Leben hergeben. Verstehen sie. Die geben ihr Leben ohne großer ideologischer Schauerkulisse. Die sind nicht indoktiniert und seelich völlig verküpelt. Irgendetwas scheint in unserer Kommunikation und Weltwahrnehmung nicht mehr ganz zu stimmen. In den Medien wurde über die Barfrau nicht geschrieben. Nicht ein Wort stand dort über diese tolle Person weil alle nur gebannt auf das Böse starren. Ich weiß nicht woran es liegt das wir das Gute und Rettende in der Welt nicht mehr sehen können. Ich finde es braucht eine Revolution, ja eine Weltrevolution, das wir endlich wieder lernen das Rettende in uns und in der Welt zu sehen. Sozusagen eine positive Utopie, die mal keine Gift und Galle spuckt und sich von jenen, die sich andauernd heimlich den Untergang herbeisehnen, nicht mehr einschüchtern und aus der Spur drängen lässt. Im Fußball sagt man die Schneid abkaufen. Und die Erzheilige dieser Utopie ist diese Barfrau vor der ich ehrsüchtig meinen Hut ziehe. Und was mache ich. Ich sitze da und bettle um eine beschissene Träne. Aber da kommt nichts. Die Tränendrüse ist böse mit mir. Schon seit langem. Außer sie sind eine Schizophrenisten-Katze und sterben. Ich weiß nicht mehr wie das mit den Weinen und Bedauern funktioniert, wenn sie nicht gerade eine Schizophrenisten-Katze sind. Da habe ich wirklich was gefühlt. Sehe ich sie dreht es mir oft den Magen um, obschon sie mit höher Wahrscheinlichkeit einer von den Guten sind. Das ist schauderlich. Wie es ausschaut habe ich mir über die Jahre hinweg die Schneid abkaufen lassen. Vielleicht ist das der Grund warum mein Scheißhausdämon jetzt den Mantel dieser Frau trägt. Ehrsüchtig finde ich besser als ehrfürchtig. Das lasse ich so stehen.

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Mittwoch, 18. November 2015
Der Schizoprenist erfindet sich weiterhin ein Thema. Ich bin noch immer am Autokraten dran.
Manchmal ist es auch so wie zwischen der UM2 und mir. Ohne dass man es sich wirklich erklären kann, mag der eine den anderen nicht besonders. Das sich Menschen nicht besonders sympathisch finden, und das einfach so, weil des der persönliche Nacktscanner so haben will, der immer schrecklich in Eile ist und blind über den anderen drüber rattert wie ein Panzer aus dem Film Herz aus Stahl über einen Verletzten und sich mindesten auf eine wahre Begebenheit stützt, wie ich mich auf meine Neuroleptika, ist eines der größten Weltphänomene, das viel genauer untersucht werden sollte. Die Wissenschaft untersucht ja andauernd nur Sachen die irgendwie auch a bisserl Spaß machen. Wurst essen, Saufen, Rauchen, Zocken, Chips. Ich esse für mein Leben gerne Chips. Die Frau Marlene Streeruwitz, ihrerseits Schriftstellerin und Feministin, eine Person die mir a bisserl Angst einjagt, eine Furcht die ich weder mir noch ihnen schlüssig erklären kann, befindet in einem Essay, der Kolonialismus sei an allem schuld. Der ist ja immer an allem Schuld was ja so falsch nicht ist. Siehe IS. Nur ich hab die Grenzen da im Orient und zwischen den Habenden und Habenichtsen nicht gezogen. Dieser Ismsus spiegelt sich noch heute in unsere Sprache und den Bilderwelten wieder. Die Frau Marlene mag keine halbnackten Frauen, deren zurecht retuschierte Anmut und Makellosigkeit, auf übergroßen Plakaten von der Werbung gnadenlos ausgeschlachtet wird. Weil das so ist und alte Herrschaftsverhältnisse in unseren Sprachgebrauch weiterleben, funktioniert unser Nacktscanner wie ein alter Sklaventreiber. Nicht so sehr die Worte der Frau Str. sind es die mir Angst einjagen, sondern eher die öffentliche Person Frau Str.. Die lacht nie. Vor Menschen die nie in schallendes Gelächter ausbrechen, dann und wann auch zur Unzeit, sind mir einfach eine Nummer zu groß. Deren Strenge und Ernsthaftigkeit halte ich einfach nicht aus. Autokraten lachen ja auch nur ganz selten. Mir kommt ja vor das des Lachen eher eine Strategie der Unterprivilegierten ist. Man sagt ja das Lachen entwaffnet. Da mag schon was wahres dran sein. Lach einen IS-Selbstmordattentäter an und schon legt der seinen Sprengstoffgurt ab. In der Regel wird das mit der grundlosen Abneigung auch nicht mehr besser, um wieder das ausgeleierte Beispiel der Supermarkttante heranzuziehen wie das Höhlengleichnis vom Anton. Das ist die lustigere Variante vom Platon. Die verweigert mir seit gut 15 Jahren demonstrativ auch nur die allerkleinste Anerkennung als Mensch, dabei bin ich ein ganz einfacher Kunde.

