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Mittwoch, 7. Mai 2014
Bilder von Ihr überdauern bis in............
der imperialist, 20:59h
Gestern ist die in Kärnten geborene und von mir ziemlich verehrte Malerin/Trickfilmerin Maria Lassnig, im Alter von 94 verstorben. Das stimmt jetzt nicht ganz. Wer die Person Maria Lassnig wirklich war kann ich nicht sagen. Ich kenne nur Auszüge aus ihrem langem künstlerischen Schaffen. Also war ich dann wohl eher ein Werk-Bewunderer. Von bildender Kunst habe wie von dem meisten Dingen nicht wirklich Ahnung. Muss man auch nicht unbedingt haben. Konzentriert auf eine eingegrenzte Fläche schaun kann fast jeder. Zum Bekanntheit und Ruhm ist die Malerin ja erst ziemlich spät gekommen. An mir ist`s nicht gelegen. Trotzdem ließ sie sich nie in ihrem künstlerischen Tun/Schaffen beirren oder gar abbringen. Man muss einmal die Courage, den Mut und die Stärke als Künstler/in haben, 30-40 Jahre nicht erkannt, verkannt oder ungewürdigt für sein Kunst-Schaffen eintreten. Ein halbes Künstler-Leben gegen das nicht beachtet werden anmalen, des muss man erst einmal wegstecken ohne völlig abzudrehen. Auf dem Weg von mir zum Hofer hing ziemlich lange ein Poster von ihr an einer Säule. Ging war wahrscheinlich um eine Werkschau. So genau weiß ich das nicht mehr. Das Bild zeigt eine nackte, alte Frau, aufs wesentliche reduziert. Der Blick geradeaus, unbeirrt. In der rechten Hand einen Revolver der auf den Betrachter oder die Welt zielt und in der Linken einen Revolver an der eigenen Schläfe angesetzt. Immer wenn ich an diesem Bild vorbei ging, blieb ich kurz stehen, um meine Vereinzelun in diesem Bild besser oder anders zu verstehen zu können, und auch als solche anzunehmen. Anzunehmen, wie das klingt. Ein scheiß Geschenk ist es gerade nicht. Du oder Ich heißt das Bild. Dank der Malerin (nicht nur) habe ich mich gegen die Welt entschieden.
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Dienstag, 6. Mai 2014
Eine kläffende Seele
der imperialist, 20:40h
Recht tief in möglichen Weltzusammenhängen versunken, die sich andauernd ineinanderschieben wie überschüssige Hautlappen, saß ich auf der Donauinsel, auf meinem weltberühmten Klappstuhl. Thomas Piketty Werk „Das Kapital im 21. Jahrhundert“, soll ja in der Welt der Weltzusammenhang-Menschen wie eine Torte eingeschlagen haben, die man jemanden ins Gesicht knallt/drückt, weil man diese Person für einen schamlosen oder gierigen Weltzusammenhang-Profiteur hält. Die Hauptaussage dieses Buches soll ja sein, das die Rendite des Kapitals die Wachstumsrate der Wirtschaft schlägt. Logisch das dann die dünn besiedelte Kaste der Kapitaleigner immer a bisserl vermögender werden, als jener recht Große Masse von Menschen, deren ihr ganzes Kapital über das sie verfügen, nur die eingesetzte Arbeitskraft/Wissen ist. In einem Interview mit dem Spiegel gab mir der werte Professor Piketty zu verstehen, das die hohen Wachstumsraten in Europa der Nachkriegszeit, die in den späten Siebzigern zu Ende gingen, lediglich dem Nachholbedarf zu verdanken waren, den die Kriegsfolgen geschaffen hatten. Danach brach das Wirtschaftswachstum wieder ein und pendelte sich so bei 1 bis 1,5% ein, (über einen längeren Zeitraum gerechnet) während die Kapitalrendite zwischen 4 bis 5 % betrug und beträgt. Während ich mir gerade die Überschrift "was wir dem Adolf Hitler und seinem Holocaust alles so zu verdanken haben" ausmalte, kam ein Hund auf mich zugerannt. Sehr schlank, kurzes, grau-braunes Fell, mittelgroß, irgendein Mischling, A bisserl sah der Köter wie ein Hirtenhund aus. In Rassenfragen bin ich ja nicht besonders bewandert oder beschlagen. Ich kann höchstens so einen Paris-Hilton Gedenkkläffer von einem Collie, oder einen Westeuropäer von einem Asiaten unterscheiden. Bei einem Asiaten mit einem P-H Gedenkkläffer bekomm ich schon ernsthafte Zuordnungsprobleme, woraufhin ich einfach sage: Also da war einer/eine mit an (einen) Hund. Dieser Hirtenaufseher kam schnurstracks auf mich zu und setzte sich einfach neben mich. Aber gleich ziemlich eng, so als ob ich sein Herrchen wäre. Der Hund schaute mich an, ich schaute den Hund an und dann streichelte ich ihn und dann saßen wir da halt eine Zeitlang, während ich mir natürlich die Frage stellte, in welchen Weltzusammenhängen dieser Hund wohl dring steckt. Ein Halsband hatte her. Da kam ein Mann, Mitte-Ende Zwanzig, mit einem anderen Hund an der Leine. „Ah da ist er ja der Streuner. Der haut immer ab wenn er Futter bekommen hat, das versteckt er dann“. Aha dachte ich mir, der Hund ist a bisserl verhaltensoriginell. „Was ist mit dem Hund?