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Sonntag, 11. Mai 2014
Rot-weiß-rotes Drag-Fieber
der imperialist, 14:46h
Was soll man sagen über den österreichischen/europäischen Wurst-Konsum. Meine 12 Punkte gingen an die polnische Einstampferin der bestehenen Verhältnisse. Hatte die guldene Äpfel oder hatte die guldene Äpfel! 10 natürlich an die Conchita. Wie sich die Zeiten in den letzten gut 30 Jahren geändert haben. Ich wurde von den österreichischen Kleinstbürgern noch fertig gemacht wegen verschieden farbiger Socken und einem Hut. Und mein orange überstrichenes Nazifahrrad wurde im Fluss versenkt. Und dabei war ich weit weg, von Homo oder Queer. Ich denke ganz so tief wie der derzeitige Aufruhr/Hype geht die österreichische Leidenschaft für geschlechterauflösende Lebensformen noch nicht. In Niederösterreich hat am Freitag der Verwaltungsgerichtshof den Ausschluss gleichgeschlechtlicher Paare von der Pflegeelternschaft bestätigt. Eine grundsätzliche Eignung zur Pflegeelternschaft, heißt es das, sei im niederösterreichischen Jugendwohlfahrtsgesetz 1991 (NÖ JWG 1991) nicht vorgesehen. Die Frauen müssen sich jetzt an den Europäischen Menschengerichtshof wenden. Offensichtlich deckt der Erfolg wie ein Make Up, jeden Zweifel zu. Hätte die Conchita W. nur den 19 Platz belegt, nicht wenige hätten gemosert, kein Wunders so wie die aussieht, einen Schande. Ich hab auch mal an der Conchita W. herum genörgelt, weil ich Bart und Kleid nicht ganz auf die Reihe kriege. Mann in Frauenkleider ohne Bart geht. Frauen in Männerkleider geht auch. Aber ein Mann in Frauenkleider mit Bart, nüchtern und es ist nicht Aschermittwoch, gegen 05 30, überfordert mich doch a bisserl. Bald wird es im Quelle-Katalog oder auf Amazon sicher eine eigene Rubrik für Trans-Gender-Haushaltskleider geben und dann wird alles einfacher. Ich werd mir einmal einen BH kaufen, sieht auf meiner Art von Brust, sicherlich sehr modisch aus. Die Brusthaare soll man sich auch andauernd rasieren. Freilich wenn man nur 3 bis 4 hat geht das ja zügig. Steh einmal angewidert vom Leben im Allgemeinen, vor dem Spiegel und alles was noch spriest ist die Körperbehaarung, dann wirst schon sehen. Dabei gibt es eh jede Menge Männer mit Titten. Fett und Biertitten. 1992 „The Crying Game“. Bester Gender-Film aller Zeiten. Aber da trug die Transe keinen Bart sondern nur einen Schwanz. Transen/sexuelle Noch-Außenseiter scheinen überhaupt die besseren Menschen zu sein. Im Dschungel sind sie auch ziemlich cool. Die sind sozusagen die Heiligen/Märtyrer unserer Zeit. Vielleicht ist wirklich epochales und Zeiten-wendendes im Gange. In Europa/USA zumindest. Während wir die Geschlechterrollen revolutionieren, schneiden Salafisten Köpfe ab. Kann durchaus sein das der Putin den Ausgang des Song-Contest in seine taktischen Spielchen mit einbezieht und jetzt noch kompromissloser agiert. Oder folgt dieser Triumph der Conchita W. nur der Logik einer Aufmerksamkeitsökonomie? Ohne Bart nur Platz 12? Wildfremde Menschen die derzeit am Flughafen auf die Conchita W. warten haben sich Bärten aufgemalt. Die warten auf eine Kunstfigur. Aussteigen wird aber auch der Thomas Neuwirth. Der Grad zwischen Triumph und Tragödie, Toleranz und Gleichgültigkeit ist ungefähr so breit wie das Kreuz von der Conchita N.
