Samstag, 4. Januar 2014
Einer der Gründe warum es mich zum Schnaps zieht
Mangersprech. Manager sprechen ja eine ganze eigene Sprache. Nur ein Manager der in Anglizismen spricht und andauernd irgendetwas besonders betont und hervorhebt, gehört zum gehobenen Kreis der Manager. Keine Ahnung wie die dazu kommen. Hat vielleicht mit der Globalisierung zu tun. Ist ein Konzern einmal international oder global tätig, muss so ein Manager auch international oder global verstanden werden. Vielleicht ist das auch nur so eine Art Standeskodex. Im Internet schreiben sie, Manager reden deswegen so eigenartig um nicht die Kontrolle über das Gesagte zu verlieren. Ich kann da nur mutmaßen. Der Presse gab der Vöslauer-Chef A.H. unlängst ein Interview. Vöslauer ist ein Mineralwasser-Produzent. Ich weiß ja jetzt nicht wie groß die internationalen Marktanteile vom Vöslauer-Mineralwasser sind. Auf die Frage warum in Österreich trotz qualitativ hochwertigen Leitungswasser, überhaupt stilles Mineralwasser angeboten wird, antwortete der Vöslauer-Vorstand: bla bla bla. Das gesamte „To-go-Thema wird immer stärker. Erklärung: Mit dem To-go-Thema spricht er auf Wasser an, das in handlichen Mini-Flaschen angeboten wird. Bla, bla,bla. Mineralwasser ist über die Jahre zu einem Accessoire geworden. Daraufhin sah ich mich in einer Runde von Mineralwasser-Manager stehen, standesgemäß im Anzug und mit Schlips, eine Hand in der Hose und der Obermanager sagt dann: Meine Herren, ihr könnt davon ausgehen, dass das To-go-Thema immer stärker im Kommen ist. Das To-go-Thema müssen wir unbedingt pushen und to the mountain high branden. Dafür haben wir extra die blind-side to-go-forward-sideway-frontpage-backdoor-infinity-Strategie entwickelt, die ich euch im nächsten be-famous-Meeting vorstellen werde. Und die Accessoire-Schiene müssen wir auch stärker betonen. Wasser als Accessoire ist ganz groß im Kommen. Wasser als Accessoire ist hipp, ist Livestyle, ist chillisch. Vor allem in den Staaten ist Wasser als Accessoire der letzte Schrei. Eine ganz junge Wasserflaschen-Designer Szene hat sich in Greenwich Village angesiedelt. Die Upper East Side ist ganz hingerissen von den in Handware designten Flaschen. Eine vom Bansky besprühte Wasserflasche ging um 2 Millionen Euro über den Ladentisch. Das Accessoire-Thema schwappt bald ganz strong zu uns herüber. Da heißt es ready to go sein. Wir brauchen da ein herraustagendes standing. Wir denken an eine Futurum III-think-quiet-exit-intro-Kampagne. Das sind jetzt einmal die Top Keys. Was unsere derzeitigen High-Level-Performer angeht müssen wir weiterhin open minded bleiben. Aber entscheiden werden wie immer wir die Tools, die wir dann entsprechend highlighten.

