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Mittwoch, 11. Juli 2012
Ein Liedtext aus warmen Tagen
der imperialist, 23:15h
Boris Bukowski (1991)
Euer Fritze mit der Spritze
Ich bin hier
Ich bin hier und ich steh auf einem Bein
Und sie klopfen an die Tür
Doch sie können hier nicht rein
Denn ich hab sie kommen sehen
Und sie vom Fenster aus angespuckt
Und die Tür dann fest versperrt
Und den Schlüssel geschluckt
Ich bin hier
Ich bin hier, doch ich fühl mich etwas flau
Denn die Leute vor der Tür wollen rein in meinen Bau
Und sie sagen mir sie haben mir was Schönes mitgebracht
Doch sie können mich nicht sehen, ich hab die Augen zugemacht
Diese Jacke mag ich nicht, nein die ist mir viel zu eng
In der Farbe viel zu schlicht und sie sitzt auch viel zu streng
Bitte bitte keine Tritte, sonst erreicht ihr bei mir nix
Und nehmt mich nicht in die Mitte und versucht auch keine Tricks
Ich will nicht in euer Auto, nein das ist mir viel zu grün
Ich will überhaupt nicht weg hier,he wo wollt ihr mit mir hin?
Da hinten, meine Mutter schlägt die Hände vors Gesicht
Warum macht sie nichts dagegen, ich versteh das einfach nicht
Ich will raus
Ich will raus, ich will endlich wieder gehen
Eure hässlich weissen Kittel find ich überhaupt nicht schön
Euer Fritze mit der Spritze ist der einzige den ich mag
Denn er sticht mich nur ein bisschen
Und ich schlaf den ganzen Tag
Euer Fritze mit der Spritze
Ich bin hier
Ich bin hier und ich steh auf einem Bein
Und sie klopfen an die Tür
Doch sie können hier nicht rein
Denn ich hab sie kommen sehen
Und sie vom Fenster aus angespuckt
Und die Tür dann fest versperrt
Und den Schlüssel geschluckt
Ich bin hier
Ich bin hier, doch ich fühl mich etwas flau
Denn die Leute vor der Tür wollen rein in meinen Bau
Und sie sagen mir sie haben mir was Schönes mitgebracht
Doch sie können mich nicht sehen, ich hab die Augen zugemacht
Diese Jacke mag ich nicht, nein die ist mir viel zu eng
In der Farbe viel zu schlicht und sie sitzt auch viel zu streng
Bitte bitte keine Tritte, sonst erreicht ihr bei mir nix
Und nehmt mich nicht in die Mitte und versucht auch keine Tricks
Ich will nicht in euer Auto, nein das ist mir viel zu grün
Ich will überhaupt nicht weg hier,he wo wollt ihr mit mir hin?
Da hinten, meine Mutter schlägt die Hände vors Gesicht
Warum macht sie nichts dagegen, ich versteh das einfach nicht
Ich will raus
Ich will raus, ich will endlich wieder gehen
Eure hässlich weissen Kittel find ich überhaupt nicht schön
Euer Fritze mit der Spritze ist der einzige den ich mag
Denn er sticht mich nur ein bisschen
Und ich schlaf den ganzen Tag
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Dienstag, 10. Juli 2012
Warum heterosexuelle Frauen schwule Freunde haben
der imperialist, 20:14h
Gestern zu vorgerückter Stunde lief in der ARD die Dokumentation "Mamma hör auf damit". In der Doku ging es um Kindermissbrauch durch Frauen. Sexueller Missbrauch von Frauen an Kinder soll ja ein ziemliches Tabuthema sein, weil Frauen und da vor jene die zu Mammas konvertieren, ja als die Säulenheilige der Kinderaufzucht gelten. Dabei behaupten Experten das 15 bis 20% aller Fälle von sexuellen Missbrauchs, den Konten von Frauen gutgeschrieben werden muss. Ich gebe zu das war jetzt keine sehr gelungene Formulierung. Mütter sind im Allgemeinen schon sehr fürsorglich und warmherzig. Die Mütter meiner Freunde waren durch die Bank so. Meine echte Mammi und die Unechte, fielen da etwas aus der Rolle oder interpretierten diese etwas anders. Deswegen kam später ich auch mit dem militärischen Drill beim Militär so gut zurecht wofür ich ihnen heute noch dankbar bin. Auch sonst haben sie mir beigebracht wie man mit äußerst wenig Nähe, Zuspruch und Anteilnahme auskommt. Mit einer Stunde Aufmerksamkeit, alle zwei bis drei Wochen, in der sich die Unterhaltung auf das notwendigste beschränkt, langt mir heute völlig. Handy besitze ich auch keine und um Facebookfreunde muss ich mich auch nicht kümmern. Ich lag also vor der Glotze und ein gewisser Alex und eine gewisse Andrea erzählten unabhängig voneinander ihre schaurige