“. „Der war mal ein verwilderter Straßenhund. Seine derzeitige Besitzerin kümmert sich nicht so recht um ihn und ich gehe ab und zu mit ihm spazieren“. „Ah sehr schön verwildert. Der hat sich sicher so seine neuronalen Eigenwilligkeiten wie ein vernachlässigtes Kind“. Ganz wusste der Mann nicht auf was ich da hinaus wollte und wie sollte er auch. Wir praktizierten ein wenig Mensch-Hund-Mensch Small Talk. Der Mann nahm den Hund, der noch immer neben mir saß, an die Leine und ging weiter. In den Jahren um die Jahrhundertwende vom 19. zum 20. Jahrhundert waren die Privatvermögen in Europa sechs- bis siebenmal so groß wie das jährliche Nationaleinkommen. Heute sind sie vier- bis sechsmal so hoch. Plötzlich kam der einst verwilderte Straßenhund wieder auf mich zugelaufen und setzte sich genau wieder so hin wie vorher. Mir fiel nichts Besseres als ihn wieder zu streicheln. Der kannte keine Scheu. Da bildete ich mir doch glatt ein, dass mich dieser ehemalige Straßenhund einfach durchschaut hatte. Der wusste einfach wer ich war und vor allem wie ich tickte. Da versuche ich mich jahrelang meinen Mitmenschen auf irgendeine Art zu erklären oder mitzuteilen und nichts Befriedigendes schaut dabei heraus und dann kommt dieser halbverwilderte Hund und ich mich beschleicht das komische Gefühl, das der so ziemlich alles versteht, woum es in meinem Leben geht. Mir war diese Vertrautheit die dieser Hund ausstrahlte beinahe ein wenig peinlich. Doch wie besagt ein bis auf die Knochen abgekautes Sprichwort: „Gleich und Gleich gesellt sich recht gern“. Gestern sah ich in der Glotze die Disney Doku „Schimpansen“. Dieser Film soll angeblich eine ziemlich Happy-End-Verarsche sein. Wurscht. Da war ein kleiner Affe, Oscar hieß der, der hatte angeblich keine Mama mehr, die hatte der Dschungel gefressen und anstatt wie seine Mamma auch von Wildnis verspeist zu werden, nimmt sich ein Alpha-Männchen ein Herz und kümmert sich um den kleinen Oscar. Der ist ja an sich sehr blöd, wie ein ganz kleiner Mensch. Lernen kann der Oscar nur durch Nachahmung. Sehr rührend der Film. Der Hund und ich saßen also so da und taten so als wir in ein und demselben Weltzusammenhang lebten. Für einen Moment zumindest. Gott sei Dank hab ich einen alten Kater an der Backe. Ansonsten hätte ich den Hund doch glatt adoptiert, wo doch er auf mich zukam und nicht anders rum. Irgendwann kam dann wieder der Mann mit der Leine. Kopfschüttelnd nahm er den Hund an Selbige und ging seines Wegs. Ich sah ihnen dann noch hinterher. Schön ordentlich an der Leine gehen sagte dem Donauinsel-Oscar überhaupt nicht zu. Andauernd zuckt er zusammen und immer zog es ihn vom Leinendasein weg. Die nächste große Krise soll ja laut Piketty eher eine politische und keine ökonomische werden, weil ein großer Haufen Habennichtse, in ihrer Begehren ziemlich unberechenbar sein kann. Die suchen dann an den eigentümlichsten Orten, nach Fressen, Zukunft und Genugtuung. Meistens werden sie auch fündig. Und dann drohen eine zeitlang wieder außergwöhnlich hohe Wachtumsraten.
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Montag, 28. April 2014
"Schön Verkommenes"
der imperialist, 20:48h
Heute hörte ich eine Frau aus dem Hofer/Aldi kommen, die zu dem Mann an ihrer Seite sagte, dass dieses Produkt (genaueres weiß ich nicht) schon teuer sei. Wenn das nicht ein schlechtes Zeichen ist.
Früher lag die Faszination des „American Dream“ darin mitbegründet, das man diesen Traum, wenn man den richtigen Way of Live abging, irgendwann leben oder wenigstens realisieren konnte. Heute denke ich liegt die Faszination des „American Dream“ vor allem darin, dass man diesen noch immer träumen kann.
