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Freitag, 30. Dezember 2011
Gekrönte Häupter
der imperialist, 00:04h
Im Supermarkt, Samstagvormittag gegen halb zehn.
Ich stehe vor einer der Kassen und frage mich warum nur 30%-40% der EU-Bürger zur Wahl des Europäischen Parlaments gehen werden.
„Frau Krautwurm, wie lange haben sie denn heute noch“, fragt eine Dame, die Kassiererin, während sie ihre Ware auf das Förderband legte.
„Bis um 14 Uhr, früher komme ich heute nicht raus“.
„Das ist aber schade“ antwortete die Frau, da können sie heute ja gar nicht der Hochzeit des spanischen Thronfolgers beiwohnen. Ganz spannend wird das, wo der Felipe doch eine geschiedene Bürgerliche auserwählt hat, für die er sogar auf den Thron verzichtet hätte“.
„Doch ich kann mir die Trauung ansehen“ antwortet die Frau Krautwurm, während sie die Ware über den Scanner zieht, „mein Mann zeichnet die Trauung für mich auf“
„Das ist aber schön“, erwiderte die Dame, während sie die Lebensmittel in den Einkaufswagen packt. Sie war so um die sechzig, schlank, trug Jean und Jeansjacke, das dünne Harr zu einem Zopf gebunden, ihre Haut gelb, wie die Wände einer Wohnung in der viel geraucht wird.
„Das macht dann 9 Euro achtzig“.
„Dieser Felipe, mein Gott was für ein Mann. Groß, dunkelhaarig, wohlgeboren, gebildet und galant“, schwärmte die Dame und legte einen Zehn Euroschein auf das Förderband.
„Ja“, so ein wunderbarer Mann“, und sie die Letizia soll
ein elfenbeinfarbenes, hochgeschlossenen Seidenkleid tragen", entgegnet die Kassiererin, während sie der Frau das Wechselgeld entgegenstreckte.
„Ja ganz zauberhaft wird das. Dabei war ja schon die Hochzeit vom dänischen Thronfolger Frederick mit seiner Mary, die übrigens auch eine Bürgerliche war, einmalig schön. Wie tapfer sie gegen die Tränen ankämpften, einfach rührend“.
„Und erst ihre Schleppe, stimmte die Frau Krautwurm ein, die war mindesten sechs Meter lang“. „Na dann muss ich wohl sagte die Frau "die übertragen im Fernsehen schon seit 9 Uhr. Nicht das ich zu spät komme. Auf Wiedersehen Frau Krautwurm“.
„Auf Wiedersehen und schönes Wochenende“
„Danke ebenfalls“.
Der übernächste war ich. Und während sich so warte, schaue ich der Dame dabei zu wie sie ihre Einkäufe in eine Tasche steckt. Das wären:
7 Dosen Ottakringer Bier, eine Flasche Magenbitter,
eine 6ser Packung Taschentücher und eine Kopf Salat.
Wien 2004
Ich stehe vor einer der Kassen und frage mich warum nur 30%-40% der EU-Bürger zur Wahl des Europäischen Parlaments gehen werden.
„Frau Krautwurm, wie lange haben sie denn heute noch“, fragt eine Dame, die Kassiererin, während sie ihre Ware auf das Förderband legte.
„Bis um 14 Uhr, früher komme ich heute nicht raus“.
„Das ist aber schade“ antwortete die Frau, da können sie heute ja gar nicht der Hochzeit des spanischen Thronfolgers beiwohnen. Ganz spannend wird das, wo der Felipe doch eine geschiedene Bürgerliche auserwählt hat, für die er sogar auf den Thron verzichtet hätte“.
„Doch ich kann mir die Trauung ansehen“ antwortet die Frau Krautwurm, während sie die Ware über den Scanner zieht, „mein Mann zeichnet die Trauung für mich auf“
„Das ist aber schön“, erwiderte die Dame, während sie die Lebensmittel in den Einkaufswagen packt. Sie war so um die sechzig, schlank, trug Jean und Jeansjacke, das dünne Harr zu einem Zopf gebunden, ihre Haut gelb, wie die Wände einer Wohnung in der viel geraucht wird.
„Das macht dann 9 Euro achtzig“.
„Dieser Felipe, mein Gott was für ein Mann. Groß, dunkelhaarig, wohlgeboren, gebildet und galant“, schwärmte die Dame und legte einen Zehn Euroschein auf das Förderband.