Geschichte, wie sie da von der eigenen Mutter, an den etwas unzugänglicheren Stellen befummelt wurden und was diese Fummelei, bei ihnen so nach und nach auslöste. Durchaus schockiert und voll bei der Sache kaute auf einem Bonbon herum das den Hals beruhigen sollte. Nicht das ich einen unruhigen Hals hatte. Soweit ich dieses Sendung verstand, ging um Macht, Machtmissbrauch, die zu Grenzüberschreitungen animiert oder führt, Verführung, Lust, Unlust, Ohnmacht, Schuld, Scham, Verdrängung und wie das Verdrängte wieder an die Oberfläche kommt, Ekel, Zuneigung und einiges mehr das ich nicht mitbekam oder wenn ich es mitbekam nicht entsprechend einzuordnen vermochte. Dass es bei diesem Thema andauernd um Sex ging ließ sich einfach nicht vermeiden. Und so nach einer knappen halben Stunde, erwischte ich mein Denken dabei, wie es begann auf nicht besonders beunruhigende Weise abzuschweifen. Vom einem kam es zum anderen und gleich im Anschluss fragte mich mein Verstand, ob es jetzt nicht irgendwo eine total kranke Frau gibt, die von dieser Sendung ziemlich erregt wird und es sich jetzt mit der Fernbedienung besorgt. Naturgemäß blieb es nicht bei dieser einen kranken Frau, denn ohne merklicher Anstrengung kam mir ein ziemlich kranker Mann in den Sinn, wie der sich in seiner Fantasie eine total scharfe Bitch ausmalt, die es sich selbst besorgt, während sie diese Sendung sieht. Woher der kam weiß ich nicht so genau. Bei uns im Haus wohnt er zumindest nicht. Das sich zu dieser einen rattenscharfen Bitch auch noch eine zweite Bitch hinzu gesellte, die der ersten Bitch zum verwechseln ähnlich sah, weswegen ihr dieser kranke Kerl, doch glatt einen kleinen Busch verpasste, um sie nicht andauernd für ihre Schwesterbitch zu halten, war einfach nicht zu verhindern. Aber spätestens als dieser kranke Kerl bei den kranken Bitches an der Wohnungstür klopfte, um sich diese Sendung gemeinsam mit ihnen anzusehen, war ich über diese verkommenen Subjekte dermaßen entsetzt, das ich die Notbremse zog und weiter zappte. Natürlich nicht ohne vorher die letzten 15 Minuten der Doku aufzunehmen. Die sehe ich mir heute an.
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Freitag, 6. Juli 2012
Das Yesterday Lied in 4 Strophen
der imperialist, 20:04h
1. Strophe
Ich bin gnadenlos rückständig, im 21. Jahrhundert nie angekommen, in den Neunziger bin ich falsch abgebogen, der Weg den ich ging führte mich in die Vorhölle der Menschlichkeit, weiter durch die ausgetrockneten Steppen des Zuspruchs, in die Sezession der Wahrnehmung, der Weg den ich ging, ist so etwas wie der Jakobsweg für die ganz Armen, die Kneipe am Wegesrand alle verwaist, die Türen vernagelt, die stolzen Arschgeweihe der Kellnerinnen tief in die dunklen Keller gerutscht, wo die röhrenden Hirsche verwesen, der letzte Tropfen Schnaps von der Angst destilliert, vom Rausch ist nicht einmal ein Kater geblieben, die Freunde alle tot oder für immer in Umerziehungslager des Konsums verschwunden, riesige Konsumtempel haben alle Sehnsucht aufgefressen, mein Kater Doc Holliday hat alles Leben auf einer großen schwarzen Straße ausgehustet, die nicht einmal eine Kurve hat, ich bin das lebendige Beispiel das man auch ohne Liebe leben kann, wenn auch nur mit Tonnen von Medikamenten und manisch rückwärtsgewandt, anorektische Rebellinnen reiten den fettleibigen Minotaurus, Babylon aus energiesparenden Materialen gezimmert ragt aus meinen Kopf, Drohnen und Billigflieger, die einen in der Morgen, die anderen in der Nachmittagschicht gefertigt kreisen über meinem Röhrenfernseher, amerikanischer Mutter und Väter ließen sich eine ganze Dekade lang von notorischen Lügnern anführen, um ihre eigenen Kinder und Hinterwäldler in schäbigen Fetzen zu killen, das ist alles was vom American Dream übrig blieb, außer natürlich dieser kleinen Geräte auf die Männer wichsen, während Frauen sich dieses Zeug in ihre Kindergartenmösen stecken und es läuten lassen, heute weiß jeder wie spät es ist nur nicht wie viel es geschlagen hat, das Medium ist die Botschaft, das Medium war schon immer die Botschaft.
