Montag, 12. September 2016
Die Sau von der Donauinsel
Um Österreich etwas aus der „hahaha das gibt es ja nicht, so eine Bananenrepublik“ Schusslinie zu nehmen, versuch ich sie von dem institutionalisierten Scheitern in Rot-Weiß-Rot mit etwas ganz Banalen wie dem Entleeren von Blasen abzulenken. Sie wissen nicht wovon ich rede. Weil die Kuverts in die man die Briefwahlzettel steckt bevor man die wieder retourniert nicht richtig kleben, muss die „Hofburg-Stichwahl-Wiederholung“, wegen leichtfertigem Umgang mit Briefwahlstimmen, vom 2. Oktober, auf den 4. Dezember verschoben werden. Schon 2016. Der österr. Innenminister Sobotka soll gesagt haben, das der deutsche Kleber der nicht hielt was er versprach, die Schuld für das Debakel übernommen haben soll. 1. Weltkrieg, 2. Weltkrieg, Euro, pathologischer Exportüberschuss, "Wir schaffen das". So ein Kleber passt da doch hervorragend ins deutsche Portfolio finde sie nicht. Staatsversagen scheint ja derzeit in den westlichen Demokratien ziemlich on Vogue zu sein. In Frankreich, sagte der Radiosprecher, wird beinahe jeden Tag ein Terroranschlag verhindert. Auf Näheres möchte der französische Premierminister Manuel Valls aber nicht eingehen. Aber er geht davon aus dass weiterhin Unschuldige auf französischen Boden sterben werden. Da wäre es doch fast schon gescheiter der Mann sagt nix mehr. Ein Staat der freimütig verkündet dass er seine Bürger nicht schützen kann, muss an sich als gescheitert betrachtet werden. Anstatt auf der Donauinsel schön artig die paar Meter zum WC zu gehen und mich standesgemäß in einem dafür vorgesehen und mit entsprechender Gerätschaft ausgestatten Gebäude zu erleichtern, habe ich einfach in die Büsche gepisst. Um bei der Wahrheit zu bleiben. Ich bin kein Ersttäter. Doch bevor sie mein unflätiges Benehmen voreilig tadeln und den Stab über mich brechen, muss ich etwas weiter ausholen, damit meine Ausrede auch eine gewisse Qualität hat und sie meine Beweggründe etwas besser verstehen. Das ich einfach in die Büsche mache und so dazu beitrage das der Naherholungsraum Donauinsel in ein stinkendes Urinal verwandelt wird, hat nix mit schlechter Kinderstube oder fehlenden Manieren an sich zu tun. Mir geht es dabei einzig um einen politischen Protest. Ich will mit meinem Handeln nur aufzuzeigen wie sinnlos bewusster Umweltschutz und das ganze Zeugs mit der Ökologie, C02 Bilanz und dem nachhaltigen Umgang mit fossilen und nachwachsenden Rohstoffen ist, wenn sich nur ein verschwindend kleiner Teil der Menschheit dazu verpflichtet fühlt. Ich hab gelesen beim Artensterben ist es ja so das es Super-Arten gibt. Stirbt so eine Superart führt das zu einem fürchterlichen Arten-Gemetzel. Die fallen dann wie Domino-Steine. Nur weiß man zu wenig wer da jetzt der Superstar unter den Arten ist, die wir auf gar keinen Fall killen dürfen. Beim Weltpolitik-Domino zwischen den einsteigen Blockmächten war das ja viel einfacher zu eruieren. Da sagte man einfach dieser Stein sagen wir Vietnam, nee der darf nicht fallen, weshalb man ein paar Bomben warf wie einen glühenden Teppich, und alles wurde ganz anders anders. Doch Bienen. Bienen sind so ein Superstar unter den Arten. .