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Mittwoch, 7. Mai 2014
Bilder von Ihr überdauern bis in............
der imperialist, 20:59h
Gestern ist die in Kärnten geborene und von mir ziemlich verehrte Malerin/Trickfilmerin Maria Lassnig, im Alter von 94 verstorben. Das stimmt jetzt nicht ganz. Wer die Person Maria Lassnig wirklich war kann ich nicht sagen. Ich kenne nur Auszüge aus ihrem langem künstlerischen Schaffen. Also war ich dann wohl eher ein Werk-Bewunderer. Von bildender Kunst habe wie von dem meisten Dingen nicht wirklich Ahnung. Muss man auch nicht unbedingt haben. Konzentriert auf eine eingegrenzte Fläche schaun kann fast jeder. Zum Bekanntheit und Ruhm ist die Malerin ja erst ziemlich spät gekommen. An mir ist`s nicht gelegen. Trotzdem ließ sie sich nie in ihrem künstlerischen Tun/Schaffen beirren oder gar abbringen. Man muss einmal die Courage, den Mut und die Stärke als Künstler/in haben, 30-40 Jahre nicht erkannt, verkannt oder ungewürdigt für sein Kunst-Schaffen eintreten. Ein halbes Künstler-Leben gegen das nicht beachtet werden anmalen, des muss man erst einmal wegstecken ohne völlig abzudrehen. Auf dem Weg von mir zum Hofer hing ziemlich lange ein Poster von ihr an einer Säule. Ging war wahrscheinlich um eine Werkschau. So genau weiß ich das nicht mehr. Das Bild zeigt eine nackte, alte Frau, aufs wesentliche reduziert. Der Blick geradeaus, unbeirrt. In der rechten Hand einen Revolver der auf den Betrachter oder die Welt zielt und in der Linken einen Revolver an der eigenen Schläfe angesetzt. Immer wenn ich an diesem Bild vorbei ging, blieb ich kurz stehen, um meine Vereinzelun in diesem Bild besser oder anders zu verstehen zu können, und auch als solche anzunehmen. Anzunehmen, wie das klingt. Ein scheiß Geschenk ist es gerade nicht. Du oder Ich heißt das Bild. Dank der Malerin (nicht nur) habe ich mich gegen die Welt entschieden.
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Dienstag, 6. Mai 2014
Eine kläffende Seele
der imperialist, 20:40h
Recht tief in möglichen Weltzusammenhängen versunken, die sich andauernd ineinanderschieben wie überschüssige Hautlappen, saß ich auf der Donauinsel, auf meinem weltberühmten Klappstuhl. Thomas Piketty Werk „Das Kapital im 21. Jahrhundert“, soll ja in der Welt der Weltzusammenhang-Menschen wie eine Torte eingeschlagen haben, die man jemanden ins Gesicht knallt/drückt, weil man diese Person für einen schamlosen oder gierigen Weltzusammenhang-Profiteur hält. Die Hauptaussage dieses Buches soll ja sein, das die Rendite des Kapitals die Wachstumsrate der Wirtschaft schlägt. Logisch das dann die dünn besiedelte Kaste der Kapitaleigner immer a bisserl vermögender werden, als jener recht Große Masse von Menschen, deren ihr ganzes Kapital über das sie verfügen, nur die eingesetzte Arbeitskraft/Wissen ist. In einem Interview mit dem Spiegel gab mir der werte Professor Piketty zu verstehen, das die hohen Wachstumsraten in Europa der Nachkriegszeit, die in den späten Siebzigern zu Ende gingen, lediglich dem Nachholbedarf zu verdanken waren, den die Kriegsfolgen geschaffen hatten. Danach brach das Wirtschaftswachstum wieder ein und pendelte sich so bei 1 bis 1,5% ein, (über einen längeren Zeitraum gerechnet) während die Kapitalrendite zwischen 4 bis 5 % betrug und beträgt. Während ich mir gerade die Überschrift "was wir dem Adolf Hitler und seinem Holocaust alles so zu verdanken haben" ausmalte, kam ein Hund auf mich zugerannt. Sehr schlank, kurzes, grau-braunes Fell, mittelgroß, irgendein Mischling, A bisserl sah der Köter wie ein Hirtenhund aus. In Rassenfragen bin ich ja nicht besonders bewandert oder beschlagen. Ich kann höchstens so einen Paris-Hilton Gedenkkläffer von einem Collie, oder einen Westeuropäer von einem Asiaten unterscheiden. Bei einem Asiaten mit einem P-H Gedenkkläffer bekomm ich schon ernsthafte