In einer SWR-Talkshow soll der Albertina-Chef (Museum) Albrecht Schröder gesagt haben, das er sich den oberösterreichischen Dialekt abgewöhnt hätte, weil der oberösterreichische Dialekt, durch den Missbrauch den das Dritte Reich getrieben habe, „korrumpiert“ sei. In einem Interview mit der Presse erklärte der Albertina Chef, das es in seiner Jugend im Oberösterreich der 1960-Jahre einen Stelzhammer-Bund gab, der den Dialekt und die Landeshymne „Homatland“ als reaktionär-faschistische Waffe missbrauchte. Ich möchte kurz erwähnt haben, dass ich mir über diese durchaus interessante Thematik, NS-Zeit und Sprache, jetzt nur Gedanken mache, weil ich mir heute schon einen runtergeholt habe. Ging recht flott. Des Weiteren hänge ich irgendwie durch. Und da sieht es doch gleich nach mehr aus, wenn man sich über Leute, die im gemachten Nest der Kultur sitzen, Gedanken macht wie eine alternde Glucke, um dem Internet ein Ei zu legen, aus deren Schalen sich irgendwann eine Gesellschaft der verschiedenen Netz-Geschwindigkeiten schälen wird (Netzneutralität), weil auf deutschen Autobahnen z.B. darf man ja auch, wenigstens auf gewissen Abschnitten, das Gaspedal bis zum Anschlag durchdrücken und niemand will einen Porschefaherer deswegen vorschrieben, das sein Porsche nur noch 2 Gänge haben darf. Ich im übrigen bin für Netzneutralität, weil ich habe ja eh die schnellen Glasfaserkabel. Die Nazis werden, sagen wir in einem Zeitraum von 1933-1945 so ziemlich jeder Form von Hoch und Niedersprache die es im Deutschen gibt, a bisserl korrumpiert haben. Ob man dem Führer auf Hochdeutsch, Kärntnerisch oder Berlinerisch seine uneingeschränkte Aufmerksamkeit schwor, spielt da eher eine untergeordnete Rolle. „Jawohl mein Führer“ oder „Jo mei Führa“ ist doch ghupft wie gsprungen, gehüpft wie gesprungen. Meiner bescheidenen Ansicht nach wurde ja nicht nur die Sprache als größerer Referenzrahmen schwer beschädigt, sondern gleich dem ganzen Alphabet wurde übel mitgespielt. Einige Buchstaben waren ja ganz arm dran. Das K, F,R, und das J, vor allem das J und in späterer Folge auch das H, bekamen es ja knüppeldicke. Ein Kind mit den Anfangsbuchstaben K, F, R, H, oder gar J ins Rennen um die besseren Plätze zu schicken, ist ja an sich schon ein kleines Verbrechen. Vor allem das J ist ja auf Lebzeiten diskreditiert. Höre ich ein J überfällt mich sofort das nackte Grauen und ich denke sofort an den Buchstaben Z und B wie Zyklon B. Ohne Z und B kann ich das J nicht denken. Das I geht ohne Z und B aber das J kaum. Allein am Buchstaben Y, ein an sich relativ unverfänglicher und unverdächtiger Buchstabe lässt sich die Tragödie der Buchstaben maßstabgetreu nachvollzeichnen. In meiner Jugend gab`s ja das YPS-Heftchen für YPS-Jungs. Y-Jungs kannte ich ja nur vom Hörensagen. Mit den YPS-Leser wäre Stalingrad keine 17 Sekunden zu halten gewesen. Mit Jungs wie ich, gestandene Asterix und Clever&Smart Leser wahrscheinlich nur 15 Sekunden. Die Y-Jungs waren wahrscheinlich die Ur-Nerds. Wo war ich, ach ja beim Y. Noch etwas das mich am Alter fürchterlich stört. Der nachlassenden Geilheit versucht man kampfhaft mit Worten zu entfliehen. Man könnte auch sagen: Dort wo der Fick ist, kann der Gedanke nicht sein. (sehr schön gesagt)
Zurück zum Thema. Der Albertina-Chef Logik folgend ist ja jeder Oberösterreicher der heute noch im Dialekt spricht ein unverbesserlicher Nazi. Der Hitler soll ja angeblich oder unzweifelhaft, ab 1930 kein Fleisch mehr verstoffwechselt haben. Sind dann alle Vegetarier, die nach 1980 hüben wie drüben der Grenze in die Welt verstoßen wurden auch alles Nazis? Und musste ein vegetarischer Oberösterreicher der im satten Dialekt spricht, nicht sofort wegen Widerbetätigung verurteilt werden? Ich z.B. kann ja keine Nürnberger Rostbratwürstel mehr essen. Nürnberger Rostbratwürstel wecken bei mir immer ganz unheilvolle Assoziationen. Dann stehen diese Würsteln auch immer so eng in der Verpackung. Die liegen nie in der Vitrine, die stehen immer. Ein deutsches Gütesiegel klebt auch meistens auf der Verpackung. Sehr befremdlich wenn man mich fragt, weil schmecken tun sie mir schon diese Würstel aus Nürnberg.
Aphorismen ohne Spätfolgen
Der Sinn des Lebens lässt sich ganz einfach erfinden. Sie müssen so Leben, als würden sie einen Lebenstraum rückwärts leben. Nachdem sie diesen von hinten nach vorne gelebten Lebenstraum, auf einen Erinnerungs-Tonträger aufgenommen haben, spielen sie diesen einfach wieder rückwärts ab und schon haben sie`s.
Der Fleischwolf wird andauernd mit Fleisch gefüttert obwohl der weder Appetit noch Hunger hat.