Ein Beispiel: Letzens im Auslandsreport ging es wieder mal um China. Fragte der ORF-China-Korrespondent den Chefe Chinas größten Autobauers, wie die Chinesen es denn so mit der Umwelt halten, wenn sich immer mehr Chinesen dick motorisieren und riesen Karren chauffieren. Die Luft in Chinas Großstädten ist ja jetzt schon ungefähr so gesund wie in einem illegalen Kohlebergwerk in der der Ukraine, das man nur auf den Knien rutschend betreten kann. Och ja, antwortete der Chefe im gestochenen Englisch das er wahrscheinlich von einer amerikanischen Elite-Uni hat, mit einem nachsichtigen Lächeln, das jeden Einwand gleich mal mittels Container ins Ausland verschifft, Chinesen lieben es nun mal große Autos zu fahren. Gegen diese Tugend ist kein Kraut gewachsen. Große Autos gehören einfach zu China wie das Scheitern zum Schizophrenisten. China ist auf dem Weg zu einer imperialen Macht nicht mehr aufzuhalten. Das zeigt sich nun mal auch am nationalen Fuhrpark. Und nicht nur am nationalen Fuhrpark. Auch an den Quartalszahlen deutscher/europäischer Autobauer zeigt sich das, genauso wie in der Auto-Zuliefererindustrie Österreichs/Europas und der übrige Welt, oder in den Bilanzen europäischer Stahlerzeuger, die derzeit bei vielen tief rot sind, weil die Chinesen 430 Millionen Tonnen Stahl zu viel auf Halde haben. 430 Millionen Tonnen Stahl zu viel. Nicht schlecht Herr Specht. Das entspricht 50% der weltweiten Stahlnachfrage ohne China. Diese Chinesen sind auch nicht blöde. Lagern mögliche soziale Konflikte/Unruhen, wenn die Tausende Stahlarbeiten auf die Straße setzen müssten, einfach nach good old Europe aus und wenn ich die Parterre-Chinesen darauf anspreche wissen die natürlich von nix. Muss ich mich mal vor Ort schlau machen, wo mir was weh tun muss, damit ich dort Linderung erfahre. Sogar bei den Paraolympics zeigt sich das China nicht zu stoppen ist. Im Rollstuhltennis gewann der Chinese Dong Shunjiang gegen den Österreicher Landmann Nico glatt 6:0, 6:3 .

Das China in allem lieber klotzt als kleckert hat unter Umständen, auf die ich nicht näher eingehen möchte, mit der schlimmsten Hungernot der chinesischen Geschichte zu tun. Während Mao Tse-tungs angeordneten Großen Sprungs nach vorn, so zwischen 1959-1962, wurde ja die Landwirtschaft zwangskollektiviert, woraufhin die Ernteerträge wegen miserabler Durchführung dieses Großen Sprungs und weiterer Unpässlichkeiten die man eh im Netz nachlesen kann, drastisch zurückgingen und grob geschätzt 40 Millionen Chinesen nicht weit genug sprangen. Der Mao machte inzwischen den hier . Ganz genaue Zahlen gibt es nicht oder die werden unter Verschluss gehalten. Vielleicht haben die Chinesen auch nicht ganz so penibel buchgeführt wie andere Nationen wenn es um nationale Amokläufe ging. Trotzdem brannte sich diese nationale Tragödie tief in das kollektive Bewusstsein der Chinesen ein. Ob sich wirklich so zugetragen hat weiß ich natürlich nicht. Ich werde mal die Masseurinnen fragen was die von dieser Arbeits und Freizeithypothese halten. Um eine weitere Tragödie dieser Art zukünftig zu verhindern, wurde in China auch die Ein-Kind-Politik eingeführt, bösen Zungen behaupten 1 ½ Kinder-Politik, die wiederum eine bedeutende Ursache für den ökonomischen Aufstieg Chinas ist. Wächst das BIP über einen längeren Zeitraum wesentlich schneller als die Bevölkerung, steigt in der Regel auch der Wohlstand. China ist heute der weltgrößte Verbraucher von Getreide, Fleisch, Kohle, Energie, sowie der größte Markt für und der größte Hersteller von Automobilen. Der Größte C02 Emittent ist China sowieso. Das wird auch eine zeitlang so bleiben. Weil die Bevölkerung Chinas trotz Ein-Kind-Politik noch immer wächst, und bis 2030 auf gut 1,5 Mrd. Menschen anwachsen wird, bringt es jetzt auch nur sehr bedingt etwas, wenn sie hier in Europa eine persönliche C02 Ausstoß Tabelle führen und ihren ökologischen Fußabdruck so klein werden lassen wie die Möglichkeiten des Schizophrenisten, aus der Falle in der mein Leben steckt wieder heraus zu kommen. Auch wenn sie nur noch zwei Mal in der Woche einen Fleischberg mittels Verdauungstrakt abbauen, folgsam auf das Auto verzichten und dem großen Glück von öffentlichen Verkehrsmittel fröhnen, oder gleich ganz aufs nee umsatteln und einen auf old school Chinese machen. Zu viel mehr als ein paar kosemetische Verschönerungen in der weltweiten CO2 Bilanz wird ihr Handeln nicht führen, was aber durchaus löblich ist. Ich wil sie doch nicht entmutigen. Ich bastle hier nur an einer Ausrede. Ändert sich in der Redewendung das ein Sack Reis oder ein Fahrrad in China umfällt nur die Länderbezeichnung. Inhaltlich bleibt alles wie gehabt. Die Inder sind auch ganz heiß auf Autos oder einen ökologischen Fußabdruck mindestens 2-3 Schuhnummern größer. Heute stand in der Zeitung das Indien eine historische Steuerreform auf den Weg gebracht hat. Der indische Präsident, Pranab Mukherjee, hat mit seiner Unterschrift einen Gesetzesentwurf für eine landesweit einheitliche Steuer auf Waren und Dienstleistungen abgesegnet. Für Indien ist das ein historischer Durchbruch. Die neue Mehrwertsteuer soll ein undurchschaubares Dickicht aus Zöllen, Steuern und Transportabgaben ablösen, die bisher jedes der 29 Bundesländer eigenmächtig festlegte. Egal ob wir TIPP oder Ceta ablehnen. Der Weltökonomie ist des ziemlich egal.