2. Strophe
Ich bin hemmungslos gestrig, Zukunft habe ich nicht, die Zukunft ist eine Küche voll angebrannter Kochtöpfe, die Zukunft ist das was du im Gesicht trägst ist das was deines Gang federnd erscheinen lässt und mich ermüdet, in den leeren Hosentaschen der Erwartungen klingeln die Münzen der EZB, "unsere königliche Hoheit Lander of last Resort" weiß nicht wirklich wo der ganze Schotter herum liegt, Sokrates kommt wortlos aus der Bodenseeklinik die Sprache haben sie ihn abgesaugt, Buddha setzt sich den goldenen Schuss, gute Tage wie eingewachsene Zehennägel, Enttäuschungen haben sich in meinen Augenwinkel abgelagert wie die Zeit in den Sedimenten, nur irgendwann tut es nicht mehr weh, die Wut trägt nur noch selten die alten Sachen auf, versperrte Kühlschränke, ranzige Salami mit Augen so gelb wie die vom alten Gustl, mit der sie meine Seele belegten, ein Bett aus Verachtung, Schätzungen die immer nur gering ausfielen wenn sie mich betrafen, Schumpeter spült sich mit Nokia den Mund aus, Nylon, Acryl, Polyester, Polyethylen, Polyporpylen und Polyvinylchlorid, schon das Abschreiben ist eine Tortur, trotzdem sind die Weltmeere voll damit, mit 15 Cent Plastiktaschen habe ich schon tausende von Meerestiere gekillt, Seeotter ersticken an den Polyethylenringen deines Sixpacks, Sturmvögel mit Darmverschluss verenden in meiner Badewanne, meine Füße stecken in brennenden Autoreifen, die den Highway des Verfalls hinunter rauschen.
Strophe 3 und 4 folgen.
Ich bin gnadenlos rückständig, im 21. Jahrhundert nie angekommen, in den Neunziger bin ich falsch abgebogen, der Weg den ich ging führte mich in die Vorhölle der Menschlichkeit, weiter durch die ausgetrockneten Steppen des Zuspruchs, in die Sezession der Wahrnehmung, der Weg den ich ging, ist so etwas wie der Jakobsweg für die ganz Armen, die Kneipe am Wegesrand alle verwaist, die Türen vernagelt, die stolzen Arschgeweihe der Kellnerinnen tief in die dunklen Keller gerutscht, wo die röhrenden Hirsche verwesen, der letzte Tropfen Schnaps von der Angst destilliert, vom Rausch ist nicht einmal ein Kater geblieben, die Freunde alle tot oder für immer in Umerziehungslager des Konsums verschwunden, riesige Konsumtempel haben alle Sehnsucht aufgefressen, mein Kater Doc Holliday hat alles Leben auf einer großen schwarzen Straße ausgehustet, die nicht einmal eine Kurve hat, ich bin das lebendige Beispiel das man auch ohne Liebe leben kann, wenn auch nur mit Tonnen von Medikamenten und manisch rückwärtsgewandt, anorektische Rebellinnen reiten den fettleibigen Minotaurus, Babylon aus energiesparenden Materialen gezimmert ragt aus meinen Kopf, Drohnen und Billigflieger, die einen in der Morgen, die anderen in der Nachmittagschicht gefertigt kreisen über meinem Röhrenfernseher, amerikanischer Mutter und Väter ließen sich eine ganze Dekade lang von notorischen Lügnern anführen, um ihre eigenen Kinder und Hinterwäldler in schäbigen Fetzen zu killen, das ist alles was vom American Dream übrig blieb, außer natürlich dieser kleinen Geräte auf die Männer wichsen, während Frauen sich dieses Zeug in ihre Kindergartenmösen stecken und es läuten lassen, heute weiß jeder wie spät es ist nur nicht wie viel es geschlagen hat, das Medium ist die Botschaft, das Medium war schon immer die Botschaft.
2. Strophe
Ich bin hemmungslos gestrig, Zukunft habe ich nicht, die Zukunft ist eine Küche voll angebrannter Kochtöpfe, die Zukunft ist das was du im Gesicht trägst ist das was deines Gang federnd erscheinen lässt und mich ermüdet, in den leeren Hosentaschen der Erwartungen klingeln die Münzen der EZB, "unsere königliche Hoheit Lander of last Resort" weiß nicht wirklich wo der ganze Schotter herum liegt, Sokrates kommt wortlos aus der Bodenseeklinik die Sprache haben sie ihn abgesaugt, Buddha setzt sich den goldenen Schuss, gute Tage wie eingewachsene Zehennägel, Enttäuschungen haben sich in meinen Augenwinkel abgelagert wie die Zeit in den Sedimenten, nur irgendwann tut es nicht mehr weh, die Wut trägt nur noch selten die alten Sachen auf, versperrte Kühlschränke, ranzige Salami mit Augen so gelb wie die vom alten Gustl, mit der sie meine Seele belegten, ein Bett aus Verachtung, Schätzungen die immer nur gering ausfielen wenn sie mich betrafen, Schumpeter spült sich mit Nokia den Mund aus, Nylon, Acryl, Polyester, Polyethylen, Polyporpylen und Polyvinylchlorid, schon das Abschreiben ist eine Tortur, trotzdem sind die Weltmeere voll damit, mit 15 Cent Plastiktaschen habe ich schon tausende von Meerestiere gekillt, Seeotter ersticken an den Polyethylenringen deines Sixpacks, Sturmvögel mit Darmverschluss verenden in meiner Badewanne, meine Füße stecken in brennenden Autoreifen, die den Highway des Verfalls hinunter rauschen.
Strophe 3 und 4 folgen.
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