Rein in den Markt, Tiefkühlfertiggericht oder gekühltes Fertiggericht eingepackt, und wieder raus. Nur hin und wieder laufe ich a bisserl desorientiert durch die Abteilungen wie ein Grußonkel und begrüße in staatsmännischer Geste, ein einzelnes Reispackerl oder ein Joghurt das umgefallen ist oder ein Loch im Deckel hat und die Fülle raushängt wie bei mir. Bei Joghurt mit einem Loch im Deckel denke ich immer an Mongos. Stellen sie sich ein Land voll solcher Supermarkt-Tanten vor und es gibt nur diesen einen Supermarkt. So müssen sie sich die Kolonie mit dem Namen Iran vorstellen. Ich lese jetzt schon eine kleine Ewigkeit über die nuklearen Ambitionen der Iraner und was die jetzt so im Schilde führen oder auch nicht. Ist das nervig. Ich denke mir manchmal nur die haben doch einen gewaltigen Huscher. Unbedingt brauchen die etwas schlagkräftiges zum Auslöschen um nicht selbst in die Verlegenheit zu geraten ausgelöscht zu werden.
Seit gut 20 Jahren beschäftigen die sich im Iran mit nichts anderen mehr. Und andauernd vergraben sie irendwo im geheimsten Geheimen irgendwelche Zentrifungen. Und dann kommen die anderen und sagen, erwischt,erwischt, da steht eine, siehste da steht eine. Haben wir als Kinder auch gespielt. Mit Holzgewehren und Pfeil und Bogen. Ist uns irgendwann zu blöd geworden, weil ja nie einer getroffen wurde. Nee, ich nicht, hieß es immer. Doch, ich habe dir in den Rücken geschossen. Nee haste nicht. Ich habe mich weggedreht. Doch hab ich. Beweis das mal usw. Haben wir irgendwenn aufgehört und lieber Frösche gesprengt. Haben wir natürlich nicht. Ich schwöre.

Noch einfacher. Ein Fußballfeld voller Topfpflanzen und dann gehrt der Autokrat durch die Topfpflanzen-Reihen und gießt nur ein paar, während es in einer Demokratie hin und wieder sogar regnet. Da wird der Einkauf im Supermarkt des Lebens zu einem einzigen Spießroutenlauf, wenn sie für ihre halbvertrocknete Topfpflanze im Supermarkt einen Turbobuster suchen, damit das Pflänzchen nicht eingeht, und die einzige Person die ihnen im Supermarkt weiterhelfen könnte, meine Supermarkttante ist, die sie finster und zu allem entschlossen anschaut wie ein scharfer Sprengstoffgürtel. Über Selbstmordattentäter sagt man ja immer, die sind zu allem entschlossen. Sind sie nicht.