„Ja“, so ein wunderbarer Mann“, und sie die Letizia soll
ein elfenbeinfarbenes, hochgeschlossenen Seidenkleid tragen", entgegnet die Kassiererin, während sie der Frau das Wechselgeld entgegenstreckte.
„Ja ganz zauberhaft wird das. Dabei war ja schon die Hochzeit vom dänischen Thronfolger Frederick mit seiner Mary, die übrigens auch eine Bürgerliche war, einmalig schön. Wie tapfer sie gegen die Tränen ankämpften, einfach rührend“.
„Und erst ihre Schleppe, stimmte die Frau Krautwurm ein, die war mindesten sechs Meter lang“. „Na dann muss ich wohl sagte die Frau "die übertragen im Fernsehen schon seit 9 Uhr. Nicht das ich zu spät komme. Auf Wiedersehen Frau Krautwurm“.
„Auf Wiedersehen und schönes Wochenende“
„Danke ebenfalls“.
Der übernächste war ich. Und während sich so warte, schaue ich der Dame dabei zu wie sie ihre Einkäufe in eine Tasche steckt. Das wären:
7 Dosen Ottakringer Bier, eine Flasche Magenbitter,
eine 6ser Packung Taschentücher und eine Kopf Salat.
Wien 2004
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Sonntag, 25. Dezember 2011
Eine weihnachtliche Romanze
der imperialist, 19:26h
Ich schenk niemanden etwas und mir schenkt niemand etwas und telefoniert wird schon gar nicht. Zu Weihnachten bin ich nur für mich. Niemand würde auf die Idee kommen und ich schon gar nicht daran etwas zu ändern. Gut besonders feiertags tauglich war ich noch nie. Ich bin nicht unbedingt der Mensch den man sich zu Weihnachten einlädt. Wenn ich die Wahl hätte würde ich mich auch nicht unbedingt einladen. Das ist eine gefährliche Sache und kann fürchterlich nach hinten losgehen. Am 25, wie es eine alte Tradition verlangt schaue ich mir am Abend immer einen Film auf DVD an. Heuer ist das "the Fighter". Natürlich habe ich auch einen Festplattenrecorder, der bis oben voll ist mit Filmen und Serien wie Mad Men, American Horror Story, The Big C, Californication usw., aber Tradition ist nur mal Tradition. Richtig gute Serien gibt es ja nur aus Übersee. Wir hier in good old Europa kriegen so etwas nicht hin. Wir haben das Autorenkino mit so lustig durchgeknallt Regisseuren wie den Lars von Trier, der immer einen auf Hitler für den Kindergarten macht, wenn man ihn eine Kamera vor die Nase hält. Der Emir Kusturica, dieser serbischer Freischärler der Kunst auch sehr amüsant und nicht zu vergessen der Fatih Akin. Ich bin ja so etwas wie die österreichische und in die Jahre gekommene Ausgabe der Figur "Cahit" aus" Gegen die Wand"." If you can change the world, change your wolrd". Ganz geistreich schlägt der Psychiater dem Cahit dieses Lebensweisheit vor, nachdem der seinen Wagen, in purer Absicht oder Verzweiflung in eine Mauer gelenkt hatte. Darauf der Cahit: "Darf ich ihnen was sagen Herr Doktor. Sie haben sie ja nicht alle. Das der Onkel Doktor zum Schluss dann doch recht behält, ach mein Gott mir ist es auch so ergangen. Alles was die Ärzte mit anrieten habe ich grundwegs und ohne groß nachdenken immer angelehnt und zum Schluss habe ich doch das getan was die für sinnvoll erachteten. Einmal hat mich so ein Onkel in Weiß schon nach ein paar Minuten rausgeschmissen, weil ich ihn für eine alte Schwuchtel hielt. Diesem alten Homo wollte ihn schon eine auflegen. Das war ein paar Jahre vor dieser Szene im Film. Zu Weibchen in Weiß habe ich da mehr zutrauen. Die amerikanische Version des Cahit ist "der Wrestler". Bei den Amis muss die Figur in den meisten Fällen ziemlich weit am "american dream" vorbei fliegen, oder die Fallhöhe muss entsprechend sein wie z.B. in "Leaving Las Vegas". Für Leute die nicht viel können und nie richtig auf die Beine kamen interessiert sich der Amerikaner nicht wirklich. Wir in Europa sind da wesentlich existenzialistischer, denn so etwas wie einen "euroäischen Traum", als Maßeinheit gibt es noch nicht, dass nur so nebenbei. In der Videothek stand ich mit der Marke in der Hand hinter einem Pärchen, die wie ich in den mittleren Jahren waren. Die hatten so einen eingekleideten Micky Maus Hund dabei. Dieser kleine Kläffer, mit roter Masche und einem rot gemusterten Winterkleid, war die Hälfte einer halben Portion. Zwerg-Terrier nennt man die Fachjargon. Ich sag zu denen immer "General Einkaufskorb-Wauzi". Ab einer gewissen Größe, wird bei mir so gut wie jedes Lebewesen, zumindest mit militärischen oder universitären Lorbeeren geschmückt. Ganz wichtige Personen versehe ich sogar mit Adelstitel oder religiösen Amts und Funktionsbezeichnungen. Wobei ich zugebe, Landvogt, Professor, General oder Generalvikar, ist bei mir gleich einmal wer, da muss er nicht viel können. Im Badmintonverein nenne ich einen z.B. immer den Zögling Törleß und einen anderen wiederum Oberst Whiskey. Der General-Einkaufskorb war an der Leine und irgendwie vermittelte er mir den Eindruck, dass er ganz gut aufgelegt war. "Na", sagte ich zum General während ich wartete, "wie war den dein Weihnachtsabend?". Ich neige dazu mit Tieren in aller Öffentlichkeit zu sprechen. Nicht das ich mit einbilde sie zu verstehen. Aber sich mit denen zu unterhalten macht mir einfach Spaß. Das kann man natürlich auch als Zeichen werten das ich sie nicht alle habe. Der General spitze seine Ohren und wedelte freudig mit dem Schwänzchen. "Deine Verwandten General eh alles Arschlöcher oder?" "Das ist eine Dame", schaltete sich der weibliche Part des Pärchens ein". "Oh entschuldige", sagte ich zum General, "bitte verzeih mir meine Unkenntnis, aber wie du sehen kannst, habe ich von den meisten Dingen keine Ahnung". Der Frau General schien meine Unkenntnis nichts auszumachen und wedelte weiter vergnügt mit ihren Schwänzchen. Die setzte sogar noch einen drauf und mit ihren Miniaturfüßchen kam sie auf mich zu und setzte sich einfach zwischen meine Beine. Ganz stolz saß sie da während ich ihr das Fell kraulte. "Ah ja", sagte ich mit etwas erhobener Stimme, der Babysprache nicht unähnlich, "das ist ein gutes Hündchen". Der Hundebesitzerin war ich natürlich nicht ganz geheuer. Sie zog an der Leine. Nur ihr Hündchen bewegte sich nicht. Also zog sie etwas fester. Nur so bald sie die Leine wieder lockerte, drehte sich das Hündchen wieder um und setzte sich wieder zwischen meine Beine. Lachend streichelte ich ihr wirklich sehr klein geratenes Köpfchen. "Dieses Fräulein hat halt Klasse", die weiß wo die Guten sind", plapperte ich vor mich hin. "Das macht sie normal nie", sagte der Mann verwundert während er ein paar DVDs in einer Tasche verstaute. Sichtlich pikiert schnappte sich die Frau das kleine Hündchen, verstaute es in der Tasche zwischen Filmen und ging wortlos weg. Ophelia", rief ich dem Hündchen hinterher, "Ophelia". Danach musste ich mich heftig schnäuzen. Diese scheiß Schnupfen war wirklich hartnäckig.