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Freitag, 3. Januar 2014
Tür auf Tür zu oder wenn man nur noch Bahnhof versteht
560 Schriftsteller protestierten vor ein paar Wochen, in einem Aufruf, gegen die systematische Überwachung im Internet durch Geheimdienste/Konzerne. Sie riefen dazu auf, die Demokratie in der digitalen Welt zu verteidigen. In einem Gespräch mit der Onlineausgabe der FAZ erklären die beiden Initiatoren Julia Zeh und Ilja Trojanow ihre Beweggründe, warum sie diesen internationalen Aufruf lancierten. Die beiden erklären, klug und gebildet wie sie nun mal sind, die Gefahren und möglichen Folgen der digitalen Überwachung. Schlagworte fielen wie entfesselte Technik, Kampf gegen Maschinen, technologische Ignoranz, Bewusstseinswandel, Bürger gegen Institutionen. Die UN-Menschenrechtskonventionen und das deutsche Grundgesetzt wurden zitiert, digitale Menschenrechte eingefordert. Frau Zeh gibt dann zu verstehen, dass sie einen neuen Artikel der ins Grundgesetz eingefügt wird, um die digitale Privatsphäre ausdrücklich zu schützen, in 5 Minuten formulieren könnte. Auf internationaler Ebene schlägt sie eine neue Charta und ein Gericht vor usw. Im Spiegel las ich das Geheimdienste oder wer auch immer, versuchen ihre Schadcodes im sogenannten BIOS zu platzieren, einer Software, die direkt auf der Hauptplatine eines PC sitzt und beim Einschalten als Erstes geladen werden. Zum BIOS meines PCs habe ich ja eher ein distanziertes Verhältnis. Was mein BIOS gerade macht, kann ich weder bestätigen noch in Abrede stellen. Aber über IOS könnte ich einiges erzählen. IOS ist eine griechische Insel. Was haben wir auf dieser Insel unserer Leber zugemutet. Der Ouzo ist direkt von der Kehle in die Hauptplatine gedonnert. So ein Anis-Schnaps-Rauch ist eine fürchterliche Angelegenheit. Da lässt sich das System tagelang nicht richtig hochfahren. Besser weiter saufen. Kurz gesagt. Ich verstehe nur noch Bahnhof. Soll ich mit meinem, beim Hofer/Aldi erworbenen PC dann in die Filiale gehen wo ich das Gerät gekauft habe, damit die Kassiererin, die gerade ihre Kassa geschlossen hat, meinen PC überprüft, ob mein BIOS eh schädlingsfrei arbeitet. Geht die da schnell mit dem Scanner drüber. Und wenn die keine Zeit hat, weil sie gerade ein Regal betreuten muss, weil die Schweins-schnitzel in der 18 kg Vorteilsapckung, schon wieder vergriffen sind, wohin gehe ich dann mit meinem BIOS Problem? Zum Pfarrer, in die Audi-Werkstatt, zum Orthopäden, in die Redaktion der Emma? Die bei der Emma sagen dir dann eh alles Bestens, der Schädling ist weiblich. Das Betriebssystem Windows soll auch fürchterlich einfach zu kapern sein. Wenn den Nerds von der NSA fad ist schicken sie dir einfach gefälschte Fehlermeldungen. Da steht dann: Machen sie 120 Liegestütze oder schreiben sie einen kurzen Aufsatz, warum sie gestern schon wieder 4 Stunden auf Redtube waren, wo sie doch seit 5 Jahren, so steht es zumindestens in der letzten SMS an ihre Geliebte, so glücklich verheiratet sind. Ein Unterwasser-kabelstrang, der Europa mit Nordafrika und den Golfstaaten verbindet und von dort weiter über Pakistan und Indien bis nach Malaysia führt, bevor es dreimal um das Ende der Welt gewickelt wird, wollen die NSA-Kids auch anzapfen. Was mache ich jetzt dagegen konkret? Freitauchen lernen. Der Surfer, nein Server, meines Internetbetreibers ist sicher auch gefährdet oder? Mein Tipp für den Betreiber. Nur noch im flachen Wasser plantschen. 1983 war es noch recht übersichtlich, sich gegen die droehende staatliche Datenabschöpfung zu schützen. Man hat bei der Volkszählung einfach nicht die Tür aufgemacht oder geht`s scheißen durch den Türspalt gebrüllt. Heute kann man ja nicht einmal genau mehr sagen, in welchen Aggregatzustand sich die Eingangstür gerade befindet, die man auf den ersten Blick für ziemlich robust und vor allem verschlossen wähnt.

Wenn ich in meinem PC das falsche Kennwort nach dem Hochfahren eingebe, schlägt der mir als Hilfestelllung ein Tal vor. Nur mein Kennwort lässt sich weder in einem Tal der mir bekannten Welt auffinden noch von einem Tal der mir bekannten Welt ableiten. Ist der PC jetzt einfach nur blöd oder steckt dahinter schon die NSA?

