Mittwoch, 24. April 2013
Menschwerdung
Manchmal tauchst du unverhofft in meinem Kopf auf,
mit deinen in Sonne und Milde getauchte Augen,
und dem spiegelverkehrten
Mona Lisa-Alicia Keys-Penélope Cruz-Lächeln
stellst du dich heldenmutig zwischen zwei Gedanken,
die in ihrer Zwanghaftigkeit mich denken.
Da bleibst du dann,
gut einen Leitartikel lang bei mir,
bevor du wieder verschwindest.
Für immer bleiben geht nicht,
trotzdem langt es,
das ich diese Welt gut 50 Herzschläge weit,
größer und klarer hören kann.

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Dienstag, 23. April 2013
Anmerkungen zu einem wolkigen Tag
Am Untergang, der ja eine ziemliche schambesetzte Angelegenheit war und ist, wird in den nächsten Tagen weitergeschrieben. Dies hier dient der Auflockerung. Yoga geht nicht. Wenn ich die Pyramide mache komm ich nicht mehr hoch.

Femen sind feministische und politische Aktivistinnen. Ihre Aktionen, die ja das Entblößen oder zur Schau stellen der weiblichen Brust als politisches Mittel voraussetzen, halte ich spätestens dann für gescheitert, wenn die ersten Männer an den Straßenrändern die Hosen runterlassen und sich stöhnend einen runterholen.

Politiker haben ja mitunter eine seltsam verquerte Logik. Im Bundesland Salzburg finden in Kürze vorgezogene Landtagswahlen statt. Wegen des Finanzskandals, hatte die ÖVP (wie die CSU)die Koalition mit der SPÖ (SPD) vorzeitig aufgekündigt. Wie in Skandalen mit Politikern üblich, schieben sich die beiden verantwortlichen Regierungsparteien, jetzt gegenseitig den schwarzen Peter zu. Aus Verantwortung wurden, wie es in einer modernen Bürokratie üblich ist, Zuständigkeiten. Und diese Zuständigkeit schickt man so lange im Kreis herum, bis sich von den öffentlichen Würdenträgern, niemand mehr verantwortlich fühlt. Ginge es nach der SPÖ und ÖVP heißt die vermeintliche Alleinschuldige an dem ganzen Schlamassel und den Millionen an Verlusten, Frau Mag. Monika Rathgeber, ehemals viel umjubelte Leiterin des Budgetreferates. Die soll in diesem politischen Schmierenstück jetzt die Iphigenie mimen und geopfert werden. Umfragen prophezeien beiden Parteien ein Debakel. In einem Zeitungsinterview fragte die Presse, den Spitzenkandidat der ÖVP Wilfried Haslauer: Glaubt man den Umfragen, wird die ÖVP am 5. Mai enorme Verluste einfahre. Gibt es eine persönliche Schmerzgrenze? Darauf Haslauer: "Die Frage ist, wer fährt enormere Verluste ein".

Ach ja die Wuchtel (der Witz) oder Spruch des Tages.
"A Hund is er schon der Ulli"