Nix verstehen am Morgen
Es gibt ja den dumpfen Rassismus für die Quetschbirnen. Die sehen einen Menschen mit anderer Hautfarbe und können sich diesen evolutionären Trick einfach nicht logisch erklären. Und wenn sie sich dieses Phänomen doch zu erklären versuchen wird`s meistens völlig abstrus und lächerlich. Die Dumpfbirnen sprechen dann von importierten Gen-Vermischungen. Wenn die es schaffen würden Kinder ohne Gen-Vermischung zu zeugen, dann könnte man ihre Vorbehalte ja noch irgendwie nachvollziehen. Aber so. Dann gibt es noch die Kultur-Rassisten. Die haben es auch nicht einfach. Schießpulver, die Kartoffel, der Diwan usw. Ich hingegen bin ein Muttersprachen-Rassist. Mir geht meine Muttersprache fürchterlich auf die Nerven. Richtiggehend ekeln tut es mich an manchem Tagen vor meiner Muttersprache. Nicht direkt vor meiner Muttersprache ekelt es mich, die ist ganz schön wenn man sie zu beherrschen weiß, was ich natürlich nicht vorhabe zu wissen, sondern mich ekelt es vermehrt vom landläufigen Muttersprachen-Sprecher. Frage: wenn eine Frau am Land geil ist, ist die dann Land-läufig? (schon lustig) In diesem Fall bin ich der Muttersprachen-Sprecher, der mir auf den Sack geht. Schuld an der Tatsache, dass ich mich als nativen Muttersprache-Sprecher verabscheue, sind aber die Chinesen aus dem Parterre, die berühmt-berüchtigten Parterre-Chinesen. Diese Parterre-Chinesen, ein ganzer Clan, sprechen untereinander ja immer Chinesisch. Keine Ahnung ob die einen Dialekt sprechen oder nach der Schrift reden. An manchen Tagen ist das erste was mir zu Ohren kommt, eine fernöstliche Sprache, die ich der Einfachheit halber als Parterre-Chinesisch bezeichne. Schleppe ich mich zum Postkasten, stehen diese Parterre-Chinese/innen frisch gekämmt und gestriegelt im Hausflur und schnattern munter drauf los, so das ihr Echo in meinem Trommelfell die Haare aufstellt. Dieses Parterre-Chineisch,von dem ich weder weiß ob es sich um einen Dialekt oder die Schriftsprache handelt, geht mir durch und durch wie eine Hiobsbotschaft. Der arme Hiob hat sich das zu Beginn seiner Karriere als Postler (Briefträger) für die Ewigkeit wahrscheinlich auch anders vorgestellt. In meinem durch Muttersprach-Eindrücke vorgeschädigten Ohr-Kopf-System, hört sich so eine gepflegte Parterre-Chinesen-Unterhaltung, an diesen gewissen Tagen, wie eine fürchterliche Niederlage meinerseits an, die mich zum sofortigen Rückzug zwingt. Denn mit jeder von den Parterre-Chinesen ausspuckten Silbe, und die spuken einiges aus, verdeutlichen sie mir, bwohl ich nichts verstehe, natürlich nur nur für mich hörbar, was für ein Depp ich bin. Siehste sagen diese Muttersprachen-Parterre-Chinesen zu meinem Muttersprache-Deutsch, wir sind tausende, nein abertausende Kilometer weit von zu Hause oder dem Ausgangspunkt unserer Lebensreise weg, haben alles stehen und liegen lassen, um (aus welchen Beweggründen auch immer), in der völlig verfremdeten Fremde unser Glück zu suchen. Und jetzt, du eingeborenen Muttersprachen-Spast, nachdem wir der Maslowschen Bedürfnishierachie entsprechend die Mangelbedürfnisse und Sicherheitsbedürfnisse abgearbeitet und abgehackt haben und ganz Wien im Chop Suey ertränkten, kümmern wir uns um unsere Seinsbedürfnisse. Und das Eingeborener pflegen wir vornehmlich in unserer Muttersprache zu tun. Wir brauchen deine deutsche Muttersprache nicht unbedingt, die holen wir nur dann aus der untersten Schublade der Assimilierung, wenn`s unbedingt notwendig ist, weil es die Lebenssituation erfordert, ansonsten unterhalten und leben wir in unserem geliebten Parterre-Chinesisch. Und genau in diesem Moment wird in meiner Wahrnehmung, ein sprachneutral abgewohnter Hausflur, zu Little Chinatown. Und plötzlich werde ich zum Fremden im eigenen Land, weil ich niemanden habe, der mit mir im Parterre-Kärntner-oder sonst wie-Deutsch, vergnügt, angeregt oder auch nur gelangweilt drauf los palavern möchte. Diese Parterre-Chinesen, mit den schwierigen Vorbedingungen, sagt meine Muttersprachen-Gewissen-Stimme zu mir, haben ihr China einfach mitgenommen, während du dein Österreich auf den paar Kilometer von Kärnten nach Wien (Umweg über die halbe Welt) verloren hast, weil du offensichtlich nicht in der Lage bist deine Seinsbedürfnisse so in Sprache zu transformieren, der in einem anderen Mensch, ganz gleichgültig von woher der auch kommen mag, einen Funken von Zugehörigkeitsgefühl entfacht. Du Niederlage, du Waterloo der Muttersprache, hinfort mir dir. Letztens, ich gebe zu da war ich nicht ganz auf der Höhe des Geschehens, habe ich als ich die Post holen wollte und die Parterre-Chinesen dem Raum ihr Akkustik aufzwangen, doch allen Ernstes nach dem Reisepass gegriffen.
