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Montag, 4. März 2013
"Kein Anschluss unter dieser Nummer"
der imperialist, 17:51h
Weder hab ich ein Handy noch Besitz ich eines. Das Festnetztelefon ging auch nicht oder besser gesagt, das Stromkabel des Modems war nicht angesteckt. Deswegen bemerkte ich auch nicht dass das Telefon aus war, da ja das Display des Telefons an war. Wie lange das Telefon jetzt nicht funktionierte kann ich nicht genau sagen. Grob geschätzt zwischen einer Woche und 10 Tage. Aufgefallen ist mir das nicht großartig, weil ja das Display des Telefons leuchtete. Wäre das Display auch ausgefallen hätte ich das natürlich bemerkt. Aber so bemerkte ich nichts. Einen Anruf erwartete ich nicht. Und selbst jemanden anzurufen war mir auch kein dringendes Bedürfnis. Erst heute ist mir aufgefallen das mein Telefon nicht funktionierte, weil ich bei meinem Fernsehkabelbetreiber anrufen wollte, um ein paar neue Fernsehsendern zu bestellen. Man ist ja gern in netter Gesellschaft.
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Sonntag, 3. März 2013
Hochprozentige Leidenschaft
der imperialist, 20:34h
Aus dem Zyklus: auch schlechte Gedichte müssen erst einmal geschrieben werden
Ich bin dir begegnet
an einem dieser unwirklichen Tagen
an denen der Atem der Liebe
die lahmen Flügel meiner Welt zum Fliegen brachte.
Tage, die weich in das Bett fielen und sich einen Teufel um euch scherten.
Tage, an denen sich Welle und Gischt lustvoll in deinen Augen brachen
und mein Hunger nach einem Gin-Tonic sich schämte.
Tage, an denen ich deine, meine Hand wie ein Kind, wie ein alter Mann hielt, traurig vor Glück.
Tage an denen dein süßer Duft in mein Hirn stieg
wie in eine alte verstaubte Dachkammer
wo sich die bösen Geister meiner Tage, hinter bläulichen Rauschwaden
beim dreier Schnapsen die Zeit vertrieben und geduldig zuwarteten.
Schulterklopfende Freunde schlimmer als jeder Feind,
mit Argausaugen und Schnapsgläser voll trügerischer Euphorie,
mit denen sie mir zu prosteten.
Und dann habe ich hab dich verloren
an einem dieser unwirklichen Tage
an denen der Atem der Liebe immer flacher und flacher wurde
an einem Tag an dem ich in deinen glasklaren Augen kein Meer sah
als an der Brandung meines Glases jede deiner Liebesbekundung zerschellte
und ich deine, meine Hand, den guten und wohlgeratenen Schwanzlutschern überlies, die sich besoffen von sich selbst, hinter dir hermachten, wie ich mich nach dem nächsten Gin Tonic.
Ich bin dir begegnet
an einem dieser unwirklichen Tagen
an denen der Atem der Liebe
die lahmen Flügel meiner Welt zum Fliegen brachte.
Tage, die weich in das Bett fielen und sich einen Teufel um euch scherten.
Tage, an denen sich Welle und Gischt lustvoll in deinen Augen brachen
und mein Hunger nach einem Gin-Tonic sich schämte.
Tage, an denen ich deine, meine Hand wie ein Kind, wie ein alter Mann hielt, traurig vor Glück.
Tage an denen dein süßer Duft in mein Hirn stieg
wie in eine alte verstaubte Dachkammer
wo sich die bösen Geister meiner Tage, hinter bläulichen Rauschwaden
beim dreier Schnapsen die Zeit vertrieben und geduldig zuwarteten.
Schulterklopfende Freunde schlimmer als jeder Feind,
mit Argausaugen und Schnapsgläser voll trügerischer Euphorie,
mit denen sie mir zu prosteten.
Und dann habe ich hab dich verloren
an einem dieser unwirklichen Tage
an denen der Atem der Liebe immer flacher und flacher wurde
an einem Tag an dem ich in deinen glasklaren Augen kein Meer sah
als an der Brandung meines Glases jede deiner Liebesbekundung zerschellte
und ich deine, meine Hand, den guten und wohlgeratenen Schwanzlutschern überlies, die sich besoffen von sich selbst, hinter dir hermachten, wie ich mich nach dem nächsten Gin Tonic.