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Samstag, 24. Dezember 2011
Weihnachten eines Bastards
der imperialist, 19:05h
Drei Tage war diese weiße Taube schon hinter mir her. Gut ich war ein paar Tage krank und meine Schizo-Medikamente wirkten nicht, weswegen ich so gut wie nicht geschlafen hatte. Da kann man schon einmal auf andere Gedanken kommen, doch egal was ich tat oder wohin ich ging, diese weiße Taube war schon da noch bevor ich hinsah. Stand ich am Fenster, pickte sie auf der gegenüberliegenden Straßenseite in der braunen Grünfläche herum. Ging ich zum Einkaufen stand sie schon vor der Haustür und gurrte mich an. Irgendwann dachte ich mir allen erstens, scheiße das ist nicht irgendeine Taube sondern der Heilige Geist. Mein Gott dachte ich mir, nur jetzt bitte nicht schwanger werden. Erstens bin ich keine Maria deren Wangen nur so vor Güte und Liebe glühen, wenn man ihr ungefragt einen fremden Braten unterschiebt. Und zweitens, man stelle sich vor die Medien würden von meiner göttlichen Niederkunft spitz kriegen. Ein paar Mille könnte ich schon rauschlagen nur das Jesus Kind 2.0 hätte doch keine ruhige Minute, sich ein entsprechendes Leben zu zimmern. Aber weil mein Körper, so noch nach wieder gesundete hielt ich eine Schwangerschaft doch für zu spekulativ und ich war mich sicher, der heilige Geiste wollte mir einfach nur sagen, das eh alles gut wird, wenn ich meine Mitarbeit nicht ganz vernachlässige. Deswegen habe ich heute nicht an Nutten gedacht, die so tun als würden sie meinen Fernseher abstauben. Nicht eine Pornoseite im World Wide Web habe ich geöffnet. Das Zocken habe ich mir auch verbeten. An einen Baum wie voriges Jahr habe ich auch gedacht. Ganz feierlich hatte ich den geschmückt, mit leeren Tablettenpackungen, Mullbingen, einer kaputten Maus, leere Joghurtbecher, Tambos und Bilder von Truthähnen, die in einem ziemlichen Gedränge herumstehen und nichts zu tun haben, außer zu warten bis man sie schlachtet. Nur weitsichtig wie ich bin, (+3,75 dpt) ließ ich diesen Baum von einem Freund fotografieren. So brauch ich heuer nur das Foto anschauen. Ist auch schön. Beinahe schuldbewusst habe ich beim heiligen Geist nachgefragt ob das eh in Ordnung geht wenn ich mir wie jedes Jahr am Heiligen Abend einen Gangsterfilm ansehe. Immerhin hat das schon eine gewisse Tradition. Außerdem hat der Herodes laut biblischer Überlieferung auch einen ziemlichen Saustall angerichtet, als er dem Jesus Kind die Fingernägel kürzen wollte, da fällt ein wenig Kunstblut auch nicht mehr ins Gewicht. Ja, sprach der Heilige Geist und deutete auf seine Füßchen. Die Gicht er hätte es mit der Gicht". Um den roten Faden des Gesprächs nicht zu verlieren, erzählte ich von meinem gestrigen Besuch im AKH. Undendliche Weiten nur für Kranke und zwei Sanitäter schoben einen ganz alten Mann, mit ganz eingefallenen Wangen und weit aufgerissenen Mund, einen dieser unendlich erscheinen Gang hinunter und dann sah ich eine Frau ganz ohne Wimpern, die sich ihre Mütze tief ins Gesicht zog, und höchstwahrscheinlich auf den Weg zu ihrer "Chemo" war und dann stand da noch ein leeres eingekotetes Bett, und ein Mann war eingegipst und ein weiterer hielt die Hand einer Frau, aus der Schläuche heraus führten und alle sahen so verletzlich aus und ich wollte nur noch weg von da. "Hör zu", sagte der Heilige Geist. " 2 x 3 macht 4, Widdewiddewitt und Drei macht Neune. Ich mach' mir die Welt Widdewidde wie sie mir gefällt", hob ab und flog davon. Gut dachte ich mir, das hätten wir jetzt auch besprochen. Den heiligen Geist zu fragen ob das sehr nachteilig ins Gewicht fällt, wenn ich jedes Mal im Geist "der Leib Christi" sage, wenn ich mir einen Kaugummi in den Mund stecke, kam ich nicht mehr. Nur wenn der den roten Faden nicht völlig verloren hat, dann weiß ich ungefähr wohin ihn sein Weg führte.
PS: Vor den Schlafen gehen, werde ich noch die eine Weihnachtsmarkte durchlesen die ich heuer bekam. Sie stammt von meinem Zeitungszusteller. Im Grunde ist das eine gute Welt, denn ch habe weder ihn noch sonst wem eine geschrieben.
PS: Vor den Schlafen gehen, werde ich noch die eine Weihnachtsmarkte durchlesen die ich heuer bekam. Sie stammt von meinem Zeitungszusteller. Im Grunde ist das eine gute Welt, denn ch habe weder ihn noch sonst wem eine geschrieben.
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