Anhang: Richtig hardcore ist aber zuerst eine Runde Nachbar-Russisch, dann eine Portion Parterre-Chinesisch und gleich im Anschluss ein Aufguss fesches Straßenbahnhaltestellen-Inidsch oder Pakistanisch. Dann rettete mich meistens nur noch der Scheißhausspiegel-Monolog vom Edward Norton aus dem Film 25-Stunden.
Über New York: Scheiß auf mich? Scheiß auf dich! Ich scheiß auf dich und die ganze Stadt und alle die da wohnen! Ich scheiße auf die Schnorrer, die dein Geld haben wollen und dich hinter deinem Rücken auslachen. Scheiß auf den Fensterputzer, der meine saubere Windschutzscheibe vollschmiert. Soll er sich doch einen Job besorgen! Scheiß auf die Sikhs und die Pakistani, die wie die bescheuerten in ihren Rostlauben die Avenues runterbrettern und aus jeder Pore nach Curry stinken bis man selbst danach riecht. Terroristen in Ausbildung, fahrt gefälligst langsamer! Scheiß auf die Chelsea-Schwuchteln mit ihren glattrasierten Brüsten und antrainiertem Bizeps, die sich in Parks und auf den Piers gegenseitig einen abkauen und mit ihren Schwänzen auf dem offenen Kanal rumwedeln. Scheiß auf die koreanischen Obsthändler mit ihren Pyramiden aus Früchten und ihren in Zelluphan eingewickelten Tulpen und Rosen. Schon 10 Jahre im Land und noch nix sprecke Englisch. Scheiß auf die Russen in Brydon Beach. Mafia-Schläger, die in Cafes rumlungern und aus kleinen Gläsern ihren Tee schlürfen, mit einem Zucker-Sticker zwischen den Zähnen, die irgendwelche miesen Deals einfädeln usw.
Schlägt man die Zeitung oder das Internet auf, geht es ja zumeist nur um die großen Weltkatastrophen. Absaufende Schiffe voller Kinder, verschollene Flugzeuge, Russlands imperiales Zucken, Bürgerkriegstote in Syrien, Hinige (kärntnerisch für Tote) im Südsudan und in Nigeria und der zentralafrikanischen Republik wird auch andauernd wer umgebracht. Während ja in Nigeria die Moslems die Christen umbringen ist die Lage in der zentralafrikanischen Republik genau spiegelverkehrt. In den Favelas Rio de Janeiros soll es auch hoch hergehen. Und das so kurz vor der WM. Das sind kurz gesagt alles Tragödien von Weltformat, weil über das abgesoffene südkoreanische Schiff, mit den ertrunkenen Kindern natürlich weltweit berichtet wird. Regionale oder lokale Katastrophen und Tragödien gehen in der Bedeutungsschwere globaler Katastrophen beinahe ganz unter. Man verliert irgendwie den Maßstab. Samstag beim Türken las ich in einem Boulevardblatt, das ein 56 jähriger Steirer seine Frau mit dem Nudelholz erschlagen hat. Ich weiß das kann man jetzt leicht anders verstehen, aber irgendwie war ich richtig erleichtert, dass es noch die guten alten analogen Beziehungstaten gibt, die sich gleich hinter der nächsten Ecke zutragen Die eigene Alte mit dem Nudelholz erschlagen, das ist doch noch was Handfestes und Konkretes. Sogar mein Freund der Anwalt rief extra deswegen an, weil sich die Tat in der Straße ereignet hatte, in der er seit Kindheitstagen wohnt. Im Radio meldeten sie dann auch noch, das ein 19jähriger in Mariahilf, (Wien) angeblich aus Liebeskummer Suizid begangen hatte, in dem er den Gasherd manipulierte. Das halbe Haus soll in die höh geflogen sein, so explosiv war sein Weltschmerz. Die Feuerweht fand den jungen Werther mit den tragischen Ambitionen, zwischen den Trümmern noch mit dem Feuerzeug in der Hand. Schön dachte ich mir. Lokale Tragödien haben durchaus auch ihren berechtigen Charme.
Im Zuge der indischen Kongresswahlen wurden 105 kg Heroin beschlagnahmt. Die waren zum Stimmenkauf gedacht. Diese Inder. Hut ab die wissen wenigstens noch wie man seine Wähler beeindruckt. Bei uns gibt es ja immer nur Luftballons und Kugelschreiber und Bla,bla,bla. Bald stehen ja EU-Wahlen an. Ich könnte mein Anliegen jetzt auch etwas schwammig formulieren oder ironisch umschreiben. Nix da. An die werbenden Parteien Europas. Zwei Huren, eine mit Beine, die andere mit Titten oder Arsch und meine Stimme passt sich ganz dem Verhalten der Damen an.
Früher lag die Faszination des „American Dream“ darin mitbegründet, das man diesen Traum, wenn man den richtigen Way of Live abging, irgendwann leben oder wenigstens realisieren konnte. Heute denke ich liegt die Faszination des „American Dream“ vor allem darin, dass man diesen noch immer träumen kann.