Zurück von den globalen Weltzusammenhängen zu den ziemlich lokalen auf der Donauinsel. Wir haben ja derzeit einen wunderschönen Spätsommer in Wien. Das schöne Wetter treibt ja ja nicht nur Leute wie mich mit Klappstuhl auf die Insel, sondern auch zahlreiche HundehalterInnen. In Wien gibt es um die 62 000 gemeldeten Hunde und sicherlich auch ein paar Illegeale. Hunde haben nur mal ihre Bedürfnisse wie Auslauf. Ich habe die Beobachtung gemacht dass der gelernte Wiener auffällig nett zu Tieren ist. Nicht nur der gelernte Wiener. Der Österreicher an sich ist ein ziemlicher Tierfreund. Die Um2, meine über alles geliebte Stiefmutter, und der Goadfather (den ich wirklich mag) sind extrem tierliebend. In meiner höchstwahrscheinlich nur eingebildeten Not habe ich den beiden mal vorgeworfen, dass ich es in diesem Haushalt wesentlich einfacher hätte, wenn ich den Part der Hauskatze übernehmen könnte. Die brauchte sich nur demonstrati vor den Kühlschrank setzen und ihren Unmut bekunden, schon wurde die fürstlich belohnt. Die beiden dachten ich mach mal wieder einen meiner blöden und haltlosen Witze. Aber das war kein Witz. Derzeit ist mächtig viel Betrieb auf der Donauinsel. Wie soll ich das jetzt am gescheitesten ausdrücken um niemanden mutwillig zu verägern. Für Hunde gibt es ja derzeit auf der Donauinsel kein spezielles Urinal. Hunde heben in der Regel einfach nur das Beinchen und pissen irgendwo hin. Das lässt sich in der Regel (noch) nicht verhindern. Da hilft es auch nix wenn sich geschätzte 50% der Hundebesitzer vorbildlich an die Hausordnung der Stadt Wien halten und den Haufen ihres eigentlichen Lebensabschnittspartners artig in einem Plastiksackerl schaufeln. Über die Blase ihrer Lieblinge haben die Wiener nur sehr bedingt die Regenschaft. Ich kenne Stellen an der Donau, die an die großen Parkplätze anschließen, das stinkt es wie früher auf den Bahnhofstoiletten. Deswegen mache ich mir auch nicht mehr die Mühe aufs öffentliche Donauinsel-Häusl zu latschen. Ist eh schon „ghupft wie gsprungen“.

Kam es vor ein paar Tagen zu folgender Situation; Während ich gerade in die Botanik pieselte, nicht von der Straße aus, sondern eh von einem recht schwer einsehbaren Ort, kam gerade ein älteres Pärchen mit Hundeleine des Weges. Sagte die Frau zu ihrem Mann sichtlich angepisst, leise aber doch laut genug das ich es hören konnte: „Ist des eine Sau. Der schifft da einfach in die Bäume“. Brach der Schizophrenist in schallendes aus, denn keine zwei Meter weiter von mir entfernt erleichterte sich gerade deren Hündchen.

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