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Freitag, 22. Februar 2013
"Reaktionärer Kaffeegenuss oder römische Dekadenz"
der imperialist, 17:47h
Ich hatte eine Kaffemaschine vom Müll. Anders gesagt. Wenn ich ihr nicht vor einigen Jahren Obhut gewährt hätte, wäre sie dort gelandet. Obschon das noch Ding noch ganz einwandfrei funktionierte. Eine einwandfrei funktionierende Maschine einfach so ihrem vorbestimmten Schicksal zuführen?!. Das brachte ich nichts über Herz. Auf so ein abträgliches Verhalten wollte sich mein Gewissen um die Burg nicht einlassen. Bürgerkriegstote in Syrien, ungerechte Verteilung von Reichtum, Banken oder besser gesagt ein ganzes System, das mit unserem passiven Einverständnis vor sich selbst gerettet werden muss, während man die wirklichen Systemverlierer, zumeist rechtschaffende Menschen , einfach so aus ihren Wohnungen wirft, weil die sich außer Stande sehen, ihre monetäre Schuld abzutragen, woraufhin sich einige von den Verwiesenen umbringen. Artensterben, versalzene Böden, Massentierhaltung, Asylanten die verzweifelten versuchen ihrer Herkunft zu entkommen und wochenlang in einer kalten Kirche ausharren, sehr zum Missfallen vieler Kirchengeher und rechter Parteien. Alles Angelegenheiten die mein Gewissen nicht wirklich in Erklärungsnot bringt. Nur diese alte Kaffeemaschine musste ich retten. Erleichtert wurde dieses Unterfangen auch durch die Tatsache, dass ich nicht unbedingt zu jenen gehöre, bei denen es immer der allerletzte Schrei sein muss. Vor dem letzten Schrei fürchte ich mich sowieso grundsätzlich. Goethe soll ja in seinen letzten Atemzügen liegend, mehr Licht eingefordert haben. Meine vollautomatische Kaffeemaschine, die nur eine Art von Kaffee kannte, ziemlich stark und sehr dunkel, lag trotz aufopfernder Pflege in den letzten Zügen. Sinnlos leiden (als ob es ein sinnvolles Leiden gibt) wollte ich sie auch nicht lassen. Schon gar nicht nach der gemeinsamen Zeit, in denen sie mir niemals ihre Gunst verweigerte. Gut einmal hatten wir einen längeren Stromausfall, aber da hatte sie ihren Dienst schon erfüllt. Sogar die Damen des ältesten Gewerbes der Welt mochten meine Kaffeemaschine. Eine sagte mal zu mir, die Maschine ist wie du. Alt, krächzend und besser als erwartet. Kurz spielte ich sogar mit dem Gedanken, der Kaffeemaschine ein Grab zukommen zu lassen. Am Wiener Zentralfriedhof gleich neben einem der vielen Ehrenbürger, die diese Stadt mit ihrem Tun bespielten. Der Tod ist also doch kein Gleichmacher. Aber dann ließ ich das Spielen mit den Gedanken sein und stopfe dieses alte, klobige Ding einfach achtlos in die Mülltonne. Da es ohne Kaffee nicht geht musste umgehend eine Neue her. So stand ich also in einem Markt für Unterhaltungselektronik und Haushaltsgeräte vor einer langen, langen Reihe ziemlich modern aussehender Kaffeemaschinen. Noch bevor ich mich entsprechend orientieren konnte, stand auch schon so eine Kaffeemaschinenfachberaterin neben mir. Auf ihren Erkennungsschild wurde klar zum Ausdruck gebracht, das sie nicht den Markt sondern eine Firma vertritt, die im Markt ihre Geräte zum Verkauf anbietet. Der weitere Verlauf des Verkaufsgesprächs ist schnell erzählt. Sie zeigte mir ein, wie sie sagte ganz wunderbares Gerät, das exzellenten Kaffee kreiert und ich antwortete, "399 Euro, sie haben sie ja nicht alle". In meinen weit aufgerissen Augen stand das pure Entsetzen. Die Dame, ganz offensichtlich mit einschlägigen Erfahrungen im Kaffeemaschinenverkauf ausgestattet, interpretierte meine Körpersprache völlig richtig und ließ mich einfach wortlos stehen. In ihrem Blick, den sie beim Gehen zurückließ, steckte