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Sonntag, 21. April 2013
Fahrrad fahren im Partyfieber
Mein Freund der Anwalt wurde Ende März 28. Aber erst gestern hat er eine Geburtstagsparty geschmissen. Wie letztes Jahr war auch ich unter den Gästen. Heuer feierten wir in seiner Wohnung. Letztes Jahr fand das frohe Fest in einer Kneipe statt. Dort wurde ich ein Opfer von Bruder Leichtsinn, mit dem ich früher mal ganz dick war und ich erlaubte mir ein Achterl Rotwein. Das war natürlich keine gute Idee, denn als ich mich zu vorgerückter Stunde, genaugenommen war es schon Morgen, ins Bett legte, hatte ich Halluzination. Optisch wie akustisch. Aber das ging schon in Ordnung weil ich mich ziemlich nett mit einer ganz bezaubernden Frau unterhalten hatte. Im Sommer traf ich sie noch einmal auf der Donauinsel. Gestern auf der Party war der Zauber des ersten Kennenlernens natürlich verflogen. Das machte aber nichts. Wir unterhielten uns und alles war gut, denn sie erzählte mir das es ihr ganz gut ging. Die Wohung war bis oben hin voll mit gutaussehenden, intelligenten und gebildeten Frauen. Es gab sogar einen richtigen Frauenüberschuss. Obwohl die Jungs alle Lichtjahre jünger waren als ich kam ich noch ganz gut weg. Neben dem dicksten Bizeps hatte ich natürlich auch das kaputteste Hirn. Nicht dass man mich jetzt falsch versteht. Auf gutes Aussehen sollte man nicht zu viel Wert legen. Gutes Aussehen ist wie eine Blase an der Börse, die früher oder später platzt. Und ein kaputtes Hirn ist nur dann toll wenn es außergewöhnlich kaputt ist. Die Party lief ganz gut an und die Mädchen und Jungs waren ganz schön am bechern. Vor allem die Mädchen hielten sich nicht zurück. Ich saß mit einem Apfelsaft in der Hand, auf den von mir mitgebrachten Klappstuhl und schon nach gefühlten fünf Sekunden wusste ich das ich bei diesen Mädchen nicht landen würde. Fast 20 Jahre mehr am Buckel sind eindeutig zu viel. Vor allem weil ich mein Alter nicht entsprechend zu kompensieren weiß, da ich ja weder Herzchirurg noch bei der städtischen Müllabfuhr tätig bin. Im Grunde sitze ich ja nur so da, von der Herde getrennt, und warte auf den Tod. Manchmal schreib ich darüber, wie sich das so anfühlt und dann fresse ich Eisen oder ich mache mir ernsthafte Gedanken über den Zustand der Welt oder die menschliche Existenz und inwieweit diese absurd oder vorstimmt ist, oder vielleicht beides. Nur das ändert nichts an der Tatsache das ich meinen Dienst an der Menschheit, weder als Herzchirurg noch bei der städtischen Müllabfuhr ableiste. Die Frauen auf der Party waren alle Oberschicht. Alle mit Klasse. Natürlich haben sie wahrscheinlich ihre kleinen und größeren Macken und einige von ihnen vielleicht sogar etwas abgründiges. Nur ich war nicht der, der das in Erfahrung bringen würde. Mit Mitte-Ende Zwanzig kam ich noch an diese Ladys ran. Die fanden einen wie mich ganz amüsant. So ein durchgeknallter Typ hatte was, das sie anzog oder wenigstens reizte. Damals konnte ich noch über mich hinaus leben. Wenn auch nur für Augenblicke. 20 Jahre später ist dieser Reiz natürlich verflogen, weil ich noch immer derselbe Typ von damals bin, nur in Rente. Metamorphose oder ein bisschen Transplantation, so auf die Art Haare statt Glatze durch Eigenhaarverpflanzung, gelang mir nicht wirklich. Auf dieser Party war ich nur ein unbekannter Mann in den mittleren Jahren, mit dicken Bizeps und einem kaputten Hirn. Eine dieser Frauen sagte zu mir, während sie tanzte. Das Ganze kam ziemlcih aus heiteren Himmel und ganz nüchtern erschien sie mir auch nicht mehr zu sein: "Nein mit dir würde ich nichts anfangen. Du wüsstest meine Liebe nicht zu schätzen wissen". Ich antwortet während ich an meinem Apfelsaft nippte: "Ah so auf die Art achtlos aber doch absichtslos in den "Gulli" kippen". Wortlos tanzte sie weiter. Zwischendurch quasselte ich noch einen Wirtschaftsstudenten an die Wand. Themenschwerpunkt des Streitgesprächs Ökonomie. Ich behauptete, dass das Glück des Einelnen, in erhblichen Maße von der Geldmenge bestimmt wird. Oder anders gesagt. Seit der Himmell unbewohnt ist, sitzen unsere Götter in Frankfurt, denn Gott hat seinen Himmel bei der EZB als wenig werthaltige Anleihe hinterlegt. Irgednwie muss ja auch der an frisches Kapital kommen. Das mit dem hinterlegten Gott ist mir in der Hitze des Gefechtes leider nicht eingefallen. Natürlich ging in diesem Krieg der Worte um etwas ganz anders. Ich saß zwischen diesem Snop und der Elisabeth. Das ist die Bezaubernde. Und weil dieser Seitenscheitel-Schnösel scharf auf sie war, textete er sie mit Fragen nach ihrem Studium zu. Jus hatte sie ja schon abgeschlossen. Es ging da um ihr Zweitstudium. Irgendetwas mit Genen und Biologie im Allgememeinen. Als er dann damit anfing, das er in einem Wissenschaftsmagazin, dieses und jenes gelesen hatte und einen auf Mr.Understatement machte, reichte es mir. Ein blaues Jacket trug er auch, mit so eingenähten Flecken an den Ellebögen. Natürlich ist auch mir nicht entgangen, das jedes Milieu seine ganz eigenen und an die Umgebung angepassten Anmachregeln hat. Nur Mr. Seiten oder hatte er doch einen Mittelscheitel, war außer langweilig gar nichts. Der Typ hatte den Charme eines entwerteten U-Bahn Tickets. Ich wollte einfach nicht das Lady Bezaubernd nach 6 Bier mit so einem Arsch rum macht. Es stelle sich heraus das ich eindeutig die besseren Argumente hatte. Ja so ein Hauptschulabschluss bringt einen wirkich weiter. Ich bin halt der Will Hunting für die ganz Armen. Ganz nebenbei sollte ich noch erwähnen, das ich wesentlich besser aussah, als dieser zukünftige McKinsey Consulting Heino und der dickere Bizeps, eh schon wissen. Er hatte dafür diese eingenähten grauen Ärmelschoner, die sind weniger vergänglich. Es half alles nichts. Er war jung, mit Zukunft die weit für offen für ihn stand und ich bin alt, mit zu viel Vergangenheit, die wie ein heftiger Windstoß, die Eingangstür zu dieser Welt, vor meiner Nase zuschlägt. Das Partyfieber hatte mich nicht angesteckt. Ich klappte meinen Stuhl zusammen und ging nach Hause. Um eins lag ich im Bett, völlig ohne Halluzination. Unternehmen kann man dagegen nichts. Das ist der Lauf der Welt. Außer sich zu Tode saufen oder ein neues Fahrrad kaufen. Vorsorglich hatte ich mir dieses neue Fahrrad schon am Nachmittag zugelegt.

Anhang: Gestern erste Ausfahrt mit dem neuen Rad.
Ein Rennrad, natürlich gebraucht. Trotzdem Top. Schon nach dem ersten Aufsteigen auf das Teil war mir klar. Die asphaltierte Welt der Donauinsel würde mir gehören. Keine 45 Minuten später wurde ich von einer Frau aber sowas von Stehen gelassen. Ich bin abgestiegen und habe kurz geweint.

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