Ich denke ja als der Erste sich traute, auf eine Scheißhaustür zu schmieren, das er Gott umgebracht hatte, war unser Schicksal besiegelt. Oder doch erst seit Kardinäle in Rom der ewigen Stadt in 500 m2 großen Wohungen hausen. Sie dürfen mich jetzt nicht für einen Jammerlappen halten weil ich von der Supermarkttante nicht mehr lassen kann. Ich habe eh gut 15 Jahre zugewartet um mir ein Urteil zu erlauben. Die erinnert mich irgendwie immer an die UM2. Ehrlich. Die war ja auch so gespenstisch drauf. Über die UM2 behauptete sogar der Nachbar, natürlich nur wenn der einen sitzen hatte, die UM2 geht zum Lachen in den Keller. So wie die Folterknechte eines Despoten. Fragen sie in Syrien nach. Nee das war jetzt nicht passend. Die UM2 mit dem Assad zu vergleichen gehört sich nicht. Sorry UM2.

Als Kind habe ich ja gerne Heidi geschaut. Die Zeichentrickserie sie wissen ja. Da ist die Frau Str. in einem Essay einmal völlig ausgezuckt, weil die Klara stellvertretend für die unterdrücken Frauen im Rollstuhl sitzt. Die Heidi war der Frau Str. auch zu vertrottelt. In der Serie gab es ja die Figur der Fräulein Rottenmaier. Ungefähr so müssen sie sich die UM2 vorstellen. Auch von der Figur her. Von ihrem Gehabe sowieso. Und ich bin eher so wie der Ziegenpeter. Auch heute noch. Nur der Ziegenpeter hat mit der Frau Rottenmaier in der Serie so gut wie nichts am Hut. Die passen einfach nicht zusammen. Ganz anders verhält es sich da mit Künstler wie dem Russen Pjotr Pawlenski und seiner Heimat Russland. Sie kennen den nicht. Der hat seine Eier am Boden vor dem Kreml festgetackert. Noch dazu an einem kalten Tag. Der hat jetzt in Deutschland eine große Einzelausstellung, eben weil er sich die Eier da antackerte und sich ein Teil seines rechten Ohrs abschnitt, um so gegen die Passivitär der Russen zu protestieren. So eine Kunst kommt bei uns gut an. Genauso wie die Kunst vom Ai Weiwei. Der thematisiert gerade seine Zeit in Einzelhaft. Aus einer UM2 die mir in meiner kindlichen Vorstellung wie das Fräulein Rottemeier vorkam, weswegen ich manchmal schon in schallendes Gelächter ausbrach wenn ich die UM2 nur sah, lässt sich keine Großkunst machen. Niemals. Was ist so ein Fräulein Rottenmeier gegen die Passivität der Russen, oder die Unfreicheit 1,2 Mrd. Chinesen. Da bleibt einem nur die allerkleinste Kleinstkunst. Ich glaub ich muss auswandern. Hier bei uns kann man es nur schwer zum ernsthaften Künstler bringen. Hier muss man ja andauernd in seinem Inneren herumwühlen wie in Innereien. Den Gerhard Richter hat ja auch erst der RAF-Zyklus so richtig berühmt gemacht. Aus der österreischischen Biederlichkeit lässt sich keine gescheite Kunst schnitzen. Immer nur Satire. Sogar IS-Touristen fahren bei uns nur durch. Auf die Frage was einer der Attentäter von Paris in Österreich wollte, antworteten der Urlaub machen bei Freunden. Deswegen schreibe ich ja immer über die Weltkatastrophen. Und über eine schizoaffektive Psychose. Heute sah ich einen im ersten Stock mit einer gezogenen Waffe aus der Tür auf mich zu stürzen. Der schrie: "Grauenhaft, diese Düsternis und Finsternis. Schaun sie nur das Licht hier. Das geht andauernd aus. Ich will aber das es an bleibt und in meine Welt hineinscheint. Und hören sie, hören sie.
Wärmen sie niemals eine Pizza in der Mikrowelle auf. Niemals, hören sie". Gott sei Dank hab ich diesen Typen. Ansonsten gäbe es nichts zu erzählen.