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Donnerstag, 2. Januar 2014
Bekenntnisse eines Tiefstaplers der in die Höhe baut
Mein Beitrag zur Volksgesundung. Ich will auch mal schön konstruktiv sein.
Tipp 1. Warum sich die lieben Leute nicht zu viel für das neue Jahr/Leben vornehmen sollten? Aus einem ganz einfachen Grund. Ein äußerst zutreffendes Sprichwort besagt, „das der Weg zur Hölle mit guten Vorsätzen zugeschissen, nein zugepflastert ist“. Andres gesagt. Nicht mit allem Nachdruck das Gute wollen/erzwingen. Ist noch nie was gescheites dabei heraus gekommen. Nehmen wir nur den Kaffeekapsel-Clooney und sein wirklich löbliches Engagement für den Südsudan. Mit Raketen ist er beschossen worden, in Handschellen haben sie ihn abgeführt und trotzdem steht der Südsudan jetzt vor einem Bürgerkrieg.

Tipp 2. Fragt euch nicht andauernd ob ihr glücklich seid. Das ist eine Fangfrage. Glück ist ein Abfallprodukt, das einem dann und wann zufällt. Versucht es einfach mal eine Nummer kleiner. Ansonsten verfängt ihr euch in übertriebener Selbstbespiegelung. (wird sind als Gesellschaft eh schon so narzisstisch) Kennen muss man sich auch nicht wirklich. Auf das eigene Gehirn ist kein Verlass. Es reicht wenn man mit sich leben kann. Die anderen kennen einen sowieso immer anders als man sich selbst zu (er) kennen glaubt. Das liegt in der Natur der Sache und ist kein Widerspruch. Deswegen nicht jedem Stimmungsrülpser ängstlich hinterher sinnieren. Allein die Tatsache dass man genügend Zeit findet, um über sich nachzudenken, ist schon Luxus und kein Mangel.

Tipp 3. Kaufen/konsumieren befriedigt nicht wirklich oder nur scheinbar. In der Theorie hört sich das folgend an: Frank Knight ein Ökonom bemerkte: „es liegt in der Natur des Menschen umso unzufriedener zu sein, je besser es ihm geht“. Georg Siegler noch ein Ökonom sagte: „Das mit gesundem Menschenverstand begabte Individuum wünscht sich weniger die Befriedigung seiner (aufpassen!) bisherigen Bedürfnisse als mehr und (wieder Acht geben!) bessere Bedürfnisse“. Schon der alte Aristoteles wusste, „das Schlechte gehört zum Unbegrenzten“. Und der Georg Simmel führte an: „Unser Verlangen nach Zufriedenheit wächst umso stärker, je näher wir ihr sind“.

Tipp 4. In der Praxis sieht das dann folgend aus. Versuchen sie sich einmal als „so als ob Konsument/Käufer“. Tun sie einfach nur so als ob sie dieses oder jenes kaufen würden. Ich bin ein typischer Scheißhaus-so-als-ob-Käufer. Bin ich beim Kacken sehe ich mir immer Werbefolder an. Und wenn ich etwas sehe das mir gefällt, denke ich mir das ich mit das kaufen könnte. Wichtig auf Pump/Kredit zählt nicht. Sie müssen schon die Kohle dafür haben. In ihrer Vorstellung kaufen sie dann den Schmarrn. Aber nur in ihrer Vorstellung. Noch ein Tipp für die professionellen „so als ob Käufer“. Ich kaufe mir gerne wirklich teure Immobilien, vornehmlich in Südseeparadiesen. Da gibt es Sachen. Unglaublich. Ab 5 Millionen Euro ist man dabei. Das ist aber nur etwas für wirklich hartgesottene „So-als-ob-Käufer“. Ungeübte verfallen in fürchterlichen Selbstzweifel.

Tipp 5. Und nicht verzagen wenn es mit der Liebe nicht klappt. Die Liebe ist so eine Art Lottoziehung der Gefühle. Wenn man im Lotto nicht das große Los zieht, denkt man ja auch nicht sofort an Selbstmord.

Wenn sie meine Tipps einigermaßen beherzigen, ersparen sie sich teure Ratgeberliteratur und den Therapeuten. Wenn der/die von ihnen pro Sitzung 50/70 Euro und mehr verlangt haben sie mental nur einen leichten Blechschaden. Den großen Rest, den man nicht ganz versteht oder unter Kontrolle bringt nennt sich „Leben“. Und wenn sie im Gefühl leben zu viele Kompromisse einzugehen, kann ich ihnen leider nicht weiterhelfen. Was ich ihnen aber noch sagen kann. Einsamkeit verträgt nicht jeder.

Ende meiner konstruktiven Phase.

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