In einer SWR-Talkshow soll der Albertina-Chef (Museum) Albrecht Schröder gesagt haben, das er sich den oberösterreichischen Dialekt abgewöhnt hätte, weil der oberösterreichische Dialekt, durch den Missbrauch den das Dritte Reich getrieben habe, „korrumpiert“ sei. In einem Interview mit der Presse erklärte der Albertina Chef, das es in seiner Jugend im Oberösterreich der 1960-Jahre einen Stelzhammer-Bund gab, der den Dialekt und die Landeshymne „Homatland“ als reaktionär-faschistische Waffe missbrauchte. Ich möchte kurz erwähnt haben, dass ich mir über diese durchaus interessante Thematik, NS-Zeit und Sprache, jetzt nur Gedanken mache, weil ich mir heute schon einen runtergeholt habe. Ging recht flott. Des Weiteren hänge ich irgendwie durch. Und da sieht es doch gleich nach mehr aus, wenn man sich über Leute, die im gemachten Nest der Kultur sitzen, Gedanken macht wie eine alternde Glucke, um dem Internet ein Ei zu legen, aus deren Schalen sich irgendwann eine Gesellschaft der verschiedenen Netz-Geschwindigkeiten schälen wird (Netzneutralität), weil auf deutschen Autobahnen z.B. darf man ja auch, wenigstens auf gewissen Abschnitten, das Gaspedal bis zum Anschlag durchdrücken und niemand will einen Porschefaherer deswegen vorschrieben, das sein Porsche nur noch 2 Gänge haben darf. Ich im übrigen bin für Netzneutralität, weil ich habe ja eh die schnellen Glasfaserkabel. Die Nazis werden, sagen wir in einem Zeitraum von 1933-1945 so ziemlich jeder Form von Hoch und Niedersprache die es im Deutschen gibt, a bisserl korrumpiert haben. Ob man dem Führer auf Hochdeutsch, Kärntnerisch oder Berlinerisch seine uneingeschränkte Aufmerksamkeit schwor, spielt da eher eine untergeordnete Rolle. „Jawohl mein Führer“ oder „Jo mei Führa“ ist doch ghupft wie gsprungen, gehüpft wie gesprungen. Meiner bescheidenen Ansicht nach wurde ja nicht nur die Sprache als größerer Referenzrahmen schwer beschädigt, sondern gleich dem ganzen Alphabet wurde übel mitgespielt. Einige Buchstaben waren ja ganz arm dran. Das K, F,R, und das J, vor allem das J und in späterer Folge auch das H, bekamen es ja knüppeldicke. Ein Kind mit den Anfangsbuchstaben K, F, R, H, oder gar J ins Rennen um die besseren Plätze zu schicken, ist ja an sich schon ein kleines Verbrechen. Vor allem das J ist ja auf Lebzeiten diskreditiert. Höre ich ein J überfällt mich sofort das nackte Grauen und ich denke sofort an den Buchstaben Z und B wie Zyklon B. Ohne Z und B kann ich das J nicht denken. Das I geht ohne Z und B aber das J kaum. Allein am Buchstaben Y, ein an sich relativ unverfänglicher und unverdächtiger Buchstabe lässt sich die Tragödie der Buchstaben maßstabgetreu nachvollzeichnen. In meiner Jugend gab`s ja das YPS-Heftchen für YPS-Jungs. Y-Jungs kannte ich ja nur vom Hörensagen. Mit den YPS-Leser wäre Stalingrad keine 17 Sekunden zu halten gewesen. Mit Jungs wie ich, gestandene Asterix und Clever&Smart Leser wahrscheinlich nur 15 Sekunden. Die Y-Jungs waren wahrscheinlich die Ur-Nerds. Wo war ich, ach ja beim Y. Noch etwas das mich am Alter fürchterlich stört. Der nachlassenden Geilheit versucht man kampfhaft mit Worten zu entfliehen. Man könnte auch sagen: Dort wo der Fick ist, kann der Gedanke nicht sein. (sehr schön gesagt)
Zurück zum Thema. Der Albertina-Chef Logik folgend ist ja jeder Oberösterreicher der heute noch im Dialekt spricht ein unverbesserlicher Nazi. Der Hitler soll ja angeblich oder unzweifelhaft, ab 1930 kein Fleisch mehr verstoffwechselt haben. Sind dann alle Vegetarier, die nach 1980 hüben wie drüben der Grenze in die Welt verstoßen wurden auch alles Nazis? Und musste ein vegetarischer Oberösterreicher der im satten Dialekt spricht, nicht sofort wegen Widerbetätigung verurteilt werden? Ich z.B. kann ja keine Nürnberger Rostbratwürstel mehr essen. Nürnberger Rostbratwürstel wecken bei mir immer ganz unheilvolle Assoziationen. Dann stehen diese Würsteln auch immer so eng in der Verpackung. Die liegen nie in der Vitrine, die stehen immer. Ein deutsches Gütesiegel klebt auch meistens auf der Verpackung. Sehr befremdlich wenn man mich fragt, weil schmecken tun sie mir schon diese Würstel aus Nürnberg.
Aphorismen ohne Spätfolgen
Der Sinn des Lebens lässt sich ganz einfach erfinden. Sie müssen so Leben, als würden sie einen Lebenstraum rückwärts leben. Nachdem sie diesen von hinten nach vorne gelebten Lebenstraum, auf einen Erinnerungs-Tonträger aufgenommen haben, spielen sie diesen einfach wieder rückwärts ab und schon haben sie`s.