Zuordnungsprobleme, woraufhin ich einfach sage: Also da war einer/eine mit an (einen) Hund. Dieser Hirtenaufseher kam schnurstracks auf mich zu und setzte sich einfach neben mich. Aber gleich ziemlich eng, so als ob ich sein Herrchen wäre. Der Hund schaute mich an, ich schaute den Hund an und dann streichelte ich ihn und dann saßen wir da halt eine Zeitlang, während ich mir natürlich die Frage stellte, in welchen Weltzusammenhängen dieser Hund wohl dring steckt. Ein Halsband hatte her. Da kam ein Mann, Mitte-Ende Zwanzig, mit einem anderen Hund an der Leine. „Ah da ist er ja der Streuner. Der haut immer ab wenn er Futter bekommen hat, das versteckt er dann“. Aha dachte ich mir, der Hund ist a bisserl verhaltensoriginell. „Was ist mit dem Hund?“. „Der war mal ein verwilderter Straßenhund. Seine derzeitige Besitzerin kümmert sich nicht so recht um ihn und ich gehe ab und zu mit ihm spazieren“. „Ah sehr schön verwildert. Der hat sich sicher so seine neuronalen Eigenwilligkeiten wie ein vernachlässigtes Kind“. Ganz wusste der Mann nicht auf was ich da hinaus wollte und wie sollte er auch. Wir praktizierten ein wenig Mensch-Hund-Mensch Small Talk. Der Mann nahm den Hund, der noch immer neben mir saß, an die Leine und ging weiter. In den Jahren um die Jahrhundertwende vom 19. zum 20. Jahrhundert waren die Privatvermögen in Europa sechs- bis siebenmal so groß wie das jährliche Nationaleinkommen. Heute sind sie vier- bis sechsmal so hoch. Plötzlich kam der einst verwilderte Straßenhund wieder auf mich zugelaufen und setzte sich genau wieder so hin wie vorher. Mir fiel nichts Besseres als ihn wieder zu streicheln. Der kannte keine Scheu. Da bildete ich mir doch glatt ein, dass mich dieser ehemalige Straßenhund einfach durchschaut hatte. Der wusste einfach wer ich war und vor allem wie ich tickte. Da versuche ich mich jahrelang meinen Mitmenschen auf irgendeine Art zu erklären oder mitzuteilen und nichts Befriedigendes schaut dabei heraus und dann kommt dieser halbverwilderte Hund und ich mich beschleicht das komische Gefühl, das der so ziemlich alles versteht, woum es in meinem Leben geht. Mir war diese Vertrautheit die dieser Hund ausstrahlte beinahe ein wenig peinlich. Doch wie besagt ein bis auf die Knochen abgekautes Sprichwort: „Gleich und Gleich gesellt sich recht gern“. Gestern sah ich in der Glotze die Disney Doku „Schimpansen“. Dieser Film soll angeblich eine ziemlich Happy-End-Verarsche sein. Wurscht. Da war ein kleiner Affe, Oscar hieß der, der hatte angeblich keine Mama mehr, die hatte der Dschungel gefressen und anstatt wie seine Mamma auch von Wildnis verspeist zu werden, nimmt sich ein Alpha-Männchen ein Herz und kümmert sich um den kleinen Oscar. Der ist ja an sich sehr blöd, wie ein ganz kleiner Mensch. Lernen kann der Oscar nur durch Nachahmung. Sehr rührend der Film. Der Hund und ich saßen also so da und taten so als wir in ein und demselben Weltzusammenhang lebten. Für einen Moment zumindest. Gott sei Dank hab ich einen alten Kater an der Backe. Ansonsten hätte ich den Hund doch glatt adoptiert, wo doch er auf mich zukam und nicht anders rum. Irgendwann kam dann wieder der Mann mit der Leine. Kopfschüttelnd nahm er den Hund an Selbige und ging seines Wegs. Ich sah ihnen dann noch hinterher. Schön ordentlich an der Leine gehen sagte dem Donauinsel-Oscar überhaupt nicht zu. Andauernd zuckt er zusammen und immer zog es ihn vom Leinendasein weg. Die nächste große Krise soll ja laut Piketty eher eine politische und keine ökonomische werden, weil ein großer Haufen Habennichtse, in ihrer Begehren ziemlich unberechenbar sein kann. Die suchen dann an den eigentümlichsten Orten, nach Fressen, Zukunft und Genugtuung. Meistens werden sie auch fündig. Und dann drohen eine zeitlang wieder außergwöhnlich hohe Wachtumsraten.
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