eine mittelgroße Portion abfälliges Mitleid. So auf die Art, na was bist den du für einer. Abteilung Null- Acht- Fünfzehn Kaffee, finanziell wie emotional. Ich war wieder ganz auf mich zurück geworfen. Etwas günstiger oder sagen wir preiswerter in der Anschaffung sind diese "what else", Kapselmaschinen. Damit hat Nespresso Mrd. gescheffelt, weil ja das Auge, als Hort der ästhetischen Empfinden mit säuft. Natürlich sieht das Auge ohne Hirn nicht besonders viel, vor allem weil die Geschmacksnerven ja eigentlich auf und an der Zunge liegen. Außerdem lässt sich über Geschmack vortrefflich streiten. Und darüber zu lästern, das endlich mal ein Behinderter durchdrehte und seine Freundin über den Haufen schoss, nachdem er ihr mit dem Kricketschläger den Schädel spaltete, ist einfach nur geschmacklos. Das nur so nebenbei. Die Reihe mit den Georg Clooney Gedenkmaschinen kannte auch keine Ende. Der hat es laut Klatschpresse ja nicht so mit länger währenden Beziehungen zu ein und derselben Frau. Obschon die holde Weiblichkeit um seine Gewohnheiten weiß rennen sie ihm trotzdem die Türe ein. Für einen Normalsterblichen oder Menschen wie mich, die ein Stockwerk unter den Normalsterblichen leben, erscheint so ein Verhalten ziemlich absurd. Wenn ich eine Hure für eine Stunde bezahle, dann hoffe ich ja auch nicht, das sie unentgeltlich 30 Minuten länger bleibt. Ganz oben in der Ernährungskette scheinen offensichtlich ganz eigene Gesetzmäßigkeiten zu herrschen. Aber irgendwie kann ich den Gorgie verstehen. Wenn man andauernd nur auf die schönsten und interessantesten Menschen trifft , die da draußen frei am Planeten herum laufen, scheint man dieses Privileg, irgendwann nicht mehr als solches wahrzunehmen. 16 Kapseln "what else" Gefühl kosten im Angebot 4,79 Euro. Oh dachte ich mir. Das ist aber ganz schön happig, Dagegen ist ja die 399 Euro Maschinen, die sich mit ganzen Kaffeebohnen füttert lässt und angeblich einen, von der eigenen Befindlichkeit völlig unabhängigen Kaffee kreiert, richtig preiswert. Über einen längeren Zeitraum gesehen. Die ganz Klugen und Preis-Leistungssensiblen, die Preisbrecher und Berserker, gehen natürlich zu den Discountern oder stöbern im Internet nach dem günstigsten Preis. Nur ich bin für so ein rücksichtslos kluges Vorgehen nicht geschaffen. Mit meiner Alltagstauglichkeit stand es noch nie zum Besten. Mich hat immer nur die Nacht angezogen, da sind alle Katzen schwarz und an der Bar spielen alle nach denselben Regeln. Ich kann mir auch gut vorstellen das es Personen gibt, die fühlen sich innerlich etwas empor gehoben und geschmeichelt, wenn sie zwischen 123 verschiedenen Kaffeemaschinen wählen können. In den Wahlmöglichkeiten spiegelt sich dann die eigene Größe wieder. Obschon ich für den Kauf so einer Kaffeemaschine nicht extra einen Fremdwährungskredit aufnehmen muss, fühle ich mich von einer großen und natürlich nur scheinbar vielfältigen Auswahl, jedes Mal wie erschlagen. 55 Sorten Wurst. Wer bitte benötigt 155 Sorten Wurst oder 235 verschiedene Sorten Käse. Filtermaschinen. In höchster Not und ärgster Bedrängnis hatte ich ein Aha-Erlebnis. Wie hieß es vor gut 25 oder 30 Jahren. "Willst du Schwangerschaft verhüten nimm Melitta-Filtertüren". Früher haben so gut wie alle zu Hause ihren Melitta-Filtertüten- Kaffee gesoffen und alles war gut. Wenn man dann mal zur Abwechslung einen wirklich guten Kaffee trinken wollte ging man einfach ins Kaffeehaus. Dafür ist das Kaffeehaus ja auch gedacht. Österreich und vor allem Wien kann auf eine Jahrhunderte alte Kaffeehaustradition zurückblicken. Stundenlang durfte man da vor seiner inzwischen