Der Fleischwolf wird andauernd mit Fleisch gefüttert obwohl der weder Appetit noch Hunger hat.
Nix verstehen am Morgen
Es gibt ja den dumpfen Rassismus für die Quetschbirnen. Die sehen einen Menschen mit anderer Hautfarbe und können sich diesen evolutionären Trick einfach nicht logisch erklären. Und wenn sie sich dieses Phänomen doch zu erklären versuchen wird`s meistens völlig abstrus und lächerlich. Die Dumpfbirnen sprechen dann von importierten Gen-Vermischungen. Wenn die es schaffen würden Kinder ohne Gen-Vermischung zu zeugen, dann könnte man ihre Vorbehalte ja noch irgendwie nachvollziehen. Aber so. Dann gibt es noch die Kultur-Rassisten. Die haben es auch nicht einfach. Schießpulver, die Kartoffel, der Diwan usw. Ich hingegen bin ein Muttersprachen-Rassist. Mir geht meine Muttersprache fürchterlich auf die Nerven. Richtiggehend ekeln tut es mich an manchem Tagen vor meiner Muttersprache. Nicht direkt vor meiner Muttersprache ekelt es mich, die ist ganz schön wenn man sie zu beherrschen weiß, was ich natürlich nicht vorhabe zu wissen, sondern mich ekelt es vermehrt vom landläufigen Muttersprachen-Sprecher. Frage: wenn eine Frau am Land geil ist, ist die dann Land-läufig? (schon lustig) In diesem Fall bin ich der Muttersprachen-Sprecher, der mir auf den Sack geht. Schuld an der Tatsache, dass ich mich als nativen Muttersprache-Sprecher verabscheue, sind aber die Chinesen aus dem Parterre, die berühmt-berüchtigten Parterre-Chinesen. Diese Parterre-Chinesen, ein ganzer Clan, sprechen untereinander ja immer Chinesisch. Keine Ahnung ob die einen Dialekt sprechen oder nach der Schrift reden. An manchen Tagen ist das erste was mir zu Ohren kommt, eine fernöstliche Sprache, die ich der Einfachheit halber als Parterre-Chinesisch bezeichne. Schleppe ich mich zum Postkasten, stehen diese Parterre-Chinese/innen frisch gekämmt und gestriegelt im Hausflur und schnattern munter drauf los, so das ihr Echo in meinem Trommelfell die Haare aufstellt. Dieses Parterre-Chineisch,von dem ich weder weiß ob es sich um einen Dialekt oder die Schriftsprache handelt, geht mir durch und durch wie eine Hiobsbotschaft. Der arme Hiob hat sich das zu Beginn seiner Karriere als Postler (Briefträger) für die Ewigkeit wahrscheinlich auch anders vorgestellt. In meinem durch Muttersprach-Eindrücke vorgeschädigten Ohr-Kopf-System, hört sich so eine gepflegte Parterre-Chinesen-Unterhaltung, an diesen gewissen Tagen, wie eine fürchterliche Niederlage meinerseits an, die mich zum sofortigen Rückzug zwingt. Denn mit jeder von den Parterre-Chinesen ausspuckten Silbe, und die spuken einiges aus, verdeutlichen sie mir, bwohl ich nichts verstehe, natürlich nur nur für mich hörbar, was für ein Depp ich bin. Siehste sagen diese Muttersprachen-Parterre-Chinesen zu meinem Muttersprache-Deutsch, wir sind tausende, nein abertausende Kilometer weit von zu Hause oder dem Ausgangspunkt unserer Lebensreise weg, haben alles stehen und liegen lassen, um (aus welchen Beweggründen auch immer), in der völlig verfremdeten Fremde unser Glück zu suchen. Und jetzt, du eingeborenen Muttersprachen-Spast, nachdem wir der Maslowschen Bedürfnishierachie entsprechend die Mangelbedürfnisse und Sicherheitsbedürfnisse abgearbeitet und abgehackt haben und ganz Wien im Chop Suey ertränkten, kümmern wir uns um unsere Seinsbedürfnisse. Und das Eingeborener pflegen wir vornehmlich in unserer Muttersprache zu tun. Wir brauchen deine deutsche Muttersprache nicht unbedingt, die holen wir nur dann aus der untersten Schublade der Assimilierung, wenn`s unbedingt notwendig ist, weil es die Lebenssituation erfordert, ansonsten unterhalten und leben wir in unserem geliebten Parterre-Chinesisch. Und genau in diesem Moment wird in meiner Wahrnehmung, ein sprachneutral abgewohnter Hausflur, zu Little Chinatown. Und plötzlich werde ich zum Fremden im eigenen Land, weil ich niemanden habe, der mit mir im Parterre-Kärntner-oder sonst wie-Deutsch, vergnügt, angeregt oder auch nur gelangweilt drauf los palavern möchte. Diese Parterre-Chinesen, mit den schwierigen Vorbedingungen, sagt meine Muttersprachen-Gewissen-Stimme zu mir, haben ihr China einfach mitgenommen, während du dein Österreich auf den paar Kilometer von Kärnten nach Wien (Umweg über die halbe Welt) verloren hast, weil du offensichtlich nicht in der Lage bist deine Seinsbedürfnisse so in Sprache zu transformieren, der in einem anderen Mensch, ganz gleichgültig von woher der auch kommen mag, einen Funken von Zugehörigkeitsgefühl entfacht. Du Niederlage, du Waterloo der Muttersprache, hinfort mir dir. Letztens, ich gebe zu da war ich nicht ganz auf der Höhe des Geschehens, habe ich als ich die Post holen wollte und die Parterre-Chinesen dem Raum ihr Akkustik aufzwangen, doch allen Ernstes nach dem Reisepass gegriffen.