Es gibt Job auf dieser Welt. Henker, Folterer, wie wird man eigentlich Folterer. Das Foltern muss man ja erlernen. Höchstwahrscheinlich von der Pieke auf. Setzt so einen Job Grausamkeit voraus oder Menschenliebe. Halbwegs gute oder wenigstens einträgliche Jobs fallen ja im Autokraten-Paradies in der Regel an die Günstlinge des Autokraten wie z.B. in Syrien, an die Alawiten, als die Zeiten noch andere waren, oder im Irak unter Saddam Hussein an die Sunniten. Autokraten bis Despoten erfinden sich immer einen Grund warum sie Normalsterblichen keine Chance lassen. Rasse, Klasse, Stand, Pupillendistanz, Länger der Fingernägel, Kniescheibengröße, Faltentiefe, Zahnstellung, Zahnbelagfarbe, Lautstärke des Geräuschs wenn man die Fingerknochen knacken lässt. Autokraten-Despoten fällt immer was ein. Unglaublich wie einfach es ist sich einzureden das man jemanden nicht mag. Brauch man nur Masse und Macht vom Elias Canetti durchblättern, da mögen sich die Leute auch nicht. Dabei sollten wir uns doch alle mögen. Wenigstens a bisserl. Schauen sie. So groß ist die Wahrscheinlichkeit nicht das wir zur selben Zeit auf diesem Planeten leben, noch dazu mit Mitteln ausgestattet, das wir uns unterhalten können, weil ein Kaninchen hat einer gewöhnlichen Hausstaubmilbe, oder einem Suppenhuhn kaum etwas zu erzählen. Nicht einmal seinem Kaninchen-Kumpel hat ein Kaninchen was zu sagen. Kaninchen sitzen einfach nur herum, essen Kaninchen-Zeug und Karotten und hoppeln grußlos an einem Joghurt oder einer Packung Reis vorbei. Und irgendwann hüpft ein Kaninchen auf ein anderes Kaninchen drauf, zappelt herum und dann sagen wir, schau wie der Rudi der Rammler. Rudi der Rammler war einer unserer Running-Gags in der Kindheit. Und alle die herumstehen haben a Hetz. Bis auf das Kaninchen. Verstehen sie was ich damit sagen will. Aber was machen wir. Sprengen uns gegenseitig in die Luft und erfinden uns auch immer ganz passable Gründe dafür. Stellen sie sich vor ich stelle ich mich heute vor die Eingangstür des österreichisch-türkischen Supermarkts und protestiere lautsark, das dem seine Vorfahren einst Wien belagerten. Oder noch gescheiter ich spreng die Kiste mit den Äpfel. Heute hat sich eine Frau gespengt. Auf so einen Blödsinn würde ein Kaninchen nie kommen oder meine Topfpflanze. Offensichtlich hat der Mensch eine Neigung anderen andauernd blöd kommen zu müssen. Das scheint wirklich etwas sehr tiefsitzendes und kaum zu beherrschendes zu sein. Als ob das Schöpferische ohne seine Schwester das Zerstörerische nicht auskommt. Autokraten z.B. schöpfen ihren Zuspruch auch gerne durch Zerstörung. Da lassen die einfach irgendwo Bomben abwerfen und die Leute sagen, ja unser Chefe, der weiß wo es langgeht, den kann man vertrauen, der ist einer von uns. Aber wenn denen dann einer einfach eine schmiert, sind sie beleidigt. Und der, dem das gar nicht gefällt und seine abgeschnittenen Eier an ein Ohr tackert wird hier bei uns etwas. Der nimmt mir hier gewissermaßen den Raum weg, weil die Leute die in seine Ausstellung gehen, so ihre verzivilisierte Lust am Untergang und das Gefühl der Überlegenheit ihrer Kultur befriedigen. Und zwar schamlos machen die das. Schaun sich die angetackerten Eier an und trinken dazu Wein. Heidi. Ziegenpeter, Fräulein Rottenmeier, die Klara im Rollinger. (Rohlstuhl) Das ist doch Scheiße. Ich will auch Ausstellung. Jetzt.

In Österreich gibt es auch solche First-Class-Jobs wie im Autokraten-Paradies. Die gehen zu meist an Parteien, Sozialpartner, Gewerkschaften, Bünde, Kammern usw. Das wiederum ist ein ganz eigens Konglomerat. Von außen schwer zu durchschauen. Da gibt es hunderte von Vorfeld und Nachfeld Organisations-Jobs die irgendwie mit den Parteien verbandelt sind.
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