leeren Kaffeetasse hocken und die breitgefächerter Zeitungslandschaft geistig durchwandern. Spezielle Zeitungsständer-Gestelle wurden eigens für so ein Verhalten gefertigt. Das Mobiliar in den Kaffeehäusern waren alt und durchgesessen, die Tapeten verraucht und der Ober rücksichtvoll grantig. Um die Jahrhundertwende des 19 hin zum 20 Jahrhundert gab es eine richtige Kaffeehausliteratur in Wien. Karl Krauss, Robert Musil, Joseph Roth, Arthus Schnitzler um nur Einige der berühmtesten Kaffeehausliteraten zu nennen. Das Kaffeehaus ist einer der wenigen Orte wo Langsamkeit und Behäbigkeit noch als Tugend interpretiert wird. In meinen MP3 Player schrie Purple Schultz gerade "ich will raus". Der wirkliche Kaffeegenuss war früher nichts alltägliches. Deswegen stellte sich zuweilen auch so etwas wie Vorfreude ein oder man war gezwungen sich in Geduld zu üben. Gab es dann endlich mal wieder eine Tasse vorzüglichen Kaffee fühlte man sich selig. Und unter die Leute musste man auch. Das ließ sich nicht verhindern. Deswegen kam man mitunter mit Menschen ins Gespräch, denen man ohne Kaffeehaus, nie über den Weg rennen würde. Und dann waren da auch noch die hübschen Kellnerinnen. Einerseits ist es ja löblich das der guter Geschmack und hohe Qualität für jeden erschwinglich wird. Nur dann geht es einen irgendwann wie dem Georg Clooney, weil sogar das Beste, wenn es immer und überall verfügbar ist irgendwann alltäglich wird und das war`s dann mit dem Besonderen. Und öffentlicher Raum geht auch verloren wenn die Leute ihre vier Wände nicht mehr verlassen müssen. Kaffeehaussterben, Kinosterben, Zeitungssterben, sogar zum Poppen braucht man auf Facebook nur noch auf einen Button drücken. Aus dem Blickfeld, versteckt, in einem unteren Regel und weit hinten an einer Wand, fand ich sie, die guten alten Filtermaschinen. Ein Lächeln hüpfte über mein Gesicht, weil diese Filtermaschinen noch immer genauso einfältig wie vor 30 Jahren ausschauen. Ohne viel zu überlegen griff ich mir Eine, ging zur Kasse und zahlte. Da Filtermaschinen nach gemahlenen Kaffee verlangen benötigte ich noch eine Packung. In einem Geschäft, das eigentlich nur Kaffee verkauft, in letzter Zeit wurde daraus aber mehr ein Gemischtwarenhandel, jetzt werden dort auch Unterhosen angeboten, gab ich bei einer Frau mittleren Alters, ein halbes Kilo Milden zum Malen in Auftrag, "Wie sollte er gemahlen werden", fragte mich die Lady. "Was wie?". "Welche Mahlstufe?". Natürlich hatte ich nicht den blassesten Schimmer auf was sie da genau hinaus wollte. "Na einfach so zum Saufen". Die Lady sichtlich erbost. "Nein so geht das nicht. So kann ich ihnen keinen Kaffee verkaufen. Sie müssen schon wissen was sie wollen". "Ich weiß eh was ich will. Eine Packung schön gemahlenen Kaffee". "Gemahlener Kaffee ist aber nicht gleich gemahlener Kaffee. Wir haben 13 verschiedene Mahlstufen". Offensichtlich bin ich was Verkaufsgespräche angeht, nicht gerade auf dem neuesten Stand und vielleicht gehört dieses Katz und Mausspiel heute zum guten Ton. Vielleicht wollte die Dame auch nur mit mir flirten. So gut wie ich aussehe. Weil ich dieser Frau nicht unbedingt blöd kommen wollte so ein Job und so ein Gesicht sind sicher hart genug, schluckte ich das "du blöde Schabracke gib mir endlich meinen scheiß Kaffee", tapfer hinunter und schaute sie nur mit hilflosen Gesichtsausdruck an. Sie: "Filterkaffee". Ich: "Sie haben mich durchschaut. " Ich nahm das Packerl entgegen zahlte und verlies schnellstens Schrittes die Bühne. Und während ich so nach Hause stapfte dachte ich mir, "die Spinnen die Römer".
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