Anhang: Richtig hardcore ist aber zuerst eine Runde Nachbar-Russisch, dann eine Portion Parterre-Chinesisch und gleich im Anschluss ein Aufguss fesches Straßenbahnhaltestellen-Inidsch oder Pakistanisch. Dann rettete mich meistens nur noch der Scheißhausspiegel-Monolog vom Edward Norton aus dem Film 25-Stunden.
Über New York: Scheiß auf mich? Scheiß auf dich! Ich scheiß auf dich und die ganze Stadt und alle die da wohnen! Ich scheiße auf die Schnorrer, die dein Geld haben wollen und dich hinter deinem Rücken auslachen. Scheiß auf den Fensterputzer, der meine saubere Windschutzscheibe vollschmiert. Soll er sich doch einen Job besorgen! Scheiß auf die Sikhs und die Pakistani, die wie die bescheuerten in ihren Rostlauben die Avenues runterbrettern und aus jeder Pore nach Curry stinken bis man selbst danach riecht. Terroristen in Ausbildung, fahrt gefälligst langsamer! Scheiß auf die Chelsea-Schwuchteln mit ihren glattrasierten Brüsten und antrainiertem Bizeps, die sich in Parks und auf den Piers gegenseitig einen abkauen und mit ihren Schwänzen auf dem offenen Kanal rumwedeln. Scheiß auf die koreanischen Obsthändler mit ihren Pyramiden aus Früchten und ihren in Zelluphan eingewickelten Tulpen und Rosen. Schon 10 Jahre im Land und noch nix sprecke Englisch. Scheiß auf die Russen in Brydon Beach. Mafia-Schläger, die in Cafes rumlungern und aus kleinen Gläsern ihren Tee schlürfen, mit einem Zucker-Sticker zwischen den Zähnen, die irgendwelche miesen Deals einfädeln usw.
Schlägt man die Zeitung oder das Internet auf, geht es ja zumeist nur um die großen Weltkatastrophen. Absaufende Schiffe voller Kinder, verschollene Flugzeuge, Russlands imperiales Zucken, Bürgerkriegstote in Syrien, Hinige (kärntnerisch für Tote) im Südsudan und in Nigeria und der zentralafrikanischen Republik wird auch andauernd wer umgebracht. Während ja in Nigeria die Moslems die Christen umbringen ist die Lage in der zentralafrikanischen Republik genau spiegelverkehrt. In den Favelas Rio de Janeiros soll es auch hoch hergehen. Und das so kurz vor der WM. Das sind kurz gesagt alles Tragödien von Weltformat, weil über das abgesoffene südkoreanische Schiff, mit den ertrunkenen Kindern natürlich weltweit berichtet wird. Regionale oder lokale Katastrophen und Tragödien gehen in der Bedeutungsschwere globaler Katastrophen beinahe ganz unter. Man verliert irgendwie den Maßstab. Samstag beim Türken las ich in einem Boulevardblatt, das ein 56 jähriger Steirer seine Frau mit dem Nudelholz erschlagen hat. Ich weiß das kann man jetzt leicht anders verstehen, aber irgendwie war ich richtig erleichtert, dass es noch die guten alten analogen Beziehungstaten gibt, die sich gleich hinter der nächsten Ecke zutragen Die eigene Alte mit dem Nudelholz erschlagen, das ist doch noch was Handfestes und Konkretes. Sogar mein Freund der Anwalt rief extra deswegen an, weil sich die Tat in der Straße ereignet hatte, in der er seit Kindheitstagen wohnt. Im Radio meldeten sie dann auch noch, das ein 19jähriger in Mariahilf, (Wien) angeblich aus Liebeskummer Suizid begangen hatte, in dem er den Gasherd manipulierte. Das halbe Haus soll in die höh geflogen sein, so explosiv war sein Weltschmerz. Die Feuerweht fand den jungen Werther mit den tragischen Ambitionen, zwischen den Trümmern noch mit dem Feuerzeug in der Hand. Schön dachte ich mir. Lokale Tragödien haben durchaus auch ihren berechtigen Charme.
Im Zuge der indischen Kongresswahlen wurden 105 kg Heroin beschlagnahmt. Die waren zum Stimmenkauf gedacht. Diese Inder. Hut ab die wissen wenigstens noch wie man seine Wähler beeindruckt. Bei uns gibt es ja immer nur Luftballons und Kugelschreiber und Bla,bla,bla. Bald stehen ja EU-Wahlen an. Ich könnte mein Anliegen jetzt auch etwas schwammig formulieren oder ironisch umschreiben. Nix da. An die werbenden Parteien Europas. Zwei Huren, eine mit Beine, die andere mit Titten oder Arsch und meine Stimme passt sich ganz dem Verhalten der Damen an.
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